#101

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 15.10.2016 23:52
von eisenringtheo | 9.169 Beiträge

Wir sollten hier bei Juristen bleiben. Hier ist der gesellschaftliche und politische Aspekt von grosser Bedeutung. Im Gegensatz zur Justiz ist das Militärwesen eher ein Handwerk. Strategie und Taktik sind bei allen Armeen in allen Staaten ziemlich gleich. Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb die DDR, welche sich den Antifaschismus auf die Fahnen geschrieben hatte, alte Nazikader aus der Wehrmacht übernommen und sie auch noch in höhere Ränge befördert hat.
Die Versetzung dieser Kader in den Ruhestand in den 1950er Jahre war ein rein politischer Entscheid, weil man die Bundeswehr und die Wehrpflicht in Westdeutschland brandmarken und diese als angeblichen Beweis für den revanchistischen und aggressiven Charakter der BRD anführen wollte. Eine von Nazigenerälen geführte NVA wäre da nicht sehr hilfreich gewesen.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#102

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 15.10.2016 23:53
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Zitat von IM Kressin im Beitrag #82


Dass der Wechsel von der Reichskriegsflagge zur SSSR nicht auf Gegenliebe trifft beim Oberkommandierenden der Wehrmacht, braucht vermutlich nicht besonders herausgestellt zu werden.



Ich verstehe den Satz nicht.

Wer oder was ist die SSSR

Wer war der Oberkommandierenden der Wehrmacht nach 1945?

Hat die Wehrmacht nach 1945 noch Einfluß in Deutschland gehabt. Etwa beim bundesdeutsche Zoll?


Ich sag es mal mit einem Sprichwort " Schuster bleib bei Deinem Leisten "

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#103

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 00:16
von eisenringtheo | 9.169 Beiträge

Союз Советских Социалистических Республик (CCCP). Ergibt dann in lateinischen Buchstaben: SSSR
Wilhelm Adam hat 1943 (aus Sicht der Deutschen) in der Kriegsgefangenschaft Fahnenflucht begangen. Damals gab es den Oberkommandierenden der Wehrmacht, Wilhelm Keitel, noch.


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zuletzt bearbeitet 16.10.2016 00:29 | nach oben springen

#104

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 09:01
von Georg | 1.008 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #100
Zitat von Georg im Beitrag #90
Zitat von Gert im Beitrag #89
Zitat von Georg im Beitrag #85
Mit Google - Wissen lassen sich schöne Zahlenspiele betreiben !
In der Bundeswehr dienten über 700 Ritterkreuzträger. In der KVP/NVA dienten nicht einmal 500 ehemalige Offiziere der Wehrmacht. Die Frage ist
für mich wie lange die Offiziere der Wehrmacht in den Streitkräften gedient haben.
Ernsthafte Historiker werden kaum behaupten, daß die Führungsschicht der DDR, der SED u.a. Nazis waren.
Noch ne Frage: Ist in der Bundeswehr ein Kommunist, ein Sozialdemokrat oder ein bekennender Antifaschist, die im KZ waren, Offizier oder gar General, Admiral geworden ? Oder ein Spanienkämpfer der Internationalen Brigaden ?


General Vincenz Müller, Generalleutnant der (faschistischen?)deutschen Wehrmacht, in der DDR Chef des Hauptstabes der NVA im Range eines Generalleutnants.


Mit der Nennung eines Einzelnen soll die gesamte Führungsschicht der DDR gekennzeichnet werden ?
General V. Müller`s Rolle war doch bekannt, sogar in der DDR !



Heusingers Rolle auch


Da im Forum die Bezeichnung von Menschen als Tiere nicht geahndet wird, versuche ich es nun mal:
Ich kann vom Fenster aus auf einen Hühnerhof schauen. Höchst interessant. Der Hahn, alt. Viele Federn fehlen ihm. Er bekommt wohl so was wie sein " Gnadenbrot ". Trotzdem will er noch ein echter Gockel sein und so ist sein Verhalten. Aufgeregt rast er von morgens bis abends durch sein
Revier. ( Forum ? ) Unermüdlich scharrt und kratzt er. Wenn er nun ein Einzelkorn findet, dann ist sein Geschrei groß. ( Korn hier im Forum: die rot markierten Einzelwörter.) Nur wenige Hennen beachten ihn noch und sein Lockgeschrei verfehlt seine Wirkung täglich mehr. So endet die Geschichte und der Traum vom blinden Hahn, der im Alter immer noch Balztänze und immer seltener selbst ein Korn findet. Er findet nur noch Abfälle.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#105

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 09:19
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #99
Ich meine die vielen unschuldigen Arbeitern, die am 17.Juni streikten für bessere Löhne und bessere Lebensverhältnisse.




Hallo,
Widerspruch, eben nicht nur, in ihrer "unschudigen" Naivität liessen sich viele eben mißbrauchen von Einpeitschern, gesteuert via RIAS und an der langen Leine der US-Dienste.

Im Übrigen, real lohntechnisch die Wohnungabauprogramme an der Stalinallee wurden viel im Akkordlohn errichtet. Wenn aber, das war auch auf den Baustellen so neue Technik höhere Produktivität ermöglicht, dann sind auch die stückbezogenden Akkorlöhne zu senken.

Solche Probleme sind aber von Kommisionen in Verhandlungen zu klären und nicht aufstandsähnlichen Massenaufläufen.

Praktische Frage, bessere Löhne und Lebensverhältnisse, wollte keiner im Juni 1953 die deutlichen Verbesserugnen gegenüber Juni 1945 oder 1949 zur Kenntniss nehmen?



zuletzt bearbeitet 16.10.2016 09:19 | nach oben springen

#106

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 13:04
von Georg | 1.008 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #86
Auch wenn sie es nicht ins BMJ geschafft hat, sind folgende Juristen an herausragender Stelle zu erwähnen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Bauer
Und dann das Gegenbeispiel
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Achenbach


Fritz Bauer - alle Hochachtung dem Mann. In der BRD ein Einzelfall und reicht nicht daraus eine antifaschistische Führungsschicht zu Basteln.
Ernst Achenbach ist da eher typisch für die Führungsschicht und des Geistes. Köstlich auch dies: "Als 1970 Einzelheiten bekannt wurden, stellte ihm der damalige Bundeskanzler Willy Brandt einen „Persilschein“ aus und erklärte, er kenne Achenbach seit langem. Gestützt wurde Achenbach auch von seinem „Protektor Walter Scheel“.[5] "

In dem Link der Hinweis auf den Naumann Kreis - etwas versteckt, aber beachtenswert

https://de.wikipedia.org/wiki/Naumann-Kreis:

" „Ob man eine liberale Partei am Ende in eine NS-Kampfgruppe umwandeln […] kann, möchte ich bezweifeln, wir müssen es aber auf einen Versuch ankommen lassen. […] Gäbe es keine FDP, müßte sie noch heute gegründet werden.“[2]
„Die Hauptsache ist, den Kontakt zueinander nicht zu verlieren und die Parteien bloß als ein Mittel zum Zweck anzusehen. Es wäre am besten, wenn wir unsere Leute in allen Parteien hätten, was teilweise sowieso der Fall ist.“[3] "

Zitat aus dem Link


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
zuletzt bearbeitet 16.10.2016 13:05 | nach oben springen

#107

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 19:43
von Signalobermaat | 357 Beiträge

Gert,den Begriff feindliche Übernahme habe ich erst nach der Wende kennengelernt, aus dem wirtschaftlichen Sprachgebrauch der BRD, wenn Unternehmen von anderen geschluckt wurden.
War also auch diesmal wieder kein Stasitreffer von dir.
Was man dir vom 17,Juni nicht berichtet hat waren die Opfer auf der anderen Seite, als aufgeputschte Mengen VP ,MfS und Parteifunktionäre angriffen.Die kannten auch keine Gnade.Soweit ich informiert bin, durfte außer der CA nicht geschossen werden.Ich war damals wie du noch Kind und kenne es nur vorm Hörensagen
Vom Ungarischen Putsch 1956 habe ich die Bilder gesehen, wie die Putschisten reihenweise Funktionäre und Sicherheitsleute an Laternen aufgehangen haben, aber das waren ja Freiheitskämpfer, die hatten alle Rechte.
Handlungen werden eben immer beurteilt, auf welcher Seite man steht.
Wenn Terroristen im Auftrag von BRD Organen in der DDR Brücken ,Züge und Talsperren sprengen sollten, Vieh vergifteten,waren es Freiheitskämpfer, die man noch postum rehabilitierte.( Burian u. andere)
Wenn gleiche Handlungen,wie vom IS geplant in der BRD durchgeführt werden sind es Terroristen.In beiden Fällen bleiben Unschuldige auf der Strecke.Für solche Handlungen egal von wem, kann und darf es nur die härtesten Strafen geben.
Du kannst dir zwar beim Begriff Spionage den Buch vor lachen halten,aber das ist die Krönung jeder geheimdienstlichen Tätigkeit und die DDR war eigendlich sehr erfolgreich bei der Spionagbekämpfung aber auch hier gibt es kein 100%.
Der Tenor des Strafrechts sagt eindeutig was unter Spionage fällt, das kann nun nicht jeder für sich auslegen, wie er es gerade hätte.
Aber das ist dein Stil, alles was gegen die DDR ist,ist gut, alles was gegen die BRD ist, ist schlecht.
Zwischen Schwarz und weiß gibt es immer noch grau.



Ebro, DoreHolm, Fritze, bürger der ddr und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#108

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 21:15
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #105
Zitat von Gert im Beitrag #99
Ich meine die vielen unschuldigen Arbeitern, die am 17.Juni streikten für bessere Löhne und bessere Lebensverhältnisse.




Hallo,
Widerspruch, eben nicht nur, in ihrer "unschudigen" Naivität liessen sich viele eben mißbrauchen von Einpeitschern, gesteuert via RIAS und an der langen Leine der US-Dienste.

Im Übrigen, real lohntechnisch die Wohnungabauprogramme an der Stalinallee wurden viel im Akkordlohn errichtet. Wenn aber, das war auch auf den Baustellen so neue Technik höhere Produktivität ermöglicht, dann sind auch die stückbezogenden Akkorlöhne zu senken.

Solche Probleme sind aber von Kommisionen in Verhandlungen zu klären und nicht aufstandsähnlichen Massenaufläufen.

Praktische Frage, bessere Löhne und Lebensverhältnisse, wollte keiner im Juni 1953 die deutlichen Verbesserugnen gegenüber Juni 1945 oder 1949 zur Kenntniss nehmen?



Vor vielen Jahren habe ich auch daran geglaubt, dass der " RIAS" am 17.Juni 1953 hinter dem Aufstand steckte.
Heute sehe ich das mittlerweile völlig anders. Nicht nur, aber eben auch wegen der anderen mir nun zur Verfügung stehenden Quellen.
Wie sah denn die Situation zu jener Zeit in der DDR wirklich aus:

- die Masse der Bevölkerung stand eben nicht hinter der Politik der SED und den Maßnahmen der DDR-Regierung. Bei vielen war der Staat DDR und dessen Funktionäre regelrecht verhasst. Stattdessen wünschten sich die meisten Menschen ein Ende der Teilung Deutschlands. Was jedoch zu diesem Zeitpunkt weder im Sinne der Sowjetunion noch der Westalliierten gewesen wäre.

- Der Historiker Wolfgang Venohr schildert in seinem Buch " Die Roten Preußen", dass eine Abordnung von Arbeitern aus der DDR ins Sendehaus des " RIAS" kam und dort einen Aufruf zur deutschen Wiedervereinigung verlesen lassen wollte. Dieses Ansinnen wurde jedoch von der Sendeleitung abgelehnt. Die Arbeiter mussten unverrichteter Dinge wieder zurück in die DDR.
Es entspricht nicht den Tatsachen, dass der " RIAS" aktiv in den Aufstand eingegriffen und die Teilnehmer aufgeputscht hätte.

-Die Hauptursachen des Aufstands hatte die SED selbst gesetzt. Falsche Politik, unpopuläre Entscheidungen und nicht zuletzt die enorme Ablehnung der Bevölkerung hatten sich am 16. / 17. Juni 1953 in Demonstrationen / Streiks und Gewalttätigkeiten entladen.

Kurzum-wenn die da oben nicht mehr können und die da unten nicht mehr wollen, entsteht eine revolutionäre Situation. Genau das ist in den Tagen um den 17.Juni 1953 eingetreten.

Der tragische Irrtum der Aufständischen bestand darin, auf die Hilfe des "Westens" zu hoffen. 1953 wollte jedoch offenbar niemand wegen dem Osten Deutschlands einen Dritten Weltkrieg riskieren.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#109

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 16.10.2016 21:44
von Fritze | 3.474 Beiträge

naja Uwe , zumindest mit tausenden neuen Arbeitsanzügen hatte der Westen am 17.Juni geholfen ! Man wollte wohl keine schlechten Bilder in der Presse !
Und glauben heisst nicht wissen !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#110

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 17.10.2016 00:07
von StabsfeldKoenig | 2.638 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #108
Zitat von SET800 im Beitrag #105
Zitat von Gert im Beitrag #99
Ich meine die vielen unschuldigen Arbeitern, die am 17.Juni streikten für bessere Löhne und bessere Lebensverhältnisse.




Hallo,
Widerspruch, eben nicht nur, in ihrer "unschudigen" Naivität liessen sich viele eben mißbrauchen von Einpeitschern, gesteuert via RIAS und an der langen Leine der US-Dienste.

Im Übrigen, real lohntechnisch die Wohnungabauprogramme an der Stalinallee wurden viel im Akkordlohn errichtet. Wenn aber, das war auch auf den Baustellen so neue Technik höhere Produktivität ermöglicht, dann sind auch die stückbezogenden Akkorlöhne zu senken.

Solche Probleme sind aber von Kommisionen in Verhandlungen zu klären und nicht aufstandsähnlichen Massenaufläufen.

Praktische Frage, bessere Löhne und Lebensverhältnisse, wollte keiner im Juni 1953 die deutlichen Verbesserugnen gegenüber Juni 1945 oder 1949 zur Kenntniss nehmen?



Vor vielen Jahren habe ich auch daran geglaubt, dass der " RIAS" am 17.Juni 1953 hinter dem Aufstand steckte.
Heute sehe ich das mittlerweile völlig anders. Nicht nur, aber eben auch wegen der anderen mir nun zur Verfügung stehenden Quellen.
Wie sah denn die Situation zu jener Zeit in der DDR wirklich aus:

- die Masse der Bevölkerung stand eben nicht hinter der Politik der SED und den Maßnahmen der DDR-Regierung. Bei vielen war der Staat DDR und dessen Funktionäre regelrecht verhasst. Stattdessen wünschten sich die meisten Menschen ein Ende der Teilung Deutschlands. Was jedoch zu diesem Zeitpunkt weder im Sinne der Sowjetunion noch der Westalliierten gewesen wäre.

- Der Historiker Wolfgang Venohr schildert in seinem Buch " Die Roten Preußen", dass eine Abordnung von Arbeitern aus der DDR ins Sendehaus des " RIAS" kam und dort einen Aufruf zur deutschen Wiedervereinigung verlesen lassen wollte. Dieses Ansinnen wurde jedoch von der Sendeleitung abgelehnt. Die Arbeiter mussten unverrichteter Dinge wieder zurück in die DDR.
Es entspricht nicht den Tatsachen, dass der " RIAS" aktiv in den Aufstand eingegriffen und die Teilnehmer aufgeputscht hätte.

-Die Hauptursachen des Aufstands hatte die SED selbst gesetzt. Falsche Politik, unpopuläre Entscheidungen und nicht zuletzt die enorme Ablehnung der Bevölkerung hatten sich am 16. / 17. Juni 1953 in Demonstrationen / Streiks und Gewalttätigkeiten entladen.

Kurzum-wenn die da oben nicht mehr können und die da unten nicht mehr wollen, entsteht eine revolutionäre Situation. Genau das ist in den Tagen um den 17.Juni 1953 eingetreten.

Der tragische Irrtum der Aufständischen bestand darin, auf die Hilfe des "Westens" zu hoffen. 1953 wollte jedoch offenbar niemand wegen dem Osten Deutschlands einen Dritten Weltkrieg riskieren.

Gruß an alle
Uwe


Was allerdings nicht voll der Wahrheit entspricht. Auch wenn kein Aufruf zur sog. "Wiedervereinigung" gesendet wurde, konnte über streiks und Demonstrationen in Berlin am 16. Juni berichtet und eine Aufforderung zu weiteren Streiks (Zitat. "Sucht eure Strausberger Plätze auf, überall") einmalig gesendet werden. Außerdem gibt es bis heute keine Information über eine überregionale Organisation (Vergleichbar mit Solidarnosz), so daß also alles, was über den Rahmen des einzelnen Betriebes hinausging, von westlichen Geheimdiensten (auch privater Dienste, wie das sog. "Ostbüro" der SPD) organisiert worden sein mußte. Indiz dafür sind die Sichtung der "Flitzer" mit den sehr auffällig neuen Fahrrädern und Personen ind neuer Arbeitskleidung (Gleichartige Subjekte hatten im Auftrag der FDP vor einigen Jahren in Berlin am 1. Mai eine "Gegendemo" zur DGB-Demo veranstaltet).



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#111

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 17.10.2016 08:07
von eisenringtheo | 9.169 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #110
(...)

Was allerdings nicht voll der Wahrheit entspricht. Auch wenn kein Aufruf zur sog. "Wiedervereinigung" gesendet wurde, konnte über streiks und Demonstrationen in Berlin am 16. Juni berichtet und eine Aufforderung zu weiteren Streiks (Zitat. "Sucht eure Strausberger Plätze auf, überall") einmalig gesendet werden. Außerdem gibt es bis heute keine Information über eine überregionale Organisation (Vergleichbar mit Solidarnosz), so daß also alles, was über den Rahmen des einzelnen Betriebes hinausging, von westlichen Geheimdiensten (auch privater Dienste, wie das sog. "Ostbüro" der SPD) organisiert worden sein mußte. Indiz dafür sind die Sichtung der "Flitzer" mit den sehr auffällig neuen Fahrrädern und Personen ind neuer Arbeitskleidung (Gleichartige Subjekte hatten im Auftrag der FDP vor einigen Jahren in Berlin am 1. Mai eine "Gegendemo" zur DGB-Demo veranstaltet).


Eine überregionale Koordinierung kann auch von DDR Gewerkschafts- und Parteiorganen (evtl. mit Unterstützung von sowjetischen Personen) erfolgt sein, die eine Änderung des sozialistischen Kurses wollten. Die Chronik der Ereignisse vor und nach dem Aufstand lassen dies vermuten (sogenannte "Palastrevolution").
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Chronik_1953
Insbesondere die Umstrukturierung und Abwertung des Ministeriums für Staatssicherheit zum Staatssekretariat fällt mir in die Augen
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Zaisser


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#112

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 18.10.2016 00:43
von StabsfeldKoenig | 2.638 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #111
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #110
(...)

Was allerdings nicht voll der Wahrheit entspricht. Auch wenn kein Aufruf zur sog. "Wiedervereinigung" gesendet wurde, konnte über streiks und Demonstrationen in Berlin am 16. Juni berichtet und eine Aufforderung zu weiteren Streiks (Zitat. "Sucht eure Strausberger Plätze auf, überall") einmalig gesendet werden. Außerdem gibt es bis heute keine Information über eine überregionale Organisation (Vergleichbar mit Solidarnosz), so daß also alles, was über den Rahmen des einzelnen Betriebes hinausging, von westlichen Geheimdiensten (auch privater Dienste, wie das sog. "Ostbüro" der SPD) organisiert worden sein mußte. Indiz dafür sind die Sichtung der "Flitzer" mit den sehr auffällig neuen Fahrrädern und Personen ind neuer Arbeitskleidung (Gleichartige Subjekte hatten im Auftrag der FDP vor einigen Jahren in Berlin am 1. Mai eine "Gegendemo" zur DGB-Demo veranstaltet).


Eine überregionale Koordinierung kann auch von DDR Gewerkschafts- und Parteiorganen (evtl. mit Unterstützung von sowjetischen Personen) erfolgt sein, die eine Änderung des sozialistischen Kurses wollten. Die Chronik der Ereignisse vor und nach dem Aufstand lassen dies vermuten (sogenannte "Palastrevolution").
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Chronik_1953
Insbesondere die Umstrukturierung und Abwertung des Ministeriums für Staatssicherheit zum Staatssekretariat fällt mir in die Augen
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Zaisser


Auch wenn an einer solchen Behauptung was dran wäre, wäre dies heutzutage durch Historiker erschlossen und veröffentlicht worden. Und die MfS-Auflösung (Rückstufung zum Staatssekretariat) war eine Reaktion auf die innersowjetischen Ereignisse, aber auch das Versagen des MfS vor dem 17.06.1953 (wieso waren diese Ereignisse nicht im Voraus aufgeklärt und verhindert worden?).



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#113

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 19.10.2016 19:01
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo!
Ich hatte gestern Gelegenheit im Landeshauptarchiv Potsdam weitere Akten zu meinem Wohnort Küstrin-Kietz einzusehen. Darunter auch solche, die sich mit der " Entnazifizierung" und der Beschlagnahme von Grundbesitz ehemaliger " Nazi und Kriegsverbrecher" beschäftigen.
Abgesehen von zwei Fällen, die 1945 aus dem Ort verschwanden und wohl tatsächlich " Dreck am Stecken hatten", handelte es sich in allen weiteren Fällen um einfache NSDAP-Mitglieder. In Ausnahmefällen waren unter ihnen auch frühere SS oder SA-Männer, die dort lediglich untergeordnete Funktionen ausübten.
In einem Fall erfolgte die Verhaftung durch die SMAD. Der konkrete Grund ist nicht bekannt, bei dem Verhafteten handelte es sich laut Aktenlage lediglich um ein NSDAP-Mitglied ohne Funktionen.
Dem langjährig in Küstrin-Kietz praktierenden, unter der Bevölkerung sehr beliebten Arzt Dr. Hans Kube, wurde die bei den Kampfhandlungen 1945 lediglich relativ leicht beschädigte Villa beschlagnahmt. Obwohl, sich nachweislich, viele Einwohner von Küstrin-Kietz sowie die Belegschaft des Krankenhauses Seelow, wo der Arzt nach 1945 die " Innere Abteilung" leitete, für den Mann einsetzte. Vorgeworfen wurde dem Arzt, dass er langjähriges Mitglied der NSDAP war. Außerdem setzte man, auf Grund einer Namensgleichheit, das Gerücht in Umlauf, dass Dr. Kube ein Verwandter des berüchtigten ehemaligen NSDAP-Kreisleiters sei.
Weder der Einspruch des Arztes, noch der Einsatz der Bevölkerung konnte die Beschlagnahme verhindern. Völlig unverständlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Villa des Arztes nicht etwa der Bevölkerung als Wohnraum zur Verfügung gestellt, was in dem zu über neunzig Prozent zerstörten Ort wohl mehr als naheliegend gewesen wäre, sondern abgerissen!! Die Steine dienten dann später zum Aufbau neuer Häuser.
Hass? Dummheit? Eine Mischung von beiden? Oder wollte hier der damalige Bürgermeister, der laut Überlieferung bereits vor 1933 der KPD angehörte, alte Rechnungen begleichen?
Weiterhin drängt sich in anderen Fällen vor allem bei beschlagnahmten größeren Bauernwirtschaften der Verdacht auf, dass die "Entnazifizierung", zumindest in einigen Fällen, einen legalisierten staatlichen Landraub darstellte.
Die bloße Mitgliedschaft in der NSDAP konnte auch in beruflicher Hinsicht erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. So wurde ein " Hilfsweichensteller" auf dem Bahnhof Kietz, nach " eingehender Prüfung", wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft aus dem Dienst entfernt. Obwohl ein Bekannter bestätigte, dass der gechasste Eisenbahner seiner Zeit lediglich " aus wirtschaftlicher Not" in die NSDAP eingetreten war. Laut Aussage der Prüfungskommission erschien der ehemalige Bahner für den " Öffentlichen Dienst" nicht mehr tragbar.
Aber es gibt noch ein anderes Beispiel, dass ich schon einmal an anderer Stelle erwähnte hatte. Das eines jungen Lehrers, der seine, wenn auch nicht freiwillige Mitgliedschaft bei der Waffen-SS gleich zweimal in entsprechenden Fragebögen verschwiegen hatte. Schon 1953 kam die Staatssicherheit hinter sein Geheimnis. Die Stasi stellte den Lehrer 1953 vor die Wahl, entweder fortan als IM zu arbeiten, oder wegen der Fragebogenlügen entlassen und gegebenenfalls vor Gericht gestellt zu werden. Zur Bekräftigung drohte das MfS weiter damit, " den sowjetischen Geheimdienst von seiner SS-Mitgliedschaft und dem Umstand das er nach der Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft illegal in die " Sowjetische Zone" eingereist war, den " Freunden" zu melden. Der Lehrer unterschrieb. Bis zum Ende der DDR blieb er sowohl IM als auch im Schuldienst. Das alles kann ich jedoch nur schreiben, weil er seit langem offen mit seiner Vergangenheit umgeht.
Auch wenn mein " Nest" nun nicht gerade der " Nabel der Welt ist", lassen diese Vorgänge die " Entnazifizierung" in keinem besonders guten Licht erscheinen. Ich bin mir beinahe sicher, dass sich ähnliche Dinge in der gesamten DDR bzw. in der " Sowjetzone", abgespielt haben.
Meiner Meinung nach sollte die " Entnazifizierung" sofern noch Akten oder gar lebende Zeitzeugen vorhanden sind, unbedingt aufgearbeitet werden!
Und hier noch eine Bemerkung am Rande: Wer jetzt pauschal auf die " bösen Kommunisten" schimpft, für den habe ich noch ein Beispiel. Auf das ich bei meinen Forschungen gestoßen bin. In meiner jetzigen Straße wohnte früher der Herr Schenke. Herr Schenke war ein überzeugter Kommunist und Gegner der Nazis. Aber nicht erst nach 1945, sondern bereits vor 1933! Kurz nach der Machtergreifung der Nazis beteiligte er sich an einer Plakataktion gegen Hitler in Küstrin. Die Aktion wurde von einem Bauernsohn aus Küstrin-Kietz, dessen Namen (noch) nicht bekannt ist, denunziert. Der Herr Schenke kam ins KZ Sonnenburg, aus dem er nach mehreren Monaten, körperlich schwer gezeichnet, entlassen wurde.
Er blieb zwar künftig seiner Überzeugung weiter treu, hielt sich jedoch, wohl auch aus Rücksicht auf seine Familie, zurück.
Nach 1945 wehrte er sich vehement gegen sämtliche Versuche ihn für die SED zu werben . Herr Schenke wollte mit dieser Art " Kommunismus" nichts zu tun haben. Tja, warum wohl?

Gruß an alle und noch einen schönen Abend
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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Lutze und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#114

RE: BM Justiz.....Akte Rosenburg.....Altnazis im Justizdienst

in Themen vom Tage 19.10.2016 20:07
von Georg | 1.008 Beiträge

Die DDR hat es wenigstens versucht. Die BRD.......wie sagte der Bundesminister für Justiz Herr Maas zum Fall " Rosenburg ":

Sie hat den demokratischen Neubeginn belastet, behindert und verzögert. Der Bericht zeigt die Folgen auf: Viele Gesetze wurden nur sehr oberflächlich entnazifiziert. Nazi-Gesetze erhielten dadurch ihren demokratischen Segen. Deshalb haben wir bis heute in den Gesetzen Formulierungen und Ideen, die aus der NS-Zeit stammen, wie der umstrittene Jugendarrest im Jugendstrafrecht und der Mordparagraph. Die zweite Folge der Kontinuität ist, dass viele Opfer der Nazis auch in der jungen Bundesrepublik diskriminiert wurden. Ein bedrückendes Beispiel ist die Verfolgung von Homosexuellen. Eine weitere Folge der personellen Kontinuität war, dass das BJM Völkermördern und Kriegsverbrechern half, indem es deren Strafverfolgung systematisch vereitelte.“

Mehr: https://de.sputniknews.com/gesellschaft/...burg-nazis-brd/


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