#101

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 15:30
von berlin3321 | 2.513 Beiträge

Interessante Idee, Set800. Vor 20 Jahren hätte ich gesagt, ok, probiere ich. Heute mit über 50, nöö....

Ich bin aber mal gespannt auf andere Meinungen dazu.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#102

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 15:54
von buschgespenst | 623 Beiträge

Etwas für den "Kartenfreund" aus militärischer Sicht:
http://www.vexilli.net/HisMGLW/index.htm...3_1990_NVA.html

...


Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.

(Edwin Bauersachs)

Glück Auf!
Bernd
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#103

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 17:09
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #99

Im Westen konnte man freiwillig in eine Gruppe von Scouts gehen, in der D.D.R., so sagte man mir, gab es in der Schule eine sehr solide Form des Trainings im Gelände - bei den Pionieren, später im «Wehrunterricht».
Stringer49


Hallo,
danke für den Hinweis, ich ändere auf 90% der Wessis würden scheitern und vielleicht nur 45% der in der DDR sozialisierten Bürger.


Ich denke, man möge mich korrigieren, wenn im Pioneerferienlager das gelehrt und geübt wurde, dann war in einer 5-Gruppe einer der voll durchblickte, 2 die etwas mitbekamen und 2 die nur blöd hinterherliefen.

Mein Vater lehrte mir das Kartenlesen als 10-jährigen, Jahre später kam ich dahinter warum, rückblickend mit Verständniss, sein "Reisebüro" buchte für ihn eine Tour 1939 bis 1945 Byalistok, Rotterdam, Antwerpen, Bretangne, Minsk, Smolensk, Tula bei Moskau, Minsk, Byalistok, Oder, Reiseende April 1945. Seine Meinung, mieses Reisebüro, unfreundliche Animateure, schlimme Unterkünfte, ruhestörender Lärm, schlechte Verpflegung, viele Verlängerungswochen und absolut die Einheimischen verärgert, deren "Unfreundlichkeit" war voll verständlich.

Seine Aussage: Entweder bist du stark, trägst als Zielscheibe das schwere MG oder darfst den Kopf einziehen weil du Karte und Kompaß beherrschst....., bequemer ist es auch...



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#104

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 20:10
von Kalubke | 2.291 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #98
Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #96

Interessanter war eher, woran orientierte ich mich denn überhaupt, in der Nacht zum Beispiel? Sternenbild? Am Tag am Moosbewuchs der Bäume
Rainer-Maria


Hallo,
meiner Meinung nach könnten das 90% der Bürger nichtmals mit exakten Karten und sogar bei der Garantie es wird nicht geschossen den Zaunüberkletterpunkt finden den jemand "gutmütig" als minen- und beobachtungsfrei in einer Karte eingezeichnet hätte.

Z.B. um 21:00 im Früherbst bei volldunkel im Raum Sülzhayn beginnen oder im Lauscha am Rennsteig zu einem Punkt nähe Tettau.

PS.:

Wäre doch mal ein interessantes Geländespiel, 10 Leute mit einer exakten Karte in 20min Abstand ab 21:00 von Netzkater loslaufen lassen, Zielpunkt Zorge Ortsmitte, für den Notfall ein Mobiltelephon mit "Kindersperre" von dem aus nur EINE Nummer angerufen werden kann, die der Wettbewerbsleitung-Besenwagen. Hauptstraßen meiden, dort sind Schiedsrichter.....

Sind nur 11km Luftlinie, Aufgabe hinfinden, nicht blicken lassen.



Also mit dem Wissen von Heute (80% aus dem Grenzerforum, 10 % Kartierung als Student im Grenzgebiet bei Vacha, 10% Rennsteigwanderung) wurde ich die Strecke Lauscha-Tettau so versuchen:



Erst mal immer schön durch den Wald möglichst abseits von Ortschaften,
bei Haselbach im Wald die Nacht abwarten (aber im Wald und nicht in irgendwelchen Unterständen, die regelmäßig von den GAK kontrolliert worden sind) und quer durchs Tal ins Grenzgebiet,
dort auch durch den Wald bis zum Hammerberg
Am Hammerberg mir in einer Fichtenschonung Stangen suchen und ein Gestell basteln für den GSZ
den GSZ westlich des Hammerberges überwinden mit dem Gestell nachden die K2 Kontrolle gerade vorbei ist
danach auch durch den Wald z.T. entlang des kleinen Taleinschnittes bis zum GZ I am Sattelberg
hier vlt. auch nochmal etas warten, um nicht den Posten in die Arme zu laufen aber nicht so lange bis die nächste K2 Kontrolle das Gestell findet
wenn da viel Bewegung auf dem Kolonnenweg ist, die auf Alarm und Abriegelung hindeutet, versuchen im Wald parallel zum GZ I nach N oder S auszuweichen mindestens 1- 1,5 km

Mal horchen, was die Experten sagen

Gruß Kalubke



lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.03.2016 20:47 | nach oben springen

#105

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 20:39
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Ich glaube das war auch von Jahrzehnt zu Jahrzehnt unterschiedlich mit den Vorgaben zum Kartenmaterial. Ein eingezeichnetes Sperrgebiet ist aber nicht zu finden, auch nicht in den VS Karten, das wurde dort immer erst von Hand eingezeichnet.


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#106

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 20:48
von mibau83 | 819 Beiträge

# 104,
klingt schon nicht schlecht.
in diesen bereich sind einige grenzgänger noch bis ende der 60er mehrmals von west nach ost, also in diesen bereich von der ddr in die brd und wieder zurück.
vom geländeprofil ist es allerdings keine leichte aufgabe. aus dem lauschatal hoch über den tierberg und runter ins rögitztal bei haselbach, den nächsten höhenrücken wieder hoch und runter ins ölsetal bei friedrichsthal. von dort dann wieder hoch über den hammerberg bis zur grenze.

der alte glashüttenweg von lauscha nach tettau verläuft über diese route.


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zuletzt bearbeitet 06.03.2016 20:50 | nach oben springen

#107

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 21:06
von Kalubke | 2.291 Beiträge

Ja stimmt, das Geländeprofil hats in sich. 5 mal hoch und runter mit 100 - 150 Höhenmetern.




Das wäre aber genau das Kalkül: Da lang laufen, wo kaum einer sein dürfte, weil es unwegsam ist, oder abseits von häufig genutzten Routen liegt. Das war meine Erfahrung bei der Kartierung im Grenzgebiet.


Kalubke



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zuletzt bearbeitet 06.03.2016 21:24 | nach oben springen

#108

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 21:36
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #104
Zitat von SET800 im Beitrag #98
Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #96

Interessanter war eher, woran orientierte ich mich denn überhaupt, in der Nacht zum Beispiel? Sternenbild? Am Tag am Moosbewuchs der Bäume
Rainer-Maria


Hallo,
meiner Meinung nach könnten das 90% der Bürger nichtmals mit exakten Karten und sogar bei der Garantie es wird nicht geschossen den Zaunüberkletterpunkt finden den jemand "gutmütig" als minen- und beobachtungsfrei in einer Karte eingezeichnet hätte.

Z.B. um 21:00 im Früherbst bei volldunkel im Raum Sülzhayn beginnen oder im Lauscha am Rennsteig zu einem Punkt nähe Tettau.

PS.:

Wäre doch mal ein interessantes Geländespiel, 10 Leute mit einer exakten Karte in 20min Abstand ab 21:00 von Netzkater loslaufen lassen, Zielpunkt Zorge Ortsmitte, für den Notfall ein Mobiltelephon mit "Kindersperre" von dem aus nur EINE Nummer angerufen werden kann, die der Wettbewerbsleitung-Besenwagen. Hauptstraßen meiden, dort sind Schiedsrichter.....

Sind nur 11km Luftlinie, Aufgabe hinfinden, nicht blicken lassen.



Also mit dem Wissen von Heute (80% aus dem Grenzerforum, 10 % Kartierung als Student im Grenzgebiet bei Vacha, 10% Rennsteigwanderung) wurde ich die Strecke Lauscha-Tettau so versuchen:



Erst mal immer schön durch den Wald möglichst abseits von Ortschaften,
bei Haselbach im Wald die Nacht abwarten (aber im Wald und nicht in irgendwelchen Unterständen, die regelmäßig von den GAK kontrolliert worden sind) und quer durchs Tal ins Grenzgebiet,
dort auch durch den Wald bis zum Hammerberg
Am Hammerberg mir in einer Fichtenschonung Stangen suchen und ein Gestell basteln für den GSZ
den GSZ westlich des Hammerberges überwinden mit dem Gestell nachden die K2 Kontrolle gerade vorbei ist
danach auch durch den Wald z.T. entlang des kleinen Taleinschnittes bis zum GZ I am Sattelberg
hier vlt. auch nochmal etas warten, um nicht den Posten in die Arme zu laufen aber nicht so lange bis die nächste K2 Kontrolle das Gestell findet
wenn da viel Bewegung auf dem Kolonnenweg ist, die auf Alarm und Abriegelung hindeutet, versuchen im Wald parallel zum GZ I nach N oder S auszuweichen mindestens 1- 1,5 km

Mal horchen, was die Experten sagen

Gruß Kalubke



zunächst: ich bin kein Experte und meine
1. Am GSZ hättest Du ja mit deinem Gestell sicher Alarm ausgelöst, wobei dann der Standort schnell gefunden worden wäre
2. Wie hättest Du denn den GZ1 überwinden wollen?
Gruß lhsecurity


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


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#109

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 21:47
von mibau83 | 819 Beiträge

kalubke bezieht sich da wohl auf einen fall den ich schon mal eingestellt hatte.

grenzdurchbruch von 3 personen ddr-brd im märz 1984, mit rückkehr einer der 3 personen im juni 1984. weder im märz noch im juni wurde direkt etwas bemerkt davon!

http://www.spiegel.de/einestages/familie...t-a-949420.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/famili...e-109222-3.html


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#110

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 21:49
von Lutze | 8.027 Beiträge

Erst mal immer schön durch den Wald möglichst abseits von Ortschaften,
bei Haselbach im Wald die Nacht abwarten (aber im Wald und nicht in irgendwelchen Unterständen, die regelmäßig von den GAK kontrolliert worden sind) und quer durchs Tal ins Grenzgebiet,
dort auch durch den Wald bis zum Hammerberg
Am Hammerberg mir in einer Fichtenschonung Stangen suchen und ein Gestell basteln für den GSZ
den GSZ westlich des Hammerberges überwinden mit dem Gestell nachden die K2 Kontrolle gerade vorbei ist
danach auch durch den Wald z.T. entlang des kleinen Taleinschnittes bis zum GZ I am Sattelberg
hier vlt. auch nochmal etas warten, um nicht den Posten in die Arme zu laufen aber nicht so lange bis die nächste K2 Kontrolle das Gestell findet
wenn da viel Bewegung auf dem Kolonnenweg ist, die auf Alarm und Abriegelung hindeutet, versuchen im Wald parallel zum GZ I nach N oder S auszuweichen mindestens 1- 1,5 km

Mal horchen, was die Experten sagen

Gruß Kalubke

[/quote]

So ähnlich waren meine Überlegungen auch mal,
und dann latscht man ungewollt auf einen Stolperdraht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#111

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 06.03.2016 22:11
von damals wars | 12.113 Beiträge

Wir hatten ja nichts.
Daher wurden alte Wanderkarten in Ehren gehalten, nicht weggeworfen, sondern ins Antiquariat geschafft.
Mit ein bisschen Umsicht hätte man sich sicher Kartenmaterial, wenn auch etwas veraltet, beschaffen können.
Wen man die Schilderungen der Geflüchteten liest, waren die doch meist recht gut Informiert.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 06.03.2016 22:12 | nach oben springen

#112

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 09:44
von Kalubke | 2.291 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #110


So ähnlich waren meine Überlegungen auch mal,
und dann latscht man ungewollt auf einen Stolperdraht
Lutze


Wahscheinlich durfte man hinterm GSZ überhaupt keine Wege mehr benutzen und auch nicht in deren Nähe laufen. Ich weiß nicht ob das wirklich so war, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Signalgeräte nicht völlig abseits irgendwo in der Pampa standen. Der Wartungs- und Kontrollaufwand wäre doch viel zu hoch gewesen.

Gruß Kalubke



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#113

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 10:01
von Kalubke | 2.291 Beiträge

Zitat von lhsecurity im Beitrag #108

zunächst: ich bin kein Experte und meine
1. Am GSZ hättest Du ja mit deinem Gestell sicher Alarm ausgelöst, wobei dann der Standort schnell gefunden worden wäre
2. Wie hättest Du denn den GZ1 überwinden wollen?
Gruß lhsecurity



Das Gestell muss freistehend sein, d.h. den GSZ nicht berühren. Oben auf dem Gestell muss man über die Abweiser auf die andere Seite springen ohne die Drähte zu berühren. Problem wäre nur, wenn auf der anderen Seite "Stalin-Rasen" gelegen hätte.

Für den GZ I hätte ich mir aus dem Wald auch zwei oder drei Knüppel oder Stammstücke aus der Schonung geholt, alle unterschiedllich lang (ca 50, 100, 150). Die hätte ich dann an den Zaun im Bereich eines Pfeilers gestellt, die kurzen außen, den langen in der Mitte. Dann mit etwas Schwung nacheinender auf die Enden gestiegen, bis man die Zaunkrone zu fassen kriegt. Dann seitlich mit dem Bein hinterher und Indianerrolle drüber oder rittlings drauf genau über dem Pfeiler um zu vermeiden, dass sich die Kleidung verhakt.

Gruß Kalubke



lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.03.2016 10:13 | nach oben springen

#114

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 10:10
von Kalubke | 2.291 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #109
kalubke bezieht sich da wohl auf einen fall den ich schon mal eingestellt hatte.

grenzdurchbruch von 3 personen ddr-brd im märz 1984, mit rückkehr einer der 3 personen im juni 1984. weder im märz noch im juni wurde direkt etwas bemerkt davon!

http://www.spiegel.de/einestages/familie...t-a-949420.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/famili...e-109222-3.html



Ich hätte mir aber eher ein Dreibein als Gestell gebaut, so wie zwei, die bei Großgeschwenda damit ohne elektrische Alarmauslösung über den GSZ sind. Mit der Route hast Du recht, das war genau in diesem Abschnitt.

Gruß Kalubke



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#115

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 11:22
von Stringer49 | 700 Beiträge

[...] gelöscht


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 07.03.2016 11:28 | nach oben springen

#116

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 11:30
von Stringer49 | 700 Beiträge

(Ich habe gesehen, dass das Bild zu gross war und habe den Posting noch einmal geschrieben)

Guten Tag,

Ich bin froh, dass vielen (allen ?) die virtuelle Flucht in den Westen gelungen ist . Ich habe alles mit Interesse gelesen und möchte ich bedanken.

In einem Autoatlas der D.D.R. fand ich die visuelle Bestätigung der Dinge, welche hier gesagt wurden. Ich musse diese Atlas erst suchen. Leider gibt es kein Jahr, der andere Besitzer hat die Seite vernichtet. Es ist ein Exemplar aus dem Antiquariat und es war eine « Draufgabe » (sagt man das ?) zu anderen Bücgern, daher hatte ich die Existenz des Atlas (blauer Plastikeinband) vergessen. Auf den Karten gibt es noch keine Autobahn von Leipzig und Halle nach Dresden, und der Ring von Berlin ist noch offen im Westen und Norden. So sollte es ein Atlas vom Ende der 1960ies sein?


Stringer49

Hinzu gefügt: Interessant ist, dass Römhild hier verzeichnit ist, nicht aber in einem touristischen Reiseführer von 1967. Dort ist, wie schon gesagt wurde, die Legende darüber gelegt. Es gibt auch keine Erklärungen zu der Stadt.


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#117

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 11:42
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Sicher ist , dass der Autoatlas nach dem 22.August 1961 gedruckt wurde, Denn da wurden 7 Grenzübergänge festgeleg. die im Atlas z.T ersichtlich sind:

Am 13. August 1961 ließ die Führung der DDR die Grenze zu West-Berlin schließen. Für West-Berliner, Bürger der Bundesrepublik Deutschland und ausländische Staatsangehörige legte das Innenministerium der DDR am 22. August sieben Straßenübergänge und einen Bahnübergang fest. Ost-Berlinern und Bürgern der DDR war das Passieren der Grenze verboten.


http://www.berlin.de/mauer/grenzuebergae...ex/index.de.php

Was mir aufgefallen ist das * "Besonderes politisches Gebiet Westberlin" Wie lange ist diese DDR - amtliche Bezeichnung für Westberlin in Berlin - Karten verwendet worden?

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.03.2016 11:47 | nach oben springen

#118

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 11:59
von eisenringtheo | 9.159 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #117
(..)
Was mir aufgefallen ist das * "Besonderes politisches Gebiet Westberlin" Wie lange ist diese DDR - amtliche Bezeichnung für Westberlin verwendet worden?

Moskwitschka


Der Begriff "besonderes politisches Gebiet Westberlin" wurde bis zum Inkrafftreten des Viermächteabkommens über Berlin im Jahre 1972 verwendet, nachher wurde Westberlin als "selbständige politische Einheit Westberlin" die nicht zur BRD gehört und nicht vor ihr regiert werden darf. bezeichnet. Damit akzeptierte die DDR eine gewisse Souveränität Westberlins. Von 1949 bis 1989 betrachte die DDR ganz Berlin als Bestandteil der DDR (wie auch die BRD), ohne diesen Anspruch durchsetzen zu können ("vorbehältlich eines Friedensvertrages über Deutschland").
Theo


Moskwitschka hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#119

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 12:25
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Das ist klar @eisenringtheo und wahrscheinlich ist so auch bis 1972 verfahren worden (mit dem *) - bis zur Richtlinie des Präsidiums des Ministerrates der DDR über die Darstellung der DDR, ihrer Hauptstadt, der BRD und Westberlin in kartografischen Erzeugnissen der DDR.

https://books.google.de/books?id=bgyHKnF...tung%3F&f=false

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

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#120

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 12:31
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #119
Das ist klar @eisenringtheo und wahrscheinlich ist so auch bis 1972 verfahren worden (mit dem *) - bis zur Richtlinie des Präsidiums des Ministerrates der DDR über die Darstellung der DDR, ihrer Hauptstadt, der BRD und Westberlin in kartografischen Erzeugnissen der DDR.

https://books.google.de/books?id=bgyHKnF...tung%3F&f=false

Moskwitschka




«Western Sectors of Berlin»
http://www.cvce.eu/content/publication/2...lishable_en.pdf

dieser Begriff und der Schriftwechsel zwischen den Siegermächten zeigt - indirekt - die prekäre Position der D.D.R.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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