#541

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 06.08.2015 22:39
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Die Vielfalt der Buntheit: Pal, Secam, NTSC...
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehnor...C-PAL-SECAM.png
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehnorm
Wie war das nach der Wende: Konnte man den Fernsehapparat noch benutzen?
Theo


zuletzt bearbeitet 06.08.2015 22:40 | nach oben springen

#542

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 06.08.2015 22:51
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #541
Die Vielfalt der Buntheit: Pal, Secam, NTSC...
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehnor...C-PAL-SECAM.png
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehnorm
Wie war das nach der Wende: Konnte man den Fernsehapparat noch benutzen?
Theo


@Theo, das ist wie eine Anfrage bei Radio Jerewan.
DieTV-Geräte konnten weiter genutzt werden, nur bei den Farben gab es durch die verschiedenen Systeme Probleme.
Ein "Raduga" mit Fernbedienung ( 7.600 Alumark)blieb beim Programm aus dem NSW bei scharz-weiß.
Micha


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#543

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 06.08.2015 22:51
von Stringer49 | 700 Beiträge

Ende der achtziger Jahre, so erfuhr ich bei einigen Interviews, wurden in der D.D.R. TV verkauft mit zwei decoder - PAL und SECAM; so war das auch in Nordfrankreich, denn die Belgier hatten auch PAL und in Wallonie wollten die Leute gern auch das französische Fernsehen in Farbe sehen, so wie eben wohl auch die Leute in der D.D.R. Sendungen aus dem Westen in Farbe sehen wollten.

Ich weiss, das Freunde hier nicht sehr glücklich waren über SECAM-Camcorder. In der D.D.R. war das kein Problem vor dem Ende, denn es gab keine Camcorder zu kaufen für den gewöhnlichen Sterblichen, oder ?

Der Anfang der D.D.R. Studiotechnik wurde mit Kameras von Marconi gemacht...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#544

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 06.08.2015 23:12
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #543
Ende der achtziger Jahre, so erfuhr ich bei einigen Interviews, wurden in der D.D.R. TV verkauft mit zwei decoder - PAL und SECAM; (...)

Stringer49

Laut dieser Webseite gab es schon in den siebziger Jahren DDR TVs mit beiden Systemen (Secam und Pal)
http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_DDR.htm
zum Beispiel der Chromat. Den gab es auch mit PAL (für ARD/ZFD), kostete mehr und als guter Genosse musste man sich wohl überlegen, ob das nicht negative Folgen für die berufliche Karriere haben konnte, wenn man ein Modell mit PAL kaufte..
Theo


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#545

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 10:30
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #544
Zitat von Stringer49 im Beitrag #543
Ende der achtziger Jahre, so erfuhr ich bei einigen Interviews, wurden in der D.D.R. TV verkauft mit zwei decoder - PAL und SECAM; (...)

Stringer49

Laut dieser Webseite gab es schon in den siebziger Jahren DDR TVs mit beiden Systemen (Secam und Pal)
http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_DDR.htm
zum Beispiel der Chromat. Den gab es auch mit PAL (für ARD/ZFD), kostete mehr und als guter Genosse musste man sich wohl überlegen, ob das nicht negative Folgen für die berufliche Karriere haben konnte, wenn man ein Modell mit PAL kaufte..
Theo

... also verhielt es sich in dieser Frage ähnlich wie im Falle des verdächtigen Wunsches die Adriaküste im Land der Partisanen zu besichtigen...
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#546

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 10:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #544
..., ob das nicht negative Folgen für die berufliche Karriere haben konnte, wenn man ein Modell mit PAL kaufte.

Wieso sollte? Die Fernsehgeräte wurden ja auch als Monitore für Kleincomputer der KC-Reihe benützt, na und diese 'sendeten' Farbe in PAL.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#547

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 10:51
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #545
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #544
Zitat von Stringer49 im Beitrag #543
Ende der achtziger Jahre, so erfuhr ich bei einigen Interviews, wurden in der D.D.R. TV verkauft mit zwei decoder - PAL und SECAM; (...)

Stringer49

Laut dieser Webseite gab es schon in den siebziger Jahren DDR TVs mit beiden Systemen (Secam und Pal)
http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_DDR.htm
zum Beispiel der Chromat. Den gab es auch mit PAL (für ARD/ZFD), kostete mehr und als guter Genosse musste man sich wohl überlegen, ob das nicht negative Folgen für die berufliche Karriere haben konnte, wenn man ein Modell mit PAL kaufte..
Theo

... also verhielt es sich in dieser Frage ähnlich wie im Falle des verdächtigen Wunsches die Adriaküste im Land der Partisanen zu besichtigen...
Stringer49


Orakeln und Mutmaßen solltet Ihr lieber dem professionellen Orakel von Delphi überlassen ......

Klar ist doch @Stringer49 das jeder DDR Bürger beim Kauf eines Farbfernsehers in der DDR,wenn er denn mit zwei Farbsystemen ausgerüstet war, neben dem polizeilichen Führungszeugnis, eine Beurteilung durch die Brigade und den zuständigen staatlichen Leiter vorlegen mußte.
Da SED Genossen jederzeit sichtbar an der Kleidung das Parteiabzeichen getragen haben bekamen sie völlig automatisch nur Secam Fernseher ......

@eisenringtheo , falsch! Nur Genossen bekamen nach eingehender Prüfung ihrer ideologischen Standfestigkeit in die Freigabe die Adriaküste zu besuchen. Aber nur Organisiert in Gruppe mit entsprechender Bewachung.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#548

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 11:15
von damals wars | 12.192 Beiträge

Na und, war kein Pal System eingerichtet, wurde einfach eins nachgerüstet.
Zum Nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Raduga_%28Fernseher%29
Zitat: Die Geräte waren von Haus aus nur mit einem SECAM-Decoder bestückt, Westfernsehen war daher nur in Schwarz-Weiß zu empfangen. Ein PAL-Decoder konnte jedoch nachgerüstet werden.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#549

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 12:32
von Stringer49 | 700 Beiträge

1. Theo, wir haben Ironie und historische Fakten, welche die Ironie stützen, mit dem Ernst der Nostalgie verwechselt.

2. «... truly ironic nostalgia is already a perfect awareness of distance - in fact, because distance is a requirement of nostalgia, irony and nostalgia are, at the highest intellectual level of latter, entirely fused and interdependent. » (cited by Fiona Schouten, A Diffuse Murmur of History: Literary Memory Narratives of Civil War and Dictatorship in Spanish Novels After 1990) [Google hilft übersetzen]

3. Indes, @Nostalgiker, nach der Lektüre von vielen, vielen Metern von Papieren, welche nicht nur das MfS produziert hat, habe ich sehr viele Beispiele gefunden, wo das West-Fernsehen und die West-Beziehungen thematisiert worden sind. Es ging dabei nicht nur um OPV oder andere Aktionen, denen sich die Herren Offiziere des MfS, der VolksPolizei und die Herren Parteikader widmeten. Da wurde beispielsweise eine Seite darauf verwendet, welches der Ursprung von Umzugskisten war... ob sie denn von einer NATO-Armee stammten ... Welche Folgen das hatte, kann ich nicht sagen, denn es hätte gewiss wesentlich weitreichender Studien von einzelnen Fällen gebraucht und dies war nicht meine Mission.

4. Die Frage stellt sich auch, ob es die Decoder, welche @damals wars anmerkte, frei in der D.D.R. in den 1970er Jahren zu kaufen gab oder ob eine solche Frage nicht Aufmerksamkeit erregte. Die Einfuhr von Fernsehgeräten sollte, soweit ich die Zollbestimmungen der D.D.R. erinnere (nachschauen und mich verbesseren, wenn ich irre) lange Zeit verboten gewesen sein.

Mit nachdenklichen Grüssen nach Deutschland
vom Oracle Stringer49



Zitat von Nostalgiker im Beitrag #547

Orakeln und Mutmaßen solltet Ihr lieber dem professionellen Orakel von Delphi überlassen ......

Klar ist doch @Stringer49 das jeder DDR Bürger beim Kauf eines Farbfernsehers in der DDR,wenn er denn mit zwei Farbsystemen ausgerüstet war, neben dem polizeilichen Führungszeugnis, eine Beurteilung durch die Brigade und den zuständigen staatlichen Leiter vorlegen mußte.
Da SED Genossen jederzeit sichtbar an der Kleidung das Parteiabzeichen getragen haben bekamen sie völlig automatisch nur Secam Fernseher ......

@eisenringtheo , falsch! Nur Genossen bekamen nach eingehender Prüfung ihrer ideologischen Standfestigkeit in die Freigabe die Adriaküste zu besuchen. Aber nur Organisiert in Gruppe mit entsprechender Bewachung.


Gruß
Nostalgiker


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#550

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 13:04
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

http://www.scheida.at/scheida/Television...rbfernseher.htm
Wer ein Gerät mit PAL und SECAM wollte mußte es bestellen, die Lieferzeit wurde vorsichtshalber nicht festgelegt. Eswar von 9 Monaten bis 2 Jahren die Rede. Irgendwie gab es aber ....im Betrieb die Möglichkeit, genau dieses Gerät "vielleicht" zu kaufen. Für die ca. 1400 "Werktätigen" standen 12 Geräte zur Verteilung bereit. Insgesamt waren es 20 Stück gewesen, die ersten 8 gingen aber an"besondere Bedarfsträger"(Brigadeleiter, Parteisekretär, ...). Da man aber in diesem Betrieb einigermaßen demokratisch arbeitete durfte sich jeder Interessent bewerben. Aus den Bewerbungen wurden dann 12 Interessenten ausgewählt, die sich durch besondere Leistungen verdient gemacht haben. Damit "durfte" man eines dieser Geräte für ca. 6000 DDR-Mark kaufen. Es waren übrigens alles "Exportgeräte" für den Quelle-Versand die wegen optischer Mängel nicht exportiert werden konnten. Daher auch die Ausrüstung mit PAL- und SECAM-Decoder. Bei unserem Exemplar war die Möbelfolie auf dem Preßspan-Gehäuse schief und blasig verklebt was den Nutzwert des Gerätes aber in keiner Weise beeinflusste....
(...)
Ich kenne es so : Die Berliner, Potsdamer u.s.w. kamen nach Dresden weil hier die mit dem PAL Decoder teilweise wie Blei in den Regalen standen. (keiner wollte die ca. 600 Mark Ost mehr ausgeben.)...
Theo


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#551

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 13:26
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #544
Zitat von Stringer49 im Beitrag #543
Ende der achtziger Jahre, so erfuhr ich bei einigen Interviews, wurden in der D.D.R. TV verkauft mit zwei decoder - PAL und SECAM; (...)

Stringer49

Laut dieser Webseite gab es schon in den siebziger Jahren DDR TVs mit beiden Systemen (Secam und Pal)
http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_DDR.htm
zum Beispiel der Chromat. Den gab es auch mit PAL (für ARD/ZFD), kostete mehr und als guter Genosse musste man sich wohl überlegen, ob das nicht negative Folgen für die berufliche Karriere haben konnte, wenn man ein Modell mit PAL kaufte..
Theo


Grün: Sags nicht zu laut. Andere glaubens noch. Spaß verstanden. Aber mal im Ernst. Unsere Firma (200 Beschäftigte) bekam (weiß nicht mehr genau, wann, aber vermutlich Anfang der 80er. Wann wurden die Sanyo importiert ?) ein Kontingent von 16 Farbfernsehgeräten dieser Marke, sogar mit Fernbedienung gegen ca. 500,-Mark Aufpreis, wenn gewünscht. Ich saß Kraft meiner Wassersuppe als BPO-Chef natürlich mit in dem Gremium, welches über die Vergabe zu entscheiden hatte. Es wurde ausschließlich nach Kriterien der Leistung und des Engagements am Arbeitsplatz sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten und Funktionen entschieden und ich kann sagen, daß ich auch nicht zugelassen hätte, wenn hier, nur weil ich der BPO-Chef war, Genossen vorrangig wegen ihrer Parteizugehörigkeit bevorzugt worden wären. Mag man mir glauben oder nicht, aber ich wollten nicht zu solchen gehören, die die SED-Mitgliedschaft für ihre persönlichen vorteile zum Nachteil Anderer ausnutzen oder das unterstützen. Natürlich, und das ist in jedem Gremium so, wo es um Verteilung von Mitteln, Sachwerten oder Leistungen geht, daß die Entscheider nun mal auch nicht verstehen würden, wenn Andere, nur weil sie lediglich in ihrem Kollektiv, aber nicht im Gesamtbetrieb, im Vergleich zu den anderen vorbildlich sind, mehr Chancen haben sollten als andere. So habe ich natürlich auch ein Gerät beantragt und auch bekommen. Wegen meiner damaligen Frau (gehbehindert) natürlich mit Fernbedienung. Hatte ca. 6.500,- Mark gekostet.



damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#552

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 13:50
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #549
1. Theo, wir haben Ironie und historische Fakten, welche die Ironie stützen, mit dem Ernst der Nostalgie verwechselt.

2. «... truly ironic nostalgia is already a perfect awareness of distance - in fact, because distance is a requirement of nostalgia, irony and nostalgia are, at the highest intellectual level of latter, entirely fused and interdependent. » (cited by Fiona Schouten, A Diffuse Murmur of History: Literary Memory Narratives of Civil War and Dictatorship in Spanish Novels After 1990) [Google hilft übersetzen]

3. Indes, @Nostalgiker, nach der Lektüre von vielen, vielen Metern von Papieren, welche nicht nur das MfS produziert hat, habe ich sehr viele Beispiele gefunden, wo das West-Fernsehen und die West-Beziehungen thematisiert worden sind. Es ging dabei nicht nur um OPV oder andere Aktionen, denen sich die Herren Offiziere des MfS, der VolksPolizei und die Herren Parteikader widmeten. Da wurde beispielsweise eine Seite darauf verwendet, welches der Ursprung von Umzugskisten war... ob sie denn von einer NATO-Armee stammten ... Welche Folgen das hatte, kann ich nicht sagen, denn es hätte gewiss wesentlich weitreichender Studien von einzelnen Fällen gebraucht und dies war nicht meine Mission.

4. Die Frage stellt sich auch, ob es die Decoder, welche @damals wars anmerkte, frei in der D.D.R. in den 1970er Jahren zu kaufen gab oder ob eine solche Frage nicht Aufmerksamkeit erregte. Die Einfuhr von Fernsehgeräten sollte, soweit ich die Zollbestimmungen der D.D.R. erinnere (nachschauen und mich verbesseren, wenn ich irre) lange Zeit verboten gewesen sein.

Mit nachdenklichen Grüssen nach Deutschland
vom Oracle Stringer49



Zitat von Nostalgiker im Beitrag #547

Orakeln und Mutmaßen solltet Ihr lieber dem professionellen Orakel von Delphi überlassen ......

Klar ist doch @Stringer49 das jeder DDR Bürger beim Kauf eines Farbfernsehers in der DDR,wenn er denn mit zwei Farbsystemen ausgerüstet war, neben dem polizeilichen Führungszeugnis, eine Beurteilung durch die Brigade und den zuständigen staatlichen Leiter vorlegen mußte.
Da SED Genossen jederzeit sichtbar an der Kleidung das Parteiabzeichen getragen haben bekamen sie völlig automatisch nur Secam Fernseher ......

@eisenringtheo , falsch! Nur Genossen bekamen nach eingehender Prüfung ihrer ideologischen Standfestigkeit in die Freigabe die Adriaküste zu besuchen. Aber nur Organisiert in Gruppe mit entsprechender Bewachung.

Gruß
Nostalgiker




Grün: Das glaube ich schon, daß das MfS in seiner Sammelwut von Bürgerangelegenheiten über sowas Notizen gemacht hatte. Hat sich´s irgendwie ausgewirkt ? Hat jemand ausschließlich wegen des Schauens von Westsendern berufliche oder andere spürbare Nachteile erlitten ? Ich klammere hier mal bewußt die 50er und frühen 60er Jahre aus, falls dieses Argument hier gleich wieder kommt. Selbst mich hat sich keine Kreisleitung zur Brust genommen ob meines relativ losen Mundwerks und oft nicht der offiziellen Parteilinie konformes Diskussionsverhalten und Meinungsäußerungen. Mein Vater hat sich damals, Anfang der 60er, auch als sog. "sozialistischer Leiter" dagegen verwahrt, daß ihm jemand an der Antenne rumschraubt. Wir haben "Shilo Ranch" , "Bonanza" und "Lassie" als Kinder angeschaut. Im Rahmen meiner BPO-Funktion habe ich offen auch Sendungen des BRD-Fernsehens zitiert. Nichts ist mit mir passiert. Was sollte auch ? Ich habe keinesfalls an dieser Funktion geklebt, zu der ich gewissermaßen hineingenötigt wurde, aber diese dann natürlich ernst genommen habe, wenn ich schon mal "Ja" gesagt hatte.
Ich schließe nicht aus, daß es in anderen Firmen 150%ige staatliche und gesellschaftliche Leiter gab, die versuchten, dem Gucker von Westfernsehen an´s Bein zu pinkeln. Diese hatten m.E. aber keinerlei Rückendeckung bei übergeordneten Leitungen, handelten wegen Karrieresucht im vorauseilendem Gehorsam und waren nach meiner Erfahrung zur Wende dann die ersten, die mit fliegenden Fahnen in´s ideologische Lager ihrer bisherigen "Feinde" wechselten.



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#553

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 14:08
von furry | 3.580 Beiträge

Ich habe den Beitrag vom @Nostalgiker so verstanden.
Entsprechend den Verteilungsprinzipien wurde so vorgegangen:
Kommunisten (das waren die SED-Genossen): Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.
Sozialisten (der klägliche Rest): Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Leistungen.

War doch ganz einfach, man muss es nur ernst nehmen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 07.08.2015 14:08 | nach oben springen

#554

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 14:37
von Vierkrug (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #547


Orakeln und Mutmaßen solltet Ihr lieber dem professionellen Orakel von Delphi überlassen ......

Klar ist doch @Stringer49 das jeder DDR Bürger beim Kauf eines Farbfernsehers in der DDR,wenn er denn mit zwei Farbsystemen ausgerüstet war, neben dem polizeilichen Führungszeugnis, eine Beurteilung durch die Brigade und den zuständigen staatlichen Leiter vorlegen mußte.
Da SED Genossen jederzeit sichtbar an der Kleidung das Parteiabzeichen getragen haben bekamen sie völlig automatisch nur Secam Fernseher ......

@eisenringtheo , falsch! Nur Genossen bekamen nach eingehender Prüfung ihrer ideologischen Standfestigkeit in die Freigabe die Adriaküste zu besuchen. Aber nur Organisiert in Gruppe mit entsprechender Bewachung.


Gruß
Nostalgiker


Lila - meine Zustimmung. Bei nachfolgenden Aussagen würde es meinen Widerspruch geben, wenn sie nicht ironisch gemeint sind.

Meine Farbfernseher zu DDR-Zeiten waren mit beiden Farbsystemen ausgerüstet. Ach ja, ich war ja auch einer der priviligierten Bonzen und trug mein Parteiabzeichen am linken Revers des Anzuges bzw. des Sakkos.

Meinen Jugoslawienurlaub trat ich, wimre, nicht organisiert und unter Bewachung an. Es waren trotzdem schöne 14 Tage in Dubrovnik mit Frau und Tochter ohne gruppentherapeutische Maßnahmen und ausgebliebener Observation.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 07.08.2015 14:37 | nach oben springen

#555

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 14:43
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Ich hatte auch einen Farbfernseher mit beiden Farbsystemen und Fernbedienung, jedoch von meinem DM-Konto.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#556

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 15:35
von damals wars | 12.192 Beiträge

Westfernsehen war auch ohne Pal- System im Fernseher möglich.
Man muss nur meinen Beitrag richtig lesen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#557

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 16:29
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Vierkrug , genauso und nicht anders habe ich es gemeint.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#558

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 19:45
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #554


...

Meinen Jugoslawienurlaub trat ich, wimre, nicht organisiert und unter Bewachung an. Es waren trotzdem schöne 14 Tage in Dubrovnik mit Frau und Tochter ohne gruppentherapeutische Maßnahmen und ausgebliebener Observation.

Vierkrug



Guten Abend,

Vielen Dank für Deine interessante Antwort. Also, so ergibt sich aus Deiner Bemerkung, waren Reisen nach Jugoslawien für alle DDR-Bürger auch vor dem Mauerfall möglich (und ohne Bedingungen wie sie böse Oracle und Westler vermuten), wenn sie das Geld dafür besassen und den Antrag erstellten ? Ich bin überrascht, denn ich bin vom Gegenteil ausgegangen, nachdem ich diversen Anweisungen des MfS und, in der Befehlskette folgend - des Innenministeriums gelesen habe. Vielleicht sollte ich auch etwas im Angebot der Jaurfood G.m.b.H. nicht gelesen haben ?

Eine Antwort scheint mir von Interesse nicht nur an die Adresse von britishen Oraclen .

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.08.2015 19:47 | nach oben springen

#559

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 20:02
von Vierkrug (gelöscht)
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@Stringer49 - den Kombinaten, Betrieben, Einrichtungen und Institutionen der DDR wurden jährlich begrenzte Kontingente an Urlaubsreisen nach Jugoslawien zur Verfügung gestellt. Es war immer schwierig diese Reisen gerecht zu vergeben. Bei uns wurde es im Losverfahren vorgenommen. Somit hatte ich das Losglück auch einmal auf meiner Seite.
Die Kosten für diese Reisen waren nicht vergleichbar mit anderen Urlaubsreisen innerhalb des sozialistischen Lagers und man mußte schon etwas tiefer in die Tasche greifen, um diese zu finanzieren. Zumindest war sie preiswerter, wie die Wolga-Don-Schiffsreise (von Rostow am Don nach Kasan), die zur damaligen Zeit auch knapp 2.000,00 DDR-Mark / Person kostete.
Bei der Urlaubsreise nach Jugoslawien gab es auch keinerlei Einschränkungen für die DDR-Urlauber - außer der Tatsache, dass das Taschengeld im begrenztem Maße zur Verfügung stand und man man pro Person noch einmal 100,00 DDR-Mark in jugoslawische Dinar einwechseln konnte. Aber man kam damit zurecht.

Vierkrug


Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#560

RE: ein Blick in die Geschichte

in Themen vom Tage 07.08.2015 20:09
von seaman | 3.487 Beiträge

War bis Ende der 70er häufiger mal beruflich als DDR-Bürger in Jugoslawien.
Traf dort Individualtouristen aus der DDR
War ab ca.1979 mitunter als Bundesbürger als Urlauber sowie auch dienstlich in Jugoslawien.
Traf dort Individualtouristen aus der DDR.
Solo(keine Gruppe) in Hotels,Feriensiedlungen und FKK-Campingplätzen.
Gegenüber Touristen anderer soz.Staaten war der DDR-Anteil geringer.

seaman


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