#21

RE: Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.01.2015 20:23
von damals wars | 12.186 Beiträge

Für die, denen der Pegida- Kram auch zum Halse raushängt:
https://www.campact.de/stopp-pegida/appell/teilnehmen/


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#22

RE: Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 10.01.2015 21:20
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von katerspeedy im Beitrag #1
Hallo. Ich habe von Juli 88 bis Dezember 89 in Berlin im GR 36 1. GK meinen Dienst versehen.War also in der heißen Phase hautnah dabei.Ich gebe zu das ich mich immer mit den Parolen der Friedens Sicherung und den Schutz des Sozialismus durch den Mauerbau schwer getan habe. Ich bin damals eher Abenteuer lustig gewesen.Und die Grenze hatte ja immer etwas Geheimnisvolles. Also habe ich mich für 3. Jahre zur Grenze verpflichtet. Habe dann 3 Monate an der Uffz. Schule verbracht und war dann schwer geschockt als man mich nach Berlin versetzte. Dort wollte ich nie hin. Die grüne war immer mein Ideal Vorstellung.Nun es kam anders.Als ich das erste mal in den Abschnitt einfuhr ( Alexsandrienstraße Berlin Mitte) war ich richtig erschrocken.Sicher in der Ausbildung hatten wir auch einen Lehrkanten aber eben keine Mauer.Berlin war ein Extrem wo man so richtig sah wie unnatürlich diese Teilung war. Eine Stadt die einfach zusammen gehörte. Und da stand dann diese Mauer.Ich habe oftmals, auch als ich schon K SIA war, meinen Fahrer an bestimmten Punkten anhalten lassen wo man besonders deutlich sah das die Mauer da nicht hingehörte.Auch störten mich die nur freundwärts gerichteten Signal Anlagen .Ich dachte ja das der Gegner auf der anderen Seite steht. Naja ich war damals eben jung. Ich sah den Grenzdienst als meinen Job. Mehr nicht.Da ich eben auch im Polit Unterricht immer auch mal unbequeme Fragen stellte ,( unteranderen die Wirtschaftliche Lage der DDR Bevölkerung) wurde ich immer schön nach solchen Äußerungen vom Grenzdienst ausgeschlossen ( für mich war das eine echte Bestrafung ,weil UVD und GOVD waren Horrorschichten für mich.).Deshalb war ich auch wehrend meiner gesamten Dienstzeit auch maximal schwarz.Ich durfte selbst als K SIA nicht an Exponierte Stellen wie U-Bahnen oder andere Stellen wo man dann ungehindert bis an den Strich gehen konnte.Um das mal klar zu stellen .Ich hatte NIE den Gedanken meinen Vaterland den Rücken zu kehren. Ob ich die Schusswaffe eingesetzt hätte ? Nur bei zwei dingen bestimmt .Bedrohung eigenes Leben und Fahnenflucht .Da hätte ich kein Gnade gekannt. In anderen Fällen war es eh verboten bei uns.Zum Glück kam ich nie in diese Lage. Aus der heutigen Sicht muss ich für mich sagen das das alles ein SINNLOSER SCHEISS war. So ein Aufwand für NICHTS.Ein Staat der seine eigene Bevölkerung einsperrt ,kann nur untergehen.Soweit meinen Gedanken . Wie sehen das andere ehemalige Grenzer .Würde gerade auch mal die Meinung von ehemaligen Berufssoldaten gerne wissen.


Grün: Wärest Du mal gut zwanzig Jahre eher geboren, dann hätten wir uns möglicherweise begegnen können. Habe ja auch im GR 36 in der 1.GK gedient, allerdings 67/68. Damals wäre Dir dieser Abschnitt wie die "Grüne Grenze" vorgekommen. Sehr viel Wald, keine schlammigen Stiefel bei Schlechtwetter (trocknen lassen und abklopfen). Das war damals der wildreichste Abschnitt um WB. Der Generalmajor Poppe, oberster Chef der GT, kam hin und wieder zum jagen. Na, ich habs ja schon mal geschrieben, was man damals so im direkten Kontakt zu den Westberlinern so alles anstellen konnte. Bin z.Zt. mit einem anderen User in direktem Kontakt per PN über unsere Erfahrungen aus dieser Zeit und in diesem Abschnitt.



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#23

RE: Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 11.01.2015 07:19
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #21
Für die, denen der Pegida- Kram auch zum Halse raushängt:
https://www.campact.de/stopp-pegida/appell/teilnehmen/


Als klassischer Ein-Satz-Poster, eventuell doch mal vielleicht ausnahmsweise drei Sätze zum Thema?


zuletzt bearbeitet 11.01.2015 07:24 | nach oben springen

#24

RE: Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 11.01.2015 12:21
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #22
Zitat von katerspeedy im Beitrag #1
Hallo. Ich habe von Juli 88 bis Dezember 89 in Berlin im GR 36 1. GK meinen Dienst versehen.War also in der heißen Phase hautnah dabei.Ich gebe zu das ich mich immer mit den Parolen der Friedens Sicherung und den Schutz des Sozialismus durch den Mauerbau schwer getan habe. Ich bin damals eher Abenteuer lustig gewesen.Und die Grenze hatte ja immer etwas Geheimnisvolles. Also habe ich mich für 3. Jahre zur Grenze verpflichtet. Habe dann 3 Monate an der Uffz. Schule verbracht und war dann schwer geschockt als man mich nach Berlin versetzte. Dort wollte ich nie hin. Die grüne war immer mein Ideal Vorstellung.Nun es kam anders.Als ich das erste mal in den Abschnitt einfuhr ( Alexsandrienstraße Berlin Mitte) war ich richtig erschrocken.Sicher in der Ausbildung hatten wir auch einen Lehrkanten aber eben keine Mauer.Berlin war ein Extrem wo man so richtig sah wie unnatürlich diese Teilung war. Eine Stadt die einfach zusammen gehörte. Und da stand dann diese Mauer.Ich habe oftmals, auch als ich schon K SIA war, meinen Fahrer an bestimmten Punkten anhalten lassen wo man besonders deutlich sah das die Mauer da nicht hingehörte.Auch störten mich die nur freundwärts gerichteten Signal Anlagen .Ich dachte ja das der Gegner auf der anderen Seite steht. Naja ich war damals eben jung. Ich sah den Grenzdienst als meinen Job. Mehr nicht.Da ich eben auch im Polit Unterricht immer auch mal unbequeme Fragen stellte ,( unteranderen die Wirtschaftliche Lage der DDR Bevölkerung) wurde ich immer schön nach solchen Äußerungen vom Grenzdienst ausgeschlossen ( für mich war das eine echte Bestrafung ,weil UVD und GOVD waren Horrorschichten für mich.).Deshalb war ich auch wehrend meiner gesamten Dienstzeit auch maximal schwarz.Ich durfte selbst als K SIA nicht an Exponierte Stellen wie U-Bahnen oder andere Stellen wo man dann ungehindert bis an den Strich gehen konnte.Um das mal klar zu stellen .Ich hatte NIE den Gedanken meinen Vaterland den Rücken zu kehren. Ob ich die Schusswaffe eingesetzt hätte ? Nur bei zwei dingen bestimmt .Bedrohung eigenes Leben und Fahnenflucht .Da hätte ich kein Gnade gekannt. In anderen Fällen war es eh verboten bei uns.Zum Glück kam ich nie in diese Lage. Aus der heutigen Sicht muss ich für mich sagen das das alles ein SINNLOSER SCHEISS war. So ein Aufwand für NICHTS.Ein Staat der seine eigene Bevölkerung einsperrt ,kann nur untergehen.Soweit meinen Gedanken . Wie sehen das andere ehemalige Grenzer .Würde gerade auch mal die Meinung von ehemaligen Berufssoldaten gerne wissen.


Grün: Wärest Du mal gut zwanzig Jahre eher geboren, dann hätten wir uns möglicherweise begegnen können. Habe ja auch im GR 36 in der 1.GK gedient, allerdings 67/68. Damals wäre Dir dieser Abschnitt wie die "Grüne Grenze" vorgekommen. Sehr viel Wald, keine schlammigen Stiefel bei Schlechtwetter (trocknen lassen und abklopfen). Das war damals der wildreichste Abschnitt um WB. Der Generalmajor Poppe, oberster Chef der GT, kam hin und wieder zum jagen. Na, ich habs ja schon mal geschrieben, was man damals so im direkten Kontakt zu den Westberlinern so alles anstellen konnte. Bin z.Zt. mit einem anderen User in direktem Kontakt per PN über unsere Erfahrungen aus dieser Zeit und in diesem Abschnitt.




@DoreHolm er war im 36er also Sicherungsabschnitt Berliner Innenstadt, nicht im 38er also Außenring.

K-SiA und "schwarz" wird es wohl kaum gegeben haben, evtl. "halbrot"! Da war deine Füst wohl am Engelbecken SiA-3. Wer richtig "schwarz" war durfte max. freundwärts der Hinterlandsmauer Hinterlandssicherung machen. Da hatte die V2000 schon ein Auge drauf.


zuletzt bearbeitet 11.01.2015 12:29 | nach oben springen

#25

RE: Wie sehen ehemalige Grenzer ihren Dienst und das Grenzregime heute .

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 11.01.2015 12:24
von SEG15D | 1.121 Beiträge

Seh ich immer noch für mich als persönlich durchaus wertvoll, meine Zeit damals.
Liegt aber mit Sicherheit an dem Umstand zwar die grüne Uniform getragen zu haben, jedoch nach der Grundausbildung
den Rest meines GWD als "Servicepersonal" in meinem Beruf verbringen konnte.
Habe viel dazugelernt und die Arbeit hat mir Freude bereitet.
Bin mir bewußt, damit eine "Aussnahme" zu sein...

SEG15D



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