#1

Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 11.10.2015 11:41
von Machrist | 5 Beiträge

Hallo,
1980 soll im Bereich Ellrich/Sülzhayn ein Grenzübertritt zweier Männer stattgefunden haben, wobei einer der Beiden kurz darauf in die DDR zurückkehrte. 1982 soll dieser Mann erneut mit einer Frau und einem Mann im Bereich Ellrich geflüchtet sein. Hat jemand von diesem Ereignis gehört und kann etwas dazu sagen?


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#2

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 11.10.2015 17:23
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Ich hab zwar in diesem Bereich gedient, allerdings 1985 und war nicht direkt in Ellrich stationiert, hab daher keine Kenntnisse dazu.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#3

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 11.10.2015 19:59
von Machrist | 5 Beiträge

Ich weiß, dass es diesen Vorfall/Übertritt tatsächlich so gab, jedoch gibt es bis auf ein paar wenige Unterlagen der Stasi keine Erinnerungen oder Nachweise. Ich danke dir trotzdem für deine Antwort!


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#4

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 09.10.2016 12:52
von Zoellner1974 | 37 Beiträge

Soweit mir bekannt ist, soll es sich bei dem Rückkehrer und späteren erneuten Flüchtling um den Sohn eines Parteifunktionärs gehandelt haben. Nur durch Intervention seines Vaters durfte er nach Ellrich zurückkehren, ansonsten hätte er den Grenzkreis verlassen müssen. Später ist er dann wohl mit seiner Freundin und einem Bekannten ein weiteres mal über die Grenze. Grenzübertritt war im Bereich ,,Spitzer Winkel''. Sein Vater soll anschließend seine Funktion verloren haben. Aber dass ist nicht 100 % bestätigt.


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#5

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 09.10.2016 18:32
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Spitzer Winkel, war das unten an der Zorge, wo die Grenze dann hoch in den Wald ging?
Hab da keine genauen Erinnerungen mehr.

@Batrachos weiss vielleicht etwas über den Fall, als Alt Ellricher.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#6

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 09.10.2016 19:15
von Telli | 38 Beiträge

Ich war von November 1987 bis Mai 1989 in Ellrich stationiert.
Zu der benannten Flucht ist mir nichts bekannt.

Der spitze Winkel befand sich ein ganzes Stück oberhalb der Zorge.


Dateianlage:

Mit freundlichen Grüßen

Telli


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#7

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 09.10.2016 20:28
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #5
Spitzer Winkel, war das unten an der Zorge, wo die Grenze dann hoch in den Wald ging?
Hab da keine genauen Erinnerungen mehr.

@Batrachos weiss vielleicht etwas über den Fall, als Alt Ellricher.


Habe da mal vor einigen Jahren mal einige Fotos gemacht--hoffe ich liege damit richtig--mit den Grün-Markierten.

Angefügte Bilder:
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#8

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 09.10.2016 22:18
von Kalubke | 2.289 Beiträge

"Spitzer Winkel",

das könnte der Grenzknick an der GS 1044 gewesen sein.



Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 09.10.2016 22:21 | nach oben springen

#9

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 10.10.2016 18:05
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Danke Telli für das Bilddokument.
Ganz so weit war ich dann doch nicht weg.
Ich war nur immer bis zur Waldecke, dort am Waldrand, wo der Weg dann hoch in den Wald geht, dort hatten wir ein paar Hunde stehen, sind dann aber immer zurück und direkt in den Stadtwald rein.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
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Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#10

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 10.10.2016 18:21
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Genau Kalubke.

Wenn man von Ellrich zum Stadtwald fuhr, kam ein Tor direkt vorm Stadtwald.
War man da durch, ging ein Weg (ich glaube er war unbefestigt) nach links weg am Waldrand lang.
Der Weg knickte dann ca.45 Grad nach rechts in den Wald und stieg an, dort hatten wir 3-5 Hundetrassen, dort hatte ich den spitzen Winkel verortet, weil der GSZ dort auch knickte..
Fuhr man den Weg weiter, kam man an 1044 am Kolonnenweg raus, glaub dort war auch ein B-Turm.
Wir sind da nur 1-2 mal lang gefahren, es war Winter, da war das glaube unpassierbar, darum drehten wir rum und fuhren durch den Stadtwald zu den anderen Hunden.
Im Frühjahr waren die Hunde dann dort weg, sie wurden zum Minenräumen als Sicherungshunde eingesetzt wo kein GZ1 stand.

Rostocker, Deine Bilder links und Mitte, kann ich gerade nicht einordnen.
Links ist schon zu bewachsen, in der Mitte das Haus kommt mir zwar bekannt vor, allerdings nur hier aus dem Forum, ich kann es aber nicht einordnen.
Das rechte Bild, sollte der Kolonnenweg sein, der vom Ehrenberg herunter kommt und direkt nach Sülzhayn geht, man kommt dann unten an den Heilstätten heraus, da wo heute das schicke Waldhotel ist in dem ich 2012 übernachtete.
Es war eigentlich meiner Erinnerung nach nur der eine Weg mit dieser Art Platten.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 10.10.2016 18:34
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #10
Genau Kalubke.

Wenn man von Ellrich zum Stadtwald fuhr, kam ein Tor direkt vorm Stadtwald.
War man da durch, ging ein Weg (ich glaube er war unbefestigt) nach links weg am Waldrand lang.
Der Weg knickte dann ca.45 Grad nach rechts in den Wald und stieg an, dort hatten wir 3-5 Hundetrassen, dort hatte ich den spitzen Winkel verortet, weil der GSZ dort auch knickte..
Fuhr man den Weg weiter, kam man an 1044 am Kolonnenweg raus, glaub dort war auch ein B-Turm.
Wir sind da nur 1-2 mal lang gefahren, es war Winter, da war das glaube unpassierbar, darum drehten wir rum und fuhren durch den Stadtwald zu den anderen Hunden.
Im Frühjahr waren die Hunde dann dort weg, sie wurden zum Minenräumen als Sicherungshunde eingesetzt wo kein GZ1 stand.

Rostocker, Deine Bilder links und Mitte, kann ich gerade nicht einordnen.
Links ist schon zu bewachsen, in der Mitte das Haus kommt mir zwar bekannt vor, allerdings nur hier aus dem Forum, ich kann es aber nicht einordnen.
Das rechte Bild, sollte der Kolonnenweg sein, der vom Ehrenberg herunter kommt und direkt nach Sülzhayn geht, man kommt dann unten an den Heilstätten heraus, da wo heute das schicke Waldhotel ist in dem ich 2012 übernachtete.
Es war eigentlich meiner Erinnerung nach nur der eine Weg mit dieser Art Platten.


Vielleicht kannste diese Notdürftige Brücke noch einordnen.

Angefügte Bilder:
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#12

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 25.11.2016 19:29
von Ruhrpott | 3 Beiträge

Eine Flucht im gepanzerten Lkw misslingt

Das Bild zeigt die helle Fahrertür des Lkw Kamas hinter der selbst gebauten Panzerung. Foto: Aus dem Buch "Geheimnis Sperrgebiet"
Frank T. wollte mit seiner Familie über den Bahnhof Ellrich in den Westen, doch der umgebaute Kamas blieb liegen.
An der Grenzübergangsstelle Ellrich versucht am 18. März 1985 um 4.21 Uhr ein Mann mit seiner Familie die Flucht in den Westen. Frank T. hat in monatelanger, geheimer Arbeit einen Lkw vom Typ Kamas 5320 umgebaut. In Obergebra ist das Auto heimlich abgestellt, auf einem Holzhof gibt es die nötige Technik und ausreichend Baumstämme. Die stapelt Frank T. auf die Ladefläche - zur Tarnung und zum Schutz des Fahrerhauses gegen Schüsse von hinten.

Von allen anderen Seiten baut er Metallplatten um das Fahrerhaus, um es zu panzern. Es geht nur um wenige Minuten, in denen das Auto alle Angriffe abhalten soll, während es über die stark gesicherte Grenze rollt. Frank T. kennt sich aus. Er fährt auf Gleis 3, das bei entsprechender Weichenstellung in den Westen führt.

Im Schutz der Nacht erreicht er mit der Frau und den beiden Kindern den Bahnhof Ellrich, gelangte auf das richtige Gleis und fährt los. Mit den linken Zwillingsreifen auf den Schienen will er die Richtung halten. Doch unterwegs reißt auf der rechten Seite wohl an einem Bahnsteig die Panzerung ab. Das Vorderrad löst sich.

Frank T. versucht alles, um weiter zu kommen. Die Posten sind nun hellwach. Sie schießen auf den Lkw. Ein Kind wird getroffen. Der Kamas steht. Die Familie muss aussteigen. Das verletzte Kind wird ins Krankenhaus gebracht.

Den zerstörten Kamas zieht eine Diesellok zurück zum ehemaligen Bahnübergang. Von dort wird der Lkw mit einem zweiten Lkw vor das Grenzzollgebäude gebracht. Sicherheitskräfte untersuchen alles.

Frank T. wird später angeklagt. Er bekommt eine Strafe von zehn Jahren Haft. Für Schäden und Aufwand muss er 46 603,90 Mark an den Forstwirtschaftsbetrieb Nordhausen, die Grenztruppen und die Deutsche Reichsbahn zahlen.

Ute Rang



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#13

RE: Flucht 1980 und 1982 im Bereich Ellrich/Sülzhayn

in Grenztruppen der DDR 25.11.2016 20:10
von andyman | 1.871 Beiträge

Zitat von Ruhrpott im Beitrag #12

Eine Flucht im gepanzerten Lkw misslingt



Das Thema wurde hier schon mal diskutiert,hier für alle die es noch nicht kennen Versuchte Flucht mit LKW Güst Ellrich 1985
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
zuletzt bearbeitet 25.11.2016 20:11 | nach oben springen


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