#341

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 13:46
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #326
Wo hat man denn die Anscheisser vermutet. Also ich würde sagen--verdächtig waren doch die dann--die hinter den Sperranlagen durften.


Das sieht nur auf den ersten Blick logisch aus. Wer linienbestätigt war, über den konnte man tatsächlich nur mit ziemlicher Gewissheit sagen, dass irgendein Entscheidungsträger der Meinung war, dass dieser Genosse nicht fahnenflüchtig wird. Nicht mehr und nicht weniger.
Er konnte Parteimitglied sein oder nicht, er konnte Westverwandtschaft haben oder nicht, er konnte intelligent sein oder doof, er konnte Spitzel sein oder Bespitzelter...
Wahrscheinlicher war wohl, dass er Bespitzelter war. Woher sonst wollte man so eine wichtige Erkenntnis gewinnen?

Aus eigenem Erleben kann ich sagen, dass die bestätigten Kameraden im Allgemeinen Vertrauenswürdiger waren als der Rest. Der Verdacht, ob ein Soldat vielleicht ein Gummiohr war oder nicht, richtet sich nach dem, was er tat, nicht was er war.
Wer Dir Gespräche über Flucht oder Anwendung der Schusswaffe aufdrängen will oder immer mal wieder penetrant private Themen oä. aufbringt, wer sich komisch verhielt oder zuhörte, wo es ihn nichts anging, der machte sich verdächtig, nicht wer ein "guter Grenzer" war oder gelegentlich an die Linie durfte.
So oberflächlich waren wir nicht.


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#342

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 13:56
von lhsecurity | 161 Beiträge

Zitat von lhsecurity im Beitrag #335
Zitat von mibau83 im Beitrag #334
nunja, schlafen bzw. ruhen im grenzdienst war nicht erlaubt. konnte bösartige folgen für einen haben. wenn da eine streife auftauchte und einen erwischte, da kamen immer solche worte wie "sabotage grenzsicherung" oder ähnliches. das roch schon immer gefühlt leicht nach "schwedt".

nicht auszudenken wenn während so einer ruhephase eine flucht oder gar fahnenflucht passierte!

Einer war doch nicht am Ruhen, dieser konnte doch seinen Partner aus der Ruhestellung in die Aktivposition bringen, wenn da eine Kontrolle aufgetaucht wäre. Gab es im Funk oder Meldenetz keine Geheimzeichen wenn Kontrolle unterwegs war?

Weis dazu noch jemand was?


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


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#343

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 13:56
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #339
... in der Praxis waren wir solche "Kumpel" und haben uns weitestgehend vertraut...


Das war bei uns auch so, wobei man sich im Nachhinein, also heute durchaus fragen muss, ob das Vertrauen immer gerechtfertigt war. Aber gut, für uns, die wir hier schreiben, kann man die Frage wohl mit "Ja" beantworten.

Ich habe auch einige Male im Grenzdienst geschlafen. Aber alle Schichten, an die ich mich erinnern kann, waren E-Schichten, also 2 Postenführer gemeinsam auf Grenzdienst, die sich bei uns schon aus der Ausbildung, also vom ersten Tag an kannten. Mit "jungen Genossen" wäre das für mich nicht in Frage gekommen.
Es wurde auch immer vorher das "Operative Zusammenwirken" abgestimmt. Der wache Soldat musste unter allen Umständen den Schlafenden wecken, wenn ihm selbst die Augen zuzufallen drohten.
Außerdem wurden oft andere Postenpunkte bzw. auch die Wacheinheit oder der GUvD "vergattert", vor besonderen Lagen, ausrückenden Postenkontrollen usw. zu warnen, z.B. durch vereinbarte Signale per Funk, GMN oder Telefon - was eben zur Verfügung stand.

--
Edit: (hat sich mit meinem "Vorschreiber" überschnitten)
Über Funk war das oft 2x Drücken der Sprechtaste (ergibt Knacken im Kanal) oder der Signaltaste. Möglich war auch ein "Paula Konrad" für Postenkontrolle oä.
Mit dem Hörer der Postensprecheinrichtung konnte man durch Auflegen auf eine Metalloberfläche und Drücken der Sprechtaste eine akustische Rückkopplung erzeugen, die auch im gesamten GMN gut zu hören war.


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zuletzt bearbeitet 20.05.2016 14:00 | nach oben springen

#344

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:03
von Fritze | 3.474 Beiträge

Gab es im Funk oder Meldenetz keine Geheimzeichen wenn Kontrolle unterwegs war?

Weis dazu noch jemand was?


Da gab es schon paar Kürzel oder Zeichen .

Siegfried- Siegfried hieß Sackstand (evtl. Kontrolle)

Berta-Konrad Batzenkontrolle (Batzen -Offiziere)

Richard-Konrad Regimentskontrolle

Emil-Friedrich Essen fassen

Emil-Wilhelm-Siegfried-Gustav -Marta Einen wunderschönen guten Morgen !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#345

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:06
von sentry | 1.108 Beiträge

Emil Wilhelm war bei uns "Einen weniger" (wochentags 17:00, Bandmaß abschneiden, wieder einen Tag weniger zu dienen).
Analog Wilhelm Wilhelm, mittwochs um 13:00 (Woche weniger).

Außerdem immer gern im Schnellsprechwettbewerb:

Gustav Siegfried Zeppelin Otto Anton Gustav Viktor (Grenzsignalzaun ohne Anzeichen Grenzverletzung - wir Berliner sagten lieber: "Allet ohne")


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#346

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:25
von sentry | 1.108 Beiträge

Wenn es um Warnungen und geheime Zeichen ging haben wir in Marienborn allerdings nur äußerst selten gesprochen. Meist wurde abgesprochene "Knack- und Piepkombinationen", wie oben geschildert benutzt. Gesprochen Codes nahmen wir nur für ganz Unvorhergesehenes. Irgendwie wollten doch die größten Rabauken auch die Funkdisziplin wahren und dem Bitterbösen nichts zum Abhören liefern.
Ein guter Trick war auch, wie oben geschildert im GMN eine Rückkopplung auszulösen. Dann nahmen alle Beteiligten den Hörer ans Ohr. Allerdings standen auch auf der Führungsstelle und beim Diensthabenden Offizier Basisstationen des GMN, die praktisch Wechselsprecheinrichtungen waren, die ständig auf Empfang waren und lautstärkegeregelt werden konnten.
Deshalb wurden die Botschaften nach dem Piep geflüstert. Das erschwerte einerseits das Identifizieren der Stimme. Andererseits sollten gute Gehilfen des Diensthabenden Offiziers beim Dienstantritt die Lautstärke der Basisstation runterdrehen, damit wenigstens der nicht mithören konnte. ABer das klappte natürlich nicht immer oder der DHO merkte es und drehte wieder laut. Deshalb lieber flüstern.


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#347

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:27
von grenzergold | 187 Beiträge

Zitat von lhsecurity im Beitrag #342
Zitat von lhsecurity im Beitrag #335
Zitat von mibau83 im Beitrag #334
nunja, schlafen bzw. ruhen im grenzdienst war nicht erlaubt. konnte bösartige folgen für einen haben. wenn da eine streife auftauchte und einen erwischte, da kamen immer solche worte wie "sabotage grenzsicherung" oder ähnliches. das roch schon immer gefühlt leicht nach "schwedt".

nicht auszudenken wenn während so einer ruhephase eine flucht oder gar fahnenflucht passierte!

Einer war doch nicht am Ruhen, dieser konnte doch seinen Partner aus der Ruhestellung in die Aktivposition bringen, wenn da eine Kontrolle aufgetaucht wäre. Gab es im Funk oder Meldenetz keine Geheimzeichen wenn Kontrolle unterwegs war?

Weis dazu noch jemand was?


Bei uns hieß die Ansage : " Panther im Abschnitt ", nach einem Rufnamen eines Grenzaufklärers, der immer die Pfandflaschen im Abschnitt gesammelt hatte.

gg


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#348

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:34
von katze | 160 Beiträge

War zwar nicht an bei den GT, aber an der U-Schule, wo es glücklicher Weise nur Wachtürme gab, hatten wir auch Codes. Wobei unsere einfallsreicher waren, als Paula Konrad usw. Sandsturm, Glatteis, Wildschweinrotte oder gans einfach und ganz schnell 2 mal Suchscheinwerfer an/aus.
Sansturm stand für eine Kontrolle des Wachhabenden odgl, Glatteis = OvD/GOvD und die Wildscheinrotte kündigte eine größere Kontrolle an. Da wurden teilweise auch die Postentürme kontrolliert. Da wir damals der erste Unterführerlehrgang waren, welcher in Neustrelitz absolviert werden musste, wurden die Codes immer weiter gegeben. Soweit ich weis, wurden diese nie geändert und man rätselte zur Wende immer noch, was das wohl heißen soll.
U-Schule war bis davor, zentral in Dresden, dann erst dezentrale Ausbildung. Neustrelitz war alles was Ari Gruppenführer werden ssoll/wollte/musste.
Einfach hatten wir es nicht, die Gruppenführer, fast alles Breufsunterführer kamen alle asu DD, waren also nicht sehr erfreut, absofort in Neustrelitz Dienst tun zu müssen. ZF und stellv. waren aus Neustrelitz. Meistens wurde die "Wut" an uns ausgelassen. Weil so "grün" waren sich ZF/stellv. und die GF auch nicht. Die einzigetsen Wehrpflichtigen bei uns, das waren die Kraftfahrer, Funker, Koch etc der Kompanie.


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#349

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:42
von sentry | 1.108 Beiträge

Der Punkt war, dass die offizielle Kommunikation praktisch sowieso fast ausschließlich aus Zahlen und Kombinationen aus dem Buchstabieralphabet bestanden. Darüber hinaus gab es an der Grenze noch eine Postentabelle, die -zig vordefinierte Sachverhalte ebenfalls in Buchstabenkombinationen codierte. Ein Paula Konrad oder Siegfried Siegfried war also unter Umständen unauffälliger als eine "Wildschweinrotte" auf der Autobahn, "Glatteis" im Sommer oder "Sandsturm" bei Windstille.
Man musste das nur filtern können.
Außerdem denken wir ja immer, dass wir schlauer sind als der "Gegner", ob das nun Schummeln in der Schule oder Schummeln im Grenzdienst war.
Wahrscheinlich wussten die Säcke sowohl, was Paula Konrad war, als auch was "Sandsturm" war.
Einigen wir uns darauf?


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#350

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 14:45
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #344
Gab es im Funk oder Meldenetz keine Geheimzeichen wenn Kontrolle unterwegs war?

Weis dazu noch jemand was?


Da gab es schon paar Kürzel oder Zeichen .

Siegfried- Siegfried hieß Sackstand (evtl. Kontrolle)

Berta-Konrad Batzenkontrolle (Batzen -Offiziere)

Richard-Konrad Regimentskontrolle

Emil-Friedrich Essen fassen

Emil-Wilhelm-Siegfried-Gustav -Marta Einen wunderschönen guten Morgen !




Naja Fritze, wenn wir solche "dienstfernen" Codes abgesetzt hätten, wäre wohl als Antwort Friedrich-Siegfried gekommen (Führungsstelle-Sofort!)


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 20.05.2016 14:46 | nach oben springen

#351

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 21:47
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #332
Alle Achtung!
Ich hatte zwischendurch mindestens 10 Jahre neues zu lernen!
Das Schikanieren von Posten überlies ich damals anderen Dienstgraden, das war mir zu blöd
man trifft sich immer zweimal im Leben, und die Posten von gestern waren die Postenführer von morgen
in meinem Abschnitt!



Ich glaube der Begriff "Schikanieren" ist hier nicht angebracht.
Das gab es in anderen Waffengattungen.
"Erziehen" trifft es wohl eher.
Man wurde (bei Bedarf) erzogen und man erzog (bei Bedarf).
Keiner hatte wirklich was dagegen von den höheren DG, solange alles im Rahmen blieb .
Kann nur für meine Zeit sprechen.
Alle haben alles schnell begriffen - ich in begriffen.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#352

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.05.2016 21:58
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Ich finde "Erziehen" noch übler als Schikane.

Bestenfalls Ausbildung war akzeptabel. Die befehlmäßig Meinungsprivilegierten waren nicht klüger. Die konnten einem nichts weißmachen, höchstens drillen.

Meine Postenführer haben mir das Nötige erklärt, entsprechend Dienstvorschrift und auch daneben oder entgegen....eben um zurechtzukommen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 20.05.2016 22:01 | nach oben springen

#353

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 00:41
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #334
nunja, schlafen bzw. ruhen im grenzdienst war nicht erlaubt. konnte bösartige folgen für einen haben. wenn da eine streife auftauchte und einen erwischte, da kamen immer solche worte wie "sabotage grenzsicherung" oder ähnliches. das roch schon immer gefühlt leicht nach "schwedt".

nicht auszudenken wenn während so einer ruhephase eine flucht oder gar fahnenflucht passierte!


mibau,
dein erster satz bleibt unbestritten.

doch für den restlichen von mir markierten teil, sollte man schon eher mit fakten kommen.
grenzdienstvergehen wurden, zu meiner zeit, immer erst intern bestraft und falls mal nen postenpaar schlief, dann fand auch der kgsi ( in der masse waren es ja uaz & gruppenführer) ne lösung zum wecken.

aus meiner zeit und nur dass möchte ich zum ausdruck bringen, gab es derartige vorwürfe nicht.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#354

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 01:16
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #339


Wir unterhalten uns ja nur über theoretische Möglichkeiten, in der Praxis waren wir solche "Kumpel" und haben uns weitestgehend vertraut.
Aber es war halt so, wenn du den Mitgenossen irgendwie ausschalten konntest warst du einfach ohne große weitere Schwierigheiten kurze Zeit später im Westen, nur das 3 Meter hohe vordere Sperrelement war noch zu überwinden und das schafft man wenn man es will.
Unter den jungen Grenzsoldaten waren die Mehrzahl doch schon Väter und verheiratet, rate mal warum
Ich hätte meine Frau und meinen Sohn der bei meinem Abmarsch zu den GT 11 Monate alt war auch nicht zurückgelassen, kam mir nicht mal ansatzweise in den Sinn.
War wohl die beste "Fluchtbremse" die es gab.
Deshalb durfte ich wohl ab und an auch das vorgelagerte Gebiet betreten ohne was mit der SED am Hut zu haben oder ein IM zu sein @Rostocker
Die ledigen kinderlosen die straff in der Parteigrundorganisation der Einheit integriert waren durften komischerweise nicht.



die theoretischen möglichkeiten, Hanum83,
waren in deinem abschnitt wirklich wo?

war es wirklich die mehrzahl, Hanum83,
unter diesen jungen agt?
ich kann diese aussage, für meine zeit, jedoch nicht bestätigen.
klar,
es gab väter und auch einige verheiratete, doch keinesfalls war es die masse.

berücksichtigt wurden familienväter, väter zb. in der urlaubsplanung. ...rate mal warum.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#355

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 09:04
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #354
Zitat von Hanum83 im Beitrag #339


Wir unterhalten uns ja nur über theoretische Möglichkeiten, in der Praxis waren wir solche "Kumpel" und haben uns weitestgehend vertraut.
Aber es war halt so, wenn du den Mitgenossen irgendwie ausschalten konntest warst du einfach ohne große weitere Schwierigheiten kurze Zeit später im Westen, nur das 3 Meter hohe vordere Sperrelement war noch zu überwinden und das schafft man wenn man es will.
Unter den jungen Grenzsoldaten waren die Mehrzahl doch schon Väter und verheiratet, rate mal warum
Ich hätte meine Frau und meinen Sohn der bei meinem Abmarsch zu den GT 11 Monate alt war auch nicht zurückgelassen, kam mir nicht mal ansatzweise in den Sinn.
War wohl die beste "Fluchtbremse" die es gab.
Deshalb durfte ich wohl ab und an auch das vorgelagerte Gebiet betreten ohne was mit der SED am Hut zu haben oder ein IM zu sein @Rostocker
Die ledigen kinderlosen die straff in der Parteigrundorganisation der Einheit integriert waren durften komischerweise nicht.



die theoretischen möglichkeiten, Hanum83,
waren in deinem abschnitt wirklich wo?

war es wirklich die mehrzahl, Hanum83,
unter diesen jungen agt?
ich kann diese aussage, für meine zeit, jedoch nicht bestätigen.
klar,
es gab väter und auch einige verheiratete, doch keinesfalls war es die masse.

berücksichtigt wurden familienväter, väter zb. in der urlaubsplanung. ...rate mal warum.

gruß vs





Deine Frage zu den theoretischen Möglichkeiten, ich vermute mal du meinst die Verschwindemöglichkeit?
Wir hatten ca. 3 Kilometer Anlage 501, dort wäre es natürlich nicht möglich gewesen, auf den restlichen 7 hättest du dich verabschieden können, wenn du es denn gewollt hättest.
Wenn es bei dir mehr kinderlose gab als da wo ich gedient habe dann war es halt so, bei uns waren die gebundenen deutlich in der Mehrzahl.
Was dazu auch auffällig war, ich war mit Jahrgang 62 einer der jüngsten, viele waren 24 oder 25 unser Kompanie-Methusalem unter den Gefreiten brachte es sogar auf 27 Lenze.
Ich vermute mal wenn man die Altersstruktur der GWD so einer Grenzkompanie bedenkt das die erfolgte Vortpflanzung schon ein gewünschtes Auswahlkriterium für die einteilenden Genossen darstellte.
War aber bei den anderen GT sicherlich ganz anders.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 21.05.2016 09:12 | nach oben springen

#356

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 09:31
von Rostocker | 7.733 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #355
Zitat von vs1400 im Beitrag #354
Zitat von Hanum83 im Beitrag #339


Wir unterhalten uns ja nur über theoretische Möglichkeiten, in der Praxis waren wir solche "Kumpel" und haben uns weitestgehend vertraut.
Aber es war halt so, wenn du den Mitgenossen irgendwie ausschalten konntest warst du einfach ohne große weitere Schwierigheiten kurze Zeit später im Westen, nur das 3 Meter hohe vordere Sperrelement war noch zu überwinden und das schafft man wenn man es will.
Unter den jungen Grenzsoldaten waren die Mehrzahl doch schon Väter und verheiratet, rate mal warum
Ich hätte meine Frau und meinen Sohn der bei meinem Abmarsch zu den GT 11 Monate alt war auch nicht zurückgelassen, kam mir nicht mal ansatzweise in den Sinn.
War wohl die beste "Fluchtbremse" die es gab.
Deshalb durfte ich wohl ab und an auch das vorgelagerte Gebiet betreten ohne was mit der SED am Hut zu haben oder ein IM zu sein @Rostocker
Die ledigen kinderlosen die straff in der Parteigrundorganisation der Einheit integriert waren durften komischerweise nicht.



die theoretischen möglichkeiten, Hanum83,
waren in deinem abschnitt wirklich wo?

war es wirklich die mehrzahl, Hanum83,
unter diesen jungen agt?
ich kann diese aussage, für meine zeit, jedoch nicht bestätigen.
klar,
es gab väter und auch einige verheiratete, doch keinesfalls war es die masse.

berücksichtigt wurden familienväter, väter zb. in der urlaubsplanung. ...rate mal warum.

gruß vs





Deine Frage zu den theoretischen Möglichkeiten, ich vermute mal du meinst die Verschwindemöglichkeit?
Wir hatten ca. 3 Kilometer Anlage 501, dort wäre es natürlich nicht möglich gewesen, auf den restlichen 7 hättest du dich verabschieden können, wenn du es denn gewollt hättest.
Wenn es bei dir mehr kinderlose gab als da wo ich gedient habe dann war es halt so, bei uns waren die gebundenen deutlich in der Mehrzahl.
Was dazu auch auffällig war, ich war mit Jahrgang 62 einer der jüngsten, viele waren 24 oder 25 unser Kompanie-Methusalem unter den Gefreiten brachte es sogar auf 27 Lenze.
Ich vermute mal wenn man die Altersstruktur der GWD so einer Grenzkompanie bedenkt das die erfolgte Vortpflanzung schon ein gewünschtes Auswahlkriterium für die einteilenden Genossen darstellte.
War aber bei den anderen GT sicherlich ganz anders.


Verabschieden hätte man sich immer können. Nur man hätte damit rechnen müssen,das es auch schief geht. Und dann ist es Fahnenflucht. Wenn einen das mit einen Posten passiert wäre,hätte man gleich mitgehen können oder mit allen Mitteln es versuchen müssen zu verhindern. Hätte das letzte gewählt.
Zum Alter--Wir hatten bei uns auf der Bude auch gerade einen der Verheiratet war und 24 Jahre alt war.Der Rest war jünger. Aber man sollte das nicht verallgemeinern. Sicherlich hatten viele daheim ne Freundin.


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#357

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 11:07
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Habe gerade das Abonnement dieses völlig OT laufenden Themas hier gelöscht.

Schönes Wochenende
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#358

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 19:39
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Manchmal ist auch das eigentliche Thema durch weil man eh auf keinen grünen Nenner kommt.
Angeblich gab es Schonungsvorschriften, aber als wegen schlechter Sicht der freundwärts rennende Junge im Harz dran glauben musste haben die auch nichts genützt, er war glaub ich auch paar Zentimeter größer als mit 15 üblich.
Warum soll man sich da noch groß streiten?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.05.2016 19:40 | nach oben springen

#359

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.05.2016 23:45
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Hanum83,
berichte doch einfach mal von derartigen " ... Schonungsvorschriften ..." etwas genauer.

natürlich ist es um klassen einfacher sein persönliches glück zu posten,
um indirekt auf heutige "versager" aufmerksam zu machen.

als 'glücklicher' sollte man sich immer auch seines glücks bewusst sein,
Hanum83.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 21.05.2016 23:45 | nach oben springen

#360

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 22.05.2016 11:08
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #359
Hanum83,
berichte doch einfach mal von derartigen " ... Schonungsvorschriften ..." etwas genauer.

natürlich ist es um klassen einfacher sein persönliches glück zu posten,
um indirekt auf heutige "versager" aufmerksam zu machen.

als 'glücklicher' sollte man sich immer auch seines glücks bewusst sein,
Hanum83.

gruß vs


Oh, jetzt geht es zum persönlichen Glücksgefühl in der Gegenwart, au Backe, muss man sich schämen wenn man, entgegen der allgemeinen modernen Heulementalität, ein glücklicher Mann ist und sich eventuell auch noch entschuldigen dafür das man noch zu schätzen weiß in einem der reichsten und freiesten Länder der Welt leben zu dürfen?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 22.05.2016 11:17 | nach oben springen



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