#21

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:45
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #13
Die Dachzugänge wurden später natürlich professionell vergittert, so dass das dann nicht mehr möglich war.
Die Drachenflieger wurden übrigens nicht von Polizisten oder Grenzern entdeckt sondern von "aufmerksamen Bürgern" in einem der Hochhäuser der gegenüberliegenden Fischerinsel. Die untere Hälfte eines der dortigen Hochhäuser sieht man im Bild ganz oben, noch über dem Verlagsgebäude.
Das Ganze mündete in den "Operativen Vorgang Ikarus". Aber ich glaube der sinnige Name wurde bei "fliegenden Fluchten" öfter vergeben.


Auf dem Dach oben waren wir nicht, sondern standen auf einem der auf Deinem Foto zu sehenden Balkone auf der Stirnseite, die über die Etagenflure und die Treppenhäuser zugänglich waren.

In den Hochhäusern auf der Fischerinsel gab es einen Haufen konspirative Wohnungen des MfS. Möglich, dass da sogar MA des MfS selbst bei einer Raucherpause auf dem Balkon während eines Treffs die unglaubliche Entdeckung gemacht haben.

Ich kann mich erinnern, das wir damals da oben auch darüber sinniert hatten, dass man von dort eigentlich mit einem Rocket Belt, Gleitschirm oder Drachenflieger recht bequem rüber kommen müsste. Damals waren doch die Olympischen Spiele in L.A. und während der Eröffnungsveranstaltung kam einer mit einem Raketengürtel ins Stadion geschwebt. Das hat natürlich damals unsere Phantasie beflügelt mal locker mit so einem Ding über die martialischen Sperranlagen hinweg zu schweben. Das wäre sicher der absolute Überraschungsknaller gewesen und hätte den Apparat auf Hochtouren gebracht. Aber wehe wenn sie einen dann in die Finger gekriegt hätten.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 05.08.2016 16:17 | nach oben springen

#22

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 15:57
von der Anderdenkende | 1.194 Beiträge

Dies Variante ist durchaus möglich,Kalubke!


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#23

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 16:26
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Aber das Ding funktionstüchtig zusammenzubauen wäre eine echte Herausforderung gewesen. Und dann das Ding auch noch fliegen ohne wie ein Stein vom Himmel zu fallen. Also für schwache Nerven war das nichts.

Gruß Kalubke



der Anderdenkende und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.08.2016 16:58 | nach oben springen

#24

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 16:36
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Es war einfacher, so etwas in Westberlin zu kaufen oder zu bauen.. Die Bethke Brüder...

Theo


Kalubke und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.08.2016 16:37 | nach oben springen

#25

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 16:56
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Na ja, da musste man ja erst mal hinkommen, damals. Auch eine Flugausbildung für Rocket Belts bei der NASA wäre vermutlich ein "winziges" Problem gewesen. Aber man hätte evt. im "Sternenstädtchen" bei Moskau anfragen können, ob die solche Kurse anbieten. Nur eine plausible Ausrede musste man parat haben, falls der KGB genauer nachgefragt hätte.

Gruß Kalubke



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#26

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 05.08.2016 23:25
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Es war zwar kein Wohnhaus oder ein anderes Wirtschaftsgebäude, aber in der Provinzstraße in Berlin beim S-Bahnhof Schönholz stand ein Toilettenhäuschen, Kaffee Achteck sagten die Berliner dazu, bei dem lief die Grenze genau durch den Eingang. Auf dem angehängten Bild (aus einem Schmalfilm kopiert) ist es auf der rechten Seite zu sehen. Das Schild über dem Radfahrer ist das französische Grenzschild. Die standen immer recht dicht an der Grenzlinie.
Peter der Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
zuletzt bearbeitet 05.08.2016 23:29 | nach oben springen

#27

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 00:17
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich finde das ja wirklich faszinierend, was es an Beiträgen zu meiner Frage gibt - ganz ernsthaft. Es trifft zwar nicht hundertprozentig meine Frage, aber es gibt einen schönen Einblick in die Gemengelage in Berlin zur Zeit der Teilung.

Vielleicht mal so als vertiefende Info, warum ich überhaupt auf die Frage komme: Ich habe ja in meiner Kindheit gut und gerne 2 Monate im Jahr in West-Berlin verbracht - als Ferienkind. Die Wohnung meiner Oma lag im vierten Stock einer alten Mietskaserne (Hinterhof, bei der der olle Adolf den Vorderhof beseitigt hatte, vor 45). Jedenfalls hatte ich vom Fenster dieser Wohnung freie Sicht auf die gegenüberliegende S-Bahnstation - deshalb brauchte ich als Kind keine Modellbahn, ich hatte Bahn live, wenn ich am Fenster sass - von daher rührt mein S-Bahnfimmel. Aber das nur nebenbei.

Nun hatten diese Mietskasernen ja keine Bäder oder gar Klos in der Wohnung - Klo war halt eine halbe Treppe höher - mit bombastischer Aussicht durch das kleine Fensterchen. Und so kam mir halt die Frage: Was wäre nun gewesen, wenn das Klo im falschen Staat oder auch Stadtteil gelegen hätte.

Man sieht, je älter man wird, umso seltsamer werden die Fragen.

Gruss

icke



Kalubke und der Anderdenkende haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 10:15
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Zum letzten Beitrag von icke: Was wäre nun gewesen, wenn das Klo im falschen Staat oder auch Stadtteil gelegen hätte
Da das Toilettenhaus direkt auf der Grenze lag, hätten auch wir als Ostpolizisten das Dinges zum Pullern benutzen können. Von der Kompanieführung wurde die Order ausgegeben, das PP wird von uns nicht benutzt, aber wenn die Westpolizisten es benutzen - lass sie doch interessiert uns nicht.
Peter, der Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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#29

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 10:45
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Ich denke nicht, dass DDR Grenzer das WC benutzt hätten. Der Zugang war nur vom Treppenhaus möglich. Diese angebauten kleinen WC-Trakts waren eine "Erfindung" des ausgehenden 19. Jahrhunderts, um ältere Mietskasernen nachträglich kostengünstig mit Frisch- und Abwasserleitungen zu versehen.
Theo


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#30

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 10:45
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde......
Zum Nordbahnhof:
Die ganze Verwirrung kommt nur daher, weil es mehrere Fußgängertunnel unter den BEIDEN (!) Bahnhöfen gab. Ja -Zwei Bahnhofe, weil Fernbahnhof- bis 1956, und S-Bahnhof (von dem wir hier eigentlich reden) sind eigenständige Bauwerke. Auf Kalubkes Karte ist das recht gut zu sehen, samt Grenzverlauf und so.
Kontrolle der Tunnel, begehbar ? Der Stettiner Tunnel, der " linke" auf der Karte, war begehbar, er wurde bis 64/65 als Zugang zum "Kulturhaus" genutzt. Im hinteren Stück waren Gas(?) oder was weiß ich -Rohre verlegt, die wurden regelmäßig kontrolliert.
Der Gartenstraßentunnel wurde schon längere Zeit vor 1961 geschlossen und vermauert. Genaues Datum und Grund müsste ich nachgraben, außerdem streiten sich da die Götter.
Ansonsten- da die Grenze sich nach dem Verlauf der Stadtbezirke von " Groß-Berlin" richtete, war der Verlauf eigentlich eindeutig- außer auf beiden Seiten befand sich bei der entsprechenden Behörde ein "Stoffhund" (Noch erinnerlich, was da gemeint ist?).
Und: Ja -Ich bin wieder da.
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#31

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 10:54
von andyman | 1.872 Beiträge

Hallo @Hans
Ich bin froh das es dir wieder besser geht.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 12:25
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich kann mich @andyman nur anschliessen - es kommt wieder Leben in die Bude.

Gruss

icke



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#33

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 13:04
von der Anderdenkende | 1.194 Beiträge

WB,du 39-er Tastenquwetcher!Endlich wieder Reviergespräche!


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#34

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 13:44
von Lutze | 8.033 Beiträge

Es gab (vielleicht gibt`s den noch) auch einen mehrstöckigen Wohnblock
zwischen den Stadtbezirken Treptow-Kreuzberg,kann auch Friedrichshain
sein,wo die Mauer quer durchlief,das duzugehörige Foto hab ich schon
mehrmals im Netz gesehen,ich find es einfach nicht mehr,
sieht sehr interessant aus,da wohnen Ost-und Westberliner quasi Stube an Stube
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#35

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 13:55
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Da gibt es noch das Baumhaus an der Mauer.. Die Mauer ist nicht mehr, doch das Baumhaus schon


http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...en-1409414.html
Theo


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#36

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 14:01
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Hauswand Osten, Bürgersteig Westen fand ich am krassesten.



Quelle: http://www.berlin.de/mauer/_assets/histo...290_0076136.jpg


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#37

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 14:07
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Das ist die Bernauer Strasse. Da wurde alles zugemauert und auf dem Dach Stacheldrahtsperren

Tunnel erstellen ging aber wohl noch
Theo


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#38

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 14:12
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Die Häuser wurden dann auch noch komplett abgerissen.


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#39

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 16:30
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #21

Auf dem Dach oben waren wir nicht, sondern standen auf einem der auf Deinem Foto zu sehenden Balkone auf der Stirnseite, die über die Etagenflure und die Treppenhäuser zugänglich waren.



Ja, diese kleinen Balkone waren bis zuletzt frei zugänglich, aber sie waren eben sehr klein und für den Start mit Fluggeräten ungeeignet. Außerdem gibt es im Abstand von ca. 2 m massive Betonriegel, an denen man vielleicht schon gescheitert wäre.
In unten stehendem Bild kann man die Riegel gut sehen und auch am rechten Bildrand das Gebäude des ehemaligen Verlages Volk und Wissen, wie es heute aussieht.


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#40

RE: Kuriose Mauerverläufe

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.08.2016 20:49
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Antwort Theo in #29:
Nee nee Theo, das Haus hätten wir als Ostgrenzer auch benutzen können. Es stand frei und offen im Gelände, die Schamwand war zum Bürgersteig und dahinter der Eingang. Der lag genau auf der Grenze, halbe Öffnung Ost und halbe Öffnung West. In dem Foto von mir aus dem Film ist die Schamwand auf der rechten Bildseite halb zu sehen. Von diesen "Bauwerken" stehen übrigens immer noch einige im Berliner Stadtgebiet, inzwischen von der Firma Wall modernisiert, stinken nicht mehr da jetzt mit Wasserspülung und Steinwänden innen rundum versehen. Früher waren die Dinger an der Urinalfläche nur mit schwarzer Teerfarbe gestrichen, außen grün.
Peter, der Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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