#1

Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 07.10.2009 06:11
von Angelo | 12.397 Beiträge

Sport und Körperkultur standen in der sozialistischen Erziehung neben der geistigen Bildung an erster Stelle.Neben dem sogenannten Breitensport wurden fähige und talentierte Sportler und Sportlerinnen bis zur Perfektion trainiert. Sie waren weniger nur wegen ihrer herausragenden sportlichen Leistungen gefeiert, mehr als Aushängeschild für die sozialistische Erziehung und die Fähigkeiten des sozialistischen Staates der Arbeiter und Bauern.Sportler und Sportlerinnen stammten aus allen Schichten des Volkes.Bereits in der schulischen Erziehung und im Kindergartenalter wurde auf besondere Talente und Fähigkeiten geachtet. Bei Vorhandensein spezieller herausragender Qualitäten erfolgte eine Ausbildung und ein intensives Training in Sportzentren und an Hochschulen und Universitäten.

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http://www.on-dope.de/doping-in-der-ddr


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#2

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 26.11.2010 09:08
von Angelo | 12.397 Beiträge

Ich habe mich früher immer gefragt warum die Sportler der DDR bei jedem Wettbewerb immer so gut waren. Bei Olympia oder auch bei Weltmeisterschaften die DDR war immer vorne mit dabei. Ich erinnern mich noch an die Bobfahrer DDR 1 DDR 2 die waren richtig gut. Und auch bei den Internationalen Wettbewerben immer unter den ersten 5 mit dabei. War der drill der DDR Sportler so hoch ? Oder doch Doping? Denn auch die Sportler der UDSSR waren immer Top....... Wie war die Sportförderung in der DDR wirklich ? Hatte man reale Chancen bei einem Internationalen Wettbewerb teilzunehmen ? Wer hat das entschieden ? Und durfte wirklich jeder der Sportler auch ins Ausland fahren ohne Überwachung ?


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#3

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 26.11.2010 10:11
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Das war doch für die DDR-Funktionäre immer ein innerlicher Vorbeimarsch bei großen Sportlichen Veranstaltungen immer besser zu sein als das Kapitalistische Ausland und da wiederum stand die BRD an erster Stelle.Na klar wurde in der DDR auch gedopt.Man muss sich mal die Schwimmerinnen der DDR aus den 70/80er Jahren anschauen,so eine Rückenmuskulatur wäre für jeden ein Traum gewesen.
Was hat das alles noch mit fairem Sport zu tun.Bis zum heutigen Tag wird überall auf der Welt und mit Sicherheit in jeder Sportart gedopt.


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#4

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 26.11.2010 10:50
von werner | 1.591 Beiträge

Auch wenn wir unter dem Thema "Doping" jetzt ein wenig OT gehen, @ Angelo, zu der Sportförderung:

Sport war in der DDR eine wichtige Angelegenheit. Ein sportlich Aktiver wird selten krank, ist zufriedener und ausgeglichener. Dazu kam natürlich der Ehrgeiz, international zu zeigen, wozu die DDR in der Lage ist.

Da der Sport darum sehr stark gefördert wurde, hing es also nicht so sehr von der Finanzkraft der Familien und Vereine ab, ob sie erfolgreich sind und erfolgreiche Sportler hatten. Der Mitgliedsbeitrag war in symbolischer Höhe und somit von jedem tragbar.

Die Sichtung von Talenten ging schon in der Schulzeit los. Mehr oder weniger regelmäßig kamen Trainer oder "Sichter" in den Schulsport, sahen sich das an und sprachen uns Kinder gezielt an, in einer Sportgemeinschaft mitzumachen.
Damit hatte man natürlich eine viel breitere Basis an geeigneten Sportlern und somit auch das größere Potenzial, wirkliche Weltklasse hervorzubringen.

Bei mir war es so in der 4. Klasse, Trainer der ASG "Vorwärts" fragten mich, ob ich nicht Lust hätte auf Radsport. Klar, also fing ich an, nach ein paar Trainingseinheiten in der Halle und mit dem Privatfahrrad der erste Wettkampf und weil ich ganz gut war, durfte ich dabei bleiben und wenig später kam ich in das Trainingszentrum, heute heißt das meist Leistungsgruppe. Also 3 bis 4 mal die Woche Training, mindestens Dienstag, Donnerstag 17.00 Uhr bis 19.30Uhr und Sonntag 08.00Uhr bis 11.00 oder 12.00Uhr (sofern am Sonntag keine Wettkämpfe waren).

Alle 6 Monate war medizinische Untersuchung, d.h. Blutprobe, Belastungs- EKG, Lungenvolumenmessung etc. , um den Trainingserfolg zu dokumentieren und Kontrolle der Zähne.

Irgendwann kam die Auswahl, wer zur KJS (Kinder- und Jugendsportschule) gehen darf. Da ich in den letzten Monaten vor dieser Auswahl durch Unfälle Trainings- und Wettkampfausfall nicht die erforderlichen Leistungen vorweisen konnte, war für mich dieser Weg nicht möglich. Aber ich fuhr noch ein paar Jahre, trainierte zusätzlich noch Judo und mit 14 Jahren fand ich Segelfliegen wesentlich spannender.

Meine zwei Kameraden, die zur KJS kamen, hatten ein ordentliches Pensum zu bewältigen. Sie kamen ins Internat nach Frankfurt/Oder. Machten dort neben dem Training ihr ganz normales Schulprogramm.

Generell ist zum Thema Sport und Schule zu sagen, dass nur derjenige (weiter-) trainieren durfte, wenn die schulischen Leistungen stimmten. Die Abstimmung zwischen Schule und Sportgemeinschaften funktionierte, zumindest in meinem Dunstkreis, gut. Leistungen in der Schule schlecht, kein Leistungssport, nachlassende Leistungen in der Schule bedeutete Aussetzen mit dem Training, damit man sich auf die Schule konzentrieren konnte und erst wieder Training, wenn die Noten wieder passten.

Das führte leider auch dazu, dass hochtalentierte Kinder/Jugendliche mit nicht so guten schulischen Leistungen schlechtere Chance hatten. Dafür konnte man fast immer die Sportler auch vor´s Mikrofon lassen und sie haben auch einen zusammenhängenden Satz herausgebracht.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#5

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 26.11.2010 10:57
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Werner da gebe ich Dir recht und das glaube ich auch das jedes halbe Jahr Blutproben und so waren,aber die Ergebnisse waren ja dann an der richtigen Stelle und da blieben sie auch.


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#6

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 26.11.2010 11:12
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Pit 59
Das war doch für die DDR-Funktionäre immer ein innerlicher Vorbeimarsch bei großen Sportlichen Veranstaltungen immer besser zu sein als das Kapitalistische Ausland und da wiederum stand die BRD an erster Stelle.Na klar wurde in der DDR auch gedopt.Man muss sich mal die Schwimmerinnen der DDR aus den 70/80er Jahren anschauen,so eine Rückenmuskulatur wäre für jeden ein Traum gewesen.
Was hat das alles noch mit fairem Sport zu tun.Bis zum heutigen Tag wird überall auf der Welt und mit Sicherheit in jeder Sportart gedopt.



Was ist so verwerflich dran, wenn sich jemand über den Sieg freut. Wenn Red Bull Ferrari die Show stiehlt, und sich die Vorstände dafür feiern lassen, gehen Dir da auch solche Gedanken durch den Kopf? Ich vermute, die verballern für so eine Party mehr Kohle, als die DDR im ganzen Jahr für Radsport ausgegeben haben dürfte, na und? Lass sie doch!

Also, wenn ich mir in meinem Umfeld so einige Frauen anschaue, die keine Schwimmerinnen sind, eigentlich überhaupt keinen Sport treiben, und die haben eine Rückenmuskulatur und einen V- Rücken - meine Herren. Das mit Doping in Verbindung zu bringen, ich weiß nicht.
Wenn auf diese Art und Weise heute jemand über den Wohlstand eines anderen reden würde, würde das sofort als Neiddiskussion abgebügelt werden.

Dass auch in der DDR mit Hormonen gearbeitet wurde, kann ich zwar nicht bestätigen, würde es mangels besserer Kenntnisse aber auch nicht bestreiten. Fakt ist, ich habe auch in der DDR Anabolika nicht zu kaufen bekommen.
Und zum Thema Doping in der DDR gab es wohl auch schon einige Gerichtsverfahren, also was soll´s.

Immer auffällig war, dass in den Medien der BRD seinerzeit die DEUTSCHEN der DDR höchstens in einem Nebensatz erwähnt wurden, wenn der Teilnehmer der BRD auf einem hinteren Platz gelandet war. Und das obwohl wir doch in der Politik immer zur Bundesrepublik gehört haben! Höchst unwillig wird in den Medien auch heute über den Sieg anderer geredet. Die ersten drei Plätze werden kaum erwähnt, sofern kein bundesdeutscher Sportler darunter ist - achte mal darauf.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#7

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 26.11.2010 11:25
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Pit 59
Werner da gebe ich Dir recht und das glaube ich auch das jedes halbe Jahr Blutproben und so waren,aber die Ergebnisse waren ja dann an der richtigen Stelle und da blieben sie auch.



Pit, nicht falsch verstehen, wir haben nichts bekommen, keine "Medikamente" oder so.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#8

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 18.04.2013 09:44
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Sport und Körperkultur standen in der sozialistischen Erziehung neben der geistigen Bildung an erster Stelle.Neben dem sogenannten Breitensport wurden fähige und talentierte Sportler und Sportlerinnen bis zur Perfektion trainiert. Sie waren weniger nur wegen ihrer herausragenden sportlichen Leistungen gefeiert, mehr als Aushängeschild für die sozialistische Erziehung und die Fähigkeiten des sozialistischen Staates der Arbeiter und Bauern.Sportler und Sportlerinnen stammten aus allen Schichten des Volkes.Bereits in der schulischen Erziehung und im Kindergartenalter wurde auf besondere Talente und Fähigkeiten geachtet. Bei Vorhandensein spezieller herausragender Qualitäten erfolgte eine Ausbildung und ein intensives Training in Sportzentren und an Hochschulen und Universitäten.

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http://www.on-dope.de/doping-in-der-ddr


Die Dopingproblematik der führenden Sportnationen der Welt ist nur eine Seite der Medaille, die Vorteile daraus kürzen sich möglicherweise sogar gegenseitig weg.
Was oft außer Acht gelassen wird, das sind die Trainerpersönlichkeiten und Technologien rund um die jeweiligen Sportarten.
Kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen sind die skandalösen Vorgänge um das Sporterbe der DDR im Zusammenhang mit weltweit anerkannten Hochschulen wie der DHfK Leipzig oder renommierten Trainern und ehemaligen Weltklasseathleten, die mit der gleichen Borniertheit und Rücksichtslosigkeit abgewickelt worden wie der eine oder andere eigentlich profitable Industriebetrieb der gekenterten Republik.http://www.mdr.de/mediathek/suche/mediat....html?q=Umschau
Eine "Umschau"- Sendung erinnert (ab min 21:30) an dieses Thema der Vergangenheitsbewältigung.
Als nunmehr Gesamtdeutscher stellt sich auch ganz nebenbei die Frage, ob man bei Titelkämpfen angesichts derartiger Ungerechtigkeiten überhaupt noch mit den deutschen Radsportlern, Ruderern oder Bobfahrern mitfiebern sollte oder besser den davongeekelten Trainern die Erfolge mit ausländischen Mannschaften mehr gönnen sollte.
Zwar stellt sich diese Frage für mich persönlich aus Zeitgründen kaum noch, die Sache ist es aber Wert, einmal ins Gedächtnis zurück gerufen zu werden.
Der Umgang mit unseren ehemaligen DDR- Eliten, die nachweislich auch im Einheitsdeutschland ihren Platz hätten finden können ist auch mit dem Abstand vieler Jahre sehr kritisch zu sehen.

(Bearbeitet...Link geändert, es geht um die Sendung "Umschau" vom 16.04.13)



Küchenbulle 79, chantre und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.04.2013 15:55 | nach oben springen

#9

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 18.04.2013 18:41
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit Sicherheit hatte der Sport in der DDR einen sehr hohen Stellenwert. Mit jedem Sieg wurde die DDR bekannter und die Sportler beim Interview mit ihrem Bekenntnis zu ihrem sozialistischen Staat große Werbeträger. Dem Sport ließ sich die DDR mit allem was dazu gehört wie Material, ausgefeilte Trainingsmethoden, ja auch durch Leistungssteigernde Mittel welche nicht immer erlaubt waren was kosten. Sportmedizin und leider auch dazugehörende Forschung noch mehr Leistung abzurufen hatte Weltniveau. . Im Sport war die DDR Weltmacht. Nun Doping war bestimmt
nicht nur in der DDR üblich.. Und heute? Leistungsdruck durch Sponsoren, Verträge ,Geld lässt Doping fast zur Normalität werden. Wer hat das beste Labor und die neuesten Mittel die noch nicht erkannt werden. So wird die Forschung weiter gehen ,die Gesundheit hat keine Priorität. Vieles erinnert mich an modernen Sklavenhandel wenn Sportler für viel, viel Geld verkauft werden ,pardon die Vereine wechseln. Heute strahlender Held und morgen ohne Siege fallengelassen und ein Niemand. Kein Verein kümmert sich danach noch um die Nebenwirkungen durch Doping.
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan ,der Mohr kann gehen. Und obwohl wir es wissen jubeln wir dem Sieger zu oft ahnend das kann so nicht möglich sein. Aber wir brauchen unsere Heros. Sauberer Sport wird immer weniger. Ich glaube nicht das gerade die Leistungexplosion in China darauf zurückzuführen ist das es am Verzehr vom Reis liegt. Den olympischen Gedanken gibt es schon lange nicht mehr ,welche Chance hat ein Amateur neben dem Profi? Ohne Pille bestimmt noch weniger. Die Lügen kotzen mich an wenn einer sagt ,freue mich hier zu sein, es war schon immer mein Wunsch., wo jedem klar ist es ging um Millionen. Den gleichen Spruch hat er auch beim nächstem Wechsel noch eine Million mehr Handgeld nebenbei und weitere Millionen Einnahmen. Nur eben musst Du mit spätestens 35 ausgesorgt haben. Es ist oft ein Teufelskreis mit dem Druck vorn sein zu müssen.. ,Ohne Doping kaum möglich.


Hackel39 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 21.04.2013 13:59
von Bugsy | 454 Beiträge

Tja, das doping in der DDR und so. Es kommt mir vor, als wäre die DDR das einzige Land was Doping einsetzte. Nicht erwähnt wird, dass der gute Schäuble bereits in den frühen 70zigern, die BRD-Forscher aufforderte, bessere Mittel zu entwicklen, damit die Bundesportler auf Weltniveau mithalten konnten. Dennoch wurde seit 1964 nur eine einzige DDR Sportlerin des Dopings überführt - gegen über mehr als 600 aus den USA und jeweils über 300 aus England und Frankreich.

Außerdem waren die DDR Trainer spitzenmäßig. Für die Olympischen Spiele 1994 hat die Radmannschaft aus Australien im Sportzentrum am Priorgraben in Cottbus das Training absolviert, unter ihren DDR Trainer (dessen Namen mir entfleucht ist). Da ich auch seinerzeit im selben Sportzentrum unterrichtete, hatte ich viel Gelegenheit, mich mit den Jungs zu unterhalten, und sie waren vom Trainer total begeistert!

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#11

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 21.04.2013 16:12
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Hallo Bugsy,

zur Sicherheit ergänze ich das mal mit einer Quelle und ein paar Aussagen von Schäuble dazu: Handelsblatt 16.09.2010

Schäuble damals (28.09.1977):
"Wir wollen diese Mittel nur sehr eingeschränkt und nur unter der absolut verantwortlichen Kontrolle der Sportmediziner ... einsetzen."

Schäuble heute:
"Gut, dass alles aufgeschrieben wird. Ich würde das nie mehr so sagen. Aber man darf nach 30 Jahren auch ein bisschen klüger sein. Man sollte niemanden an Sprüchen messen, die er vor 30 Jahren getan hat; das fällt auf den zurück, der es tut." (sic!)

und:
"Außerdem wissen wir, dass es im Westen auch großen Mist gab. Als jemand, der in Freiburg studiert hat, muss ich sagen: Dass ausgerechnet die Sportmedizin der Uni Freiburg sich in einem solchen Maße hat verstricken lassen, ist schmerzlich."

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Bugsy hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.04.2013 16:14 | nach oben springen

#12

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 21.04.2013 16:42
von Polter (gelöscht)
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@ Rainman2

Toller Spruch von Schäuble ! Der ist so toll - den wiederhole ich mal durch Zitat, damit er hängenbleibt:

Schäuble heute:
"Gut, dass alles aufgeschrieben wird. Ich würde das nie mehr so sagen. Aber man darf nach 30 Jahren auch ein bisschen klüger sein. Man sollte niemanden an Sprüchen messen, die er vor 30 Jahren getan hat; das fällt auf den zurück, der es tut." (sic!)

Der Spruch könnte auch themenübergreifend angewendet werden. Ich denke vor allem an den Hoffmann, Mielke, Ulbricht und Honecker.


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#13

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 22.04.2013 14:32
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #11
Hallo Bugsy,

zur Sicherheit ergänze ich das mal mit einer Quelle und ein paar Aussagen von Schäuble dazu: Handelsblatt 16.09.2010

Schäuble damals (28.09.1977):
"Wir wollen diese Mittel nur sehr eingeschränkt und nur unter der absolut verantwortlichen Kontrolle der Sportmediziner ... einsetzen."

Schäuble heute:
"Gut, dass alles aufgeschrieben wird. Ich würde das nie mehr so sagen. Aber man darf nach 30 Jahren auch ein bisschen klüger sein. Man sollte niemanden an Sprüchen messen, die er vor 30 Jahren getan hat; das fällt auf den zurück, der es tut." (sic!)

und:
"Außerdem wissen wir, dass es im Westen auch großen Mist gab. Als jemand, der in Freiburg studiert hat, muss ich sagen: Dass ausgerechnet die Sportmedizin der Uni Freiburg sich in einem solchen Maße hat verstricken lassen, ist schmerzlich."

ciao Rainman

Merci vielmals für die notwendige Ergänzung, Rainman. Ich meine mich aber erinnern zu können, dass der Schäuble noch einige Jahre früher ähnlichen Blödsinn gelabert hat. Es war jedenfalls kurz nach den Olympischen Spielen in München 1972, bei denen die BRD nicht sonderlich gut abschnitt. Mir ist erinnerlich, dass ich darob bei mir gedacht habe: Ja, hat er die noch alle?

Das eigentliche Problem mit dem Doping im Sport wurde ca. 1995 aufgezeigt, als an die 7 000 SpitzensportlerInnen aus aller Welt gefragt wurden, ob sie Mittel einnehmen würden, die 10 Jahre land zu Spitzenleistungen führen würden, aber danach zum sicheren Tod. Über 80 Prozent der Befragten meinten, dass sie das dennoch machen würden. Das ist so meine ich schon bedenklich, oder?

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#14

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 22.04.2013 18:06
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
was solllte der Quatsch mit dem Hochleistungssport. Lohnte der Aufwand für die wenigen Spitzenleute .an Personal und
Sachleistungen ideologisch? Stieg adruch die Loyalität zu Staat so entscheidend?

Oder wären ( Beispiel ) für die Dorfturnhalle Materialzuteilungen für bessere Fenster und Dachneueindeckung effektiver gewesen.

Statt Leistungstrainer für Rekordproduktion zu beschäftigen Personal für Amateurtrainerausbildungen bereitstellen!

Nicht einem "Genie" 500/1000 s auf 1500m abtrainieren sondern 500 Jugendlichen den Spaß am freiwilligen Waldlauf vermitteln.

Theorie, Spitzenleistungen schrecken ab, das was heute ( damals ) als "normal" gilt ist für Noirmalbürger unerreichbar, wozu
dann Sport überhaupt treiben!



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#15

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 22.04.2013 18:27
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #14
Hallo,
was solllte der Quatsch mit dem Hochleistungssport. Lohnte der Aufwand für die wenigen Spitzenleute .an Personal und
Sachleistungen ideologisch? Stieg adruch die Loyalität zu Staat so entscheidend?

Oder wären ( Beispiel ) für die Dorfturnhalle Materialzuteilungen für bessere Fenster und Dachneueindeckung effektiver gewesen.

Statt Leistungstrainer für Rekordproduktion zu beschäftigen Personal für Amateurtrainerausbildungen bereitstellen!

Nicht einem "Genie" 500/1000 s auf 1500m abtrainieren sondern 500 Jugendlichen den Spaß am freiwilligen Waldlauf vermitteln.

Theorie, Spitzenleistungen schrecken ab, das was heute ( damals ) als "normal" gilt ist für Noirmalbürger unerreichbar, wozu
dann Sport überhaupt treiben!




Ja - was soll der Hochleistungssport?! Die Frage ist sicher berechtigt - wie antwortet eigentlich einer der sich Privat mit Anabolika dröhnt und in die Muckibude rennt?
Ist sicher seine private Angelegenheit - wenn ein Hochleistungssportler das Zeug wissentlich nimmt, ist es auf einmal keine private Angelegenheit mehr. Ganz schön verlogene Logik.


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#16

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 22.04.2013 21:18
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #14
Hallo,
was solllte der Quatsch mit dem Hochleistungssport. Lohnte der Aufwand für die wenigen Spitzenleute .an Personal und
Sachleistungen ideologisch? Stieg adruch die Loyalität zu Staat so entscheidend?

Oder wären ( Beispiel ) für die Dorfturnhalle Materialzuteilungen für bessere Fenster und Dachneueindeckung effektiver gewesen.

Statt Leistungstrainer für Rekordproduktion zu beschäftigen Personal für Amateurtrainerausbildungen bereitstellen!

Nicht einem "Genie" 500/1000 s auf 1500m abtrainieren sondern 500 Jugendlichen den Spaß am freiwilligen Waldlauf vermitteln.

Theorie, Spitzenleistungen schrecken ab, das was heute ( damals ) als "normal" gilt ist für Noirmalbürger unerreichbar, wozu
dann Sport überhaupt treiben!



Mag ja richtig sein, was Du schreibst aber damals haben wir wahrscheinlich nicht so gedacht, zu imponierend war das Abschneiden unserer Athleten bei internationalen Wettkämpfen.
Ich kannte mal als Lehrling den Vater eines berühmten Halleschen Mittelstreckenläufers, er war mein Sportlehrer auf der Betriebsberufsschule.
Der sprach öfters mal davon, daß es enorme Privilegien bei der Behandlung von Sportverletzungen gab, die das Volk wohl auch gerne hätte.
Die Rekordleistungen waren aber für einige von uns der Leuchtturm schlechthin, so z.B. hatte ich einst nur so für mich einmal ermittelt, bei welcher Disziplin ich prozentual dem DDR- Rekord am nächsten kommen würde, wobei ich mit meinen 9:06 über 3000 m, einer selten gelaufenen Strecke im Jahre 1910 deutscher Rekordhalter gewesen wäre.
http://www.leichtathletik.de/dokumente/e...wicklung_dr.pdf
Leider bin ich 74 Jahre zu spät an den Start gegangen, aber schließlich war ich ja Bahnlehrling und war schon frühzeitig mit Verspätungen vertraut.



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#17

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 15.07.2013 23:02
von Bugsy | 454 Beiträge

Nun sind Tyson Gay und Asafa Powell under Verdacht, dedopt zu haben:
http://www.tagesspiegel.de/sport/gedopte...er/8500934.html

Beide haben vorläufig alle Wettbewerbe abgesagt.

Und vor gar nicht so lange Zeit gab es den Debakel mit dem Ami Velofahrer Armstrong. Ich weiß auch nicht. Ich habe mir immer gedacht, dass nach der Mondlandung wäre er besser dran gewesen, einfach mit seiner Trompete weiter zu machen. Aber was soll es.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#18

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 16.07.2013 09:35
von turtle | 6.961 Beiträge

Aufputschende Mittel ,Drogen, ist das nicht auch Doping ? Etwas für die Nase, etwas zum Träumen ,etwas zur Steigerung der Potenz,
eine Pille dafür eine Pille hierfür ! Wer kam nicht schon einmal in die Versuchung ? Ich ja ,in meiner Seefahrtzeit Preludin und Captagon .
Auch mal einen Joint in den wilden 70ern. Ich habe mir nur selber geschadet und keinen Vorteil gegenüber Anderen verschafft ,was auch Betrug an den Zuschauern ist. Aber immerhin gab ich der Versuchung nach. Unter ständigen Druck zu stehen Höchstleistungen erbringen zu müssen, ist doch für viele Spitzensportler ein Teufelskreis. Mir fällt es schwer sie zu verdammen wenn sie und manchmal sogar dazu aufgefordert werden sich einen unerlaubten Vorteil zu verschaffen. Doping zu begehen. Im Grunde schaden sie sich und ihren Körper. Stellt sich mir noch die Frage können bestehende Super Rekorde überhaupt noch ohne Doping gesteigert werden ? Immer höher, schneller, weiter kann ein Fluch sein.


zuletzt bearbeitet 16.07.2013 09:37 | nach oben springen

#19

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 16.07.2013 10:04
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

In diesen Tagen, wo die Tour De France wieder rollt, muss ich immer an ein anderes großes Radrennereignis denken - die Friedensfahrt. Ich weiß nicht, wie es bei euch in der Schule war, aber wir mussten immer ein Friedensfahrt - Tagebuch anfertigen. was haben wir da für Arbeit reingesteckt - geschrieben, gemalt, ausgeschnitten, geklebt - und dabei auch viel gelesen. Einmal habe ich das ND meines Vaters zerschnippelt, bevor er es überhaupt durchblättern konnte

Ich weiß noch wie heute, als irgendwann bei der Durchschnittsgeschwindigkeit einer Etappe die Schallmauer von 40 km/h durchbrochen wurde. Man war das ein Ereignis. Hat man die Radrennfahrer bewundert.

Wenn ich heute von 54 km/h höre, dann ist der erste Gedanke - gut gedopt. Dann erkennt man vielleicht noch an, dass das Material und die Ausrüstung schon eine mächtige Entwicklung seit dem gemacht hat. Und der Mensch, der diese Leistung erreicht hat ist in den Augen vieler nur noch eine Maschine.

Aber genauso eine Entwicklung hat die Pharmaforschung gemacht. Denn die Sportler, insbesondere die Radrennfahrer werden nicht im stillen Kämmerlein heimlich probiert haben, in welcher Kombintion von Wirkstoffen sie die besten Ergebnisse erreichen. Und da fängt meine Wut an. Da wird geforscht, da ist Geld da. Wenn es aber um Wirkstoffe zur Behandlung seltener Krankheiten geht, da zucken die Herren und Damen der Pharmaindustrie mit den Schultern - rechnet sich nicht.

LG von der grenzgaengerin


Damals87 und turtle haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.07.2013 10:07 | nach oben springen

#20

RE: Staatliches Doping in der DDR

in Leben in der DDR 16.07.2013 13:46
von Fritze (gelöscht)
avatar

Als Anhänger der "Tour de France " bedanke ich mich erstmal für Deinen Beitrag !
Auch ich habe in der Unterstufe dieses Heft über die Friedensfahrt geführt . Damals wusste noch niemand von uns Kindern was Doping oder Drogen sind.Aber wir waren stolz auf die Erfolge der DDR -Fahrer.

Das Thema lautet ja "Staatliches Doping in der DDR ". Damals war es den DDR Obrigen ein Mittel zum Zweck des Bekanntwerdens und der Anerkennung der DDR in der Welt ,auch Klassenkampf.
Nun haben die letzten Jahre gezeigt ,die DDR gibt es nicht mehr ,aber der Dopingsumpf ist noch grösser geworden.
Ich hatte es in einem anderen Thema schon geschrieben ,daß für materielle Werte noch mehr gekämpft und getrickst wird ,als für idelle Werte .

Hoffnetlich geht die diesjährige Tour ohne Zwischenfälle ab . Damals hätten wir gesagt "ohne Vorkommnisse .
So und nun mach ich im Büro den Fernseher an ,denn um 1400 gehts auf Eurosport weiter !


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