#101

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:04
von Georg | 1.033 Beiträge

Wenn man das Wahlprozedere in der DDR als Kaspertheater bezeichnet, dann sollte man dies auch beweisen. Beweisen würde gut gehen, wenn man solche Veranstaltungen auch besucht hat. Diese Veranstaltungen genutzt hat, Fragen zu stellen und dafür gestimmt hat oder dagegen, daß der
Bewerber auf die Wählerliste der Nationalen Front gesetzt wird.

Zitat von Gert im Beitrag #97
Zitat von Georg im Beitrag #91
Hallo !

Besteht nicht ein Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und demokratischer Teilhabe ? Oder ist es Widerspruch ? Die soziale Stellung der Abgeordneten, sowohl Volkskammer und Bundestag, sind im Netz lesbar. Und da hatte die DDR eindeutig zu jeder Zeit die besseren Chancen.
Nicht nur der Wahlvorgang ist entscheidend. Mußten sich die zukünftigen Abgeordneten für die Kreistage, Bezirkstage und auch Volkskammer den Wählern stellen, Fragen beantworten und konnten sie nicht abgelehnt werden? Ist ja auch Geschehen. Andere Formen der Mitbestimmung in der DDR wurden schon aufgezählt. Ich finde insgesamt hatte die DDR mehr demokratisches Potential, welches oftmals durch die Bürger nicht genutzt
wurde.
Für den Bundestag z.B. werden die Abgeordneten namentlich durch Parteien benannt. Der Wähler hat die Freiheit: Wahl oder nicht. Das wars aber
auch. Als Bundestagsabgeordnete wirken ein Arbeitsloser ( ? ) und drei Hausfrauen........
Der Lobbyismus - eigentlich ein Thema für sich - ist mit über 450 Verbänden, Unternehmen und Organisationen vertreten. Darunter die Rüstungskonzerne EADS, Krauss-Maffei Wegmann, der Springerkonzern........für die Hausfrauen, für den Arbeitslosen ? Die Lobbyistenliste war
bislang geheim. Sie wurde, unter energischen Protesten von CDU/SPD, nach einem Gerichtsbeschluß veröffentlicht. Demokratie ?

willst du uns dieses Kasperltheater wirklich als Wahl präsentieren ? Ich fasse es nicht !
Damit will ich nicht sagen, dass ich mit den Wahlen heutzutage 100 % zufrieden bin.In wichtigen Dingen würde mir ein Volksentscheid auch gefallen wie die Schweizer es machen, aber eben nicht für Peanuts wie die Schweizer es tun, sondern nur für Grundsatzfragen


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#102

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:07
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
den Bürgern ist es freigestelt in den Pareien für andere Kandidaten zu sorgen. Ggf. auch wie in der DDR aber auf Basis- und Bürgerebene informell Bündnisse zu anderen Parteien herzustellen.

Oder eben sich nicht wie bei den Grünen lange Jahre von Transatlantikern wie Joschka Fischer veralbern zu lassen.

Oder mal für weniger Juristen sondern mehr Facharbeiter, Ingenieure, Techniker, Ärzte im Bundestag sorgen.

Und sich nicht von Quotenkram durch den Parteivorstand an der Nase rumführen lassen.



zuletzt bearbeitet 23.02.2016 17:09 | nach oben springen

#103

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:09
von 1941ziger | 1.002 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #101
Wenn man das Wahlprozedere in der DDR als Kaspertheater bezeichnet, dann sollte man dies auch beweisen. Beweisen würde gut gehen, wenn man solche Veranstaltungen auch besucht hat. Diese Veranstaltungen genutzt hat, Fragen zu stellen und dafür gestimmt hat oder dagegen, daß der
Bewerber auf die Wählerliste der Nationalen Front gesetzt wird.[quote="Gert"|p525124][quote=Georg|p525079]Hallo !




Hmmmmm, du willst sicher die Wahl in der DDR nicht als Wahl bezeichnen. Wir wissen doch alle das man sich nicht selbst
auf die Liste der NV setzen lassen konnte.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#104

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:16
von Zange | 397 Beiträge

Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#105

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:21
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.



Zange,

ich bin nie im Kollektiv wählen gegangen. Dürfte sich auch schwer realisieren lassen, wenn z.B. aus einen Großbetrieb die Personen wählen gehen. Denn auch in der DDR gab es Wahlbezirke und nicht alle die z.B. bei Petacon gearbeitet haben, werden in einen Wahlbezirk gewohnt haben.


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#106

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:22
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #101
Wenn man das Wahlprozedere in der DDR als Kaspertheater bezeichnet, dann sollte man dies auch beweisen. Beweisen würde gut gehen, wenn man solche Veranstaltungen auch besucht hat. Diese Veranstaltungen genutzt hat, Fragen zu stellen und dafür gestimmt hat oder dagegen, daß der
Bewerber auf die Wählerliste der Nationalen Front gesetzt wird.
Zitat von Gert im Beitrag #97
Zitat von Georg im Beitrag #91
Hallo !


Besteht nicht ein Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und demokratischer Teilhabe ? Oder ist es Widerspruch ? Die soziale Stellung der Abgeordneten, sowohl Volkskammer und Bundestag, sind im Netz lesbar. Und da hatte die DDR eindeutig zu jeder Zeit die besseren Chancen.
Nicht nur der Wahlvorgang ist entscheidend. Mußten sich die zukünftigen Abgeordneten für die Kreistage, Bezirkstage und auch Volkskammer den Wählern stellen, Fragen beantworten und konnten sie nicht abgelehnt werden? Ist ja auch Geschehen. Andere Formen der Mitbestimmung in der DDR wurden schon aufgezählt. Ich finde insgesamt hatte die DDR mehr demokratisches Potential, welches oftmals durch die Bürger nicht genutzt
wurde.
Für den Bundestag z.B. werden die Abgeordneten namentlich durch Parteien benannt. Der Wähler hat die Freiheit: Wahl oder nicht. Das wars aber
auch. Als Bundestagsabgeordnete wirken ein Arbeitsloser ( ? ) und drei Hausfrauen........
Der Lobbyismus - eigentlich ein Thema für sich - ist mit über 450 Verbänden, Unternehmen und Organisationen vertreten. Darunter die Rüstungskonzerne EADS, Krauss-Maffei Wegmann, der Springerkonzern........für die Hausfrauen, für den Arbeitslosen ? Die Lobbyistenliste war
bislang geheim. Sie wurde, unter energischen Protesten von CDU/SPD, nach einem Gerichtsbeschluß veröffentlicht. Demokratie ?

willst du uns dieses Kasperltheater wirklich als Wahl präsentieren ? Ich fasse es nicht !
Damit will ich nicht sagen, dass ich mit den Wahlen heutzutage 100 % zufrieden bin.In wichtigen Dingen würde mir ein Volksentscheid auch gefallen wie die Schweizer es machen, aber eben nicht für Peanuts wie die Schweizer es tun, sondern nur für Grundsatzfragen



ich habe nur eine Wahl in der DDR mitgemacht, da habe ich schon eine Frage zu viel gestellt wo soll ich mein Kreuz machen. Die Antwort war "gar nicht" , nur den gedruckten Zettel in die Wahlurne stecken. Da fühlte ich mich schon verarscht, denn unter dem Begriff Wahl verstand ich etwas anderes als die Tätigkeit eines Prospektverteilers für Pizzabäcker.
Na ja und was die Parteien unter dem "schützenden Dach" der SED angeht, da brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Deren Alternative war
" Schnauze halten" oder HSH. Die meisten haben bestimmt die erste Variante gewählt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#107

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:24
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #105
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.



Zange,

ich bin nie im Kollektiv wählen gegangen. Dürfte sich auch schwer realisieren lassen, wenn z.B. aus einen Großbetrieb die Personen wählen gehen. Denn auch in der DDR gab es Wahlbezirke und nicht alle die z.B. bei Petacon gearbeitet haben, werden in einen Wahlbezirk gewohnt haben.




ist schon klar Alfred, in deinem Beruf ging man incognito, musstest du überhaupt einen Ausweis vorzeigen?


.
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#108

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:40
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.

Die Option bestand, Dank Wahlkabine auch praktisch.
die unangenehmen Fragen stellten die Wähler, zum Beispiel :ich habe noch keinen Kindergartenplatz, kann ich einen bekommen?
Das Problem wurde noch am Vormittag erledigt, und der Wahlschein landete in der Urne.
"Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen" sicher nicht...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#109

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:48
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #107
Zitat von Alfred im Beitrag #105
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.



Zange,

ich bin nie im Kollektiv wählen gegangen. Dürfte sich auch schwer realisieren lassen, wenn z.B. aus einen Großbetrieb die Personen wählen gehen. Denn auch in der DDR gab es Wahlbezirke und nicht alle die z.B. bei Petacon gearbeitet haben, werden in einen Wahlbezirk gewohnt haben.




ist schon klar Alfred, in deinem Beruf ging man incognito, musstest du überhaupt einen Ausweis vorzeigen?



Gert,

schreib doch einfach, was an meinen Text falsch ist.

Oder gingen alle Mitarbeiter von einen Betrieb geschlossen wählen ?

Erklär doch mal wie das funktionierte, wenn diese in verschiedenen Wahlbezirken wohnten.

Nehmen wir mal Berlin. Einer wohnte in Pankow, einer in Weißensee und ein weiterer in Marzahn. Da konnte man nicht gemeinsam wählen gehen, weil es verschiedene Wahlbezirke waren. Müsstest selbst Du verstehen.


zuletzt bearbeitet 23.02.2016 18:03 | nach oben springen

#110

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:49
von Georg | 1.033 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #103
Zitat von Georg im Beitrag #101
Wenn man das Wahlprozedere in der DDR als Kaspertheater bezeichnet, dann sollte man dies auch beweisen. Beweisen würde gut gehen, wenn man solche Veranstaltungen auch besucht hat. Diese Veranstaltungen genutzt hat, Fragen zu stellen und dafür gestimmt hat oder dagegen, daß der
Bewerber auf die Wählerliste der Nationalen Front gesetzt wird.[quote="Gert"|p525124][quote=Georg|p525079]Hallo !




Hmmmmm, du willst sicher die Wahl in der DDR nicht als Wahl bezeichnen. Wir wissen doch alle das man sich nicht selbst
auf die Liste der NV setzen lassen konnte.


auf die Liste der NV schon
Auf die Wähler - Liste der Nationalen Front nicht.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#111

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:54
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Was waren denn die Konsuquenzen für den Ausgang der Wahlen, wenn man Kandidaten durchgestrichen (=nicht gewählt) hat?
Theo


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#112

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:54
von Fritze | 3.474 Beiträge

also @Gert unabhängig vom Ablauf der Wahl in der DDR ,habe ich nie im Kollektiv gewählt .Und den Zettel habe ich auch gefaltet !

Warum sollte denn ein gefalteter Zettel unangenehme Fragen nach sich gezogen haben . Wenn ich der Einzigste gewesen wäre ,der seinen Wahlzettel faltet ,dann hätten sie es doch gewusst ,wer das war !

Als ich das erste Mal wählen ging ,war das Wahllokal in der Schule meines Heimatortes .Kann mich nicht an eine Wahlkabine erinnern! Beim nächsten Mal musste ich aus organisatorischen Gründen in einem Sonderwahllokal beim Rat des Kreises wählen . Dort wiederum habe ich schon aus Neugier die vorhandene Wahlkabine benutzt ,und auch den Wahlzettel gefaltet .
Wimre kann ich mich noch an einen Lästerspruch der 80er Jahre erinnern "Zettel falten , Köpfchen senken ,immer an Sieg des Sozialismus denken! "

Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#113

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:00
von Georg | 1.033 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #106
Zitat von Georg im Beitrag #101
Wenn man das Wahlprozedere in der DDR als Kaspertheater bezeichnet, dann sollte man dies auch beweisen. Beweisen würde gut gehen, wenn man solche Veranstaltungen auch besucht hat. Diese Veranstaltungen genutzt hat, Fragen zu stellen und dafür gestimmt hat oder dagegen, daß der
Bewerber auf die Wählerliste der Nationalen Front gesetzt wird.
Zitat von Gert im Beitrag #97
Zitat von Georg im Beitrag #91
Hallo !


Besteht nicht ein Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und demokratischer Teilhabe ? Oder ist es Widerspruch ? Die soziale Stellung der Abgeordneten, sowohl Volkskammer und Bundestag, sind im Netz lesbar. Und da hatte die DDR eindeutig zu jeder Zeit die besseren Chancen.
Nicht nur der Wahlvorgang ist entscheidend. Mußten sich die zukünftigen Abgeordneten für die Kreistage, Bezirkstage und auch Volkskammer den Wählern stellen, Fragen beantworten und konnten sie nicht abgelehnt werden? Ist ja auch Geschehen. Andere Formen der Mitbestimmung in der DDR wurden schon aufgezählt. Ich finde insgesamt hatte die DDR mehr demokratisches Potential, welches oftmals durch die Bürger nicht genutzt
wurde.
Für den Bundestag z.B. werden die Abgeordneten namentlich durch Parteien benannt. Der Wähler hat die Freiheit: Wahl oder nicht. Das wars aber
auch. Als Bundestagsabgeordnete wirken ein Arbeitsloser ( ? ) und drei Hausfrauen........
Der Lobbyismus - eigentlich ein Thema für sich - ist mit über 450 Verbänden, Unternehmen und Organisationen vertreten. Darunter die Rüstungskonzerne EADS, Krauss-Maffei Wegmann, der Springerkonzern........für die Hausfrauen, für den Arbeitslosen ? Die Lobbyistenliste war
bislang geheim. Sie wurde, unter energischen Protesten von CDU/SPD, nach einem Gerichtsbeschluß veröffentlicht. Demokratie ?

willst du uns dieses Kasperltheater wirklich als Wahl präsentieren ? Ich fasse es nicht !
Damit will ich nicht sagen, dass ich mit den Wahlen heutzutage 100 % zufrieden bin.In wichtigen Dingen würde mir ein Volksentscheid auch gefallen wie die Schweizer es machen, aber eben nicht für Peanuts wie die Schweizer es tun, sondern nur für Grundsatzfragen



ich habe nur eine Wahl in der DDR mitgemacht, da habe ich schon eine Frage zu viel gestellt wo soll ich mein Kreuz machen. Die Antwort war "gar nicht" , nur den gedruckten Zettel in die Wahlurne stecken. Da fühlte ich mich schon verarscht, denn unter dem Begriff Wahl verstand ich etwas anderes als die Tätigkeit eines Prospektverteilers für Pizzabäcker.
Na ja und was die Parteien unter dem "schützenden Dach" der SED angeht, da brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Deren Alternative war
" Schnauze halten" oder HSH. Die meisten haben bestimmt die erste Variante gewählt.



Auf keiner Wahlveranstalung der Nationalen Front gewesen, richtig ?
Damit es richtig albern ist: Bis 1989 hab ich auf keiner Wahlveranstaltung in der DDR einen Prospektverteiler für Pizzabäcker tätig werden gesehen.
Dieses Event gab es schlicht und einfach nicht. Keine Ahnung in welcher B(äcker)RD Du wählen warst.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
zuletzt bearbeitet 23.02.2016 18:02 | nach oben springen

#114

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:02
von grenzergold | 187 Beiträge

Bei meiner ersten Wahlbeteiligung war ich Angehöriger der GT, da unser KC auf dem Wahlzettel stand sind wir reihenweise in die Wahlkabine gegangen ,um ihn von der Liste zu streichen.Die Wahlhelferin sagte nur, " einzel meine Herren".
Ich hatte bei jeder Wahl die Kabiene benutzt,ohne Konsequenzen.
Und geschlossen im Kollektiv ? Unglaublich

gg


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#115

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:08
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Es ist mir ehrlich gesagt neu das Anfang der 60er Jahre der Beruf des Pizzabäckers in der DDR bekannt war .....
Aber es gab schon immer oberschlaue Jungmänner .....

Wählen ging man in der DDR am Wohnort, jedenfalls war das die Regel. Auch ging man weder im Kollektiv, noch mit der Hausgemeinschaft wählen. Das kam nur in der AK vor.
Soweit ich mich erinnern kann war es ein "muß" das der Zettel auf dem die zu wählenden Kandidaten der Nationalen Front standen gefaltet in die Wahlurne gesteckt wurde.
Bei allem anzweifeln der Legitimität der Wahl und des 'speziellen' Prozedere war es immer noch eine mehr oder minder geheime Wahl und keine Öffentliche.

An eine Wahl kann ich mich erinnern das wir im Kollektiv wählen waren und das war als Studenten. Da haben wir an der Uni gewählt, da war das Wahlbüro. Was wir damals gewählt haben weiß ich nicht mehr, könnte aber etwas mit der Universität zu tun gehabt haben. Wissenschaftlicher Rat, Präsidium der Uni etc.
Denn sonst macht es keinen Sinn am Studienort zu wählen, denn in der Regel war jeder Wahlberechtigte im Wahlverzeichnis seines Hauptwohnortes erfasst.
Das bedeutete für mich nach dem Studium das ich, wenn Wahl war, zu meinen Eltern fahren mußte da ich dort mit dem Hauptwohnsitz gemeldet war, am Arbeitsort hatte ich"nur" einen Nebenwohnsitz.

Ansonsten interessierte mich das Thema "Wahlen" zu DDR-Zeiten nicht besonders und nach 1980 war ich überhaupt nicht mehr wählen. Konsequenzen? Fehlanzeige, ich durfte sogar in den Westen fahren .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#116

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:11
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #115
Es ist mir ehrlich gesagt neu das Anfang der 60er Jahre der Beruf des Pizzabäckers in der DDR bekannt war .....
Aber es gab schon immer oberschlaue Jungmänner .....

Wählen ging man in der DDR am Wohnort, jedenfalls war das die Regel. Auch ging man weder im Kollektiv, noch mit der Hausgemeinschaft wählen. Das kam nur in der AK vor.
Soweit ich mich erinnern kann war es ein "muß" das der Zettel auf dem die zu wählenden Kandidaten der Nationalen Front standen gefaltet in die Wahlurne gesteckt wurde.
Bei allem anzweifeln der Legitimität der Wahl und des 'speziellen' Prozedere war es immer noch eine mehr oder minder geheime Wahl und keine Öffentliche.

An eine Wahl kann ich mich erinnern das wir im Kollektiv wählen waren und das war als Studenten. Da haben wir an der Uni gewählt, da war das Wahlbüro. Was wir damals gewählt haben weiß ich nicht mehr, könnte aber etwas mit der Universität zu tun gehabt haben. Wissenschaftlicher Rat, Präsidium der Uni etc.
Denn sonst macht es keinen Sinn am Studienort zu wählen, denn in der Regel war jeder Wahlberechtigte im Wahlverzeichnis seines Hauptwohnortes erfasst.
Das bedeutete für mich nach dem Studium das ich, wenn Wahl war, zu meinen Eltern fahren mußte da ich dort mit dem Hauptwohnsitz gemeldet war, am Arbeitsort hatte ich"nur" einen Nebenwohnsitz.

Ansonsten interessierte mich das Thema "Wahlen" zu DDR-Zeiten nicht besonders und nach 1980 war ich überhaupt nicht mehr wählen. Konsequenzen? Fehlanzeige, ich durfte sogar in den Westen fahren .....

Gruß
Nostalgiker


Da kann man nur sagen du Glücklicher .


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#117

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:19
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Ansonsten interessierte mich das Thema "Wahlen" zu DDR-Zeiten nicht besonders und nach 1980 war ich überhaupt nicht mehr wählen. Konsequenzen? Fehlanzeige, ich durfte sogar in den Westen fahren .....

Gruß
Nostalgiker

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#118

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:38
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #113

Zitat
Deren Alternative war
" Schnauze halten" oder HSH. Die meisten haben bestimmt die erste Variante gewählt.



Auf keiner Wahlveranstalung der Nationalen Front gewesen, richtig ?
Damit es richtig albern ist: Bis 1989 hab ich auf keiner Wahlveranstaltung in der DDR einen Prospektverteiler für Pizzabäcker tätig werden gesehen.
Dieses Event gab es schlicht und einfach nicht. Keine Ahnung in welcher B(äcker)RD Du wählen warst.


Also @Georg zu den Blitzmerker gehörst du ganz bestimmt nicht. Muss ich jetzt noch jeden Post erklären ? Natürlich gab es in den 60er Jahren keinen Pizzabäcker in der DDR ( habe die erste Pizza meines Lebens 1968 in Italien gegessen). Was ich in einer bildhaften Sprache vermitteln wollte war mein Gefühl, dass das keine Wahl war wenn ich einen Zettel in eine Box werfe, also so wie wenn ein Prospektverteiler mir heute die neuesten Pizzangebote in die Postbox schmeisst, so war das mit dem Wahlzettel. Capito ? fragt der Italiener.
(die Antwort gilt auch für meinen Freund Nosti, der hat es nämlich auch nicht verstanden)


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#119

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:39
von zast (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #109
Zitat von Gert im Beitrag #107
Zitat von Alfred im Beitrag #105
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.



Zange,

ich bin nie im Kollektiv wählen gegangen. Dürfte sich auch schwer realisieren lassen, wenn z.B. aus einen Großbetrieb die Personen wählen gehen. Denn auch in der DDR gab es Wahlbezirke und nicht alle die z.B. bei Petacon gearbeitet haben, werden in einen Wahlbezirk gewohnt haben.




ist schon klar Alfred, in deinem Beruf ging man incognito, musstest du überhaupt einen Ausweis vorzeigen?



Gert,

schreib doch einfach, was an meinen Text falsch ist.

Oder gingen alle Mitarbeiter von einen Betrieb geschlossen wählen ?

Erklär doch mal wie das funktionierte, wenn diese in verschiedenen Wahlbezirken wohnten.

Nehmen wir mal Berlin. Einer wohnte in Pankow, einer in Weißensee und ein weiterer in Marzahn. Da konnte man nicht gemeinsam wählen gehen, weil es verschiedene Wahlbezirke waren. Müsstest selbst Du verstehen.


Nun beantworte doch mal die Frage!!!!!!!!


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#120

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 18:39
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #115
Es ist mir ehrlich gesagt neu das Anfang der 60er Jahre der Beruf des Pizzabäckers in der DDR bekannt war .....
Aber es gab schon immer oberschlaue Jungmänner .....

Wählen ging man in der DDR am Wohnort, jedenfalls war das die Regel. Auch ging man weder im Kollektiv, noch mit der Hausgemeinschaft wählen. Das kam nur in der AK vor.
Soweit ich mich erinnern kann war es ein "muß" das der Zettel auf dem die zu wählenden Kandidaten der Nationalen Front standen gefaltet in die Wahlurne gesteckt wurde.
Bei allem anzweifeln der Legitimität der Wahl und des 'speziellen' Prozedere war es immer noch eine mehr oder minder geheime Wahl und keine Öffentliche.

An eine Wahl kann ich mich erinnern das wir im Kollektiv wählen waren und das war als Studenten. Da haben wir an der Uni gewählt, da war das Wahlbüro. Was wir damals gewählt haben weiß ich nicht mehr, könnte aber etwas mit der Universität zu tun gehabt haben. Wissenschaftlicher Rat, Präsidium der Uni etc.
Denn sonst macht es keinen Sinn am Studienort zu wählen, denn in der Regel war jeder Wahlberechtigte im Wahlverzeichnis seines Hauptwohnortes erfasst.
Das bedeutete für mich nach dem Studium das ich, wenn Wahl war, zu meinen Eltern fahren mußte da ich dort mit dem Hauptwohnsitz gemeldet war, am Arbeitsort hatte ich"nur" einen Nebenwohnsitz.

Ansonsten interessierte mich das Thema "Wahlen" zu DDR-Zeiten nicht besonders und nach 1980 war ich überhaupt nicht mehr wählen. Konsequenzen? Fehlanzeige, ich durfte sogar in den Westen fahren .....

Gruß
Nostalgiker



war das 'ne Belohnung für deine konsequente Einstellung zu Staat und Gesellschaft ?


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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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