#81

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 00:04
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #58
Ist zwar nicht so ganz das Thema, aber mal ne Frage. Gab es bei den GT irgendwie so eine Art Abschiedszeremonie zur Entlassung, mit vielleicht etwas besonderem zu essen ? Ich weiß Militär ist kein Ferienlager, aber für eure treuen Dienste, hätte man doch zum Abschied mal was spendieren können.Immerhin seid ihr alle brav in der DDR geblieben, obwohl die Chance sicherlich größer war , na ja...


Wegen des Mauerfalls am 9.11.1989 der doch überraschend kam, gab es bei uns keine Abschiedszeremonie, kein Essen, oder sonst was. Offiziell wäre ich im August 1990 entlassen worden. Durch den Mauerfall, konnte ich und viele andere auch, schon im Januar 1990 unsere Heimreise antreten. Das einzige was wir machen konnten, waren unsere Adressen auszutauschen.

Dafür hatten wir so ein Reservistentuch "Grenztruppen der DDR" wo sich jeder verewigt hat als Andenken. Das habe ich heute noch.

Und ein paar Bilder wurden auch noch gemacht. Eine Urkunde zur Entlassung, oder ähnliches haben wir nicht bekommen. Fand ich schade, das man nicht irgend etwas bekommen hat und sich das später noch mal anschauen kann, wo man mal gedient hat.

MfG
Niederlausitzer


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

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#82

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 00:38
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #62
Bei uns war es Tradition, daß der KC beim letzten Abendessen mit den Soldaten und allen EK's mit dabei war.
wir hatten den Abend Schnitzel, so viel wie jeder wollte.

es war trotzdem ein bewegender Abend ,die Gängertücher gingen rund und bei manch einen standen auch ein paar Tränen in den Augen !

VG H.

@Hansteiner,

Ihr hattet es gut mit eurem Schnitzel essen. Ich esse sehr gern Schnitzel. Sie müssen für mich so groß sein, das sie über den Tellerrand hängen.
Am liebsten so groß wie ein " Scheißhausdeckel "

Bei mir und auch bei anderen, sind auch ein paar Tränen geflossen. Außerdem hatte man auch mit vielen Leuten eine gute Kameradschaft. Mit einigen Leuten habe ich heute noch Kontakt.

MfG
Niederlausitzer


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

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#83

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 09:41
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

war in schierke genauso,zwei Köche ( einer gelernter koch,der andere hatte im zivilen in einer Gaststätte gearbeitet) da konnte man überhaupt nicht meckern. Die verstanden ihr Handwerk,es war abwechslungsreich und hat geschmeckt.Die Küche war rund um die Uhr besetzt und es gab selten etwas auszusetzen.
Der komplektetag war auch nicht meine Sache,aber der Käse in den kleinen Dose war ok.

04/86-04/87 in Schierke


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#84

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 10:25
von Linna | 188 Beiträge

Zitat von grenzgänger86 im Beitrag #83
Hallo zusammen,

war in schierke genauso,zwei Köche ( einer gelernter koch,der andere hatte im zivilen in einer Gaststätte gearbeitet) da konnte man überhaupt nicht meckern. Die verstanden ihr Handwerk,es war abwechslungsreich und hat geschmeckt.Die Küche war rund um die Uhr besetzt und es gab selten etwas auszusetzen.
Der komplektetag war auch nicht meine Sache,aber der Käse in den kleinen Dose war ok.

04/86-04/87 in Schierke


Wenn man die vollen Käsedosen ins Lagerfeuer warf, knallten sie wie ein Kanonenschlag.
Gruß-Linna



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#85

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 10:37
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von Linna im Beitrag #84

Wenn man die vollen Käsedosen ins Lagerfeuer warf, knallten sie wie ein Kanonenschlag.


Wenn's hier nur gegen den Käse gehen sollte,
auch Rotwurstdosen haben genauso gebumst.

im Gegensatz zu dem anderen "Geschlabber"
habe ich den Käse gern gegessen



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#86

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 10:37
von vs1400 | 2.397 Beiträge

hallo grenzgänger86,

zu meiner zeit gab es einen BU als küchenleiter, einen stellv. dessen (UaZ) und einen gehilfen (gwd'ler). etwas später kam noch ein gehilfe dazu
und dann gab es noch 4 zivil beschäftigte frauen, welche zweischichtig arbeiteten.

verpflegt wurde durch unsere küche der bataillonsstab, die kompanie für sicherstellung, unsere gk und der brockenzug, der damals noch aus dem
bestand der 4 züge unserer gk gestellt wurde. später kam dann noch der 5.zug dazu.
bei größeren arbeiten im gab kamen ja dann auch noch die gäste hinzu, denn deren arbeiten konnten, rein personal mäßig, durch uns schon nicht mehr abgesichert werden.

was da in der küche geleistet wurde, war wirklich großes kino.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#87

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 10:59
von Hanum83 | 4.785 Beiträge

In Hanum hatten wir nur einen Koch, der war der blanke Anti-Soldat, militärisch nicht zu verwerten, darum gab es wohl da auch eine Besonderheit, der kam als GWD-ler aus Hanum.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 21.04.2016 11:00 | nach oben springen

#88

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 17:12
von PF75 | 3.294 Beiträge

Nachmittags gab es am Tag vor der Entlassung noch die obligatorische Abgangstorte die,die EK-s für die dagebliebenen ausgegeben hatten,war zumindestens bei uns so Sitte und es tafen sich alle die frei hatten dazu im Speiseraum.


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#89

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 23:51
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Von den unseligeren militärischen Traditionen ist das Konservenleermachen offenbar weder an BW noch der NVA vorbeigegangen.

"Tote Oma" nannten wir unser Äquivalent zwar nicht, das hieß einfach "Chappi" (Dosenleberwurst). Dazu gab es "Bierdeckel" (Roggenschrotbrot aus der Dose, natürlich), "Obstwhiskas" (Früchtesalat aus dem Alu-Napf, der geschmacklich an Wachsobst in Gelatine erinnerte) und "Hering nach asiatischer Art" (das hatte keinen Spitznamen, da der offizielle Name schon so alles darüber sagt, was für eine Abscheulichkeit das war).

Das Essen im Feld schwankte in der Qualität erheblich (die Kohlrouladen waren aus gegarten ABC-Ponchos, soviel ist sicher), in der Kaserne war es, bis auf zwei Ausrutscher, in meiner Dienstzeit immer tadellos.

Eine Besonderheit unserer Kaserne war das Trinken: Da ein namhafter Hersteller von künstlichen Aromastoffen bei uns sein Hauptquartier hatte, bekamen wir immer dessen komplette Produktpalette aufgenötigt. Stellt euch einfach vor, ihr bekommt tagaus, tagein verwässerte Götterspeise mit einem Schuss schalem Früchtetee zu trinken, dann habt ihr unser in verschiedenen grellen Farben ausgeschenktes Standardgetränk. Es sah aus wie Weltraumnahrung aus der alten "Star Trek"-Serie.

Gab es eigentlich auch das Süßigkeiten-Filzen im Osten? Vorm Abmarsch ins Biwak wurde meist noch unsere Ausrüstung kontrolliert, und wehe dem, der einen Vorrat Gummibärchen o. Ä. mitschleifte. Jenseits einer im Feldessgeschirr versteckbaren Notration war da nicht viel zu machen.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#90

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 00:42
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #87
In Hanum hatten wir nur einen Koch, der war der blanke Anti-Soldat, militärisch nicht zu verwerten, darum gab es wohl da auch eine Besonderheit, der kam als GWD-ler aus Hanum.


warum auch, Hanum83,
es war nicht ihre "spielwiese".
sie kannten die grundkenntnisse und mehr brauchten sie auch nicht.

bei ner fetten lage wurden der stellv. und sein gehilfe mal mit in die abrieglung geschickt. sie hatten jedoch null ahnung wie man dort raus ging und dass war echt grenzwertig.
beide gingen mit sommer felddienst raus, ohne regenrolle und all dem was sonst so in den taschen zu finden und nötig war.
der uaz wurde nach einiger zeit erlöst und sein küchengehilfe musste halt durch.
beide waren jedoch um ne echte erfahrung reicher und dass machte sich auch in ihrem verhalten bemerkbar.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#91

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 00:53
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #89
Von den unseligeren militärischen Traditionen ist das Konservenleermachen offenbar weder an BW noch der NVA vorbeigegangen.

"Tote Oma" nannten wir unser Äquivalent zwar nicht, das hieß einfach "Chappi" (Dosenleberwurst). Dazu gab es "Bierdeckel" (Roggenschrotbrot aus der Dose, natürlich), "Obstwhiskas" (Früchtesalat aus dem Alu-Napf, der geschmacklich an Wachsobst in Gelatine erinnerte) und "Hering nach asiatischer Art" (das hatte keinen Spitznamen, da der offizielle Name schon so alles darüber sagt, was für eine Abscheulichkeit das war).

Das Essen im Feld schwankte in der Qualität erheblich (die Kohlrouladen waren aus gegarten ABC-Ponchos, soviel ist sicher), in der Kaserne war es, bis auf zwei Ausrutscher, in meiner Dienstzeit immer tadellos.

Eine Besonderheit unserer Kaserne war das Trinken: Da ein namhafter Hersteller von künstlichen Aromastoffen bei uns sein Hauptquartier hatte, bekamen wir immer dessen komplette Produktpalette aufgenötigt. Stellt euch einfach vor, ihr bekommt tagaus, tagein verwässerte Götterspeise mit einem Schuss schalem Früchtetee zu trinken, dann habt ihr unser in verschiedenen grellen Farben ausgeschenktes Standardgetränk. Es sah aus wie Weltraumnahrung aus der alten "Star Trek"-Serie.

Gab es eigentlich auch das Süßigkeiten-Filzen im Osten? Vorm Abmarsch ins Biwak wurde meist noch unsere Ausrüstung kontrolliert, und wehe dem, der einen Vorrat Gummibärchen o. Ä. mitschleifte. Jenseits einer im Feldessgeschirr versteckbaren Notration war da nicht viel zu machen.


man hätte sich damit wohl eher ins knie geschossen,
denn ne eiserne reserve war immer die bessere wahl.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#92

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 11:20
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #89
... und "Hering nach asiatischer Art" (das hatte keinen Spitznamen, da der offizielle Name schon so alles darüber sagt, was für eine Abscheulichkeit das war). ....

Oh ja, da wird einem beim Lesen schon schlecht, vorausgesetzt man hat eine Vorstellung von feldmäßiger Verpflegung und deren Nutzen im Feld ... Ich wusste gar nicht, dass wir so gute Verbündete unter Euren "Verpflegern" hatten
Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #89
... Gab es eigentlich auch das Süßigkeiten-Filzen im Osten? Vorm Abmarsch ins Biwak wurde meist noch unsere Ausrüstung kontrolliert, und wehe dem, der einen Vorrat Gummibärchen o. Ä. mitschleifte. Jenseits einer im Feldessgeschirr versteckbaren Notration war da nicht viel zu machen.

Um Himmels Willen Nein. Was hätte denn dieser Quatsch zu bedeuten gehabt? Wollte man harte Männer aus Euch machen? Solange es keine Behinderung in der Bewegung gab und die Ausrüstung keinen Schaden nehmen konnte durch Art oder Größe der mitgeführten Süßigkeiten, war das überhaupt kein Problem. Als Polit wäre ich auch eingeschritten, wenn irgendein Vorgesetzter in meinem Verantwortungsbereich so einen Zirkus abgezogen hätte. Süßigkeiten heben die Kampfmoral, Ende und Aus. Außerdem hatte ich auch immer irgendetwas, zum Beispiel eine Tafel "Creck" (Süßtafel) in der Kartentasche.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#93

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 11:31
von RiFu | 203 Beiträge

Zitat
zum Beispiel eine Tafel "Creck" (Süßtafel)



Die hatten immer coole Sammelbilder drin....

Karsten


EK 88 I


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#94

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 12:43
von coff | 710 Beiträge

Zitat von RiFu im Beitrag #93


Die hatten immer coole Sammelbilder drin....

Karsten


Der Geschmack dieses Schokoladenersatzproduktes war nicht jedermanns Sache.
An Sammelbildern kann ich mich nur an Motive heimischer Tiere erinnern die man aus der Verpackungsinnenseite
ausschneiden mußte und in ein Album einkleben konnte...


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#95

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 13:31
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #92
Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #89
... und "Hering nach asiatischer Art" (das hatte keinen Spitznamen, da der offizielle Name schon so alles darüber sagt, was für eine Abscheulichkeit das war). ....

Oh ja, da wird einem beim Lesen schon schlecht, vorausgesetzt man hat eine Vorstellung von feldmäßiger Verpflegung und deren Nutzen im Feld ... Ich wusste gar nicht, dass wir so gute Verbündete unter Euren "Verpflegern" hatten


So grausam wäre man höchstens im Hochstalinismus gewesen. Nein, ich vermute eher Neonazis oder Islamisten hinter dieser grauenerregenden Kost. Stell dir einfach vor, du nimmst einen Bissen, und deine Zunge explodiert, weil Totes-Meer-Salzig, H2SO4-sauer, und kandierter-Bienenhonig-mit-Puderzucker-süß um die Vorherrschaft in deiner Geschmackswahrnehmung ringen.

Zitat von Rainman2 im Beitrag #92
Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #89
... Gab es eigentlich auch das Süßigkeiten-Filzen im Osten? Vorm Abmarsch ins Biwak wurde meist noch unsere Ausrüstung kontrolliert, und wehe dem, der einen Vorrat Gummibärchen o. Ä. mitschleifte. Jenseits einer im Feldessgeschirr versteckbaren Notration war da nicht viel zu machen.

Um Himmels Willen Nein. Was hätte denn dieser Quatsch zu bedeuten gehabt? Wollte man harte Männer aus Euch machen? Solange es keine Behinderung in der Bewegung gab und die Ausrüstung keinen Schaden nehmen konnte durch Art oder Größe der mitgeführten Süßigkeiten, war das überhaupt kein Problem. Als Polit wäre ich auch eingeschritten, wenn irgendein Vorgesetzter in meinem Verantwortungsbereich so einen Zirkus abgezogen hätte. Süßigkeiten heben die Kampfmoral, Ende und Aus. Außerdem hatte ich auch immer irgendetwas, zum Beispiel eine Tafel "Creck" (Süßtafel) in der Kartentasche.

ciao Rainman



Es kam sehr auf den kontrollierenden Unteroffizier an. Am coolsten war da der ehemalige NVA-ler (Oberfeld), der sagte im Wesentlichen "So einpacken, dass nix 'rausfällt!"; der West-Feldwebel hatte eine festgelegte Menge ("Was soll'n das? Woll'n se 'ne Imbissbude aufmachen?"), am nervigsten waren ein Hauptgefreiter und ein Fahnenjunker (in der NVA wäre das etwa ein Offiziersschüler-2 gewesen), die aus verschiedenen Gründen (ersterer war wohl sauer, dass man in der "Armee der Einheit" nicht mehr EK spielen darf, und rächte sich an uns auf seine Weise; zweiterer, Du sagst es, wollte einen auf "harte Männer" machen) kaum mehr als zwei Packungen hanuta durchgehen ließen.
Unser Zugführer scherte sich darum nicht; der war ganz alte Schule und jammerte ohnehin nur darüber, was wir für Luschen seien...


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#96

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 22:37
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von coff im Beitrag #94
Zitat von RiFu im Beitrag #93


Die hatten immer coole Sammelbilder drin....

Karsten


Der Geschmack dieses Schokoladenersatzproduktes war nicht jedermanns Sache.
An Sammelbildern kann ich mich nur an Motive heimischer Tiere erinnern die man aus der Verpackungsinnenseite
ausschneiden mußte und in ein Album einkleben konnte...



Das Sammelalbum hieß - Tiere unserer Heimat -
hatte alle 50 Bilder zusammen,
sogar der Wolf war mit dabei,in freier Wildbahn war er wohl nicht
zu DDR-Zeiten anzutreffen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#97

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 22.04.2016 23:02
von damals wars | 12.192 Beiträge

Ich durfte einmal in Perleberg erleben, wie die Grützwurst abgeliefert wurde, danach habe ich die nie wieder angerührt. Das waren so ne offenen stabelbaren Plastebehälter, sah aus wie geronnenes Blut. In dem halben Jahr habe ich 20 kg abgenommen, müsste mal wieder hin.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#98

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 23.04.2016 01:37
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #97
Ich durfte einmal in Perleberg erleben, wie die Grützwurst abgeliefert wurde, danach habe ich die nie wieder angerührt. Das waren so ne offenen stabelbaren Plastebehälter, sah aus wie geronnenes Blut. In dem halben Jahr habe ich 20 kg abgenommen, müsste mal wieder hin.

Ja, das musste so aussehen, da es sich ja tatsächlich um Schweineblut mit ein paar Fett- und Fleischbrocken und eben Grütze handelte. Was hätte man denn sonst für den Transport machen sollen? Sie erst auf Därme ziehen, die dann in der Küche wieder aufgeschnitten werden mussten? Nun gut, ich gebe zu, dass der nüchterne Pragmatismus einer "Großküche" nichts für Schöngeister und sensible Menschen ist. Aber die solcherart angelieferte Wurst kam in die Pfanne und wurde komplett durcherhitzt, was zum Tod aller damals bekannter Krankheitserreger geführt haben dürfte. Und zum Geschmack: Wenn der Küchenleiter oder der Koch mit ihren Gewürzen umgehen konnten, dann war es egal, was angeliefert wurde. Man machte einfach irgendwie irgendetwas daraus.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#99

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 23.04.2016 10:48
von coff | 710 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #98
Zitat von damals wars im Beitrag #97
Ich durfte einmal in Perleberg erleben, wie die Grützwurst abgeliefert wurde, danach habe ich die nie wieder angerührt. Das waren so ne offenen stabelbaren Plastebehälter, sah aus wie geronnenes Blut. In dem halben Jahr habe ich 20 kg abgenommen, müsste mal wieder hin.

Ja, das musste so aussehen, da es sich ja tatsächlich um Schweineblut mit ein paar Fett- und Fleischbrocken und eben Grütze handelte. Was hätte man denn sonst für den Transport machen sollen? Sie erst auf Därme ziehen, die dann in der Küche wieder aufgeschnitten werden mussten? Nun gut, ich gebe zu, dass der nüchterne Pragmatismus einer "Großküche" nichts für Schöngeister und sensible Menschen ist. Aber die solcherart angelieferte Wurst kam in die Pfanne und wurde komplett durcherhitzt, was zum Tod aller damals bekannter Krankheitserreger geführt haben dürfte. Und zum Geschmack: Wenn der Küchenleiter oder der Koch mit ihren Gewürzen umgehen konnten, dann war es egal, was angeliefert wurde. Man machte einfach irgendwie irgendetwas daraus.

ciao Rainman


Da hat halt jeder so seine Erinnerungen an die Großküchen. Schade das man damals noch keine Smartphones hatte sonst könnte ich jetzt ein leckeres Foto beisteuern wie es in einem Großkochkessel aussah wo eigentlich nur Hülsenfrüchte gekocht werden sollten und die ganze Oberfläche mit einer zentimeterdicken Schicht gekochter Maden bedeckt war. Das war das Highlight bei den Küchendiensten im ersten halben Jahr.


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 23.04.2016 11:07
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von coff im Beitrag #99
Zitat von Rainman2 im Beitrag #98
Zitat von damals wars im Beitrag #97
Ich durfte einmal in Perleberg erleben, wie die Grützwurst abgeliefert wurde, danach habe ich die nie wieder angerührt. Das waren so ne offenen stabelbaren Plastebehälter, sah aus wie geronnenes Blut. In dem halben Jahr habe ich 20 kg abgenommen, müsste mal wieder hin.

Ja, das musste so aussehen, da es sich ja tatsächlich um Schweineblut mit ein paar Fett- und Fleischbrocken und eben Grütze handelte. Was hätte man denn sonst für den Transport machen sollen? Sie erst auf Därme ziehen, die dann in der Küche wieder aufgeschnitten werden mussten? Nun gut, ich gebe zu, dass der nüchterne Pragmatismus einer "Großküche" nichts für Schöngeister und sensible Menschen ist. Aber die solcherart angelieferte Wurst kam in die Pfanne und wurde komplett durcherhitzt, was zum Tod aller damals bekannter Krankheitserreger geführt haben dürfte. Und zum Geschmack: Wenn der Küchenleiter oder der Koch mit ihren Gewürzen umgehen konnten, dann war es egal, was angeliefert wurde. Man machte einfach irgendwie irgendetwas daraus.

ciao Rainman


Da hat halt jeder so seine Erinnerungen an die Großküchen. Schade das man damals noch keine Smartphones hatte sonst könnte ich jetzt ein leckeres Foto beisteuern wie es in einem Großkochkessel aussah wo eigentlich nur Hülsenfrüchte gekocht werden sollten und die ganze Oberfläche mit einer zentimeterdicken Schicht gekochter Maden bedeckt war. Das war das Highlight bei den Küchendiensten im ersten halben Jahr.



Lila: Und was sagt uns das ? Es schmeckt nichts so schlecht, wie es aussieht. Also, der menschliche Verdauungstrakt verträgt so Einiges und wenn man die Augen dabei zumacht, schmecken eben auch gekochte Maden, wenn sie gut gewürzt sind. Da fällt mir Haggis ein, das schottische Nationalgericht. Esse ich sehr gern, auch wenn es aussieht wie schon mal gegessen. Die Würze macht´s halt.



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