#1

Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2016 21:13
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo @all,

weiß nicht ob das Thema schon mal behandelt wurde hier, die SuFu gibt jedenfalls nichts her.
Wie wurde es denn in den Wintermonaten mit dem Winterdienst im Abschnitt gehalten.
Der Kolonnenweg musste ja jederzeit befahrbar bleiben, zum einen um die Postenpaare an ihren PP abzusetzten,
um zum anderen damit die A-Gruppe bei einer Lage schnell am Ort des Geschehens war.
Wurde regelmäßig Schnee geräumt und hatte jede GK dafür die nötige Technik?
Wer kann Auskunft geben? Wer hat solche Erlebnisse im Winter gehabt wo Kolonnenweg unbefahrbar war?
Wie wurde dann weiter verfahren?

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#2

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2016 21:22
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Zitat von Batrachos im Beitrag #1
Hallo @all,

weiß nicht ob das Thema schon mal behandelt wurde hier, die SuFu gibt jedenfalls nichts her.
Wie wurde es denn in den Wintermonaten mit dem Winterdienst im Abschnitt gehalten.
Der Kolonnenweg musste ja jederzeit befahrbar bleiben, zum einen um die Postenpaare an ihren PP abzusetzten,
um zum anderen damit die A-Gruppe bei einer Lage schnell am Ort des Geschehens war.
Wurde regelmäßig Schnee geräumt und hatte jede GK dafür die nötige Technik?
Wer kann Auskunft geben? Wer hat solche Erlebnisse im Winter gehabt wo Kolonnenweg unbefahrbar war?
Wie wurde dann weiter verfahren?

MFG Batrachos







Wir auf der Kompanie hatten keine Räumtechnik, hat die LPG gemacht mit ZT300, in der Altmark war aber auch nicht so der Schnee.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 02.01.2016 21:24 | nach oben springen

#3

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.01.2016 21:41
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Schnee auf dem Kolonnenweg haben die Pioniere geräumt, die hatten die Technik dafür. Als Sofortmaßnahme bei starkem Schneefall (ist max. 1 - 2 mal vorgekommen) ist der LO-Fahrer mit Schneeketten den Abschnitt rauf und runter gefahren um eine Spur für die P6 zu machen.


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#4

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.01.2016 01:01
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Wir hatten im Bat, in Mengelrode einen ZT für den K6 und K2 bearbeiten, ich glaube der hatte auch Schiebeschild bzw. Schild zum ziehen und auch eine Schneefräse.
Ob diese Technik zum Einsatz kam kann ich nicht sagen, habe keine Erinnerung daran, den Platz um die Kompanie hat er aber immer gemacht.

Auf den Strecken wo ich fahren musste, war kein Winterdienst, ausser Zufahrstrassen, die machte die LPG.
Im Abschnitt drin hatten wir keine Räumung, weder kann ich mich daran im Bat. Mengelrode, noch im Bat. Klettenberg erinnern.

Wegen der Standorte der Hunde, hatte ich dann natürlich entsprechend "Stress", mit anderen Worten, der Bolzen hat ab und zu geguckt.
Wer den Fall80/Kelle kennt und sein Gefälle wie auch die Kurven und die Zufahrt dorthin, der kann sich vorstellen wie weit der Bolzen geguckt hat.
Wenn es zuviel Schnee war und rutschiger Schnee, dann habe ich den LO oben am Generalsblick -bis dahin war MUSS- abgestellt und es ging zu Fuss runter, immer 2 Mann mit 3 Milchkannen, eine rechts, eine links und eine in der Mitte.
Stürzte einer lagen beide flach, die Flinten haben öfter Schnee und Dreck geleckt.

Es lief dann folgend ab.
4 Mann macht 6 Kannen, 2 Mann immer mit 2 Futter und einer Kanne Wasser.
Ein Soldat und ich fingen oben mit dem füttern an, die anderne beiden liefen mit vollen Kannen weiter, sie waren weiter unten gefragt.
Waren die Kannen vom ersten Paar -wo ich dabei war- leer, gingen wir zurück zum LO, die anderen beiden weiter Richtung Lindewerra und begannen dann ihre Kannen zu leeren.
Ich fuhr dann mit dem anderen Soldaten aus dem Abschnitt raus, also zurück nach Hanstein, fuhr dann über Gerbershausen-Wahlhausen-Lindewerra von unten an den Fall80/kelle heran.
In der Zeit waren die beiden anderen mit füttern fertig und unten am Tor.
Wir gingen dann gemeinsam nochmal los um die restlichen 7-8 Hunde unten auch noch zu versorgen, für die reichte es aus den Kannen der beiden zu Fuss nicht.

Am Fleischtag wars etwas entspannter, da wurden die Plastik Fleischkisten auch zum "rodeln" benutzt.
Sofern es aber möglich war, frischer Schnee oder wenig Schnee, fuhr ich runter.
Das war im Winter allerdings verboten, aber so ein Winter ist lang und wenn die Gefahr überschaubar war wagte ich es, da sass ich aber alleine drin.
Mit Ketten bin ich glaube nie gefahren, dass weiss ich aber nicht mehr so genau, ich dächte aber nicht.
Im Winter hatten wir auch weniger Hunde draussen stehn, die Ersatzhunde die sonst im Jahr irgendwo (oft auch im bergigen Gelände) aufgestellt wurden um den Zwinger in der Kompanie leer zu haben, waren in der Kompanie.
Alle anderen Hundeanlagen und Seilanlagen waren normal zu erreichen.

In Klettenberg, wo ich dann ab etwa Febuar 85 stationiert war, wars mit der Schneeräumung ebenso.
Zufahrten ausserhalb machte die LPG, in den Abschnitten wurde nicht geräumt.
Kritisch war dort das Gebiet in und um den Ellricher Stadtwald, rund um Sülzhayn und dem ganzen Gebiet, vorallem wenn es Lichtungen gab wo der Schnee richtig zum Boden kam.
Im Stadtwald gabs 2-3 Anlagen die selbst im Sommer kritisch zu erreichen waren, steile Hänge und Matsche, lehmiger nasser Boden.
Die Stellen waren im Winter zwar gefroren, aber meist mit Schnee bedeckt und wegen des steilen Anstiegs extrem rutschig.
Diese Steigungen waren aber meist sehr kurz, tief und breit ausgefahren, also Spurrillen, womit das Risiko des Abfluges nach nirgendwo doch sehr gering war.
Somit versuchte ich es stets, Sommer wie Winter, Sonne oder Regen, manchmal mit mehreren Anläufen, manchmal vergeblich.
Da blieb dann nur der Weg zu Fuss und der war dann mit den schweren Kannen dort im Gelände halsbrecherisch, man krabbelte auf allen vieren, da war Fall80/Kelle ein Spaziergang dagegen.
In all meiner Dienstzeit war die Seilwinde mein bester Freund, sie war bei mir stets durch den Rahmen nach vorn gezogen was eigentlich auch nicht erlaubt war.
Die Schirrmeister haben öfter gemotzt, ich hab mich aber am Ende dann doch durchgesetzt, Zugführer und KC haben sich im Gespräch überzeugen lassen, dass es sinnlos ist eine Seilwinde zu haben wenn man bis ans Chassis im Dreck feststeckt und kein Seil mehr durchziehn kann, nach hinten ziehn ging hingegen immer wenn es notwendig war.

Soviel zur Schneeräumung+ kleiner Grenzergeschichte der Hundeversorgung aus meiner Dienstzeit 1984-85.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
vs1400, hundemuchtel 88 0,5, Batrachos und Theo85/2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.01.2016 06:42
von Hansteiner | 1.418 Beiträge

Hallo Rainer,
auch 10 Jahre früher, gab es WD im Abschnitt des Bat. Mengelrode nicht.
ein guter Freund von mir, wir kennen uns schon von klein auf, war in "Mengelcity", wie er heute noch sagt, auch bei den "Dackellenkern".
nur damals blieb ihm der Pfahl80 erspart, dort gab es keine.
aber er schwärmt heute noch von den Mittagessen in unserer GK Hohengandern und nach der "Knufferei" hatten sie sich das auch verdient !
also heute noch "Hut ab" !
wir hatten damals zeitweilig über 80 Hunde nur im Bat. Mengelrode im Einsatz !!
Ihr ward schon toll.

VG H.



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#6

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.01.2016 19:14
von Grete85 | 840 Beiträge

Zitat von LO-Fahrer im Beitrag #3
Als Sofortmaßnahme bei starkem Schneefall (ist max. 1 - 2 mal vorgekommen) ist der LO-Fahrer mit Schneeketten den Abschnitt rauf und runter gefahren um eine Spur für die P6 zu machen.


Hallo zusammen,
das nannte sich bei uns "Spur"fahren.Mit dem LO. Willkommenes Aufwärmen.

Grüß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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#7

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.01.2016 19:44
von damals wars | 12.186 Beiträge

Da wir in Potsdam auch im Winter mit dem Motorrad rausfuhren, waren die Wege wahrscheinlich auch beräumt.
Ob der KS Traktor das erledigte, weiß ich leider nicht mehr.
Meist reichte bei dem bisschen Schnee ja das befahren durch die LKW´s der Ablösung.
Jedenfalls hielt uns die Kälte ganz schön auf Trapp. Die Filzstiefel und 3 Lagen Bekleidung reichten meist.
Die Nudelsuppe, die wir erhielten, wurde an die Hunde verfüttert, aber selbst die wollten die manchmal nicht.
Dann hatten die Hunde gefrorenes in ihren Näpfen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#8

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.01.2016 00:36
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat
nur damals blieb ihm der Pfahl80 erspart, dort gab es keine.
aber er schwärmt heute noch von den Mittagessen in unserer GK Hohengandern und nach der "Knufferei" hatten sie sich das auch verdient !



Heisst das Fall80 oder Pfahl80?
Weil Pfahl80 höre ich jetzt zum erstenmal, würde sogar mehr Sinn ergeben wegem Zaunpfahl.

Ja siehste, und ich schwärme heute auch noch vom Mittagessen dort bei euch, das war wirklich Spitze, Eichsfelder Hausmannskost, Futtern wie bei Muttern.
Ich glaub mich zu erinnern, dass auch das Frühstück und Abendessen nicht so eintönig war, obwohl wir uns natürlich zum Frühstück gerne in der Fleischerei in Hohengandern versorgten.
Und wenn man so den ganzen Tag in der Natur draussen rumkrabbelt, dann hat man auch richtig Dampf.
Knufferrei war das schon, aber es hat auch Spass gemacht, ich mochte das in der Natur und mit den Hunden, eigentlich war man mit der Arbeit so beschäftigt das man ganz vergass wo man eigentlich war.

Auf meinem Gängertuch habe ich eine Widmung meines letzten KC D.R. aus Klettenberg.
"Von Früh 6 Uhr bis Mitternacht, hat mancher hier den Tag verbracht.....usw., nun er wusste warum er das bei mir drunter schrieb, wär ich nach Stunden bezahlt worden, hätte ich richtig Asche verdient.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#9

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.01.2016 05:54
von Hansteiner | 1.418 Beiträge

Hallo Rainer,
wie ich definitiv vom @Hanstein erfahren habe, stand oben (später Ministerblick) der Grenzpfahl Nr.80 der GK Rimbach/Bornhagen und daher der Name. Also es heisst Pfahl 80 !

VG H.



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#10

RE: Winterdienst im Abschnitt

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.01.2016 11:33
von Mauerschädel | 30 Beiträge

Zu meiner Zeit, 70-71, war der normale Fahrweg der Ortsverbindungsweg Stedtlingen- Schmerbach. Dieser wurde nicht beräumt. Wenn kein Fahrzeug mehr durchkam wurden die rechten Postenpaare über die öffentliche Straße Stedtlingen - Bettenhausen - Helmershausen - Schmerbach ins Gebiet gefahren. Der Kolonnenweg am K6 war noch nicht durchgehend ausgebaut. Die K6-Kontrolle durfte ca.17km zu Fuß laufen. Die linken Postenpaare, ob Sommer oder Winter, mussten zu 99,9% ins Gebiet laufen. Da wir ja nun nicht weit weg von Frankenheim waren, welches als Kältepol der DDR galt, stand die Thermometersäule oft um die -20° C-Marke. Da war verständlicherweise, entgegen der DV, nach Dienstantritt der Spind fast leer geräumt. Hielt die Kälteperiode an wurde dann auch verkürzter oder geteilter Dienst befohlen. Einen "warmen" Posten auf einen B-Turm gab es auch nicht, auf den alten Holzturm kam es einen ja noch kälter vor. Den Betonturm in Schmerbach durften wir aus irgendwelchen Gründen nicht beziehen, angeblich war er noch nicht fertiggestellt.
Gruß Gerhard



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