#1

1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2016 16:01
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

@Hanum83 bzw. sein damaliger Polit hat mich neugierig gemacht. Von wegen DDR - Grenzer sollen von "Banden" in die Bundesrepublik entführt werden. Dabei bin ich auf einen anderen Fall gestoßen. Da maschierten 1976 zwei BGS - Beamte in die DDR - und wurden natürlich festgenommen. Hier die Geschichte:

Halt. Stehenbleiben. Hände hoch oder wir schießen.“ 15. Juni, 9.00 Uhr: Zwei Beamte des Bundesgrenzschutzes blicken erschrocken in die Rohrmündungen zweier Maschinen-Pistolen. Wenig später sind Oberwachtmeister Rolf-Dieter Frese und Grenztruppjäger Gunter Bohle Gefangene der DDR-Grenztruppe. Sie hatten die Bundesrepublik verlassen und waren etwa 100 Meter ins Gebiet der DDR marschiert.

Der unfreiwillige Aufenthalt der beiden Beamten jenseits der Grenze, die Geschehnisse der 73 Stunden im sozialistischen Deutschland haben auf der politisch-diplomatischen Ebene zu gegenseitigen Vorwürfen und Unterstellungen geführt. Am Tag nach dem ungeplanten kleinen Grenzverkehr sprach die Bundesregierung von „Verschleppung“ der Grenzbeamten. Die DDR disqualifizierte den Irrgang der Grenzschützer als „provokatorisches Eindringen bewaffneter Kräfte“.

Was sich zwischen dem Start zum Streifengang am Morgen des Dienstag und der Rückkehr per Bus am Grenzkontrollpunkt Duderstadt, drei Tage später, 10.00 Uhr, zugetragen hat, berichteten die Allgemeine Deutsche Nachrichten-Agenfür ADN und das DDR-Fernsehen ausführlich. Anders hörte sich an, was Rolf-Dieter Frese und Gunter Bohle am 18. Juni in Kassel der Öffentlichkeit sagten. Nach einer Klausur mit ihrem Brigade-General Alexander Rudioff und Bonns Staatssekretär im Innenministerium Fröhlich skizzierte vor allem der 23jährige Truppführer Frese die Stationen einer Reise in das ihnen anscheinend unbekannte Nachbarland. Nicht nur die DDR-Praxis bei bundesdeutschen Grenzverstößen wird damit erhellt. Besonders die knappen, verschreckten Einlassungen des 20jährigen Gunter Bohle berichten eindringlich vom gefühlsmäßigen Erlebnis der Grenzer, von ihren Empfindungen und Erwartungen gegenüber den Nachbardeutschen. Aufmerksamkeits-Schwerpunkte und Wortwahl zeigen deutlich die Ahnungslosigkeit der Grenzmänner, ihre Vorurteile, ihre simple Sicht der Dinge. Natürlich beschrieben sie angesichts der Kameras, Schreibblöcke und Mikrophone in Kassel vieles als naive Antwort auf die suggestiven, leimigen Fragen einiger Journalisten. ihr Verhalten im Gewahrsam der DDR aber orientierte sich an einem gelernten, verinnerlichten Leitfaden.


Hier geht es weiter http://www.zeit.de/1976/27/ich-hatte-einfach-angst

Und hier ein Zeitzeuge von damals:



Es war also kein Zufall.

Vielleicht gibt es das Thema hier im Forum schon. Aber da in der letzten Zeit einige BGS - ler sehr aktiv schreiben, ist es vielleicht interessant, wie sie es damals erlebt haben und welche Konsequenzen das evtl. auf ihren Dienst an der innerduetschen Grenze hatte.

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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zuletzt bearbeitet 30.04.2016 16:10 | nach oben springen

#2

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2016 16:29
von Zange | 392 Beiträge

Glücklicherweise habe ich so etwas nie erleben müssen.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#3

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2016 17:05
von Ratze | 393 Beiträge

Das war schon ein blöde Situation damals, als dann 84 ein Boot des BGS auf dem Schaalsee die Grenze W/O passiert hatte, die Streife hatte dies selbst gemerkt aber natürlich nicht gemeldet, aber ADN Brachte eine große Meldung, wurde bei uns auch diskutiert, wieviel Glück die Kollegen hatten, dass dort kein GrTr Boot lag. Danach wurde dann aber der Einsatz der Boote in Richtung Bernstorfer Binnensee intensiviert.
Im Diziplinarverfahren wurde der ganze Vorgang dann aufgerollt. Wie hoch dann die "Strafe" ausfiel ist mir nicht bekannt. Aber die Beamten durften erstmal kein Boot auf dem Schaalsee bewegen.


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#4

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 02:56
von B208 | 1.334 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #3
Das war schon ein blöde Situation damals, als dann 84 ein Boot des BGS auf dem Schaalsee die Grenze W/O passiert hatte, die Streife hatte dies selbst gemerkt aber natürlich nicht gemeldet, aber ADN Brachte eine große Meldung, wurde bei uns auch diskutiert, wieviel Glück die Kollegen hatten, dass dort kein GrTr Boot lag. Danach wurde dann aber der Einsatz der Boote in Richtung Bernstorfer Binnensee intensiviert.
Im Diziplinarverfahren wurde der ganze Vorgang dann aufgerollt. Wie hoch dann die "Strafe" ausfiel ist mir nicht bekannt. Aber die Beamten durften erstmal kein Boot auf dem Schaalsee bewegen.


Dieser Fall wurde über ADN gemeldet und die spektakuläre Luftraumverletzung seitens eines BGS Hubschraubers an gleicher Stelle wurde trotz Fotodokument nicht genutzt ???

B208


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#5

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 03:15
von B208 | 1.334 Beiträge

Hab das hier schon in irgendeinem Thema geschrieben . Ich habe auf DDR Gebiet einen Knobelbecher im Morast gelassen , Nordspitze Mechower see , müsste eigentlich gut konserviert dort noch stecken .

B208


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#6

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 04:17
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #4
...Dieser Fall wurde über ADN gemeldet und die spektakuläre Luftraumverletzung seitens eines BGS Hubschraubers an gleicher Stelle wurde trotz Fotodokument nicht genutzt ???

B208


Hm, wenn jede dokumentierte Grenzverletzung zu einer förmlichen Beschwerde geführt hätte, dann hätte es von solchen allein im Bereich der 7. GK zwischen 1983 und 85 eigentlich nur so "metern" müssen. Das passierte durchaus öfter ohne das es dann trotz Fotodokumentation zu irgendwelchen Beschwerden kam. Es war wohl eher so, das nur besondere Ausnahmen dann zu einem "großen Bahnhof" führten. Von Festnahmen ganz zu schweigen. Umgekehrt allerdings auch.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#7

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 09:32
von Ratze | 393 Beiträge

Moin @B208, da müsste man ja sofort ein D - Verfahren einleiten, wie hast Du den Verlust denn in der Bekleidungskammer erklärt?
Tschüss Ratze 😀


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#8

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 10:18
von Fritze | 3.474 Beiträge

Mir scheint , der Verlust eines Stiefels dürfte das geringste gewesen sein . Manch Einer hat im Grenzdienst seine (moralische) Unschuld verloren , Andere vlt. sogar reales Einschätzvermögen !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#9

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 10:41
von Wahlhausener | 270 Beiträge

Muß ich mir heute Abend mal anschauen. Das solche Grenzverletzungen vorkamen und dann auch einige ausgeschlachtet wurden, war ja in der damaligen Zeit normal. Aber einfach mal so 100 m vom Wege abkommen, ich weiß nicht. Waren die noch in der Pfadfinderausbildung?
Zum Video. Für mich ist mein ehemaliger KC Major Andreas Rudolph einfach nur ein Wendehals, hat ja schnell die Uniform gewechselt und (wird)präsentiert sich dort als Gewissen der Nation. Erzählt genau das, was seine neuen Herren hören wollen. Ein Hohn für Jeden, der unter ihm gedient hat. So und jetzt mache ich das, was ihm nie im Leben vergönnt war. Ich gehe mein Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen. Euch Allen einen schönen Feiertag.


Signatur gelöscht...


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#10

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 15:53
von B208 | 1.334 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #7
Moin @B208, da müsste man ja sofort ein D - Verfahren einleiten, wie hast Du den Verlust denn in der Bekleidungskammer erklärt?
Tschüss Ratze 😀


Moin Ratze , den Rest des Dienstes in den Arbeitsschuhen beendet ,dann aus dem Reservistenseesack meines Bruders die Knobelbecher genommen , die von der BW montierten Eisen abgeschraubt , in der Schuhmacherei , (Kleiderkammergebäude Erdgeschoss erste Türe rechts) in meine Größe getauscht und weitermarschiert .
B208


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#11

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:22
von B208 | 1.334 Beiträge

Im Raum Lübeck gab es einen Streifenweg unmittelbar an der Grenze , besser gesagt hinter der Grenze , @Waldersee kann das sicherlich besser beschreiben . Da waren die Streichhölzer auf DDR Gebiet und die Streifen von BGS und Zoll sind immer unbewusst über DDR Gebiet gelaufen . @Krelle müsste es auch wissen .
B208


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#12

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:24
von Ratze | 393 Beiträge

Für diese Tat sollte man Dich heute noch belangen, die Leute in der Kleiderkammer zu betrügen.
Aber zurück zum Thema
In meiner Dienstzeit ist es nur einmal vorgekommen, dass wir einen GAK diesseits der Grenze gesehen haben, in diesem Fall wurde in der Grenzkommission (GK) offiziel protestiert. Bei Beschwerden der Westseite hatte die Ostseite in der GK immer Fälle zur Hand, um gegen zu halten, in diesem Fall nicht. Deshalb glaube ich nicht daran, dass viele Fälle W/O Grenzübertritt dokumentiert wurden. Ich glaube auch nicht daran, dass vorsätzlich die Grenze W/O überschritten wurde.


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#13

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:26
von damals wars | 12.134 Beiträge

Wie hinterhältig!
Erst läßt die Stazi sie in die Republik, statt sie zurückzuweisen,
und dann werden sie auch noch festgenommen.
Bekamen die ihre Bewaffnung zurück oder stand die im Traditionszimmer
der Kompanie als abschreckendes Beispiel?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#14

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:29
von Ratze | 393 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #11
Im Raum Lübeck gab es einen Streifenweg unmittelbar an der Grenze , besser gesagt hinter der Grenze , @Waldersee kann das sicherlich besser beschreiben . Da waren die Streichhölzer auf DDR Gebiet und die Streifen von BGS und Zoll sind immer unbewusst über DDR Gebiet gelaufen . @Krelle müsste es auch wissen .
B208


Diesen Weg habe ich 1971/72 vor der Vermessung mit den Pionieren aus Blankensee unter Weisung von I/S Lübeck dem OSTMR S. angelegt. Vor der Festlegung der Grenze ging man davon aus, dass die Grundstücke der Anwohner exakt auf der Grenzlinie endeten. Deshalb haben wir die Gartenzäune um ca. 1,5 m nach Westen verlegt und auf dem freigemachten Streifen einen "Grenzweg" für Streifen angelegt. Diese Arbeiten wurden ständig von GAK überwacht. Wenn also zu diesem Zeitpunkt schon festgestanden hätte, dass wir uns im Osten befanden, hätte man sicher interveniert.
Die Abnahme des Streifenweges fand u.a. durch den damaligen Gruppenkommandeur, dem I/S und einem Vertreter des Britisch Frontier Service statt.


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#15

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:30
von B208 | 1.334 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #12
Für diese Tat sollte man Dich heute noch belangen, die Leute in der Kleiderkammer zu betrügen.
Aber zurück zum Thema
In meiner Dienstzeit ist es nur einmal vorgekommen, dass wir einen GAK diesseits der Grenze gesehen haben, in diesem Fall wurde in der Grenzkommission (GK) offiziel protestiert. Bei Beschwerden der Westseite hatte die Ostseite in der GK immer Fälle zur Hand, um gegen zu halten, in diesem Fall nicht. Deshalb glaube ich nicht daran, dass viele Fälle W/O Grenzübertritt dokumentiert wurden. Ich glaube auch nicht daran, dass vorsätzlich die Grenze W/O überschritten wurde.


@Zweedi04 hat sich auch mal einen Schaukasten des Zoll angeschaut .
B208


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#16

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:32
von B208 | 1.334 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #14
Zitat von B208 im Beitrag #11
Im Raum Lübeck gab es einen Streifenweg unmittelbar an der Grenze , besser gesagt hinter der Grenze , @Waldersee kann das sicherlich besser beschreiben . Da waren die Streichhölzer auf DDR Gebiet und die Streifen von BGS und Zoll sind immer unbewusst über DDR Gebiet gelaufen . @Krelle müsste es auch wissen .
B208


Diesen Weg habe ich 1971/72 vor der Vermessung mit den Pionieren aus Blankensee unter Weisung von I/S Lübeck dem OSTMR S. angelegt. Vor der Festlegung der Grenze ging man davon aus, dass die Grundstücke der Anwohner exakt auf der Grenzlinie endeten. Deshalb haben wir die Gartenzäune um ca. 1,5 m nach Westen verlegt und auf dem freigemachten Streifen einen "Grenzweg" für Streifen angelegt. Diese Arbeiten wurden ständig von GAK überwacht. Wenn also zu diesem Zeitpunkt schon festgestanden hätte, dass wir uns im Osten befanden, hätte man sicher interveniert.
Die Abnahme des Streifenweges fand u.a. durch den damaligen Gruppenkommandeur, dem I/S und einem Vertreter des Britisch Frontier Service statt.

Aber er wurde doch später zurückgebaut , weil auf DDR Gebiet , stimmt das so ?


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#17

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:36
von Ratze | 393 Beiträge

Na klar, ich weis nicht wann genau hier die Grenze vermessen wurde 73 oder 74, aber dann wurde natürlich die Grenze so markiert wie es sich gehöhrte, nur mir ist nicht bekannt, ob dann ein neuer Streifenweg angelegt wurde, das könnte sicher @waldersee ganz leicht beantworten.


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#18

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 16:42
von B208 | 1.334 Beiträge

#12 RE: Da hatte ich mal so richtige Angst... in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR
06.03.2015 03:42

von B208 • | 1.127 Beiträge • messageNachricht senden | profileProfil ansehen | onlineB208 ist online.
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Ahoi ,

hab das hier schon mal irgendwo geschrieben . In den 70er , Nachtstreife , Nordspitze Mechower See , Grenzgraben . Geräusche , evtl. Bauarbeiten , aber wir konnten nichts sehen , von keiner Position . Da bin ich über den Graben , MP bei meinem Posten gelassen und einige Meter rein in den Warschauer Pakt . Aber auch von hier keine Erkenntnisse . Leise zurück zum Graben , dann das Malheur , bin eingesunken und kam ohne fremde Hilfe nicht raus . Ich den Posten Herbert K. gebeten mich mit irgendwas rauszuziehen . Herbert sagt " NÖ " und grinst . Die Sekunden kamen mir wie Minuten vor und jedes kleinste Geräusch klang zigfach lauter . Naja irgendwann hielt Herbert mit das G1 hin und ich über den Graben , aber nur mit einem Stiefel , der andere wurde zu Volkseigentum .

B208

Danke für diesen BeitragDanke für diesen Beitrag
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#19

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 18:44
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #10
Zitat von Ratze im Beitrag #7
Moin @B208, da müsste man ja sofort ein D - Verfahren einleiten, wie hast Du den Verlust denn in der Bekleidungskammer erklärt?
Tschüss Ratze 😀


Moin Ratze , den Rest des Dienstes in den Arbeitsschuhen beendet ,dann aus dem Reservistenseesack meines Bruders die Knobelbecher genommen , die von der BW montierten Eisen abgeschraubt , in der Schuhmacherei , (Kleiderkammergebäude Erdgeschoss erste Türe rechts) in meine Größe getauscht und weitermarschiert .
B208




Notfalls kannst du ja im Harz unterhalb Eckersprung westlich des Goethemoores den Stiefel vom damaligen Fw Heb... als Ersatz nehmen. Der steckt vielleicht immer noch dort seit Frühsommer 1985...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#20

RE: 1976: BGS - Beamte in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 19:34
von Waldersee | 82 Beiträge

.... nur mir ist nicht bekannt, ob dann ein neuer Streifenweg angelegt wurde, das könnte sicher @waldersee ganz leicht beantworten.[/quote]

Also:
Vollkommen korrekt. Der Streifenweg, der sogenannte "Walter S. Gedächnispfad", war in GROßEN Teilen bei seiner Fertigstellung um 50 cm - 150 cm auf DDR-Gebiet verlegt worden. Es hatte nur keiner gewusst, da Kartenmaterial bei der Erstellung nur begrenzt zur Verfügung stand.
Als dann die gemeinsame Grenzkommission die Sache neu vermessen hatte, war klar, dass der BGS "mächtig am Arsch" war.
Also alles in Richtung Westen verlegen.
Jetzt begann es. Bei der Erst-Erstellung mussten alle Grenzanwohner für diesen Pfad einen Teil ihrer Grundstück abgeben. Nur diese waren inzwischen z.T. schon verstorben, die Nachfolger hatten neue Gärten angelegt, Gartenhäuser gebaut, tolle Zäune gezogen usw. usw.
So, jetzt kamen wir und sagten: Alles um 2 m zurück.
Ich danke heute noch der damaligen Grenzschutzverwaltung der Grenzschutzabteilung Küste I und Ihrem Leiter. Es wurden Geldmittel in beachtlicher Höhe zur Verfügung gestellt und alles auf Kosten des Bundes erledigt. Ich selbst war mit draußen und wenn einer der Anwohner auch nur einen vollkommen verdorrten Himbeerstrauch versetzen musste, wurde ihm sofort ein neuer gekauft und wenn möglich noch zwei weitere dazu.
Wir sind damals - so jedenfalls meine Erinnerung - ohne eine einzige Klage aus der Sache herausgekommen.
Ich weiß das deshalb noch so genau, weil bei einem Arbeitseinsatz der damalige Gruppenkommandeur, Oberst im BGS M., uns aufsuchte und ich als Hauptwachtmeister gerade einige Balken schleppte. Ich ließ diese fallen, wollte gerade eine Meldung machen, als ich nur noch hörte: " Was um Himmels Willen machen Sie da?" Völlig verdutzt gab ich über den Arbeitseinsatz Auskunft und erhielt folgenden Anschiss, den ich nie vergessen habe:" Herr Hauptwachtmeister, Sie sind beim Bundesgrenzschutz! Dort arbeiten Vorgesetzte nicht, sie überwachen die Arbeit ihrer Nachgeordneten!"
Toller Spruch, habe ich mir bis zur Pensionierung 2014 immer gemerkt.
Aber Spaß beiseite, der BGS hat die Sache- auch mit sensationeller Hilfe der Technischen Hundertschaft Küste aus Lübeck-Blankensee - einwandfrei hinbekommen und alle waren zufrieden.
Ich weiß nicht, ob dieser Pfad heute noch begehbar ist, es war jedenfalls für mich immer ein sehr interessanter Teil der Lübecker Grenze.
Ich glaube, auf dem Bild kommt das gut raus


Moskwitschka, S51, furry, Lutze, Ratze und B208 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.05.2016 20:14 | nach oben springen


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