#1

Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 16:38
von Aki | 53 Beiträge

Habt ihr Unfälle mit der Waffe erlebt?

Hier mal eine Geschichte die sich mit meiner Waffe (LMG) zugetragen hat.
Im Winter 81/82. hatte ich Nachtschicht und man durfte wenn man wollte auch mit Skier in den Grenzdienst.
Da ich aus dem Flachland komme wollte ich dies natürlich auch zu Abwechslung mal probieren. Wir also, mein Posten und ich, nachdem wir wussten das wir heute zusammen Schicht hatten, zum Spies und haben uns dann hierzu einkleiden lassen . Es gab hierfür dann eine Steghose Skistöcker und die Ski. Diese waren ganz schön schwer kann ich mich erinnern.
Auf Nachfrage habe mein LMG mit der MPi des Postens der Führungsstelle tauschen dürfen.
weil es zum Ski fahren bequemer war.
Die Schicht begann und erst mal war alles gut. Das Ski fahren hat erst mal Spass gemacht, aber wenn das Gelände zu steil wurde hab ich mich lieber in den Schnee fallen lassen, denn ich hatte Angst auf den K6 zu kommen und vielleicht noch in der Anlage 501 zum
stehen zu kommen.
Ich sag mal so nach 2-3 Stunden hatte ich genug von den schweren Skiern.
Ab da haben wir die schweren Dinger nur noch getragen.
Plötzlich sollten wir einen Postenpunkt oberhalb des Hanges beziehen der eigentlich nie fest besetzt war, dann war die A-Gruppe im Abschnitt, weil die Anlage 501 ausgefallen ist. Wir beide wieder mit unseren sch....ß Skier auf den Rücken wieder hoch.
Was war passiert.

Der Posten auf der FüSt ist ohne seine, also ohne mein LMG, runter um seine Notdurft zu verrichten.
Der OaZ nimmt das Magazin raus, entfernt das Schloss und setzt das Magazin wieder ein.
Der Posten kommt wieder hoch und der OaZ zeigt ihm dieses und will ihm damit sagen, das er die Waffe mitzunehmen hat. Der OaZ stellt mein LMG mit ausgeklappten Zweibein auf den Tisch, Deckel auf, Gaskolben raus, Schloß rein, Gaskolben rein, Deckeldrauf, entsichert und Schuß und Knall und Peng. Zum Glück war es auf Einzelfeuer.

Magazien vergessen rauszunehmen. Gott sei Dank keiner zu Schaden gekommen
.
Nur die Geräte der Anlage 501 klingelten, denn die Kugel ging voll ins Kabel.
Deshalb A-Gruppe Grenzalarm und ich mit meinen Skiern auf den Rücken bergauf.
Das Ende vom Lied war, die A-Gruppe hatte Sonderschicht und ich dufte mein LMG dann nach Schicht noch schön reinigen als die anderen schon an der Matratze horchten. Ab da nie wieder Skier.
Nun erzählt ihr mal

Gruß Aki


Batallionssicherung von 50 km Grenze von Treffurt bis Lauchröden GK Süd , GR-1, II. GB , 6. GK Großburschla 04.81/04.82
Reservist 10.84/01.85 GK Mitte , GR -33, 3.GK Berlin-Treptow
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zuletzt bearbeitet 01.03.2016 23:03 | nach oben springen

#2

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 20:29
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Kurz vor meiner Zeit hat es bei einer Scheinhandlung mal einen Unfall gegeben. Ein Uffz und ein Soldat/Gefreiter waren draußen und sollten etwas Feuerwerk machen, schön bunt, um zu testen, wie der Zoll (Westberlin) und die Tommys reagieren. Jedenfall ist dem Soldaten beim Laden der Leuchtpistole die Knarre von der Schulter gerutscht und dabei ist der Schuss losgegangen. Dem Uffz in die Wade. Zum Glück aber nur eine Fleischwunde, da das Leuchtgeschoss sofort wieder raustrat.
Beinahe hätte es mich mal erwischt durch die Dusseligkeit meines Postens, der unbedingt mal damit schießen wollte in die Zeit nicht abwarten konnte. Vor längerer Zeit hatte ich es schon mal geschildert. Ich war Postenführer und Kradfahrer. Es war im November 67, die Neuen waren gerade eine Woche da. Wir hatten die Leuchtpistole seitlich am Hinterrad hängen. Der Posten als Sozius hatte die Aufgabe, den KS abzuleuchten. Er fragte, wann er auch mal damit schießen kann. Ich sagte ihm, wenn wir am Ende unserer Strecke bei dem anderen Standposten sind, kannst du mal. Wir waren keine hundert Meter mehr davon weg, als ich bemerkte, wie der Lichtkegel der Spurenlampe durch die Gegend tanze aber nicht auf dem KS. Ich dachte noch, der soll auf den KS leuchten, denn wenn wir eine Spur übersehen, bin ich als Postenführer dafür verantwortlich, obwohl ich als Fahrer eigentlich gar nichts dafür kann. Da krachte es schon und ein Blitz schoss seitlich in´s Feld. Wir haben es dann rekonstruiert. Die dumme Sau konnte es nicht abwarten und hat die Leuchtpistole wohl schon mal laden wollen. Beim Hochklappen des Laufes hat er wahrscheinlich schon den Finger gekrümmt gehabt, sodaß der Schlagbolzen sofort auslöste. Das andere PP hat das natürlich alles mitbekommen. Haben die den runtergemacht ein Pissi erschießt beinahe einen EK ! Der Posten hat lange keine LP mehr angefasst, ist aber ansonsten voll ein Kamerad gewesen wie jeder Andere. Wenn er nicht so dicht an mir aufgesessen hätte, dann würde er die LP wahrscheinlich nicht so sehr seitlich gehalten haben und mir das Ding unter die Wattejacke gejubelt.



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#3

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 21:31
von Aki | 53 Beiträge

Einmal hat sich beim Nutzer des LO nach einer extra langen Nachtschicht bei der Kontrolle Sicherheit ein Schuss gelöst.
Es war doch so das der Fahrer und der Nutzer das Magazin in der Mpi behielt bis zur Ankunft in der Kompanie.
Nach dem Absitzen wurde kurz angetreten zur Kontrolle Sicherheit.
Diese Kontrolle wurde bei uns meist, also bis zu diesem Tag, sehr lax gehandhabt.
Der Nutzer stellte sich zu denen die hinten abgesessen sind, ladete genau so durch wie die die kein Magazin in der Waffe hatten.
Sicher kam zur Müdigkeit auch Routine hinzu, da er sonst selten als Nutzer im Dienst war. Rief " SICHERHEIT" wie die anderen dann Klick und schon löste sich der Schuss und die Kugel schlug unter einer Fensterbank in der zweiten Etage ein.
War nicht lustig. Es ist aber keiner zu Schaden gekommen.
Aber aus Jux haben wir ein Paar Tage lang nur mit Stahlhelm aus dem Fenster geschaut, wenn die Fahrzeuge ankamen.
Und dann immer schön artig Kontrolle Sicherheit nach DV durchgeführt. Wenigstens die erste Zeit


Batallionssicherung von 50 km Grenze von Treffurt bis Lauchröden GK Süd , GR-1, II. GB , 6. GK Großburschla 04.81/04.82
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#4

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 22:26
von andy | 1.199 Beiträge

Als ich 81 auf der US VI war hatten wir irgendwann auch mal die Schiessausbildung. In meiner Gruppe war ein Uschi, der war eigentlich dumm wie Stulle und das beste Beispiel dafür, wer eine solche Ausbildung wohl nicht machen sollte.
Jedenfalls waren wir beim Pistolen-schiessen mit der Makarov und die Dinger waren ziemlich ausgeleiert, das wurde aber auch gesagt und für den Fall einer Ladehemmung wurde klar angesagt, wie man sich verhalten sollte. Was macht dieser Heinz?
Nach dem dritten Schuss hatter er eine Ladehemmung, der Schlitten (nennt man ihn so?) blieb hängen, er dreht die Waffe um, guckte vorne in den Lauf und drückte noch mehrmals den Abzug. Er war Rechtshänder und ich stand links hinter ihm, der Leiter des Schiessens hatt die Situation noch nicht erfasst, ich brüllte nur "volle Deckung" und liess mich fallen. Instinktiv taten das meine Nachbarn auch und die Situation konnte bereinigt werden.
Die Waffe wurde später untersucht und während einer Auswertung wurde uns mitgeteilt, dass es wohl mehr oder weniger ein Zufall war, dass die Knarre nicht los ging.
Ich sehe das Bild heute noch vor mir. Den Uschi hat man, auch auf Grund anderer Vorfälle nach diesem Vorfall "exmatrikuliert" - und das war gut so.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#5

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 22:41
von Hanum83 | 4.739 Beiträge

Turm, Langeweile, Abzug gedrückt halten und mehrmals durchziehen bei unterladen, haut schön die Mumpeln raus, Blödsinn und gefährlich.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 29.02.2016 22:43 | nach oben springen

#6

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 22:48
von ek40 | 399 Beiträge

Meine Geschichte erzählte ich vor ca. 6 Jahren schon mal hier. Dauerfeuer in der Grenzkompanie

ek40


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#7

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 02:13
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von andy im Beitrag #4
Als ich 81 auf der US VI war hatten wir irgendwann auch mal die Schiessausbildung. In meiner Gruppe war ein Uschi, der war eigentlich dumm wie Stulle und das beste Beispiel dafür, wer eine solche Ausbildung wohl nicht machen sollte.
Jedenfalls waren wir beim Pistolen-schiessen mit der Makarov und die Dinger waren ziemlich ausgeleiert, das wurde aber auch gesagt und für den Fall einer Ladehemmung wurde klar angesagt, wie man sich verhalten sollte. Was macht dieser Heinz?
Nach dem dritten Schuss hatter er eine Ladehemmung, der Schlitten (nennt man ihn so?) blieb hängen, er dreht die Waffe um, guckte vorne in den Lauf und drückte noch mehrmals den Abzug. Er war Rechtshänder und ich stand links hinter ihm, der Leiter des Schiessens hatt die Situation noch nicht erfasst, ich brüllte nur "volle Deckung" und liess mich fallen. Instinktiv taten das meine Nachbarn auch und die Situation konnte bereinigt werden.
Die Waffe wurde später untersucht und während einer Auswertung wurde uns mitgeteilt, dass es wohl mehr oder weniger ein Zufall war, dass die Knarre nicht los ging.
Ich sehe das Bild heute noch vor mir. Den Uschi hat man, auch auf Grund anderer Vorfälle nach diesem Vorfall "exmatrikuliert" - und das war gut so.


andy


Mal abgesehen davon, das es sich um einen "Schlumpschützen gehandelt hat. Schlechte, gaaanz schlechte Leistung der Ausbilder. Oder sogar
Unkenntnis. Das "volle Deckung", sinnlos, da nichts passieren konnte, auch nicht dur Zufall.
Gerd


zuletzt bearbeitet 01.03.2016 03:07 | nach oben springen

#8

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 02:42
von B208 | 1.339 Beiträge

Moin ,
in der Zeit der Entführung von H.M.Schleyer waren wir u.a. zur Unterstützung der Sicherungskräfte in Bonn eingesetzt .
Scheiss Job , Grenzdienst war da wie Urlaub .
An einer Torwache zu einem Ministerium löste sich bei einem Sicherungsposten ein Schuss , traf den Schrankenposten auf Herzhöhe dort zum Glück die Taschenlampe , die Kugel wurde abgelenkt und deformiert , trat in den Körper ein und wurde durch den Beckenknochen wieder abgelenkt und trat wieder aus dem Körper aus . Organe wurden nicht verletzt und der Posten hat mit großem Glück mit zwei kleinen Löchern überlebt . Warum sich der Schuss löste ???? Die MP5 sollte eigentlich unterladen getragen werden . Also unser unterladen , Patronenlager frei , Magazin eingeführt .
Wachhabender und Posten haben einen Einlauf bekommen , aber alle waren froh , dass es keinen Toten gab . Auch der Versetzte verzichtete auf Anzeige und Schmerzensgeld , die hatten sich hinterher wieder lieb .
B208


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#9

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 02:51
von B208 | 1.339 Beiträge

Bei gleichem Einsatz , wir hatten unsere Unterkunft in einer BW Kaserne in Euskirchen , hat ein Angehöriger meiner Gruppe beim entladen der Pistole in den Sandkasten gefeuert . Pistole wurde grundsätzlich geladen am Mann getragen . Also Patrone im Patronenlager . Dafür sollte ich ein Diszi bekommen . Da der Kamerad aber ohne Auftrag und eigenwillig gehandelt hatte gab es kein Diszi .
B208


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#10

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 03:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von B208 im Beitrag #9
Bei gleichem Einsatz , wir hatten unsere Unterkunft in einer BW Kaserne in Euskirchen , hat ein Angehöriger meiner Gruppe beim entladen der Pistole in den Sandkasten gefeuert . Pistole wurde grundsätzlich geladen am Mann getragen . Also Patrone im Patronenlager . Dafür sollte ich ein Diszi bekommen . Da der Kamerad aber ohne Auftrag und eigenwillig gehandelt hatte gab es kein Diszi .
B208


Wie soll denn das passiert sein?
Da gehört schon eine Menge Dusseligkeit dazu.
Gerd


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#11

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 04:24
von damals wars | 12.154 Beiträge

Bei ständig gleichbleibenden Handlungen stellt sich eine Routine ein, die nichts mit Dummheit, sondern nur mit Unvorsichtigkeit zu tun hat.
Natürlich gab es Möglichkeiten, zu verhindern, das die Schußwaffe jemanden gefährdete.
Da sich beim den Wache schiebenden Einheiten des Regiments beim Herstellen der Sicherheit immer mal ein Schuß löste, mussten sie die Waffen in ein Eisenrohr halten, mit Zielrichtung Waldgebiet.
Problem gelöst.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#12

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 05:37
von B208 | 1.339 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #10
Zitat von B208 im Beitrag #9
Bei gleichem Einsatz , wir hatten unsere Unterkunft in einer BW Kaserne in Euskirchen , hat ein Angehöriger meiner Gruppe beim entladen der Pistole in den Sandkasten gefeuert . Pistole wurde grundsätzlich geladen am Mann getragen . Also Patrone im Patronenlager . Dafür sollte ich ein Diszi bekommen . Da der Kamerad aber ohne Auftrag und eigenwillig gehandelt hatte gab es kein Diszi .
B208


Wie soll denn das passiert sein?
Da gehört schon eine Menge Dusseligkeit dazu.
Gerd


Keine Ahnung , ich war nicht in dem Raum . Verm. Magazin nicht entnommen .
Aber warum gab es diese Entladekisten oder andere Vorrichtungen zum gefahrlosen Entladen . Muss wohl schon oft passiert sein .


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zuletzt bearbeitet 01.03.2016 05:39 | nach oben springen

#13

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 22:25
von der 39. | 522 Beiträge

Den nachfolgenden Beitrag habe ich schon einmal im Thread:"Der erste Tag" eingestellt, er passt sehr gut zu diesem Thema der Waffenunfälle
Eines Nachts werde ich durch einen Melder von zu Hause geholt, es war ein Unfall mit Schusswaffen passiert. Die Untersuchung ergibt, dass ein aus dem Ausgang kommender Soldat meines Bataillons, leicht angetrunken, sich beim Diensthabenden zurückmeldet hat. In der Wache ist ein bisschen Trubel, weil alle Ausgänger zu dieser Zeit zurückkamen. Der Soldat ergriff aus Spielerei eine MPi aus dem Waffenständer und rattert aus Spaß mit dem Schloss. Die Waffen waren natürlich ohne Trommel, so dass theoretisch nichts passieren durfte, wenn die Trommel vorschriftsmäßig entfernt wurde und durch leichtes Zurückziehen des Schlosses geprüft wurde, ob das Patronenlager wirklich frei war. Aber in diesem Fall war doch eine Patrone erfasst worden und das nicht verriegelnde Schloss mit dem Schlagbolzen auf der Patrone lag. Durch das Rattern mit dem Schloss löste sich der Schuss und traf den Diensthabenden dicht am Herzen vorbei. Die Ärzte konnten ihn retten, Ich musste die Eltern in Kenntnis setzen. Ich fuhr nach Halle, traf die Eltern aber nicht an. Von Nachbarn erfuhr ich, dass sie im Garten sind auf einer Garteninsel in der Saale. Ich musste mit einem Kahn auf die Insel geholt werden. Als die Mutter mich in Uniform sah, fing sie sofort an zu schreien, erst Nachbarn brachten mich auf die Insel und ich konnte den Eltern von dem Unglück berichten und ihnen Hoffnung auf eine Genesung machen. Nach einem halben Jahr trat der Unteroffizier auch wirklich seinen Dienst wieder an. Der ungewollte Schütze kam vor ein Militärgericht und wurde mit 9 Monaten Haft bestraft. Auch er kam nach dieser Zeit wieder zurück, um seine Restdienstzeit zu absolvieren.
Der 39.


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#14

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 22:45
von Waldmeister | 149 Beiträge

Wachdienst auf dem BT, die Seite, die zur Öffentlichkeit hin zeigt, da sind die Scheiben weiss übermalt (von wegen geile Schnitten beobachten). Aber, ein kleines Loch zu sabbern, haben einige wieder frei gemacht. Genosse R., in seinem Vor-UAZ-Leben Sportschütze, will aber noch ein paar Zielübungen machen. Makarov durchgezogen, Magazin entfernt, alles sicher (na, wer hats gemerkt). So, nur ein paar Mal anlegen, nur so, kann ja nix passieren, peng. Auf der Strasse fällt ein Zivilist mit Wirbelsäulensteckschuß um. Schussentfernung 30 - 50 Meter. Volltreffer!

Mir tut heute noch der Mann sowie seine Familie leid. Was die erfahren mussten, um alles zu vertuschen! Ist später nach längerer Pflege verstorben.

Und der Schütze saß, nachdem er ersteinmal abgeholt wurde, 14 Tage später in einer Disko in B. Hatte die Einheit gewechselt.

wm


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#15

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 01.03.2016 22:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Waldmeister im Beitrag #14
Wachdienst auf dem BT, die Seite, die zur Öffentlichkeit hin zeigt, da sind die Scheiben weiss übermalt (von wegen geile Schnitten beobachten). Aber, ein kleines Loch zu sabbern, haben einige wieder frei gemacht. Genosse R., in seinem Vor-UAZ-Leben Sportschütze, will aber noch ein paar Zielübungen machen. Makarov durchgezogen, Magazin entfernt, alles sicher (na, wer hats gemerkt). So, nur ein paar Mal anlegen, nur so, kann ja nix passieren, peng. Auf der Strasse fällt ein Zivilist mit Wirbelsäulensteckschuß um. Schussentfernung 30 - 50 Meter. Volltreffer!

Mir tut heute noch der Mann sowie seine Familie leid. Was die erfahren mussten, um alles zu vertuschen! Ist später nach längerer Pflege verstorben.

Und der Schütze saß, nachdem er ersteinmal abgeholt wurde, 14 Tage später in einer Disko in B. Hatte die Einheit gewechselt.

wm


Ich, ein gutes Beispiel für qualifizierte Ausbildung.
Gerd


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#16

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 02.03.2016 09:02
von Waldmeister | 149 Beiträge

Aus der Kategorie harmlos: bei der Waffenabgabe, rums, ein mal 9 mm aus dem Makarovlauf in die Sandkiste. Projektil wieder herausgefummelt, Hülse gesucht und gefunden, beides zusammengesteckt und in irgend einem Fremdmagazin an 6. Stelle wieder eingelegt. Hat ne ganze Zeit gedauert, bis es herausgekommen ist. Bevor einer fragt: der "Genosse" war an diesem Tag UvD in der Nachtschicht und damit ganz alleine.

Achja, in den Sandkasten wurde bei uns ab und zu mal geschossen. Dafür war er doch auch da, odär?

wm


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zuletzt bearbeitet 02.03.2016 09:13 | nach oben springen

#17

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 02.03.2016 09:12
von Waldmeister | 149 Beiträge

Mal was zum schmunzeln: wie schon geschrieben hatten wir das Sonderfunktionsobjekt Wieck ((Funk) zu bewachen. Dazugehörten rombenförmige Antennen auf dem Feld. Hin und wieder liefen die Kühe der benachbarten LPG dazwischen. "Genosse" Sch., im vertreiben von Kühen als Städter nicht so fit aber für die Verteidigung der Antennen extrem motiviert nahm 2 Mpi-Magazine, um sie gegeneiander zuschlagen und durch den Lärm die RVGEs zu vertreiben. Hat geklappt. Bei der Waffenabgabe fehlten etliche Patronen. Unter Zuhilfenahme eines Minensuchdetektors wurde im Weidegras solange gesucht, bis die letzte gefunden wurde.

wm


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#18

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 02.03.2016 11:48
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Ich weiß nicht ob man das zu den Unfällen mit der Waffe zählen kann. Aber ich hab da auch so ein kleines Erlebnis.
War in der Nachtschicht am Kanten mit meinen Posten, naja wir ließen uns in den 8 Std öfters mal ne Grenzstreife von der Füst. bestätige und marschierten los. Es war ne kalte und neblige Nacht und wir waren froh, als die Ablösung kam. Als wir dann zurück in der Gk waren und uns aufstellten zu Kontrolle der Waffen,löste sich bei der Kontrolle bei mein Posten ein Schuss. Da war dann erst einmal großer Trubel. Naja, einige Minuten später durfte ich als Postenführer beim KC vorsprechen. Der fragte mich,ob mein Posten draußen im Dienst aus Angst die Waffe durchgeladen hat. Ich antwortete--hat er nicht--1.hätte ich wahrscheinlich mitbekommen, 2.und wenn,dann hätte er die Patrone die er draußen eingelegt hätte, hier bei der Kontrolle wenn er das Magazin entnommen hat, beim durchladen rausgeschmissen und es wäre nicht zu den Zwischenfall gekommen.3. Ich sagte,er hat einfach vergessen das Magazin zu entnehmen, lud durch und drückte ab. Dann hat der KC ne weile überlegt und ich durfte abtreten Fakt war, als der Schuss sich löste neben mir,hatte ich auch ganz schön Muffensausen. Anfügen möchte ich nur--das kann nicht immer anderen passieren--mir geschah das mit dem Magazin raus nehmen in der resi Zeit.


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#19

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 02.03.2016 12:02
von Aki | 53 Beiträge

In einer Schicht bin ich einmal so dusselig gestolpert und auf den Bauch in der Schnee gestürzt. Die Waffe vom Rücken über mir. Dabei verlor ich den Waffendeckel die Feder sowie ein Stück vom Visier (Nachtvieser) und das Magazin flog auch raus.
Nach längerem suchen im Schnee fanden wir das Stück vom Visier. Beim nachzählen der Patronen merkte ich das eine fehlte die wir aber nicht mehr fanden .Viellecht fehlte sei auch schon vorher. Egal.
Zum Glück hatte ich Patronen in der GK versteckt.
So konnte ich die fehlende Patrone wieder nachladen und braucht nicht irgendwelche Ausreden suchen warum die Patrone fehlte.
Einige von uns hatten immer Reservepatronen. Die wurden auch ans nächste DHJ weitervererbt. Diese wurden beim Scharfschiessen auf dem STüP einfach behalten.


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#20

RE: Unfälle mit der Waffe

in Grenztruppen der DDR 02.03.2016 12:10
von Hanum83 | 4.739 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #18
Ich weiß nicht ob man das zu den Unfällen mit der Waffe zählen kann. Aber ich hab da auch so ein kleines Erlebnis.
War in der Nachtschicht am Kanten mit meinen Posten, naja wir ließen uns in den 8 Std öfters mal ne Grenzstreife von der Füst. bestätige und marschierten los. Es war ne kalte und neblige Nacht und wir waren froh, als die Ablösung kam. Als wir dann zurück in der Gk waren und uns aufstellten zu Kontrolle der Waffen,löste sich bei der Kontrolle bei mein Posten ein Schuss. Da war dann erst einmal großer Trubel. Naja, einige Minuten später durfte ich als Postenführer beim KC vorsprechen. Der fragte mich,ob mein Posten draußen im Dienst aus Angst die Waffe durchgeladen hat. Ich antwortete--hat er nicht--1.hätte ich wahrscheinlich mitbekommen, 2.und wenn,dann hätte er die Patrone die er draußen eingelegt hätte, hier bei der Kontrolle wenn er das Magazin entnommen hat, beim durchladen rausgeschmissen und es wäre nicht zu den Zwischenfall gekommen.3. Ich sagte,er hat einfach vergessen das Magazin zu entnehmen, lud durch und drückte ab. Dann hat der KC ne weile überlegt und ich durfte abtreten Fakt war, als der Schuss sich löste neben mir,hatte ich auch ganz schön Muffensausen. Anfügen möchte ich nur--das kann nicht immer anderen passieren--mir geschah das mit dem Magazin raus nehmen in der resi Zeit.


Der "Knall" bei der Sicherheit passierte immer mal, meistens wenn du ganz einfach sehr müde warst, haben die immer direkt vor der Objekt-Haustür gemacht, die Mumpel ging nur in den Himmel, war aber immer ein mächtiges Theater wenn mal der Himmel ein Loch bekam.
Stellungsnahme () aber nur tagsüber, wenn nachts keine Klumpen da waren kam einfach die Ersatzpatrone rein.
Als es mehrmals knallte musste der UvD dann die Sicherheit überwachen.
Bau für in die Wolken schießen war auch angedroht, wurde aber wegen dünner Personaldecke nie durchgezogen.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 02.03.2016 12:18 | nach oben springen



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