#121

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 16:16
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Lese schon einige Zeit die sehr interessanten Berichte mit, leider versteh ich kaum was davon. Würde mich sehr freuen wenn ihr mal mehr über eure Arbeit berichten würdet.
andy, was hast du denn für eine Aufgabe gehabt?
Gab es noch andere Genossen, die euch beobachtet haben?


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#122

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 16:23
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Mann @andy und zu jedem Einsatz wieder ne neue Legende, gabs in der Ausbildung auch Schauspielunterricht? Mal Uffz. mal GWDler, da mußte man sicher auch aufpassen, das man als GWDler nicht zuviel Erfahrung/Wissen an den Tag legte.


zuletzt bearbeitet 30.11.2013 16:26 | nach oben springen

#123

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 16:41
von furry | 3.580 Beiträge

Da sich nun niemand gefunden hat, mir eine Antwort auf mein Anliegen unter Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR? (5) zu geben, versuche ich es mal mit einer anderen Frage.

Wenn man nicht abgeneigt war, für oder im MfS zu arbeiten, konnte man im Vorfeld Wünsche bzgl. der Art und des Ortes des Einsatzes äußern?
Wurden diese berücksichtigt oder wurde in beiden Fällen nach einem "Eignungstest" durch vorgesetzte Stellen über die weitere Verwendung entschieden?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#124

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 17:05
von Lutze | 8.039 Beiträge

vielleicht auch eine Frage dazu,
wie wurde Ausschau gehalten,wer für das MfS in Frage kam?,
eine andere Frage,wenn man schon beim MfS war,
habt ihr euch gegenseitig überwacht?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 30.11.2013 17:05 | nach oben springen

#125

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 17:09
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #123
Da sich nun niemand gefunden hat, mir eine Antwort auf mein Anliegen unter Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR? (5) zu geben, versuche ich es mal mit einer anderen Frage.

Wenn man nicht abgeneigt war, für oder im MfS zu arbeiten, konnte man im Vorfeld Wünsche bzgl. der Art und des Ortes des Einsatzes äußern?
Wurden diese berücksichtigt oder wurde in beiden Fällen nach einem "Eignungstest" durch vorgesetzte Stellen über die weitere Verwendung entschieden?



Grün: In den mit mir geführten Werbegesprächen hatte ich den Wunsch geäußert, auch eine Weiterqualifikation machen zu können, sprich Studium. Das wäre so nicht möglich gewesen, wurde mir gesagt. Auch meine insgeheime Vorstellung, im technischen Bereich zu arbeiten, wäre wohl illusorisch gewesen. Ich vermute, da muß man schon ein recht guter Spezialist für irgendwas sein, um etwa in einem Wunschbereich eingesetzt zu werden. Es ist dann aus den schon oben dargelegten Gründen nichts draus geworden (Westkontakte).



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#126

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 17:19
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #124
vielleicht auch eine Frage dazu,
wie wurde Ausschau gehalten,wer für das MfS in Frage kam?,
eine andere Frage,wenn man schon beim MfS war,
habt ihr euch gegenseitig überwacht?
Lutze

Also ich habe jedenfalls niemanden überwacht.Was würdest Du Dir denn unter gegenseitig überwachen so vorstellen?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#127

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 17:34
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #126
Zitat von Lutze im Beitrag #124
vielleicht auch eine Frage dazu,
wie wurde Ausschau gehalten,wer für das MfS in Frage kam?,
eine andere Frage,wenn man schon beim MfS war,
habt ihr euch gegenseitig überwacht?
Lutze

Also ich habe jedenfalls niemanden überwacht.Was würdest Du Dir denn unter gegenseitig überwachen so vorstellen?

ganz einfach,
damit ihr eure ehemalige Arbeit auch richtig macht
Lutze
p.s. den Feliks vermisse ich


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#128

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 17:52
von damals wars | 12.190 Beiträge

Ich wurde mal in Buna zum MfS eingeladen, ich hatte mich schon verpflichtet, 3 Jahre zu dienen.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, das die im Bau B 13 saßen.
Ich habe mich dann beim Posten angemeldet, dann mußte ich eineTreppe hoch und wurde im ersten Stock empfangen.
dort durfte ich Platz nehmen und wurde gefragt, ob ich mir vorstellen kann, bei Felix 3 Jahre zu dienen, Natürlich konnte ich, schon aus rein praktischen Gründen. Nach Berlin gab es gute Zugverbindungen. Natürlich war ich auch stolz! Welche Ehre!
Ich habe mich riesig und wahrscheinlich auch etwas zu laut gefreut, die haben sich nie wieder gemeldet. Ich habe dann trotzdem in Berlin gedient,aber als Grenzer. Die Unterlagen des MfS der Bunawerke wurden dann in einem Karbidofen entsorgt. alles weg. Dort gab es noch klassenbewußte Arbeiter!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#129

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 18:00
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #128
Ich wurde mal in Buna zum MfS eingeladen, ich hatte mich schon verpflichtet, 3 Jahre zu dienen.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, das die im Bau B 13 saßen.
Ich habe mich dann beim Posten angemeldet, dann mußte ich eineTreppe hoch und wurde im ersten Stock empfangen.
dort durfte ich Platz nehmen und wurde gefragt, ob ich mir vorstellen kann, bei Felix 3 Jahre zu dienen, Natürlich konnte ich, schon aus rein praktischen Gründen. Nach Berlin gab es gute Zugverbindungen. Natürlich war ich auch stolz! Welche Ehre!
Ich habe mich riesig und wahrscheinlich auch etwas zu laut gefreut, die haben sich nie wieder gemeldet. Ich habe dann trotzdem in Berlin gedient,aber als Grenzer. Die Unterlagen des MfS der Bunawerke wurden dann in einem Karbidofen entsorgt. alles weg. Dort gab es noch klassenbewußte Arbeiter!


ein Rostfleck war dort im Spiel
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#130

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 18:26
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #127
Zitat von KARNAK im Beitrag #126
Zitat von Lutze im Beitrag #124
vielleicht auch eine Frage dazu,
wie wurde Ausschau gehalten,wer für das MfS in Frage kam?,
eine andere Frage,wenn man schon beim MfS war,
habt ihr euch gegenseitig überwacht?
Lutze

Also ich habe jedenfalls niemanden überwacht.Was würdest Du Dir denn unter gegenseitig überwachen so vorstellen?

ganz einfach,
damit ihr eure ehemalige Arbeit auch richtig macht
Lutze
p.s. den Feliks vermisse ich


Lutze,

dass die Arbeit "richtig gemacht wurde" unterlag dem Vorgesetzten.
Für die "innere Sicherheit" waren die entsprechenden Fachabteilungen des MfS verantwortlich.

Alles ganz normal.


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#131

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 19:15
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #124
vielleicht auch eine Frage dazu,
wie wurde Ausschau gehalten,wer für das MfS in Frage kam?,
eine andere Frage,wenn man schon beim MfS war,
habt ihr euch gegenseitig überwacht?
Lutze


Ach Lutze, was verlangst Du denn noch, hatten die nicht genug mit den bösen Republikgegnern zu tun?


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#132

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 19:27
von RUnger | 66 Beiträge

Hallo Lutze

Jeder im MfS war für die allgemeine Sicherheit und Ordnung, insbesondere für seinen speziellen Bereich zuständig. Wenn es diesbezüglich Probleme innerhalb einer Diensteinheit gab , wurde das auch dort geklärt.
Probleme diesbezüglich konnten aber auch von anderen DE aus anderen Bereichen kommen. Es gab da eine Dienstanweisung zu Eigeninformationen diesbezüglich. Aber wie schon richtig von anderen gesagt, gab es dafür verschiedene Fachabteilungen z.B. Kader und Schulung und andere.
Das hat aber nichts mit dem Thema selbst zu tun.

MfG R. Unger



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#133

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 19:38
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

lutze,
warum wiederholst du Fragen, die andere schon gestellt haben?


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#134

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 20:06
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von RUnger im Beitrag #132
Hallo Lutze

... gab es dafür verschiedene Fachabteilungen z.B. Kader und Schulung und andere. Das hat aber nichts mit dem Thema selbst zu tun.

MfG R. Unger


Ich finde gerade über die Fachabteilung Kader und Schulung nähert man sie der Frage - Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit. Soweit ich die Beiträge verstanden habe, ist das MfS auf die Kandidaten zugegangen, wahrscheinlich schwerpunkt- und aufgabenbezogen nach vorheriger gründlicher Überprüfung der Person.

Für mich stellt sich die z.B. Frage, gab es einen Stellenplan, der die Anwerbung neuer Mitarbeiter begrenzte, ob aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen? Wenn man die Bereitschaft erklärt hat beim MfS anzuheuern, gab es vor der Einstellung auch noch Tests und nach der Einstellung Schulungen und Einarbeitungszeit? Fand eine Personalentwicklung in Absprache mit dem Mitarbeiter statt, oder war der persönliche Weg vom künftigen Arbeitgeber schon klar skizziert?

Oder war man mit erhalt des Dienstausweises voll integrierter Mitarbeiter?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 30.11.2013 20:24 | nach oben springen

#135

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 21:24
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #134


Ich finde gerade über die Fachabteilung Kader und Schulung nähert man sie der Frage - Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit. Soweit ich die Beiträge verstanden habe, ist das MfS auf die Kandidaten zugegangen, wahrscheinlich schwerpunkt- und aufgabenbezogen nach vorheriger gründlicher Überprüfung der Person.

Für mich stellt sich die z.B. Frage, gab es einen Stellenplan, der die Anwerbung neuer Mitarbeiter begrenzte, ob aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen? Wenn man die Bereitschaft erklärt hat beim MfS anzuheuern, gab es vor der Einstellung auch noch Tests und nach der Einstellung Schulungen und Einarbeitungszeit? Fand eine Personalentwicklung in Absprache mit dem Mitarbeiter statt, oder war der persönliche Weg vom künftigen Arbeitgeber schon klar skizziert?

Oder war man mit erhalt des Dienstausweises voll integrierter Mitarbeiter?

LG von der grenzgaengerin





Da könnten jetzt normalerweise nur ehemalige Mitarbeiter antworten die solch einen Dienstausweis mal erhielten....

seaman


zuletzt bearbeitet 30.11.2013 21:50 | nach oben springen

#136

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 22:53
von andyman | 1.880 Beiträge

eine andere Frage,wenn man schon beim MfS war,
habt ihr euch gegenseitig überwacht?
Lutze[/quote]

@Lutze
Hallo.Was für eine Frage Lutze, das war die Realität in der DDR das es eine gegenseitige Überwachung gegeben hat und sicher nicht nur beim MfS,der Sinn und Zweck von Sicherungskompanien bei den GT zB.oder die vielen anderen Sicherungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der inneren und äußeren Sicherheit der DDR wurden ständig überwacht.LGandyman

Entschuldigung:ist schon weit OT


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
zuletzt bearbeitet 30.11.2013 22:54 | nach oben springen

#137

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 23:11
von passport | 2.639 Beiträge

@andyman


interessant deine Einschätzung. Wer hat dich eigentlich überwacht ?

PS: Sicherungskompanien (Sik), da kannst du mal @Pitti53 fragen über deren Aufgabenstellung.


passport


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#138

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 23:45
von andyman | 1.880 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #137
@andyman


interessant deine Einschätzung. Wer hat dich eigentlich überwacht ?

PS: Sicherungskompanien (Sik), da kannst du mal @Pitti53 fragen über deren Aufgabenstellung.


passport


@passport
Hallo.Zu deiner Frage,ich konnte den Überwachungs-und Kontrollmechanismen eine loyale und nicht DDR feindliche Einstellung vermitteln so das ich von einer speziellen Überwachung zB.durch IM`s,so weit mir bekannt ist,verschont geblieben bin,wenn gleich ich im Nachhinein erfahren mußte das es in meinem näheren Umfeld IM gegeben hat.(Schulzeit 10.Klasse,Lehrzeit,GWD-Stabskompanie26 GKM) die eine Überwachungsfunktion wahrgenommen haben,was zB.Berichte in Stasiakten belegen.LGandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#139

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 00:29
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #135


Da könnten jetzt normalerweise nur ehemalige Mitarbeiter antworten die solch einen Dienstausweis mal erhielten....

seaman


Ich habe mich mal wieder selbst auf die Suche gamacht und zumindest erst einmal beim Überfliegenn folgender Studie der BStU

Die hauptamtlichen Mitarbeiterdes Ministeriums für Staatssicherheit http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...publicationFile

Antwort auf eine Frage gefunden:

Erst als Anfang der achtziger Jahre die volkswirtschaftlichen Probleme massiv wurden, mußte die Staatssicherheit kürzer treten. Mit seinem Schreiben vom 25. Januar 1983 setzte der Mini-ster Mielke die seit 1981 gültigen "Richtwerte zur Erweiterung des Planstellenvolumens" für 1983 bis 1985 außer Kraft und verfügte, daß der Mitarbeiterbestand per 28. Februar 1983 "grundsätzlich nicht zu überschreiten" sei. Nur bei "neuen, zusätzlichen oder erweiterten Auf-gabenstellungen, die nach verantwortungsbewußter Prüfung nicht mit den vorhandenen Kräften gelöst werden können", sollten Stellenplanerweiterungen möglich sein. Durch Umgruppierung der Kräfte, Zusammenfassung gleicher oder ähnlicher Aufgaben sowie Versetzung von ent-sprechend befähigten Mitarbeitern zur "politisch-operativen Arbeit am Feind" sollte die Arbeit mit dem vorhandenen Personal effektiviert werden.

Mehr oder minder formale Ermahnungen zur "Stellenplandisziplin" und Sparsamkeit, zur Be-schränkung auf den vorhandenen Kaderbestand usw. hatte es auch zu früheren Zeitpunkten im MfS gegeben. Aber mit der ultimativen Form beschritt Mielke Neuland. Zum Hintergrund der Entscheidung nahm er einige Tage nach Erlaß der Weisung Stellung: Er nannte die "äußerst anspruchsvollen volkswirtschaftlichen Aufgaben", vor denen die DDR stünde, das Nachrücken der geburtenschwachen Jahrgänge sowie "Reduzierungen der geplanten materiellen und finanziellen Mittel", die "nicht ohne Konsequenzen für den künftigen Umfang und die Entwicklung des Gehalts- und Prämienfonds, der Versorgung mit Diensträumen, Wohnungen, Unterkünften und anderen sozialen Leistungen bleiben" könnten. Außerdem erhöhe der große Mitarbeiterbestand auch die Sicherheitsrisiken. Die Statistik freilich zeigt, daß die Wirkung der Anweisung gering blieb. In den Folgejahren sank die jährliche Zuwachsrate von etwa vier Prozent auf unter zwei Prozent, von einem Stellenstopp aber konnte keine Rede sein.

1986 wurden dann ein neuer Anlauf genommen, um die Weisung von 1983 in die Realität um-zusetzen. Auf der Grundlage einer Analyse der Probleme der Nachwuchsgewinnung und der Altersstruktur des MfS beschloß das Kollegium im Juli 1986 die Bildung einer Sonderkom-mission unter Vorsitz des Leiters der Hauptabteilung Kader und Schulung, Generalmajor Günter Möller, die nach Einsparungsmöglichkeiten im Apparat suchen sollte. Dabei sollte das "Ressortdenken" überwunden und eine Erweiterung des vorhandenen Gesamtplanstellenvolu-mens ausgeschlossen werden. Ab 1987 konnte das Wachstum des Gesamtbestandes dann tat-sächlich gestoppt werden. Allerdings wuchs die Zahl der Berufssoldaten weiter, statt dessen wurde die Zahl der OibE und der HIM - offenbar durchaus bewußt - durch Übernahmen in den normalen MfS-Dienst gesenkt.


Wie man sieht kann man auf alles eine Antwort bekommen - nur nicht auf dem Silbertablett.

Die fett markierte Aussage finde ich sehr interessant, denn im gleichen Zeitraum wie der Gesamtplanstellenvolumen des MfS stagnierte, wurden die Probleme immer größer, mit denen sich das MfS rumschlagen musste. Wie z.B. bei der Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Demo im Januar 1988 und deren Folgen.

Meine Frage, die sich von der Grundfragestellung ein wenig entfernt - Habt ihr diesen "Stellenstopp", der wahrscheinlich nicht öffentlich diskutiert wurde, gespürt, und welche Folgen hatte er für euch evtl. persönlich?

Ich würde mich freuen, wenn wir sachlich über das Thema weiter diskutieren könnten.

LG von der grenzgaengerin

EDIT
Hier das Inhaltsverzeichnis der BStU Studie, die von der Rekrutierung, über die Motivation Mitarbeiter des MfS zu werden, Mitgliedschaft in der SED bis zur evtl. Entlassung, viele Fragen beantwortet. http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...he_gieseke.html


zuletzt bearbeitet 01.12.2013 01:10 | nach oben springen

#140

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 04:39
von seaman | 3.487 Beiträge

Ja,
bin auch begeistert was die BSTU als Antworten so bereitstellt.
Antworten kann man immer bekommen,von Leuten mit Sachverstand oder von Leuten die bezahlt Unwahrheiten verbreiten .

seaman


zuletzt bearbeitet 01.12.2013 05:39 | nach oben springen



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