#221

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 19:31
von Lutze | 8.040 Beiträge

der Hausobmann bei meinen Eltern
war beim MfS tätig,der hat auch keinen Hehl
daraus gemacht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#222

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 19:35
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #221
der Hausobmann bei meinen Eltern
war beim MfS tätig,der hat auch keinen Hehl
daraus gemacht
Lutze

Dann war der Posten des Hausobmannes der Hausvertrauensmann hieß ja in guten Händen und wenn sogar noch jeder Bescheid wusste kann man noch nicht mal über Spitzelei reden.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#223

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 19:39
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #222
Zitat von Lutze im Beitrag #221
der Hausobmann bei meinen Eltern
war beim MfS tätig,der hat auch keinen Hehl
daraus gemacht
Lutze

Dann war der Posten des Hausobmannes der Hausvertrauensmann hieß ja in guten Händen und wenn sogar noch jeder Bescheid wusste kann man noch nicht mal über Spitzelei reden.

deswegen war er auch kein Vertrauensmann,
für meine Eltern war er Obmann
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#224

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 19:41
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #223
Zitat von KARNAK im Beitrag #222
Zitat von Lutze im Beitrag #221
der Hausobmann bei meinen Eltern
war beim MfS tätig,der hat auch keinen Hehl
daraus gemacht
Lutze

Dann war der Posten des Hausobmannes der Hausvertrauensmann hieß ja in guten Händen und wenn sogar noch jeder Bescheid wusste kann man noch nicht mal über Spitzelei reden.

deswegen war er auch kein Vertrauensmann,
für meine Eltern war er Obmann
Lutze

Wie ist der denn zu seinem Posten gekommen.Wie gesagt,bei uns im Haus wurde er gewählt.Besser, es wurde ein Dummer gesucht,der am ehesten den Widerstand aufgab.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
andyman, polsam und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.12.2013 19:43 | nach oben springen

#225

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 19:48
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #224
Zitat von Lutze im Beitrag #223
Zitat von KARNAK im Beitrag #222
Zitat von Lutze im Beitrag #221
der Hausobmann bei meinen Eltern
war beim MfS tätig,der hat auch keinen Hehl
daraus gemacht
Lutze

Dann war der Posten des Hausobmannes der Hausvertrauensmann hieß ja in guten Händen und wenn sogar noch jeder Bescheid wusste kann man noch nicht mal über Spitzelei reden.

deswegen war er auch kein Vertrauensmann,
für meine Eltern war er Obmann
Lutze

Wie ist der denn zu seinem Posten gekommen.Wie gesagt,bei uns im Haus wurde er gewählt.Besser, es wurde ein Dummer gesucht,der am ehesten den Widerstand aufgab.

woher soll ich das wissen,
als meine Eltern dort einzogen,war er schon Obmann,
und fragen kann ich ihn nicht mehr
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
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#226

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 19:56
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #225
Zitat von KARNAK im Beitrag #224
Zitat von Lutze im Beitrag #223
Zitat von KARNAK im Beitrag #222
Zitat von Lutze im Beitrag #221
der Hausobmann bei meinen Eltern
war beim MfS tätig,der hat auch keinen Hehl
daraus gemacht
Lutze

Dann war der Posten des Hausobmannes der Hausvertrauensmann hieß ja in guten Händen und wenn sogar noch jeder Bescheid wusste kann man noch nicht mal über Spitzelei reden.

deswegen war er auch kein Vertrauensmann,
für meine Eltern war er Obmann
Lutze

Wie ist der denn zu seinem Posten gekommen.Wie gesagt,bei uns im Haus wurde er gewählt.Besser, es wurde ein Dummer gesucht,der am ehesten den Widerstand aufgab.

woher soll ich das wissen,
als meine Eltern dort einzogen,war er schon Obmann,
und fragen kann ich ihn nicht mehr
Lutze

Brauchst Dich nicht zu ärgern,ist nur Spaß.Ich muss halt als "gelernter DDR-Bürger"so manches mal etwas lächeln wenn ich erlebe wie aus eindeutigen Lächerlichkeiten in der DDR Geschichten zum Thema "Schreckensherrschaft"in der DDR gemacht werden.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#227

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 20:03
von Lutze | 8.040 Beiträge

KARNAK,
warum ärgern?,
der Typ erinnert mich an Hausmeister Krause,
Ordnung muß sein
Lutze


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#228

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 20:20
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde...
Na, laß man, Lutze, es gibt eben solch und solche, und die auch noch überall. Ein positives Beispiel für mich war meine Ex-Hausgemeinschaft im Prenzelberg , Stargarder/Ecke Seenefelder.-Für Berlin-Kenner- Möbeleck Lenz- Eine HGL ,die "gearbeitet " hat-wirklich für das Haus- oder wenn man so will, für die Leute des Hauses, und in der es eben auch mit dem Nachbarn ,oder der Nachbarin geklappt hat. Übrigens- dort waren HGL-Vorsitzender und Hausbuchführer nicht ein und dieselbe Person. Als ich dort auszog hätte ich die ganze Truppe am liebsten mitgenommen. (Alle bis zur letzten Oma) Und -um mal ein wenig vorzubeugen- der HGL-er war einer von der DBD - also ein Parteikollege von den Bauern .
So, aber nun wider zum Thema.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#229

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2013 21:52
von polsam | 575 Beiträge

Also, ich war kein Mitarbeiter des MfS und ich habe auch ausserhalb des Dienstes mit dieser Institution nie zusammen gearbeitret,
das habe ich mehrfach schriftlich bestätigt bekommen.

Als ich in meine jetzige Wohnung einzog war das Haus in Privatbesitz. Hausbuch beim Besitzer
Irgend wann Ende der 70er - Besitzer verstorben - Erben wollten Haus nicht - Haus wurde vorläufig verwaltetes Eigentum des VEB Gebäudewirtschaft.
Da kam diese Firma auf mich zu, mit der Bitte, das Hausbuch zu führen. Es war ja kein Geheimnis dass ich bei der Volkspolizei arbeitete.
Ich habe diese "Ehre" abgelehnt.
Da aber die Volkseigenen Betriebe einen guten Kontakt zu der Leitung der staatlichen Organe hatten ergab es sich, dass mein Weigern in der Dienststelle bekannt wurde.
Kurze Zeit später musste ich zu meinem dienstlichen Leiter, zu gegen ebenfalls der Parteisekretär der Dienststelle und der Polit.
Man hat mir dann klar gemacht, wie wichtig diese Funktion ist und dass man das als Genosse nicht ablehnen kann.
Und schon hatte ich ein zu führendes Hausbuch an der Backe.
Die Mieter waren überwiegend im Rentenalter, es gab da auch keine Probleme.
Als dann die ersten Besuche aus dem NSW da waren und sich eintragen mussten, habe ich das als pflichtbewußter Genosse meinem Vorgesetzten gemeldet, man wollte ja keinen Ärger.
Dann hat sich genau die gleiche Truppe zusammengefunden und mich befragt, worüber ich mit diesen Leuten geredet habe, ob ich Geschenke angenommen habe usw.
Ich habe dort wieder zum Ausdruck gebracht, dass ich das HB nicht führen wollte und will.
Es blieb aber bei mir hängen. Es gab nur die Auflage, die Besucher nicht in meine Wohnung zu beten, ich sollte bei den Besuchten vorstellig werden.
Ich musste auch nicht mehr jeden Kontakt melden, es wurde nur darum gebete, "Besondere Vorkommnisse" zu melden.
So lief das bis zur Wende. Das Hausbuch habe ich immer noch.
Die ersten nach der Wende, die mich in den noch Westen eingeladen haben, waren die Kinder der alten Herrschaften aus unserem Haus, die in jedem Jahr hier weilten.

polsam


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#230

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 08:02
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #229

Als dann die ersten Besuche aus dem NSW da waren und sich eintragen mussten, habe ich das als pflichtbewußter Genosse meinem Vorgesetzten gemeldet, man wollte ja keinen Ärger.




Du hast als pflichtbewußter Genosse sicherlich Deinen Vorgesetzten gemeldet,dass Du Kontakt zu Bürgern des NSW hattest.Eine verpflichtende Verbindung zwischen führen des Hausbuches und den Vorgesetzten bestand ja in keiner Weise,die hatten ERSTMAL damit gar nichts zu tun.
THEORETISCH sollte ja in dieses Buch jeder Besucher des Hauses eingetragen werden,der sich über einen bestimmten Zeitraum dort aufhielt.Aber wie gesagt, THEORETISCH,praktisch wurde das doch mehr und mehr sehr lax gehalten.Der Führer des Hausbuches bekam das in größeren Häusern ja unter Umständen auch gar nicht mit,wenn Besuch da war,außer er war ein"Emsiger",die wird es sicher auch immer geben und gegeben haben.
Und die sich nun"beruflich"für eventuelle Einträge ins Hausbuch interessierten,für die hatte das"Interesse"an dem Inhalt dieses Buch auch merklich nachgelassen.Für Bürger der DDR,für die man sich "interessierte",da "kümmerte" man sich lieber selber drum,wer wohin zu Besuch ging und sich mit wem traf und bei NSW-Bürgern war es auch nicht notwendig sich auf unzuverlässige Eintragungen in das Hausbuch zu verlassen,die mussten nämlich bei ihrer Einreise auf die sogenannten Zählkarten schon mal eintragen wo sie hinfahren wollten,bzw.wen sie besuchen wollen,damit blieben dieses Informationen schon mal im eigenen Laden und es war wesentlich unkomplizierter an solche Informationen zu kommen, als nun jemanden noch zu dem Hausbuch zu schicken.Des weitern mussten sich NSW-Bürger innerhalb einer bestimmten Frist auf der nächstgelegenen VP-Dienststelle anmelden, auch so war der Informationsfluss gesichert.
Es ist einfache eine Tatsache,dass man das Prinzip Hausbuch von der Sowjetunion übernommen hatte,wie so oft nach dem Prinzip"von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen".Dort hatte man das eingeführt aus einem vermeintlichen Sicherheitsbedürfnis heraus und vielleicht hatte es aus Sicht der dort Herrschenden auch einen Sinn,in der DDR hatte es den nicht,war es aus Sicht der"Sicherheitsbeauftragten"einfach ineffizient,deswegen hat man den laxen Umgang damit auch im Wesentlichen zugelassen,hatte kaum Interesse an dem Inhalt des Buches,die Informationen waren viel zu unzuverlässig,man "kümmerte"sich lieber selber.
Heute nun an diesem Hausbuch nachweisen zu wollen,dass es ein wichtiges Instrument der "Unterdrückungsapparates",der Diktatur war, ist schlichtweg lächerlich und jeder der längere Zeit in der DDR gelebt hat weiß das auch.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.12.2013 08:05 | nach oben springen

#231

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 09:11
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Um der Stasi damals bei uns im Haus keine Chance zu lassen haben wir das Hausbuch selbstorganisiert jährlich von einer anderen Familie führen lassen, so kam wenigstens jeder mal in den Genuss des IM-Feelings


zuletzt bearbeitet 11.12.2013 09:13 | nach oben springen

#232

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 09:19
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Wie wäre es wenn die lustigen Geschichten über das "Stasi-Unterdückungs- und Überwachungsinstrument" Hausbuch im folgenden Thread weiter geschrieben werden? Hausgemeinschaften in der DDR
Da geht es Hauptsächlich um das Hausbuch und natürlich um die unvermeidliche "Stasi".

Gruß
Nostalgiker

Edit: Rechtschreibfehler


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.12.2013 10:18 | nach oben springen

#233

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 10:07
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Das Thema lautet hier "Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR" oder als Ergänzung von mir; auch nicht.

Mit diesem Thema; Werbung von Mitarbeitern, wurde ich zwar nicht erstmals aber tiefgründiger in der Wendezeit '89/90 konfrontiert.
Bedingt durch den absehbaren wirtschaftlichen Wandel bemühte ich mich sehr schnell und auch erfolgreich um eine berufliche Weiterbildung/Neuorientierung.
Ehe ich mich versah saß ich in einer Umschulungsmaßnahme und um mich herum waren gefühlte 50% der Teilnehmer "Ehemalige".
In den Gesprächen, welche sich in der Folgezeit ergaben stellte, sich einmal heraus das ein großer Teil dieser Menschen meistens im, ich nenne es mal Verwaltungsbereich, gearbeitet haben. So zum Beispiel waren relativ viele DV Spezialisten unter ihnen. (Programmierer, Administratoren etc.)
Ob welche aus den sogenannten operativen Bereichen dabei waren, weiß ich nicht mehr.

Eines war aber auffällig.
Alle hatten einen Hoch-, Fachschul- oder Universitätsabschluß, meist in Naturwissenschaftlichen, Technischen oder Wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtungen.
Alle wurden nach Abschluß ihres Studiums gezielt angesprochen und für eine Mitarbeit beim MfS gewonnen.
Bei fast allen geschah dies im Jahr 1975.

Damals habe ich dem Fakt keine so große Bedeutung beigemessen, erst mit der Beschäftigung der Thematik 'DDR' hier im Forum ist es mir wieder eingefallen das es auch an meiner damaligen Arbeitsstelle 1975 massive Werbeversuche gab. Einschließlich meiner Wenigkeit.
Das ganze ging damals sehr, sehr konspirativ zu.
Kurzfristig zum stellv. Direktor bestellt, in dessen Vorzimmer von ihm empfangen und er geleitete mich in sein Büro um mich den dort sitzenden zwei Herren zu übergeben. Anschließend zog er sich zurück.
Kaum allein und nach einem allgemeinen Smalltalk, kamen die Herren sehr schnell zur Sache ........
Mit vielseitigen "Argumenten" versuchten sie mich an die Angel zu bekommen. Wobei im Nachhinein gesehen es ziemlich heikel war bei dieser Argumentationsführung; sie sind doch für den Frieden; ja natürlich, also ist es doch für sie keine Frage auch aktiv am Schutz unseres Landes mitzuwirken, ja wie denn? Wenn ihnen als Genosse gesagt wird Du hast als Parteiauftrag die oder die Funktion zu übernehmen wie verhalten sie sich da? Natürlich würde ich meiner Pflicht nachkommen; sie würden also auch zu den bewaffneten Organen gehen wenn sie den Auftrag bekommen? Als Kundschafter im Westen? aber gerne; Nein das nun nicht, sondern bei einem speziellen Bereich in der NVA oder GT; Ach? In der Wirtschaft ginge nicht? Nein, nur in genannten Bereichen und sie wären dann in Wirklichkeit Mitarbeiter des MfS .......
Leider, leider mußte ich an diesem Punkt mein großes Bedauern ausdrücken. Hätte ich doch gerne aktiv an der Friedenssicherung mitgewirkt aber da ich von der Armee als dauernd Dienstuntauglich ausgemustert wurde, wäre es doch schlecht möglich ......
Damit war mein Gespräch beendet und ich denke mal Heute damals hat mich nur die Ausmusterung vor dem Kampf an der unsichtbaren Front gerettet .....
Natürlich war strengstes Stillschweigen über das Gespräch zu bewahren.
Da allerdings am gleichen Tage drei weitere Kollegen im gleichem Alter plötzlich zum stellv. Direx mussten, tauschte ich mich zumindest mit einem darüber aus.
Zwei von ihnen "erlagen" den Argumenten und waren nach weiteren, auch umfassenden Gesundheitsschecks, weg bei uns und Einer tauchte vor Ort in der Kreisdienststelle wieder auf.
Was damals seine Aufgabe war konnte ich nur vermuten, aber allein die Vermutung und ein, zwei Vorfälle; bis zu diesem Zeitpunkt waren wir durchaus befreundet; ließ mich jeglichen Kontakt zu ihm abbrechen.

Ich denke mal, das gerade in den Jahren 1975/76 eine ziemlich massive Rekrutierungswelle, hauptsächlich von H/F Kadern, durch das MfS erfolgte.

Wäre interessant wenn da der Eine oder Andere etwas erhellendes dazu beitragen könnte.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

seaman und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#234

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 10:13
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #231
Um der Stasi damals bei uns im Haus keine Chance zu lassen haben wir das Hausbuch selbstorganisiert jährlich von einer anderen Familie führen lassen, so kam wenigstens jeder mal in den Genuss des IM-Feelings

Mit anderen Worten,Euer Haus war eine Widerstandszelle.
Aber man sollte dem Rat des Nostalgiker folgen,er hat recht.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#235

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 11:23
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #233



Ich denke mal, das gerade in den Jahren 1975/76 eine ziemlich massive Rekrutierungswelle, hauptsächlich von H/F Kadern, durch das MfS erfolgte.

Wäre interessant wenn da der Eine oder Andere etwas erhellendes dazu beitragen könnte.

Gruß
Nostalgiker



Diese Rekrutierungswelle von H/F Kadern setzte bereits schon mind. 2 Jahre vorher ein, wie man den Dokumenten dieser Zeit entnehmen kann.
Auslöser waren nach dem Ende der Ära Ulbricht die im Zuge der Entspannungspolitik und Anerkennungswelle für die DDR fundamentalen Änderungen der internationalen Rahmenbedingungen.
Erfahrene MfS-Mitarbeiter wurden aus ihren bisherigen Aufgabenbereichen heraus gelöst bzw. veränderten sich durch diese neue Situation ihre Tätigkeitsmerkmale grundlegend.Es bestand Bedarf an hochqualifizierten Kadern.
Es mussten z.b. legale Residenturen in den zahlreichen neuen Auslandsvertretungen personell besetzt werden.
Ähnliche Beispiele gibt es mehr.
Zugleich nahm man diese neue aussenpolitische Öffnung als einen Prozeß wahr,der eine ausserordentliche "Bewährungsprobe" ist und auch"grössere Gefahren für die weitere Entwicklung und inneren Ordnung und Sicherheit" der DDR bedeuten können, die es abzuwehren gilt.(Mielke)
Politisch anmerken muss man auch,dass in dieser Zeit der VIII. Parteitag mit der proklamierten "Einheit von Wirtschafts-und Sozialpolitik" zur Anhebung des Lebensniveaus der Bevölkerung der DDR die Vorgabe war.Das verlangte Akzeptanz der Bevölkerung und innere Stabilität.
Als Folge davon erwuchsen dem MfS zahlreiche neue Aufgaben.Denken wir in etwa an eine Forcierung der Wirtschaftsspionage ,die bedingt durch internationale Handelsbeschränkungen, der DDR ein ökonomisches Überleben sichern sollte.
Hinzu kommt ausserdem,dass mit der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki 1975(KSZE) sich für das MfS und den IM-Netzen eine neue (auch personelle) Belastungsprobe und Herausforderung ergab:
Im Auftrag der SED die staatliche Sicherheit der DDR zu gewährleisten.
Im Gegensatz dazu stand die Unterschrift der DDR-Führung unter der KSZE-Akte,die Recht auf Freizügigkeit......

seaman


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.12.2013 11:33 | nach oben springen

#236

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 12:40
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #233
Ich denke mal, das gerade in den Jahren 1975/76 eine ziemlich massive Rekrutierungswelle, hauptsächlich von H/F Kadern, durch das MfS erfolgte. Wäre interessant wenn da der Eine oder Andere etwas erhellendes dazu beitragen könnte.
Gruß Nostalgiker


Erhellendes habe ich nicht, aber vielleicht hat es auch einen Zusammenhang mit den sich anbahnenden oder schon vorhandenen Problemen der Altersstruktur (insb. bei Leitungskadern) und des doch eher niedrigen Qualifizierungsniveaus der MA insgesamt. Man brauchte nun auch Fach-Spezialisten.

friedliche Grüße Andreas


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#237

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 12:55
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Wenn ich mir auch den Zorn des Einen oder Anderen zuziehen werde,für MINDESTENS 80 %des Personales war es überhaupt nicht erforderlich,dass dieses über einen Fach-geschweige denn Hochschulabschluss verfügte.Wenn dieses hochausgebildete Personal wirklich vorrangig angeworben wurde, war es Wichtigtuerei,viel wichtiger war sowieso der kadermäßig saubere Hintergrund der Person. Die wenigsten operativen Abteilungen im Inland, und das war mit Sicherheit die übergroße Masse des Mfs ,brauchte eine solche Ausbildung,es war schlichtweg ein"Anlernberuf",was nicht heißen soll man konnte auch ein Dödel sein,mir geht es um die angeblich notwendige Hoch-oder Fachschulausbildung.
Mit Sicherheit hatte die Anwerbung in dieser Zeit etwas damit zu tun,dass es immer mehr Widerstand in der Bevölkerung gab,die Ausreiseanträge stiegen ständig,gerade nach der Schlussakte und 1972 wurde das Transitabkommen ratifiziert,innerhalb weniger Jahre explodierte der Verkehr,besonders durch die DDR,es wurde Personal ohne Ende dafür gebraucht.Die operativen Abteilungen bekamen Auflagen für diesen Bereich zu werben,erfüllten sie die Vorgaben nicht,mussten sie aus den eigenen Reihen Personal abstellen,hatte ein bisschen etwas von Erpressung.Da keiner auf die"Galeere"wollte hat man sich schon bemüht mit dem Werben.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 11.12.2013 13:12 | nach oben springen

#238

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 13:18
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Du brauchst Dich ja nicht bereits voraus zu entschuldigen. Ich sehe es eben in einem anderen Blickwinkel. Ich glaube schon, dass auch das Quali-Niveau gesteigert werden sollte. Nicht umsonst kam es in den 80ern zu einer "Bildungsoffensive" z. B. im Hinblick auf die Fachschulausbildung. Über die Inhalte (auch der Ausbildung an der JHS) kann man sich auch mal unterhalten.

friedliche Grüße Andreas


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#239

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 13:51
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #238
Du brauchst Dich ja nicht bereits voraus zu entschuldigen. Ich sehe es eben in einem anderen Blickwinkel. Ich glaube schon, dass auch das Quali-Niveau gesteigert werden sollte. Nicht umsonst kam es in den 80ern zu einer "Bildungsoffensive" z. B. im Hinblick auf die Fachschulausbildung. Über die Inhalte (auch der Ausbildung an der JHS) kann man sich auch mal unterhalten.

friedliche Grüße Andreas

Da warte ich doch erstmal was andere sagen,speziell zu der Fachschulausbildung an der JHS,ich bin auch "Fachschuljurist",ausgebildet an dieser Schule.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 11.12.2013 13:59 | nach oben springen

#240

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2013 14:27
von elster427 | 789 Beiträge

Hi Karnak,
War deine Ausbildung an der JHS oder wie meine in Drewitz als Selbststudium und Prüfung im Schulungsraum der Güst?
Ich glaube das man die Fachschulausbildung in Golm nicht mit unserer in Drewitz vergleichen kann!!
mfg Jan


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