#41

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.08.2015 12:30
von Moskwitschka | 2.532 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #34

Womit eindeutig erklärt ist, daß es sich ab Herbst 1989 nicht um Flucht, sondern um Übersiedlung handelte, oft mit falschen Vorstellungen
und fast durchweg aus Konsumgründen.


Ich habe den Artikel nicht deswegen reingestellt. Sondern wegen der "Willkommenskultur" der Westdeutschen.

Und da haben sich die Ostdeutschen in de letzten Jahren ne ganze Menge abgesehen. Soll keiner sagen, es gebe keine Angleichung zwischen Ost und West.

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#42

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.08.2015 12:37
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #40
Nun mag die Bevölkerung dieses Bundesland etwas wunderlich sein aber ich weiß von Freunden das auch sie nach über 30 Jahren Anwesenheit im Lande immer noch als die fremden Zugereisten gelten .....

Ja, das ist eindeutig so. Auch heute noch gibt es Landstriche in D, in denen von den Eingeborenen die Zugezogenen vermutlich erst ab der dritten Generation als zugehörig empfunden werden. In ländlich geprägten Regionen wahrscheinlich häufiger als in Großstädten, in denen die vielgeschmähte Multikulti-Entwicklung auch die Akzeptanz deutscher "Fremder" gefördert hat.

Na ja - von den Schwaben in Berlin mal abgesehen......


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#43

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.08.2015 14:23
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #40
@Dandelion, vor einiger Zeit sah ich in einem der Dritten eine Dokumentation über Vertriebene welche nach den Wirren ihrer Flucht irgendwo in Baden-Württemberg ankamen .
Jahrzehntelang wurden sie von den "Ureinwohnern" als die Fremden stigmatisiert und ausgegrenzt.
Auch Heute gibt es in der Gemeinde in der die Dreharbeiten stattfanden ein Wohngebiet in dem die Nachfahren der damaligen Flüchtlinge als die "Fremden" mehr oder minder unter sich wohnen.

Nun mag die Bevölkerung dieses Bundesland etwas wunderlich sein aber ich weiß von Freunden das auch sie nach über 30 Jahren Anwesenheit im Lande immer noch als die fremden Zugereisten gelten .....

Gruß
Nostalgiker

In zahlreichen Gegenden dieses BL leben die Einwohner seit Generationen zurückgezogen und bleiben seit Generationen unter sich,
was sich dann dementsprechend auf Familie und Fortpflanzung auswirkt.
Uns hat vor wenigen Jahren dazu eine ältere Dame in der Stuttgarter Stadtbahn (SSB) ein paar erklärende Sätze gesagt.
Weiter will ich mich hier nicht auslassen, aber die große Zahl bestimmter Einrichtungen dort für gewisse Personenkreise beweisen die
Richtigkeit ihrer Aussage.
Diese Zurückhaltung ist sprichwörtlich und der Angst geschuldet, es könnte fremdes Blut an ihren Vermögen teilhaben wollen.
Und sie besteht besonders in ländlichen Gegenden bis zum heutigen Tage.
Als "Einwanderer" bleibst du in gewisser Weise immer ein Fremder oder Reigschmeckter, wie es so schön heißt.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#44

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 00:53
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #35
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #34
Womit eindeutig erklärt ist, daß es sich ab Herbst 1989 nicht um Flucht, sondern um Übersiedlung handelte, oft mit falschen Vorstellungen und fast durchweg aus Konsumgründen.

Nach diesem Kommentar habe ich doch tatsächlich einen Moment überlegen müssen, was meine Eltern und ich damals eigentlich waren:

Flüchtlinge? Eindeutig nicht, auch wenn wir so bezeichnet wurden: Österreich wäre damals schon als "sicheres Herkunftsland" bezeichnet worden, wenn es diese Bezeichnung damals gegeben hätte: Kein Bürgerkrieg, keine Verfolgung aus rassistischen, religösen, politischen oder anderen Gründen.

Heimatvertriebene? Eigentlich auch nicht: Meine Eltern hatten ihre Heimat im Jahr 1955 schon vor mehr als 10 Jahren verlassen. OK, zurück konnten sie nicht, aber eine verhinderte Rückkehr (die sie auch nie ernsthaft in Erwägung gezogen hatten) ist ja keine Vertreibung im eigentlichen Sinne.

Spätaussiedler? Auch nicht, siehe Heimatvertriebene

Einwanderer? Ebenfalls nicht: Gerufen hatte uns niemand, gebraucht wurden wir eigentlich auch nicht.

Wirtschaftsflüchtlinge? Träfe es eigentlich am Ehesten: Keine Chance auf einen Job - die wenigen, die es gab, wurden natürlich mit Österreichern besetzt. Keine Perspektive, keine Zukunft - also weg.

Dann fiel mir ein, dass ich mir Gedanken um des Kaisers Bart gemacht habe: Wir waren Deutsche und damit war das Ziel unserer Reise klar. Auch wenn wir drei Jahre Lagerleben in Kauf nehmen mussten.


Die deutschstämmigen Aussiedler aus der CSR/ später CSSR und dem ehemals österreichischem teil Polens, waren genaugenommen keine Deutschen (im Sinne der Staatsbürgerschaft), sondern Österreicher. Also hätte Österreich die, wie man sie damals im Volksmund nannte, "Sudetengauner" aufnehmen müssen.



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#45

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 08:53
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #44
Die deutschstämmigen Aussiedler aus der CSR/ später CSSR und dem ehemals österreichischem teil Polens, waren genaugenommen keine Deutschen (im Sinne der Staatsbürgerschaft), sondern Österreicher. Also hätte Österreich die, wie man sie damals im Volksmund nannte, "Sudetengauner" aufnehmen müssen.
Nicht unbedingt. Ich habe ja schon geschrieben, dass meine Eltern einer deutschstämmigen Minderheit angehörten, die im damaligen Polen lebten. Wie lange schon und woher sie ursprünglich kamen, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, jedenfalls lebten sie Ende des 19. Jahrhunderts schon dort. In einem rein deutschen Dorf, wie mein Vater häufig betonte - und von diesen "Inseln" gab es wohl einige.

Wie auch immer: Er war Deutscher genug, um von der Wehrmacht im Alter von 18 Jahren 1942/43 zur Wehrmacht eingezogen zu werden und bis zum Kriegsende als Gebirgsjäger zu kämpfen.


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#46

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 16:33
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #1
Jeden Tag lesen wir was von den Flüchtlingen aus Afrika die nach Deutschland kommen und die Proteste der Bevölkerung.
Wir haben doch auch einige Flüchtlinge, die über die Grenze gegangen sind
Berichtet doch mal
Wie lange wart ihr in Flüchtlingslagern?
In einem DDR Flüchtlingslager(Blankenfelde) verbrachte ich fast 5-6 Wochen.
In der Bundesrepublik(Gießen) offiziell 6 Tage + 4 Tage Befragung durch Geheimdienste.

Wie war der Zustand dort?
Beide Lager waren überfüllt aber gut organisiert.
Was für Geld oder Lebensmittel habt ihr bekommen?
Essen war in beiden Lagern gut und ausreichend.In Gießen bekamen wir pro Kopf einmalig 150,00DM.
Die Befragungen bei den Geheimdiensten wurden ebenfalls bezahlt.

Wie lange habt ihr auf Arbeit gewartet?
Nach Gießen hätte ich sofort Arbeit bekommen.Habe aber ca.5 Monate Arbeitslosengeld bezogen und alle Behördengänge und Wohnungsangelegenheiten erledigt.Finanziell bestand kein Druck.
Was hat der Beamter im Arbeitsamt zu euch gesagt?
Schön,gut qualifizierte Leute benötigen wir immer! Bekam problemlos 1800,00 DM Arbeitslosengeld incl. Vorschuss.
Wie seid ihr mit der neuen Gesellschaft am Anfang zu recht gekommen.?

In der DDR hatte ich als Jugendlicher keinerlei Anpassungsschwierigkeiten.Das geteilte Berlin mit offenen Grenzen und Ostverwandtschaft hatte schon vorgeprägt.
Da ich beruflich immer ausserhalb der DDR tätig war stellte die spätere Übersiedlung in die Bundesrepublik keinerlei Hürde dar,hinzu kommt das ich geburtsmässig in Westberlin schon mit dem System vertraut war.


seaman


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#47

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 17:29
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #34
(...)Womit eindeutig erklärt ist, daß es sich ab Herbst 1989 nicht um Flucht, sondern um Übersiedlung handelte, oft mit falschen Vorstellungen und fast durchweg aus Konsumgründen.

Viele suchten im Westen eine Arbeit und/oder einen besseren Lohn. Konsumgründe waren es eher nicht, nach der Wende und insbesondere nach dem 1. Juli 1990 gab es doch alles zu kaufen, aber die Beschäftigungssituation war sehr schlecht.
Theo


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#48

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 18:10
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #47

Viele suchten im Westen eine Arbeit und/oder einen besseren Lohn. Konsumgründe waren es eher nicht, nach der Wende und insbesondere nach dem 1. Juli 1990 gab es doch alles zu kaufen, aber die Beschäftigungssituation war sehr schlecht.
Theo


Die Beschäftigungssituation wurde zunehmend schlechter, wares aber noch nicht am 1. Juli 1990, schon gar nicht sehr schlecht !
Die Entlassungen kamen erst, als die Treuhand im Schnelldurchlauf begann, ihr Unwesen zu treiben.
Der bessere Lohn wäre ein Argument, aber woher kamen die ganzen Vermögen auf DDR-Bankkonten ?
Also kann Geld allein auch nicht der Auslöser gewesen sein.
Es war bei Vielen der Hunger nach der Welt, der jedoch in Form von kommerziellen Reisen auch Konsum ist.
Und wohl auch die Tatsache, daß man der ewigen Mangelwirtschaft entfliehen wollte.
Trotzdem bleibe ich dabei, die ganze Einheit war übereilt und undurchdacht. Richtig war sie, aber nicht zu den Konditionen.


.
.
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#49

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 19:12
von Fritze | 3.474 Beiträge

Trotzdem bleibe ich dabei, die ganze Einheit war übereilt und undurchdacht. Richtig war sie, aber nicht zu den Konditionen.

Das war ja der springende Punkt ! Schnell die Einheit über die Bühne !

Nach 1992 wär sie wohl nicht ganz so populär gewesen ! Ist doch so ,daß immer nach den Wahlen die Versprechen nicht eingehalten werden !

Alles kalter Kaffee !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

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#50

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 20:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Das Zeitfenster war releativ eng, Anfang der 90iger gerade noch offen. Eingen im Westen war wohl klar, das Gorbatschow sich nicht ewig im Sattel hält. Also wurde die aus heutiger Sicht wohl überhastet wirkende Einheit wohl als des kleinere Übel genommen. Den Augustputsch ein Jahr eher und dann auch noch erfolgreich, also mal so angenommen ... dann gäbs ja heut noch zwei deutsche Staaten. Und in einem der beiden deutschen Staaten würde heut noch 'Cirkus Aljoscha' gastieren, was vielleicht das dann wirklich kleinere Übel wäre?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#51

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 22:04
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #50
(...) Und in einem der beiden deutschen Staaten würde heut noch 'Cirkus Aljoscha' gastieren, was vielleicht das dann wirklich kleinere Übel wäre?

Wie kam die Rote Armee zu diesem Namen? Gab es einen real existierenden Schausteller mit diesem Namen in Russland?
Theo


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#52

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 22:14
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #51
Zitat von 94 im Beitrag #50
(...) Und in einem der beiden deutschen Staaten würde heut noch 'Cirkus Aljoscha' gastieren, was vielleicht das dann wirklich kleinere Übel wäre?

Wie kam die Rote Armee zu diesem Namen? Gab es einen real existierenden Schausteller mit diesem Namen in Russland?
Theo


Ob die Bezeichnung einen realen Hintergrund hatte - keine Ahnung. Das DDR-Lexikon schreibt hierzu:


C&A

Sowjetische Truppen, nach den kyrillischen Buchstaben "СА" auf den Fahrzeugen der Sowjetarmee (Abkürzung für russisch советская армия – Sowjetische Armee); Gelegentlich auch als "Camping Allemagne", "Campingplatz Afghanistan" oder "Circus Aljoscha" bezeichnet.

http://www.ddrlexikon.de/buchstabe/buchstabe-c/

Gruss

icke



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#53

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.08.2015 22:35
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #50
Das Zeitfenster war releativ eng, Anfang der 90iger gerade noch offen. Eingen im Westen war wohl klar, das Gorbatschow sich nicht ewig im Sattel hält. Also wurde die aus heutiger Sicht wohl überhastet wirkende Einheit wohl als des kleinere Übel genommen. Den Augustputsch ein Jahr eher und dann auch noch erfolgreich, also mal so angenommen ... dann gäbs ja heut noch zwei deutsche Staaten. Und in einem der beiden deutschen Staaten würde heut noch 'Cirkus Aljoscha' gastieren, was vielleicht das dann wirklich kleinere Übel wäre?


Ohne dieses "Zeitfenster" wäre die BRD (Trizonesien) ab 1991 in eine Wirtschaftskrise (Überproduktionskrise) geraten. Dadurch, daß die Wirtschaft der DDR mithilfe der Treuhand zerschlagen und der Markt für Westwaren zwangsgeöffnet wurde (Übertragung der Geschäfte der Handelsketten Konsum und HO an Westkonzerne). Dabei war die Konsum Genossenschaft im Eigentum ihrer Mitglieder fast so etwas wie eine Volks-Akten-Gesellschaft. Man hat also ganz direkt das Volk enteignet.



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#54

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.08.2015 12:25
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #53
Ohne dieses "Zeitfenster" wäre die BRD (Trizonesien) ab 1991 in eine Wirtschaftskrise (Überproduktionskrise) geraten.
Da ist was dran: Ich erinnere mich, dass es der Weltwirtschaft 90/91 nicht gerade rosig ging. Wir in (West)Deutschland haben davon nicht viel mitbekommen - hat uns doch der Nachholbedarf (oder wie auch immer man die Lust der noch- bzw. Ex-DDR-Bürger auf Westprodukte bezeichnen mag) eine kräftige Sonderkonjunktur beschert.


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#55

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.08.2015 22:39
von Hanum83 | 4.789 Beiträge

Die Übersiedler aus den alten Ländern in den Osten Anfang der 90er, mal abgesehen von den Buschzulage-Delegirten, wollten auch ganz einfach was neues machen und wenn es ein Geschäft war was hier besser ging als drüben.
Viele sind noch hier und haben nun ihren Wossi-Status ehrlich verdient, ich komme mit meinen schwäbischen, bayerischen, rheinländischen Bekannten und Geschäftsfreunden die hier wohnen und aktiv sind gut aus, ist ja mittlerweile auch vollkommen wurscht wo einer herkommt wenn es menschlich passt.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.08.2015 22:40 | nach oben springen

#56

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.08.2015 23:55
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #55
Die Übersiedler aus den alten Ländern in den Osten Anfang der 90er, mal abgesehen von den Buschzulage-Delegirten, wollten auch ganz einfach was neues machen und wenn es ein Geschäft war was hier besser ging als drüben.
Viele sind noch hier und haben nun ihren Wossi-Status ehrlich verdient, ich komme mit meinen schwäbischen, bayerischen, rheinländischen Bekannten und Geschäftsfreunden die hier wohnen und aktiv sind gut aus, ist ja mittlerweile auch vollkommen wurscht wo einer herkommt wenn es menschlich passt.


Außer den Beamten kamen auch noch so "feundliche" Zeitgenossen, wie Gebrauchtwagenhändler, Versicherungsvertreter, Anlageberater usw., welche alle nur unser bestes, nämlich unser Geld, wollten.



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#57

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2015 07:32
von Hanum83 | 4.789 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #56
Zitat von Hanum83 im Beitrag #55
Die Übersiedler aus den alten Ländern in den Osten Anfang der 90er, mal abgesehen von den Buschzulage-Delegirten, wollten auch ganz einfach was neues machen und wenn es ein Geschäft war was hier besser ging als drüben.
Viele sind noch hier und haben nun ihren Wossi-Status ehrlich verdient, ich komme mit meinen schwäbischen, bayerischen, rheinländischen Bekannten und Geschäftsfreunden die hier wohnen und aktiv sind gut aus, ist ja mittlerweile auch vollkommen wurscht wo einer herkommt wenn es menschlich passt.


Außer den Beamten kamen auch noch so "feundliche" Zeitgenossen, wie Gebrauchtwagenhändler, Versicherungsvertreter, Anlageberater usw., welche alle nur unser bestes, nämlich unser Geld, wollten.


Es gibt auch heute noch freundliche Gebrauchtwagenhändler, Versicherungsvertreter, Anlageberater und die wollen immer noch unser bestes.
Ist doch ganz normal, muss man halt seinen Grips einschalten um nicht übers Ohr gehauen zu werden, den konnte man auch schon in Wendezeiten einschalten, jedenfalls wenn man konnte.
Flächendeckend doof waren wir ja nun auch nicht, auch wenn das manchmal so rübergebracht wird.
Der arme Ossi wird vom bösen Wessi gnadenlos übern Tisch gezogen, in meinen Augen Quatsch der immer noch gerne, von, sorry, ewigen Weine-Ossis, propagiert wird die den Chrash der DDR einfach innerlich nicht überwinden konnten und können .


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.08.2015 07:56 | nach oben springen

#58

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2015 10:22
von Fritze | 3.474 Beiträge

Natürlich sollte schon Jeder aufpassen in welche Geschäfte er tätigt oder welche Abschlüsse er macht !
Das ist aber lange noch kein Grund ,daß nicht wenige skrupellose Geschäftemacher die Unwissenheit breiter Gruppen ausnutzt !

Und ja ,es gibt bei aller Konkurrenz auch noch faire Geschäftsleute ,die sich zumindest an geltende Gesetze halten und auch langfristig
vernünftige Verträge anbieten !

Die Politik hat es nicht nur versäumt diese schwarzen Schafe in den Branchen zu kontrollieren ,sondern hat durch Lobbyistik auch noch ungerechte Praktiken gefördert ! Aber das ist ja alles nur im Sinne Marktwirtschaft !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

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#59

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2015 11:03
von Sperrbrecher | 1.661 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #57
Der arme Ossi wird vom bösen Wessi gnadenlos übern Tisch gezogen, in meinen Augen Quatsch der immer noch gerne, von, sorry, ewigen Weine-Ossis, propagiert wird die den Chrash der DDR einfach innerlich nicht überwinden konnten und können .

In den Wendezeiten habe ich es (als Wessi) in Dresden erlebt, wie windige Autoverkäufer aus dem Westen, ihre Schrottkarren an die unbedarften Ossis zu verhökern versuchten. Damit hat man viele ziemlich schamlos über den Tischgezogen, weil sie einfach zu gutgläubig waren.

Dabei habe ich mich (bei den Verkäufern) mehrfach unbeliebt gemacht, weil ich den Kaufinteressenten riet, doch besser selber in den Westen zu reisen und das ersehnte Traumfahrzeug bei einem seriösen Händler zu kaufen. Leider sind viele auf diese Rosstäuscher hereingefallen. Mit Überraschung mussten sie später feststellen, dass ein großes Auto auch höhere Betriebs- und Reparaturkosten, sowie Versicherungsprämien
mit sich bringt.

Mein Autohändler in Dresden sagte mir später beim Neuwagenkauf, dass man ihm nunmehr laufend großvolumige Fahrzeuge zur Inzahlungsnahme anbietet, um kleinere und kostengünstigere PKWs zu erwerben.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Deutsch - Deutsche Flüchtlinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2015 17:05
von Dandelion (gelöscht)
avatar

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #59
In den Wendezeiten habe ich es (als Wessi) in Dresden erlebt, wie windige Autoverkäufer aus dem Westen, ihre Schrottkarren an die unbedarften Ossis zu verhökern versuchten. Damit hat man viele ziemlich schamlos über den Tischgezogen, weil sie einfach zu gutgläubig waren.

Ja, stimmt. Und diese Negativ-Erfahrungen haben in dem Bild, das die Ossis damals von den Wessis hatten, deutliche Spuren hinterlassen.

Ein Bekannter von mir war damals Leiter der BMW-Werksniederlassung in Dresden. Er hatte sogar einen Mitarbeiter mit der Aufgabe betraut, im Westen alle möglichen Händler abzuklappern und mehr oder weniger alles aufzukaufen, was diesen stilisierten Propeller als Markenemblem hatte. Nach seiner Aussage gab es eine strikte Vorgabe von BMW, diese Fahrzeuge in der Werkstatt zu prüfen und ggf. zu reparieren, bevor sie verkauft werden durften.

Ich denke, dass es viele markengebundene Händler und Werkstätten gab, die ähnliche Vorgaben hatten - stand doch das langfristige Image der Marke auf dem Spiel. Leider gab es aber auch sehr viele "freie" Gebrauchtwagenhändler, traditionell die schwarzen Schafe der Branche. Und ich bin sehr sicher, dass dort einige PKW "aufgehübscht", vielleicht sogar neu lackiert wurden, um sie dann völlig überteuert an die ahnungslose Kundschaft zu verhökern.

Aber auch für die Wessis hatte die Medaille eine Kehrseite: Ende 90/Anfang 91 wollte ich für meine damalige Frau einen kleineren Gebrauchten kaufen - sie brauchte ein Auto, aber bei einer Jahresleistung von ca. 7.500 km musste es wahrlich kein Neuer sein. Was soll ich sagen: Der Markt war leer. Endweder standen da noch 18 Jahre alte Schrottkarren rum, bestenfalls als Ersatzteilspender zu gebrauchen, oder aber Oberklasse- bis Luxuslimousinen, die deutlich außerhalb des Budgets lagen. Also haben wir uns schweren Herzens entschlossen, ihr einen neuen, kleinen Mazda 121 zu kaufen. Den sie dann auch gefahren hat, bis der TÜV eingeschritten ist....


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