#1

Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 09.01.2015 12:04
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
was bedeutete denn in der Praxis wenn z.B. ein in der DDR gutverdienender Vater allein ohne Mitwisser ( die Untersuchung bestätigte das ) an der Grenze zu Tode kam finanziell für dessen Kinder als Halbwaisen oder Frau als Witwe?

Oder gab es egal wie ein Vater zu Tode kam, Autounfall, Grubenunglück, Herzinfarkt, beim Baden ertrunken oder eben an der Grenze für die Angehörigen gleiche finanzielle Versorgung, unabhängig vom vorherigen Verdienst?



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#2

RE: Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 11.01.2015 02:51
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Es gab in der DDR, ähnlich wie heute, zwei Formen der Hinterbliebenenversorgung. einmal über die normale Rentenversicherung (als Bestandteil der Sozialversicherung, bei welcher der Beitrag als Summe und nicht wie heute für vier getrennte Teile erhoben wurde) und andererseits eine bessere Versorgung bei Arbeitsunfall. In beiden fällen wurde witwen- und (Halb-)Waisenrente gezahlt. Die Rentenhöhe hing vom arbeitseinkommen des Verstorbenen ab (sowie bei Einkommen über 600,- M brutto davon, ob man FZR einzahlte bzw. eine Zusatzversorgung (z.B. Intelegenz- oder Bergmanns-Rente) hatte). Über ein Rentenstrafrecht, welches die Hinterbliebenenversorgung bei Todesfällen mit Selbstverschulden bzw. bei Begehung einer Straftat vorsah, ist mir nichts bekannt.



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#3

RE: Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 11.01.2015 04:16
von G. Michael (gelöscht)
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #2
Es gab in der DDR, ähnlich wie heute, zwei Formen der Hinterbliebenenversorgung. einmal über die normale Rentenversicherung (als Bestandteil der Sozialversicherung, bei welcher der Beitrag als Summe und nicht wie heute für vier getrennte Teile erhoben wurde) und andererseits eine bessere Versorgung bei Arbeitsunfall. In beiden fällen wurde witwen- und (Halb-)Waisenrente gezahlt. Die Rentenhöhe hing vom arbeitseinkommen des Verstorbenen ab (sowie bei Einkommen über 600,- M brutto davon, ob man FZR einzahlte bzw. eine Zusatzversorgung (z.B. Intelegenz- oder Bergmanns-Rente) hatte). Über ein Rentenstrafrecht, welches die Hinterbliebenenversorgung bei Todesfällen mit Selbstverschulden bzw. bei Begehung einer Straftat vorsah, ist mir nichts bekannt.


Entschuldigung Stabsfeld, mich überkommt ein Lächeln/Grinsen. SET800 stellt eine Frage und Du schreibst einen Beitrag, welcher sachlich richtig ist.
Am Ende steht dann, "davon ist mir nichts bekannt".
Ein Beitrag also, in dem Du mitteilst, das Du zum Thema nichts beitragen kannst, oder?
In meinen Augen überflüssig.
Nun kannst Du mich für einen Stinkstiefel oder sonst was halten.
So isser, der Micha
PS:: wenn ich eine Frage stelle, ist für mich eine Antwort wichtiger als 100 Beiträge in denen mir mitgeteilt wird das X,Y,Z, keine Ahnung hat.


zuletzt bearbeitet 11.01.2015 04:22 | nach oben springen

#4

RE: Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 11.01.2015 09:57
von 02_24 | 30 Beiträge

Dieses "....davon ist mir nichts bekannt..." gehört aber eindeutig aufgrund Satzbau nur zu dem davor stehenden Satzteil und nicht zum ganzen Beitrag. Und wenn er über ein "Rentenstrafrecht" in solchen Fällen nichts weiß, dann stimmt doch diese Einschränkung.



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#5

RE: Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 11.01.2015 10:39
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Interessantes Thema. Aufgrund der extremen Geheimhaltung kann ich mir vorstellen, dass Fälle des §213 mit Todesfolge kriminalistisch aufs Genaueste untersucht und dokumentiert wurden, aber dann eine "Publikumsversion" erstellt wurde: Der erschossene Urlauber an der Grenze wurde eine Lawinenopfer, der erschossene Fahnenflüchtling Opfer einer Schiessunfalls während des Dienstes.
Vom BSTU werden Fälle geschildert, wo Angehörige noch Jahre "psychologisch" betreut wurden. Hauptzweck war weniger das seelische Wohlbefinden der Angehörigen als die Aufrechterhaltung der Legenden.
Theo


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#6

RE: Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 11.01.2015 14:29
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Interessantes Thema. Aufgrund der extremen Geheimhaltung kann ich mir vorstellen, dass Fälle des §213 mit Todesfolge kriminalistisch aufs Genaueste untersucht und dokumentiert wurden, aber dann eine "Publikumsversion" erstellt wurde: Der erschossene Urlauber an der Grenze wurde eine Lawinenopfer, der erschossene Fahnenflüchtling Opfer einer Schiessunfalls während des Dienstes.
Vom BSTU werden Fälle geschildert, wo Angehörige noch Jahre "psychologisch" betreut wurden. Hauptzweck war weniger das seelische Wohlbefinden der Angehörigen als die Aufrechterhaltung der Legenden.
Theo


Ja Theo die "Publikumsversion" gefällt mir dürfte der Sache nah kommen. Vorteil der Verschleierung für eine Witwe ,finanzielle Zuwendungen wurden gezahlt. (Denke ich )


zuletzt bearbeitet 11.01.2015 16:01 | nach oben springen

#7

RE: Tot bei Grenzübertrittsversuch, Angehörige

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 11.01.2015 23:17
von Grenzfuchs | 443 Beiträge

Zitat von G. Michael im Beitrag #3
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #2
Es gab in der DDR, ähnlich wie heute, zwei Formen der Hinterbliebenenversorgung. einmal über die normale Rentenversicherung (als Bestandteil der Sozialversicherung, bei welcher der Beitrag als Summe und nicht wie heute für vier getrennte Teile erhoben wurde) und andererseits eine bessere Versorgung bei Arbeitsunfall. In beiden fällen wurde witwen- und (Halb-)Waisenrente gezahlt. Die Rentenhöhe hing vom arbeitseinkommen des Verstorbenen ab (sowie bei Einkommen über 600,- M brutto davon, ob man FZR einzahlte bzw. eine Zusatzversorgung (z.B. Intelegenz- oder Bergmanns-Rente) hatte). Über ein Rentenstrafrecht, welches die Hinterbliebenenversorgung bei Todesfällen mit Selbstverschulden bzw. bei Begehung einer Straftat vorsah, ist mir nichts bekannt.


Entschuldigung Stabsfeld, mich überkommt ein Lächeln/Grinsen. SET800 stellt eine Frage und Du schreibst einen Beitrag, welcher sachlich richtig ist.
Am Ende steht dann, "davon ist mir nichts bekannt".
Ein Beitrag also, in dem Du mitteilst, das Du zum Thema nichts beitragen kannst, oder?
In meinen Augen überflüssig.
Nun kannst Du mich für einen Stinkstiefel oder sonst was halten.
So isser, der Micha
PS:: wenn ich eine Frage stelle, ist für mich eine Antwort wichtiger als 100 Beiträge in denen mir mitgeteilt wird das X,Y,Z, keine Ahnung hat.


Sorry, "G. Michael", aber in deinem Beitrag kommt ja noch weniger zur Anfrage, nämlich gaaaar nüscht"! Das ist ja noch dünner..., sowas von billig aber auch!
Aber was will man schon erwarten von einem ...

Somit in diesem Thema dein Beitrag = Note 5 = setzen!

Der Grenzfuchs

Zur Hinterbliebenenversorgung kann ich leider keine ergänzenden Angaben machen, wie bereits z.T. erwähnt, wurde in vielen Todesfällen im Rahmen illegaler Grenzübertritte den Verwandten kaum die ganze Wahrheit geschildert.
Würde mich aber auch interessieren wie in solchen Fällen vorgegangen wurde. Vielleicht gibt es ja aus dem Bekanntenkreis von Usern hierzu Kenntnisse.


Wer mit dem Strom schwimmt, wird nie die Quelle sehen!

GT der DDR, 1972-1975, GKS Süd -> GR-10 "Ernst Grube", II. Bat. Göttengrün / 8.GK Juchhöh - Uffz. - FW. d. Res.
zuletzt bearbeitet 11.01.2015 23:20 | nach oben springen


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