#101

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.11.2013 20:55
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #99
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #97
Damals lieferten die Informanten, Informationen an das MfS. Wo liefern denn heute Informanten
ihre Informationen hin @ Lutze?
Warum scheiterte damals das Verbot der NPD?
Ohne dem Informationen geht auch in der heutigen Gesellschaft nichts mehr.

nur zum Verständnis,
es reichte eine Bemerkung ,zum Beispiel,
ich will raus aus der DDR,
oder man machte einen Witz über das Politbüro,im Thema Steinbach in Thüringen,schau da mal nach
Lutze



@Lutze,

denkst Du das wirklich noch

Dann hätte man mindestens die Hälfte der MA entlassen müssen.
Unsere Lieblingstheorie war: der BND erfindet und das MfS erzählt die politischen Witze

Mein Lieblingswitz zu dieser Zeit war:

E.M. geht mit seinen Ur-Ur-Ur Enkel in Wandlitz spazieren und fragt den Kleinen was er mal werden will.
Darauf hin erwiedert der Junge das er Berufssoldat werden möchte. Das ist eine gute Idee meint E.M.
Ja, meint der Kleine, und dann möchte hoher Offizier werden. Na, das findet E.M. sehr gut. Und danach fragt der Minister, wie geht es weiter. Dann werde ich Minister für Staatssicherheit erklärte sein Ur-Ur-Ur Enkel. E.M. geht einige Schritte weiter und meint, das geht nicht. Denn er sei der Minister für Staatssicherheit.


passport


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#102

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.11.2013 21:14
von Lutze | 8.033 Beiträge

passport,ein @ hätte ich dazugeschrieben,geht leider nicht,
über sowas macht man sich nicht lustig,
etwas mehr Respekt gegenüber Andersdenkenden der DDR
hätte ich von dir erwartet
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#103

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.11.2013 21:21
von passport | 2.629 Beiträge

@Lutze

Nur mal so nebenbei!
Was hat ein politischer Witz mit Andersdenken zu tun?



passport


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#104

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.11.2013 21:32
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #103
@Lutze

Nur mal so nebenbei!
Was hat ein politischer Witz mit Andersdenken zu tun?



passport

die Standardfrage,war auch zu erwarten,
einen dunkelroten Genossen einzusperren ging wohl schlecht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 29.11.2013 21:39 | nach oben springen

#105

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.11.2013 21:34
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Es gab scheinbar auch Bewerberkollektive junger Tschekisten:

http://www.unsereddr.de/normanne/doc/bewerb.html


zuletzt bearbeitet 29.11.2013 21:37 | nach oben springen

#106

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.11.2013 21:45
von polsam | 575 Beiträge

Mal eine Episode aus meinem Umfeld (DVP)
Wir hatten bei der Schutzpolizei eine geringe Anzahl Freiwilliger Helfer.
Einer dieser Kameraden hatte auch mit unserem Kaderreferat eine Vorverpflichtung, dass er nach seinem Wehrdienst zur DVP kommen will.
Er hatte sich bei der Musterung schon für 3 Jahre verpflichtet. Gemustert war er für die Pioniere, er war vom Bau.
Als er einberufen wurde landete er beim Wachregiment, auch in einer Bautruppe.
Während des letzten Diensthalbjahres wurde er regelmäßig "bearbeitet" doch seinen Dienst bei dieser Truppe weiter zu versehen. Er wollte aber nicht, sein Ziel war die Volkspolizei.
Sonderurlaub zur Untersuchung beim Polizeiarzt hat er nicht bekommen. Diese Untersuchung hat er dann in seinem regulären Urlaub wahrgenommen.
Durch unseren Kaderoffizier wurden alle Unterlagen zur Einstellung gefertigt. Diese gingen ja dann auch zur Wertung an das MfS.
Von dort kam dann der Bescheid dass er kaderpolitisch nicht für den Dienst in der Volkspolizei geeignet sei.
Der damalige Amtsleiter hatte dann das Kreutz und veranlasst, dass er doch eingestellt wurde.
Er musste aus "kaderpolitischen Gründen" seinen Dienst nicht wieder beenden.

polsam


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#107

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 09:22
von RUnger | 66 Beiträge

Naja

Es gibt eben Unverbesserliche, die "alle" zum MfS zählen. Ein Ministerium hat aber nur hauptamtliche Angestellte. Also wurden solche Angestellte in allen Bereichen der DDR gesucht. Natürlich waren daran auch verschiedenste Beauftragte beteiligt. Betriebsleiter, die sowieso lt. Gesetz für Sicherheitsfragen in ihrem Bereich zuständig waren, im vormilitärischen Bereich bei GST oder Wehrkundelehrer, Wehrkreiskommandos mit den Einberufungen und Einberufungslisten. Bereitschaft zur Verteidigung der DDR und eine möglichst positive Haltung insgesamt zur DDR , Bereitschaft SAZ oder BS zu werden auch- es soll ja auch im MfS dreijährigegegeben haben-übrigens mein Sohn war 1989 im Herbst als Dreijähriger in die WSE eingestellt.

Alles Andere kann man in den von mir genannten DA und RL sowie Ordnung nachlesen, soweit sie die BStU freigegeben hat.Zu r RL 1/68 bzw. Nachfolge RL1/79 wird man wenig finden oder hat jemand entsprechende Quellen?

MfG R. Unger



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#108

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 09:38
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von RUnger im Beitrag #107




Alles Andere kann man in den von mir genannten DA und RL sowie Ordnung nachlesen, soweit sie die BStU freigegeben hat.Zu r RL 1/68 bzw. Nachfolge RL1/79 wird man wenig finden oder hat jemand entsprechende Quellen?

MfG R. Unger


Mir liegen die Durchführungsbestimmungen zu den jeweiligen Richtlinien vor.
Genau gesagt,die Richtlinie 2/68 und die 2/79.
Für die zeitliche Entwicklung auch noch die 1/59.

seaman


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#109

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 10:51
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #93
Zitat von RUnger im Beitrag #92
Naja

Für Manche scheint ähnlich gleich gleich zu sein. Sowohl HIM als auch Oibe hatten Dienstgrade, wurden ausgezeichnet und prämiert. Sie hatten einen offiziellen Job, z.B. chef von KoKo, Staatsanwalt in A1 oder ähnlich. Außerdem erfolgte regelmäßige Besoldung durch das MfS, neben den normalen Einnahmen. Schalk machte sogar Promotion als........

MfG R. Unger


Ich kenne keinen HIM der einen Dienstgrad hatte. Ausgezeichnet wurden Sie, durften aber weder Auszeichnung , noch Urkunde behalten. Es gab auch keine doppelte Bezahlung, es wurde verrechnet.



Ja Alfred, jeder wusste in der Firma auch nur das, was er unbedingt wissen musste.
Es gab in der HA I, und nur von der kann ich berichten, eine HIM-Gruppe namens AERO (Nachwendewissen, bezogen auf den Namen), die sich aus einem Fähnrich und mehreren BU sowie, zu meiner Zeit drei UaZ (reale und erdiente Dienstgrade) zusammensetzte. Offiziell waren wir als Gästehaus der Lsk/LV legendiert und sassen in einem Objekt in der Nähe von Königs Wusterhausen, in dem u.a. zurückgekehrte fahnenflüchtige Militärangehörige vernommen und "betreut" wurden.
Wir hatten offizielle Dienstgrade und jeder trug seine persönlichen Auszeichnungen ganz offiziell an seiner Uniform - sofern er sie denn trug. Die Auszeichnungen waren im WDA eingetragen und waren auch im Besitz des Trägers. Das mag mit der Spezifik der HA I zusammenhängen - aber es gab das eben so.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#110

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 11:01
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von RUnger im Beitrag #92
Naja

Für Manche scheint ähnlich gleich gleich zu sein. Sowohl HIM als auch Oibe hatten Dienstgrade, wurden ausgezeichnet und prämiert. Sie hatten einen offiziellen Job, z.B. chef von KoKo, Staatsanwalt in A1 oder ähnlich. Außerdem erfolgte regelmäßige Besoldung durch das MfS, neben den normalen Einnahmen. Schalk machte sogar Promotion als........

MfG R. Unger



OibE und HIM sollte man aber wirklich nicht in einen Topf werfen. OibE hatten einen offiziellen festen Job, das wurde ja schon beschrieben. HIM, zumindest in meinem Fall wurden aufgabenbezogen in den unterschiedlichsten Bereichen derStreitkräfte oder im zivilen Bereich eingesetzt. Die Einsätze dauerten von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten - beim OibE wohl undenkbar.


andy


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#111

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 11:15
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #110



OibE und HIM sollte man aber wirklich nicht in einen Topf werfen. OibE hatten einen offiziellen festen Job, das wurde ja schon beschrieben. HIM, zumindest in meinem Fall wurden aufgabenbezogen in den unterschiedlichsten Bereichen derStreitkräfte oder im zivilen Bereich eingesetzt. Die Einsätze dauerten von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten - beim OibE wohl undenkbar.


andy



Einige HIM hatten jahrzehntelange Einsätze und waren unbefristet hauptamtlich an das MfS gebunden.
Da waren die Unterschiede zum OibE eher gering.

seaman


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#112

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 11:44
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #109
Zitat von Alfred im Beitrag #93
Zitat von RUnger im Beitrag #92
Naja

Für Manche scheint ähnlich gleich gleich zu sein. Sowohl HIM als auch Oibe hatten Dienstgrade, wurden ausgezeichnet und prämiert. Sie hatten einen offiziellen Job, z.B. chef von KoKo, Staatsanwalt in A1 oder ähnlich. Außerdem erfolgte regelmäßige Besoldung durch das MfS, neben den normalen Einnahmen. Schalk machte sogar Promotion als........

MfG R. Unger


Ich kenne keinen HIM der einen Dienstgrad hatte. Ausgezeichnet wurden Sie, durften aber weder Auszeichnung , noch Urkunde behalten. Es gab auch keine doppelte Bezahlung, es wurde verrechnet.



Ja Alfred, jeder wusste in der Firma auch nur das, was er unbedingt wissen musste.
Es gab in der HA I, und nur von der kann ich berichten, eine HIM-Gruppe namens AERO (Nachwendewissen, bezogen auf den Namen), die sich aus einem Fähnrich und mehreren BU sowie, zu meiner Zeit drei UaZ (reale und erdiente Dienstgrade) zusammensetzte. Offiziell waren wir als Gästehaus der Lsk/LV legendiert und sassen in einem Objekt in der Nähe von Königs Wusterhausen, in dem u.a. zurückgekehrte fahnenflüchtige Militärangehörige vernommen und "betreut" wurden.
Wir hatten offizielle Dienstgrade und jeder trug seine persönlichen Auszeichnungen ganz offiziell an seiner Uniform - sofern er sie denn trug. Die Auszeichnungen waren im WDA eingetragen und waren auch im Besitz des Trägers. Das mag mit der Spezifik der HA I zusammenhängen - aber es gab das eben so.



andy



Die HIM waren dann aber Angehörige der "NVA" - Uniformträger - , da kam dann der Dienstgrad her. Das ist doch eine ganz andere Sache.
HIM die als NVA liefen und vom MfS ausgezeichnet wurden, werden aber kaum diese Auszeichnungen getragen haben. Es wäre wohl sehr kompliziert gewesen zu erklären, wenn ein Angehöriger der "NVA" mit der Auszeichnung "Verdienter MA des MfS" durch die Kaserne gelaufen wäre.


zuletzt bearbeitet 30.11.2013 11:49 | nach oben springen

#113

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 13:06
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #112


Die HIM waren dann aber Angehörige der "NVA" - Uniformträger - , da kam dann der Dienstgrad her. Das ist doch eine ganz andere Sache.
HIM die als NVA liefen und vom MfS ausgezeichnet wurden, werden aber kaum diese Auszeichnungen getragen haben. Es wäre wohl sehr kompliziert gewesen zu erklären, wenn ein Angehöriger der "NVA" mit der Auszeichnung "Verdienter MA des MfS" durch die Kaserne gelaufen wäre.



Alfred, ich werde mich nicht mit Dir darüber streiten.
Nur soviel: Wenn ein HIM der HA I/ÄA/UA 3 in Uniform durch ein NVA-Objekt lief, war er im Regelfall im legendierten Einsatz. Wie das solche Einsätze eben an sich haben, hatte der HIM dann auch einen Dienstgrad, der zur Legende passte, bei mir war es der Gefreite bzw. Uffz., obwohl ich als HIM einen anderen Dienstgrad hatte. Dass in solchen Einsätzen dann auch nur die zum jeweiligen Dienstgrad passenden Soldaten/Uffz-Auszeichnungen getragen wurden, versteht sich wohl von selbst.
Beim Aufenthalt im Dienstobjekt der HA I trug man dann wieder seinen eigentlichen Dienstgrad incl. der verliehenen Auszeichnungen - so fern man Wert darauf legte. Ein "Verdienter MA des MfS" ist mir als HIM nicht über den Weg gelaufen, dafür waren die, die ich kenne, viel zu jung.

Meine Aussagen beziehen sich auch ausschliesslich auf meine Zeit als HIM bei der HA I/Äussere Abwehr/UA 3 und die ging von 9/81 - 11/83.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
RUnger hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#114

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 13:56
von RUnger | 66 Beiträge

Hallo Andy

Genau richtig beschrieben. Das zeigt, daß die Leute einen Job hatten und nebenbei arbeiteten. Bei der HA 1 waren die HIM eine Besonderheit und dort gab es extra Festlegungen.

MfG R. Unger



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#115

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 13:59
von RUnger | 66 Beiträge

Im Allgemeinen

Das zeigt auch, daß es zwischen der 2000 (HA 1) und den HIM gewisse unterschiede gab, Also keine Hauptamtliche, wie die 2000.

MfG R. Unger



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#116

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 14:01
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von RUnger im Beitrag #114
Hallo Andy

Genau richtig beschrieben. Das zeigt, daß die Leute einen Job hatten und nebenbei arbeiteten. Bei der HA 1 waren die HIM eine Besonderheit und dort gab es extra Festlegungen.

MfG R. Unger


Bin der Meinung,
dass diese Aussagen auf die verschiedenen DE sehr differenziert zu betrachten sind.
Die Aussage "nebenbei arbeiteten" kann ich mit meinem Erkenntnisstand zu HIM nicht teilen.

seaman


zuletzt bearbeitet 30.11.2013 14:02 | nach oben springen

#117

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 14:46
von seaman | 3.487 Beiträge

HIM ,die z.b. für die HVA im Einsatz waren,wurden als Hauptamtliche in den Planstellen des MfS ausgewiesen.
Der einzige Unterschied zu den OibE war der,dass sie nicht ein "Dienstrechtsverhältnis im Sinne des Wehrgesetzes und kein Arbeitsrechtsverhältnis im Sinne des Arbeitsgesetzes der DDR"hatten.Damit war ein Rechtsweg ausgeschlossen.
Gleichwohl wurden sie finanziell und sozial vom MfS abgesichert und versorgt.
Bedenken sollte man dabei auch, dass Bürger anderer Staaten ebenfalls HIM sein konnten.
Viele HIM/A (Aufklärung) und OibE/A verfügten über ein legendiertes Scheinarbeitsverhältnis und konnten mitunter dadurch variabel über ihre Zeit verfügen.
Das war die eigentliche Grundlage um der Aufgabenstellung des MfS/HVA im OG nachzukommen.

seaman


Micos hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.11.2013 14:47 | nach oben springen

#118

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 15:09
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Verstehe ich das richtig, dass die verschiedenen Kategorien von Mitarbeitern des MfS erst im Verlaufe der Entwicklung des MfS entstanden und die Bedeutung der HIM erst Ende der 70-er zugenommen hat?

Hier eine Diplomarbeit zum Thema:

Struktur, Aufgaben und territoriale Verknüpfungen der Kreisdienststelle Halle des MfS.
Zu den Ergebnissen der Erschließung des Bestandes an Sachakten und aktiven registrierten Vorgängen

Die „Hauptamtlichen Inoffiziellen Mitarbeiter“ (HIM) stellten keinen eigenen IM-Typ dar, weil sie die Tätigkeiten von FIM, IME und IMS lediglich hauptamtlich ausübten. Ihre Arbeit war eine Mischung aus hauptamtlicher und inoffizieller Tätigkeit. Sie hatten nicht den gleichen Status wie die hauptamtlich angestellten Mitarbeiter, da sie keinen militärischen Dienstgrad besaßen, standen aber in einem Arbeitsverhältnis zum MfS. HIM waren zuverlässige und überprüfte IM, mit denen eine Ver-einbarung über einen „langfristigen Einsatz“ getroffen wurde. Sie wurden aus ihren bestehenden Ar-beitsverhältnissen herausgelöst und in ein so genanntes „Scheinarbeitsverhältnis“ vermittelt und statt-dessen vom MfS finanziell und sozial abgesichert. Seit 1986 wurden sie im Stellenplan des MfS ge-führt und sind damit den hauptamtlichen Mitarbeitern zuzurechnen. In der KD Halle konnten 5 HIM, die 1989 noch tätig waren, nachgewiesen werden. Sie waren hauptsächlich zur Führung konspirativer Ermittlungen in Betrieben, Schulen und Wohngebieten eingesetzt. Ein HIM war offiziell als Schreib-kraft im Wehrkreiskommando Halle angestellt, und beschaffte der KD Halle Informationen über Wehrdienstleistende und Angestellte des WKK.

http://www.bstu.bund.de/DE/InDerRegion/H...publicationFile

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 30.11.2013 15:11 | nach oben springen

#119

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 15:25
von seaman | 3.487 Beiträge

Für den Bereich HVA sind HIM bereits seit den sechziger Jahren nachweisbar.
In den letzten Jahren der Existenz der HVA wurden je nach Einsatzrichtung der HIM/A noch eine Typisierung vorgenommen.
So entstanden dann vier verschiedene Spezifizierungen der HIM/A für die Aufklärung.
Ausgangspunkt war die 1.Durchführungsbestimmung der Ordnung 6/86.

seaman


Micos hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#120

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.11.2013 15:29
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #116
Zitat von RUnger im Beitrag #114
Hallo Andy

Genau richtig beschrieben. Das zeigt, daß die Leute einen Job hatten und nebenbei arbeiteten. Bei der HA 1 waren die HIM eine Besonderheit und dort gab es extra Festlegungen.

MfG R. Unger


Bin der Meinung,
dass diese Aussagen auf die verschiedenen DE sehr differenziert zu betrachten sind.
Die Aussage "nebenbei arbeiteten" kann ich mit meinem Erkenntnisstand zu HIM nicht teilen.

seaman





Ich meine auch, dass die HIM-Aktivitäten in den einzelnen DE des MfS sehr differenziert zu betrachten sind und ein HIM bei der HVA hatte natürlich eine andere Aufgabenstellung und eine andere Art der Legendierung als eben ein HIM bei der HA I. Meine offizielle Legendierung war damals eben UaZ in einem Gästehaus der Lsk/LV zu sein, obwohl wir damals ausserhalb von Einsätzen mehr oder weniger nur "rumsassen". Dafür musssten wir aber auch jederzeit erreichbar sein und es gab die grundsätzliche Abmelde-Pflicht. Mir ging es einmal so, dass ich aus meinem Urlaub auf einem Zeltplatz per Telegramm zurückgerufen wurde und anschließend für ein viertel Jahr zum Einsatz in ein NVA-TT einrücken durfte. So etwas dürfte wohl bei einem HIM einer KD oder der HVA kaum vorgekommen sein.


andy


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seaman und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
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