#101

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 14.02.2016 00:10
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #98
Also Gert, wir haben ja eine Zeitlang in der gleichen Truppe gedient und kannte eigentlich alle Offz. und die meisten Uffz.
Mir fällt da keiner deiner Vorgesetzten ein, die in dem Alter waren in der Wehrmacht gedient zu haben. Die hätten ja dann mindestens 1926 und früher geboren sein müssen.
Der Älteste war Kaleu Weinrich ( genannt Papa Weinrich) und der war nur Diensthabender in der Lagezentrale und bekam noch sein Gnadenbrot.
Alle anderen paßten vom Alter her nicht mehr.
Militärstaatsanwalt.
Ich kenne nur zwei Verfahren vor dem Militär Kadi,bewaffnete Fahnenflucht und Fahnenflucht mittels einer Dienstbarkasse am 1. Mai.
Befehlsverweigerungen werden in keiner Armee geduldet,und um die zu ahnden gab es eine breite Disziplinarpraxis,wer vor den Kadi kam mußte sich schon ein Ding von gewaltiger Bedeutung geleistet haben, mit einer hohen Sicherheitsrelevanz oder mit negativer Auswirkung auf die Gefechtsbereitschaft der Truppe.
Also die Kirche im Dorf lassen.
Natürlich schreckt einen jungen Wehrpflichtigen eine solche Drohung ab,das ist schon nachzuvollziehen,aber der Schritt vors Militärgericht wegen Bagatelldelikten kam nicht in Frage.


das war in der Ausbildungskompanie in Greifswald!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
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#102

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 14.02.2016 10:36
von Beethoven | 137 Beiträge

Zitat von Bummi110 im Beitrag #45
Ich wollte an dieser Stelle mal was Grundsätzliches loswerden. Sehr Viele in diesem Forum sind in der DDR geboren und aufgewachsen. Wir haben fast alle die selben Stufen und Strukturen durchlaufen (Pioniere FDJ,GST SED usw) die meisten haben ihren Wehrdienst abgeleistet. Einige auch an der Grenze. Wir waren jung und in gewisser Weise auch naiv. Gerade die Wehrdienstzeit wird oft aus der Erinnerung heraus glorifiziert oder verklärt. In Erinnerung bleibt auch meist nur das Positive, da betreibt das eigene Gehirn schon eine gewisse Auslese, was Negatives angeht. Doch eines steht unwiderlegbar fest. Die DDR war von Anfang bis Ende ein Unrechtsstaat, genau so wie die Organe der DDR diesen Unrechtsstaat gestützt haben. Und Ja, jeder einzelne hat seine Wehrdienstzeit in einem Unrechtsstaat verbracht und ist damit für die unrechtmäßigen Interessen dieses Staates mißbraucht worden. Unabhängig davon, ob er es selbst so sieht oder nicht. Dieser Unrechtsstaat hat Euch und mich nicht nur um Eure/meine Wehrdienstzeit betrogen, sondern auch mindestens 28 Jahre Lebenszeit, egal ob Ihr das persönlich anderes sehr, es ist so. Das hat die jüngere Geschichte deutlich und unwiderlegbar bewiesen. Niemand, vor allem auch ich sollte etwas gegen dieses Forum haben. Schließlich hängen hier jede Menge persönlicher Erinnerungen mit dran, das ist auch gut so. Aber in der Zwischenzeit ist ein ganzer Staat an sich selbst zu Grunde gegangen. Der Staat, für den wir gedient hatten, den gibt es nicht mehr, geblieben sind nur noch die Erinnerungen. Die Armee, in der wir gedient haben ist die Armee eines Unrechtsstaates gewesen. WIR WAREN NIE DIE GUTEN ZU KEINER ZEIT, auch wenn man uns damals das Gegenteil erzählt hat. Die Grenze, die einige bewacht haben, war die am meisten in der Welt geschmähteste und verachtete Grenze überhaupt.
Natürlich ist es richtig daß die Reste dieser Anlagen museal erhalten werden. Aber nicht als Andenken an heldenhafte Grenzschützer, sondern als Mahnung für die Opfer und um solch einen Fehler nicht noch einmal zu begehen. Es ist meiner Meinung nach völlig unangebracht sich hier selbst als die starken, cleveren, immer siegreichen Waffenbrüder zu feiern. Weil, all das waren wir nie. Nicht nur die DDR als Staat ist untergegangen, nein gleich das Gesamte System Ostblock ist zusammen gebrochen, das hat einen Grund, nämlich den, das all die errichteten Strukturen und Organe letztlich nicht in der Lage waren den Staat zu schützen und zu stützen und auch nachhaltig zu Wirtschaften. Also gibt es auch den von einigen liebevoll genannten "Kolja" nicht mehr. Wie viele von den selbsternannten Freunden von Kolja, pflegen denn jetzt noch Kontakte dahin, es werden wohl sehr wenige sein. Ich persönlich pflege sogar familiäre Kontakte nach Russland. Soviel dazu.Trotzdem bin ich in der Lage locker zwischen beiden Welten, nämlich den Russen und den anderen Alliierten hin und her zu spazieren und mit allen klar zu kommen. Und wisst Ihr warum, weil ich mich für alle Seiten offen halte, was einige unverbesserliche von Euch leider nicht gebacken bekommen. Sie verstehen daher auch nicht welche Nachteile das für sie haben kann. Vergrabt euch nicht in antiken Weltanschauungen oder verklärten Erinnerungen, es ist vorbei und das sollte langsam auch Einzug in einige Köpfe hier halten.


Mogn Männers,

ich habe bei Seite drei aufgehört zu lesen, weil ich auf Bummis Gedanken antworten, meine Gedanken dagegen setzen, möchte.

Lieber Bummi, mit Deinen ersten Sätzen kann ich locker mitgehen.
Ich akzeptiere auch, warum auch nicht, dass derjenige, der Soldat war, egal in welcher Teilstreitkraft oder beim Wehrersatzdienst, einen Beitrag zum Erhalt des Staates leistete, dem er seinen Schwur gewidmet, dessen Insignien er diese Zeit über getragen, hat.

"Unrechtsstaat" ist so eine Worthülse, die heutige Politiker und solche, die sich dafür halten, an Beispielen beweisen wollen und ja, manchmal auch können. Es gab Unrecht in der DDR so wie es Unrecht in der Bundesrepublik, einer so genannten Demokratie, ebenfalls gibt. Wenn Du Beispiele hören möchtest, sind bestimmt viele User hier bereit dazu, ich auch.

"Die am meisten in der Welt geschmähte und verachtete Grenze" schreibst Du. Da darf ich mal ganz sachlich fragen, wer in der Zeit des Bestehens dieser Grenze, diese geschmäht hat und vor allem - Warum?
Ganz einfach so meine Gedanken dazu, die Welt war zu jener Zeit in ökonomische und militärische Blöcke aufgeteilt. Und gerade diese Grenze, noch dazu durch einen einstmals gesamten Staat, war die Stelle, an der sich diese militärischen Blöcke auf Rufweite gegenüber standen. Ähnlich heute in Korea.

An der Grenze zwischen der DDR und z.B. Polen, gab es das nicht. Schon die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei wird knallhart bewacht und die Grenzer / Zöllner jener Staaten, gönnen sich nicht den Dreck unter den Fingernägel.
Von den Grenzen zwischen Israel und dessen Anrainerstaaten möchte ich gar nicht erst anfangen.

Ich finde, Du erklärst hier nicht, in Deinem Beitrag - Du behauptest ohne auch nur den Hauch eines Beweises der Ausschließlichkeit beizusteuern.
Das ist keine Diskussion, das ist von einer vermeintlich höheren Position aus, dem "unwissenden Volk" da unten, als Heilsbringer, die Welt zu erklären.

Man möge mir verzeihen, ich konnte in diesem Forum noch nicht einen Beitrag lesen (allerdings las ich bei Weitem nicht alle Beiträge) wo sich die Männer, die einst am Kanten standen, als (wie schriebst Du?) "sich hier selbst als die starken, cleveren, immer siegreichen Waffenbrüder" bezeichnen und feiern". Ja, zeig mir den Beitrag.

Bei Deinem folgenden Zitat, ist Wahrheit enthalten, allerdings ist dies keine neue Erkenntnis.
"Nicht nur die DDR als Staat ist untergegangen, nein gleich das Gesamte System Ostblock ist zusammen gebrochen, das hat einen Grund, nämlich den, das all die errichteten Strukturen und Organe letztlich nicht in der Lage waren den Staat zu schützen und zu stützen und auch nachhaltig zu Wirtschaften."

Der Untergang des so genannten "sozialistischen Weltsystems" lag einzig und allein in der unterlegenen Wirtschaft. Alles andere sind Folgen davon, behaupte ich jetzt. Du kannst gerne das Gegenteil zu meiner Behauptung darlegen. Ich freue mich darauf und bin gerne bereit zu lernen.

Gruß


Fritze, eisenringtheo und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#103

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 14.02.2016 11:36
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #100
Zitat von Klauspeter im Beitrag #94


linamax, es ging mir um die Frage, ob es bei der NVA /GT bei Wahlen auch Wahlkabinen gab.

Ansonsten - ich habe zu DDR-Zeiten nie eine Wahlkabine genutzt.
Ich habe aber bei Wahlen einige junge Offiziere und BU gesehen, die in die Wahlkabine gingen.

Warum hast du deinen Wahlschein nicht ungültig gemacht ?

Klaus

hallo Klaus,
demnach hast du ihren 'gang' ja doch irgendwie wahrgenommen.
gab es da nicht auch fragen und
wie bist du mit dieser wahrnehmung umgegangen?

gruß vs



Hallo vs,

bei Wahlen war ich zwei mal im Wahlvorstand der Kaserne.
Mehrere junge Offiziere und BU nutzten die Wahlkabine. Das war lt. der Wahlordnung ihr Recht und für mich gab es keine Veranlassung, ihnen irgendwelche Fragen zu stellen.
Im Wahlprotokoll, das nach jeder Wahl ausgefüllt werden musste, gab es dazu keine Fragen oder Anmerkungen. Die Offiziere waren auch nach den Wahlen noch in der Kaserne.
Klaus


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 16.02.2016 00:30
von vs1400 | 2.393 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #103

Hallo vs,

bei Wahlen war ich zwei mal im Wahlvorstand der Kaserne.
Mehrere junge Offiziere und BU nutzten die Wahlkabine. Das war lt. der Wahlordnung ihr Recht und für mich gab es keine Veranlassung, ihnen irgendwelche Fragen zu stellen.
Im Wahlprotokoll, das nach jeder Wahl ausgefüllt werden musste, gab es dazu keine Fragen oder Anmerkungen. Die Offiziere waren auch nach den Wahlen noch in der Kaserne.
Klaus


hallo Klauspeter,
die wahlkabinen waren ja nicht mein thema,
eher die aussage vom Gert.dass man sich, sinngemäß, dieses wahlrechtes schlecht entziehen konnte, in uniform und diesbezüglich hat er eben recht.

selbst im zivilen war es fast unmöglich und darüber müssen wir nicht streiten.
wer nicht wollte, der wurde an "sein wahlrecht" aufgefordert.

ein damaliger agt wäre ab der nichtwahl einfach raus gewesen,
aus seinem neuen sozialem umfeld.
doch genau das war wohl eher die krux ...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#105

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 16.02.2016 20:23
von Klauspeter | 987 Beiträge

Hallo vs,

du hattest mir eine Frage gestellt und ich habe dir geantwortet.

Ansonsten war es wohl so, wie du schreibst, mit der "moralischen Wahlpflicht" in der DDR.

Nebenbei, wenn das mit der Wahlbeteiligung gegenwärtig so weitergeht, werden wir wohl mal eine gesetzliche Wahlpflicht erleben.

Klaus


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#106

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 18.03.2016 15:07
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Unnötig zu erwähnen, dass ich nix aus persönlicher Erfahrung beitragen kann, wohl aber ein gut dokumentiertes historisches Beispiel, dass sich m. E. in die Thematik recht gut einfügt:

Als in den 80ern der Fährhafen Mukran bei Sassnitz auf Rügen stark ausgebaut wurde, kamen dabei auch zahlreiche Bausoldateneinheiten zum Einsatz. Da "Bausoldat" für manche einem "Verräter am Sozialismus" gleichkam, ergab es sich oft, dass die BS wirkliche Drecksarbeit (teils auch gefährliche Drecksarbeit) aufgeladen bekamen.

Einigen von ihnen reichte es irgendwann, und sie verfassten eine Eingabe an Armeegeneral Hoffmann, worin sie die Umstände schilderten, mit denen sie zu kämpfen hatten.

Und siehe da - es zeigte Wirkung. Sehr zur Überraschung der Bausoldaten (und, wie man annehmen darf, zum Entsetzen einiger ihrer Vorgesetzter) tauchte der MfNV höchstpersönlich in Mukran auf und suchte das Gespräch mit den Spatensoldaten. Nach meinen Kenntnissen ergab sich dann auch eine merkliche Besserung ihrer Arbeitsbedingungen. In diesem Sinne ein großes "Hut ab!" vor dem Armeegeneral - Leute, die sich um diejenigen kümmern, die sonst praktisch keinen interessieren, haben zumindest bei mir immer was gut.

Wer sich über die Bausoldaten in Mukran näher informieren möchte, dem empfehle ich das NVA-Museum in Prora, wo es eine Vitrine zu der Thematik gibt - ich nehme aber an, dass die Meisten hier das Museum kennen?


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#107

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 18.03.2016 15:31
von Gelöschtes Mitglied
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Schmunzel, der Hoffmann war immer für eine Überraschung gut.
Hat nix mit den Bausoldaten zu tun, der militärtechnischen Schule ebenfalls Prora hate er einen Besuch abgestattet natürlich auch unangemeldet.
Reingekommen ist er in FDU auf der Ladefläche eines LKW Ural. Und dann stand er dann mal ebenso vor dem Stabsgebäude. GM Dirwelis und
Kollegen in Atemnot.
Aber das dürfte wohl in jeder Armee so sein, wenn der Feldherr anreist.
Gerd


Gesamtdeutscher Kamerad hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.03.2016 16:29 | nach oben springen

#108

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 18.03.2016 15:51
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #107
Schmunzel, der Hoffmann war immer für eine Überraschung gut.
Und dann stand er dann mal ebenso vor dem Stabsgebäude. GM Dirwelis und
Kollegen in Atemnot.
Aber das dürfte wohl in jeder Armee so sein, wenn der Feldherr anreist.




Kann ich mir lebhaft vorstellen. Es gibt ja ein paar Aufnahmen - auch auf der Baustelle mit den Bausoldaten - wo die entsprechenden Offiziere danebenstehen, alle mit einem aufgeschraubten Grinsen, das eher nach nackter Panik aussieht...


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#109

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 18.03.2016 17:44
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

War das Hoffmann mit Enkelin, hier oder in einem anderen Forum mal so köstlich beschrieben von einem damaligen Resi? Der Ort, Hubschrauberstandort vom General und Resi so bissel nicht sehr Dienst und wachsam auf Wache mattet hinter irgend einem ...keine Ahnung mehr ab.

Auf einmal muss Sonntag Vormittag gewesen sein kommt General mit Enkel/Enkelin, und Zeit für ordentliche Grußerweisung blieb nicht mehr, es war zu spät, der General hatte wohl auch garnicht mitbekommen das da Einer Wache schob, stieg ein und flog davon. Dann Resi kam aus Deckung...wohl auch glücklich....nicht vom General zusammen gefaltet worden zu sein.

Rainer-Maria und geht mir weg mit damalige Rechte des Soldaten.....Susanne (das ist meine Frau) verdammt, wo ist der Kümmerling, die Old-Träumer hier wollen was von Rechte....ich bekomme gleich....gluck,gluck....schon besser.......



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#110

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 18.03.2016 21:23
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Ich hab mit dem Heinz zusammen mit paar anderen einfachen Soldaten mal ein Bier getrunken, der soll ja gerne einen gepichelt haben, fand ich aber nett das mit dem Bierchen.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#111

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.08.2016 08:45
von Ratze | 402 Beiträge

Bin gerade auf Hiddensee, welche Rechte hatte denn hier die Grbr. Küste?
Wenn man am Leuchtturm steht, sind es noch 26sm bis nach DK. Das Gepäck konnte ja auf der Rügenfähre schon kontrolliert werden. Aber wie wurden Fluchtversuche vom "Leuchtturm* aus verhindert?


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#112

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.08.2016 15:57
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #37
dann mitten im Gefecht macht die BuWe kehrt ,weil Feierabend ist und keine Überstunden mehr bezahlt werden !

Warum werde ich den Eindruck nicht los ,daß Deutschland sich immer mehr zur Lachnummer entwickelt ?

(Sagt der Gefreite zum Soldaten :"Tagsüber Dienst bei Angie und Uschi ,und abends zu Hause ,pünktlich auf der Mu.... ! " )

VG Fritze


Mein alter Herr erzählte mal das 1943 in Russland an der Kampflinie Ruhe war wenn die "Marlene" gespielt wurde, da lauschten Deutsche und Russen gemeinsam dem damaligen Hit, 10 Minuten später ging aber das Gemetzel weiter.
Soldaten sind wohl doch auch Menschen im Krieg, wenn auch nur für 10 Minuten.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 05.08.2016 15:59 | nach oben springen

#113

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.08.2016 07:33
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Immer wenn ich diese köstliche Überschrift lese muss ich unwillkürlich lachen. Vorhin, ich hatte gerade den Kaffee an die Lippen gesetzt, scrolle so und da kommt "Rechte der Soldaten in der NVA/ wohl deren Untertruppe der Grenze inclusive "...und ich HAAAAAAAAAAAaaaaaaa...verschluck, Luft hol, pruste...leichte Atemnot ....dann meine Frau mir ordentlich auf den Rücken gehauen und ich bekam wieder Luft. Der Schreibtisch sah aus wie das Aufwaschbecken Abends, die Tastatur vollgespuckt...somit Revierreinigen war angesagt, wie bei der Truppe.

Und das alles wegen der Rechte? Welcher Rechte eigentlich? Oder waren das doch in Wirklichkeit und damaliger Realität nur Pflichten?

Rainer-Maria



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#114

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.08.2016 10:55
von Klauspeter | 987 Beiträge

Das Ziel der Ausbildung von Soldaten besteht darin, in einem möglichen Krieg zu überleben und siegreich zu sein.
Da ein Krieg kein Zuckerschlecken ist, darf auch das Soldatsein keinem Feriencamp gleichen. Das ist nicht unmenschlich; unmenschlich sind Kriege.
So ist es auch mit den Rechten von Soldaten. Sie beziehen sich auf grundlegende Bedürfnisse: Essen, Trinken, Kleidung, Wohnen und die Wahrnehmung einiger staatsbürgerlicher Rechte.
Wer da wenig überlegt, der kann bei diesen Themen durchaus Lachanfälle bekommen - obwohl das eigentlich gar nicht lustig ist.
Richtigen Grund zum Lachen gibt es erst, wenn die Kriege aus dem Leben der Menschheit verschwunden sind, wenn wir keine Armeen mehr brauchen.
Davon entfernen wir uns aber immer weiter. Der Untergang des Sozialismus und die Auflösung des Warschauer Vertrages führten nicht zu weniger Kriegen, sondern brachten uns Kriege und die Auswirkungen von Kriegsfolgen immer näher.
Klaus


Pitti53, Ostalgiker, schulzi, Wahlhausener, Ebro, Damals87, SCORN, Marder und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.08.2016 10:57 | nach oben springen

#115

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.08.2016 14:29
von IM Kressin | 915 Beiträge

Als gedienter Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr behaupte ich, ein Feriencamp war auch die Bundeswehr nicht.

Erfreulich @Klauspeter, dass in Deiner Auflistung neben selbstredenden Grundbedürfnissen ...

Zitat von Klauspeter im Beitrag #114
... die Wahrnehmung einiger staatsbürgerlicher Rechte.


noch sichtbar wird.

Der Respekt, die Beachtung der Rechte von Soldaten, machten den kleinen, aber feinen Unterschied aus zwischen Wehrpflichtigen der Bundeswehr und Wehrpflichtigen der NVA.

Ich will nicht alle und alles über eine Kamm scheren, aber die Rechte einfacher Soldaten der NVA waren gegenüber Soldaten der Bundeswehr nicht einmal mittelprächtig, sie waren mäßig bis saumäßig.

Es beginnt beim verbotenen Hören feindlicher Westsender und kommt mit der willkürlichen Handhabung von Beschwerden durch Soldaten

Rechte der Soldaten in der NVA

völlig zum Erliegen.

Ohne Respekt keine Untertanentreue, damit auch keine Zuverlässigkeit im System und im Fall der Fälle.

Napoleon, Kaiser und Kriegsherr findet geschichtsträchtige Würdigung wegen seiner Feldzüge. Quelle dieses Erfoges und damit auch seiner Regentschaft, das ist weniger bekannt, war die beispielgebende, Innere Führung.

Die Loyalität des einfacher Soldaten, Hingabe und Opferbereitschaft und treue Ergebenheit, sicherte er sich durch Wertschätzung des Mannschaftssoldaten.

Den Unteroffizieren und Offizieren seiner Armee war unter Strafe verboten, einen Soldaten zu schlagen. Das war bahnbrechend zu jener Zeit.

Für die preußische und andere Armeen der napoleonischen Zeit waren körperliche Züchtigungen einfacher Soldaten tägliche Routine.

Wie in jeder Armee der Welt, spiegeln Briefe von Soldaten die tatsächlichen Befindlichkeiten und den Zustand der Truppe.

Auszug nach
Texten aus Originaldokumenten von Marie von Kuck.
Briefe der NVA-Soldaten Wolfgang, Frank, Stefan, Michael, Tommi, Stefan, Michi
Liebesbriefe von NVA-Soldaten


Spätherbst, 1. Diensthalbjahr Grundausbildung

Wir sollten heute wieder über die Sturmbahn gehen, aber einzelne Elemente waren gerade frisch gestrichen worden.

Als wir das sahen, kamen wir nicht umhin, unsere Freude darüber auszudrücken. Das missfiel unserem Unteroffizier.

Wir mussten in voller Ausrüstung, mit Winterkampfuniform, Watteuniform, Stahlhelm und Schutzmaske umgehängt einige Runden laufen. Das an sich genügte mir schon, aber dann ging es erst richtig in den Dreck.

Gleiten, in Sprüngen vorwärts bewegen, Häschen hüpf, fast ausnahmslos mit Schutzmaske, hinterher waren wir alle ganz fertig.
Die Klamotten sahen fein aus.

Gegen Abend war ein Forum, wo jeder seine Beschwerden vorbringen konnte. Einige haben es getan, weil ihnen versprochen wurde, dass ihnen daraus keine Nachteile erwachsen.

Das Gegenteil ist dann geschehen. Ich will darüber gar nichts weiter schreiben.


Dienstberichte

Der Kompaniechef hat schon bei „Lächeln beim Ausspruch einer Strafe“, einen Soldaten ins Gefängnis befördert.
Was hier momentan los ist, das schreit gen Himmel. Dabei soll es noch nicht einmal die schlimmste Zeit sein.

Mich ekelt hier alles so an, der Machthunger der Vorgesetzten, der Egoismus überall. Die Rücksichtslosen, Faulen und Simulanten kommen hier am Besten durch. Drücken, Bücken, Kriechen und den Mund halten.


Frühling und Versetzungen

Der Kompaniechef ist ein totales Ekel. Wer sich nicht exakt an die Vorschriften hält, dem will er das leben zur Hölle machen.

Der Typ hätte vor 40 Jahren in der anderen deutschen Armee auch eine gute Figur gemacht.


Sonderaufträge und Erziehungsmaßnahmen

Mit dem Ausgang sieht es jetzt noch schlechter aus. Unser Zimmer ist „negativer Kern“.
Wir haben im Volleyballturnier haushoch 3 : 0 gegen die Offiziere gewonnen, obwohl wir noch nie zusammen gespielt hatten.

Die Offiziere haben sich so geärgert, dass wir jetzt viele Erziehungsmaßnahmen kriegen. Zimmer im Gang aufbauen, sibirischen Winter machen – sie bestreuen den ganzen Fußboden mit Scheuermittel, wir müssen so lange putzen, bis kein Schaum mehr kommt. Damit wir lernen „was sauber ist“ wie sie sagen.

Heute fing einer der Soldaten an, mich anzumachen. Dem habe ich erst einmal „eine sanfte Kennung der Sachlage gegeben!“.

Die Offiziere leisten sich selbst schöne Dinger. Zwei wollten total besoffen aus der Kaserne. Mantel offen und dreckig, Schulterstücke haben nur noch an einem Faden gehangen. Als wir sie nicht rausgelassen haben, haben sie uns beschimpft, von wegen „Dachse“ und so.

Vorher haben sie sich noch auf dem Rasen gewälzt und konnten kaum selbst aufstehen. Als Höhepunkt hat einer den anderen Offizier degradiert. Aber solchen Leuten passiert nichts. Wehe, einer von uns ist besoffen, der geht gleich für 5 Tage in den Knast!


Winter und Ausgang

Da ich in 2 ½ Stunden in den Knast gehe (Anm. des Verfassers: Ein anderer Fall, Sachverhalt im Folgenden) möchte ich euch noch schnell schreiben. Am Sonntag, bei meiner Rückkehr ins Objekt, wurde ich von einer Streife am Bahnhof angehalten.

Da ich nur eine Ausgangskarte besaß statt einem Urlaubsschein, hat man an meine Einheit Meldung gemacht. Hätte ich ein Auto gehabt, wäre das nicht passiert. Wenn ihr zu Hause nicht zugegeben hättet, dass ich bei euch war, wäre vielleicht noch alles gut gegangen.

Das konntet ihr wohl nicht wissen. Mit Ausgang oder Urlaub brauche ich nicht mehr zu rechnen, wie der Kompaniechef mitteilte.


Schlußbemerkung:

Beschwerden von Wehrpflichtigen bei der Bundeswehr wurden über den Vertrauensmann der Mannschaften bzw. der fallabhängigen Dienstgradgruppe auf den Dienstwege geleitet.

Fehlverhalten von Offizieren oder Unteroffizieren wurde sanktioniert,
ggf. werde ich über Erlebnisse berichten.


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#116

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.08.2016 14:47
von Ostalgiker | 175 Beiträge

Ich finde, Klauspeters Beitrag genau zutreffend. Kann mich nicht erinnern, bei der BW wirkliche staatsbürgerlichen Rechte gehabt zu haben.Diese blieben vorm Kasernentor. Für mich ist das Reden vom "Staatsbürger in Uniform" ein Legende.Vielleicht ist sie heute eher erfüllt, werweiß.

ZB den BW-Soldaten, der Ostsender hört, was wäre da wohl passiert? ...

Napoleon als Vorbild "innerer Führung", aha.

Also, was Du schreibst, kann ich nicht zustimmen, IM.

Schleifen gab's auch in der BW. Gerade bei solchen, die sich durchUnmutsäußerungen hervortaten. Die BW war noch vom Wehrmachtstonfall und mentalität geprägt, wie das heute ist, weiß ich nicht. ich kenne aber die Hinliegen-Aufstehen-Spielchen usw.Robben im Dreck kennt wohl jede Armee. Mag sein, daß Skandale eher rauskamen, "Schleifer von Nagold" zB

Jetzt höre ich aber auf. Das was da über die NVA steht hätte im grunde 1:1 BW sein können.



Rainer-Maria Rohloff, Damals87 und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#117

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.08.2016 19:48
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

"Wenig überlegt....war gut" Klauspeter weil NVA, die Grenztruppe selber erlebt. Und mal weg vom Lachen. Ich mag im reifen Alter eben die Ironie, den sarkastischen na nennen wir es die Lustigmachung über längst vergangene Zeiten. Denn damals als junges Kerlchen war mir mehrmals bis öfters einfach nicht zum Lachen. Rechte zu damaligen 18 Monaten in Anspruch nehmen, sie auch durchzusetzen als einfacher Soldat, auch als Gefreiter fing mit Widerspruch an. Ich erinnere mich einfach nicht an diesen Widerspruch?

Weil, Offizier war...sollte ich jetzt sinngemäß schreiben Gott, Halbgott, weil eben Befehlsgeber und Befehl dultet, dultete einfach keinen Widerspruch. Und nein, es wurde nie befohlen, Jemanden zu erschiesen, zumindest in unserem Pioniertrupp nicht.

Nichts gegen dein sinngemäß "Soldat muss im Ernstfall funktionieren und darf weiter demzufolge nicht verwöhnt werden". Denn ich wünschte mir eben auch heute die Wehrpflicht für junge Kerlchen. Und zwar denen, denen völlig vom Elternhaus her der Faden für Ordnung und Disziplin...und noch mehr fehlt.

Rainer-Maria



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#118

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.08.2016 21:37
von SEG15D | 1.121 Beiträge

Ja, das hätte ich mir auch für meinen Sohn gewünscht. obwohl die bunte Wehr im Vergleich ne Feierabendsarmee war.
Zumindest Ordnung wäre ein angenehmer Effekt gewesen,,,aber so....
SEG15D



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#119

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 12:15
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Wegen deinen "Rechten" anklopfen konnte dir auch ans Bein fahren.
Wir hatten mal so einen Darminfekt wo die "Hütten" fast nicht mehr ausreichten zum Absitzen, da war es personalmäßig so knapp das erst mal mit Ansage die Freizeit auf Eis gelegt wurde, also Dienst-Schlafen-Dienst.
War aber so das wenigstens vom Polit versucht wurde trotzdem welche in den Urlaub fahren zu lassen die schon 12 Wochen keinen hatten.
Irgendeine Birne beschwerte sich wohl beim "lieben Onkel" von der 2000 das er abends nicht mehr mit der Laubsäge hantieren konnte, Resultat, Laubsäge und dafür Urlaubssperre.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Ostalgiker und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.08.2016 12:17 | nach oben springen

#120

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 12:42
von Ostalgiker | 175 Beiträge

Die reine Willkür, Hauptsache, der Laden läuft. Genauso in West. Ich verstehe nicht, wie man da noch Z-Sau werden konnte..



Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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