#21

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 20:35
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #18
Hallo,
wieso Erlaubniss zum ständigen Aufenthalt in der BRD?

Als Deutscher nach damaliger Rechtsauffassung der BRD waren ja alle DDR-ler auch Deutsche und in dieser Eigenschaft freizügig und generell uneinschränkbar aufenthaltsberechtigt.

Real diente das Verfahren für die die mitmachten der geheimdienstlichen Abschöpfung und wurde mit "Übergangsgeldern" belohnt.

Praktisch wei ich von Leuten die zu Freunden/Verwandten in der BRD fuhren sich dort schlicht im Einwohnermeldamt für die neue Adresse registitrieren liessen und eine Arbeit aufnhamen, dazu einen neuen Personalausweis beantragten..


Ob und wie an "Notaufnahme" vorbei nachträglich z.B. die Rentenversicherung mit der DDR-Versicherung Daten austauschte und abglich, das würde mich interssieren.

Bei Unterhaltsfragen Geschiedener oder betreff unehelicher Kinder arbeiten die Familiengerichte und Jugendämter sehr gut miteinander.



Renteninformationsaustausch gab es nach meiner Kenntnis nicht. Ich habe aber mein DDR SV Buch später nachgeholt und an die BfA in Berlin gesendet. Die haben die Daten übernommen. Der dort eingetragene Verdienst in DDR Mark wurde nicht als Grundlage für den Rentenpunkt genommen, sondern der Beruf wurde als Basis genommen und der vergleichbare Verdienst in der Bundesrepublik zur Errechnung des Rentepunktes herangezogen. Meine Wehrdiesntzeit wurde so behandelt als hätte ich bei der BW gedient.
Das Verfahren in Giessen diente mitnichten nur den Geheimdiensten. Man konnte sämtliche Befragungen mit Schweigen quittieren, bzw ablehnen.
Die paar Tage in Giessen waren aber nützlich für eine zeitlich geraffte bürokratische Eingliederung wie Steuerkarte, Personalausweis Arbeit , Wohnung. Ich war nur 7 Tage dort. Warum das Notaufnahme hiess, erschließt sich bis heute für mich nicht. Weder die noch ich waren in Not


.
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#22

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 20:37
von Cambrino | 201 Beiträge

Hallo ihr Zwei, das Notaufnahme Verfahren wurde wohl durchgeführt wenn man den Antrag für den " Ausweis für Vertriebene und Flüchtlinge "gestellt hat. Der Antrag mußte ja auch begründet werden, weiter vorn im anderen Beitrag zu lesen. Wegen dieser angegebenen Begründung in dem Antrag wurde ich sogar zum Amtsgericht Neuss geladen um meine Angaben vor Gericht zu bestätigen.
Diese Ladung zum Gericht hänge ich mal hier rein.

Gruß CAMBRINO


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#23

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 21:28
von eisenringtheo | 9.187 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #21
(...)Warum das Notaufnahme hiess, erschließt sich bis heute für mich nicht. Weder die noch ich waren in Not

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesnotaufnahmegesetz
Ich denke schon, es liegt eine gewisse physische und/oder psychische Notlage vor, wenn man seine Heimat verlassen muss (deutsche Ostgebiete) oder weggeekelt wird (SBZ/DDR). Es gab sicher Deutsche, die nur aus ökonomischen Gründen die DDR verlassen haben, doch für diese Personen hat man nicht extra ein eigenes Gesetz gemacht.
Theo


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#24

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 21:41
von Lutze | 8.040 Beiträge

Das Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin war in den letzten Tagen
bis zum Mauerbau restlos überfüllt,da konnte man sicherlich von Notaufnahme
sprechen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#25

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 21:57
von Hanum83 | 4.802 Beiträge

Hallo Cambrino also erst einmal danke für die alten Dokumente, ist für so einen Jüngling wie mich schon interessant.
Was ich nicht ganz verstanden habe ist dieses Stichjahr 1952 für die Anerkennung als Vertriebener, du bist ja nun mal aus deiner Heimat vertrieben worden, wo du da 1952 gewohnt hast ändert daran ja eigentlich nichts.
Interessant ist auch das Schreiben wo dir eine gewisse Systemnähe in der DDR vorgehalten wurde, warst du da einfach zu ehrlich, oder haben die Westdeutschen Behörden auch gemachte Angaben zur Vita nachgeprüft?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 04.10.2015 21:58 | nach oben springen

#26

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 22:14
von Cambrino | 201 Beiträge

Hallo, ja alle deutschen DDR Flüchtlinge hatten die deutsche Staatsangehörigkeit und bekamen auch schriftlich die Erlaubnis zum ständigen Aufenthalt im Bundesgebiet. Auf Wunsch wurde das Land NRW bestimmt , wo ich meinen ersten Wohnsitz zu nehmen habe. Das Durchgangswohnheim Massen war für meine Fernregistrierung und Zuweisung nach Dormagen zuständig. ( hatte dort ja schon Arbeitgeber und Unterkunft ).Registrierungsbestätigung und Zuweisung in den Landkreis Grevenbroich stelle ich mal hier mit rein. Neuen PA dauerte ca. 8 Tage, DDR PA wurde ungültig gestempelt, Führerschein umschreiben lassen. Vom Sozialamt eine Invalidenkarte holen und beim Arbeitgeber abgeben (war so etwas SV Ausweis in der DDR ). Damals wurden vom Arbeitgeber am Jahresende Marken in die Karten geklebt, später dann alles elektronisch. Rentenversicherungszeiten aus der DDR von vor der Wende wurden ( für Flüchtlinge von vor der Wende ) wie Versicherungszeiten in der BRD behandelt und in Rentenpunkte West berechnet.

Gruß CAMBRINO


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zuletzt bearbeitet 05.10.2015 12:29 | nach oben springen

#27

RE: Damals Notaufnahme Verfahren in der BRD

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.10.2015 23:27
von Cambrino | 201 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #25
Hallo Cambrino also erst einmal danke für die alten Dokumente, ist für so einen Jüngling wie mich schon interessant.
Was ich nicht ganz verstanden habe ist dieses Stichjahr 1952 für die Anerkennung als Vertriebener, du bist ja nun mal aus deiner Heimat vertrieben worden, wo du da 1952 gewohnt hast ändert daran ja eigentlich nichts.
Interessant ist auch das Schreiben wo dir eine gewisse Systemnähe in der DDR vorgehalten wurde, warst du da einfach zu ehrlich, oder haben die Westdeutschen Behörden auch gemachte Angaben zur Vita nachgeprüft?



Hallo Hanum83, dieser Stichtag von 1952 da gibt es auch noch ein genaues Datum. Für die Anerkennung als Vertriebener war maßgebend der ständige Wohnsitz bis zu dem Stichtag, ob in der DDR oder der BRD. Als anerkannte Vertriebene , also wer vor diesem Stichtag den ständigen Wohnsitz in der BRD hatte , hatte Anspruch auf Entschädigung wegen verlorenen Haus und Grundbesitz usw. In der DDR gab es solche Entschädigungen nicht. Ja und ich war wohl zu ehrlich beim ausfüllen der Formulare. Aber gleich nach der Wende gab es Anfang der 90er Jahre wieder so einen Stichtag für solche Entschädigungen für Vertriebene die vor der Wende ihren ständigen Wohnsitz in der DDR hatten.Mein ältester Bruder lebte im Kreis Prenzlau und hat wohl 4000,00 DM bekommen. Ich war beide Male von der Entschädigung aus geschlossen.
Aber ich bin nach der Wende mal mit meinem Neffen nach Polen gefahren zu meinem Elternhaus. Das Haus ist erhalten geblieben, darin leben jetzt ein älteres polnisches Ehepaar. Die hatten das Haus erst vom polnischen Staat gepachtet und später gekauft. Es sind nette Leute und durften das Haus sogar von Innen besichtigen. Haben dann zusammen Kaffee getrunken und uns unterhalten. Der Mann konnte Deutsch , die Frau nicht so gut. Eine Stadtbesichtigung gemacht, die Schule gesehen wo ich 1943 eingeschult wurde. Es war eine Reise wert, noch einmal die alte Heimat zu sehen. Es ist schade aber man kann die Geschichte nicht zurück drehen. Aber wem haben wir den Ablauf der deutschen Geschichte zu verdanken ?

Gruß CAMBRINO


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