#41

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 07:31
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Niederlausitzer im Beitrag #40
Bei unserem Fleischer gibt es jede Woche frische tote Oma ( Grützfülling ) im Kunstdarm oder lose zu kaufen.
Sie ist immer perfekt gewürzt, so das man kaum nach würzen muß. Wichtig sind natürlich Gewürze wie Pfeffer und Majoran. Dann wird sie mit Zwiebelwürfel und ein wenig Knobloch gebraten.

Dazu essen wir immer selbst gemachten Knullenbrei und gekochtes Sauerkraut, das noch mit angeschwitzten Zwiebeln und Schinkenwürfel verfeinert wird. Ein einfaches Essen, was immer wieder schmeckt.

Nur eine Frage was ist Knullenbrei .


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#42

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 07:55
von Büdinger | 1.504 Beiträge

... ich tippe mal auf Kartoffelbrei ...


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#43

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 08:47
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Niederlausitzer im Beitrag #34
... Das Abendbrot war gegenüber dem Mittagessen, nicht so toll. Jeden Tag die gleiche Wurst und kaum Abwechslung. Manchmal sind wir gar nicht mehr zum Abendbrot runter gegangen.

Die Wurst war auf dem Teller immer gewölbt und gebogen. Der Rand war immer trocken. Bei uns im Sprachgebrauch sagte man immer, schon wieder diese Much und Flugwurst. Vielleicht kennt ja auch jemand diesen Ausdruck?
Der Küchenbulle hatte manchmal auch die Schnauze voll, die Scheibe der Durchreiche zu öffnen, weil er wußte, das jetzt wieder die Kommentare über die Wurst kommen würden. Er konnte ja im Prinzip nichts dafür, wenn nichts anderes da war. ...

Ja, den Effekt kannte ich definitiv auch von der Offiziershochschule. "Flugwurst" war bei uns auch gängig, weil die Wurst nur noch in den Mülleimer fliegen konnte. Egal, ob zum Frühstück oder Abendbrot, da lag sie mit grünem Schimmer, der Aufschnitt wellte sich und Leber- oder Teewurst waren bereits ausgetrocknet. Das Problem war simpel: Die Abläufe in der Küche ließen es oft nicht anders zu, als dass die Wurst bereits Stunden vor der Mahlzeit aufgeschnitten und auf die Teller oder Platten gelegt wurde. In der Grundqualität war die Wurst eigentlich in Ordnung. Aber die Sorten (häufig Lyoner, Jagdwurst, Leberkäse, Blutwurst, Leberwurst, Teewurst) halten als ungekühlt und offen liegender Aufschnitt nicht lange durch. Es entstand durch Oxydation an der Oberfläche ein grünlicher Schimmer, der nicht sonderlich zum Wohlbefinden der Esser beitrug. In der Kompaniesicherung konnte der Küchenleiter die Prozesse besser beeinflussen. Da kamen zum Abendbrot vielleicht 20, maximal 30 Leute zusammen. Da konnte die Wurst unmittelbar vorher aufgeschnitten werden. Da waren diese Probleme kleiner. Was dann aber immer noch blieb, war das Meckern über die Auswahl. Schinken war teuer und schwer zu haben. Das hätte die Kalkulationen in den Keller rutschen lassen. Es gab bestenfalls noch Kochschinken, dessen Qualität aber auch nicht sonderlich hoch war. Und so kam es zu dem erstaunlichen Effekt, dass die Wurst aus den Komplektedosen eine größere Akzeptanz fand.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#44

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 09:11
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Wie war das bei euch, wurdet ihr auch im Abschnitt mit warmen Essen versorgt?
Bei uns wurde nur die Führungsstelle beliefert.
Zum heiligen Abend 83 kam aber der Polit mit einer Apfelsine und paar Nüssen auf dem Turm vorbei und er ist sogar hochgekrabbelt obwohl er ein sehr fülliger Genosse war.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 20.04.2016 09:19 | nach oben springen

#45

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 10:51
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von Büdinger im Beitrag #42
... ich tippe mal auf Kartoffelbrei ...


Oder wie sagt man noch dazu- Stampfkartoffel mit Sauerkraut und kleinen Speckwürfeln drin


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#46

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 11:10
von sentry | 1.106 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #44
Wie war das bei euch, wurdet ihr auch im Abschnitt mit warmen Essen versorgt?


Kein bisschen. Wir durften an Postenverpflegung mitschleppen, was wir wollten (natürlich kein Alk, Glasflaschen usw.) und so viel wie wir wollten, aber nachgeliefert wurde nix...wäre bei unseren verschachtelten und weit verstreuten Postenpunkten an den GÜSten Marienborn Autobahn und Eisenbahn auch logistisch gar nicht so einfach gewesen.


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#47

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 12:05
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #44
Wie war das bei euch, wurdet ihr auch im Abschnitt mit warmen Essen versorgt?...

Das gab es bei uns. Bei länger anhaltenden Lagen, gar mit Drittel- oder Hälftedienst, wurde der Küchenleiter raus geschickt. Zumindest eine Brühe oder eine Suppe, je nachdem. Mittagessen wurden dann doch eher in kleinen Essensträgern rausgebracht. Ich erinnere mich da immer noch an eine Lage am 14.08.1983. An der Klosterruine Mauerschädel war ein Bierwagen vorgefahren, es wurden Bänke in die Nähe des Grenzverlaufs gestellt und Bier wurde ausgeschenkt. Ich war mit einem Grenzaufklärer zur Beobachtung vor Ort. Es war heiß und wir sahen Leuten beim Biertrinken zu (Grabenspiegel bis 40-fache Vergrößerung). Am frühen Nachmittag kam eine Streife durch den Wald gedeckt heran. Die hatten für jeden von uns einen Essensträger (eine Art wärmeisoliertes Kochgeschirr) mit einem trockenen Schweinebraten, ein paar Salzkartoffeln und einem Schuss salziger Soße. Dazu nichts zu trinken. Der Tag blieb in meinem Gedächtnis!

Eine Versorgung gab es auch noch. Bei starker Kälte wurde im Winter auch im Abschnitt mit heißer Bouillon und frischem heißen Tee versorgt, vor allem in der Nachtschicht.

ciao Rainman


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(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#48

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 12:05
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #38
Zitat von Arnstädter im Beitrag #35
In Ohrsleben war das Kantinenessen Gut. Die Postenbrote wurden gemacht ,deinen Teeflasche war fertig.Es war
ein "fettes Leben".Wie schon in den Beiträgen erwähnt gab es ja kleine Wurstbüchsen in der WHO.Jeder
Grenzer hatte seinen Kocher bei .oder?Selbst heute mache ich mir diese Dosen warm.Einfach lecker.

Ich kann mich noch Erinnern wo man uns mit Navelapfelsinen beglückt hat.Habe alles nach Hause geschickt.Dafür
gabs später ein Fresspaket.(Thüringer Wurst aus Arnstadt).Diese Fleischerei gibts heute noch.

Ansonsten mussten wir nicht Hungern.

Wir hatten auch einen Küchenbullen(nicht böse gemeint) der,wenn jemand einen besonderen Anlass hatte, speziell was
gekocht hatte .Je nach Bestellung eben.
Genau solche Sachen machten Kameradschaft damals aus.

Wer von Euch kennt noch tote Oma?(gekochte Rotwurst)Hab dieses irgendwie immer gerne gegessen.




Blutwurst muß nicht gekocht, sondern gebraten werden. Besser ist dabei aber halbe/halbe Blut- und Leberwurst mischen (die, aus denen man auch wurstsuppe machen kann) und etwas Zwiebel mit anbraten.

Im Betrieb in Ruhla war das Kachelwurst


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#49

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 13:59
von Fritze | 3.474 Beiträge

Wie war das bei euch, wurdet ihr auch im Abschnitt mit warmen Essen versorgt?

Das kam nicht oft vor ,aber wenn dann auch oft unverhofft ! Bei größeren lagen tagsüber ,wo dann wohl auch Kräfte aus dem GR vor Ort waren rotierte die Küche der Sicherstellungkompanie .
Dann teilte der Kücheleiter (Stfw) schon selbst die Thermobehälter im Kochgeschirrformat aus .
Komisch ,kann mich nur an Schnitzel erinnern !
Bei reinen Tagschichten (Absicherung von Arbeiten z. B. ) gab es immer was nach draußen !
Ansonsten ging man vor oder nach Dienst zum Essen .

Aber einmal haben sie uns richtig hängenlassen !Fing um 0300 nachts mit ner Lage an . Alles raus in die Kälte (ca-10 Grad) bis gegen 16.00.dann rein und unsere Leute statt gleich zum Essen ,unter die warme Dusche . Dann ging der Ochse ,alles wieder rein in die Klamotten und raus .
das ging dann bis zum nächsten Tag 11.00 Uhr . Und alles ohne Fressen oder was warmes zu Trinken. Aber wie gesagt ,kam nur einmal vor.


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#50

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 15:41
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

@linamax mit Knullenbrei ist natürlich Kartoffelbrei gemeint. Bei uns zu Hause, sagen wir immer aus Spaß ( Knullenbrei oder Wampenkitt ) weil er manchmal wie eine zähe Masse aussieht.

Oder wie andere schon geschrieben haben, gibt es noch andere Bezeichnungen, wie Kartoffelstampf, Kartoffelpüree u.a.
Jeder hat da seine Umgangssprache und jeder bereitet ihn auf seine Weise zu.


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

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#51

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 15:50
von mibau83 | 829 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #47

Eine Versorgung gab es auch noch. Bei starker Kälte wurde im Winter auch im Abschnitt mit heißer Bouillon und frischem heißen Tee versorgt, vor allem in der Nachtschicht.



daran kann ich mich nun wieder nicht mehr entsinnen.
in erinnerung ist mir nur noch, etwa eine stunde vor der beginnenden frühschicht grenzalarm, auslösung gsz in unseren linken bereich.auslöseursache war nicht so einfach zu klären, bzw streife vor ort wollte es nicht auf das diensthabende reh schieben.
irgendwann zwischen 9 und 10 uhr wurde die lage aufgelöst.
da wir ja regulär in der frühschicht gewesen wären, blieben wir gleich vor ort!
da der bauch aber seit ca. 03.00 uhr früh leer war, wurde darüber meldung zur füst abgesetzt.

wenn ich mich noch richtig erinnere, kam dann der hier angemeldete user becke mit dem kompaniefahrer und brachte einen snack.


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zuletzt bearbeitet 20.04.2016 15:51 | nach oben springen

#52

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 15:59
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #43


Ja, den Effekt kannte ich definitiv auch von der Offiziershochschule. "Flugwurst" war bei uns auch gängig, weil die Wurst nur noch in den Mülleimer fliegen konnte. Egal, ob zum Frühstück oder Abendbrot, da lag sie mit grünem Schimmer, der Aufschnitt wellte sich und Leber- oder Teewurst waren bereits ausgetrocknet. Das Problem war simpel: Die Abläufe in der Küche ließen es oft nicht anders zu, als dass die Wurst bereits Stunden vor der Mahlzeit aufgeschnitten und auf die Teller oder Platten gelegt wurde. In der Grundqualität war die Wurst eigentlich in Ordnung. Aber die Sorten (häufig Lyoner, Jagdwurst, Leberkäse, Blutwurst, Leberwurst, Teewurst) halten als ungekühlt und offen liegender Aufschnitt nicht lange durch. Es entstand durch Oxydation an der Oberfläche ein grünlicher Schimmer, der nicht sonderlich zum Wohlbefinden der Esser beitrug. In der Kompaniesicherung konnte der Küchenleiter die Prozesse besser beeinflussen. Da kamen zum Abendbrot vielleicht 20, maximal 30 Leute zusammen. Da konnte die Wurst unmittelbar vorher aufgeschnitten werden. Da waren diese Probleme kleiner. Was dann aber immer noch blieb, war das Meckern über die Auswahl. Schinken war teuer und schwer zu haben. Das hätte die Kalkulationen in den Keller rutschen lassen. Es gab bestenfalls noch Kochschinken, dessen Qualität aber auch nicht sonderlich hoch war. Und so kam es zu dem erstaunlichen Effekt, dass die Wurst aus den Komplektedosen eine größere Akzeptanz fand.

ciao Rainman

Danke@Rainman2

für Deine gut verständlichen und ausführlichen Beiträge.

Bin froh, das ich mich früher für meine kleinen Büchsen entschieden habe.


MfG
Niederlausitzer


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

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#53

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 17:05
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #51
Zitat von Rainman2 im Beitrag #47

Eine Versorgung gab es auch noch. Bei starker Kälte wurde im Winter auch im Abschnitt mit heißer Bouillon und frischem heißen Tee versorgt, vor allem in der Nachtschicht.



daran kann ich mich nun wieder nicht mehr entsinnen.
in erinnerung ist mir nur noch, etwa eine stunde vor der beginnenden frühschicht grenzalarm, auslösung gsz in unseren linken bereich.auslöseursache war nicht so einfach zu klären, bzw streife vor ort wollte es nicht auf das diensthabende reh schieben.
irgendwann zwischen 9 und 10 uhr wurde die lage aufgelöst.
da wir ja regulär in der frühschicht gewesen wären, blieben wir gleich vor ort!
da der bauch aber seit ca. 03.00 uhr früh leer war, wurde darüber meldung zur füst abgesetzt.

wenn ich mich noch richtig erinnere, kam dann der hier angemeldete user becke mit dem kompaniefahrer und brachte einen snack.

Hallo @mibau83 ,

der Küchenleiter musste einen Befehl für den Grenzdienst erhalten, wenn er in den Abschnitt fuhr. Ich kann mich erinnern, dass er mehrmals bei mir war und diesen Befehl von mir erhielt. Er sah immer ungewohnt aus in Felddienst mit der grauen Pelzmütze, er hatte dadurch etwas sehr jungenhaftes. Er hatte in diesen Momenten immer etwas sehr Aufmerksames - schließlich ging er selten in den Grenzdienst.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#54

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 17:15
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #39
. Das machte auch aus einfacher Blutwurst fast ein Festessen.

Da könnt Ihr dranmachen was ihr wollt - Pfui Deibel
"Tote Oma" u.ä. habe und werde ich NIE in mich reinkriegen.
Ich bin eben ein kleiner "Gourmettle", böse Zungen behaupten ich sei mäkelig.
Dazu kleine Episode:
Einberufung Mai79 - 10Uhr Bruno Plache Stadion LPZ
Gegen 13:00Uhr mit W50 zum Bahnhof
Dann Rundfahrt durch die ganze Repube, weitere einsammeln
Abends Ankunft in Potsdam - HM-Allee
Nach erstem Anschreien dann Sachen fassen -Passt!! und Zimmerbelegung
2:00Uhr Nachtruhe bis 10:00Uhr
(ganze Zeit nichts richtiges zu essen, außer das was man noch mit hatte.
Jetzt im Trainingsanzug zum Mittagessen
Was gab es am 1.Tag: Tote Oma und zur Krönung warme Milch, garniert mit dem
bekannten Kasernen-Küchentrakt-Gestank.

Ich hätte sterben können

Später auf der GK gab es, so wie schon geschrieben, nichts zu meckern.
An den Komplektetagen habe ich dann gern den Schmelzkäse genommen.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
zuletzt bearbeitet 20.04.2016 17:16 | nach oben springen

#55

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 17:26
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von B Man im Beitrag #37
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31
Interessant, die Organisation der Verpflegung in der DDR mit Einbezug von Zivilisten.
Theo


Meine Frage war ja nicht ganz ohne Grund.

Der Personelle Einsatz war durch die vielen Kasernen sehr hoch, wenn man nur die Summe X an Wehrpflichtigen zur Verfügung hat, ging es eigentlich gar nicht ohne Zivilpersonal.


Ja bei stationären Truppen geht das. Bei Manövern und Truppenverschiebungen muss sich die Küchenmannschaft mit einer mobilen Feldküche herumschlagen, ein LKW oder ein Anhänger mit Kochausrüstung. Es war (und ist wohl auch heute) nicht ganz einfach unter Felddienstbedingungen schmackhaftes Essen zuzubereiten und das erst noch warm und pünktlich auszuliefern. Natürlich alles taktisch korrekt, mit Stahhelm,Waffe und Küche unter Tarnnetz.
Wenn es mit der Feldverpflegung nicht klappte oder/und zum Üben wurde bei uns in der Schweizer Armee der Notkocher M71 und eine Büche (z.B. Fleisch mit Reis und Bohnen) ausgegeben.

Wenn man den Deckel der Büchse nicht öffnete, entwickelte sie nach genügend Erwärmung eine gewaltige Sprengkraft und eine Riesenschweinerei..Diese "Spielerei" wurde von den Vorgesetzten gar nicht gerne gesehen.
Theo


zuletzt bearbeitet 20.04.2016 17:27 | nach oben springen

#56

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 17:28
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #44
Wie war das bei euch, wurdet ihr auch im Abschnitt mit warmen Essen versorgt?
Bei uns wurde nur die Führungsstelle beliefert.


Da ich ja auch als KGSi auf der Füst gesessen habe, kann ich auch einige Dinge berichten. Warmes Essen hat bei uns die A-Gruppe bekommen, die ja unter mir auf der Füst ihre 24 Stunden Schichten gemacht haben. Das war manchmal ein Theater mit den Taschen und Fresskübeln, bis die dann endlich auf der Füst angekommen sind. Meistens mußte dann extra noch ein Fahrer rauskommen.

Andere Grenzposten wollten dann auch immer noch Essen nach draußen geliefert bekommen und bimmelten mich ständig an. Das ging natürlich nicht immer, das hätte zu weite Ausmaße angenommen. Man hat sich trotzdem meistens belatschern lassen, weil jeder wußte, was für ein gut mütiger Trottel ich bin.

Neben bei mußte man ja noch ein bischen den Grenzabschnitt führen.

Ich persönlich habe nie oben warmes Essen gegessen. Es reichte wenn die A-Gruppe, mit 4 Mann und Fresskübeln oben auftauchte und Chaos verursachte. Manchmal sah es aus wie Sau. Wenn dann mal eine Auslösung kam, dann ging die Post ab. Fresskübel fallen lassen, runter anziehen, rein ins Auto und ab zur Abriegelung.

Wenn dann noch ein Offizier hoch kam und sah, wie es oben aussah, war der Stress noch größer. Man hat vieles mit gemacht, trotzdem mußte immer eine gewisse Grundordnung sein, denn ich hatte ja auch eine Verantwortung während meiner Schicht. Und aufgeräumt geht halt besser als unaufgeräumt. Sonst kann ich mich nicht erinnern, das mal ein Offizier unterwegs war und irgend etwas verteilt hat, weder Apfelsinen noch Nüsse.

Heiße Brühe im Winter, oder andere Sachen haben wir uns immer selbst mit nach draußen genommen. 1 Thermoskanne Brühe und 1 Thermoskanne mit Tee oder Kaffee. Jeh nach Appetit, Lust und Laune.

MfG
Niederlausitzer


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

Rainman2 und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.04.2016 21:36 | nach oben springen

#57

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 17:50
von mibau83 | 829 Beiträge

Zitat von Niederlausitzer im Beitrag #56

Da ich ja auch als KGSi auf der Füst gesessen habe, kann ich auch einige Dinge berichten. Warmes Essen hat bei uns die A-Gruppe bekommen, die ja unter mir auf der Füst ihre 24 Stunden Schichten gemacht haben.


interessant zu lesen wie das wieder überall anders gehandhabt wurde.

nach der umstrukturierung mitte der 80er (übrigends @Rainman2 ,im gr-3 wurde im herbst 1985 umstrukturiert ) war z.b. auf meiner gk der kgsi dann auf der kompanie und auf der ehem.füst-bt 6 befand sich für 24 std. nur die a-gruppe gelände.
von dort gab es 1985 eine fahnenflucht.



deine ehem. füst auf der hammerleite @Niederlausitzer ist übrigends mittlerweile für übernachtungen umgebaut. vor jahren gab es da mal einen filmbeitrag im mdr.


Rainman2 und Niederlausitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#58

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 17:54
von TAO | 232 Beiträge

Ist zwar nicht so ganz das Thema, aber mal ne Frage. Gab es bei den GT irgendwie so eine Art Abschiedszeremonie zur Entlassung, mit vielleicht etwas besonderem zu essen ? Ich weiß Militär ist kein Ferienlager, aber für eure treuen Dienste, hätte man doch zum Abschied mal was spendieren können.Immerhin seid ihr alle brav in der DDR geblieben, obwohl die Chance sicherlich größer war , na ja...


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#59

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 18:03
von schulzi | 1.763 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #58
Ist zwar nicht so ganz das Thema, aber mal ne Frage. Gab es bei den GT irgendwie so eine Art Abschiedszeremonie zur Entlassung, mit vielleicht etwas besonderem zu essen ? Ich weiß Militär ist kein Ferienlager, aber für eure treuen Dienste, hätte man doch zum Abschied mal was spendieren können.Immerhin seid ihr alle brav in der DDR geblieben, obwohl die Chance sicherlich größer war , na ja...

Unser letztes Essen im Nickelpalast war Steak mit Champies und wir hatten weisse Tischdecken


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#60

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 18:06
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #58
Ist zwar nicht so ganz das Thema, aber mal ne Frage. Gab es bei den GT irgendwie so eine Art Abschiedszeremonie zur Entlassung, mit vielleicht etwas besonderem zu essen ? Ich weiß Militär ist kein Ferienlager, aber für eure treuen Dienste, hätte man doch zum Abschied mal was spendieren können.Immerhin seid ihr alle brav in der DDR geblieben, obwohl die Chance sicherlich größer war , na ja...


Nicht Alle und wäre ich nicht schon Verheiratet gewesen wäre ich auch dabei gewesen die Chance war nicht grösser,die war ganz leicht.
Wenn ich mich Recht erinnere gabs zum letzten Mittag nochmal Broiler.das beste Geschenk war das der Scheiss vorbei war.


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