#41

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 17:54
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Grete85
Hallo zusammen,
ich wollte nochmal was zu den Interzonenzügen was los werden.Als ich in Berlin als Zugführer bei der Reichsbahn gearbeitet habe,durfte ich in Bln-Rummelsburg auch diese Züge vorbereiten.Das heißt Wagenliste und Bremszettel erstellen.Während ich den Zug nach Bhf.Zoologischer Garten "aufgeschrieben"hab, war die Trapo vor Ort(mit Wau-wau)und hat Lok(Baureihe 132)und Wagenzug abgesucht.Der Lokführer mußte von der Lok runter und alle Klappen außerhalb öffnen und beiseite treten.Nach dem alles inspiziert war, konnte er alles wieder verschließen.Als ich meine Unterlagen dem Lokführer übergeben hab,kamen ein 6-7 Mann Trupp von der Trapo und sind in den Zug gestiegen. Der Lokführer sagte mir, das die jetzt die Türen von innen mit Ketten sichern.Der Trupp wird dann in Friedrichstraße abgelöst und zwischen Friedrichstraße und Zoo wurden die Ketten wieder entfernt.Was fürn Aufwand.

Gruß Grete



Hallo Grete,
unser User FSK hat ja schon fast ein Drehbuch geschrieben, was so auf dem Bahnhof Friedrichstr. ablief, ich selbst hab mir das auf diesem Bahnhof auch nur einmal angetan, einfach nur aus dem Grund einen Sitzplatz zu ergattern. Nun muß ich von Dir lesen die Türen waren mit Ketten gesichert, na wie bin ich dann Friedrichstr. eingestiegen ? Nun meine nächste Frage wer hat die Ketten bis Bahnhof Zoo entfernt ?
Etwa Du ?, oder die Trapo ?, sind die dann bis Zoo mitgefahren ? Wäre eine Möglichkeit, denn schon 1962 ist eine halbe Ostberliner-Oberschulklasse kurz hinter dem Bahnhof Friedrichstr. auf den Zug aufgesprungen und bis Zoo kostenlos in den Westen mitgefahren. Gab es auch schon als Film,
Gruß von einem älteren Berliner


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#42

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 18:04
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von dein1945
Wäre eine Möglichkeit, denn schon 1962 ist eine halbe Ostberliner-Oberschulklasse kurz hinter dem Bahnhof Friedrichstr. auf den Zug aufgesprungen und bis Zoo kostenlos in den Westen mitgefahren. Gab es auch schon als Film,
Gruß von einem älteren Berliner


Hallo Dein,

das müssen aber kleine Schulklassen gewesen sein damals.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#43

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 18:18
von Grete85 | 840 Beiträge


Gruß Grete[/quote]

Hallo Grete,
unser User FSK hat ja schon fast ein Drehbuch geschrieben, was so auf dem Bahnhof Friedrichstr. ablief, ich selbst hab mir das auf diesem Bahnhof auch nur einmal angetan, einfach nur aus dem Grund einen Sitzplatz zu ergattern. Nun muß ich von Dir lesen die Türen waren mit Ketten gesichert, na wie bin ich dann Friedrichstr. eingestiegen ? Nun meine nächste Frage wer hat die Ketten bis Bahnhof Zoo entfernt ?
Etwa Du ?, oder die Trapo ?, sind die dann bis Zoo mitgefahren ? Wäre eine Möglichkeit, denn schon 1962 ist eine halbe Ostberliner-Oberschulklasse kurz hinter dem Bahnhof Friedrichstr. auf den Zug aufgesprungen und bis Zoo kostenlos in den Westen mitgefahren. Gab es auch schon als Film,
Gruß von einem älteren Berliner[/quote]
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Hallo dein 1945,

nein, ich bin nicht mitgefahren.(ich war nicht bestätigt!)Da war dann die Reichsbahn außenvor.Ich hab ihn nur betrieblich vorbereitet.Der Zug ist als Leerreisezug bis Bhf.Zoo gefahren, nur mit Trapo an Bord und hat erst im Bhf.Zoo ein gesetzt.Ich kann nur das 1988-89 berichten.Wie das vorher abgegangen ist entzieht sich meiner Kenntnis.Es gab auch Züge,die Bhf.Zoo angefangen haben und als Kurswagen nach Bln-Lichtenberg wieder zurück kammen. Um dann nach Kopenhagen über Warnemünde zufahren.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
zuletzt bearbeitet 04.10.2009 18:19 | nach oben springen

#44

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 18:25
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Grete85

Hallo dein 1945,

nein, ich bin nicht mitgefahren.(ich war nicht bestätigt!)Da war dann die Reichsbahn außenvor.Ich hab ihn nur betrieblich vorbereitet.Der Zug ist als Leerreisezug bis Bhf.Zoo gefahren, nur mit Trapo an Bord und hat erst im Bhf.Zoo ein gesetzt.Ich kann nur das 1988-89 berichten.Wie das vorher abgegangen ist entzieht sich meiner Kenntnis.Es gab auch Züge,die Bhf.Zoo angefangen haben und als Kurswagen nach Bln-Lichtenberg wieder zurück kammen. Um dann nach Kopenhagen über Warnemünde zufahren.

Gruß Grete


Hallo Grete,

das macht Sinn. Wenn ich mich richtig erinnere kam der Zug nach Frankfurt/Main im Mai 1988 leer am Bahnfof Zoo an. In diesem Leerzug die Türen mit Ketten zu sichern macht dann wiederum Sinn. Die Trapo hat sich dann wahrscheinlich im Zug/Lok bis nach Griebbitzsee versteckt und ist dort ausgestiegen. Ich werde das mal genauer recherchieren. Die Hinfahrt am 2. Mai 1988 konnte mir ein Insider bis ins Detail auftröseln.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#45

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 18:31
von Grete85 | 840 Beiträge

Hallo Stefan,
vorallem, weil die (Ost)Trapo in Friedrichstraße abgestiegen und die(West)Trapo auf.Die hatten ja Reichsbahn Uniform mit dem Aufnäher"Transportpolizei" oder so ähnlich an.Deshalb waren die auch so schwer zu unterscheiden.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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#46

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 18:42
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Grete85
Hallo Stefan,
vorallem, weil die (Ost)Trapo in Friedrichstraße abgestiegen und die(West)Trapo auf.Die hatten ja Reichsbahn Uniform mit dem Aufnäher"Transportpolizei" oder so ähnlich an.Deshalb waren die auch so schwer zu unterscheiden.

Gruß Grete


Hallo Grete,

diese Abläufe hatte ich schon wieder verdrängt.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 16.06.2010 21:57 | nach oben springen

#47

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 19:02
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Ari@D187

Zitat von dein1945
Wäre eine Möglichkeit, denn schon 1962 ist eine halbe Ostberliner-Oberschulklasse kurz hinter dem Bahnhof Friedrichstr. auf den Zug aufgesprungen und bis Zoo kostenlos in den Westen mitgefahren. Gab es auch schon als Film,
Gruß von einem älteren Berliner


Hallo Dein,
das müssen aber kleine Schulklassen gewesen sein damals.
Gruß
Stefan




Hier die Fluchtgeschichte, auf die sich dein1945 bezog:


Friedrichstraße: Flucht über den Bahndamm
Mittwoch, 12. August 2009 04:00 - Von Elke Bitterhof

Schon wieder fehlt ein Gymnasiast beim Fahnenappell. Bereits der achte. Unruhe macht sich breit an der Max-Planck-Schule in Ost-Berlin im Januar 1964. Mit Wolfgang hat es angefangen, dann verschwindet fast die halbe Klasse, Tag für Tag fehlt einer mehr. Niemand redet darüber, was mit den Schülern passiert ist. Jedenfalls nicht mit Fremden.

Karl-Heinz Richter, Kalle, weiß Bescheid. Er hatte eine Postkarte von seinem besten Freund Wolfgang bekommen. Abgestempelt in West-Berlin. Dann folgt ein Brief mit dem Fluchtplan - eine genaue Zeichnung, wie man über einen Hof in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße den hohen Bahndamm erklimmen kann, um sich dann in der Brückenkonstruktion zu verstecken. Von dort gelangt man auf die Gleise, um auf den Moskau-Paris-Express aufzuspringen, wenn er in Richtung Bahnhof Zoo anfährt.

Kalle beobachtet im Winter 1964 nächtelang durch die offene Dachluke die Fluchtstelle, um zu prüfen, ob die Stasi schon Wind von der Sache bekommen hat. Er prägt sich alle Einzelheiten ein. Bald kennt er die genauen Zeiten der Grenzpatrouillen, weiß, wo sie entlang gehen und welches die beste Stelle ist, um nicht entdeckt zu werden. Als er das alles beobachtet hat, flüchtet er nicht selber, sondern verhilft zunächst seinen Freunden zur Flucht.
Kalle bleibt auf den Gleisen liegen

Am 30. Januar 1964 entscheidet er sich, selbst in den Westen zu gehen, zusammen mit seinem Freund Frank. Vorher weiht er noch Holger ein. Kalle erklärt ihm den genauen Weg und sagt, dass er es morgen versuchen solle. Bevor er los geht, lässt Kalle einen Brief für seine Eltern bei einer Freundin mit der Bitte, ihn nach 20.30 Uhr abzugeben. "Meine lieben Eltern, wenn Ihr diesen Brief lesen werdet, bin ich schon in Westberlin. Macht Euch keine Sorgen, denn die Stelle, wo ich rüber gehe, ist ziemlich sicher."

Er beginnt, die Strecke zu erklettern, die er anderen schon so oft erklärt hat. Es stürmt und regnet an diesem Abend. Pünktlich ziehen sich Kalle und Frank die Mauer hoch, laufen zum Unterbau der Brücke, hangeln sich dann in der Stahlkonstruktion bis zu einer Nische unterhalb der Bahngleise. 20.57 Uhr fährt der Zug vom Bahnhof Friedrichstraße. Ab dann bleiben nur wenige Minuten, bis er über die Brücke hinweg rauscht.

Plötzlich stockt beiden der Atem, zwei Grenzsoldaten nähern sich. Sie suchen Schutz unter der Brücke, um sich eine Zigarette anzuzünden. Ein Blick nach oben, und sie würden die beiden jungen Männer direkt über sich sehen. Im selben Moment kommt die Durchsage vom Bahnhof, dass der Zug abfährt. Sie hören das Näherkommen der Lok.

Kein Wort, keine Bewegung, kein Laut. Die Soldaten sind immer noch unter ihnen und haben einen Wachhund bei sich. Kalle und Frank hören, wie die Lok über die Brücke fährt. Waggon für Waggon rattert vorbei. Endlich gehen die Grenzer weg. Frank und Kalle klettern sofort weiter. Sie ziehen sich an einem Starkstromkabel hoch, überwinden das Absperrgitter und stehen nun auf den Bahngleisen. Durch die verlorenen Minuten ist der Zug schon sehr schnell und fast vorbei, und ihnen bleibt nur der Versuch, das letzte Trittbrett zu erreichen. Frank gelingt es, rauf zu springen und Kalle die rechte Hand hinzustrecken. Der greift mit der linken zu, inzwischen fährt der Zug jedoch so schnell, dass er auf dem Schotter nicht mehr mithalten kann. Vergeblich versucht er, mit der rechten an den Haltegriff zu kommen, aber er schafft es nicht. Nur an einer Hand von Frank gehalten, wird er mitgeschleift, bis er ruft: "Franky, lass los, ich schaffe es nicht!" Der will nicht loslassen, aber Kalle löst seinen Griff, überschlägt sich einige Male und bleibt liegen.

Als er auf den Gleisen liegt, überlegt er: Soll ich liegen bleiben, zurückrobben oder aufrecht rennen? Er entscheidet sich für das Letzte, mit dem Wissen, dass er im freien Schussfeld der Grenzer läuft. Ungefähr 150 Meter sind es bis zu der Stelle, wo sie hoch geklettert sind. Wenn sie dich sehen, schießen sie, sind seine Gedanken, während er die Strecke zurückjagt. Endlich ist er an der Brücke. Mit einem Satz springt er über das Geländer runter auf die Straße. Sieben Meter tief!

Er bricht sich beide Füße, das rechte Handgelenk, mehrere Rippen, hat etliche Prellungen, blutet stark an Kopf und Körper. Kurzzeitig verliert er das Bewusstsein. Trotz dieser Verletzungen schleppt er sich nach Hause. In den Armen der Eltern bricht er zusammen.

Am nächsten Morgen bringen sie Kalle ins Krankenhaus. Den Ärzten sagen sie, ihr Sohn sei die Bodentreppe runter gefallen - die hatten sie vorher präpariert. Die Eltern bestehen darauf, ihn wieder mit nach Hause zu nehmen. Niemand erfährt, was Kalle passiert ist.

Für den nächsten Abend ist Holgers Flucht geplant. Er ahnt nicht, was am Tag zuvor auf den Gleisen geschehen ist. Als er am 13. August 1961 hörte, was passiert war, rannte er zur Brunnenstraße und sah, wie die Vopos die Stacheldrahtrollen über die Straßen zogen. Im selben Jahr wird Holger zur Max-Planck -Schule delegiert. Gleich an seinem ersten Tag wird er wieder nach Hause geschickt, weil er mit Jeans zum Fahnenappell angetreten ist. Überhaupt sei er zu westlich geprägt. Er wird später von der Schule verwiesen, erhält aber keine Schul-Entlassungspapiere, und ohne die bekommt er keine Lehrstelle.

Die Entscheidung, in den Westen zu flüchten, ist gefallen. Holger bereitet sich auf seine Art vor. Er geht an seinen Kleiderschrank. "Ich wollte ja im Westen schick ankommen", erzählt er. "Also zog ich meine besten Klamotten an und meine total spitzen Schuhe. Mit denen konnte ich schon auf der Straße kaum laufen, geschweige denn klettern und rennen." Dennoch schafft er an diesem Abend, das Bahnviadukt zu erreichen. Als der Moment kommt, in dem er neben dem Zug her rennen muss, um aufzuspringen, sind seine Gedanken schon am Bahnhof Zoo: "Ich hatte eigentlich nur Angst, mein Gott, wie wirst du dreckig sein, wenn du hier hinfällst. Meine spitzen Schuhe waren total hinderlich. Aber irgendwie hab ich doch geschafft, auf den Zug zu springen." Perfekt war Holgers Schick allerdings nicht: Einen Schuh hatte er beim Aufspringen verloren.

Im Osten muss Kalle im Bett bleiben. Seine Verletzungen machen ihm schwer zu schaffen. Eine Woche ist seit seinem Fluchtversuch vergangen, als es klingelt und acht Stasi-Leute in seine Wohnung stürmen. Die Staatssicherheit hatte einen Brief von Wolfgang abgefangen. Sechs Monate bleibt Kalle in Haft.

Zu dieser Zeit ist Klaus-Dieter Richter erst acht Jahre alt. Sein Vater sitzt im Gefängnis wegen versuchter Republikflucht. 98 Tage Einzelhaft. Er hatte versucht, mit einem gepanzerten Wagen unter der Schranke am Checkpoint Charlie durchzufahren. Als er raus kommt, gibt er den Fluchtgedanken nicht auf, mehrere Versuche misslingen
Tränen in West-Berlin

Die Jahre gehen ins Land. Klaus-Dieter schließt die Schule ab und absolviert eine Kochlehre. Eine Flucht scheint weit entfernt, bis die Eltern zu Freunden nach Kleinmachnow eingeladen sind. Dort ist auch der Vertreter einer Botschaft zu Gast. Er bietet eine Schleusung nach West-Berlin im Kofferraum an - für 120 000 D-Mark. Zwei Fuhren werden vereinbart: am 16. September 1976 um 7 Uhr der Vater mit Frau, um 7.30 Uhr der Sohn mit Freundin. Treffpunkt Gethsemanekirche. Sohn und Freundin steigen in den Diplomatenwagen, auf der Fahrt rücken die beiden unter die Sitze, damit sie bei der Einfahrt in die Botschaft von Zaire nicht von den Polizisten gesehen werden. Rein in die Garage, umsteigen in den Kofferraum, raus aus der Botschaft, Richtung West-Berlin. Klaus-Dieter Richter erinnert sich an die Minuten im Kofferraum: "Es war beängstigend: Was ist, wenn die Klappe aufgeht und Vopos vor Dir stehen?" Als der Kofferraum endlich geöffnet wird, schaut Klaus-Dieter Richter auf die Autos. Alle haben West-Nummern...

Die Eltern sind schon da. Später steigen alle in einen Bus und sagen dem Schaffner, dass sie zum Bahnhof Zoo wollen, aber kein Geld haben. Kein Westgeld. "Wir kommen aus der DDR und sind gerade geflüchtet." Die Leute im Bus können es nicht glauben. Da zeigen die Richters ihre Personalausweise. Alle freuen sich, einige fangen an zu weinen. Und der Busfahrer sagt: "Na, dann fahr ich euch mal."

Karl-Heinz Richter stellt später einen Ausreiseantrag. Am 13. August 1975, 14 Jahre nach dem Mauerbau, darf er nach West-Berlin.


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#48

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 19:10
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, Augenzeuge,

bist Du sicher, dass das die Fluchtgeschichte ist, auf die sich Dein1945 bezogen hat? Immerhin sprach er von einer halben Schulklasse und 1962 - der von Dir zitierte Text spricht von 2 Personen und 1964. Irgendwie passt das nicht zusammen.

Gruss

icke



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#49

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 19:10
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

..............es gab aber relativ wenig Fluchtversuche über den Bahnhof Friedrichstraße. Ein Fall - welcher auch für Aufsehen regte, ereignete sich 1987 als eine männliche Person die Triebfahrzeugführerin einer S-Bahn am Bahnsteig C (Ostseite) mit einem Kleinkalibergewehr bedrohte und diese aufforderte über die im Gleis aufgestellte Sh2 Scheibe in Richtung Westen zu fahren. Dabei hat Er aber übersehen, dass das S-Bahngleis hinter dem Stellerk FRIW (noch DDR) zu Ende ist. Sprich ein Stumpfgleis.
Erschwerend für Fluchtversuche war, dass die Grenze erst ca 2500 Meter in Richtung Westen war. Nachdem es zu Fluchtversuchen gekommen ist, wurde die Gleisanlage zwischen Friedrichstraße und Humbolthhafen mit überhohen Sichtblenden, Lichttrassen und Postentürmen ausgestattet. Die DB Reisezugwagen verfügten auch über Türblockierungsvorrichtungen. Diese funktionierten ab einer bestimmten Geschwindigkeit. Allerdings war diese Blockierung von Innen mittels Vierkant abschaltbar. Diese Türen wurden dann zwischen Rummelsburg über BOSB ( damals Hauptbahnhof) und BFRI Bstg A gesichert.
Noch etwas zum Betriebsablauf der S-Bahn. Nach der Übernahme der bis dahin der DR gehörigen S-Bahn durch die BVG (BerlinerVerkehrsGesellschaft)im Jahr 1984 wurden die S-Bahnzüge von BVG Mitarbeitern nur bis Lehrterstadtbahnhof gefahren, dann übernahm ein DR Mitarbeiter diesen Zug und "überführte" diesen bis BFRI Bstg. B (Westseite). Zurück das gleiche Prozedere.
In Westberlin gab es keine Transportpolizei im eigendlichen Sinne. Es gab offiziell die Bahnpolizei. Diese war nur zuständig für die Bahnanlagen der Deutschen Reichsbahn. Bewaffnung wurde keine getragen. Die Uniformierung war Dienstkleidung der DR welche zusätzlich mit einem Ärmelabzeichen BAHNPOLIZEI sowie dem Flügelrad versehen war. Inoffiziell unterstanden diese Kräfte (Westberliner )nicht der HV der Deutschen Reichsbahn, sondern dem Transportpolizeiamt IV in Ostberlin am Nordbahnhof.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#50

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 19:28
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von icke46
Hallo, Augenzeuge,
bist Du sicher, dass das die Fluchtgeschichte ist, auf die sich Dein1945 bezogen hat? Immerhin sprach er von einer halben Schulklasse und 1962 - der von Dir zitierte Text spricht von 2 Personen und 1964. Irgendwie passt das nicht zusammen.
Gruss
icke



Lieber icke, lies bitte nochmal den ersten Absatz meines Textes!! Auf diese Weise sind nicht nur 2 geflüchtet, es waren mindestens 8 oder 9, die einen identischen Fluchtweg mit der Bahn hatten.

Gruß, Augenzeuge


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#51

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 04.10.2009 19:35
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, Augenzeuge,

Du hast natürlich recht, wenn man die Einzelfluchten zusammennimmt - nur klang mir der ursprüngliche Text so, als wenn seinerzeit eine Massenflucht stattgefunden hätte - gabs ja in der Anfangszeit der Grenze gelegentlich.

Bleibt nur die Diskrepanz mit dem Jahr. Vielleicht kann ja Dein1945 nochmal genaueres dazu sagen, was er konkret meinte - es würde mich schon interessieren.

Gruss

icke



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#52

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 05.10.2009 11:31
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von icke46
Hallo, Augenzeuge,

Du hast natürlich recht, wenn man die Einzelfluchten zusammennimmt - nur klang mir der ursprüngliche Text so, als wenn seinerzeit eine Massenflucht stattgefunden hätte - gabs ja in der Anfangszeit der Grenze gelegentlich.

Bleibt nur die Diskrepanz mit dem Jahr. Vielleicht kann ja Dein1945 nochmal genaueres dazu sagen, was er konkret meinte - es würde mich schon interessieren.

Gruss

icke



Hallo icke, dank an augenzeuge, genau diesen Fall hatte ich gemeint, hab mich nur im Jahr vertan, ist ja immerhin 45 Jahre her, da kann man es schon mal vergessen, wie gesagt es wurde auch verfilmt. Kann leider nirgendwo finden wann und wo !
Gruß aus Berlin


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#53

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 05.10.2009 12:04
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Auf der ersten Seite dieses Themas habe ich über die Prozeduren geschrieben, die auf dem "Westteil" des Bahnhofs Friedrichstrasse bei der Abfahrt der Transitzüge gepflegt wurden. Ich hab jetzt eine interessante Adresse entdeckt. Die kleinen Fotos am Rand kann man durch anklicken vergrößern!

Quelle:
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...r/Detail/id/488

Erklärung der Fotos von oben nach unten:

1)Der Tränenpalast als Grenzübergang (Übergang in den Westteil des Bahnhofs Friedrichstrasse). So konnte es durchaus an einem Wochentag Vormittags aussehen, wenn Massen von DDR-Rentnern aus der ganzen Republik erschienen, um an einem Tag folgenden Hindernislauf zu absolvieren:

-Auszureisen, und nach West-Berlin, um sich in einem westberl. Rathaus die 100DM zu holen

-oft gleich wieder zum Bhf.Zoo fahren, um beim dortigen ALDI oder in den Kaufhäusern die Besorgunegn zu erledigen

-gleich wieder zurück und durch den Bhf. Friedrichstrasse, wo auf der DDR-Seite oft Kinder oder Angehörige der Rentner warteten, um "Oma" (und ihre Trophäen!) in Empfang zu nehmen..

2)Ein Foto aus dem Labyrinth des westl. Teils des Bahnhofs. Die Schlange wartete auf die Einreise in die DDR (Einreisebereich um die Ecke). Ansonsten war der abgebildete Bereich ein Verbindungsweg zwischen westlicher Halle oben(S-Bahn, Transitzug) und westlichem S-Bahnsteig / U-Bahnsteig unterirdisch. Die Bildunterschrift ist falsch! Richtig muß es heißen: "Anstehen zur Einreise in die DDR"...

3)Der Bahnsteig "Westhalle oben", auf dem die Transitzüge abfuhren. Deutlich zu sehen der weiße Strich, der erst nach Aufforderung übertreten werden durfte. Und der Laufsteg/Wachbaracke der Posten unterhalb des Bahnhofsdachs.

4) "Westhalle oben" Der westliche S-Bahnsteig neben dem Bahnsteig der Transitzüge. Gut zu sehen die Hinweise auf Einreise und der Züge Ri.Bhf.Zoologischer Garten und Westkreuz. Links die Stahlwand, hinter der sich der östliche Teil des Bahnhofs Friedrichstrasse befand....


zuletzt bearbeitet 05.10.2009 15:20 | nach oben springen

#54

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 26.11.2009 23:08
von aladygma (gelöscht)
avatar

Hi, weiss noch jemandem wie viel geld musste man im Interzonenzug zahlen bei der grenze? ich weiss noch ich musste DM zahlen aber wie viel weiss ich nicht mehr....danke!


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#55

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 29.11.2009 20:08
von Heldrasteiner (gelöscht)
avatar

Beim Stöbern habe ich noch eine Seite im Netz gefunden, auf der einige schöne alte Bilder aus Gerstungen und Herleshausen / Wommen drauf sind (unteres Drittel auf der Website):
http://www.rbd-erfurt.de/Strecken1/Halle...tershausen1.htm


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#56

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 10.12.2009 18:29
von Roland 87 | 215 Beiträge

Für mich waren Interzonenzüge die schnellste Verbindung von Eisenach nach Westsachsen.Vorallem gab es keine Militärstreife.
MFG



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#57

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 10.12.2009 19:08
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Heldrasteiner
Beim Stöbern habe ich noch eine Seite im Netz gefunden, auf der einige schöne alte Bilder aus Gerstungen und Herleshausen / Wommen drauf sind (unteres Drittel auf der Website):
http://www.rbd-erfurt.de/Strecken1/Halle...tershausen1.htm




Heldrasteiner, ich bin sprachlos!

Super Bilder, die Du da aufgestöbert hast!

Wenn ich's könnt, ich würde Dich sofort zum Super- Spezial- Spurensucher(in) befördern!

Angelo: Denk mal drüber nach!

Da fährt das Herz eines Dampflokkutschers Achterbahn!

Viele Grüße aus dem Harz

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#58

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 10.12.2009 20:08
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Roland 87
Für mich waren Interzonenzüge die schnellste Verbindung von Eisenach nach Westsachsen.Vorallem gab es keine Militärstreife.
MFG



Ja, zwischen Magdeburg und Leipzig auch. Es brauchte aber einen Eintrag im Urlaubsschein in der Art "... ist zum Benutzen der "?"-Züge berechtigt."
Ansonsten konnte einen die TRAPO herausziehen und der Urlaub war beendet. Vor allem kurz vor Leipzig HBf haben sie gerne danach kontrolliert.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#59

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 10.12.2009 20:53
von Amelie (gelöscht)
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Hallo,auch ich durfte einmal in den golden Westen fahren. Zur Hochzeit von meiner Cousine, für 10 Tage. Wir sind in der Nacht gefahren, weil wir irgent wie Angst hatten, das sie uns noch die Papiere abnehmen würden. Sind in Eisenach in Zug eingestiegen, und wir hatten alle Angst, war schon nicht einfach. Aber wir wurden nicht kontroliert. Und hatten am Heimweg sogar ein Fernseher dabei. Und wurden nicht wieder nicht kontroliert.


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#60

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 13.12.2009 18:29
von Roland 87 | 215 Beiträge

Hatte keinen extra Eintrag im Urlaubschein. Bin des öfteren mit den Interzonenzug gefahren,sogar in allen beiden Richtungen.War für mich die schnellste Verbindung.



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