#381

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 20:16
von damals wars | 12.204 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #378
Die Leute bringen aus Angst inzwischen ihr Geld außer Landes und die reichen Griechen werden nicht angetastet. Das ist idiotische Politik.


Ist doch in Deutschland auch nicht anders.
Und hier wird die Regierung dafür auch noch gelobt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#382

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 20:21
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Ja Ihr wollt Wandlitz und Volvofahren. Vorhut der Arbeiterklasse wahrscheinlich.


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#383

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 20:41
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #379
[quote=Harzwanderer|p473335]
Es sind immer die "Kleinen" die leiden, aber sicherlich nicht unter dem Kurs der gegenwärtigen griechischen Regierung. Wohl eher unter dem Diktat des Finanzkapitals.
Was hier stattfindet, ist wie @totschka es schon richtig beschrieben hat, eine riesige Umverteilung von finanziellen Mitteln, wovon das Land Griechenland und seine Menschen nichts zu sehen und zu spüren bekommen, außer deren Auswirkungen. Die sogenannten EU-Hilfen fliessen erst garnicht nach Griechenland und stehen der griechischen Regierung nicht zur Verfügung. Sie gehen gleich in die Töpfe der Großbanken.
Wie sagt man auch - Profite werden privatisiert, Verluste dagegen sozialisiert.


Die EU ist eine Erfindung des Finanzkapitals !
Seit den römischen Verträgen und der Gründung der Montanunion ist der Weg klar vorgezeichnet ,-
es ist der größte Reibach des Finanzkapitals und vermutlich auch der Sieg desselben.

Ob Griechenland oder gleiche Währung oder Schengener Abkommen - das alles ist nur Brot und Spiele fürs Volk ,-
in der gleichen Zeit ,- wo wir ohne Paßkontrollen im EU-Raum herumtouristen können ,- raffen die Großbanken Kapital in ungeahnten Größenordnungen
und zeigen zur Ablenkung wahlweise auf die schwachen Südländer, die faulen Griechen oder die bösen Ratingagenturen !

Der europäische Einigungsgedanke, als friedenfördernde Maßnahme schon vom alten Völkerbund angedacht ,- wird durch das Großkapital
in den Dreck getreten ,- 300% Profit ,- und das Kapital...... s. Marx

Man kann eigentlich garnicht soviel essen,- wie man kotzen möchte !


....................................
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#384

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 20:44
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Ihr habt wohl zuviel Rotlicht abbekommen? Aber wenn man die Mauer verteidigen soll, muss man vielleicht so denken?


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#385

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 20:51
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #384
Ihr habt wohl zuviel Rotlicht abbekommen? Aber wenn man die Mauer verteidigen soll, muss man vielleicht so denken?

Ich gehöre ganz gewiss nicht zu den Mauerverteidigern
,-
aber den Blick für die Realitäten bzgl. EU hab ich mir deshalb trotzdem nicht mit dem jederzeit erhältlichem Bananenbrei verschmieren lassen...


....................................
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zuletzt bearbeitet 09.06.2015 20:52 | nach oben springen

#386

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 21:18
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Der europäische Einigungsgedanke, als friedenfördernde Maßnahme schon vom alten Völkerbund angedacht ,- wird durch das Großkapital
in den Dreck getreten ,- 300% Profit ,- und das Kapital...... s. Marx


Mit so einer Aussage wärste in der DDR für was hohes vorgesehen gewesen.

P.S. ich meine nicht den Berg bei Kahla


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#387

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 21:22
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Reisekader mindestens.


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#388

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 21:25
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #386
Der europäische Einigungsgedanke, als friedenfördernde Maßnahme schon vom alten Völkerbund angedacht ,- wird durch das Großkapital
in den Dreck getreten ,- 300% Profit ,- und das Kapital...... s. Marx


Mit so einer Aussage wärste in der DDR für was hohes vorgesehen gewesen.

P.S. ich meine nicht den Berg bei Kahla


Tja ,- leider haben die Betonköpfe meine inneren Werte nicht zu schätzen gewusst... ,-
die haben sich lieber an Äußerlichkeiten aufgehangen.....


....................................
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#389

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 22:31
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #383
(...) raffen die Großbanken Kapital in ungeahnten Größenordnungen
und zeigen zur Ablenkung wahlweise auf die schwachen Südländer, die faulen Griechen oder die bösen Ratingagenturen !
(...)


Ich befürchte, das ist schon schon etwas komplexer. Kein Privater will investieren, weil niemand sein Geld verlieren will. Deshalb springt der Staat und die Steuerzahler ein. Der Skandal ist, dass das funktionert. Die Staaten sind in der Geiselhaft der Banken. Die Politiker (sowohl die der Geberstaaten als auch die Griechenlands) sind nur Marionetten der Hochfinanz. Deshalb wird man sicher eine Lösung für Griechenland finden, der EU Steuerzahler wird halt etwas mehr zur Kasse gebeten..
Theo


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#390

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 09.06.2015 22:55
von Dandelion (gelöscht)
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Was aus Sicht einiger User falsch gemacht wurde, dürfte hinreichend beschrieben sein. Auch, dass breitesten Bevölkerungsschichten nicht noch mehr zugemutet werden kann. Und die Banken und das Großkapital sind sowieso die Schuldigen, wie immer.

Viele Klagen - aber Lösungsvorschläge, wie es weitergehen könnte, sind höflich ausgedrückt rar.


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#391

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 07:19
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #390
Was aus Sicht einiger User falsch gemacht wurde, dürfte hinreichend beschrieben sein. Auch, dass breitesten Bevölkerungsschichten nicht noch mehr zugemutet werden kann. Und die Banken und das Großkapital sind sowieso die Schuldigen, wie immer.

Viele Klagen - aber Lösungsvorschläge, wie es weitergehen könnte, sind höflich ausgedrückt rar.



Der Lösungsvorschlag ist im EU Recht vorgegeben und recht einfach: Pleite gehen lassen.
http://dejure.org/gesetze/AEUV/125.html
Vielleicht liegt die Lösung in der Schweiz.
http://www.format.at/service/steuern/ban...mmen-eu-5664740
Wenn die Griechen die schätzungsweise 200 Milliarden griechischen Fluchtgelder nach- und strafbesteuern, kommen sie vielleicht auch über die Runden. Nur dazu fehlt - in Griechenland - wohl der Wille.
Theo


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#392

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 09:20
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #389
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #383
(...) raffen die Großbanken Kapital in ungeahnten Größenordnungen
und zeigen zur Ablenkung wahlweise auf die schwachen Südländer, die faulen Griechen oder die bösen Ratingagenturen !
(...)


Ich befürchte, das ist schon schon etwas komplexer. Kein Privater will investieren, weil niemand sein Geld verlieren will. Deshalb springt der Staat und die Steuerzahler ein. Der Skandal ist, dass das funktionert. Die Staaten sind in der Geiselhaft der Banken. Die Politiker (sowohl die der Geberstaaten als auch die Griechenlands) sind nur Marionetten der Hochfinanz. Deshalb wird man sicher eine Lösung für Griechenland finden, der EU Steuerzahler wird halt etwas mehr zur Kasse gebeten..
Theo


So ist es am Ende ist der Steuerzahler immer der Dumme . Es ist auch nicht einfach dem Steuerzahler klar zu machen das er mit für die Schulden anderer Länder aufkommen muss, während deren Bürger ihr durch Steuerbetrug ergaunertes Geld in Sicherheit bringen.


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#393

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 09:37
von Vierkrug (gelöscht)
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Man macht nur das öffentlich, was man auch nur öffentlich machen will. Die Katze will man nicht aus dem Sack lassen. Die Konsequenzen müssen so enorm sein, dass sich beide Seiten davor fürchten, sonst hätte man schon längst den Grexit über die Bühne gehen lassen.
Aus meiner Sicht ist ein Schuldenerlass bzw. Schuldenschnitt gegenüber Griechenland der 1. Schritt zur Beruhigung und Stabilisierung des Landes. Ansonsten taumelt man weiterhin unter der Schuldenlast. Dem müßte dann der Austritt aus der Eurozone und die Abkehr vom Euro folgen, auch wenn es die meisten Griechen nicht wollen. Die Rückkehr zur Drachme ist sicherlich mit vielen Einschnitten verbunden, aber eine Möglichkeit, sich wieder neu aufzustellen und zu stabilisieren. Ein Prozeß, der über Jahre gehen würde. Zugleich müßten weitere Sparprogramme einhergehen, aber nicht im sozialem Bereich. U.a. mit drastischen Kürzungen des Etats für Verteidigung. Damit würde sich auch die Frage der weiteren Mitgliedschaft in der Nato und den damit verbundenen Verpflichtungen stellen, die erhebliche materielle und finanzielle Mittel aus dem Staatshaushalt binden. Parallel ist das gesamte Steuermodell auf den Prüfstand zu stellen und die Abgabepflicht entsprechend Einkommenshöhen zu staffeln. Steuersünder wird es auch weiterhin geben - aber ihre Möglichkeiten sind einzuschränken.
Es gebe noch weitere Aspekte, aber das sind Maßnahmen, die die Griechen selbst in die Hand nehmen müssen. Manchmal ist ein scharfer Schnitt die bessere Lösung zur Selbstheilung und zugleich der Entzug aus der Bevormundung, was man darf und was nicht.

Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 10.06.2015 09:46 | nach oben springen

#394

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 10:14
von Vierkrug (gelöscht)
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Zitat von turtle im Beitrag #392
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #389
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #383
(...) raffen die Großbanken Kapital in ungeahnten Größenordnungen
und zeigen zur Ablenkung wahlweise auf die schwachen Südländer, die faulen Griechen oder die bösen Ratingagenturen !
(...)


Ich befürchte, das ist schon schon etwas komplexer. Kein Privater will investieren, weil niemand sein Geld verlieren will. Deshalb springt der Staat und die Steuerzahler ein. Der Skandal ist, dass das funktionert. Die Staaten sind in der Geiselhaft der Banken. Die Politiker (sowohl die der Geberstaaten als auch die Griechenlands) sind nur Marionetten der Hochfinanz. Deshalb wird man sicher eine Lösung für Griechenland finden, der EU Steuerzahler wird halt etwas mehr zur Kasse gebeten..
Theo


So ist es am Ende ist der Steuerzahler immer der Dumme . Es ist auch nicht einfach dem Steuerzahler klar zu machen das er mit für die Schulden anderer Länder aufkommen muss, während deren Bürger ihr durch Steuerbetrug ergaunertes Geld in Sicherheit bringen.


Ich würde es eher anders formulieren. Es ist nicht einfach dem Steuerzahler klar zu machen, dass er mit seinem Geld die Profitinteressen des internationalen Finanzkapitals bedient.


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#395

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 10:29
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit der Rückkehr zur Drachme sehe ich auch so, und hatte das auch bereits geschrieben .

( Griechenland ist doch überhaupt nicht in der Lage alle Forderungen zu erfüllen, und das werden sie auch nicht in absehbarer Zeit sein. Natürlich wäre ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sehr schmerzlich. Ich denke aber die Rückkehr zur Drachme ist im Moment das einzig Richtige)

Als nicht Finanzexperte kann ich nicht reell einschätzen wie schlimm die Folgen für Europa wären wenn die Griechen ausscheren. Im Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" erinnerte Tsipras noch einmal an ein viel drastischeres Szenario: "Es wäre der Anfang vom Ende der Eurozone", erklärte er. "Wenn Griechenland ausscheidet, sehen sich die Märkte sofort nach dem nächsten Kandidaten um." Spanien und auch Italien würden angesichts ihrer enormen Verschuldung sofort unter großen Druck geraten. Der Preis, den die europäischen Steuerzahler dann zu entrichten hätten, sei extrem groß.

Da ist bestimmt viel Wahres dran und durchaus möglich. Könnte man auch als Drohgebärde sehen ,damit doch noch genügend Geld nach Griechenland fließt. Doch das wiederum könnte im Fass ohne Boden genauso weiter verschwinden. Daher ist die Rückkehr zur Drachme mit einem Neuanfang in Griechenland zumindest mehrmals Wert darüber nachzudenken. Die Tür für Europa zum Euro muss ja nicht ewig verschlossen bleiben. Aber erst einmal muss Griechenland aus dem Dilemma herauskommen, und da hilft wahrscheinlich erst einmal ein großer Schnitt und die Drachme..


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#396

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 10:31
von Fritze | 3.474 Beiträge

Das Dilemma liegt doch schon bei der Einführung der Eurozone ! Man wollte unbedingt möglichst viele Staaten in Europa einbinden und Griechenland liegt nunmal an terroterial exponierter Stelle !
Dann nicht zu vergessen Kohl und Mitterrand ,die in die Geschichte eingehen wollten und nebenbei (böse Zungen behaupten )noch gewisse Klientel bedienten !
Es liegt doch wohl auf der Hand ,daß ein Ausschluss eines Landes aus der Eurozone weitere nachzieht ! Davor hat nicht nur Frau Merkel Angst !
Denn dann beginnt der Auflösungsprozess der EU !

MfG Fritze

nachtrag : eben auf n-tv sagte Schäuble "Griechenland hat es in der Hand ! " Der ist gut ,ne ?


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
zuletzt bearbeitet 10.06.2015 10:33 | nach oben springen

#397

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 10:32
von turtle | 6.961 Beiträge

[quote=Vierkrug|
Ich würde es eher anders formulieren. Es ist nicht einfach dem Steuerzahler klar zu machen, dass er mit seinem Geld die Profitinteressen des internationalen Finanzkapitals bedient.[/quote]

Das wird dem Steuerzahler ja auch nicht so vermittelt !


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#398

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 10.06.2015 17:36
von totschka (gelöscht)
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #380
Schöne Phrasen.
Griechenland leistet sich immer noch ein riesiges Militär. Daran zu kürzen ist aber tabu.

Naja, da stehen eventuell deutsche Exportinteressen dahinter. Leider erfährt man in den "Qualitätsmedien" so wenig darüber. Geschlossene Verträge sind einzuhalten, und die Vertragsstrafen sind saftig, wie die Franzosen eben mal erfahren konnten, als sie die zwei von Russland bestellten Helikopterträger nicht liefern wollten. Die Schuld an der Misere allein den Griechen anzulasten, ist ziemlich einseitig, um mal vornehm zu formulieren.
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #380
Griechische Steuerflüchtlinge haben hunderte Milliarden Euro in der Schweiz deponiert. Die Schweiz hat angeboten, das Geld aufzuspüren, die griechische Regierung will aber gar nicht. Da würde ich ansetzen.

Guter Vorschlag! Machen wir aber erst mal bei uns so, bevor wir mit dem Zeigefinger auf andere zielen. Die Griechische Tragödie ist, wie bereits mehrfach betont, zu einem guten Teil auch von Deutschland verursacht. Da stünde es uns doch gut, wenn wir uns erst mal an die eigene Nase fassen.
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #380
Es gibt auch viele Posten und Pöstchen in irgendwelchen sinnlosen Verwaltungen, die man wegsparen könnte oder im Gehalt kürzen. Es gibt Staatsbetriebe, die man verkaufen kann. Wenn ein Land derartig tief in den Miesen steckt, muss eben gespart werden. Einfach nur bocken ist keine Strategie. Sie müssen bei sich anfangen.

Hilfe brauchen die dann immer noch genug. Und die sollten wir dann auch geben.

Das Rechenmodell der schwäbischen Hausfrau mag bei einem einzelnen privaten Haushalt vielleicht funktionieren, volkswirtschaftlich gesehen ist es unbrauchbar. Um Schulden begleichen zu können, müsste Griechenland Überschüsse erwirtschaften. Das geht schon mal nicht, wenn man der Bevölkerung die Löhne und Renten kürzt und massive Arbeitslosigkeit verursacht. Da in diesem Wirtschaftssystem das Geld nicht "arbeitet", sondern von den Banken (hier sind es die Zentralbanken) einfach aus dem Nichts geschöpft wird, sind die Gewinne des Einen immer die Verluste des Anderen, die deutschen Exportüberschüsse haben den entsprechenden Gegenpol in den anderen Ländern. Deutschland erzielt jährliche Überschüsse von 200 Mrd. € in der Eurozone, dafür müssen sich die importierenden Nationen verschulden. Das heißt, alleine durch den deutschen Export (u.a. von Rüstungsgütern nach Griechenland) wächst die Verschuldung in Europa jährlich um 200 Mrd. €. Da muss die schwäbsche Hausfrau einfach passen.

Es sind komplexe Zusammenhänge. Aber Sparen (eigentlich richtiger mit Kürzen bezeichnet) durch Lohn- und Rentenkürzungen sowie Arbeitsplatzabbau ist die falsche Politik, wie man genau an Griechenland sehen kann.

* * *
P.S.: Hat mal jemand einen Link für mich, der auf die Forderung unseres Finanzministers Wolfgang Schäuble verweist, Griechenland möge seine Rüstungsausgaben reduzieren?


zuletzt bearbeitet 10.06.2015 19:05 | nach oben springen

#399

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 11.06.2015 09:50
von Lutze | 8.039 Beiträge

War vor Jahren bei der Einführung des Euro nicht so ein Versprechen
gewesen nach dem Motto "Deutschland braucht für die Schulden
anderer Länder nicht aufkommen"?
und nun hat Deutschland schon mehr als 80 Milliarden Euro in
Griechenland versemmelt,und der nächste Griechen-Gipfel steht an,
wird das denn nie ein Ende haben?oder ist doch am 30.Juni 2015 Schluß?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#400

RE: Griechenland - gestern - heute - morgen

in Themen vom Tage 11.06.2015 09:57
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Die Lösung der Finazierungsprobleme wird noch etwas schwieriger:
Das griechische Verfassungsgericht erklärt die Rentenkürzungen der alten Regierung für ungültig. Das belastet das Budget mit zusätzlichen 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
http://www.nzz.ch/international/rentenku...drig-1.18560057
Theo


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