#401

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.03.2016 22:58
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

Ich respektiere doch andere Meinungen, hindert mich aber nicht meine eigene zu schreiben, wenn mich dann Alfred so hinstellt als wär ich ein geistiger Vollhonk kann ich doch auch drauf reagieren, denk ich jedenfalls [/quote]

WO hat dich @Alfred als Vollhonk dargestellT


nach oben springen

#402

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.03.2016 01:18
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #374
Wie immert löst es bei einigen, die betroffen sein könnten, also ich meine die, die damals im heutigen Verständniss Täter waren, Widerspruch aus.
Als Täter bezeichne ich die Kaste, die im System an verantwortlicher Stelle Menschenrechtsverletzungen nach der Auffassung westlicher Demokratien begangen haben.
Hört sich etwas kompliziert an. Aber wer gemeint ist wird es schon verstehen.

Wenn ein souveräner Staat nach seinen, von ihm als Recht erachteten Gesetzen handelt und andere souveräne Staaten diese Handlungsweise im Verlauf des Bestand dieses Staates immer wieder als teilweise unmenschlich und gegen das Völkerrecht anprangern, so haben diese Vertreter im Sinne des Völkerrecht unrecht gehandelt.

Und deshalb muss die BStU weiterhin ihre Arbeit leisten.
Selbst wenn diese Einrichtung in ein anderes Archiv integriert wird bleiben die Taten und Handlungen weiterhin für die Ewigkeit nachlesbar.


... sollte man genau deshalb, zast, nicht eher die gesamtdeutsche geschichte aufarbeiten?

du verstehst schon wie es gemeint ist.

gruß vs ... völkerrecht, ach gottchen ...


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#403

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.03.2016 09:09
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #399
Zitat von Fritze im Beitrag #398
Auf der Grundlage meiner Augen und meines Kopfes, ich kann lesen und das Gelesene sogar verarbeiten, auf dieser Grundlage entsteht dann innerlich bei mir eine Meinung

Deine Meinung sei Dir belassen Andreas ! Aber jeder hat seine eigene Meinung ! Und die muss ja nicht allen gefallen !

Die Meinung des Anderen muss man nicht übernehmen ,aber man"kann "sie respektieren !









Ich respektiere doch andere Meinungen, hindert mich aber nicht meine eigene zu schreiben, wenn mich dann Alfred so hinstellt als wär ich ein geistiger Vollhonk kann ich doch auch drauf reagieren, denk ich jedenfalls



Habe ich nie gemacht.

Es war nur eine Frage oder ein Hinweis.


nach oben springen

#404

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.03.2016 13:38
von zast (gelöscht)
avatar

Zitat von G.Michael im Beitrag #387
Zitat @zast

Ich ringe nicht um Verständniss. Ich schildere die Dinge aus einer anderen Perspektive. Wenn Du meine PN meinst, dann erkennst Du doch meine Einstellung zu der DDR.

Genau diese meinte ich. Dem Einäugigen fehlt das räumliche Sehen. Du könntest auch ein paar Zeilen darauf verwenden was es mit den Busladungen auf
sich hatte.
Gerd




Meine Einlassung lautete u. a. Wie bekannt ist, wurden die weit im Westen wohnenden Bürger, Schüler und Heranwachsende, in Bussen an die DDR Grenze gekarrt um ihnen das unmenschliche System der Abschottung der DDR Bürger vorzuführen.
Diese "Reiseausflüge" an die innerdeutsche Grenze wurde finanziert vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen.
Ist Deine Frage damit beantwortet?
Und zu der Einäugigkeit kann ich nur sagen, dass ein interessierter Bundesbürger zahlreiche Möglichkeiten hatte sich über alle politischen Systeme zu informieren, ohne damit rechnen zu müssen wegen " Feindpropaganda" (wie die Machthaber das damals korrekt nannten entzieht sich meiner Kenntnis) von der Stasi zur Klärung eines Sachverhalts vorgeladen zu werden.


nach oben springen

#405

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.03.2016 13:59
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #404
Zitat von G.Michael im Beitrag #387
Zitat @zast

Ich ringe nicht um Verständniss. Ich schildere die Dinge aus einer anderen Perspektive. Wenn Du meine PN meinst, dann erkennst Du doch meine Einstellung zu der DDR.

Genau diese meinte ich. Dem Einäugigen fehlt das räumliche Sehen. Du könntest auch ein paar Zeilen darauf verwenden was es mit den Busladungen auf
sich hatte.
Gerd




Meine Einlassung lautete u. a. Wie bekannt ist, wurden die weit im Westen wohnenden Bürger, Schüler und Heranwachsende, in Bussen an die DDR Grenze gekarrt um ihnen das unmenschliche System der Abschottung der DDR Bürger vorzuführen.
Diese "Reiseausflüge" an die innerdeutsche Grenze wurde finanziert vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen.
Ist Deine Frage damit beantwortet?
Und zu der Einäugigkeit kann ich nur sagen, dass ein interessierter Bundesbürger zahlreiche Möglichkeiten hatte sich über alle politischen Systeme zu informieren, ohne damit rechnen zu müssen wegen " Feindpropaganda" (wie die Machthaber das damals korrekt nannten entzieht sich meiner Kenntnis) von der Stasi zur Klärung eines Sachverhalts vorgeladen zu werden.


Da muß ich Dir nur sagen, daß auch die DDR-Bürger, zumindest die, die nicht im Tal der Ahnungslosen wohnten, die Möglichkeit hatten, sich über die politischen Systeme anderer Staaten zu informieren. Und das nicht nur über die SED-Tageszeitungen ND und der Bezirke. Natürlich mußte man oft zwischend en Zeilen lesen können und den logischen Verstand einschalten. Es gab durchaus sehr umfangreiche Publikationen zur Außenpolitik, die aber nur die wenigsten Bürger regelmäßig gelesen haben und es gab vor allem die einschlägigen Sendungen der TV-Westsender. Aber auch da wurden realistische Sendungen eher gemieden, weil das ebenso nicht in´s Weltbild passte, was man sich da so über den "Goldenen Westen" zusammengezimmert hatte. Nach der Wende war es für mich deshalb keine allzugroße Überraschung, was dann Realität wurde. Überraschungen positiv und negativ betrafen i.d.R. nur Nebenschauplätze und ich hatte keine anderen Informationsmöglichkeiten als jeder andere Bürger auch, aber ich war interessiert. Das war der große Unterschied zur Mehrheit.



nach oben springen

#406

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 11:04
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #390
Hackel,

ich kenne bis heute keinen ehemaligen MA den es genehmigt wurde - z.B. für entsprechende Publikationen - "seine" Akten zu nutzten.

Es gibt auch Veröffentlichungen, wo entsprechende Schreiben der Behörde zu lesen sind. Müsste ich mal suchen.


Mir geht es um die Dokumentation möglichen Unrechts, da wären diese Akten durchaus hilfreich und sollten einer allumfassenden Bewertung dienen, dabei ist die Verwertung im Sinne einer Biografie/ Lebensbeichte/ persönlichen Bilanz eine andere als jene die mir vorschwebt.
Ich meine die direkte Konfrontation von Opfer und Täter unterlegt von der damaligen Aktenlage.
Mit meiner Auseinandersetzung in Form geschriebener Romane, z. B. Turtles "ungeliebter Genossin" bin ich trotz des Unterhaltungswerts solcher Schriften kaum weiter gekommen, weil die ganze Sache eben im Delta des Romans endete und eben keine geradlinige und faktenbelegte Abhandlung (ein sichtbarer Flußlauf) konkreter Vorgänge mit all ihrer Komplexität war.
Gestern im Containerterminal Germersheim hatte ich mit einem Wagenmeister zu tun, der 1986 in die BRD freigekauft wurde und auf dem Hauptbahnhof Halle bis dahin als Aufsicht arbeitete, mir praktisch hätte schon über den Weg gelaufen sein können. Eine Erinnerung meinerseits gab es wegen meines Einsatzortes nicht (Güterverkehr, Nebenbahndienst im Mansfelder Land = kein gemeinsamer Wirkungskreis, jedoch altersmäßig passend).
Seine Einlassungen zu den Gründen der Flucht und auch der Verfolgung (wurde in der CSSR, bayrische Grenze gestellt) durch den SSD (war meine damals einzig bekannte Bezeichnung des MfS wegen meines ebenfalls geflüchteten Brieffreundes aus Sangerhausen) wegen seiner politischen Überzeugung waren sehr interessant aber auch hier blieben wichtige Fragen offen, nämlich jene nach den konkreten Konfrontationsstellen.
Ihm ging es um Reisefreiheit (liebte Afrika, war später 2-3 x im Jahr dort) und auch Gängelung, die er jedoch nicht näher beschrieb.
Ein anderer Kollege wurde aus Protest kein Meister, weil andere es nur wegen der Partei wurden und auch der beantwortete die Frage nicht schlüssig, was das denn nun konkret mit ihm zu tun hatte.
Alles war offenbar von persönlichen Mißstimmungen und Frust begleitet, dessen Ursachen mit dem Staat selbst schlichtweg nichts zu tun hatten, ihm aber "eingebucht" wurden.
Vielleicht wäre so ein uneingeschränkter Aktenzugriff eher möglich, wenn ein Opfer den Täter von damals zur allumfassenden Dokumentation mit Rede und Gegenrede und ohne irgendwelche Kampfaufträge herausfordern würde, das wäre ein Projekt welches das Prädikat glaubwürdig erreichen könnte, ich räume aber ein, daß alles wegen des Schutzes der Privatsphäre von "Umfeldpersonen" und auch wegen der langen Zeitspanne seitdem nahezu unrealistisch ist. Leider.
Falls Du ein derartiges Projekt jemals in Angriff nehmen solltest, wäre Öffentlichkeit, Geduld und Ehrlichkeit wohl die wichtigste Vorbedingung, aber das ist wohl leichter gesagt als getan.



nach oben springen

#407

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 11:28
von Ratze | 393 Beiträge

Ich werde mir am Freitag einmal die Außenstelle in Görslow ansehen. Die Mitarbeiter wollen da sicher nicht weg. Wenn man hier im Norden wohnt und etwas sucht, ist es sicher bequemer, in so eine Außenstelle zu fahren als ins Bundesarchiv. Meine Suchanfrage ans Bundesesarchiv ist jetzt schon 6 Monate alt und ich soll mich gedulden hat man mir mitgeleit. Bei der BSTU warte ich erst 3 Monate. Mir scheint, wenn die Akten alle im Bundesarchiv, in einem der Außenstellen Freiburg, Potsdam etc. lagern ist es unbequemer.
Mal sehen was die Leiterin der Außenstelle am Freitag zu dieser Frage sagt.


nach oben springen

#408

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 12:45
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #407
Ich werde mir am Freitag einmal die Außenstelle in Görslow ansehen. Die Mitarbeiter wollen da sicher nicht weg. Wenn man hier im Norden wohnt und etwas sucht, ist es sicher bequemer, in so eine Außenstelle zu fahren als ins Bundesarchiv. Meine Suchanfrage ans Bundesesarchiv ist jetzt schon 6 Monate alt und ich soll mich gedulden hat man mir mitgeleit. Bei der BSTU warte ich erst 3 Monate. Mir scheint, wenn die Akten alle im Bundesarchiv, in einem der Außenstellen Freiburg, Potsdam etc. lagern ist es unbequemer.
Mal sehen was die Leiterin der Außenstelle am Freitag zu dieser Frage sagt.



Ich denke das Du in­tel­li­gent genug bist um diese Anfrage selber zu beantworten !


passport


nach oben springen

#409

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 18:44
von der 39. | 521 Beiträge

Hallo Hackel39,
Du wirst wissen, dass es so eine Rede, Widerrede zwischwn Opfer und Täter nicht geben wird. Der Täter kennt das Opfer, das Opfer aber nur in Ausnahmefällen den Täter. Ich habe zum Beispiel immer noch( seit 20 Jahren) offen wie die Klarnamen meiner IMs lauten, trotz regelmäßiger Erinnerung. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um deren Informationen über mich, die der Wahrheit entsprachen, nein ich hätte gerne gewußt warum der Einzelne sich Dinge aus den Fingernägeln gesaugt hat. Ohne Rücksicht darauf, welchen Drangsalierungen (Briefe öffnen, Abhören, heimliche Wohnungsdurchsuchungen) ich durch diese leichtfertigen Lügen ausgesetzt war.
Die Stasibehörde ist aber kaum besser, die Klarnamen werden zurückgehalten, weil ihre Träger wieder in Amt und Würden sind und andere Motive, die ich nicht kenne. Ich werde auch weiterhin schickaniert, jedenfalls empfinde ich es so, wenn ich in den Akten sogar entdecken musste, dass die Namen meiner Geschwister geschwärzt wurden. Hirnlos? oder was steckt dahinter?
Der 39.


vs1400 und matloh haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#410

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 19:00
von linamax | 2.015 Beiträge

Wir sollten auf jeden Fall diese Behörde uns weiter leisten damit diese Sachen nicht in Vergessenheit gerät . Die Flüchtlinge kosten uns auf jeden fall mehr .


Sperrbrecher und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#411

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 19:42
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Eigentlich geht es doch, m.M. nach nicht so sehr um das sich leisten können, sondern wie der Umgang mit den Unterlagen erfolgt. Und da ist es wohl ziemlich offensichtlich, daß die BStU einen ganz konkreten Auftrag durch die bürgerlichen Parteien hat, was unter den Teppich zu kehren, also geheimzuhalten ist und um was richtig große Publicity gemacht werden soll. Wer hier die grundsätzlich Bösen zu sein haben und wer die armen Opfer, also die Guten. Es wird der Fakt kleingehalten, daß Täter und Opfer die äußersten Enden einer Schuld - Unschuld - Linie sind. Verstrickungen aller möglichen westdeutschen Institutionen, die damals hinter verschlossenen Türen abliefen, ob nun in der Wirtschaft, der Politik oder der Geheimdienste, werden verschwiegen, aber die ostdeutschen Partner bei diesen "Geschäften" mist- und madig gemacht werden. Und die Verantwortlichen in der BStU selbst werden alles tun, um möglichst viele "Skandale" um ostdeutsche Funktionsträger auszugraben und damit den naiven Bürger von der Wichtigkeit ihrer Existenz zu überzeugen. Auch wenn diese "Skandale" bereits allseits bekannt und Schnee von gestern sind. Die Forschung zur DDR-Geschichte bezüglich MfS, auch mit Zugang von Privatpersonen zu den sie betreffenden Vorgängen kann ebenso auch von einem personell erweiterten Bundesarchiv geleistet werden unter Leitung von unabhängigen und keiner Regierungspartei rechenschaftspflichtigen Historikern. Ein Hubertus Knabe kann dort zwar recherchieren, aber hat nichts zu melden.



Pitti53, Fritze, bürger der ddr, der 39. und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.03.2016 19:44 | nach oben springen

#412

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 20:02
von Sperrbrecher | 1.653 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #405
Es gab durchaus sehr umfangreiche Publikationen zur Außenpolitik, die aber nur die wenigsten Bürger regelmäßig gelesen haben und es gab vor allem die einschlägigen Sendungen der TV-Westsender.

Wobei das durchaus auch zu erheblichen Schwierigkeiten führen konnte, wenn bekannt wurde das man "feindliche Sender" hörte.
Ich erinnere mich sehr wohl noch daran, dass in der Presse erwähnt wurde, dass "der XYZ als Hörer westlicher Rundfunksendungen bekannt war". Was letztlich auch zur Strafverschärfung beitrug.

So wurde auch in meiner Stasi-Akte festgehalten, dass ich ein großes Radiogerät besitze und eifriger Rundfunkhörer bin (das war noch vor der Einführung des Fernsehens)


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


matloh hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#413

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 20:47
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag #409 von der39
Ich bin etwas verwundert, dass Du, nach deiner Aussage in Deinem Beitrag, überwacht wurdest.
Bei Dir wurden heimliche Hausdurchsuchungen durchgeführt, Briefe geöffnet usw.
Wurden diese Aktionen, vermutlich durch das MfS, auf Grund von IM Aussagen durchgeführt?. Der für Dich zuständige Überwachungsoffizier vom MfS
hat das sanktioniert?
Was war den überhaupt die Ursache dafür, dass Du in dieser gesteigerten Form, in den Fokus des MfS geraten bist, Denn schlies-
lich warst Du Offizier Bekannt ist ja, dass Offiziere besonders Überwacht wurden., dass weiß ich aus eigener Erfahrung.
Aber vielfach war das dadurch bedingt, das diese überwachten/kontrollierten Offiziere einen besonderen Aufgabenbereich in ihrer Dienstdurchführung zu erfüllen hatten,

Gruß von Grenzerhans


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#414

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 21:36
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #409
Hallo Hackel39,
Du wirst wissen, dass es so eine Rede, Widerrede zwischwn Opfer und Täter nicht geben wird. Der Täter kennt das Opfer, das Opfer aber nur in Ausnahmefällen den Täter. Ich habe zum Beispiel immer noch( seit 20 Jahren) offen wie die Klarnamen meiner IMs lauten, trotz regelmäßiger Erinnerung. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um deren Informationen über mich, die der Wahrheit entsprachen, nein ich hätte gerne gewußt warum der Einzelne sich Dinge aus den Fingernägeln gesaugt hat. Ohne Rücksicht darauf, welchen Drangsalierungen (Briefe öffnen, Abhören, heimliche Wohnungsdurchsuchungen) ich durch diese leichtfertigen Lügen ausgesetzt war.
Die Stasibehörde ist aber kaum besser, die Klarnamen werden zurückgehalten, weil ihre Träger wieder in Amt und Würden sind und andere Motive, die ich nicht kenne. Ich werde auch weiterhin schickaniert, jedenfalls empfinde ich es so, wenn ich in den Akten sogar entdecken musste, dass die Namen meiner Geschwister geschwärzt wurden. Hirnlos? oder was steckt dahinter?
Der 39.


Mir ging es um @ Alfreds Anliegen, eine aktengestützte Aufarbeitung in eigener Sache zwecks Aufarbeitung der persönlichen Biografie zu vollziehen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Somit könnte er als sich Täter zu erkennen geben um an Hand der Umstände die ganze Vorgänge in ein objektives Licht zu rücken.
Das Ergebnis könnte sein, daß sich IM's genauso wie ehrgeizige Protagonisten der "Lügenpresse" Geschichten ausdenken, um persönlich voranzukommen und dabei über Leichen gegangen sind oder auch nur, um sich interessant zu machen, dafür gibt es doch einige mögliche fallbezogene Szenarien.
Was mich an dieser Sache so interessiert, ist die Randerscheinung der unbewußten Stasi- Zuträger, die ich vormals als "Umfeldpersonen" bezeichnete und deren Rolle in der "Horch und Guck" mal ausführlich dokumentiert wurde.
Wäre ich einst IM würde ich das hier klar zugeben, ich hatte aber regelmäßig mit einem IM zu tun, der sich später in der BILD- Halle wieder gefunden hatte und wann immer diese wöchentlichen Besprechungen zwischen diesem staatlichen Leiter und dessen FDJ- Sekretär statt fanden gab es gelegentlich personenbezogene Einschätzungen, die aus meiner Sicht zwar kein Anschwärzen waren, für einen IM aber durchaus verwertbar gewesen sein könnten, und ich somit auch ein Täter gewesen sein könnte.
Das zu klären läge mir am Herzen, diese komische Institution wird dabei aber keine Hilfe sein.
Ein einziger Fall aus meiner damaligen Tätigkeit gibt mir heute noch Rätsel auf, es bringt aber nichts das hier aufarbeiten zu wollen, da die Umstände zu spezifisch sind.
Kurz umrissen- Es gab mal einen Lokführerkollegen, der angeblich einen Regelverstoß am Bahnübergang begangen hatte und danach nie wieder in der Dienststelle gesehen wurde. Ich wurde zu dessen Arbeitsweise befragt (er war mit in meinem Rangierlokplan) und konnte weder im positiven wie auch im negativen Sinne etwas über ihn sagen und erfuhr auch nicht, was genau passiert war. Der Verstoß hätte aber nie ausgereicht, im Gefängnis zu landen, da man größere Unfälle nicht hätte unter den Teppich kehren können.
Auf jedem Fall war alles sehr mysteriös und sollte jener IM über meine Befragungsangaben eine Akte geführt haben, wäre ich mit im Boot ohne es zu wissen und genau solche Aspekte wären möglicherweise ein Element des Unrechtsstaates und würden meine Ansichten zur DDR- Geschichte korrigieren.
So aber bleibt alles wie es ist und vielleicht mache ich mir unnötig Gedanken darum, aber wenn einer einfach auf Nimmerwiedersehen verschwindet ist das schon ein Anlaß zum Nachdenken.
Auch heute noch.



der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#415

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 21:38
von Alfred | 6.841 Beiträge

Nur mal kurz, ich fühle mich nicht als Täter.


vs1400 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#416

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 21:47
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #415
Nur mal kurz, ich fühle mich nicht als Täter.


Hattest Du in #386 auch in Anführungsstrichen geschrieben, sorry die waren untergegangen.
Ist auch etwas negativ behaftet ein solcher Begriff, ich gehe damit wohl angesichts der vielen Jahre dazwischen etwas zu locker um, räume aber ein, daß seit dem Ende der Stasi ganz andere Täter staatstragend waren und ganz andere Schäden angerichtet haben, ist aber eine ganz andere Baustelle.



zuletzt bearbeitet 14.03.2016 21:47 | nach oben springen

#417

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.03.2016 22:15
von Ebro | 563 Beiträge

Zum Beitrag 409 von der 39

Also Jeder, der als operativer Mitarbeiter tätig war, wird Dir erklären, dass zum Beispiel eine konspirative Wohnungsdurchsuchung nicht so einfach möglich war. Diese wurde von Spezialisten durchgeführt, nicht von der territorialen Diensteinheit, und hatten eine wochenlange Vorbereitung. Auch konnte sie der Leiter der KD nicht anordnen. Will nur sagen-es war ein riesiger Aufwand und dafür waren ganz sicher keine komischen IM-Berichte die Grundlage. Da muss schon etwas "Handfestes" vorgelegen haben.
Bei der Briefkontrolle war es anders, jede DE hatte ein gewisses Kontigent von Personen, die man in die Abt. M einlegen konnte. War ein ganz normaler Vorgang bei Personen, die entsprechend gesichert werden sollten. (Offiziere, Reisekader, Geheimnisträger, im Sicherungsvorgang liegende Personen-und und und).
Also ein IM-Bericht war da keine Grundlage für, es stimmt einfach so nicht, und damit werden die Bedeutung und Möglichkeiten der normalen IM bei Weitem übertrieben.



Merkur, passport, der 39., Signalobermaat und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#418

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 01:33
von Hanum83 | 4.694 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #415
Nur mal kurz, ich fühle mich nicht als Täter.


Quasi nur Beruf verfehlt
Nicht böse sein, kam mir nur so in den Sinn.
Der ganze Schnadder liegt nun mindestens schon über ein viertel Jahrhundert zurück, was solls.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 15.03.2016 01:35 | nach oben springen

#419

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 08:51
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Welcher Täter fühlt sich denn als solcher?

Das ist kein Argument.
Entscheidend ist kein Gefühl, sondern ob Derjenige es war oder nicht.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 15.03.2016 08:52 | nach oben springen

#420

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 09:37
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #412
Zitat von DoreHolm im Beitrag #405
Es gab durchaus sehr umfangreiche Publikationen zur Außenpolitik, die aber nur die wenigsten Bürger regelmäßig gelesen haben und es gab vor allem die einschlägigen Sendungen der TV-Westsender.

Wobei das durchaus auch zu erheblichen Schwierigkeiten führen konnte, wenn bekannt wurde das man "feindliche Sender" hörte.
Ich erinnere mich sehr wohl noch daran, dass in der Presse erwähnt wurde, dass "der XYZ als Hörer westlicher Rundfunksendungen bekannt war". Was letztlich auch zur Strafverschärfung beitrug.

So wurde auch in meiner Stasi-Akte festgehalten, dass ich ein großes Radiogerät besitze und eifriger Rundfunkhörer bin (das war noch vor der Einführung des Fernsehens)



Mir scheint, Du sprichst von den 50er Jahren. Ich wills nicht wieder aufwärmen, aber nur als Beispiel. Als die Ochsenkopfaktion lief, das muß so 1961 gewesen sein, Kann ich mich noch an eine Rede unserer Schuldirektors erinnern. Ich war damals 9.Klasse, wohl weil er das wegen seiner Position mußte. Er war Mitglied der LDPD. Natürlich haben wir Westsender gehört. Zu Hause die ganze Familie Shilo Ranch, Rauchende Colts, Bonanza, Fjury und was da so alles lief. An politischen Sendungen Kennzeichen D und ab und zu den Höfer und Löwenthal (natürlich auch den Schnitzler).Mein Vater hat, obwohl in leitender Position und SED-Mitglied, ganz klar gesagt, daß ihm keiner auf´s Dach steigt und die Antenne runterholt und ER entscheidet, was seine Kinder sehen dürfen. Später in der Lehre, mit der Heule auf dem Arm und Radio Luxemburg an. Ich kann mich nicht erinnern, daß mein Vater oder ich deshalb jemals irgendwelche Nachteile hinnehmen mußte. Selbst Honi hat irgendwann mal sinngemäß gesagt, daß es nicht entscheidend ist, welchen Sender ein bürger hört/sieht.
Also sperrbrecher, ball flach halten. Auch andere User haben ihre Erinnerungen und allenfalls Altbundesbürger oder auch die Jugend von heute glauben und verallgemeinern das, was Du da erzählst.



nach oben springen



Besucher
28 Mitglieder und 84 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 2818 Gäste und 171 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557334 Beiträge.

Heute waren 171 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen