#21

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 18:04
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

So bin auch ich aufgewachsen. In den frühen Jahren war auch offiziell wie Wiederbewaffnung verpönt.

Nur so entstand eine Haltung, die sich manch später Geborene nicht vorstellen kann.
Bersonders reif und klug mußte man mit dieser verinnerlichten Haltung nicht sein, bei der Beurteilung der späteren Entwicklung zum Militärischen hin.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#22

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 20:06
von Gelöschtes Mitglied
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Das hatten auch die Strategen der DDR begriffen, die Frühkindliche Beeinflussung prägt fürs ganze Leben. Deswegen wurde der Versuch schon im Kindergarten gestartet.

Bei Dir Freienhagener, bei mir und bei vielen anderen waren die Eltern eben schneller mit der Aufklärung als der Staat.

Auch dafür noch einen schönen Spruch: "Der eine früh, der andere nie".

Der Hesselfuchs


Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 20:08
von Gelöschtes Mitglied
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Entschuldigung an die, die es mit der Wende begriffen haben und sich umorientiert haben.

Der Hesselfuchs


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#24

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 21:56
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Tja, wie schon mehrfach geschrieben. Abenteuer, Waffen, Kräfte messen. Das scheint so ziemlich allen Jungs, außer einigen sensiblen und mehr künstlerisch orientierten, irgendwie seit Bestehen der Menschheit in den Genen zu liegen. Das kann man nicht innerhalb weniger Jahrzehnte völlig unterdrücken und ein Gegner von Waffen an sich würde sich im Ernstfall überlegen, ob er nicht doch zum Messer oder Schießeisen (falls greifbar) greift, wenn tödliche Gefahr für ihn bestände. Anderenfalls würden diese genetisch irgendwann aussterben.
Man schaue sich die Spiele der Jungen bei den Ureinwohnern an, die kaum Kontakt zu Industrienationen hatten. Kampfspiele sieht man dort. Auch ohne kommunistische Propaganda.
Waffen übten auch auf mich schon im Kindesalter eine Anziehungskraft aus. Bei´m Onkel auf dem Dorf schoss ich nach Spatzen und wenn er ein Huhn schlachten wollte, rannte er nicht mit der Mistgabel hinter dem Federvieh her, sondern drückte mir die Luftbüchse in die Hand. Erster Schuss durch den Kamm, kurzes Gackern, dann pickte es weiter. Der zweit Schuss saß dann. Nun mag sich der/die Eine oder Andere angewiedert von mir Rohling abwenden, aber ein Jagen mit der Mistgabel wäre für das Huhn der unangenehmere Tod gewesen. In der Lehre war ich in der GST Sparte Schießsport, später mal kurz durch einen Bekannten in der GST Erfurt kurz beim KK-Schießen reingeschaut. Meine Ergebnisse waren Mittelmaß im Verhältnis zu denen, die wöchentlich damit übten. Wenn die Mitgliedschaft nicht so teuer wäre, hätte ich mich bei einem Schützenverein angemeldet. Seit etwa Mitte der 90er habe ich eine Daisy Powerline Seitenspanner- Luftpistole mit Sportgriff. Ist sehr genau.
Was die anderen Disziplinen betrifft, habe ich schon frühzeitig mit Landkarten gearbeitet. Pflanzen bestimmen, sich in der Natur orientieren, Entfernungen schätzen, wandern, auch mal den Kompass benutzen. Zu alledem brauchte ich keine angeordnete Unterrichtszeit in Schule oder Lehre. Das hat mir Spaß gemacht und ich tat es von mir aus freiwillig. Die erworbenen Fähigkeiten helfen mir noch heute, wenn wir wandern oder auf unseren etwas abenteuerlichen Touren im schottischen Hochland oder gesamten nördlichen Skandinavien mit Wildcamping unterwegs sind. Ebenso in fremden Ortschaften bei der Weg- und Zielfindung. Die Schichten an der Grenze (Waldgebiete bei Hennigsdorf) taten ihr Übriges.



zuletzt bearbeitet 29.12.2014 21:59 | nach oben springen

#25

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 22:07
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn ich eine Henne schlachten will, brauche ich kein Luftgewehr (ist eh verboten) und auch keine Mistgabel. Da ich meine Hühner sehr gut versorge, fressen diese mir aus der Hand. Dann nur noch fest zufassen und den Rest erledigt die Axt.

Aber es stimmt schon, dass Waffen und Abenteuer eine besondere Anziehungskraft für Kinder ausüben. Da wir Menschen uns seit der Urgemeinschaft und dem Mittelalter weiterentwickelt haben, müssten auch die Letzten begreifen, dass kriegerische Auseinandersetzungen die Probleme nicht lösen.

Mit Toleranz und Respekt sollte man eigentlich weiter kommen, aber viele kennen nur das alte Recht (Auge um Auge, Zahn um Zahn).

Eigentlich ein Zeichen dafür, dass das höchst entwickelte Lebewesen doch noch nicht richtig lernfähig ist.

Der Hesselfuchs


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#26

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 22:54
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo @Rainman2
Lassen wir mal die Ziele dieser Veranstaltungen im weitesten Sinne des Wortes weg: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Spaß gemacht hat, dabei zu sein. Und das Eine oder Andere erinnert mich durchaus an die Pfadfinder, bei denen ich allerdings nie mitmachen durfte: Meine manchmal etwas übervorsichtige Mutter war dagegen. OK, der Handgranatenwurf gehörte bei denen nicht zum Programm, aber auch da dürfte bei den Teilnehmer/Innen weniger der militärische Hintergrund bewusstseinsprägend gewesen sein, sondern einfach der Spaß am Wettkampf. Der für mich zu einer Entwicklung gehört: Ansporn, Herausforderung, Anstrengung - und auch die Erfahrung, mit Niederlagen umgehen zu können. Dazu noch Mannschaftsgeist, das Bewusstsein, nur im Team erfolgreich sein zu können, sich auf andere verlassen zu müssen (oder zu können als Ergebnis) - das alles halte ich für wichtige und prägende Erfahrungen bei einem Jungmenschen.

OK, das Wissen, wie man nur mit einem Messer eine Woche in der Wildnis überleben kann, dürfte im realen Leben der allermeisten Menschen zum Glück nie gebraucht werden. Aber das ist für mich nur ein Nebenaspekt, entscheidend sind die anderen Erfahrungen.

Ein ganz klein wenig erinnert es mich auch an die Resozialisierungsmaßnahmen, die für straffällig gewordene Jugendliche veranstaltet werden. OK, es wird immer welche geben, die z.B. einen mehrtätigen oder gar -wöchigen Segelturn für eine Art von "Luxusurlaub" halten und einem militärischen Drill das Wort reden, bei dem die Persönlichkeit gebrochen wird, um dann zu versuchen, sie neu aufzubauen. Und die dabei nicht sehen wollen oder können, dass diese Jugendlichen dort Erfahrungen sammeln, die sie bisher nie in ihrem Leben gemacht haben - und die außerordentlich wichtig für eine Integration in die Gesellschaft sind.

Aber jetzt bin ich leicht vom eigentlichen Thema abgekommen.


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#27

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 23:16
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Hallo @Dandelion ,

nunja, es ging nicht sosehr um ein Überlebenstraining. Es war eine Art Orientierungslauf in einer 4-köpfigen Gruppe mit entsprechenden Stationen, die anzulaufen und an denen Aufgaben zu erfüllen waren. Nicht mehr und nicht weniger haben wir dahinter gesehen.

Im übrigen nochmal zum Handgranatenzielwurf - es mag heute erschreckend klingen, aber einige erinnern sich vielleicht doch noch - es gab eine 250 Gramm schwere Imitation einer kleinen Stielhandgranate, die als ganz normales Wurfgerät im Sportunterricht für den Weitwurf eingesetzt wurde, neben dem Schlagball. Ich glaube das war ab der 7. oder 8. Klasse (bei mir also 1973/74). Man mag heute aufschreien, dies sei perfide. Aber ich erinnere mich, das es diese Wurfgeräte auch ganz normal im Sporthandel gab. War übrigens nicht leicht zu werfen, da es eine andere Koordination verlangte, als der Schlagball. Der Zielwurf im touristischen Mehrkampf erfolgte also aus meiner damaligen Sicht mit einem "normalen Sportgerät".

Im übrigen: Ich kann mich nicht erinnern, dass an unserer Schule irgendjemand die Sportstunde unter Protest abbrach oder sich mit einer Beschwerde an den Sportlehrer wandte, wenn dieses Gerät zum Einsatz kam. Aber klar, haben sich alle nicht getraut, waren ja unterdrückt ... sicher doch, sicher doch.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


schulzi und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.12.2014 23:18 | nach oben springen

#28

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 29.12.2014 23:45
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #27
Im übrigen: Ich kann mich nicht erinnern, dass an unserer Schule irgendjemand die Sportstunde unter Protest abbrach oder sich mit einer Beschwerde an den Sportlehrer wandte, wenn dieses Gerät zum Einsatz kam. Aber klar, haben sich alle nicht getraut, waren ja unterdrückt ... sicher doch, sicher doch.


Nochmals und bevor Missverständnisse aufkommen: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich als Kind oder Jugendlicher gerne an solchen Veranstaltungen teilgenommen hätte: Der ideologische Hintergrund dessen wäre mir in diesem Alter auch verborgen geblieben, der Spaß am Kräftemessen, an der Herausforderung hätte bei mir auch im Vordergrund gestanden. Dass dadurch bestimmte Ziele verfolgt wurden, dürfte den Allermeisten erst später klar geworden sein - wenn überhaupt.

Und bevor die letzten Worte des vorherigen Abschnitts auch falsch aufgefasst werden: Das ist weder eine Kritik an denen, die "einfach mitgelaufen" sind noch an denen, die von der Richtigkeit des eigenen Tuns überzeugt waren.


DoreHolm und Rainman2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 08:14
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn man auch aufgrund der Lebenserfahrung heute eine andere Sicht auf manche Dinge hat als vor 45 bis 50 Jahren, ist doch eins unbestritten. Die Erziehung der Kinder war unter anderem auch auf den Dienst beim Militär ausgerichtet. Das war im dritten Reich nicht anders. Man muss nur den Unterschied sehen, dass im dritten Reich die ganze Politik und Propaganda auf eine Expansion nach Außen gerichtet war. Volk ohne Raum, Herrenrasse und die Schürung der Angst vor dem Weltkommunismus waren an der Tagesordnung.
Den Eindruck hatte ich von der DDR nie. Da ging es offiziell um den Schutz vor dem aggressiven Imperialismus, was auch nicht ganz von der Hand zu weisen war. Der wirkliche Feind saß aber im eigenen Land. Das waren die, welche sich nicht einsperren und ständig bevormunden lassen wollten.

Der Hesselfuchs


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#30

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 08:25
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Rainman2, ich könnte Dir einige Beispiele aus meiner Verwandschaft bringen, wie Eltern unter Druck gesetzt wurden nur weil sie sich gegen den Wehrkundeunterricht engagiert haben. Der Druck war schon vorhanden. Es gab da natürlich Unterschiede, die von den jeweiligen Lehrern und Schuldirektoren abhängig waren. Wie bei allen Entwicklungen gibt es welche die aus vorauseilendem Gehorsam die Sache auf die Spitze treiben. Auf der anderen Seite gab es immer welche, die sich als Bremsklotz hinterher schleifen lassen, weil sie ja ihren Beruf weiter ausüben wollten.
Da die Beispiele meine unmittelbare Verwandschaft betreffen führe ich sie hier nicht an. Aber du findest da sicher genug im Netz wenn du willst.

Der Hesselfuchs


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#31

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 09:13
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Kurz gesagt, @Merlini ,

ich will nicht. Dass es Beispiele der Ausübung von Druck, in subtiler und weniger subtiler Form gab, weiß ich und kenne ich von einigen Stellen selbst, was ich damals immer den Einzelpersonen zuschrieb. In der Masse stimmt meine Aussage zur kritiklosen Freiwilligkeit aber trotzdem. Da wurden keine tiefen Gedanken gewälzt, da lebte man und damit hatte es sich. Die Omnipräsenz eines möglichen Krieges ließ einen auch die Worte Frieden oder Vorbereitung auf die Verteidigung des Friedens anders werten als heute. Meine Lebensraumteilerin hatte vor ein paar Jahren mal Briefe aus ihrer Kindheit gefunden und noch einmal gelesen und war, wie ich selbst auch, durchaus beeindruckt, wie viel wir damals vom Frieden und dem Wunsch, er möge erhalten bleiben, schrieben und ergo wahrscheinlich auch sprachen, selbst bei scheinbar belanglosesten Sachen oder kaum rekonstruierbaren Zusammenhängen. Ich gehöre zu der Generation, die mit den Fernsehbildern des Vietnamkrieges aufwuchs. Ich weiß nicht, wie es andere gesehen haben, aber mich haben diese Bilder und die Berichte beeindruckt. Meine spätere Entscheidung, Offizier zu werden, hat eine ihrer Wurzeln auch in diesen Bildern und meinen ersten Wertungen.

Aber ich will da im Zusammenhang mit dem touristischen Mehrkampf nichts übermäßig konstruieren. Die Sachen wirkten eher unterbewusst. Und die u.a. von @Dandelion genannten, universellen Kriterien wirkten definitiv und wahrscheinlich sogar stärker. Heute tobt man sich bei World of Warcraft, Call of Duty und Assassins Creed aus und es wird Eltern geben, die ihren Kindern solche Spiele untersagen oder mit ihnen darüber sprechen. Vor ein paar Jahren gab es mal bei einer Veranstaltung (Festival Musik und Politik) eine "Familienkirmes", bei der eine Umtauschaktion angeboten wurde: Kriegsspielzeug gegen richtiges Spielzeug. Die Resonanz war so, dass die Veranstalter die Aktion noch als Erfolg werten konnten, ohne rot zu werden, setzt man das in Relation zu den bescheidenen Zuschauerzahlen dieses Festivals. Aber die Aktion selbst hat niemanden extra angezogen, es kamen "nur" die, die sowieso gekommen wären.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#32

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 13:35
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #25
Wenn ich eine Henne schlachten will, brauche ich kein Luftgewehr (ist eh verboten) und auch keine Mistgabel. Da ich meine Hühner sehr gut versorge, fressen diese mir aus der Hand. Dann nur noch fest zufassen und den Rest erledigt die Axt.

Aber es stimmt schon, dass Waffen und Abenteuer eine besondere Anziehungskraft für Kinder ausüben. Da wir Menschen uns seit der Urgemeinschaft und dem Mittelalter weiterentwickelt haben, müssten auch die Letzten begreifen, dass kriegerische Auseinandersetzungen die Probleme nicht lösen.

Mit Toleranz und Respekt sollte man eigentlich weiter kommen, aber viele kennen nur das alte Recht (Auge um Auge, Zahn um Zahn).

Eigentlich ein Zeichen dafür, dass das höchst entwickelte Lebewesen doch noch nicht richtig lernfähig ist.

Der Hesselfuchs


Rot: Mag ja heute stimmen, wobei ich nichts von einem Gesetz kenne, daß das Töten zum Zweck des Essens von selbst gehaltenen Kleintieren (Hühner, Gänse, Enten, Karnickel u.s.w.) vorschriebt, außer daß es schnell gehen muß. Was Schnelleres als der Kopfschuss bei der Henne gibt es wohl kaum, auch nicht per Axt. Ist das bei Jägern anders ? Und dann kannst Du die späten 50er nicht mit heute vergleichen, als es noch Einzelbauern gab.
Grün: Sag das mal einem Bauern, er soll sein Federvieh per Hand füttern, damit er diese stressloser fangen kann. Die Jäger sollen gefälligst das Wild so anfüttern, daß sie das Bolzenschussgerät ansetzen können.
Also, siehs mal etwas realistischer.
Entschuldigung, hat nichts mit touristischem Mehrkampf zu tun.



zuletzt bearbeitet 30.12.2014 13:36 | nach oben springen

#33

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 15:32
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #27

Im übrigen: Ich kann mich nicht erinnern, dass an unserer Schule irgendjemand die Sportstunde unter Protest abbrach oder sich mit einer Beschwerde an den Sportlehrer wandte, wenn dieses Gerät zum Einsatz kam. Aber klar, haben sich alle nicht getraut, waren ja unterdrückt ... sicher doch, sicher doch.



Das bedeutet nicht, daß man begeistert dabei war. Deine Argumentation geht hier mit Sarkasmus an der Ralität vorbei

Die Frage ist doch eher, ob man engagiert oder lustlos mitmachte.

Ganz öde waren z. B. diese Hans-Beimler-Wettkämpfe. Da kam keine Begeisterung auf.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 30.12.2014 15:33 | nach oben springen

#34

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 20:41
von FRITZE (gelöscht)
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Ganz öde waren z. B. diese Hans-Beimler-Wettkämpfe. Da kam keine Begeisterung auf.

Das siehst vlt. Du so ! Ich kann mich erinnern ,daß sogar Jugendliche ,die sonst nicht konform mit der Schule und der FDJ gingen ,voller Begeisterung ob des militärischen Wettkampfes waren .


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#35

RE: Touristischer Mehrkampf

in Leben in der DDR 30.12.2014 21:25
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #34
Ganz öde waren z. B. diese Hans-Beimler-Wettkämpfe. Da kam keine Begeisterung auf.

Das siehst vlt. Du so ! Ich kann mich erinnern ,daß sogar Jugendliche ,die sonst nicht konform mit der Schule und der FDJ gingen ,voller Begeisterung ob des militärischen Wettkampfes waren .


Sehe ich auch so. Es war eine Frage, wie es vorbereitet und organisiert wurde. Wenn da so ein paar hauptamtliche Pionierleiterinnen ankamen, oder ein paar halbverrentete Lehrer, die der Sache vielleicht noch einen pädagogisch hochwertigen Stempel aufdrücken wollten, dann war auch die Veranstaltung öde. Gab es aber Raum, dass sich Leute mit Ideen und Engagement einbrachten, dann war schon mehr los. Klar, es wurde gemeckert und viele taten so, als stünden sie turmhoch über den Dingen. Aber was davon politische Rebellion und was pubertäre Großtuerei war, konnte man nur schwer auseinanderhalten.

Bisschen OT, aber die Richtung: 1994 spielte ich mal mit ein paar alten Singezähnen aus DDR-Zeiten einen typischen Singegruppenauftritt nach. Erster Punkt: Die Mitglieder der Singegruppe betreten die Bühne, jeder holte eine West-Plaste-Tüte hervor, zieht ein zerknittertes FDJ-Hemd raus und streift es locker über die Kleidung (wichtig: Kein Knopf wird geschlossen, außer bei den Gitarristen die Manschetten). Letzter Punkt nach dem letzten Lied: Ausziehen der FDJ-Hemden und zurückstopfen in die West-Plaste-Tüte. In den Kritiken tauchte sehr häufig das Wort "authentisch" auf. Wie hätte es da so schön in dem Film "Sonnenallee" geheißen? "Mann, war das verboten!"


ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 30.12.2014 21:25 | nach oben springen


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