#101

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 10:37
von hanseatin | 145 Beiträge

Geheimdienste bzw.Spione gab es doch immer schon. Ob nun freiwillig aus Überzeugung,oder Erpressung dabei gewesen? Um sich zu rechtfertigen kann vieles angebracht werden.Dabei muss das gar nicht sein. Welcher Staat verzichtet auf die Dienste ihrer Geheimdienste? Keiner ! James Bond als Guten zu sehen ,und die aus vorgegaukelten bösen Staaten als schlechte ist doch Hirnrissig. Wenn aufgeflogen geht es um das eigene Leben,denkt mal nach wie tapfer ihr dann sein werdet. Ich verurteile nicht,da ich es mir nicht anmaße es zu dürfen.



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#102

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 11:24
von Hanum83 | 4.804 Beiträge

Weil das junge Alter angesprochenen wurde, mit 20 hab ich schon gewusst das der Staat den ich verraten könnte in der Beziehung gar keinen Spaß versteht.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
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#103

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 11:28
von IM Kressin | 918 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #85
Ich könnte ja auch mal fragen warum bestimmte Unterlagen des MfS auch heute von den verschiedensten Archiven noch als gesperrt , geheim o.ä. eingestuft werden.


Von Interesse wären die Waffengeschäfte, welche der „dicke Alex“ für die DDR tätigte und die Namen der „einflussreichen Freunde“ in der alten Bundesrepublik.

Die "GH-Akten"
über Heinz Hoffmann und IM "Otto Bohl",

strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von MfS-Mitarbeitern und deren Angehörigen, Mitgliedern anderer bewaffneter Organe oder Personen aus dem Kreis der SED-Kader.

Noch gesperrte Akten der Ära Adenauer,

Unterlagen über den „Deutschen Herbst“ von April bis Oktober 1977

Die USA veröffentlichen nur „bereinigte Akten“, Russland gewährt keinen oder nur streng begrenzten Zugang an russische Wissenschaftler und verwahrt diese im „Sonderarchiv des Präsidenten“

Großbritannien sperrt bis heute Unterlagen über den Flug von Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess nach Schottland am 10. Mai 1941.

Die Geheimpapiere sollen mindestens 50 Jahre gesperrt bleiben, eine Verkürzung der Frist wird kategorisch abgelehnt.

Sämtliche aufgezählte Archivalien enthalten offenbar noch so viel Sprengkraft, dass Regierungen das Fracksausen bekommen und den Politikern gewisse Körperteile auf Grundeis gehen.

Jammerschade, im Tauziehen um Deutschlands geheime Akten wird man dies wohl in dieser Generation nicht mehr erfahren.


Zurück zu @KID : Die Ausbildung war perfekt. Deutsche Sprache akzentfrei, Perfektionismus ebenso in Wort und Schrift.

Wie wurde der, ich schreibe mal unbedarfte junge Mann, ideologisch gerüstet und vorbereitet für seinen Dienst an der West/Ost Nahtstelle?

Was vermittelte der amerikanische Dienst dem jungen US-Bürger über das Leben und die Lebensverhältnisse in der DDR?


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#104

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 11:36
von Kalubke | 2.304 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #102
Weil das junge Alter angesprochenen wurde, mit 20 hab ich schon gewusst das der Staat den ich verraten könnte in der Beziehung gar keinen Spaß versteht.


Die Strafen fürs Desertieren waren im Westen längst nicht so drakonisch, so dass m.E. dort so mancher der Versuchung nicht widerstehen konnte. Hier im Forum war schon die Rede von BW-Angehörigen, die mit der Absicht zu desertieren die Grenze von West nach Ost überschritten.

Gruß Kalubke



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#105

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:13
von Gert | 12.356 Beiträge

mich würde mal interessieren, ob man bei MfS oder auch bei anderen GD einfach kündigen konnte, d..h die Spionagetätigkeit einstellen aus welchen Gründen auch immer? Hatte das Konsequenzen? Ich kann mir vorstellen dass da kein Interesse war, ein großes TamTam zu veranstalten. Ein Agent der nicht mehr hinter der Sache steht, ist doch eigentlich nichts mehr wert, also sollte man "Kündigungen" akzeptieren und ihn "abschalten".


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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#106

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:19
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #104
Zitat von Hanum83 im Beitrag #102
Weil das junge Alter angesprochenen wurde, mit 20 hab ich schon gewusst das der Staat den ich verraten könnte in der Beziehung gar keinen Spaß versteht.


Die Strafen fürs Desertieren waren im Westen längst nicht so drakonisch, so dass m.E. dort so mancher der Versuchung nicht widerstehen konnte. Hier im Forum war schon die Rede von BW-Angehörigen, die mit der Absicht zu desertieren die Grenze von West nach Ost überschritten.

Gruß Kalubke

das ist 100 % richtig. Z.B im umgekehrten Fall eine Frau Gabriele G. oder der Spion Topas wären von Mielke mit dem Urteil : "Jenossen da machen kurzen Prozess"abgestraft worden. Das hätten sie nicht überlebt.


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#107

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:23
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #106
Zitat von Kalubke im Beitrag #104
Zitat von Hanum83 im Beitrag #102
Weil das junge Alter angesprochenen wurde, mit 20 hab ich schon gewusst das der Staat den ich verraten könnte in der Beziehung gar keinen Spaß versteht.


Die Strafen fürs Desertieren waren im Westen längst nicht so drakonisch, so dass m.E. dort so mancher der Versuchung nicht widerstehen konnte. Hier im Forum war schon die Rede von BW-Angehörigen, die mit der Absicht zu desertieren die Grenze von West nach Ost überschritten.

Gruß Kalubke

das ist 100 % richtig. Z.B im umgekehrten Fall eine Frau Gabriele G. oder der Spion Topas wären von Mielke mit dem Urteil : "Jenossen da machen kurzen Prozess"abgestraft worden. Das hätten sie nicht überlebt.


Gert,

auch hier schreibst Du mal wieder Käse. Ich hatte schon mehrfach geschrieben, dass der Ausspruch von Mielke einen ganz anderen Hintergrund hatte und dass es in der DDR ab einen gewissen Jahr auch keine Todesstrafe mehr gab. Das sollte langsam mal zur Kenntnis genommen werden.


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#108

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:23
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #105
mich würde mal interessieren, ob man bei MfS oder auch bei anderen GD einfach kündigen konnte, d..h die Spionagetätigkeit einstellen aus welchen Gründen auch immer? Hatte das Konsequenzen? Ich kann mir vorstellen dass da kein Interesse war, ein großes TamTam zu veranstalten. Ein Agent der nicht mehr hinter der Sache steht, ist doch eigentlich nichts mehr wert, also sollte man "Kündigungen" akzeptieren und ihn "abschalten".





Ja Gert, dies konnte man.


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#109

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:28
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #107
Zitat von Gert im Beitrag #106
Zitat von Kalubke im Beitrag #104
Zitat von Hanum83 im Beitrag #102
Weil das junge Alter angesprochenen wurde, mit 20 hab ich schon gewusst das der Staat den ich verraten könnte in der Beziehung gar keinen Spaß versteht.


Die Strafen fürs Desertieren waren im Westen längst nicht so drakonisch, so dass m.E. dort so mancher der Versuchung nicht widerstehen konnte. Hier im Forum war schon die Rede von BW-Angehörigen, die mit der Absicht zu desertieren die Grenze von West nach Ost überschritten.

Gruß Kalubke

das ist 100 % richtig. Z.B im umgekehrten Fall eine Frau Gabriele G. oder der Spion Topas wären von Mielke mit dem Urteil : "Jenossen da machen kurzen Prozess"abgestraft worden. Das hätten sie nicht überlebt.


Gert,

auch hier schreibst Du mal wieder Käse. Ich hatte schon mehrfach geschrieben, dass der Ausspruch von Mielke einen ganz anderen Hintergrund hatte und dass es in der DDR ab einen gewissen Jahr auch keine Todesstrafe mehr gab. Das sollte langsam mal zur Kenntnis genommen werden.


Alfred bist du dir da sicher ? Es wurden doch sogar Leute erschossen, die nur den Versuch machten, auf die andere Seite überzutreten.


.
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#110

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:37
von Alfred | 6.861 Beiträge

100% sicher.


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#111

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 12:59
von Ebro | 586 Beiträge

In einer meiner DE haben in der Zeit, in der ich dort war, 2 Mitarbeiter von sich aus gekündigt.



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#112

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 13:12
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #99
Fakt ist doch eins,wer den "Job" als Spion übernimmt muss Erwachsen sein,das heisst das er Klar denken sollte,und damit Rechnen muss das bei einer Enttarnung die Luft brennt Mitleid gibts da von meiner Seite aus nicht.




Du musst aber immer die Situation sehen.

Sicher war den Kundschaftern klar, dass sie im schlimmsten Fall auffliegen können und zu entsprechenden Haftstrafen verurteilt werden können. Es war aber bis 1989 aber auch klar, dass man sich von Seiten der DDR um diese Personen - im Falle eines Falles - auch gekümmert hätte und das nach der Strafe ein entsprechendes Leben möglich gewesen wäre. Sprich man hätte nicht hunderttausende Schulden u.ä. gehabt.


zuletzt bearbeitet 08.07.2016 14:19 | nach oben springen

#113

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 13:32
von Larissa | 834 Beiträge

Es kann nicht anders sein in diesem Forum. Anstatt die Offenbarungen der Zeitzeugen anzuerkennen, die nicht nur mit ihren eigenen Erfahrungen, sondern auch Geschichte darlegen, gibt es wieder diese Taeter Opfer Gespraeche- und Vorhaltungen, diese vollkommen irrelevanten Aussagen, die alles in einen Topf werfen, ohne eine Ahnung zu haben davon, was sich damals, und auch heute in der Welt wirklich unter ihren Aerschen abspielte.

Wo wird hier von irgend einem der ehemaligen Aktiven ‚gejammert‘. Vielmehr wird vieles offengelegt, so auch im Falle von Jeffrey,

Ich zitiere turtle Peter. „ Zu viel Offenheit macht den Mensch mitsamt seinem Schicksal verletztlich“ genau so ist es.

Hier in diesem Forum ist so viel geredet und wiederholt worden, ganz Buecherschraenke koennte man damit fuellen. Ist was dabei haengengeblieben? Kaum! Ich sage ganz offen, einige habt den Knall nicht gehoert zur heutigen Weltlage und zu den GD.

Ich habe festgestellt, dass im uebrigen Germania das gar nicht so der Fall ist, aber doch sehr auffallend in diesem Forum. Hier hauen sich auch immer noch nach fast dreissig Jahren Ostler und Westler.
Wenn es um Geheimdienste geht, kann man nicht nur ausgehend von der Trennung der beiden deutschen Staaten und nur von der Warte ausgehend von einem verlorenen Krieg, der deutschen Teilung und dem markanten Wort Stasi.

Es gibt wohl kaum einen, der ernsthaft glaubt, ohne Geheimdienste – gerade in der heutigen Zeit - auszukommen.

Am Ende einer intensiven Diskussion wird der Agent als Jammerer betrachtet und da sage ich, taeuscht Euch nicht, denn das ist nicht der Fall. Wo wurde gejammert? Wer will Mitleid? Gejammert wird allenfalls von denen, die sich daran hochziehen am vermeintlichen Fall eines Menschen. Ein ganz duennes Seil ist das, welches bei naeherem Betrachten sehr schnell zerreisst.

Seine Geschichte anzubringen ohne gewisse Erkenntnisse und Traenen ist nicht moeglich. Betrachtet Eurer Leben und sagt mir, dass es nicht so ist. Der Agent, der bereit ist zu sprechen, kann nur mit fast allem aufwarten aus seinen Erlebnissen. Und da wird seine Verluste dabei zur Sprachen kommen. Das wird einerseits erwartet von ihm, andererseits wird er freudig in den Allerwertesten getreten und ihm kein Mitleid gegoennt. Braucht er nicht und er fragt auch nicht danach. Ein wenig mehr Objektivitaet waere angebracht.

Ich gehe ganz kurz in biblische Zeiten, wo Informationsfluss und Handhabung von Informationsquellen zu der Sicherheit eines Landes eine grosse Rolle spielten. Eine aeusserst interessante Historie ueber Jahrtausende, die es sich lohnt mal anzusehen. Umsonst heisst es nicht zweitaeltestes Gewerbe der Welt!

Gold und Silber und die Ausbreitung von Laendereien war auch damals das Wichtigste, um das Kriege gefuehrt wurde, angeblich um des Existenzwillens. Im Grunde nix anderes als heute geschieht. Dafuer bedurfte es damals wie heute Informationen. Nicht nur um gewisse Ziele zu erreichen, sondern Hauptsache um der Sicherheit Willen eines Volkes. Ueber die Terrorszene will ich gar nicht eingehen.

Euch steht es offensichtlich zu, zu richten. Dann steht mir das auch zu. Ich werfe einigen von Euch Modrigkeit im Denken vor. Die Welt befandet sich zur Zeiten des KK - und heute wieder in einem Tumult der Voelker und des Lebens.

Was der Agent nicht macht - das tue ich jetzt, ist, dass er kaum ueber die Vorteile eines solchen Lebens spricht. Die gibt es. Ueber Jahre hinweg und auch danach oftmals. Darueber sollte keiner sich graemen. Ist es nicht so, die vermeintlichen Boesen, schwimmen immer oben. Auch in anderen ‚Berufen‘ mit und ohne mysterioese Geschaefte gibt es Moeglichkeiten.

Genau wie in einem Normalleben gibt es Verluste, und es ist von Anfang an bekannt, welches Strafmass man sich mit einer nachrichtlichen Taetigkeit aussetzt. Fuer den Westen ist man gut, fuer den Osten zu arbeiten gab es Strafe in einem identischen Leben im Nachhinein was Deutschland anbelangt.

Heute verrottet man nicht angekettet im Kerker, und die Isolationshaft, die geht auch mal zu Ende. Wenn man alles ueberlebt hat. Es ist schon so, dass man instruiert und gewappnet ist, fuer jeden Fall. Ja, auch ich habe meine Verluste gehabt, und was andere Kameraden durchgemacht haben nicht nur in dienstlicher, sondern auch in privater Hinsicht, davon habt ihr keine Ahnung. Weil sie nicht darueber jammern, allenfalls mal andeuten. Was alles erzaehlt Ihr nicht aus Euren Leben? Ich zerbrach fast an meinen Verlusten. Und habe niemanden als mich selbst dafuer verantwortlich gemacht. Sehr zum Leidwesen, auch ich lebe noch und zwar gut.

Das Stellenwert eines Agenten – ehemalig oder gegenwaertig - liegt niedriger als auf dem Niveau eines Serien-Moerders oder eines Vergewaltigers in Deutschland. In anderen Laendern sieht das ganz anders aus.
Ich empfehle zu lesen ueber ‚Kim‘ Harold Philby, der heute noch von seinem Heimatland lange nach seinem Tod in Moskau, auf das hoechste respektiert wird. Kann in Deutschland nicht passieren, das weiss ich.

Allerdings. Ich gebe nicht dem kleinen Mann auf der Strasse, der mit Informationen gefuettert wird bis zum Platzen, nicht erst seit 1989, sondern eben diesen grossen historischen Part der deutschen Trennung und die im Nachhinein uebergestuelpte einseitig politisch steuernde Decke die Schuld. Auch darf man die Tatsache nicht ausser acht lassen, dass nach 1945 die Spionage an jeder Ecke in Berlin ausgeuebt wurde von allen Seiten einer broselnden ehemaligen Allianz, unter Zuhilfenahme von Deutschen in Ost und West. Der Deutsche ist in dieser Hinsicht und aus der spaeteren Zweistaatlichkeit ganz besonders davon betroffen gewesen.

Ganz klar, darunter leidet nicht nur das Ansehen der ehemaligen Ost-Agenten. Selbst gegen den Ostblock treibende feindlich gesinnte Laender wie die USA und England, Canada und Australien ! haben sehr deutlich hierzu ihre Meinung zum Vorgehen nach dem Mauerfall geaeussert, und die BRD Regierung aufgefordert, endlich taetig zu werden im Sinne der bereits ausgesprochenen positiven BGH Urteile. Diese waren nicht einverstanden mit dem langjaehrigen verzoegerten Vorgehen der damaligen Kohl-Regierung zu Ungunsten der HV A.

Sieht man die Fakten der Geschichte, so wie diese heute uns dargelegt werden, die jetzt erst langsam sickern nach oben nach Jahren Falschinformationen. Nicht jetzt DDR bezogen, aber zugegeben die Wahrheit wird heute ueber viele Vorgaenge.

Jeder Mensch sollte um seine Sicherheit bedacht sein, und die dazu notwendigen Kraefte akzeptieren. Ich frage mich auch schon laenger, ob waehrend der Evolution das Gehirn von Homo sapiens nicht gewachsen, sondern sich verkleinert hat.

Zum Kündigen. Einem im Feld stehenden Agenten stand es nicht zu, einfach zu kuendigen. Das mag im internen Bereich gewesen sein. Anderenfalls, wenn die Umsetzung und Gefaehrung anderer oder bestimmter Vorgaenge zur Debatte stand, wenn dieser nicht mehr vertrauenswuerdig war, dann war er weg vom Fenster. Der oder die, nach langer Taetigkeit ausgebrannt, wurde nach allen Regeln der Kunst wieder auf die Beine gebracht in sehr harter Weise unter Ausnutzung aller Moeglichkeiten. Da fehlte nichts. Das kann ich versichern. Ich denke, da kennen wir Vorgaenge aus der juengeren Geschichte.

Bei allem was ich habe geschrieben. Sicher ist es nicht nur das zweitaelteste, sondern ein Metier, das man nicht sollte unteschaetzen und mitnichten mit einem Arbeitsverhaltnis vergleichen mit Regeln und Gesetzen. Das andere normale Leben mit allen Ups and Downs - das gab es so nebenbei. Larissa

PS In gewisser Weise relevant. Soeben hoere ich: Deutschland soll die Fuehrungsrolle uebernehmen im grossen Spiel um die weitere Eskalation gegen Russland. Ich habe bereits 2010 geschrieben, dass genau dieses passieren wird, und dass man auch Deutschland fuer alles was danach kommt, haftbar machen wird.
Larissa

Entschuldige die Fehler, Tochter konnte nur kurz durchlesen.


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
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zuletzt bearbeitet 08.07.2016 13:34 | nach oben springen

#114

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 13:43
von seaman | 3.487 Beiträge

Ja Larissa,
dein Beitrag trifft es genau.
Wahrscheinlich wirst du ihn aber hier in regelmässigen Abständen mit gleicher Resonanz einstellen können.
Es wird nichts hängenbleiben. Es geht den Wenigsten hier um Erkenntnisgewinn. Es geht lediglich um alte Grabenkämpfe mit denen die eigene Unwissenheit überspielt wird.
seaman


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#115

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 14:18
von Hanum83 | 4.804 Beiträge

Wenn die kontroverse Diskussion darüber missfällt, warum werden da dicke Bücher geschrieben?


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#116

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 15:06
von Larissa | 834 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #115
Wenn die kontroverse Diskussion darüber missfällt, warum werden da dicke Bücher geschrieben?



Das 'dicke Buch' ist meine Biographie und hat nichts zu tun mit dem deutschen Umgang mit Geheimdiensten lieber Hanum83.
Ist deshalb eigentlich eine nicht berechtigte Frage @Hanum83 Dazu sage ich nur,
Die Diskussion missfaellt gar nicht. Im Gegenteil.
@Seaman hat Recht. Ein Thema das nie und nimmer sich wird aendern in Deutschland.. Ich gelobe mir die US-, GB- und russischen Freunde, mit denen man diskutieren kann und ganz verschiedener Meinung sein kann, ohne dass man wird persoenlich.
Ich gruesse Dich, Larissa


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zuletzt bearbeitet 08.07.2016 15:08 | nach oben springen

#117

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2016 17:24
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #115
Wenn die kontroverse Diskussion darüber missfällt, warum werden da dicke Bücher geschrieben?



Warum sollten Personen der Zeitgeschichte - andere von mir aus auch - keine Bücher schreiben und ihre Sicht der Dinge darlegen.

Mann / Frau muss ja die Auffassungen nicht teilen, aber vieles liest sich doch interessant.

Aus meiner Sicht haben viel zu wenig Zeitzeugen Bücher geschrieben.


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zuletzt bearbeitet 08.07.2016 17:25 | nach oben springen

#118

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.07.2016 01:34
von KID | 234 Beiträge

Ich teile die Meinung, dass manche hier noch einen 'Krieg' fuehren, der in der Gesellschaft generell leangst beendet wurde. Das Tauziehen zwischen Opfer und Taeter (ich schreibe bewusst ohne meine sonst beliebten Gaensefuesschen, weil es mir langsam muehselig wird, auf jede kleine Sensibilitaet Ruecksicht zu nehmen...) Hier in den USA ist das Wort Stasi (wie auch bei den Franzosen von ARTE) nur ein einfacher Begriff. Er ist nicht emotionsbeladen. Die Zeit des Kalten Krieges wird einfach als Geschichtsperiode betrachtet.

Vor etwa neun Monaten kontaktierte mich ein Schueler der 9. Klasse aus Mississippi. Er informierte mich, das er meine Geschichte als Thema fuer das National History Day-Projekt waehlte. Ich war natuerlich erstaunt, fragte ihn warum, und wie er auf mich hingestossen war. Er sagte einfach, er interessiere sich fuer die Geschichte des Kalten Krieges, und waehrend seiner Rechechen meine Geschichte entdeckte. Gerade die Tatsache, sagte er, dass die Geschichte relativ unbekannt war, machte ihn neugierig. In seiner zweiten E-mail kam aber der Hammer: der Titel seiner Arbeit bezeichnete mich als "Unbekannter Held des Kalten Krieges". Ich fragte ihn, ob er wirklich sowas schreiben wollte. Ja, sagte er. Der Kalte Krieg sei laengst vorbei, doch erst jetzt wuerde man vieles erfahren. Er verzichtete auf schmalzige Darstellungen, schrieb seine Arbeit preussisch korrekt mit Hinweisen auf seinen Quellen. Dieser junge Mann tauschte mit mir einige E-mails aus. er stellte ohne Vorbehalte konkrete Fragen. Beruehrte Themen wir Familie, Sexualitaet, usw. mit einer Offenheit, die mich auf ihn stolz machte. Das ist diese, unsere neue Generation, und wir muessen es nun ihnen Ueberlassen, wie sie mit unserer Geschichte zurechtkommen. Ich meine, waren wir nicht genauso mit der Geschichte unserer Eltern und Grosseltern umgegangen - 2. WK, Vietnam, usw. ??? Ohne die Emotionen, die bei uns sonst so stark und ausgepraegt vorkommen, koennen die nachfolgenden Generation objektiver mit der Geschichte umgehen. Schmerz und Trauma lassen mit der Zeit nach - das ist biologisch so bestimmt und geordnet, damit wir psychologisch nicht untergehen. Wer nicht loslaesst, erlebt psychologische Probleme. Auch ich leide heute darunter, habe aber gelernt - Schritt fuer Schritt - loszulassen. Wir, die Leute, die den Fall der Mauer und der DDR live miterlebt haben, stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Auch wenn wir Hauptprotagonisten waren, sind wir heute der Geschichte relegiert. manche wollen, dass alle nochfolgenen Generationen Schmerz, Leid und Trauma miterleben. Das geht nicht. Wir muessen endlich weitermachen, wir muessen nach vorne blicken.

Bei Fertigstellung einer Seite eines Zweifamilienhauses hatte ich allein mit meinen Hunden, Dima Sergejewitsch und Reza Schah, eine kleine Feier auf der Veranda gehabt. Es gab Russkij Shtandart und eine Sechser-Packung Wernesgruener . Gute Erinnerungen, meine ich! Habe ueber Smartphone ein Paar Leider im Youtube ausgesucht. Ich konnte mich nicht verkneifen, und bald kamen die ersten Noten vom FDJ-Aufbaulied. Dann suchte ich was aus, was meiner Laune gerade in dem Moment eher entsprach, und zwar die Puhdys: "Es war schoen" . Hier hatte ich das Jahr 2016... Schon fast 15 Jahre ein freier Mann. Mit eigenen bescheidenen Mitteln ein riesengrosses Haus restauriert. Es fiel mir ein, dass ich eigentlich diesen Erfolg allein dem Wissen zu verdanken hatte, das ich waehrend meines turbulenten Lebens gesammelt hatte: Ein bisschen Sozialismus (KWV, HGL Selbsthilfe) und ein Bisschen Kapitalismus (0-Zinsen Darlehen, Marketing und knallharte Konkurrenz) bisschen Knast (dreckige Arbeit unter furchtbaren Bedingungen). Und waehrend meine DDR-Flagge am 7. Oktober einmal im Jahr bei mir im Garten haengt, haengen bei mir sonst an all meinen Haeusern US-Flaggen. Das ist halt Realitaet, meine Realitaet. Ein Stein bleibt ein Stein. Was wir daraus machen, bleibt uns ueberlassen. Aus Stolpersteinen werden Gehwege in die Zukunft, aber nur wenn wir es so wollen.

Alles Gute aus Ohio

Jens


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zuletzt bearbeitet 09.07.2016 01:35 | nach oben springen

#119

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.07.2016 04:46
von damals wars | 12.213 Beiträge

Als Stolperstein zum heißen Krieg, also als Kundschafter des Friedens, kannst Du Dich wirklich bezeichnen.
Das ist das, was bleibt, das kann Dir keiner nehmen.
Gruß
Hubert


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#120

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.07.2016 04:49
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #117
Zitat von Hanum83 im Beitrag #115
Wenn die kontroverse Diskussion darüber missfällt, warum werden da dicke Bücher geschrieben?



Warum sollten Personen der Zeitgeschichte - andere von mir aus auch - keine Bücher schreiben und ihre Sicht der Dinge darlegen.

Mann / Frau muss ja die Auffassungen nicht teilen, aber vieles liest sich doch interessant.

Aus meiner Sicht haben viel zu wenig Zeitzeugen Bücher geschrieben.



Ja, zu viele nehmen ihr Wissen um das, was war, mit in Grab.
So ist zuviel Platz für die Hysteriker des kalten Krieges, die Hubertusknaben!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
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