#1

Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 04.08.2016 19:40
von icke46 | 2.593 Beiträge

Seit einiger Zeit stelle ich mir die Frage, ob es an der Berliner Mauer, analog dem bekannten Haus Hoßfeld in Vacha, Gebäude gab, die durch die Grenze geteilt wurden.

Die Sache mit Gebäuden, die genau auf der Grenzlinie lagen, ist ja allgemein bekannt. Zum Beispiel gehörten ja die Häuser auf der einen Strassenseite der Bernauer Strasse zu Ost-Berlin, während der Bürgersteig davor bereits West-Berlin war, weshalb die Häuser leergezogen und als Grenzbefestigung zweckentfremdet wurden. Auch in West-berlin gab es Strassen, wo die Häuser im Westen lagen, der Bürgersteig aber im Osten. Durch die Rückverlagerung der Mauer konnten die Bewohner ihre Häuser immerhin durch den Vordereingang verlassen.

Weiss jemand, ob es in Berlin etwas ähnliches wie das oben genannte Haus Hoßfeld gab?

Gruss

icke



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#2

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 04.08.2016 20:05
von mibau83 | 822 Beiträge

etwas vergleichbares, aber nicht in berlin, gab es an der grenze zwischen thüringen und bayern.
drei häuser des ortes kleintettau, die auf ddr-gebiet lagen. der sogenannte weiler kleinlichtenhain.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinlichtenhain

http://www.grenzerinnerungen.de/bilder/n...nde/kleintettau


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#3

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 04.08.2016 21:04
von andyman | 1.875 Beiträge

Hier habe ich einen Beitrag im Archiv gefunden.Das Haus ,ein ehemaliger Betrieb in Ostberlin,Treptow,steht direkt am Flutgraben,der zu Kreuzberg gehört.Es gab auch eine geglückte Flucht mit Durchbruch einer Wand aus Glasbausteinen und Sprung in den Graben. Grenzspuren am Flutgraben - Berliner Mauer zwischen Kreuzberg und Treptow Grenzspuren am Flutgraben - Berliner Mauer zwischen Kreuzberg und Treptow
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#4

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 04.08.2016 22:07
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Am Nordbahnhof war der Grenzverlauf so, dass der eigentliche orberirdische Bahnhof auf Ostberliner Gebiet, der S-Bahnhof auf Westberliner Gebiet lag, das S.Bahn Betriebswerk hingegen wieder auf Ostberliner Gebiet. Folglich waren im S-Bahnhof Grenzkontrollen eingerichtet - für die S-Bahn Mitarbeiter. 1961 wurde der Durchgang vom S-Bahnhof zum oberirdischen Bahnhof zugemauert.
Theo


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#5

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 04.08.2016 22:58
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #1

[...]

Weiss jemand, ob es in Berlin etwas ähnliches wie das oben genannte Haus Hoßfeld gab?

Gruss

icke



Ja das gab es und zwar in Groß Glienicke. Der Ort wurde nach 45 entsprechend einer border negotiation zwischen den Russen und den Briten durch die Veränderung der Berliner Stadtgrenze geteilt, damit die Briten durch Gebietstausch auch über einen Flugplatz in ihrem Sektor verfügen konnten (Gatow). Die neue Genze, entlang derer 61 die Mauer gebaut wurde, ging mitten durch das Gutsgelände von Groß Glienicke und dort durch ein Wohnhaus mit Scheune. Das Wohnhaus auf der ehem. Westberliner Seite steht heute noch und sogar ein Stück der auf den alten Fotos sichtbaren aus Hohlblocksteinen gebauten Mauer der 1. Generation. Die Scheune auf der Ostseite und alle anderen auf dem 2. Foto sichtbaen Gebäude dort fielen dem Grenzstreifen zum Opfer.







Der Bereich heute vom ehem. Grenzstreifen aus aufgenommen:





Es ist sogar noch ein alter Grenzpfosten zu sehen, der unmittelbar an die Hauswand gesetzt wurde. Die Fläche der Hauswand bildete hier die Grenze. (Pfosten=Osten; Hauswand=Westen). Die Fenstervergitterung stammt vlt. noch aus Mauerzeiten.

Gruß Kaluke



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zuletzt bearbeitet 05.08.2016 07:27 | nach oben springen

#6

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 09:53
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #4
Am Nordbahnhof war der Grenzverlauf so, dass der eigentliche orberirdische Bahnhof auf Ostberliner Gebiet, der S-Bahnhof auf Westberliner Gebiet lag, das S.Bahn Betriebswerk hingegen wieder auf Ostberliner Gebiet.
{..]



Theo, das lag alles im Osten. Grenzverlauf war östlich davon die Gartenstraße und die Bernauer Sraße. Richtig ist aber, dass der Ausgang Gartenstraße in den Westen führte und demzufolge nach 61 dreifach vermauert wurde. Vor 61 stand in dem Tunnel sicher ein Posten der Deutschen Grenzpolizei und kontrollierte die Leute, die da raus wollten.









Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 05.08.2016 10:09 | nach oben springen

#7

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 10:26
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Was ich mich schon immer gefragt habe: Waren diese Treppendurchgänge während DDR Zeiten überhaupt kontrollierbar? Sie waren ja auf beide Seiten zugemauert.

http://berliner-mauer.mobi/geisterbahnho...001a5fec52e06ad
Theo


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#8

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 10:38
von schulzi | 1.759 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #7
Was ich mich schon immer gefragt habe: Waren diese Treppendurchgänge während DDR Zeiten überhaupt kontrollierbar? Sie waren ja auf beide Seiten zugemauert.

http://berliner-mauer.mobi/geisterbahnho...001a5fec52e06ad
Theo

@eisenringtheo ich würde sagen hier ist wieder unser @Hans vom Schotterschutz gefragt den war bestimmt Sache der Trapo


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#9

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 10:46
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge

Hans sein Revier!Die Treppen an sich waren ja zugemauert wie zum Beispiel bei Ausgang Gartenstraße,wo eine "Ecke " des Gebäudes glaub ich schon im "Westen lag.Muß nacher mal nen bestimmtes Foto auf meiner Externen sichten und gegebenenfalls werd ich es auch einstellen,soweit ich dazu fähig.
Die Treppen mußten nicht extra kontroliert werden.Da gabs mal nen Bild,glaub vom Potsdamer Platz,wo Draht verspannt wurde.Dämmerts,wofür?Konnte man auch schön auf Wand vernageln oder als Meldelinien unterputz legen.


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#10

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 11:00
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Ich denke, die Westseite hat man vom Westen aufgeklärt. Wohl durch eine Art Grenz-IM. Ein relativ gefahrloser Job für Westberliner.
Theo


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#11

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 11:11
von sentry | 1.097 Beiträge

In Berlin-Mitte, dort wo heute die Axel-Springer-Straße in die Krausenstraße einmündet, stand auf der Ostseite der Verlag Volk und Wissen, der z.B. die Schulbücher in der DDR gemacht hat.
Man sieht das dunkle Gebäude im Bild oben in der Mitte. Die Vorlandmauer stieß von beiden Seiten an die Gebäudewände, der Giebel und ein Teil des Gebäudes lagen also im "Todesstreifen". Was das für Auswirkungen innerhalb des Gebäudes hatte, weiß ich nicht.
Wir blicken in etwa nach Nordosten, wahrscheinlich vom Dach des Springer-Hochhauses an der Zimmerstraße.
Man sieht, dass im Bereich des Gebäudes der Mauerstreifen ohnehin sehr schmal ist und die Sicht für die Grenzer durch das hineinragende Verlagsgebäude nochmals behindert wird.
Das haben in den frühen Achtzigern (glaube ich) auch ein paar Fluchtwillige aufgeklärt. Sie sind am Sonntag Vormittag mit einem LKW an die Mauer gefahren, haben mit einer große Leiter die Vorlandmauer und die dortige Hundetrasse überwunden und mit einer Anlaufplanke die zweite Mauer an der Kommandantenstraße. Erst in der Folge wurde der im Bild erkennbare B-Turm an der Hausecke des Verlages errichtet, auf der Vorlandmauer ein paar Reihen Signaldrähte ergänzt und vor der Mauer aus Stahlprofilen eine kaum hüfthohe Barriere errichtet, die verhindern sollte, dass man in Zukunft mit Fahrzeugen direkt an die Mauer fahren kann...ein Wettrüsten eben.
Das benachbarte weiße Hochhaus (Leipziger Straße 49 mit 25 Etagen) sollte in 1984 als Absprungbasis für eine Gruppe Hang-Glider genutzt werden. Allerdings wurden die Geräte frühzeitig entdeckt, so dass der Versuch nicht zustande kam.


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zuletzt bearbeitet 05.08.2016 11:14 | nach oben springen

#12

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 11:25
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Auf dem Hochhaus stand ich 1980 mal mit Kumpels und habe mir Kreuzberg angesehen. Erwünscht war das nicht, denn die im Grenzstreifen vorbeifahrenden GT-Kradstreifen haben regelmäßig die Balkone mit Feldstechern abgesucht und warscheinlich über GMN die Füst benachrichtigt und diese dann die VP, wenn sie fündig wurden.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 05.08.2016 11:27 | nach oben springen

#13

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 11:31
von sentry | 1.097 Beiträge

Die Dachzugänge wurden später natürlich professionell vergittert, so dass das dann nicht mehr möglich war.
Die Drachenflieger wurden übrigens nicht von Polizisten oder Grenzern entdeckt sondern von "aufmerksamen Bürgern" in einem der Hochhäuser der gegenüberliegenden Fischerinsel. Die untere Hälfte eines der dortigen Hochhäuser sieht man im Bild ganz oben, noch über dem Verlagsgebäude.
Das Ganze mündete in den "Operativen Vorgang Ikarus". Aber ich glaube der sinnige Name wurde bei "fliegenden Fluchten" öfter vergeben.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.08.2016 11:59 | nach oben springen

#14

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:07
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge


Hier nu das versprochene Bild.
Kurz vor der Laterne stand die Grenzmauer,also war nur bissel "Osten".Die Fassade und die Ausgangstüren waren also hinter der Mauer im "Westen",da am kleinen Fassadenfortsatz rechts am Ausgang (wie gesagt Nordbahnhof Ausgang Gartenstrasse) ungefähr 3 Meter dahinter (hatte kein Masband bei,da wo die Strehlen stehen)verlief dann die Mauer hoch zur Bernauer,da wo früher der oberirdiche Bahnhofsbereich mit Gleisanlagen etc. war.Wenn man dort spazieren geht,erkennt man noch etwas die Strukturen.
@Hans,wird Zeit für Dich!,war ja Dein Revier und "2. Zuhause"!


zuletzt bearbeitet 05.08.2016 15:10 | nach oben springen

#15

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:12
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge

ps
Auf Kalubkes Kartenausschnitt ist auch schön zu sehen.


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#16

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:15
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge

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zuletzt bearbeitet 05.08.2016 15:19 | nach oben springen

#17

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:15
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge

Wenn ich mir den Parkplatz auf Sentrys Bild so ansehe,da frag ich mich,ob die Grenztruppen Westgeld bekamen fürs bewachen.


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#18

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:15
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge

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zuletzt bearbeitet 05.08.2016 15:19 | nach oben springen

#19

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:17
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#20

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:18
von der Anderdenkende | 1.217 Beiträge

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