#81

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 18:34
von zweedi04 | 373 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #77
Zitat von zweedi04 im Beitrag #74
Theoretisch hätte die Turmbesatzung doch aufs Vorgelagerte Schießen können. Durch den Schusswinkel von oben nach unten wäre das Projektil nicht aufs Territorium der BRD gekommen, sondern hätte entweder getroffen oder wäre im Boden verschwunden. Die Gefahr, dass Abpraller (Querschläger) das BRD-Gebiet erreichen war dabei sehr gering.



war die schussabgabe von bt's, zweedi04,
nicht eigentlich untersagt ... wimre ... ?

gruß vs



vs1400, die Frage kann ich dir leider nicht beantworten da ich als Gakl. nicht in den Genuss kam auf einem B-Turm längere Zeit meinen Dienst zu verrichten. Ich glaube aber zu wissen, dass es nicht grundsätzlich verboten sein konnte. Der BT11 an der Bahnlinie Schwanheide - Büchen war rund um die Uhr besetzt und es gab ja dort keinen Zaun und nichts, nur Bahnschienen. Wenn der Posten erst absteigen sollte um eine sich annähernde Person an der Flucht zu hindern, hätte man gleich oben bleiben können, denn in der Zeit des Abstiegs hätte er schon von der Grenzsäule aus gewunken.


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zuletzt bearbeitet 13.04.2016 18:35 | nach oben springen

#82

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 19:22
von Hansteiner | 1.406 Beiträge

Von BT schießen nicht erlaubt ?
was soll denn das sein, unsere hatten ja damals sogar die Schießscharten !
zum "Pin...." waren die bestimmt nicht gedacht.
aus meiner DZ kenne ich keine solche Anweisung !

VG H.



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#83

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 19:43
von Rainer-Maria Rohloff | 1.337 Beiträge

Mal ne kleine Geschichte. Die passt auch zum Thema weil, solche Fälle gab es wohl im Laufe der Jahrzehnte innerdeutsche Grenze.

Wir hatten im Pionierzug eine Raupe(diese sprichwörtliche "Russenraupe") und wenn dessen Maschinist und Fahrer mit dem Ding freundwärts vor dem Zaun I unterwegs war dachte ich immer....."Wenn der Hannes jetzt plötzlich abbiegt wird der drei Meter-Zaun kein Hindernis mehr sein, der braucht nur Sekunden, walzt das Ding völlig platt oder zieht es hinterher und fährt zum Bauern durch," und zwar zu dem Bauern der da Drüben in gut 100 Metern Entfernung mit Ruhe seine Ackerfurche zog.

Da hättest du machen können nix, nicht soviel, wohl einfach nur noch zuschauen.

Rainer-Maria und mit LKW wäre das wohl ähnlich gewesen. Der W50 LA/A nahm schon enorme Geländeunterschiede, der Ural und Kras noch mehr.



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#84

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 19:57
von damals wars | 12.113 Beiträge

Ob ich dahin geschossen hätte, wo ich hingezielt hätte, ist mehr als fraglich.
Auf laufende Scheibe habe ich insgesamt einmal geschossen.Und mit Vorhalt gezielt zu schießen braucht schon Erfahrung.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#85

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:00
von Lutze | 8.028 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #83
Mal ne kleine Geschichte. Die passt auch zum Thema weil, solche Fälle gab es wohl im Laufe der Jahrzehnte innerdeutsche Grenze.

Wir hatten im Pionierzug eine Raupe(diese sprichwörtliche "Russenraupe") und wenn dessen Maschinist und Fahrer mit dem Ding freundwärts vor dem Zaun I unterwegs war dachte ich immer....."Wenn der Hannes jetzt plötzlich abbiegt wird der drei Meter-Zaun kein Hindernis mehr sein, der braucht nur Sekunden, walzt das Ding völlig platt oder zieht es hinterher und fährt zum Bauern durch," und zwar zu dem Bauern der da Drüben in gut 100 Metern Entfernung mit Ruhe seine Ackerfurche zog.

Da hättest du machen können nix, nicht soviel, wohl einfach nur noch zuschauen.

Rainer-Maria und mit LKW wäre das wohl ähnlich gewesen. Der W50 LA/A nahm schon enorme Geländeunterschiede, der Ural und Kras noch mehr.

War dort kein KFZ-Sperrgraben?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#86

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:06
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #82
Von BT schießen nicht erlaubt ?
was soll denn das sein, unsere hatten ja damals sogar die Schießscharten !
zum "Pin...." waren die bestimmt nicht gedacht.
aus meiner DZ kenne ich keine solche Anweisung !

VG H.

Was hätte man den durch die Schießscharten gesehen? Man hätte erst die Bleche fixieren müssen, die rutschten ja runter wie so ein Fallbeil, und in dem Moment hätte man ja eh nichts gesehen, die hätten auf der Waffe aufgelegen. Eigentlich ging nur Fenster zerschlagen, und Waffe anlegen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
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#87

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:08
von zweedi04 | 373 Beiträge

So sehe ich das auch. Beim BT9 oder BT6 war das schon anders, da gingen die Fenster ja richtig auf.


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#88

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:10
von Rainer-Maria Rohloff | 1.337 Beiträge

"KfZ Sperrgraben" so Lutze. Die Raupe hatte Panzerqualitäten und der W50 LA/A, dann Ural oder Kras brauchten nur die Gasse um, einfahren.

Rainer-Maria



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#89

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:15
von damals wars | 12.113 Beiträge

So wie die Sperrgräben manchmal mit Sand zugeweht waren, wären die auch für die genannten LKW kein echtes Hindernis gewesen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
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#90

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:19
von Rainer-Maria Rohloff | 1.337 Beiträge

Denn schiebe ich noch hinterher, denn das würde mich heute noch interessieren? Mit Schwung und Anlauf und der dazu nötigen Beschleunigung kann selbst der damalige KfZ Sperrgraben nicht das Hindernis für einen LKW gewesen sein? Wenn Vorderachse mit Schwung drüber war müsste der Rest auch noch mitgekommen sein? So meine heutige Denke.

Rainer-Maria und gut, wir sind damit OT. Vielleicht ein Extrafred...."für irgend wie Schwerrtechnikfreudige Opas"?



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#91

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:30
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #82
Von BT schießen nicht erlaubt ?
was soll denn das sein, unsere hatten ja damals sogar die Schießscharten !
zum "Pin...." waren die bestimmt nicht gedacht.
aus meiner DZ kenne ich keine solche Anweisung !

VG H.


Aus meiner Zeit in Ilsenburg kenne ich es auch so.
Schießen vom B-Turm aus war verboten.


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#92

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 20:46
von Lutze | 8.028 Beiträge

Von Beobachtungstürmen durfte nicht geschossen werden,
KFZ-Sperrgräben auch überwindbar,und das soll eines der
sichersten Grenzen der Welt gewesen sein?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#93

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 22:29
von der 39. | 520 Beiträge

Wenngleich auch die meisten User hier zum Thema über eine Zeit schreiben, in der es Minensperren, Stacheldraht, B-Türme und Motorisierung an der Grenze gab, so hat es doch eine Zeit gegeben, in der es das alles nicht gab. Aber Schusswaffengebrauchsbestimmungen gab es immer und die Schwierigkeit der blitzschnellen Entscheidungen das Richtige zu tun, war auch immwer dabei. Habe selbst mehere Male die Schusswaffe eingesetzt, um flüchtende Grenzverletzer zu stellen, übrigens in beide Richtungen. Bei Durchbruchversuchen Ost-West war in aller Regel nach dem Warnschuss oder auch nach einem zweiten, der Einsatz der Waffe nicht mehr möglich, da der Grenzverletzer ich in fast allen Fällen immer zwischen Posten und Grenze befand und das Schießen in Richtung Grenze nicht möglich, da verboten war. Bei Durchbrüchen West-Ost blieb es auch immer beim Warnschuss, denn bei der dann erfolgenden Alarmauslösung nahmen Suchtrupps die Verfolgumng in Richtung Hinterland auf, ABVs kontrollierten die Bahnhöfe usw. Übrigens nach meiner Erinnerung fast ausschließlich mit Erfolg. Jedenfalls kann ich aus dieser frühen Zeit sagen, dass ich mich auf bekannt gewordene gezielte Schüsse nicht besinnen kann. Ich bin sicher, dass das in jedem Falle ausgewertet, bekanntgemacht worden wäre.
Der 39.


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#94

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 22:45
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #92
...,und das soll eines der
sichersten Grenzen der Welt gewesen sein?
Lutze


Mit dem Vergleich zu Potemkin und dessen (angeblichen...) Dörfern konnte man sich im Polit recht unbeliebt machen aber zumindest für einige Bereiche an der grünen Grenze hat der bis 1989 durchaus gestimmt. Vor 1972 auf weiten Strecken sogar. Nicht überall, nein. Hätten dies die Leute gewußt, sie hätten uns umgerannt.
Nicht was wirklich dort war, war das größte Hindernis sondern die Vorstellung, was hätte sein können. Und immer der Gedanke an den "Schuß"... so selten das auch war.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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zuletzt bearbeitet 13.04.2016 22:49 | nach oben springen

#95

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 13.04.2016 23:33
von Greso | 2.377 Beiträge

Zu meiner Zeit,1966 an der Grenze,durfte vom BT geschossen werden.Ich habe selbst mal auf eine nicht gemeldete Regierungsjagt geschossen.Da kam ein gewisser Oberstleutnant Lose mit einem Minister Grünberg zu Jagt.Waren aber nicht angekündigt,und ich habe die Sache gestoppt.Zwei Warnschüsse in den K 10.Hatte sich für mich gelohnt.Sonderurlaub und Prämie.(50 MDN) Danach gab es noch mit den Leuten ein super Essen.


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 14.04.2016 00:20
von vs1400 | 2.367 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #82
Von BT schießen nicht erlaubt ?
was soll denn das sein, unsere hatten ja damals sogar die Schießscharten !
zum "Pin...." waren die bestimmt nicht gedacht.

aus meiner DZ kenne ich keine solche Anweisung !

VG H.


diese schießscharten, Hansteiner,
gab es auch zu meiner zeit an jedem bt und genutzt werden sollten sie in verteidigungs-, bzw. gefechtssituationen. denn es gab sie ja rundum und nicht nur nach 3 seiten.

auf füst- bt's dienten sie der belüftung.
im sommer immer zu wenig und im winter irgendwie zu viel.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 14.04.2016 04:14
von B208 | 1.323 Beiträge

In meiner Dienstzeit stand ich 2x in einer Situation , in der es zu einem Schusswaffengebrauch hätte kommen können .

Aber ich hatte in dieser Situation etwas Zeit mir in Gedanken den Ablauf durchzuspielen und habe dann für mich die Entscheidung getroffen zu schiessen , wenn mein Gegenüber bestimmte Handlungen/Bewegungen durchführt . Meine Waffe , in einem Fall die Pistole P1 im anderen Fall die MP5 waren durchgeladen und im letzteren Fall auf die Beine gerichtet , Finger am Abzug . Im ersten Fall hatte ich die Pistole in der offenen Pistolentasche , die Hand an der Pistole . Entfernung unter 5 Meter .

Bitte es nicht falsch auslegen wenn ich einen Vergleich zur Jagd herstelle . Möchte nur die innere Unruhe , Aufgewühltheit vor dem und beim Schuß erklären . Egal wie gut man mit seiner Waffe auf dem Schiesstand schiesst , man kann es nicht mit dem " ernsten " Schuß vergleichen . Auf dem Schiesstand bin ich unaufgeregt , kenne die genaue Entfernung , kann den Ablauf selbst bestimmen und bin vorbereitet auf das was da kommt . Auf eine Jagd begebe ich mich schon mit der Absicht / Willen etwas zu erlegen / zu erschiessen , aber ich kann den Ablauf nicht selbst bestimmen , kann nicht bestimmen wo und wann , das wo und wann kommt dann überraschend und ich spüre eine innere Unruhe , der Puls steigt ich bin aufgeregt , aber ich habe ab dann doch wieder die Kontrolle über das was folgt , dennoch ist die Spannung fast unerträglich , habe aber die Möglichkeit abzubrechen , den Hut zu heben und dem Gegenüber einen schönen Abend zu wünschen . Wenn ich mich doch zu einer Schussabgabe entschliesse , sehe ich meinen Puls im Zielfernrohr , das Fadenkreuz tanzt ich muss mich konzentrieren .

Aus dieser Erfahrung möchte ich behaupten , dass ein gezielter Schuss im Grenzdienst auf einen Flüchtenden gar nicht möglich war . Ab einer bestimmten Entfernung hat das Korn schon den gesamten Körper abgedeckt , dazu die enorme Anspannung , der Herzschlag , der Zeitdruck, die Bewegung , die nicht bekannte Entfernung , die möglichen Konsequenzen im Hinterkopf . Möchte nicht wissen wieviele Treffer nicht gewollt waren , aber da war der Drück schiessen zu müssen und die bewusst gestreute Angst , es könnte auch ein Bewaffneter sein . Das konnte nur schief gehen .

B208


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.04.2016 04:28 | nach oben springen

#98

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 14.04.2016 04:47
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #92
Von Beobachtungstürmen durfte nicht geschossen werden,
KFZ-Sperrgräben auch überwindbar,und das soll eines der
sichersten Grenzen der Welt gewesen sein?
Lutze


Das mit den Türmen ist mir neu, und ich habe über 2 Jahre Posten auf Türmen eingewiesen.

Ansonsten unterstützte uns damals die Lügenpresse,
die mit den Scharfschützen und Vopos und dem sonstigen blablabla.
Das hätte kein Schnitzler leisten können,
was ein Löwenqual mit seinen "Hilferufe von drübene"geleistet hat.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
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http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#99

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 14.04.2016 05:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Tschuldige aber du verwechselst da etwas. Grenzdienst war mit Jagd nicht vergleichbar. Das kann ich von daher beurteilen, das ich etwa im gleichen Zeitraum beides war. Jäger in der Freizeit und Grenzer im Dienst. Jagd ist eindeutig. Ich will Beute machen und das geht nur auf eine Weise. Das präzise, schnell und ohne Quälerei zu erledigen gehört dazu. Die Sache selbst ist Handwerk, das ich über ein Jahr gelernt habe. Das Ergebnis ist ein totes Tier.
Grenzer aber hieß, das in meinem Bereich keiner "durch" sollte. "Keiner", das waren Menschen, die aus den verschiedensten Gründen meinen Weg kreuzen konnten. Damals waren sie alle für mich Gesetzesbrecher. Das und mein Job in meiner Funktion als GAK gab mir Rechte aber nahm ihnen nicht alle Rechte. Die Vorstellung, sie analog der Jagd als "Beute" mit allen Konsequenzen zu betrachten, die kam mir nicht in den Sinn. Wie später als Polizist analog auch nicht. Um sie bei ihrer Tat zu stoppen hätte ich auch Waffen eingesetzt aber das Ziel hieß stoppen, festnehmen und das möglichst ohne Verletzte oder gar Tote irgendwo. Ich habe mit meinen Waffen geübt, natürlich. Ich hatte nie die Absicht, als zweiter Sieger irgendwo an einer Ehrentafel zu "enden". Aber ich bin nie mit der Absicht zu kämpfen an eine Festnahme gegangen. Wenn es dazu gekommen wäre - okay. Je nach Form und Grad des Widerstandes hätte ich "die Schraube angezogen". Egal, wie das ankommt, ohne jede Begrenzung nach oben aber das Ziel war, den "da" festzunehmen und der Strafverfolgung zu übergeben. Widerstand hätte ich gebrochen aber dann wäre auch wieder gut gewesen. Das habe ich trainiert. Es war eine Art Menschenjagd, stimmt schon, aber da sollte möglichst nichts und niemand auf der Strecke bleiben. Festnahmen waren das Ziel. Dafür hat man den Ort ausgesucht, "dem" oder "denen" den Fluchtweg versperrt und die Festnahme erklärt. Aber dann möglichst versucht, der Sache die Schärfe zu nehmen bis Verstärkung heran war oder man sie zum Aufnahmepunkt geleitet hatte. Die Regeln waren klar aber wer sich ergab, der war grundsätzlich vor allem auch sicher.
Das Treffen an sich war da das kleinste Problem. Die Visierung zwar grob aber dafür eingerichtet. Das Ziel musste an der Kante des Kornes von der Seite aus der es kam ankommen, dann traf das Geschoss auch. Nur, wenn es soweit kam, dann war schon alles S... (etwas sehr braunes...). Das haben wir auf dem Stand geübt wie wir auch das Ziehen und Einsatzbereit machen geübt haben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


DoreHolm, der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.04.2016 05:09 | nach oben springen

#100

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 14.04.2016 05:34
von B208 | 1.323 Beiträge

Mir geht es nicht um den " Jagdtrieb " . Nicht um ein Gleichsetzen von Jagd und dem verhindern eines Grenzdurchbruchs .
Mir geht es um die nicht kontrollierbare Aufgeregtheit , um die Hektik , den Stress vor und bei dem Schuss . Und ich der Überzeugung bin , dass die Anspannung für einen Grenzer so hoch war , dass ein gezielter Schuß nicht möglich war und einige Aussagen über die Schiessausbildung können das nur bestärken .

B208


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