#21

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 12:11
von EMW-Mitarbeiter | 464 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #17
Zitat von Marius Arnaldus im Beitrag #1
In der DDR gab es sogar Computer, was viele gar nicht wissen oder sogar bestreiten!


Auf einer der letzten DDR-Messen präsentierte Honecker doch ganz stolz den "größten Mikrochip" der Welt.
Später gab man zu, dass es sich um ein Fake gehandelt hatte.


Das Muster, was Honni in der Hand hielt, war wahrscheinlich ein Fake. Wie heute auch bei einem Handmuster. Man verschenkt ja nichts. Auch heute nicht.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
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#22

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 12:14
von EMW-Mitarbeiter | 464 Beiträge

Zitat von coff im Beitrag #9
Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #4


Der PC-1715/2 war sogar MS-DOS Kompatibel.




Woher stammt denn diese Erkenntnis ?

Verwechselt da jemand MicroDos mit MS-DOS ??? Mir ist kein MS-DOS kompatibler PC-1715 bisher begegnet.
Soll von der Bezeichnung her der PC-1715/2 der PC-1715W sein ?

Ja, dieser wurde in den Abtelungen durchaus als 1715/2 bezeichnet. Unser Chef Rechentechnik besteht darauf MS-DOS laufen gehabt zu haben.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
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#23

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 12:15
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Eine kleine Episode am Rande: Es muss um das Jahr 1998 gewesen sein. Da schulte ich als Dozent für die Berliner Verwaltung Themen wie Haushaltmittelbewirtschaftung, Haushaltsplanung, Kassenwesen und Kostenrechnung. Es wurde eine Software eingeführt namens PROfiskal. Bei einer Schulung für den Bezirk Schöneberg wollte und wollte es nicht vorangehen. Am Beginn des fünften Tages der Schulung hatten wir kaum das Pensum von drei Tagen geschafft und ich wurde langsam ungeduldig. Als man mich wieder mit Fragen und Bedenken aufhalten wollte, sagte ich entnervt, dass ich in der Woche zuvor die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bezirksamt Treptow geschult hatte, bei denen das Thema nicht auf diese Zähigkeit gestoßen war. Daraufhin ein Aufschrei: "Ja die! Die hatten ja auch vor der Wende schon Computer!" ... Dies war einer der seltenen Momente meiner Dozenten- und Beraterzeit, in denen ich sprachlos war.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


damals wars, Fritze und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 15:53
von StabsfeldKoenig | 2.640 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #23
Eine kleine Episode am Rande: Es muss um das Jahr 1998 gewesen sein. Da schulte ich als Dozent für die Berliner Verwaltung Themen wie Haushaltmittelbewirtschaftung, Haushaltsplanung, Kassenwesen und Kostenrechnung. Es wurde eine Software eingeführt namens PROfiskal. Bei einer Schulung für den Bezirk Schöneberg wollte und wollte es nicht vorangehen. Am Beginn des fünften Tages der Schulung hatten wir kaum das Pensum von drei Tagen geschafft und ich wurde langsam ungeduldig. Als man mich wieder mit Fragen und Bedenken aufhalten wollte, sagte ich entnervt, dass ich in der Woche zuvor die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bezirksamt Treptow geschult hatte, bei denen das Thema nicht auf diese Zähigkeit gestoßen war. Daraufhin ein Aufschrei: "Ja die! Die hatten ja auch vor der Wende schon Computer!" ... Dies war einer der seltenen Momente meiner Dozenten- und Beraterzeit, in denen ich sprachlos war.

ciao Rainman


Ab Anfang/Mitte der 80er Jahre setzte die DR im Fahrkartenverkauf und der Platzreservierung zunehmend (und ab Ende 80er Jahre flächendeckend) Computer ein. Das größte, öffentlich bekannte Netzwerk in der DDR war das EPLA-System, welches über den Zentralrechner im DR-Rechenzentrum Berlin-Mahlsdorf und 8 Zwischenknoten an den Sitzen der Reichsbahn-Direktionen flächendeckend den Platzkartenverkauf ermöglichte. Alle großen Bahnhöfe waren zum Schluß angeschlossen, ebenso wie einige Reisebüro-Niederlassungen.



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#25

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 16:57
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge
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#26

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 17:16
von SEG15D | 1.119 Beiträge

Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #22
Zitat von coff im Beitrag #9
Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #4


Der PC-1715/2 war sogar MS-DOS Kompatibel.




Woher stammt denn diese Erkenntnis ?

Verwechselt da jemand MicroDos mit MS-DOS ??? Mir ist kein MS-DOS kompatibler PC-1715 bisher begegnet.
Soll von der Bezeichnung her der PC-1715/2 der PC-1715W sein ?

Ja, dieser wurde in den Abtelungen durchaus als 1715/2 bezeichnet. Unser Chef Rechentechnik besteht darauf MS-DOS laufen gehabt zu haben.



Da muss ich mal korrigierend eingreifen:

Auch auf dem PC1715W(II) konnte keine Form von MS-DOS laufen, dazu stimmte die gesamte Architektur nicht. Was es gab hiess UDOS, das hatte mit irgendeinem XT/AT-OS aber garnichts gemeinsam. War für 8-bit-CPU vorgesehen, wie den Zilog Z80/U880.
Das von ROBOTRON "gekupferte" erste DOS lief unter dem Namen DCP auf 16-bit Rechnern wie EC1834 und A7150. Der PC1715 lief nur unter SCP und CP/M als Betriebssystem. Damit hatte ich auch bis zur "Kehre" berufsmäßig zu tun.....


Gruß SEG15D



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#27

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 18:31
von coff | 706 Beiträge

Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #22


Ja, dieser wurde in den Abtelungen durchaus als 1715/2 bezeichnet. Unser Chef Rechentechnik besteht darauf MS-DOS laufen gehabt zu haben.


Ja wenn der Chef darauf besteht... Die Erde ist auch nur eine Scheibe... Vielleicht hat er ja mal die Bezeichnung UDOS im Zusammenhang mit dem 1715/2 gehört und das mit MS-DOS verwechselt.

PC-1715W
Als Betriebssystem wurde für diesen Rechner das SCP3.0 entwickelt, welches anwendungsprogrammseitig Kompatibilität mit Standard-CP/M-Software bot. Außerdem gab es in der Sowjetunion das Betriebssystem TOS/M und eine spezielle Variante des Betriebssystems UDOS V.5.


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#28

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 08.05.2016 21:52
von DirkUK | 298 Beiträge
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#29

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 00:58
von EMW-Mitarbeiter | 464 Beiträge

Zitat von coff im Beitrag #27
Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #22


Ja, dieser wurde in den Abtelungen durchaus als 1715/2 bezeichnet. Unser Chef Rechentechnik besteht darauf MS-DOS laufen gehabt zu haben.


Ja wenn der Chef darauf besteht... Die Erde ist auch nur eine Scheibe... Vielleicht hat er ja mal die Bezeichnung UDOS im Zusammenhang mit dem 1715/2 gehört und das mit MS-DOS verwechselt.

PC-1715W
Als Betriebssystem wurde für diesen Rechner das SCP3.0 entwickelt, welches anwendungsprogrammseitig Kompatibilität mit Standard-CP/M-Software bot. Außerdem gab es in der Sowjetunion das Betriebssystem TOS/M und eine spezielle Variante des Betriebssystems UDOS V.5.



Nee, ich weiss jetzt, dass er den wohl mit dem EC-1834 verwechselte.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
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#30

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 03:19
von Major Tom | 851 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #5
Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #4
Es gab sicher auch PC's. In einigen Großfirmen.



Im großen Energiekombinat Leipzig nicht.............

Wurden in der DDR überhaupt welche produziert? Ende der 80er gab es illegale Importe von Vietnamesen, mit Hilfe von DDR-Rentnern, wofür einige VEB-Chefs Unsummen bezahlten. Aber solche Ausnahmen kann man nicht zählen.



Ich habe im Strafvollzug in der DDR jemanden kennengelernt der im grossen Stil PCs im Westen kaufen ließ und direkt an die DDR Betriebe verkaufte. Ich kann mich nicht mehr an Summen erinnern aber es waren gigantische Preise welche für Computer bezahlt wurden, hohe 5 stellige DDR Beträge ganz bestimmt.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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#31

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 07:22
von RiFu | 201 Beiträge

Da muß ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben. So schlecht stand die DDR in Sachen Computer gar nicht da wenn man die begrenzten finanziellen Möglichkeiten damal mit ins Kalkül zieht. Ich habe die ersten Berührungen 1985 mit dem Polycomputer 80 in meiner Lehre gehabt. Das war ein Lerncomputer eingebaut in einen Aktenkoffer bei dem man sehr anschaulich bis auf Maschinenebene sehen konnte was passiert. Damit ließ sich hervorragend die Grundlage legen. In der Firma selbst hatten wir einen "Großrechner" KRS4201 von Robotron(von wem sonst...) Der hatte gigantische 32kByte Magnetkern-Hauptspeicher. Dort haben wir Alles für das Kombinat gerechnet was so anfiel bis hin zum Lohn. Ausdrucke wurden auf einem gigantischen Paralleldrucker aus Ungarn gefertigt, wenn der lief bebte das ganze Haus. Lohnscheine bestanden aus einer Zeile(Lohnstreifen...). Etwa in der Zei kamen die ersten PC1715 auf. Die liefen mit SCP, einer geklauten CP/M Version. Als Datenbankanwendung lief da REDABAS (Relationales Datenbanksystem), das war nichts Anderes als ein nachgebautes dBase, lediglich die Datenbankdateien hatten einen anderen Namen(.dbd statt .dbf). Calc war Excel und Text das nachgebaute Word. Die PC1715 lösten die verbreiteten BC5120 ab, die liefen mit SIOS oder UDOS und hatten meist noch die großen 8" Floppies. Einer dieser Rechner stand übrigens auch im Stabsgebäude des GR36 Rummelsburg, gleich unten rechts. Dort habe ich jeden Morgen die Tagesschlüssel für die Nachrichtenstelle berechnet und jede Menge Offiziere geschult.
Nach den PC1715 ging es weiter mit AC7100 und später mit AC7150. Das waren dann schon richtige IBM-PC Klone. Die gab es dann auch mit Harddisk und Farbgrafik, hergestellt übrigens in Dresden. Aus Sömmerda kam dann der EC1834, eine Weiterentwicklung, gedacht vorallem für den Export.
Anfangs wurde sehr viel "reengineered", Embargoartikel wurden auf dubiosen Wegen von Schalk-G. besorgt und verbaut. Zum Besipiel kamen die erste Zeit die Floppy Drives auf solchen Wegen an. Späte gab es dann eine Lizenzproduktion von TEAC Laufwerken in Karl-Marx-Stadt. Ebenso wichtig war die Fertigung eigener Halbleiterchips, deswegen war die Grundlagenforschung dafür in Dresden auch eine Top Prio von Honecker.
Die PCs waren durchaus brauchbar und mit dem vergleichbar was auf dem Weltmarkt verfügbar war. Über die Presie reden wir lieber nicht, wimre lagen die so bei 20-30 T DDRMark pro Stück. Spiele wurden auch jede Menge auf den Dingern gespielt, angefangen von Catchum(PacMan), über Ladder und einfachen Flugsimulatoren am PC1715 bis hin zu grafischen Spielen auf den 1834 und 7150. Dort haben wir sogarr Larry gezockt.
Nach der Wende sind wir dann mit dem Barkas zu Vobis nach Nürnberg gefahren und haben uns dort mit Highscreen PCs eingedeckt als Ablösung der DDR Technik.

Karsten


EK 88 I


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#32

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 07:55
von damals wars | 12.143 Beiträge

Ich habe mal gelesen, das die Stellwerke der DR bereits vernetzt waren,trotz Embargo mit Rechentechnik aus dem NSW Dank SG.
Die Bedeutung der Rechentechnik hatte die DDR schon erkannt, daher auch die Rieseninvestitionen im Bereich der Mikroelektronik.
Die Japaner waren bei der Umgehung der Embargomaßnahmen wohl sehr behilflich!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#33

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 07:57
von Pit 59 | 10.134 Beiträge

Ja wir waren Führend,wie war doch die Devise "Überholen statt Einholen"


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#34

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 08:02
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Wie alles begann, darüber schrieb der Spiegel schon 1969

Deutschlands erster Arbeiter-und-Bauernstaat rüstet für eine weitere Teilstrecke auf dem langen Marsch in die kommunistische Zukunft. Das neue Etappenziel: eine Computer-gesteuerte DDR.

In ostdeutschen Schulen operieren schon die Abc-Schützen mit den unbestimmten Zahlen "a" und "b". Zweitkläßler lösen Gleichungen ersten Grades, und bei den alljährlichen "Mathematik-Olympiaden" kämpfen bereits Quartaner um Medaillen. In Zukunft werden alle Berufsschüler, gleich ob Dachdecker- oder Dreherlehrlinge, EDV büffeln, die elektronische Datenverarbeitung.

Noch Anfang der 50er Jahre hatten DDR-Philosophen an die Formel ihrer sowjetischen Kollegen geglaubt: "Die Kybernetik ist eine Pseudowissenschaft ... und dazu bestimmt, noch früher unterzugehen als der Imperialismus." Zehn Jahre später, in der Bundesrepublik arbeiteten mittlerweile 600 Elektronenrechner, ging nach der Sowjet-Union auch die DDR-Regierung auf neuen Kurs. Mathematik und Kybernetik, die Mutterwissenschaften der elektronischen Rechentechnik, avancierten zu Spitzendisziplinen. EDV-Techniker und Computer kamen zu späten Ehren.

Im Jahre 1964 beschloß der DDR-Ministerrat ein Programm "Zur Entwicklung, Einführung und Durchsetzung der maschinellen Datenverarbeitung". Der Staatsrat gründete ein Fachressort für die "Koordinierung der Leitung des Einsatzes und der Nutzung der elektronischen Datenverarbeitung", und 1967 ließ Walter Ulbricht den Elektronik-Staatssekretär Diplom-Ingenieur Günther Kleiber, 38, vom SED-Zentralkomitee zum Politbüro-Kandidaten wählen.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45520479.html

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 09.05.2016 08:03 | nach oben springen

#35

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 08:28
von damals wars | 12.143 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #33
Ja wir waren Führend,wie war doch die Devise "Überholen statt Einholen"

Sind wir doch immernoch!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#36

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 08:46
von Lutze | 8.033 Beiträge

Kann mich noch während meiner Lehrzeit im VEB Sachsenring Zwickau erinnern,
im Werk III (Karosserie-Fertigung und Lackiererei) stand da so ein Roboter,der
sicherlich auch computergesteuert war,für die Auftragung der Unterbodenbeschichtung,
unser Lehrmeister war ganz angetan von dem Gerät,nach dem Motto:die Computer-und
Robotertechnik hat auch die VEB-Betriebe erreicht,leider konnte ich dieses Ding nie in
Aktion sehen,war ständig wegen Störungen außer Betrieb,dafür standen wie gewohnt
solche verkleideten Mars-Männchen und verrichteten diese Tätigkeit
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#37

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 09:34
von RiFu | 201 Beiträge

Einige können sich das vermutlich nicht vorstellen was es bedeudete, ohne Devisen und Zugang zu bestimmten Technologien trotzdem zumindestens partiell an der Weltspitze mitzuspielen. Ich hatte und habe einige Kollegen, die den Aufbau der Mikroelektronik Fertigung direkt miterlebt und mitgeprägt haben. Als AMD(E), Arbeitsstelle Molekularelektronik Dresden, gegründet wurde im ZMFT sozusagen gezaubert. Die notwendigen Maschinen und Anlagen wurden zu großen Teilen selbst gebaut, vieles bei Elektromat Dresden.Was nicht selbst herstellbar war wurde auf dunklen Kanälen besorgt. Am Ende war man in der Lage 1 Mbit Chips zu bauen. Der U6264 wurde zwar dann nicht mehr in Serie gefertigt, die Musterfertigung hat aber funktionierende Exemplare erzeugt. Von diesem Forschungsverbund profitiert Sachsen heute noch. Nur wenige Meter entfernt wurde übrigens auch Deutschlands erstes und einzigstes Düsenverkehrsflugzeug entwickelt und gebaut...
Ich glaube das ist eine der Stärken die in der DDR zwingend perfektioniert wurde: Aus Nichts Wunder vollbringen, oder anders gesagt, aus Sch... Gold machen.

Karsten


EK 88 I


GKUS64, damals wars und prignitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 10:22
von sentry | 1.083 Beiträge

Wir konnten aber auch ganz wunderbar aus Gold Sch... machen


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#39

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 10:41
von coff | 706 Beiträge

Zitat von RiFu im Beitrag #37
Einige können sich das vermutlich nicht vorstellen was es bedeudete, ohne Devisen und Zugang zu bestimmten Technologien trotzdem zumindestens partiell an der Weltspitze mitzuspielen. Ich hatte und habe einige Kollegen, die den Aufbau der Mikroelektronik Fertigung direkt miterlebt und mitgeprägt haben. Als AMD(E), Arbeitsstelle Molekularelektronik Dresden, gegründet wurde im ZMFT sozusagen gezaubert. Die notwendigen Maschinen und Anlagen wurden zu großen Teilen selbst gebaut, vieles bei Elektromat Dresden.Was nicht selbst herstellbar war wurde auf dunklen Kanälen besorgt. Am Ende war man in der Lage 1 Mbit Chips zu bauen. Der U6264 wurde zwar dann nicht mehr in Serie gefertigt, die Musterfertigung hat aber funktionierende Exemplare erzeugt. Von diesem Forschungsverbund profitiert Sachsen heute noch. Nur wenige Meter entfernt wurde übrigens auch Deutschlands erstes und einzigstes Düsenverkehrsflugzeug entwickelt und gebaut...
Ich glaube das ist eine der Stärken die in der DDR zwingend perfektioniert wurde: Aus Nichts Wunder vollbringen, oder anders gesagt, aus Sch... Gold machen.

Karsten


ZFTM - Zentrum für Forschung und Entwicklung der Mikroelektronik mit zuerst dem Blauen Haus und später dann der auf der Grenzstrasse neugebauten ZVE, ab Mitte der 80er Jahre "Biermanns" Kombinat Carl-Zeiss Jena unterstellt...
Gezaubert wurde dort nicht


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#40

RE: Computer in der DDR

in Leben in der DDR 09.05.2016 10:44
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #38
Wir konnten aber auch ganz wunderbar aus Gold Sch... machen


Wie das ? Es gab doch kein Gold !

Aus Schei... ein Bonbon gemacht ,habe ich öfters erlebt !

Am ersten Schachcomputer spielte ich mit 15 Jahren ! (1979) Glaube Tennis , Pelota,und Squash waren auch drauf .

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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