#1

Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 20:11
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Jeden Tag lesen wir was von den Flüchtlingen aus Afrika die nach Deutschland kommen und die Proteste der Bevölkerung.
Wir haben doch auch einige Flüchtlinge, die über die Grenze gegangen sind
Berichtet doch mal
Wie lange wart ihr in Flüchtlingslagern?
Wie war der Zustand dort?
Was für Geld oder Lebensmittel habt ihr bekommen?
Wie lange habt ihr auf Arbeit gewartet?
Was hat der Beamter im Arbeitsamt zu euch gesagt?
Wie seid ihr mit der neuen Gesellschaft am Anfang zu recht gekommen.?


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2015 20:12 | nach oben springen

#2

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 21:06
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Habe ich, so glaube ich jedenfalls, schon mal erwähnt.

Ich bin im August 1969 über Bulgarien, Jugoslawien und Österreich in die Bundesrepublik geflüchtet.

Als ich mich beim Einwohnermeldeamt anmelden wollte hat man mich nach Gießen zur Notaufnahme (so hieß das)
verwiesen. Dort war ich zwei Tage, dann bekam ich 150 DM Begrüßungsgeld und fuhr zu meinen Bruder, wo ich
zunächst unterkam, vier Tage später bin ich arbeiten gegangen..

Nach Erledigung der Notaufnahme in Gießen habe ich mich beim Arbeitsamt angemeldet und bekam Gutscheine
für Berufsbekleidung, sowie Arbeitslosengeld für die Zeit von der Meldung in Gießen bis zum Tag der Arbeitsaufnahme.

Nach etwa 4, 5 Wochen bekam ich eine Wohnung zugewiesen. Möbel hatte ich natürlich keine, die habe ich mir
ebenso wie alles andere nach und nach von meinem Verdienst selbst gekauft. Anfang des neuen Jahres bekam
ich allerdings die gesamte Lohnsteuer zurück, die ich vom August bis zum Ende des Jahres 1969 gezahlt hatte.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


LO-Wahnsinn, Lutze und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2015 21:17 | nach oben springen

#3

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 22:09
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Man kann vielleicht eure Erlebnisse mit denen der heutigen Flüchtlingen vergleichen.


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#4

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 22:11
von Mike59 | 7.951 Beiträge

Deutsch - Deutsche Flüchtlinge. Ja, berichtet einmal wie die deutschen (Kriegs)Flüchtlinge nach 1945 aufgenommen wurden.
Wenn ich die Augenzeugen in meiner Familie noch höre, war das der heutigen Situation durchaus angemessen. Keiner wollte die "Flichtlinge" aus den Ostgebieten haben und die Volksgemeinschaft war am (Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren aufhören zu lesen) war am Arsch.
Ja, wie lange haben die z.B. in den einem oder anderen ehem. KZ leben müssen?

Das Problem von heute sind nicht die Menschenmassen die kommen, es sind politische Entscheidungen die getroffen werden müssen. Und zwar jetzt. Jede leere Wohnung im ganzen Land muss einfach erfasst und belegt werden, keine Gettos, auf das Land, in die Stadt, staatliche Betreuer oder ehrenamtlich. Die Kirchen, besonders die Katholische kann sich endlich in Ihrer Menschenliebe beweisen. Freiwilliges soziales Jahr, jeder bekommt eine Familie an die Hand mit der er den bürokratischen Dschungel durchwaten kann um die Leute einzubinden. Steuervergünstigung für Betriebe die Flüchtlinge ausbilden.
Machbar ist einiges - es muss nur der politische Druck da sein es umzusetzen. Leider ist unsere Politik in eine alt bekannte Starre verfallen.


der 39. und Cambrino haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 22:19
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #3
Man kann vielleicht eure Erlebnisse mit denen der heutigen Flüchtlingen vergleichen.

Nicht ganz, zumindest hatte ich, im Gegensatz zu den Flüchtlingen von heute, allem notwendigen Papiere um meine Identität
nachzuweisen dabei.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


kirsche.ndh hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 22:30
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

#4
Mike
Bin ich völlig einverstanden.
Die Sache mit den Vertriebenen war traurig, kenne ich alles aus meiner Familie.
Leider sind die Zeugen schon lange gestorben, aber die Flüchtlinge nach drüben sind bei uns im Forum und können noch was berichten
tho


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#7

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 22:46
von Mike59 | 7.951 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #6
#4
Mike
Bin ich völlig einverstanden.
Die Sache mit den Vertriebenen war traurig, kenne ich alles aus meiner Familie.
Leider sind die Zeugen schon lange gestorben, aber die Flüchtlinge nach drüben sind bei uns im Forum und können noch was berichten
tho

Ja - @thomas 48 da hast du Recht.
Die Erfahrungsberichte der deutschen Flüchtlinge in der Zeit zwischen 1945 und 1989 hatten wir ja schon öfter. Da hat sich gezeigt das aus dem Desaster von vor 1945 mit entsprechendem politischen Druck gelernt wurde.


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#8

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 23:14
von damals wars | 12.140 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Deutsch - Deutsche Flüchtlinge. Ja, berichtet einmal wie die deutschen (Kriegs)Flüchtlinge nach 1945 aufgenommen wurden.
Wenn ich die Augenzeugen in meiner Familie noch höre, war das der heutigen Situation durchaus angemessen. Keiner wollte die "Flichtlinge" aus den Ostgebieten haben und die Volksgemeinschaft war am (Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren aufhören zu lesen) war am Arsch.
Ja, wie lange haben die z.B. in den einem oder anderen ehem. KZ leben müssen?

Das Problem von heute sind nicht die Menschenmassen die kommen, es sind politische Entscheidungen die getroffen werden müssen. Und zwar jetzt. Jede leere Wohnung im ganzen Land muss einfach erfasst und belegt werden, keine Gettos, auf das Land, in die Stadt, staatliche Betreuer oder ehrenamtlich. Die Kirchen, besonders die Katholische kann sich endlich in Ihrer Menschenliebe beweisen. Freiwilliges soziales Jahr, jeder bekommt eine Familie an die Hand mit der er den bürokratischen Dschungel durchwaten kann um die Leute einzubinden. Steuervergünstigung für Betriebe die Flüchtlinge ausbilden.
Machbar ist einiges - es muss nur der politische Druck da sein es umzusetzen. Leider ist unsere Politik in eine alt bekannte Starre verfallen.


Auf Grund des Frauenüberschuss in den deutschen "Westgebieten" waren die jungen männlichen Flüchtlinge gern gesehen und heirateten in die ansässigen Familien ein. Ich habe dadurch einen Onkel aus Schlesien.
Und natürlich wurden die Barackensiedlung der "Fremdarbeiter" und der Kriegsgefangenen sowie der Außen KZs für die Umsiedler aus den Ostgebieten genutzt, viele Wohnungen waren ja schon mit 2 und mehr Familien belegt. Und die rücksichtslose Kriegsführung der faschistischen Luftwaffe hatte ihr Echo in den deutschen Großstädten gefunden.
Das wurde aber Deutschlandweit so gemacht.
Deutschland hat damals 12 Millionen Menschen integriert.

Dann später noch jahrelang Rußlanddeutsche und Rumänendeutsche.
Da ist noch viel Luft.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 15.08.2015 23:46 | nach oben springen

#9

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 15.08.2015 23:37
von Mike59 | 7.951 Beiträge

Zitat
Da ist noch viel Luft


Das sehe ich auch so - der politische Wille fehlt. Unberechtigte Raus, Randalierer in den Knast, Berechtigte betreut. Konsequent.


Fritze, 94 und Hanum83 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 16.08.2015 07:48
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Zitat
Leider sind die Zeugen schon lange gestorben



Denkste, da leben noch so einige und könnten viel erzählen!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 06:42
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Morjen...

Ich meine, die gesamte Zuwanderungspolitik der EU müsste "auf den Prüfstand".

Zudem sollten die "Zustände der Flüchtlinge" sowohl auf den griechischen Inseln wie auch die Zustände in Mazedonien mehr medial verbreitet werden, evtl. würde das den einen oder anderen davon abhalten in das "gelobte Land" Europa aufzubrechen.

Deutschland wird irgendwann an seine Grenzen kommen. Wohin mit all den Menschen?

Wie soll es weiter gehen? Die Sporthallen mit Flüchtlingen belegt, die Schule beginnt wieder, fällt dann der Schulsport aus? Niedersachsen, Friedland, ist gerade das Paradebeispiel. Die Sporthalle abgesoffen, die Flüchtlinge in der Schule. Noch sind Ferien, aber dann?

Auch wenn es keiner hören will, ich meine, die EU Außengrenzen müssten entsprechend gesichert werden. Zudem sollten die, die aufgrund wirtschaftlicher Argumente z.B. aus dem Balkan kommen, umgehend zurück geführt werden (Stichwort "sichere Länder" wie Mazedonien, Albanien)

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Klauspeter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 09:27
von damals wars | 12.140 Beiträge

Die EU Außengrenzen sind hinreichend gesichert, die derzeitige Einwanderung ist "illegal" und vor allem eine Flucht vor den von den Europäern provozierten Verhältnissen in den, das sagt schon die Bezeichnung "unsicheren Herkunftsländer", nicht mal die Zäune in Ceuta und Meiia bzw. der Stacheldraht in Ungarn können die Flüchtlinge aufhalten.
http://diepresse.com/images/uploads/1/8/...38369322545.jpg

ob sich die Ungarn wieder feiern lassen, wenn sie ihre Zäune abreißen, bleibt mal dahingestellt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#13

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 09:58
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #11
...
Zudem sollten die "Zustände der Flüchtlinge" sowohl auf den griechischen Inseln wie auch die Zustände in Mazedonien mehr medial verbreitet werden, evtl. würde das den einen oder anderen davon abhalten in das "gelobte Land" Europa aufzubrechen.

Australien hat doch gezeigt wie es geht.

Mit Fernsehspots in den Herkunftsländern hat man unmissverständlich erklärt, dass illegale Einwanderer ohne Papiere chancenlos sind und man konsequent auf Einhaltung eines ordungsgemäßen Visumsverfahren besteht. Dazu ist allerdings eine lückenlose Sicherung der Grenzen erforderlich und daran habert es bei der EU.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#14

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 10:05
von exgakl | 7.229 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #13
Zitat von berlin3321 im Beitrag #11
...
Zudem sollten die "Zustände der Flüchtlinge" sowohl auf den griechischen Inseln wie auch die Zustände in Mazedonien mehr medial verbreitet werden, evtl. würde das den einen oder anderen davon abhalten in das "gelobte Land" Europa aufzubrechen.

Australien hat doch gezeigt wie es geht.

Mit Fernsehspots in den Herkunftsländern hat man unmissverständlich erklärt, dass illegale Einwanderer ohne Papiere chancenlos sind und man konsequent auf Einhaltung eines ordungsgemäßen Visumsverfahren besteht. Dazu ist allerdings eine lückenlose Sicherung der Grenzen erforderlich und daran habert es bei der EU.



Das mag sein, ich finde das markierte ist mit deiner Signatur jetzt nicht wirklich im Einklang... egal wie eine Sicherung aussieht, Sperrbrecher wird es immer geben

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 10:48
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Wer Freude an Jens M. Stobers Computerspiel "1378km" hat, wird auch sein Spiel "Frontiers" lieben.
http://www.frontiers-game.com/
Theo


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#16

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 10:53
von Chrissy79 | 34 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #13
Zitat von berlin3321 im Beitrag #11
...
Zudem sollten die "Zustände der Flüchtlinge" sowohl auf den griechischen Inseln wie auch die Zustände in Mazedonien mehr medial verbreitet werden, evtl. würde das den einen oder anderen davon abhalten in das "gelobte Land" Europa aufzubrechen.

Australien hat doch gezeigt wie es geht.

Mit Fernsehspots in den Herkunftsländern hat man unmissverständlich erklärt, dass illegale Einwanderer ohne Papiere chancenlos sind und man konsequent auf Einhaltung eines ordungsgemäßen Visumsverfahren besteht. Dazu ist allerdings eine lückenlose Sicherung der Grenzen erforderlich und daran habert es bei der EU.


LOL

Mal abgesehen vom Status der illegalen Einwanderer, musst du bestimmt selbst einsehen, dass es Australien bei der Grenzsicherung besonders einfach hat.....


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#17

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 10:54
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Und was haben die letzten Beiträge mit den Fragen von @thomas 48 im Eröffnungsbeitrag zu tun?

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#18

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 11:03
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von Chrissy79 im Beitrag #16

Mal abgesehen vom Status der illegalen Einwanderer, musst du bestimmt selbst einsehen, dass es Australien bei der Grenzsicherung besonders einfach hat.....

In den meisten Ländern ist illegale Einreise bzw. illegaler Aufenthalt mit saftigen Geldstrafen oder sogar mit erheblichen Freiheitsstrafen geahndet, nur in der EU wird es, wie man sehen kann, als Kavaliersdelikt gewertet und zieht keinerlei Konsequenzen nach sich.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 18.08.2015 11:03 | nach oben springen

#19

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 11:25
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #2
Habe ich, so glaube ich jedenfalls, schon mal erwähnt.

Ich bin im August 1969 über Bulgarien, Jugoslawien und Österreich in die Bundesrepublik geflüchtet.

Als ich mich beim Einwohnermeldeamt anmelden wollte hat man mich nach Gießen zur Notaufnahme (so hieß das)
verwiesen. Dort war ich zwei Tage, dann bekam ich 150 DM Begrüßungsgeld und fuhr zu meinen Bruder, wo ich
zunächst unterkam, vier Tage später bin ich arbeiten gegangen..

Nach Erledigung der Notaufnahme in Gießen habe ich mich beim Arbeitsamt angemeldet und bekam Gutscheine
für Berufsbekleidung, sowie Arbeitslosengeld für die Zeit von der Meldung in Gießen bis zum Tag der Arbeitsaufnahme.

Nach etwa 4, 5 Wochen bekam ich eine Wohnung zugewiesen. Möbel hatte ich natürlich keine, die habe ich mir
ebenso wie alles andere nach und nach von meinem Verdienst selbst gekauft. Anfang des neuen Jahres bekam
ich allerdings die gesamte Lohnsteuer zurück, die ich vom August bis zum Ende des Jahres 1969 gezahlt hatte.



Ich bekam 1968 auch in Gießen einmalig von der Bundesregierung diese 150 DM. Untergebracht wurde ich erst einmal in einem Wohnheim.
Einen Flüchtlingsausweis C konnte man auch bekommen, und hatte dadurch einige Vergünstigungen. Ich habe den allerdings nie beantragt und auch nicht gewartet bis mir eine Wohnung zugewiesen wurde. Ich hatte es in diesem Wohnheim unter Menschen die gestrandet waren nicht ausgehalten. Bin nach Hamburg und habe auf einem Schiff angeheuert. Arbeitslosengeld habe ich aber sofort ab Ankunft im Aufnahmelager bekommen sowie eine Urkunde die mir ein ständiges Bleiberecht in der Bundesrepublik bescheinigte.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.08.2015 11:48
von Dandelion (gelöscht)
avatar

Mal wieder zurück aus Australien und hin zum eigentlichen Thema:

Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Deutsch - Deutsche Flüchtlinge. Ja, berichtet einmal wie die deutschen (Kriegs)Flüchtlinge nach 1945 aufgenommen wurden.
Wenn ich die Augenzeugen in meiner Familie noch höre, war das der heutigen Situation durchaus angemessen. Keiner wollte die "Flichtlinge" aus den Ostgebieten haben und die Volksgemeinschaft war am (Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren aufhören zu lesen) war am Arsch.

Da kann ich aus eigener Efahrung berichten:
Meine Eltern stammen beide aus dem Warthegau, dem heutigen Polen - dort waren sie Angehörige der deutschsprachigen Minderheit. Die Kriegsereignisse verschlugen sie nach Klagenfurt in Österreich. Dort lernten sie sich kennen, verliebten sich (mit mir als Ergebnis) und blieben erst einmal im Land: Mein Vater hatte einen Job bei der britischen Besatzungsmacht. Als die britischen Truppen 1955 als Folge des Friedensvertrags mit Österreich abzogen, versuchte er vergeblich, dort Arbeit zu finden; also blieb nur der Weg "Heim ins Reich".

Wir lebten insgesamt drei Jahre in div. Notunterkünften bzw. Flüchtlingsheimen: In Bad Reichenhall in einer Turnhalle, Bett an Bett ohne jede Privatsphäre (Bilder, die ich aus eigener Erfahrung kenne, Bilder, die ich jetzt immer wieder im TV sehe), in Aurich und in Wesel jeweils in einer ehemaligen Kaserne (purer Luxus im Verhältnis zu Bad Reichenhall, jede Familie hatte ein eigenes Zimmer) und zum Schluss in Neuss im ehemaligen Festsaal einer Kneipe: Pro Person 4 qm, abgeteilt durch Hartfaserplatten, nach oben offen (mit entsprechendem Lärmpegel) und Tageslicht gab es nur von einer Längsseite aus: Die hinteren Kabinen lagen auch zur Mittagszeit im Halbdunkel.

Wenn ich es höflich ausdrücken will, dann war der Empfang durch die Bevölkerung reserviert. Deutlicher wäre der Begriff Ablehnung und Sprüche wie "Was wollen die alle hier" und "Die nehmen uns doch nur die Arbeitsplätze weg" oder "Die kriegen jetzt tolle Wohnungen und wir müssen immer noch zu fünft in zwei Zimmern hausen" habe ich selber gehört bzw. kenne sie aus den Erzählungen meiner Eltern.

Kommen euch die Argumente bekannt vor?

Auch wir Kinder wurden komplett ausgegrenzt, lebten wie in einem Ghetto: In der Schule ging man zwar in die gleiche Klasse, aber außerschulische Kontakte zu ortsansässigen Kindern gab es einfach nicht: Wir wurden gemieden und geschnitten. Und uns wurde "Flüchtling, Flüchtling" nachgerufen, gemeint als Schimpfwort. Ich weiß noch, dass ich als Kind darüber ziemlich traurig war, habe ich doch nicht verstanden, warum wir (aus meiner Sicht grundlos) beschimpft wurden: Wir hatten doch nichts getan, wir wollten doch einfach nur leben.

Vielleicht versteht jetzt der Eine oder Andere, warum ich nach diesen Erfahrungen Probleme mit den "Reichsbürgern" habe.

Ach ja, Arbeit wurde auch noch gefragt: Als wir für gut 1 1/2 Jahre in der Kaserne in Aurich (Ostfriesland) wohnten, fand mein Vater über Verwandte relativ schnell Arbeit - allerdings in Dortmund, fast 300 km entfernt. Meine Eltern haben beide eisern gespart - irgendwann würde das Lagerleben vorbei sein, irgendwann konnte oder sollte eine eigene Wohnung eingerichtet werden. Eigene Möbel hatten sie nicht, alles musste neu angeschafft werden. Und so kam es, dass ich in diesen 18 Monaten meinen Vater vielleicht fünf- oder sechsmal gesehen habe: Die Fahrt war einfach zu teuer.

Im Sommer 1958 bekamen meine Eltern dann ihre erste eigene Wohnung zugeteilt - und mein Leben als Flüchtling bzw. Flüchtlingskind endete.


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