#21

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 15:24
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #16
Siehste, @Heckenhaus, und genau diesen Werdegang kannst Du auch auf die Tätigkeit des MfS übertragen.
Der kleine Mitarbeiter an der Basis, der genau wußte was Phase in seinem Verantwortungsbereich ist,(Industrie, Bildungswesen, Gesundheitswesen, Landwirtschaft....) zeigte die Mißstände in seinem monatlichen Bericht auf. Jeder dieser Berichte kam zu einem Auswerter, der die Informationen für den Leiter der Dienseinheit aufbereitete. Da wurde schon das erste Mal geschönt. Der Leiter liest dann, was so los ist. (das können wir nicht so schreiben, das überprüf nochmal....) und dann genau so weiter zur SED-Kreisleitung, zur Bezirksleitung und was weiß ich noch wohin.
Nun kann sich jeder ausmalen, was dann ganz oben ankam, -zig mal geschönt. Und der kleine Mitarbeiter(der ja seit der Wende der Angeschissene ist) wunderte sich, dass keine Reaktionen auf seine Informationen kamen.
Deshalb gebe ich übrigens nicht unbedingt unser obersten Riege der DDR die größte Schuld an allem-sie wußten es nicht besser, weil Vieles sie gar nicht erreicht hat.
Schuldiger sind in meinen Augen diese vielen "Filter" in der Infokette.



Das die Berichte im MfS auf diese Art geschönt wurden, kann ich so nicht bestätigen.

Da gehe ich nicht mit, auch weil ich da einiges gelesen habe.


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#22

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 16:42
von Ebro | 586 Beiträge

Also 3 mal geschönt bis Ebene Kreisleitung habe ich selbst erlebt, mehrmals.
Und ich meine nicht die Parteiinformationen, sondern die allgemeinen monatlichen Auskunftsberichte.



Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.02.2016 16:44 | nach oben springen

#23

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 17:09
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #22
Also 3 mal geschönt bis Ebene Kreisleitung habe ich selbst erlebt, mehrmals.
Und ich meine nicht die Parteiinformationen, sondern die allgemeinen monatlichen Auskunftsberichte.


Ich kenne das so aus meiner damaligen Funktion so: Die einzelnen monatlichen Berichte zu "Stimmung und Meinungen" in den Grundorganisationen wurden sozusagen "verdichtet". Abgesehen davon, daß nicht wenige "Alte Hasen" sich selbst dabei zensierten, um ihre Ruhe vor dem übergeordneten Organ und nicht dauernd eine Kommission im Haus zu haben, wurde geprüft, ob es sich um Kritiken nur in wenigen einzelnen Berichten bzw. nur einem handelte, oder ob sich die Kritiken zu bestimmten Sachverhalten häuften und in relativ vielen Berichten immer wiederkehrten. Dann war nichts mehr unter den Tisch zu kehren, denn diese Kritiken und Fragen wurden auch auf den monatlichen Kreisberatungen durch die Mitglieder angesprochen und da saß i.d.R. auch ein Vertreter der nächsthöheren Ebene mit dabei.



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#24

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 17:46
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Das Buch wurde in der Leipziger Presse vorgestellt.

Zum ersten wurden Schreiben nicht beantwortet und erreichten den Adressaten tatsächlich nicht. Eine Familie hat es mehrfach vergeblich versucht.

Und die Anonymen haben nur ihren Frust verbal losgelassen. Vermutlich war das aber nicht der heute übliche "Shitstorm".

Daß jetzt eine Auswahl getroffen werden mußte, ist eigentlich klar.

Der "gelernte" DDR-Bürger kann sich vorstellen, was da drin steht. Interessant ist das Buch sicherlich für Alt-Bundesbürger, welche die in den Schreiben dokumentierte inoffizielle Stimmung nicht kennen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 19.02.2016 17:46 | nach oben springen

#25

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 18:16
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #24


Der "gelernte" DDR-Bürger kann sich vorstellen, was da drin steht. Interessant ist das Buch sicherlich für Alt-Bundesbürger, welche die in den Schreiben dokumentierte inoffizielle Stimmung nicht kennen.


Zur Auflockerung: Interessant für den ehemaligen DDR-Bürger wären Eingaben der damaligen Bundesbürger.
Hier ein Beispiel aus 1972 (Quelle: Es fängt damit an, daß am Ende der Punkt fehlt, Deutscher Taschenbuchverlag)


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#26

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 18:17
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Na, die Wessis hatten "Sorgen"....


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 19.02.2016 18:17 | nach oben springen

#27

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 18:19
von bürger der ddr | 3.642 Beiträge

Zu #15 @Moskwitschka , auch aus der anderen Richtung wurde ein Schuh daraus....
Man bediente sich der Umweltaktivisten in der DDR (auch von Seite der Kirche) um sie in die Opposition zu integrieren. So machte man die Umweltsünden zum Thema um damit auch Politik gegen die DDr zu machen.
Ein Beispiel im "kleinen", in Eisenach wurde von der Kirche eine sog. "Umweltbibliothek" eröffnet (in der Nähe Jakobsplan), dort wurden Druckschriften "wie wasche ich mit Zirone" usw. verteilt und so ganz nebenbei gab es auch abendliche Treffen, wo die Umweltsünden des Staates thematisiert wurden......

Nur seltsam, kurz nach der "Wende" wurde diese "Umweltbibliothek" geschlossen, die böööse DDR war tot und nun ist uns die Umwelt auch wieder egal....
Was kam danach in diese Räume? Der CVJM



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#28

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 19.02.2016 23:51
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Volkes Stimme @bürger der ddr

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 19.02.2016 23:54 | nach oben springen

#29

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 12:17
von Klauspeter | 991 Beiträge

@Ebro schrieb;
"Deshalb gebe ich übrigens nicht unbedingt unser obersten Riege der DDR die größte Schuld an allem-sie wußten es nicht besser, weil Vieles sie gar nicht erreicht hat.
Schuldiger sind in meinen Augen diese vielen "Filter" in der Infokette."
___________________________________________

Ein Problem, mit dem ich bis jetzt nicht klar komme: "Wussten die DDR-Oberen nichts von den Problemen, oder wollten sie es nicht wissen?"

Hin und wider waren sie ja zu Besuch in Betrieben und staatlichen Einrichtungen und sprachen mit DDR-Bürgern.
Natürlich wurden die Personen ausgesucht und auch die jeweiligen Arbeitsbereiche würden ausgewählt und vorbereitet.
Warum wichen sie nicht einfach mal von der Protokollstrecke ab, um sich mit "Otto-Normalverbraucher" zu unterhalten?
Wer hätte sie daran hindern können?
Wollten sie den Aufbau Potemkinscher Dörfer oder merkten sie das schon gar nicht mehr?
War es ihnen verboten, mal auf der Dienstfahrt unterwegs anzuhalten, um sich einmal in einem Dorfkonsum umzusehen und sich mit der Verkäuferin zu unterhalten?
Waren sie dazu zu überheblich, oder waren sie zu unsicher und gutgläubig oder fürchteten sie die Realität?

Natürlich haben viele Ebenen geschönt und gelogen.
Ich neige aber dazu, dass unsere Oberen sich das letztlich indirekt so wünschten.

Klaus


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#30

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 12:29
von 1941ziger | 1.002 Beiträge

Hallo Mitarbeiter vom ehemaligen MfS ich würde mich freuen wenn mir mal einer eine Antwort
auf meine Frage im Beitrag #11 geben würde.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#31

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 12:33
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #29
(...)Hin und wider waren sie ja zu Besuch in Betrieben und staatlichen Einrichtungen und sprachen mit DDR-Bürgern.
Natürlich wurden die Personen ausgesucht und auch die jeweiligen Arbeitsbereiche würden ausgewählt und vorbereitet.
Warum wichen sie nicht einfach mal von der Protokollstrecke ab, um sich mit "Otto-Normalverbraucher" zu unterhalten?
Wer hätte sie daran hindern können?
(...).
Klaus


Spontane Änderungen des Protokolls? Das geht wohl nicht wegen des Personenschutzes. Zudem waren die "Chefs" der DDR wenig umgängliche oder gesellige Typen.

Theo


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#32

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 12:46
von Ebro | 586 Beiträge

Wie soll man Dir denn diese Frage beantworten. Ich kenne Dich nicht, weiß nichts über Dich, weiß nicht, ob eventuell irgendwelches operative Material vorlag.....!



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#33

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 14:20
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

#27
kleine Kritik
Die Junge Gemeinde hatte in Eisenach/Mitte zwei Gruppen und Räume, in der Oberen Predigergasse und Hinter der Mauer.
Die berühmte Umweltbibliothek wurde nicht geschlossen sondern kam in den Marktscheffelshof.


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#34

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 14:23
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #7

Niemandem wurde der Kopf abgerissen, wenn in normaler Kommunikation auf Mißstände hingewiesen
oder Sorgen formuliert wurde/n.
Soviel Arsch in der Hose sollte jeder DDR-Bürger schon gezeigt haben.





Ich hatte Arsch in der Hose...........ich dokumentierte eine Woche lang die massiven Gülle-Einleitungen in die
Elbe. Als ich versuchte es öffentlich zu machen bekam ich Besuch.
**Ich bedanke mich heute noch für die Zusammenarbeit der Sächsischen Zeitung mit der *Firma* die mir damals
meine Wohnung verwüstete.**

Da ich weiß das ehemalige Angehörige eben dieser Firma hier im Forum sind, sagt mir doch mal.......warum
war ich den so gefährlich für diesen Staat, zumal ich bis dahin eine sehr loyale Einstellung und Vergangenheit hatte.

Schön wenn ich eine Antwort bekäme.


Einfach mal bei der BStU anfragen ob da was zu finden ist.

Mehr kann man als Außenstehenden dazu nicht sagen.


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#35

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 15:39
von Georg | 1.033 Beiträge

Informationen an die Oberen in Ost und West durch die jeweiligen Geheimdienste waren mehrfach Themen.

Zitat von Gast im Beitrag MfS - Informationen an die SED - Oberen
Hallo,

in einem anderen Forum bin ich auf einen sehr interessanten Link gestoßen. Hier können interessierte User MfS - Informationen, ob wichtig oder nichtig sei dahingestellt, des Jahrganges 1976 von Januar bis Dezember nachlesen. Die Partei- und Staatsoberen erhielten aufbereitete Informationen zu Bränden, Störungen, Haverien. Zu Vorgängen in der Kirche. Zu verhinderten Personenschleusungen und vieles andere mehr!
Da die Geschichte der DDR nicht nur aus dem Jahrgang 1976 besteht, würde ich mich freuen, wenn auch der" Rest " den Weg zur Veröffentlichung finden würde.

/link www.ddr-im-blick.de

Viel Spaß
Rabe

Zitat von Gast im Beitrag BND - Geheimdienstinformationen an die Bundesregierung
Hallo

in Anlehnung an das Thema: MfS - Informationen an die SED - Oberen stelle ich nun dieses Thema zur Diskussion.
Die Vorlage für dieses Thema liefert heute, am 08.01.2011 " Bild.de " mit der Meldung, dass der BND jahrelang den
Aufenthalt des weltweit gesuchten Verbrechers Eichmann gewußt und verschwiegen hat.
Was wußte die BRD - Regierung?
Hier sollten meiner Meinung auch in anderen Themen behandelte Bereiche berücksichtigt werden, wie z.B. der Kriegsauslöser des BND zum
Irak - Krieg oder was noch nicht so lannge her ist, die Enthüllung zu den BND - Spionagesatelliten.
Es ergeben sich hier ebenso sehr viele Fragen, die man demokratisch interessant diskutieren kann.

Rabe



Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#36

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 16:06
von 1941ziger | 1.002 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #32
Wie soll man Dir denn diese Frage beantworten. Ich kenne Dich nicht, weiß nichts über Dich, weiß nicht, ob eventuell irgendwelches operative Material vorlag.....!

Operatives Matrial waren meine Fotos von der massiven Einleitung der Gülle in die Elbe.
Die hatte ich an die SZ geschickt. Unterstellt hat man mir das ich diese Fotos in den Westen schicken wollte..
Nach meiner 5 jährigen Dienstzeit habe in den 10Jahren als Fahrlehrer bei der GST wenigstens 300 Militärkraftfahrer
für die NVA ausgebildet, was mir die Auszeichnung Hervoragender Ausbilder einbrachte.
Du siehst ich war loyal, aber nein ....man mußte mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Dies Aktion hat mich zum hinterfragen des Systems gebracht und am Ende bei mir eine 180° Wende herbeigeführt.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
zuletzt bearbeitet 20.02.2016 16:06 | nach oben springen

#37

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 16:36
von Ebro | 586 Beiträge

Ja klar, das ist Dir bekannt.
Aber weißt Du, ob innerhalb der KD in der VSH (Verdichter-Such und Hilfskartei) was lag, ob Du eventuell in einer OPK (Operative Personenkontrolle-muß sich ja nicht zwangsläufig um Dich dabei handeln) erfasst warst?
Das wird Dir sicher unbekannt sein. Also wenn es Dich so brennend interessiert, @Alfred gab Dir ja schon den Hinweis auf die BSTU.



1941ziger hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 19:13
von Klauspeter | 991 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31

Spontane Änderungen des Protokolls? Das geht wohl nicht wegen des Personenschutzes. Zudem waren die "Chefs" der DDR wenig umgängliche oder gesellige Typen.

Alfred, deine erste Aussage überzeugt mich wenig.
Soweit mir bekannt ist, gab es in der DDR kaum Angriffe oder Übergriffe auf Persönlichkeiten der Partei- und Staatsführung - von der Pistolen-Fuchtelei des Offensetzers auf Erichs Protokollstrecke mal abgesehen. Es wäre möglich gewesen eingefahrene Gleise zu verlassen und von oben her etwas an diesem "Abschottungswahn" zu ändern - wenn man es denn gewollt hätte.

Offensichtlich waren diese Herren "wenig umgängliche oder gesellige Typen".
Ich glaube, sie trauten sich gegenseitig nicht mehr.

Klaus


eisenringtheo und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 19:30
von Alfred | 6.861 Beiträge

Klauspeter,

würdest Du DEIN Sparschwein verwetten, dass die Sache mit Obama wirklich nicht geplant war ? Ich nicht.

Das man auf einen bestimmten Personenkreis beschützt ist für mich ganz normal. Es muss keine Feinde geben, ein Verrückter reicht ja aus.

Den einen oder anderen Politiker habe ich schon erlebt und es konnte auch mal "gefeiert" werden. @Beethoven wird dir bestätigen können, dass z.B. Armeegeneral Hoffmann sehr umgänglich und insgesamt beliebt war. Der konnte dir auch schon einmal an seinen Haus in NVA Trainingshose und Unterhemd begegnen.

Man kann über Personenschutz immer diskutieren, es bleibt aber ein Fakt, dass Vorbeugung immer die beste Variante ist.

Und man muss eben auch nicht gesellig sein. Habe heute mal in DEINEM Personalzeugnis stehen :"Herr XY ist gesellig", da kannst du dir gleich die Karten legen.

Die Personen sollen ihre Arbeit machen und keine Show .


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.02.2016 19:37 | nach oben springen

#40

RE: Volkes Stimmen: »Ehrlich, aber deutlich« - Privatbriefe an die DDR-Regierung

in Leben in der DDR 20.02.2016 20:08
von Signalobermaat | 358 Beiträge

1941, was meist du denn mit verwüstet? verwanzt hätte ich ja zur Not noch verstanden.
Also, wenn das MfS in der Wohnung war und nach Beweisen gesucht hat,war alles so wie es vorher war, das war oberstes Prinzip.
Einer solchen Aktion ging immer eine Sicherung einher, genau für die Zeit, die gebraucht wurde um ungestört zu arbeiten.Hast du Beweise, oder nur Vermutungen?
Kollege Ebro
Meine Meinung zu den Infos.
Also von uns gingen offiziell schriftlich nur die angewiesenen Parteiinfos rüber.Natürlich nur das was auch wirklich einer Überprüfung stand hielt.
Die Infos hatten ja den Charakter Veränderungen bei festgestellten Mängeln und Mißständen herbeizuführen.Da mußte schon alles stimmen.
Analog VP und Rat des Kreises, wenn es erforderlich war.Mit dem 1.Sekretär gab es natürlich auch einen persönlichen Infoaustausch, das waren dann schon Dinge, die er einfach wissen mußte zur vorbeugenden Schadensverhütung bzw.um eigene Maßnahmen abzusichern.
Interessant ist schon die Frage, die Klaus Peter aufgeworfen hat,was wußte unsere Regierung wirklich und wollten sie das alles Wissen.
Ich kann erstmal von meiner Warte sagen,wir haben reichlich über Stimmung und Meinungen der Bevölkerung nicht nur auf der Parteistrecke, sondern auf unserer Ebene berichtet.Die Infos wurden in den letzten Jahren, vor allem was Antragsteller und Versorgungsfragen waren immer brisanter.Ich kenne nur einen Ausspruch von einem MA der SED KL aus der Informationsgruppe der SED, der Gen. Walde( Kandidat Politbüro und 1. Sekr. der BL Cottbus) hat gesagt, er möchte keine negativen Informationen mehr.Ob das der Wahrheit entspricht weiß ich nicht, oder ob er schon genug davon hatte.
Wir mußten zu pol. Höhepunkten, an Sonn und Feiertagen unterwegs sein, Meinungen zu sammeln,wozu haben wir unsere karge Freizeit opfern müssen, für sinnloses Papier, wenn keine Reaktion erfolgte.
Wo ging das viele beschriebene Papier hin? Und was wurde damit.Es war doch DDR weit eine gaballte Ladung von Mängeln und Mißständen.
Da war doch ersichtlich, wie es um das Vertrauen zur Partei und Regierung von bestimmten Bevölkerungsschichten stand.
Ich kannte die Situation in unserem Bereich und wenn ich dann die Berichterstattung im ND zu Planübererfüllungen und der weiteren Verbesserungen der Versorgung der Bevölkerung gelesen habe, dann erlebe ich jetzt das Gleiche mit den Asylanten. Die Stimmung im Volk ist negativ, aber wir schaffen das.Keine Reaktion auf die Meinung des Volkes.
Wir haben uns oft gefragt,wenn Politbüromitglieder in unser Territorium kamen, warum sie nicht mit der Realität kontaktiert werden durften.
Da wurde alles ferngehalten,was nur irgentwie ein Ärgernis bereiten konnte.Da gab es ganz klare Anweisungen.Die Meinung der Betriebsangehörigen, oder der Bevölkerung war,vor uns brauchen die keine Angst haben,warum unterhalten sie sich nicht mit den einfachen Menschen und hören sich ihre Probleme an.Ein krasser Widerspruch zu der Losung Partei und Volk sind eins.
Sie hatten die Macht zu sagen, hier will ich halten, oder, ich gehe jetzt mal in den Konsum oder Kindergarten ohne das vorher jemand Bescheid gegeben hat.Wer sollte sich ihrem Willen entgegenstellen.
So terrorgefährdet waren wir nicht.Natürlich hätte ein ganz normaler Unfall wie jedem anderen auch passieren können .Wer ist da schon sicher.Es gibt kein 100%. Wenn einer hinterher gesagt hätte, es war meine Entscheidung, wäre sicherlich dem PS auch nichts passiert.
Aus meiner Sicht wurde hier sehr viel übertrieben, jedesmal ein Riesenaufwand an Personal und Maßnahmen.Was hat es uns gebracht?
Wenn ausländische Gäste dabei waren, ist das eine ganz andere Sache.Aber oftmals war es ein Arbeitsbesuch.
Mich würde da auch mal interessieren, ob die wußten, was man uns und den Betrieben da zugemutet hat.
Einmal habe ich es erlebt, als Walter Ulbricht im TKC, als er mit Gadaffi dort war,plötzlich verschwunden war,alle schauten auf die neuen Rundstrickmaschinen und die hübschen Frauen , die Gruppe zog sich auseinander und Walter ging mit ein paar Leuten durch die falsche Tür auf die dreckige Baustelle, abseits vom Protokoll.Da kam Hektik auf.War aber schnell wieder eingefangen.Es war eine Baustelle, wie eine Baustelle aussieht.Nichts passiert.



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