#61

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2015 18:55
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #60
Ein "normaler" Westdeutscher hatte damals als Grenzen sowas wie Deutschland-Niederlande, Deutschland-Belgien oder Deutschland-Dänemark, Frankreich, Schweiz, Österreich etc. vor Augen, wo man meistens im Schritttempo entspannt durchrollte, vielleicht noch höflich mit dem Perso winkend, ohne überhaupt anzuhalten. DAS waren die normalen Grenzen. Da war die DDR natürlich leicht abseits von diesen Standards. Hinzu kam, dass man durch die Sperranlagen durchfuhr, was ja auch beeindruckend brutal aussah. Alleine diese Zaunsysteme, Wachtürme und Rollböcke. Diese ganzen Schilder, Gatter, Türchen, Linien. "Weltläufig" war daran nichts. Da sprang einen die Kleinkariertheit richtig an.

Und was hat das nun mit der vermeintlichen Einsilbigkeit und Unhöflichkeit zu tun?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#62

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2015 19:01
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
und unnormale Deutsche kannten auch die Landgrenzen noch vor dem 1.Golfkrieg zwischen Iran und Irak, Irak und Türkei, Argentinien und Brasilien/Chile, Ägypten und Libyen, Marroko und Algerien, wie im inneren Afrikas?

Also Länder die nicht im Krieg oder atagonistischen Miltärbündnissen Gegner waren...

PS.:
Was könne denn Östereicher über Fahrten nach Prag oder Budapest vor 1985 berichten....

Meines Eindrucks nach zeigten die Grenzorgane der DDR im Dienst die positiven Aspekte von Preussen.....



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#63

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2015 19:25
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #62

[...]

Meines Eindrucks nach zeigten die Grenzorgane der DDR im Dienst die positiven Aspekte von Preussen.....


Guten Abend,

OT Dieser Denkansatz des positiven Preussentums erinnert mich an eine für die DDR erstaunliche Lektüre (ausgewogener als die vorherigen Darstellungen und um objektive Sicht bemüht): Mittenzwei Ingrid: Friedrich II von Preussen: Berlin-Ost 1979
OT End

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#64

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2015 19:27
von Georg | 1.012 Beiträge

Zitat von Grenzläufer im Beitrag #44
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #28
Die PKE waren alle Angehörige des MfS, getarnt mit einer Uniform der Grenztruppen, und sicher keine "Beamten". Beamte im west-deutschen Sinne gab es in der DDR überhaupt nicht.

Das Stasi-Gelöbnis (Ausschnitt)

Zitat
WIR GELOBEN,

auf der Grundlage und in konsequenter Durchsetzung der Beschluesse
unserer Partei und Regierung,

angesichts der verschaerften Klassenauseinandersetzung zwischen
Sozialismus und Imperialismus,

mit hoher politischer Reife, standhaft und kompromisslos den Feind
zu bekaempfen,

seine verbrecherischen Plaene, Absichten und Massnahmen rechtzeitig
zu erkunden und zu vereiteln,

dem Feind keine Chance fuer seine gegen Frieden, Demokratie und
Sozialismus gerichteten Machenschaften zu lassen.


(komplett)
http://www.bytecruncher.de/witze/polddrgl.html




Einsilbigkeit - Unhöflichkeit?
Nein, stramm gedrillte Genossen mit hoher politischer Reife.
So wie ihr intellektuelles Idol, der "Humanist" Erich Mielke.

Danke für den link, Harzwanderer. Diese Gelöbnis sagt alles, typisch für eine Diktatur.



Was natürlich so noch nicht bekannt war:
Die stramm gedrillten Genossen mit hoher politischer Reife hatten noch einen Geheimauftrag. Im Rahmen der Abfertigung der BRD - Reisenden
sollte die Wirksamkeit der m.-l. Lehren umfangreich und nachweisbar getestet werden. Wenn aus dem Reisepaß mindestens 3 Reisen laut DDR Stempel durchgestanden waren, dann sollte mit dem Reisenden ein klärendes Gespräch geführt werden. Ziel des Gespräches sollte sein, daß der betreffende Reisende einen Aufnahmeantrag für die SED einreicht. Dafür erhielt der stramme und politisch reife Genosse Gutschriften !
Auch sei das Grenzregime zu loben. GT und PKE waren doch für die Bundis und WB Bastionen für die Freiheit dieser. Die Sperren haben dochHunderttausende Soldaten daran gehindert WB und das Bundi-Ländle zu überrollen, oder nicht. Also liebe Mitglieder ein bissel Respekt für die Helden. Positv muß mans halt sehen.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#65

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2015 22:59
von Hanum83 | 4.740 Beiträge

Also ich bin auch mal von der BRD in die DDR eingereist, Anfang 90 mit dem Trabbi aus Hof kommend vom Einkauf
Da saß an so einem neuen Grenzübergang in der Vogtländischen Pampa ein Mann in GT-Uniform, mit heutigem Erkenntnisstand aber andere Fakultät, wirklich in der Pampa alleine in so einem eilig hingestellten Container und die Leute wollten ja nur schnell wieder heimwärts nach dem schnellen Trip zum Aldi.
Der Mann dort nahm aber seinen Job noch ernst und glotzte intensiv in jeden Ausweis, obwohl da schon lange keine bunten Stempel mehr nötig waren, Resultat Schlange.
Auf meine Frage ob denn dieses Spiel nun immer noch nötig wäre, blaffte er mich richtig böse an "das ist immer noch eine Staatsgrenze!"
Ok, recht hat er ja gehabt der freundliche Kontroller, gut das der paar Monate später nebst seiner Bude und seiner Staatsgrenze wegen historischer Sinnlosigkeit in der Versenkung verschwand.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#66

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 00:14
von vs1400 | 2.389 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #65
Also ich bin auch mal von der BRD in die DDR eingereist, Anfang 90 mit dem Trabbi aus Hof kommend vom Einkauf
Da saß an so einem neuen Grenzübergang in der Vogtländischen Pampa ein Mann in GT-Uniform, mit heutigem Erkenntnisstand aber andere Fakultät, wirklich in der Pampa alleine in so einem eilig hingestellten Container und die Leute wollten ja nur schnell wieder heimwärts nach dem schnellen Trip zum Aldi.
Der Mann dort nahm aber seinen Job noch ernst und glotzte intensiv in jeden Ausweis, obwohl da schon lange keine bunten Stempel mehr nötig waren, Resultat Schlange.
Auf meine Frage ob denn dieses Spiel nun immer noch nötig wäre, blaffte er mich richtig böse an "das ist immer noch eine Staatsgrenze!"
Ok, recht hat er ja gehabt der freundliche Kontroller, gut das der paar Monate später nebst seiner Bude und seiner Staatsgrenze wegen historischer Sinnlosigkeit in der Versenkung verschwand.



im eigentlichen wohl ne allgemeine schilderung der damaligen zeit.
schade jedoch,
dass eine allgemeine erfahrung mit heutigen populismus aufgepeppt wird.

egal ...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#67

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 06:13
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Morjen....

Zarrentin gab es kurz vor der Güst einen Rastplatz mit Intershop, Wimre nur für Busse, weiß ich aber nicht mehr genau.

Zu den Grenzkontrollen:

Ich habe in den wenigsten Fällen einen Schwatz mit den Zöllnern oder des PKE gehalten. Wie Dandellion es schrieb, menschlich kalt, unpersönlich, aber zu 99% korrekt.

Das galt sowohl für den Transit wie den kl. Grenzverkehr. Obwohl man sich, speziell im kl. Grenzverkehr über Horst/ Lauenburg auch "kannte".

Erinnerlich ist mir nur ein "Schwatz" mit einem Zöllner auf der LKW- Spur in Richtung Berlin. Ich fuhr in Richtung Berlin, mit Wohnmobil und PKW- Autotransporter, darauf einen Audi 100 den ich in Berlin verkaufen wollte.

Auf Anraten des westdeutschen Zolls hatte ich einen Warenbegleitschein dabei, eigentlich unnötig, da Privattransport, aber sicher ist sicher war die Meinung des westdeutschen Zolls.

Da stand ich dann, der ostdeutsche Zoll wusste anscheinend nicht recht was mit dem Warenbegleitschein anzufangen. Ich weiß nicht mehr genau wie, aber irgendwie kam das Gespräch auf den Zweck unserer Reise nach Berlin zu sprechen, warum, weswegen, Auto, Preis, etc. Absolut entspannt, der DDR Zöllner genauso, ich sehe ihn noch vor mir, das Lächeln, höre noch den Satz, was, so billig (3500 DM).

Ich erinnere auch noch genau meine Antwort, ich kann ihn auch woanders abladen (den Audi), er muss mir nur sagen, wo. Er wiegte lächelnd den Kopf, sagte, geht ja nicht, öffnete den Schlagbaum (zwischenzeitlich waren unsere Papiere von einem anderen Mitarbeiter zurück gebracht worden?), wünschte eine gute Fahrt....völlig ungewöhnlich, dass Verhalten.

Nie wieder derartiges erlebt...

Wenn ich dann den Beitrag von LO Wahnsinn lese, "auf den Beamten zugehen", zu DDR Zeiten undenkbar, meine ich.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#68

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 08:11
von Hanum83 | 4.740 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #66
Zitat von Hanum83 im Beitrag #65
Also ich bin auch mal von der BRD in die DDR eingereist, Anfang 90 mit dem Trabbi aus Hof kommend vom Einkauf
Da saß an so einem neuen Grenzübergang in der Vogtländischen Pampa ein Mann in GT-Uniform, mit heutigem Erkenntnisstand aber andere Fakultät, wirklich in der Pampa alleine in so einem eilig hingestellten Container und die Leute wollten ja nur schnell wieder heimwärts nach dem schnellen Trip zum Aldi.
Der Mann dort nahm aber seinen Job noch ernst und glotzte intensiv in jeden Ausweis, obwohl da schon lange keine bunten Stempel mehr nötig waren, Resultat Schlange.
Auf meine Frage ob denn dieses Spiel nun immer noch nötig wäre, blaffte er mich richtig böse an "das ist immer noch eine Staatsgrenze!"
Ok, recht hat er ja gehabt der freundliche Kontroller, gut das der paar Monate später nebst seiner Bude und seiner Staatsgrenze wegen historischer Sinnlosigkeit in der Versenkung verschwand.



im eigentlichen wohl ne allgemeine schilderung der damaligen zeit.
schade jedoch,
dass eine allgemeine erfahrung mit heutigen populismus aufgepeppt wird.

egal ...

gruß vs







Du wirst aber nun hoffentlich nicht mein persönlicher Kommentierer?
Könnt ich fast denken.
Falls doch, von mir aus mach, egal.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
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#69

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 10:53
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #52
Viel geredet haben die Leute von PKE und Zoll nicht. Gestört hat mich das nicht. Ich habe auch nicht viel gesagt.
Theo

Dann sage ich Dir, wenn ich mit dem Flugzeug auf einem bundesdeutschen Flughafen lande, von irgendwoher komme und eine Passkontrolle stattfindet, ich habe noch nie erlebt, dass der Mensch vom BGS mehr von sich gegeben hat als ein nickendes Begrüßen und ein nickendes Verabschieden. Zum Einen, warum sollte er auch mehr von sich geben,zum Anderen, warum sollte er mit mir in ein Gespräch verfallen wenn hinter mir noch 100 andere warten? Jedenfalls ist meine Erinnerung so, ich habe ein paar Jahre auf der LKW-Abfertigungsrampe und im KOM-Bereich gestanden, da kamen immer wieder welche die ich schon kannte weil sie regelmäßig erschienen, bis das Abfertigunsprozedere erledigt war, wir haben uns schon mal über Gott und die Welt unterhalten. Nun war unsereins damals natürlich auch in einer anderen Situation, man war neugieriger auf die"unbekannte Welt", was soll sich heute ein BGS-Mann für meinen Urlaub interessieren wenn er in paar Monaten selbst irgendwo hin fährt? Fakt ist jedenfalls, der Eindruck der vermittelt werden soll,oder der "Verdacht" der besteht, es hat sich keiner unterhalten, weil er ein fanatischer Betonkopf war oder noch viel schlimmer, er hat sich nicht unterhalten weil er Angst hatte einer von seinen"Komplizen" könnte das mitbekommen und weitermelden ist schlichtweg Unsinn und entspricht definitiv nicht den damaligen Realitäten.


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#70

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 11:07
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #51
Ich vermag mich nicht daran zu erinnern, dass ich bei Reisen in bzw. aus der DDR irgend wann einmal vom westdeutschen Grenzbeamten nach meinen Ausweis gefragt worden bin. Mit westdeutschen Zollbeamten bin ich auch weder bei der Aus-,
noch bei der Einreise in Kontakt gekommen.

Für mich entstand eher der Eindruck, dass die Anwesenheit dieser Beamten dort nur dekorativen Charakter hatte, weil es
eben diese Grenze gab.

Das kann ich so nicht bestätigen: Ich wurde jedesmal kontrolliert - und zwar vor der Einreise in die DDR und auch bei der Rückkehr. Beim Verlassen der Bundesrepublik wurden die Pässe kontrolliert und auch gefragt, ob die Einreisedokumente vollständig seien. Das habe ich allerdings mehr als Service und weniger als Kontrolle empfunden.
Bei der Rückreise wurden die Pässe ebenfalls kontrolliert und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, waren die Jungs in den Buden zu zweit - und einer davon trug die grüne Uniform des Zolls. Ob ich allerdings auch nach mitgeführten Zigaretten, Schnaps etc. gefragt wurde, weiß ich heute wirklich nicht mehr. Allerdings gab es schon mal vorsichtige Fragen nach der allgemeinen Stimmungslage, ob mir Versorgungsengpässe aufgefallen seien und Ähnliches mehr.
Zitat von icke46 im Beitrag #56
Gab es das - Intershop an der Grenze? Zumindest in Marienborn bzw. Drewitz ist mir der nie aufgefallen. Ich habe in Richtung Berlin immer den an der Raststätte Michendorf und auf der Rückfahrt den in der Raststätte Magdeburg-Börde genutzt.

Nach Berlin bin ich nur ein- oder zweimal mit dem PKW gefahren, die Entfernung von meinem damaligen Wohnsitz im Rheinland war mit mehr als 600 km einfach zu groß. Über die GüSt Salzwedel allerdings deutlich öfter, wie schon erwähnt. Kurz hinter der Grenze gab es auf der südlichen Straßenseite einen größeren Parkplatz und darauf einen Intershop. Bei der Einreise nachts hatte der geschlossen, was ich bei den zu dieser Tageszeit ganz wenigen Einreisenden gut verstehen konnte. Bei der Ausreise (meist so am frühen Nachmittag) machte der Shop allerdings auch einen ziemlich verlassenen Eindruck.

Angehalten habe ich dort nie, meine Einkäufe konnte ich im Inershop von Salzwedel problemlos erledigen.


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#71

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 11:26
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #65
Also ich bin auch mal von der BRD in die DDR eingereist, Anfang 90 mit dem Trabbi aus Hof kommend vom Einkauf
Da saß an so einem neuen Grenzübergang in der Vogtländischen Pampa ein Mann in GT-Uniform, mit heutigem Erkenntnisstand aber andere Fakultät, wirklich in der Pampa alleine in so einem eilig hingestellten Container und die Leute wollten ja nur schnell wieder heimwärts nach dem schnellen Trip zum Aldi.
Der Mann dort nahm aber seinen Job noch ernst und glotzte intensiv in jeden Ausweis, obwohl da schon lange keine bunten Stempel mehr nötig waren, Resultat Schlange.
Auf meine Frage ob denn dieses Spiel nun immer noch nötig wäre, blaffte er mich richtig böse an "das ist immer noch eine Staatsgrenze!"
Ok, recht hat er ja gehabt der freundliche Kontroller, gut das der paar Monate später nebst seiner Bude und seiner Staatsgrenze wegen historischer Sinnlosigkeit in der Versenkung verschwand.


Ich erinnere mich auch an so einen Vorfall - eilig aufgestellte Bude in der Pampa des Vogtlandes, Frühjahr 1990. Das kann die B173 (damals F173) zwischen Plauen und Hof gewesen sein. Ab Herbst 90 habe diese Stelle fast wöchentlich passiert - als Berufspendler zwischen Dresden und Nürnberg - da war die Bude wieder weg.
Ein anderes Erlebnis aus der Zeit, ebenfalls Frühjahr 1990, gleich neben dem Brandenburger Tor:
Ich besuchte gemeinsam mit meinem Vater Berlin (Mutter in der Charite besucht) und wir beschlossen "ach, wir schaun mal kurz in den Westen".
Neben ein paar Absperrgittern und einer langen Schlange stand ein uniformierter PKE-ler, schaute kurz in den Personalausweis und sagte zu jedem "Ja, danke.." - wie ein Roboter. Ich dachte so für mich: "Der arme Kerl - fühlt hier so richtig die Nutzlosigkeit seines Tuns....also ich möchte nicht mit ihm tauschen". Gleich dahinter, auf der Westseite, standen die Mauerspechte dicht nebeneinander mit Hammer und Meissel und hackten sich ihre Souveniers heraus - die Mauer hatte an diesen Stellen bereits metergrosse Löcher, die Stahlstäbe der Bewehrung schauten heraus. Auf der Mauerkrone liefen noch Uniformierte langsam hin und her - wie mögen die sich vorgekommen sein ?...
Nun - wir hatten auch Hammer und Meissel im Gepäck und reihten uns ein und ernteten auch ein paar Bröckchen - eine verrückte Zeit damals..

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#72

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 11:56
von IM Kressin | 914 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #51
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #21


Ich vermag mich nicht daran zu erinnern, dass ich bei Reisen in bzw. aus der DDR irgend wann einmal vom westdeutschen
Grenzbeamten nach meinen Ausweis gefragt worden bin. Mit westdeutschen Zollbeamten bin ich auch weder bei der Aus-,
noch bei der Einreise in Kontakt gekommen.

Für mich entstand eher der Eindruck, dass die Anwesenheit dieser Beamten dort nur dekorativen Charakter hatte, weil es
eben diese Grenze gab.


Weder dekorativ noch symbolisch, die Einen erledigten die grenzpolizeiliche (paßrechtliche) Abwicklung, die Anderen bewerkstelligten die (verbrauch)-steuerrechtliche Überwachung im Verbund.

Die Nichtbeachtung der Regularien von Reisenden im innerdeutschen Verkehr war selbsterklärend, ohne Visum keine Einreise. Eine Überwachung durch bundesdeutsche Grenzbeamte kein Muss im Gegensatz zum Transitverkehr.

Reisende im Transit von und nach Berlin(West) suchten den Zoll selbstständig auf, um sich nach einem Einkauf beim Intershop oder nach Urlaubsreisen mit mehrtägigem Aufenthalt oder Butterfahrten, die erworbenen Artikel, überwiegend Zigaretten und Alkoholika, durch Vorlage einer Transitbescheinigung bei Einreise bestätigen zu lassen.

Von November 1976 – Februar 1977 war ich abgeordnet an die Zollschule Berlin, Fehrbelliner Platz, und dadurch bedingt in diesen Monaten mehrfach an Wochenenden im Transit unterwegs.

Beispiel: Ich fahre mit 3 Kollegen im PKW nach Berlin. Jeder erwirbt die Freimenge von 200 Zigaretten. Bei der Einreise nach Berlin befinden sich 800 Zigaretten im PKW, verteilt auf 4 Personen.

Die Kollegen verbringen das Wochenende in Berlin, die Rückfahrt tätige ich allein und führe die Zigaretten der Kollegen im Kofferraum mit.

In die Transitbescheinigung (Zolljargon: Schmuggelbescheinigung)
trage ich die Anzahl der (legal auf der Hinreise) erworbenen 800 Zigaretten ein und lasse diese Eintragung durch einen Zollbeamten der (West)Berliner Grenzkontrollstelle mit Dienstsiegel bestätigen.

Die Transitbescheinigung verliert nach 12 Stunden die Gültigkeit.

Als Nächstes suche ich den Intershop erneut auf und kaufe 200 Zigaretten. Im Kofferraum befinden sich 1000 Zigaretten.

Bei einer etwaigen Einreisekontrolle konnte für die im „verbrauchssteuerredlichen“ Besitz befindlichen Tabakwaren (1000 Zigaretten) der Nachweis erbracht werden.

Ohne Bescheinigung wäre bei gleichem Sachverhalt eine Nachversteuerung bei der Kontrolle erfolgt.

Es grüßt Euch
Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#73

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 13:22
von Stringer49 | 700 Beiträge

Doppelt geschrieben.
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 19.08.2015 12:42 | nach oben springen
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#74

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 13:37
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #58

[...]
als sie sich meinen UK Passport anschaut

[...]

US Embarkment – Immigration. Meistens freundlich. Sagen bei Einreise ‚Welcome Home‘ Willkommen zuhause.

[...]


Russische Einreise. Nach strammer Verordnung und immer gleiche Prozedur in der Abwicklung, nicht nur auf den drei grossen Moskauer Flughaefen. Es werden keine Fragen gestellt, ausser, vom Ausland kommend, aus welcher Stadt man eingeflogen ist. Generell jedoch Unnahbarkeit wie bei den meisten russischen Beamten. Da nuetzt auch kein freundliches Laecheln. Die Ruhe bewahren, sonst geht es ab. Die weiblichen Beamten sind unfreundlicher als die mannlichen. Nie ein Visum auch nur eine Minute ueberziehen.





Beware of human error. Never put the wrong ID card on the wrong desk . Highly risky whilst owning different identities ... No risk, no fun.

Vorsicht vor dem menschlichen Fehlverhalten. Lege nie den falschen Ausweis auf das falsche Pult. Es ist sehr risikoreich, wenn man verschiedene Identitäten hat. Kein Risiko, kein Spass.

Auch in ernsten Zuständen dürfen wir unsere komischen Phantasien entfalten, oder ? (Ich bin schuldig...)

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 18.08.2015 13:37 | nach oben springen
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#75

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 15:43
von Himmelblau | 1 Beitrag

Nicht jeder Wessi hatte nämlich Angst vor uns, wenn auch "zum Glück" die Meisten, wäre das nicht so gewesen, auch deswegen haben wir dieses Bild so belassen, wir hätten den Tag gar nicht problemlos über die Bühne gebracht.


Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2015 16:56
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Das ist aber von mir. Und warum steht das jetzt hier,was ist der Hintergrund?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#77

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 14.09.2015 21:25
von Friedensfahrt | 402 Beiträge

Hallo Ihr
Habe ab und zu mal von einem anderen Rechner mitgelesen
Wo sind denn die Grenzanlagen hingekommen


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#78

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 14.09.2015 21:29
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Himmelblau im Beitrag #75
Nicht jeder Wessi hatte nämlich Angst vor uns, wenn auch "zum Glück" die Meisten, wäre das nicht so gewesen, auch deswegen haben wir dieses Bild so belassen, wir hätten den Tag gar nicht problemlos über die Bühne gebracht.



Hallo,
auch ohne Angst vor PKE und Zollorgan konnte der Westler ruhig und ohne Reibereien, ohne den dort an der Grenze arbeiten diese schwer zu machen sich abfertigen lassen.



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#79

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 14.09.2015 21:39
von Friedensfahrt | 402 Beiträge

Das weiß ich noch ganz gut Rot neu Gelb biste da Grün gehste bald
Grüsse aus Sachsen


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#80

RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze

in Leben an der Berliner Mauer 15.09.2015 19:54
von SET800 | 3.104 Beiträge

[quote=Sperrbrecher|p485577=L]
Ich vermag mich nicht daran zu erinnern, dass ich bei Reisen in bzw. aus der DDR irgend wann einmal vom westdeutschen
Grenzbeamten nach meinen Ausweis gefragt worden bin. [/quote]

Naja,
KFZ-Kennzeichen und ( vielleicht ) Peronsennamen wurden registriert, wieso sonst hätte der Verfassugschutz gewußt welche ihre rBürge rim Osten waren.

Warum der Aufwand mit konspirativen Schleusungen am Zaun?

Die hätten ja schlicht mit einem fiktiven DDR-Ausweis per Bahn ein- und ausreisen können.



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