#41

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.09.2009 20:16
von Alfred | 6.841 Beiträge

Ich überlege gerade, wie die Bundesregierung gehandelt hätte, wenn die identische Maßnahme von Russland realisiert worden wäre .....


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#42

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.09.2009 20:19
von Drewitz | 356 Beiträge

Oh Mann-das Geschrei bis hin zum UNO Sicherheitsrat wäre bestimmt heute noch zu hören!

Ari-sag mal Bescheid,wenn das mit Deinem neuen Paß durch ist!

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#43

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.09.2009 21:01
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Ari@D187

Ganz allgemein formuliert bzw. gefragt:
Kann ein amtliches Dokument eines Staates A überhaupt Gültigkeit besitzen für einen Staat B, wenn dort Angaben zur Person enthalten sind, welche frei erfunden sind (hier z.B. Geburtsort Dessau)? Meiner Meinung nach kann es sich bei einem solchen Dokument nur um eine Legendierung handeln -> mittlerweile bestätigt.



mensch @ari, im fachthema "staatsrecht" hättest du jetzt ne glatte "5" bekommen... "mittlerweile bestätigt" wurde nichts, da irrst du.
frage an dich: hat jedes land dieser welt das recht einen bürger eines anderen landes einzubürgern ? hat die bundesrepublik mit dem anschluss der ddr die völkerrechtlichen dinge der ddr akzeptiert oder nicht ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#44

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.09.2009 21:30
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
[...]mensch @ari, im fachthema "staatsrecht" hättest du jetzt ne glatte "5" bekommen... "mittlerweile bestätigt" wurde nichts, da irrst du.


Aber Gilbert,

dann hatte ich das hier falsch interpretiert:

Zitat von GilbertWolzow
[...]
- er erhielt in der ddr die staatsbürgerschaft und damit verbunden einen sozialversicherungs - und personalausweis
* der geburtsort wurde dabei legendiert




Zitat von GilbertWolzow
frage an dich: hat jedes land dieser welt das recht einen bürger eines anderen landes einzubürgern ? hat die bundesrepublik mit dem anschluss der ddr die völkerrechtlichen dinge der ddr akzeptiert oder nicht ?


Solange bei der Einbürgerung alles mit rechten Dingen zuging und die Angaben alle korrekt sind, dann ja. Bei einem legendierten Geburtsort und Namen eines ehemaligen Agenten halte ich diese Voraussetzungen für nicht erfüllt.

Zitat von Drewitz
[...]Ari-sag mal Bescheid,wenn das mit Deinem neuen Paß durch ist!

Drewitz


Ich war schnell im Bahnhofsviertel in Frankfurt. Dort bekam ich den Ausweis nach kurzer Wartezeit. Habe ihn gerade eingescannt.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 16.06.2010 20:27 | nach oben springen

#45

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 04:19
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow
jedes land der welt hat das recht, bürger anderer staaten bei sich einzubürgern und ihnen die staatsbürgerschaft zu zuerkennen. das tat auch die ddr, indem sie jens, durch verantwortliche mitarbeiter der hv a, diese zuerkannte. er war damit bürger der ddr mit allen rechten und pflichten. durch den einigungsvertrag wurde er automatisch deutscher entsprechend des grundgesetzes.

Das glaub' ich eben nicht, weil er nie die genannte Einbuergerungsurkunde bekommen hat. Allerdings, auch wenn's so waere, es wuerde nix an der Tatsache aendern das er immer noch amerikansicher Staatsbuerger war.

Zitat von GilbertWolzow
tage nach ablauf des alliierten rechtes über berlin, holten greifer der osi einen der ehem. ihren, der nun aber auch deutscher war. bewusst wartete man nicht auf deutsche amtshilfe, weil man wusste was passiert und wollte fakten schaffen.

Wenn er sich den deutschen Behoerden gestellt haette, dann haette es die Sache vielleicht verzoegert, geaendert haette sich nix. Das NATO 'SOFA' - Abkommen besagt im Artikel VII, das im Falle von Spionage gegen das entsendende Land, das entsendende Land auch die Gerichtsbarkeit bekommt. Da steht auch 'drin das das entsendende Land Amtshilfe des stationierten Landes anfordern kann (aber nicht muss).

Uebrigens, wenn der Zugriff entgegen bestehender Vertraege oder Regelungen vorgenommen worden waere, dann waere der ganze Prozess aufgund der "fruit of the poisonous tree" (--> Link <--) gekippt worden. So 'ne Prozessfuehrung kann jeder "Anwaltslehrling" machen, und so Faelle sind bei Anwaelten begehrt, weil man sich recht einfach ein paar dicke Lorbeeren anstecken kann.

Zitat von GilbertWolzow
dies hat man getan und in der zwischenzeit ist sein deutscher pass abgelaufen und ein neuer wird ihm verwehrt mit dem hinweis, er soll doch mal seine staatsbürgerschaft nachweisen. wie clever.

Worauf er sich an Gysi wandte; der hat da auch keine Moeglichkeiten gesehen, und ihn fallengelassen wie 'ne heisse Kartoffel.

Zitat von GilbertWolzow
das @captdelta, ist meine sicht als deutscher, deine bleibt dir selbstverständlich unbenommen...

Ja, stimmt. Ich werd' Dir Deine Sicht auch nicht wegnehen
Nur ein paar letzte Worte:
- Wenn seine Fuehrer bei der "Schdasie" nicht so gepfuscht haetten, und ihm die Einbuergerungsurkunde gegeben haette, dann glaub' ich waere es jetzt einfacher fuer ihn, nach Deutschland zurueckzukehren. Man wuerde da allerdings warscheinlich von ihm verlangen, das er sich erst seiner amerikanischen Staatsbuergerschaft entledigt (im Gegensatz zu den USA erlaubt Deutschland normalerweise keine doppelte Staatsbuergerschaft - es gibt allerdings Aussnahmen). Allerdings find ich das Verhalten Deutschlands auch bloed. Wenn er da leben will, dann soll'n se ihn doch die Staatsbuergerschaft geben, und 'reinlassen.
- Das ihm Gysi dabei nicht hilft ist irgendwie schwer daneben
- Im Endeffekt ist sein Fall jetzt einfach zu bekannt als das man da was "auf dem kleinen Dienstweg" machen koennte.
- Auch kann ich mir durchaus vorstellen das Markus Wolf recht hatte, und das er bei seiner "Verhaftung" einfach mitgegangen ist.

-Th

PS: @Alfred: Ich wusste nicht das Russland in der NATO ist.


zuletzt bearbeitet 09.09.2009 04:22 | nach oben springen

#46

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 08:38
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
frage an dich: hat jedes land dieser welt das recht einen bürger eines anderen landes einzubürgern ? hat die bundesrepublik mit dem anschluss der ddr die völkerrechtlichen dinge der ddr akzeptiert oder nicht? /quote]

Zitat von Ari@D187
Solange bei der Einbürgerung alles mit rechten Dingen zuging und die Angaben alle korrekt sind, dann ja. Bei einem legendierten Geburtsort und Namen eines ehemaligen Agenten halte ich diese Voraussetzungen für nicht erfüllt.



@ari, jedes land dieser welt hat dieses recht und wie es dieses umsetzt ist seine innere angelegehheit und nichts anderes. wenn die usa z.b. oltn. stiller plötzlich die amerikanische staatsbürgerschaft zuerkannt hätten und aus ihm plötzlich herr fischer mit geburtsort düsseldorf geworden wäre, dann wäre es immer noch die entscheidung dieses landes. lässt sich mit allen anderen ländern beliebig fortsetzen...

schon kurios, dass dieses jedes land der welt kann und darf, nur offensichtlich nicht diese ddr.


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#47

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 08:51
von Alfred | 6.841 Beiträge

Captn,

dass Russland nicht zur NATO gehörte ist mir schon bekannt.
Russland hätte ja aber als Warschauer Vertrag handeln können, bzw. war dies nur ein Beispiel und ich gehe davon aus, dass Du mich schon verstanden hast.

Gilbert hat es schon geschrieben. Es mag eine Theorie geben aber es gibt auch eine Praxis.

Nach 1989 hat man mit der DDR in bestimmten Bereichen abgerechnet. Es gab ja z.B. auch Bürger der DDR die gingen im Auftrag des MfS in die BRD, kamen dann vor 1989 wieder in die DDR zurück und wurden aber trotzdem wegen Spionage nach 1990 angeklagt.

Captn,

in nicht nur einen Prozess nach 1989 fiel der Begriff "Verurteilungswillen" und schon zu Beginn der verhandlung stand fest, dass der - die- Angeklagten in den Knast gehen, die Frage war nur , wie lange.

Hätte die BRD gewollte, wäre einiges anders gelaufen, man wollte aber nicht.

Es wurde nach 1989 eingeteilte in gute Spione West und böse Spione Ost.


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#48

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 09:03
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von GilbertWolzow
jedes land der welt hat das recht, bürger anderer staaten bei sich einzubürgern und ihnen die staatsbürgerschaft zu zuerkennen. das tat auch die ddr, indem sie jens, durch verantwortliche mitarbeiter der hv a, diese zuerkannte. er war damit bürger der ddr mit allen rechten und pflichten. durch den einigungsvertrag wurde er automatisch deutscher entsprechend des grundgesetzes.

Das glaub\' ich eben nicht, weil er nie die genannte Einbuergerungsurkunde bekommen hat. Allerdings, auch wenn\'s so waere, es wuerde nix an der Tatsache aendern das er immer noch amerikansicher Staatsbuerger war.




@captndelta, eines vorab, danke für die bisher sachliche diskussion auch wenn wir versuchen das problem von zwei verschiedenen seiten zu beleuchten (du als amerikaner und ich als deutscher )

ich möchte nochmal auf diese staatsbürgerschaftsurkunde hinaus. ist diese wirklich zwingend gewesen um die ddr staatsbürgerschaft zu erhalten? kann ein bürger nicht darauf vertrauen, dass mit seiner einbürgerung alles ordnungsgemäss gelaufen ist, auch ohne urkunde?
du sagst, es würde nichts ändern, weil er immer noch amerikanischer staatsbürger war. ich sage doch, denn er war eben auch deutscher und genau dieser fakt wird ausgeblendet.

ich habe mir aufgrund deines hinweises mit dem § 7 des deutschen passgesetzes mit der damaligen situation vertraut gemacht. hier kam der satz, es musste jeder schnell einen pass bekommen, weil die leute ja in andere länder fahren wollten...
laut meiner erinnerung stimmt dieses nicht und zwar aus 2 verschiedenen gründen:
1. die ddr-ausweise und pässe wurden bis 1995 europaweit anerkannt
2. bei beantragung bundesdeutscher dokumente musste jeder ehem. bürger der ddr seine identität nachweisen durch: geburtsurkunde, familienbuch etc. erst nach überprüfung (!!!) erhielt derjenige neue bundesdeutsche papiere.

ein weiteres argument warum jens zwangsläufig die ddr staatsbürgerschaft gehabt haben muss: er wurde mitarbeiter des mfs und dies war nur möglich in dem er einen eid schwor und sich den gesetzen der ddr unterwarf und damit notfalls bestraft werden hätte können. dieses hätte ein ausländer nicht gekonnt. als bürger der usa hätte er jederzeit über jede beliebige güst gehen können.

zum greifkommando: wie ich den verschiedensten veröffentlichungen entnehmen konnte, hatte sich das bewaffnete (tage nach ablauf des alliierten rechtes !!!) greifkommando der osi in ihren 2 transportern versteckt. was wäre passiert, wenn deutsche polizisten erschienen wären ? nach einer weiteren zeitungsaussage, sollen sie in jens "seiner parklücke" gestanden haben und er wollte bereits zum zuständigen revierpolizisten marschieren.

das dem greifkommando nebenbei noch eine riesen panne am s-bahnhof alexanderplatz unterlief soll auch nicht unerwähnt bleiben. man griff sich dort, wo auch der bgs und die deutsche polizei vor ort ist, einen ähnlich aussehenden u-bahnfahrer. erst nach kontrolle der tatoos stellte man fest, dass man sich den falschen gegriffen hatte... nochmal, nicht der bgs oder die polizei, nein die osi verhaftete am alexanderplatz

zu herrn wolf: ausgerechnet er woher sollte er, der seit jahren aus dem dienst bereits ausgeschieden war, davon kenntnis haben ? ich habe vor jahren eine fernsehdoku (spiegel tv ?) gesehen wo sich jens äusserte, dass er entführt wurde. freiwillig sieht für mich auch anders aus...

zu herrn gysi: ich hatte von dieser problematik einen satz gelesen, kann dazu aber leider im netz nichts vertiefendes finden...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#49

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 09:27
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Captn,
dass Russland nicht zur NATO gehörte ist mir schon bekannt.
Russland hätte ja aber als Warschauer Vertrag handeln können, bzw. war dies nur ein Beispiel und ich gehe davon aus, dass Du mich schon verstanden hast.


Ja, ich kenn aber das Aequivalent der 'SOFA' fuer den Warschauer-Vertrag nicht. Wuerde mich interessieren, wenn Du da was hast, dann stell's 'rein. Allerdings: Von dem was ich hier im Forum gelesen habe scheinen die Vorschriften sehr aehnlich zu sein. Wie man hier so liest war es anscheinend so das - sobald ein sowjetischer Soldat fahnenfluechtig wurde - die Grenztruppen diesen zwar einzukreisen und in seiner Bewegung zu hindern hatten, das allerdings die Festnahme immer von sowjetischer Seite erfolgte. Das gleiche hat man eben hier auch mit "Kid"/Jeff gemacht, nur das die Ami's keine deutsche Hilfe brauchten. Von daher weiss ich nicht genau, was Du hier diskutieren moechtest. Ausserdem haette Russland auch nicht mehr "als Warschauer Vertrag" handeln koennen, nachdem Deutschland (inklusive Berlin) zu diesem Zeitpunkt zur NATO gehoerte.


Zitat von Alfred
Gilbert hat es schon geschrieben. Es mag eine Theorie geben aber es gibt auch eine Praxis.
Nach 1989 hat man mit der DDR in bestimmten Bereichen abgerechnet. Es gab ja z.B. auch Bürger der DDR die gingen im Auftrag des MfS in die BRD, kamen dann vor 1989 wieder in die DDR zurück und wurden aber trotzdem wegen Spionage nach 1990 angeklagt.

Das wird aber jetzt ein grosser Nebenschauplatz. Wenn das nicht nur 'ne Nebelbombe ist, dann mach' mal bitte einen neuen Thread auf. Wir sind eh schon viel zu weit weg vom Thema. Wir muessen ja nicht alles in diesem Thread loesen.

Der Rest den Du da bringst ist Spekulatius.
-Th


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#50

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 11:20
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von CaptnDelta

Zitat von GilbertWolzow
jedes land der welt hat das recht, bürger anderer staaten bei sich einzubürgern und ihnen die staatsbürgerschaft zu zuerkennen. das tat auch die ddr, indem sie jens, durch verantwortliche mitarbeiter der hv a, diese zuerkannte. er war damit bürger der ddr mit allen rechten und pflichten. durch den einigungsvertrag wurde er automatisch deutscher entsprechend des grundgesetzes.

Das glaub\\' ich eben nicht, weil er nie die genannte Einbuergerungsurkunde bekommen hat. Allerdings, auch wenn\\'s so waere, es wuerde nix an der Tatsache aendern das er immer noch amerikansicher Staatsbuerger war.



@captndelta, eines vorab, danke für die bisher sachliche diskussion auch wenn wir versuchen das problem von zwei verschiedenen seiten zu beleuchten (du als amerikaner und ich als deutscher )



Ja, danke, das Kompliment geht auch an Dich zurueck. Wollte das auch schon in den letzten Beitrag 'reinschreiben, hab's dann vergessen, und dann war die Editierzeit vorbei .

Zitat von GilbertWolzow
ich möchte nochmal auf diese staatsbürgerschaftsurkunde hinaus. ist diese wirklich zwingend gewesen um die ddr staatsbürgerschaft zu erhalten? kann ein bürger nicht darauf vertrauen, dass mit seiner einbürgerung alles ordnungsgemäss gelaufen ist, auch ohne urkunde?


Soweit ich weiss hat man entweder eine Geburtsurkunde, oder eine Einbuergerungsurkunde. Das letztere ist das Resultat einer erfolgreichen Einbuergerung.

Zitat von GilbertWolzow
du sagst, es würde nichts ändern, weil er immer noch amerikanischer staatsbürger war. ich sage doch, denn er war eben auch deutscher und genau dieser fakt wird ausgeblendet.

Schade das die Website von Eurem Generalbundesanwalt so lame ist, ansonsten koennte man da bestimmt was genaueres finden. Wuerde mich eben auch interessieren wie das abgelaufen ist. Von der amerikanischen Seite war's einfach: Er war Amerikaner, er war vereidigt, er war fahnenfluechtig. Ob er dann auch noch Deutscher oder Mongole oder Eisenbahner war, hat da einfach nicht interessiert. Ich glaub' an dem Punkt drehen wir uns jetzt allerding im Kreis, da kann ich nix mehr zu beisteuern.

Zitat von GilbertWolzow
ich habe mir aufgrund deines hinweises mit dem § 7 des deutschen passgesetzes mit der damaligen situation vertraut gemacht. hier kam der satz, es musste jeder schnell einen pass bekommen, weil die leute ja in andere länder fahren wollten...
laut meiner erinnerung stimmt dieses nicht und zwar aus 2 verschiedenen gründen:
1. die ddr-ausweise und pässe wurden bis 1995 europaweit anerkannt
2. bei beantragung bundesdeutscher dokumente musste jeder ehem. bürger der ddr seine identität nachweisen durch: geburtsurkunde, familienbuch etc. erst nach überprüfung (!!!) erhielt derjenige neue bundesdeutsche papiere.


Nun sagt er aber selber das er das Ding innerhalb von einer halben Stunde hatte, inklusive anstellen. Ich weis nicht ob er da mit seiner Geburtsurkunde aus den USA hingegangen ist (aus der DDR hatte er ja keine). Es kann schon sein das bei der Ausstellung Fehler unterlaufen sind, ist mir auch ein Raetsel wie er an den bundesdeutschen Pass kam. Vielleicht hatten die unsere Sachbearbeiterin aus Vilsbiburg nach Berlin delegiert , die hatte mir 1985 auch schon mal 'nen zweiten Pass ausgestellt, damit ich nach Israel und nach Sudan und Syrien reisen konnte. Im Endeffekt kann ein Pass auch wieder ungueltig gemacht werden, egal was da fuer Ablaufdatum 'drinsteht. Uebrigens, als ich hier in San Francisco meinen (deutschen) Pass verlaengert hab', da musste ich auch noch Geburtsurkunde etc. beibringen.

Zitat von GilbertWolzow
ein weiteres argument warum jens zwangsläufig die ddr staatsbürgerschaft gehabt haben muss: er wurde mitarbeiter des mfs und dies war nur möglich in dem er einen eid schwor und sich den gesetzen der ddr unterwarf und damit notfalls bestraft werden hätte können. dieses hätte ein ausländer nicht gekonnt. als bürger der usa hätte er jederzeit über jede beliebige güst gehen können.


Soweit ich weiss konnte er das letztere. Zu dem anderen weiss ich nix. Allerdings meine ich das es nicht unbedingt relevant fuer die Entscheidung ja/nein in Sachen Staatsbuergerschaft ist. Nur als Anregung: Dean Reed war auch US Buerger, und hat sich den Gesetzen der DDR unterworfen (und konnte auch dementsprechend bestraft werden). (Nein, ich behaupte nicht das Dean Reed bei der Stasi war)

Zitat von GilbertWolzow
zum greifkommando: wie ich den verschiedensten veröffentlichungen entnehmen konnte, hatte sich das bewaffnete (tage nach ablauf des alliierten rechtes !!!) greifkommando der osi in ihren 2 transportern versteckt. was wäre passiert, wenn deutsche polizisten erschienen wären ? nach einer weiteren zeitungsaussage, sollen sie in jens "seiner parklücke" gestanden haben und er wollte bereits zum zuständigen revierpolizisten marschieren.


Naja, haette er das mal gemacht. Oder waere er nach Prag oder Budapest gegangen. IIRC, falls deutsche Polizisten erschienen waeren, oder falls unbeteiligte Zivilisten gefaehrdet waeren, haette die Aktion (gemaess SOFA) abgeblasen werden muessen.
(Uebrigens ist es anscheinend einem Stasi-Greifkommando in Bayern mal so aehnlich gegangen-das ist allerdings eine andere Baustelle)

Zitat von GilbertWolzow
das dem greifkommando nebenbei noch eine riesen panne am s-bahnhof alexanderplatz unterlief soll auch nicht unerwähnt bleiben. man griff sich dort, wo auch der bgs und die deutsche polizei vor ort ist, einen ähnlich aussehenden u-bahnfahrer. erst nach kontrolle der tatoos stellte man fest, dass man sich den falschen gegriffen hatte... nochmal, nicht der bgs oder die polizei, nein die osi verhaftete am alexanderplatz

Ja, so'n Glueck moechte ich auch mal haben. So 'ne Panne ist wie ein 6er im Lotto, da brauchste dann nix mehr arbeiten . Allerdings, peinlich ist sowas allemal.

Zitat von GilbertWolzow
zu herrn wolf: ausgerechnet er woher sollte er, der seit jahren aus dem dienst bereits ausgeschieden war, davon kenntnis haben ? ich habe vor jahren eine fernsehdoku (spiegel tv ?) gesehen wo sich jens äusserte, dass er entführt wurde. freiwillig sieht für mich auch anders aus...


Naja, aber Grossmann wohnte doch immer noch im gleichen Haus. Also kann ich mir schon vorstellen das er ein bisserl was gewusst hat (zumindest mehr als wir beide miteinander). Das Spiegel Ding hab' ich glaub' ich auch (letztes Jahr?) gesehen, ausserdem war auch hier im Fernsehen mal eine Doku. Sorry, aber ich glaub' da hatte der gute Wolf schon recht als er ihn als 'psychisches Wrack' bezeichnet hat. Alles wuerd' ich dem mal nicht abnehmen.

Zitat von GilbertWolzow
zu herrn gysi: ich hatte von dieser problematik einen satz gelesen, kann dazu aber leider im netz nichts vertiefendes finden...

Ich hab's jetzt nicht gerade hier, werd' noch mal suchen gehen muessen.

Mal was anderes, was weisst Du denn ueber James Hall?

-Th


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#51

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 12:04
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@captndelta, hmmmm james hall sagt mir z.zt. nicht allzuviel. da müsste ich mal googeln gehen. aus dem bauch heraus würde ich sagen: canopy wing und geldgeil. aber wie gesagt, da muss ich auch erst wieder nachlesen.


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#52

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 12:10
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gilbert,

Teufelsberg, Yildirim, KfZ - Werkstatt ...


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#53

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 12:21
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@captndelta ich will noch mal auf jens zurück kommen.

sagt dir das amerikanische recht "des faulen apfels" oder besser gesagt "früchte des vergifteten baumes" etwas?

http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BCcht...gifteten_Baumes


die osi hatte 1990(!!!)den us-sergeant jeffrey martin carney auf dem papier der 6912th electronic security group zum golfkrieg, in den irak, abkommandiert. noch im fort leavenworth erhielt er dafür die entsprechende madaille.

erstaunlich was alles so geht...

p.s. ich würde es nach deutschem recht eher als prozessbetrug bezeichnen.


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#54

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 12:27
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

habe etwas zum teufelsberg gefunden:

http://www.youtube.com/watch?v=8cSP4i0-r...player_embedded


sage mal @alfred, ist das die geschichte des kleinen türken der die kfz der dortigen bediensteten reparierte und noch etwas "nebenbei" organisierte ?


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zuletzt bearbeitet 09.09.2009 12:29 | nach oben springen

#55

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 12:40
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

nachdem ich jetzt mal gegoogelt habe, fand ich seitenweise zu hüseyin yildirim und conopy wing im netz.hier mal eine zusammenfassung der "berliner zeitung" :

http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0001/index.html


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#56

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 12:43
von Alfred | 6.841 Beiträge

Ja,

dass ist der Herr.


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#57

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 13:07
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow
@captndelta ich will noch mal auf jens zurück kommen.
sagt dir das amerikanische recht "des faulen apfels" oder besser gesagt "früchte des vergifteten baumes" etwas?
http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BCcht...gifteten_Baumes


Ja, ich hatte das heute (04:19) schon mal fuer Dich 'reingestellt, ich glaub' Du liest meine Beitraege nicht . Also, nochmal 'reinkopiert:

Zitat von CaptnDelta
Uebrigens, wenn der Zugriff entgegen bestehender Vertraege oder Regelungen vorgenommen worden waere, dann waere der ganze Prozess aufgund der "fruit of the poisonous tree" (--> Link <--) gekippt worden. So 'ne Prozessfuehrung kann jeder "Anwaltslehrling" machen, und so Faelle sind bei Anwaelten begehrt, weil man sich recht einfach ein paar dicke Lorbeeren anstecken kann.



Zitat von GilbertWolzow
die osi hatte 1990(!!!)den us-sergeant jeffrey martin carney auf dem papier der 6912th electronic security group zum golfkrieg, in den irak, abkommandiert. noch im fort leavenworth erhielt er dafür die entsprechende madaille.

Na, die OSI kann ihn wohl schlecht abkommandieren, die sind doch (wie Du sie nanntest) der Geheimdienst der Airforce (Ich hab' sie die Feldjaeger genannt). Also war's die USAF. Schick mal 'nen Link rueber, wuerde mich interessieren was da los war. Ansonsten schaut das wieder mal nach 'nem typisch amerikanischen Buero-Foul-up aus. Wenn Du mal hier in der Naehe bist, dann lad' ich Dich mal zu 'nem Tagesausflug zur DMV (Zulassungsstelle) ein, ich glaub' das wuerde einige Deiner Fragen beantworten. Das ist hier manchmal einfach nicht wie in Deutschland .
-Th


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#58

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 13:43
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Na, die OSI kann ihn wohl schlecht abkommandieren, die sind doch (wie Du sie nanntest) der Geheimdienst der Airforce (Ich hab' sie die Feldjaeger genannt).



OSI (Office of Special Investigations) war zum damaligen Zeitpunkt in drei Säulen gegliedert:
- Aufklärungsabteilung
- Abwehrabteilung
- Abteilung Personalbestand.

OSI war dem Vereinigten Gruppe der Stabschefs bzw. dem Vereinigten Aufklärungskomitee nachgeordnet. Aus der Gesamtschau ist für mich der Begriff Nachrichtendienst passender als Feldjäger.



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#59

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 13:43
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von CaptnDelta
Na, die OSI kann ihn wohl schlecht abkommandieren, die sind doch (wie Du sie nanntest) der Geheimdienst der Airforce (Ich hab\' sie die Feldjaeger genannt).



OSI (Office of Special Investigations) war zum damaligen Zeitpunkt in drei Säulen gegliedert:
- Aufklärungsabteilung
- Abwehrabteilung
- Abteilung Personalbestand.

OSI war dem Vereinigten Gruppe der Stabschefs bzw. dem Vereinigten Aufklärungskomitee nachgeordnet. Aus der Gesamtbetrachtung ist für mich der Begriff Nachrichtendienst passender als Feldjäger.





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#60

RE: Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.09.2009 14:15
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von GilbertWolzow
@captndelta ich will noch mal auf jens zurück kommen.
sagt dir das amerikanische recht "des faulen apfels" oder besser gesagt "früchte des vergifteten baumes" etwas?
http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BCcht...gifteten_Baumes


Ja, ich hatte das heute (04:19) schon mal fuer Dich \'reingestellt, ich glaub\' Du liest meine Beitraege nicht . Also, nochmal \'reinkopiert:

Zitat von CaptnDelta
Uebrigens, wenn der Zugriff entgegen bestehender Vertraege oder Regelungen vorgenommen worden waere, dann waere der ganze Prozess aufgund der "fruit of the poisonous tree" (--> Link <--) gekippt worden. So \\'ne Prozessfuehrung kann jeder "Anwaltslehrling" machen, und so Faelle sind bei Anwaelten begehrt, weil man sich recht einfach ein paar dicke Lorbeeren anstecken kann.





ach du schei... ich merke jetzt erst, dass sich dort bei dir nen link dahinter versteckt. oooh man, dann hätte ich mir ja das suchen ersparen können...


In Antwort auf:
Wenn Du mal hier in der Naehe bist, dann lad' ich Dich mal zu 'nem Tagesausflug zur DMV (Zulassungsstelle) ein, ich glaub' das wuerde einige Deiner Fragen beantworten. Das ist hier manchmal einfach nicht wie in Deutschland .



ich weiss ja nicht, ob meine einreisesperre in die usa bereits aufgehoben ist... deshalb hat man ja damals bei jens einen der verräter in eine us-airforce-uniform stecken wollen. willst du mit mir das gleiche versuchen?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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