#141

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.12.2011 08:46
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von PzGrenWest
Es mag sein, dass ich da ein wenig voreingenommen bin.
Mein Schwiegervater, den ich sehr schätze, war (wie schon erwähnt) Offizier bei der Volksmarine, hat dort bis zu seiner Pensionierung gedient.
Der alte Herr, der inzwischen weit über 70 ist, hat ein Ehr- und Moralempfinden, das über jeden Zweifel erhaben ist.
Eine Armee, bei der solche Menschen dienen (können), kann so schlecht nicht gewesen sein.
Ich habe durch ihn auch einige seiner ehemaligen Offizierskameraden kennengelernt, alles ebenfalls honorige Herren.
Auch deshalb sehe ich inzwischen, nachdem doch sehr viel Zeit seit dem 9.11.1989 vergangen ist, die ehemaligen Soldaten der NVA als Kameraden.
Damals, im November 1989, war das noch anders, ich hatte wenige Wochen zuvor die Bundeswehr verlassen und war noch entsprechend 'aufgeheizt'.
Im Gespräch mit den Herren musste ich dann Jahre später einiges von dem, was ich bei der Bw gelernt hatte, stark relativieren und feststellen, dass wir auch im Westen propagandistisch beeinflusst worden sind.
Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte.
Und jemanden, der dort aus persönlichen Gründen desertiert ist (die Möglichkeit, in den Westen reisen zu können, sehe ich als persönlichen Grund), betrachte ich im negativen Sinne als Fahnenflüchtigen.
'Kameradenschwein' möchte ich hier ausdrücklich nicht sagen, auch wenn der Gedanke sich mir aufgedrängt hat.




Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#142

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.12.2011 11:19
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von AKKU 87
hallo !
es war ende august 87 als mein vorgesetzter und kumpel na. uffz.Vxxxxx seine ak 47 in die werra geworfen hat und über den zaun gletterte.
das theater, die 2ooo kam sofort und dann gings los mit dem verhör (fast die ganze nacht)und nebenbei musste ich noch pt schreiben
(er hatte seine mitgenommen) und funk + knochen augeben.
laut ausage hat er seinen posten zum pilze suchen geschickt. (lol)
aber das kuriose , er wurde als erstes am nächsten tag von der FDJ ausgeschlossen . (als lump Vxxxxx)
aber warum er geflohen ist hat keiner gefragt.
ich konnte es mir denken,hab es der 2000 auch gesagt (sie sollen mal auf seinen dienstplan schauen )
ich weiss nicht warum aber als na uffz. 2200 -0600 schichten im normalen grenzdienst und das über wochen (glaube einer konnte ihn nicht
leiden)

letzte info vom polit hptm Hxxxxx lump Vxxxxx hat sich in der brd erhängt.
so ende vom lied , ich wurde dienststellen na uffz. und hatte ein uffz. als akku (zitat KC lassen sie keinen raushängen gefreiter Gxxx)

bb akku 87




Wenn es wirklich so gewesen ist, wird wohl der KC/ Planer gegenüber der V2000 im intensiven Gespräch einigen Erklärungsbedarf gehabt haben.


zuletzt bearbeitet 26.12.2011 11:19 | nach oben springen

#143

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 31.07.2012 21:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von zzrain42 im Beitrag #17
Auszug aus "Grenztruppen der DDR"

Der Abschnitt "Getötete DDR-SOLDATEN"


.
- Der Gefreite Siegfried Widera wurde nicht, wie es in der Liste festgehalten ist, "von zivilem Flüchtling angeschossen", sondern von Grenzverletzern brutal mit einer Rohrzange niedergeschlagen. An den Folgen der Verletzungen erlag der Gefreite am 08.09.1963.

Wer will, kann sich in obigem Thema weiter durch-Googeln.
Dennoch viele Grüße aus Ulm
zzrain42


http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593927/page/5
Jener Siegfried Widera stammte aus einem Nachbarort und wurde im Zusammenhang mit der Namensträgerbewegung der FDJ in meinem damaligen Betrieb geehrt, indem man eine Jugendlok mit seinem Namen versah und Jugendliche der damaligen Zeit einen Anlaß bekamen, über solche Vorkommnisse an der Grenze intensiv zu diskutieren.
Interessant bezogen auf diesen Fall war, daß man das Tötungsverbrechen mit aller Gewalt einer Bande (Girrmann) ankreiden wollte, die es wohl dann nicht gewesen sein soll, wozu das nützlich war, kann ich mir auch nicht erklären.
Intern hat man die Opfer in einer Auswertung dahingehend nachträglich kritisiert, zu vertrauensseelig gegenüber den späteren Mördern und Grenzverletzern gewesen zu sein und auch wenn der Fall sich nur zwei Jahre nach der Grenzsicherung ereignete zeigt es doch, wie problematisch für die Grenzer die schnelle Entscheidungsfindung war und wie oft die Nerven wohl blank lagen.
Ich kann mich noch erinnern, daß ich vom ehemaligen Brigadier dieser Jugendlok einmal angesprochen wurde, was ich über Siegfried Widera weiß und mußte damals leider passen, es war erstens vor meiner Zeit und zweitend kein Schulstoff.
Die Ehrung des Grenzsoldaten geht auch nach heutigen Prämissen in Ordnung, er war schlichtweg ein Opfer von Kriminellen, denen es danach angeblich auch noch leid tat, daß es Tote gab, er hätte aus einem Notstand (!) heraus gehandelt woraufhin die Ermittlungen 1969 ohne eine Strafe eingestellt wurden.
Zurück in Gorenzen blieb die damals schwangere Frau von Siegfried Widera und möglicherweise auch Kameraden, denen man zwangsläufig noch mehr Mißtrauen anerziehen mußte mit weiteren Folgen im weiteren Verlauf der Grenzsicherung.



nach oben springen

#144

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 12:32
von Gebi (gelöscht)
avatar

Was waren die Beweggründe ?. Ist sicherlich eine Ansammlung von Gründen und immer etwa anders zu sehen. Die Sorglosigkeit in der man in der DDR gelebt hat, konnte es ja wahrscheinlich nicht sein.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es eine Mangelwirtschaft und eine Unfreiheit gab. Nach Ausrufung des Kriegsrechts in Polen in den achtziger Jahren, durften wir nicht mehr dort hin zu unserem befreundeten Ländern. Alles wurde beobachtet und bespitzelt. Wie ich aus meiner Akte erfahren habe, wurde der der mich beobachtete auch gleichzeitig beobachtet. Alles unter dem Motto "Kontrolle ist besser als Vertrauen".

Ich selbst habe mehrere Fahnenfluchten in Lichtenhain erlebt und wie die Leute anschließend behandelt wurden. Erst mal die Schnürsenkel aus den Schuhen und dann kam das MfS. Eine Auwahl von Soldaten wurde regelmäßig zu bestimmten Vorgesetzten befragt, was man denn so treibe im Grenzdienst.
Ich will die Zeit nicht zurückhaben. Damit meine ich nicht, dass einiges erhaltenswert gewesen wäre. Aber wird sind auf einem guten Weg und haben bereits führende Stellen mit Ostdeutschen besetzt. Das lässt hoffen, dass es in Zukunft in allen Bereichen etwas vernünftiger zugeht.


Gruß Gebi


nach oben springen

#145

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 13:32
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Gebi
Ich selbst habe mehrere Fahnenfluchten in Lichtenhain erlebt und wie die Leute anschließend behandelt wurden. Erst mal die Schnürsenkel aus den Schuhen und dann kam das MfS.


Hä?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#146

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 13:57
von Gebi (gelöscht)
avatar

Das erlebte war schon bittere Realität und nicht hä oder ähnliches ?

Ich war selbst mal bei einem Verhör, da ich nach 42 Stunden Dienst an der berühmten eingenickt bin. Ich war froh, dass ich wieder raus war. Vier Mann und vier Ecken. Da hatte auch der KC nicht viel zu sagen, da er nicht eingeladen war.Man wußte ja auch nicht, was einem geschieht. Angst hatte ich allemal.

Es ist nicht böse gemeint ! Man muss sachlich über die Dinge reden und dem Spruch auf der Startseite folgen " Wer die Zukunft ...... der muss sich auch mit der Vergangenheit..... "

Gruß


nach oben springen

#147

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 14:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Das 'Hä?' bezog sich auf die farblich hervorgehobene Begriffe Fahnenfluchten und Schnürsenkel.

Erfolgten die zahlreichen von Dir beobachteten Fahnenfluchtversuche alle aus dem Ausgang oder Urlaub oder warste etwa ein Falli?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 22.08.2012 14:13 | nach oben springen

#148

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 14:19
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nu is es doch nicht so schwer der 94 zu folgen. Wenn es eine Fahnenflucht war, weshalb sollte sich der Rest dann seiner Schnürsenkel entledigen bevor das MfS erschien? Meinst Du dem versucht Fahnenflüchtigen wurden sie entnommen, dann war es eben keine Fahnenflucht!

4 vom MfS erschienen um einen beim GD entschlummerten zu vernehmen? Muss ja großes Kino bei euch gewesen sein, im Normalfall wär das ja noch nicht einmal ne Hausnummer für den zuständigen V0'er.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#149

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 14:40
von Gebi (gelöscht)
avatar

hallo 94,

entschuldige meine leichte Überreaktion.

Die versuchten Fluchten sind aus dem Urlaub passiert. Ich habe mit den beiden noch im Zug gesessen. Ich war froh nicht mit in den Dienst zu müssen und habe mich gleich niedergelegt. Die beiden haben sich in Lichtenhain aufgemacht und wurden gefasst. Ich sehe die beiden immer noch im Speisesaal allein und bewacht mit Mp sitzen.

Wir hatten auch einmal einen Fall eines nicht mehr aus dem Urlaub zurückkehrenden BU. Wir haben nahezu ein halbes Jahr Hälftedienst geschoben. Bei Autoklau in Rostock haben sie ihn erwischt.

Es gab noch mehr derartige Fälle. Aus dem unittelbaren Dienst ist mir kein Fall bekannt.

Das Ergebnis in beiden Fällen war gleich: Schwedt


Gruß Gebi


nach oben springen

#150

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 17:55
von Arnstädter | 266 Beiträge

Ich glaube ,jeder der an der grünen Grenze war hatte immer die Möglichkeit abzuhauen. Für mich selbst kamen sicherlich auch ab und zu diese Gedanken,und auch Möglichkeiten.(Wir waren sehr jung) .zb Wenn man zur Nachtschicht den Kolonnenweg entlang ging,bei schönsten Mond schein und Sternenhimmel,
Viele von uns haben es nicht getan ,nicht nur wegen der Familie ,ein großer Grund war doch sicherlich auch ,dein Kamerad der neben dir lief.
oder auch eine Art Patriotismus zu seinen Geburtsland.


das System funktioniert weil du funktionierst
Jobnomade, Pzella 82 und Schmiernippel haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#151

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.08.2012 20:27
von Gebi (gelöscht)
avatar

[Bin gerade rein vom Kunden,

ich habe garnicht mal an eine Flucht gedacht. Hatte es nicht unbedingt zu Hause schön, trotzdem nicht daran gedacht. Schauberg, wer kenn Schauberg, da war 1977 noch keine Sperranlage. es wäre in leichtes gewesen. Man hat die Leute manchmal Bier trinken sehen. Irgendwie war man doch manchmal unbeholfen. Minen lagen da auch nicht. Was hat mich als gehindert. Man wußte ja nicht, was zu Hause passiert. War wohl das schlimmste und dann wäre man auch in der Aktuellen Kamera gekommen. " starker Beifall "


nach oben springen

#152

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 07:45
von Gebi (gelöscht)
avatar

Guten Morgen,

solche Dinge kommen ja meisst vor, wenn mal etwas passiert ist. Dein Vermutung gibt Dir Recht. Der Sohn eines hochrangigen Offiziers hat irgendwelchen blöden Mist gebaut und man hat ihm eine etwas mildere Strafe versprochen, wenn er einige Dinge auspackt. Es kam ja irgendwie immer etwas vor und müde waren wir immer, jedenfalls kann ich für mich sprechen. Die Winter waren ja in der Sauschlucht nicht gerade angenehm und dann sehr viel A-Gruppeneinsätze.

Da hat man eben mal aufgeräumt. Das ist übrigens schon 1977 in Lichtenhain passiert. Kompanie wurde wegen irgendwelcher Betrügereien bei der Schießausbildung aufgelöst. Westfernsehen gab es damals glaube ich auch. Mal was anderes, als AK. Jedenfalls wurden die Offiziere versetzt, mache in den Zivildienst. Es könnte sein, dass die Herren dadurch sensibilisiert waren. So etwas war sicher immer mit Konsequenzen verbunden.

Schnürsenkel: Ist ja auch gleich, jedenfalls Stiefel aus und Hablbschuhe ohne Schnürsenkel an. das war schon Fahnen- und versuchte Republikflucht, oder ?

Gruß


Zitat von Feliks D. im Beitrag #148
Nu is es doch nicht so schwer der 94 zu folgen. Wenn es eine Fahnenflucht war, weshalb sollte sich der Rest dann seiner Schnürsenkel entledigen bevor das MfS erschien? Meinst Du dem versucht Fahnenflüchtigen wurden sie entnommen, dann war es eben keine Fahnenflucht!

4 vom MfS erschienen um einen beim GD entschlummerten zu vernehmen? Muss ja großes Kino bei euch gewesen sein, im Normalfall wär das ja noch nicht einmal ne Hausnummer für den zuständigen V0'er.


nach oben springen

#153

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 12:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Arnstädter im Beitrag #150
Ich glaube ,jeder der an der grünen Grenze war hatte immer die Möglichkeit abzuhauen. Für mich selbst kamen sicherlich auch ab und zu diese Gedanken,und auch Möglichkeiten.(Wir waren sehr jung) .zb Wenn man zur Nachtschicht den Kolonnenweg entlang ging,bei schönsten Mond schein und Sternenhimmel,
Viele von uns haben es nicht getan ,nicht nur wegen der Familie ,ein großer Grund war doch sicherlich auch ,dein Kamerad der neben dir lief.
oder auch eine Art Patriotismus zu seinen Geburtsland.



Wenn du am Bach standest und es wäre nur ein Schritt gewesen kamen schon Gedanken, aber es wäre Verrat gewesen und wer mag ein Verräter sein?


Jobnomade und Arnstädter haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#154

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 13:36
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Fahnenflucht ?
Und dann noch direkt über die Grenze?
Nein: auf so einen Gedanken wäre ich nie gekommen, nicht mal im Ansatz.
Trotz aller Widrigkeiten des Dienstes.
Wir haben unsere Kindheit und Jugend in diesem Land verbracht. Unsere Familien waren im "Hinterland". Was wird dann mit denen geschehen ?

Die Frage, die mich "draussen" oft bewegt hat, war:
"Wenn jetzt hier einer spinnt und durchdreht (egal auf welcher Seite), so dass der Krieg ausbricht - dann bist du als erster mit dran..."

Zum Glück haben wir dieses und andere Probleme ganz anders lösen können - aber wer konnte das 1979/80 schon vorhersagen ?


u3644_Jobnomade.html
nach oben springen

#155

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 13:39
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Die es gemacht haben, ohne jemanden dabei zu verletzen, kann man aber auch verstehen.
Ich hatte immer unterschwellig Angst eines Tages ein "Hindernis" zu sein das aus dem Weg geräumt werden muss und eine unterladene, automatische Waffe war ja schnell zur Hand.
Das mulmige Gefühl hatten aber bestimmt alle.
Zum Glück ging alles gut.


zuletzt bearbeitet 23.08.2012 13:46 | nach oben springen

#156

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 13:51
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #155
..., kann man aber auch verstehen. [...] Das mulmige Gefühl hatten aber bestimmt alle.
Bitte NICHT verallgemeinern.
Du könntest sonst etwas unsachlich wargenommen werden, wenn Du von Dir auf 'alle' Deine Schlüsse ziehst. Danke!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 23.08.2012 13:54 | nach oben springen

#157

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 20:27
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Grundsätzlich muss ich sagen, wenn ich den Ehrbegriff/den Begriff der Ehre mal strapaziere und einzig nur auf den Dienst in einer Armee für das Vaterland beziehe, solche Art Fahnenflucht ist dann auch tatsächlich eine und verdient meine Verachtung solange nicht extreme Gründe vorliegen die diese Flucht zwingend erforderlich machen (ungesetzliche Befehle zum Beispiel).

Bei Fahnenflucht zur Republikfllucht, sieht das aber ein wenig anders aus, bzw. das trenne ich.
Warum?
Man muss sich den "Geist", also die Absicht der Fahnenflucht vor Augen halten.
Dem Fahnenflüchtigen, ging es vermutlich eher weniger um eine Flucht vor der Fahne, vor dem Dienst, sondern vor dem Land.
Die Fahnenflucht wird somit unweigerlich "nur" zum Beiwerk und ist nicht Hauptaugenmerk des Flüchtlings.
Eine Fahnenflucht bleibt sie natürlich trotzdem, aber zumindest für mich, eine mit einem "Geschmäckle", welches die Ehrverletzung einer Fahnenflucht mildert.

Anders gesagt...
Der Tatbestand der Fahnenflucht mit anschliessender Republikflucht, ist von der menschlichen Definition her nicht ganz richtig.
Es müsste heissen Republikflucht mit vorhergehender Fahnenflucht.

Für manchen mag das Erbsenzählerei sein, für mich persönlich ist diese Unterscheidung aber von Wichtigkeit wenn man diese Fluchten fair bewerten möchte.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
nach oben springen

#158

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 21:24
von 94 | 10.792 Beiträge

Aus dem Grenzdienst heraus hätte so ein R-Flüchtling mit vorausgeganger F-Flucht natürlich auch nie die Waffe eingesetzt, um seine Flucht durchzusetzen? Also spätestens an dieser Stelle macht dann der B44 und der dazugehörige V-Nuller wohl richtig Sinn ...

Will damit nicht in Abrede stellen, das man das bei den GT erworbene Wissen über den pioniertechnischen Ausbau und das Grenzregime NACH seiner Zeit für einen Angriff nutzen kann, entsprechende Konflikte im persönlichen und/oder dienstlichen Umfeld vorausgesetzt. Und selbst dann gabs 'elegantere' Wege, sich aus der Staatbürgerschaft der DDR zu verabschieden.

Aber aus dem Dienst heraus IST es Verrat, immerhin warste ja vergattert, schon vergessen?
Eine besondere Tragödie sind die Fälle, wo aus 'Geigel' heraus Ernst wurde. Zum Beispiel die 'beliebte' Grenzerrolle (Schnellanschlag Kaschi durchgeladen mit der Ärmelschlaufe) und auf einmal machts Peng und PF oder Paula liegt im eigenem Saft und zuckt nimmer. Und selbst dann isses menschlich gesehen immer noch eine Schweinerei, wenn man übern Zaun hüpft.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#159

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 22:14
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Klare Worte denen man nichts hinzufügen muss, nur meinen Respekt möchte ich Dir an dieser Stelle noch aussprechen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#160

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.08.2012 22:26
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #158
Aus dem Grenzdienst heraus hätte so ein R-Flüchtling mit vorausgeganger F-Flucht natürlich auch nie die Waffe eingesetzt, um seine Flucht durchzusetzen? Also spätestens an dieser Stelle macht dann der B44 und der dazugehörige V-Nuller wohl richtig Sinn ...

Will damit nicht in Abrede stellen, das man das bei den GT erworbene Wissen über den pioniertechnischen Ausbau und das Grenzregime NACH seiner Zeit für einen Angriff nutzen kann, entsprechende Konflikte im persönlichen und/oder dienstlichen Umfeld vorausgesetzt. Und selbst dann gabs 'elegantere' Wege, sich aus der Staatbürgerschaft der DDR zu verabschieden.

Aber aus dem Dienst heraus IST es Verrat, immerhin warste ja vergattert, schon vergessen?
Eine besondere Tragödie sind die Fälle, wo aus 'Geigel' heraus Ernst wurde. Zum Beispiel die 'beliebte' Grenzerrolle (Schnellanschlag Kaschi durchgeladen mit der Ärmelschlaufe) und auf einmal machts Peng und PF oder Paula liegt im eigenem Saft und zuckt nimmer. Und selbst dann isses menschlich gesehen immer noch eine Schweinerei, wenn man übern Zaun hüpft.


@94
Ist so etwas denn überhaupt real passiert ? Also, nach meiner Erfahrung kam so etwas nicht vor, selbst darüber gesprochen kann ich mich nicht erinnern ?!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Johnny und die Grenzsoldaten
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von ABV
13 26.07.2016 20:56goto
von Lutze • Zugriffe: 1475
als Grenzsoldat die DDR verraten
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Lutze
151 07.08.2015 21:04goto
von Heimgänger 80 • Zugriffe: 9553
Meine Fahnenflucht im Harzvorland am 14.November 1969
Erstellt im Forum Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer von
37 09.09.2015 02:19goto
von Cambrino • Zugriffe: 13273
Legendierte Fahnenfluchten
Erstellt im Forum Spionage Spione DDR und BRD von Grenzerei
20 05.04.2013 08:40goto
von 94 • Zugriffe: 3928
Fahnenfluchten russischer Soldaten
Erstellt im Forum DDR Staat und Regime von Mozart
161 04.11.2014 22:47goto
von Grenzerhans • Zugriffe: 19302
Fahnenflucht eines Postenpaares GR 42 ; 2.GK Berlin/Waßmannsdorf
Erstellt im Forum Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer von Feliks D.
38 23.05.2010 00:14goto
von Feliks D. • Zugriffe: 8067
Verletzte Grenzsoldaten durch Minen
Erstellt im Forum Mein Leben als DDR Grenzsoldat von Dieter1945
91 02.02.2015 22:34goto
von Maurer • Zugriffe: 13243
Fahnenflucht eines BGS Beamten
Erstellt im Forum Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer von Feliks D.
59 15.03.2010 12:01goto
von karl143 • Zugriffe: 5226
Grenzsoldaten und Grenztruppen der Deutschen Demokratischen Republik
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Angelo
51 01.04.2013 23:29goto
von 82zwo • Zugriffe: 7655

Besucher
20 Mitglieder und 63 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 1577 Gäste und 124 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557202 Beiträge.

Heute waren 124 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen