#101

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 00:01
von StabsfeldKoenig | 2.633 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #100
Bekannt ist mir nicht wie eine Verteidigung eines sowjetischen Angriffs auf Westdeutschland ausgegangen wäre.
Bekannt ist aber, das in Niedersachsen die 1. Panzergrenadierdivision mit 3 Brigaden, 2 Grenadier- und 1 Panzerbrigade, die erste Angriffswelle der Sowjetarmee gemeinsam mit britischen und niederländischen Kräften aufhalten sollte.
Weil man nämlich davon ausging, dass nachrückende Kräfte aus USA einige Tage brauchen würden um ausgerüstet und in den Einsatz gebracht werden konnten. Soweit mir bekannt ist rechnete man etwa mit bis zu 5 Tagen. Die Depots der USA befanden sich für den norddeutschen Raum in Holland und Belgien, vielleicht auch im westlichen Niedersachsen, worüber ich aber keine gesicherten Erkenntnisse habe.
Sollten die Sowjets diese Verteidigungswelle der deutschen, britischen und holländischen Einheiten durchbrechen, so waren Atomraketen vorgesehen, was ja nun wirklich der GAU gewesen wäre. Aber die Sowjets sollten auf jeden Fall daran gehindert werden bis zum Rhein durchzubrechen.
Dieses Wissen beruht auf den Stand bis Ende der 1960er Jahre. Was sich danach geändert hat entzieht sich meiner Kenntnis. Ob Deutsche auf Deutsche hätten schießen müssen? Wer weiß? Jedenfalls war die Militärdoktrin des WP so gewählt, dass erst einmal keine NVA-Kräfte am Vormarsch teilnehmen sollten. Punkt.


Welche Maßnahmen waren vorgesehen, die US-Atomwaffen auszuschalten, wie umfangreich waren Partisanenkräfte im gegnerischen Hinterland vorbereitet? Ich nehme an, wir hatten sicherlich ein Gegenstück zu Gladio, welches sowohl in verlorengegangenem eigenen, als auch zu besetztenden feindlichen Gebiet hinter der Front kämpfen sollte. Kann man startende Mittelstreckenraketen mit Handfeuerwaffen bzw. schultergestützten Luftabwehrwaffen bekämpfen?



nach oben springen

#102

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 00:15
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat zast
Dieses Wissen beruht auf den Stand bis Ende der 1960er Jahre. Was sich danach geändert hat entzieht sich meiner Kenntnis. Ob Deutsche auf Deutsche hätten schießen müssen? Wer weiß? Jedenfalls war die Militärdoktrin des WP so gewählt, dass erst einmal keine NVA-Kräfte am Vormarsch teilnehmen sollten. Punkt.

Es entzieht sich Deiner Kenntnis und zwei Fragezeichen und Punkt, welchen ich durch Vermutung ersetzen würde.
Du weißt von nix, aber von dem Nix Alles genau.
Spekulatius auch um den Keßler, 3 Behauptungen und 0 Treffer.
Gerd


nach oben springen

#103

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 00:15
von Marder | 1.413 Beiträge

So wie ich das sehe hast du noch weniger als gar keine Ahnung was dies betrifft. "Startende Raketen abschießen. Us Atomwaffen ausschalten" den Rest spare ich mir. Das hört sich mehr nach Karl May an und Cowboy und Indianer spielen.
Allerdings ist das von dir zitierte auch nicht unbedingt die Weisheit wie man mit einem Angriff des WP umgehen würde.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
nach oben springen

#104

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 00:31
von StabsfeldKoenig | 2.633 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #103
So wie ich das sehe hast du noch weniger als gar keine Ahnung was dies betrifft. "Startende Raketen abschießen. Us Atomwaffen ausschalten" den Rest spare ich mir. Das hört sich mehr nach Karl May an und Cowboy und Indianer spielen.
Allerdings ist das von dir zitierte auch nicht unbedingt die Weisheit wie man mit einem Angriff des WP umgehen würde.
MfG Marder


Es kommt natürlich darauf an, wie nah man an den Startplatz / -silo herankommt. Oder gab es Kommandotrupps, die den Kontrollraum von Raketenstützpunkten einnehmen und zerstören sollten? Anschläge auf Flugzeuge in Flughafennähe sind schon versucht worden. Es geht mir dabei vor allem darum, wie seitens des Warschauer Vertrages die US-Atomwaffen vor Gebrauch ausgeschaltet worden wären.



nach oben springen

#105

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 00:44
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat @StabsfeldKoenig

Es kommt natürlich darauf an, wie nah man an den Startplatz / -silo herankommt. Oder gab es Kommandotrupps, die den Kontrollraum von Raketenstützpunkten einnehmen und zerstören sollten? Anschläge auf Flugzeuge in Flughafennähe sind schon versucht worden. Es geht mir dabei vor allem darum, wie seitens des Warschauer Vertrages die US-Atomwaffen vor Gebrauch ausgeschaltet worden wären.

Mensch schreib doch wie es wirklich war! Ab Grenze in westlicher Richtung waren doch alle strategisch wichtigen Ziele als Wanderwege ausgeschildert.
Am Tor einfach den Eintritt bezahlen, so einfach gings.
Ich kann nicht mehr
Gerd


nach oben springen

#106

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 03:37
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Ich kann jetzt nur ein paar Angelegenheiten kommentieren; mehr Spekulation verbietet mir die Professionalität.

1) Ja, es gab Partisanen der DDR. Abgesehen von den "Kundschaftern" der HVA des MfS und des Mil. ND der NVA (wobei sich die Amtsbezeichnung dieser "Verwaltung Aufklärung" oft änderte) gab es die "Gruppe Ralf Forster", auch "DKP-Militärorganisation" genannt, deren Existenz aus Dokumenten der Stasi eindeutig hervorgeht. Ob sie was gemacht haben bzw. was sie im Ernstfall genau gemacht hätten, wissen wir nicht, da man da rechtzeitig die Unterlagen durch den Schredder gejagt hat.

2) Siegfried Lautsch liefert in seiner Analyse der militärischen Doktrin der NVA der 1980er eine detaillierte Analyse der Planspiele, in der die 5. Armee des Warschauer Paktes mit zahlreichen Einheiten der NVA an einem Vorstoß in deutsches Kernland beteiligt wäre (drei Mot.Schützen-Divs, eine PzDiv, und eine Raketenbrigade in der Verteidigung wie in der Offensive) - und diese Einheiten hätten auch bis zur niederländischen Grenze vorstoßen sollen. Ob das im Ernstfall so gelaufen wäre, ist wieder eine andere Frage. Trainiert wurde es jedenfalls so.

3) Atomwaffen - oje. Also erstmal, Geschossabfang - auch bei größeren Flugkörpern - ist heute noch eine extrem schwierige Aufgabe; es darf bezweifelt werden, dass die Strela-2 (das modernste tragbare Flugabwehrsystem der Zeit) rechtzeitig das Ziel erkannt hätte (und erst, wenn das Ziel erfasst war, konnte man schießen - man konnte nicht 'drauflosballern und hoffen, dass die Rakete ihr Ziel schon findet). Die Pershing 2 brachte eine Geschwindigkeit von über Mach 8 auf die Reihe, die sie auch schnell erreichte. Beim Start wäre es höchstwahrscheinlich schon zu spät gewesen.
Wenn überhaupt, musste man die Kernwaffenträger vor dem Start zerstören. Das Luftsturmregiment 40 wurde auch in die Richtung ausgebildet (im Falle eines Falles hätten besonders trainierte Soldaten auch die Partisanenorganisationen unterstützt), aber mal realistisch - sie hätten, wie @G.Michael schon bemerkte, selbst mit optimaler Aufklärung nie und nimmer alle Stellungen (die ja auch noch mobil waren; es reichte nicht, auf den Silos zu sitzen und zu warten, bis was passierte) aufklären und ausschalten können. Eine Reduktion des feindlichen Kernwaffenpotentials wäre möglich gewesen - eine totale Neutralisierung darf als höchst unrealistisch betrachtet werden.

Das sind die Fakten, wie sie mir bekannt sind. Sachliche Korrekturen werden jederzeit gerne angenommen.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#107

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 29.01.2016 09:16
von damals wars | 12.125 Beiträge

Laut Egon Bahr "zu meiner zeit" hatte FJS die Bundeswehr darauf vorbereitet, im Spannungsfall die amerikanischen Atomstützpunkte in der BRD zu besetzen, um einen "versehentlichen Start" zu verhindern.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Gesamtdeutscher Kamerad hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#108

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.02.2016 07:48
von Beethoven | 137 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #97
Zitat von Marder im Beitrag #85
Naja Hubert,
ich will die gerne glauben, dass die NVA gut ausgerüstet war, aber für den Einsatz eines Vormarsches war nur eine Divison vorgesehen und die hatte das Ziel Schleswig Dänemark.
Die restlichen Einheiten wären aus der Udssr und Polen gekommen. Das gilt zumindest für den Bereich der innerdeutschen Grenze.
MfG Marder



Marder,

da liegst Du aber nicht ganz richtig. Dänemark spielte für die NVA keine Rolle, Dänemark gehörte zur Küstenfront und war Sache der polnischen Streitkräfte.

Die NVA gehörte zur Westfront .


Das stimmt so nicht.
Die beiden Armeen der NVA wären, wie bereits öfter erwähnt, auf zwei Fronten aufgeteilt worden.
Die 5. Armee hätte in der jüdländischen Richtung gehandelt im Bestand einer durch Polen geführten Armee. Die 9. PD und die 8. MSD hätten dort mit gehandelt. Diese Soldaten hätten auch durchaus auf Soldaten der BW treffen können, war doch die 6. PzGRenDiv., gemeinsam mit den Briten dort der Gegner.

Die 3. Armee hätte im Bestand einer Sowjetischen Front in die Fuldaer Richtung gehandelt. Hier hätten sie hauptsächlich gegen Amerikaner und Franzosen gehandelt.

Dass man die NVA nicht als verlässlich eingeschätzt hat, ist ein Gerücht, welches absolut nicht der Wahrheit entspricht.
Sprecht mal mit ehemaligen Offiziershörern, die an einer Akademie der CA studiert haben. Sie werden Euch übereinstimmend erzählen, dass die dort studierenden Offiziershörer der NVA einen ausgesprochen guten Ruf hatten und man sich auf diese Männer sehr verlassen hat. Ein Freund von mir (Frunseabsolvent) erzählte unter anderem, dass nach einer Vorlesung mit internationaler Beteiligung, alle Nationen, außer den Deutschen und natürlich den Russen, wegtreten mußten. Dann wurde die Vorlesung fortgesetzt und anschließend neueste Technik gezeigt und vorgestellt, die die anderen Nationen nicht zu sehen bekamen.

Während meines Studiums an der MAK in Dresden hatten wir auch russische Offiziere in den Hörergruppen. Auch die erzählten des Öfteren, das man sich gerade auf die NVA verließ und große Stücke auf die NVA hielt in den Reihen der CA.

Zur Hasserziehung schrieb ich ja schon in diesem Forum. Man verlangte dies von uns und in jedem Handbuch stand es im Vorwort. Aber wir haben es nicht gechafft, Hass in die Köpfe unserer Soldaten einzubringen. Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen "Gut so". Ein Soldat soll nicht hassen. Er soll erkennen und kämpfen.

Gruß


damals wars und Harsberg haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#109

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.02.2016 07:57
von Alfred | 6.841 Beiträge

Beethoven,

dann hat General Deim dies falsch beschrieben. Obwohl der wohl einen "gewissen" Einblick hatte.

Ich werde aber nochmals nachschlagen.


nach oben springen

#110

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.02.2016 10:35
von Beethoven | 137 Beiträge

Generalmajor Deim war einer der klügsten Generale die ich kennen lernen durfte.
Habe in der Wendezeit 2 x mit ihm direkt Führungsdienst im MfNV gehabt. Einmal sogar an dem Tage (04.Nov-) wo die große Demonstration auf dem Alex statt fand. Mit ihm konnte man sich fabelhaft unterhalten und er hatte ein unwahrscheinliches Wissen.

Ein Fehler hat sich bei mir trotzdem eingeschlichen. Natürlich war das eine polnisch geführte Front und nicht nur eine Armee. Sorry.

Aber ließ ruhig nach mal nach.

Gruß


zuletzt bearbeitet 09.02.2016 10:37 | nach oben springen

#111

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.02.2016 10:36
von Beethoven | 137 Beiträge

Dopplung,

Bitte streichen durch einen Admin. Danke


zuletzt bearbeitet 09.02.2016 10:38 | nach oben springen

#112

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.02.2016 11:03
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von Beethoven im Beitrag #108
Zitat von Alfred im Beitrag #97
Zitat von Marder im Beitrag #85
Naja Hubert,
ich will die gerne glauben, dass die NVA gut ausgerüstet war, aber für den Einsatz eines Vormarsches war nur eine Divison vorgesehen und die hatte das Ziel Schleswig Dänemark.
Die restlichen Einheiten wären aus der Udssr und Polen gekommen. Das gilt zumindest für den Bereich der innerdeutschen Grenze.
MfG Marder



Marder,

da liegst Du aber nicht ganz richtig. Dänemark spielte für die NVA keine Rolle, Dänemark gehörte zur Küstenfront und war Sache der polnischen Streitkräfte.

Die NVA gehörte zur Westfront .


Das stimmt so nicht.
Die beiden Armeen der NVA wären, wie bereits öfter erwähnt, auf zwei Fronten aufgeteilt worden.
Die 5. Armee hätte in der jüdländischen Richtung gehandelt im Bestand einer durch Polen geführten Armee. Die 9. PD und die 8. MSD hätten dort mit gehandelt. Diese Soldaten hätten auch durchaus auf Soldaten der BW treffen können, war doch die 6. PzGRenDiv., gemeinsam mit den Briten dort der Gegner.

Die 3. Armee hätte im Bestand einer Sowjetischen Front in die Fuldaer Richtung gehandelt. Hier hätten sie hauptsächlich gegen Amerikaner und Franzosen gehandelt.

Dass man die NVA nicht als verlässlich eingeschätzt hat, ist ein Gerücht, welches absolut nicht der Wahrheit entspricht.
Sprecht mal mit ehemaligen Offiziershörern, die an einer Akademie der CA studiert haben. Sie werden Euch übereinstimmend erzählen, dass die dort studierenden Offiziershörer der NVA einen ausgesprochen guten Ruf hatten und man sich auf diese Männer sehr verlassen hat. Ein Freund von mir (Frunseabsolvent) erzählte unter anderem, dass nach einer Vorlesung mit internationaler Beteiligung, alle Nationen, außer den Deutschen und natürlich den Russen, wegtreten mußten. Dann wurde die Vorlesung fortgesetzt und anschließend neueste Technik gezeigt und vorgestellt, die die anderen Nationen nicht zu sehen bekamen.

Während meines Studiums an der MAK in Dresden hatten wir auch russische Offiziere in den Hörergruppen. Auch die erzählten des Öfteren, das man sich gerade auf die NVA verließ und große Stücke auf die NVA hielt in den Reihen der CA.

Zur Hasserziehung schrieb ich ja schon in diesem Forum. Man verlangte dies von uns und in jedem Handbuch stand es im Vorwort. Aber wir haben es nicht gechafft, Hass in die Köpfe unserer Soldaten einzubringen. Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen "Gut so". Ein Soldat soll nicht hassen. Er soll erkennen und kämpfen.

Gruß



Rot: Der Hass wäre bei vielen Soldaten von allein gekommen, wenn sie in ehemals vom Gegner besetze Gebiete vorgedrungen wären und dort Ähnliches vorgefunden hätten, wie seinerzeit die Russen beim Rückzug der Wehrmacht. Warum sollen Deutsche und Amerikaner in ihrer Brutaliät anders sein als in früheren Zeiten ? Es hätte wieder solche gegeben, die ihre niederen Instinkte kaum gehindert ausleben. Gehindert hätte sie nur hartes Durchgreifen der Vorgesetzten, beim Uffz angefangen. Von den Kameraden hätten sich sicher viele angewiedert abgewandt, aber kaum eingegriffen.



nach oben springen

#113

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.02.2016 21:21
von Alfred | 6.841 Beiträge

@Beethoven,

ich musste ein wenig suchen.

Beide Armeen der NVA wären im Verteidigungszustand dem Oberkommandierenden der Westgruppe, der zugleich Oberkommandierender der Front gewesen wäre unterstellt.
Keine Division der NVA wäre der pol. Armee unterstellt worden. Die NVA hatte mit der "Einnahme" von Dänemark nichts zu schaffen.

Dies kann man auch an den entsprechenden Karten erkennen.

So meine Notizen.


nach oben springen

#114

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.02.2016 07:42
von Beethoven | 137 Beiträge

Na ja Alfred, Deine Quelle besitzt andere Informationen, als ich es einst gelernt habe. Vielleicht hat Deine Quelle recht - vielleicht aber auch nicht.
Das die NVA nicht an der Einnahme von Dänemark beteiligt war, ist wahr. Die jütländische Operationsrichtung bedeutet ja nicht, dass die NVA Dänemark genommen hätte. Die Richtung der Kräfte der 5. Armee der NVA, wäre nach Westsüdwest gewesen. Aber die Operationsrichtung bezieht sich auf eine Front und nicht auf die Richtung einer Armee dieser Front.

Auf dem Europäischen Kriegsschauplatz, hätte es, von Seite des WV aus 5 ( - 6) Fronten gegeben. Davon drei allein auf dem Territorium der DDR. Insofern ist Deine Vermutung schon nicht ganz richtig. Eine Front besteht aus drei bis sechs Armeen, zu je drei (AK) bis 5 Divisionen. Wenn Du jetzt die 11 Divisionen der NVA nimmst (davon 5 Mob-Divisionen, abzüglich der 1. MSD die in der besonderen Gruppierung handeln sollte - Berliner Operation)) sind das ja schon zwei vollständige Armeen.
Nun standen aber auf dem Territorium der DDR weitere 21 Divisionen der CA. Also damit schon allein 32 Divisionen der Landstreitkräfte.
Das wären schon zwei Fronten gewesen.
Aber wir hatten drei Fronten auf unserem Territorium. Wo kam die dritte Front her? Sie wurde aus polnischen Streitkräften gebildet, die ziemlich schnell, während der Spannungsperiode, hinter den Deckungungsregimentern und Divisionen Ihre Stellungen bezog. Die 8. MSD (Schweriner Division) bezog die Deckungsabschnitte bis zu dem Zeitpunkt der Heranführung der polnischen Divisionen.

Im Norden, eine polnische Front, im Zentrum und im Süden zwei sowjetische Fronten.
Der Oberbefehlshaber dieses Kriegsschauplatzes wäre vom WV aus der sowjetische Marschall Ogarkov (bereits verstorben) gewesen. Diesem unterstanden die Fronten. Sein Gefechtsstand war in Friedenszeiten in Ligniza (Polen).

An der Front im Norden, die in der jütländischen Richtung gehandelt hätte, wäre die 5. Armee der NVA (ohne 1. MSD) beteiligt gewesen, an der Front im Süden, in der Fuldaer Richtung, die 3. Armee der NVA.

Ich halte nicht allzu viel von dem Buch (Broschüre) des Oberst Lautsch. Für mich ein Abschreiben von Gefechtsdienstvorschriften. Aber es ist Kartenmaterial angehängt, welches recht gut ist. Schau da mal rein.
http://www.mgfa-potsdam.de/html/publikat...PHPSESSID=92bb8

Ein Wort noch. Oft wird orakelt, dass Deutsche nicht auf Deutsche schießen und deshalb die NVA nicht gegen die BW eingesetzt worden wäre. Jaein - denn die 6. PzGrenDiv der BW verteidigte in der Jüdländischen Richtung. Somit wäre ein Aufeinandertreffen dieser deutschen Soldaten fast nicht zu vermeiden. Auch in der Fuldaer Richtung wäre man auf Einheiten der BW und zwar des Territorialheeres gestoßen, die nicht im Bestand der NATO gekämpft hätten.

Aber ganz sicher hätte die 1. MSD und Teile der Grenztruppen der DDR, während der Berliner Operation, auf Deutsche geschossen so wie diese auf die Soldaten der DDR, wenn sie auch nicht Soldaten der BW gewesen wären.


Gruß


zuletzt bearbeitet 10.02.2016 12:19 | nach oben springen



Besucher
32 Mitglieder und 81 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 2802 Gäste und 171 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557332 Beiträge.

Heute waren 171 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen