#1

Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 09:58
von Gelöschtes Mitglied
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Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

Ich habe mir mal wieder einen westlich dekadenten Thread-Titel einfallen lassen, der Eure Aufmerksamkeit in Bild-Zeitungsmanier erregen soll. Standpfeiler des Sozialismus in der DDR war zum einen die Ideologie und damit eng verbunden die Wirtschaft, die sich auf Basis Marx’scher Lehren von der des Kapitalismus im Wesentlichen unterscheiden sollte. Die Produktionsmittel sollten in der Hand des Volkes liegen. Die individuelle Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sollte abgeschafft werden.

720 starben täglich? Keine Menschen natürlich, sondern "sozialistische" Rindviecher. Die DDR war 8 Jahre alt, da gab es bereits den zweiten 5-Jahresplan und die in den LPGen zwangsweise zusammengeschlossenen Bauern sollten effektiver produzieren. Da kam einem ganz Weisen die Idee mit den Rinderoffenställen. Dieses Thema wurde hier im Forum nur ganz kurz angerissen, deshalb mache ich einen eigenen Thread auf. Es geht mir hierbei nicht nur um die Rinderoffenställe, sondern ich möchte, das Ihr Eure Erfahrungen von ebenso anderen wahnwitzigen Ideen in anderen Bereichen der Wirtschaft der DDR hier preisgebt. Motto: Gut gemeint und dennoch verkehrt. Misswirtschaft in der Planwirtschaft. Vielleicht auch eine Unterstützung des Vorhabens von Angelos Forum-Wiki?

http://de.wikipedia.org/wiki/Rinderoffenstall


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 10:48 | nach oben springen

#2

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 10:10
von Georg | 1.004 Beiträge

[quote=Reinhardinho|p425422]Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

Ich habe mir mal wieder einen westlich dekadenten Thread-Titel einfallen lassen, der Eure Aufmerksamkeit in Bild-Zeitungsmanier erregen soll. Standpfeiler des Sozialismus in der DDR war zum einen die Ideologie und damit eng verbunden die Wirtschaft, die sich auf Basis Marx’scher Lehren von der des Kapitalismus im Wesentlichen unterscheiden sollte. Die Produktionsmittel sollten in der Hand des Volkes liegen. Die individuelle Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sollte abgeschafft werden.

720 starben täglich? Keine Menschen natürlich, sondern Rindviecher. Die DDR war 8 Jahre alt, da gab es bereits den zweiten 5-Jahresplan und die in den LPGen zwangsweise zusammengeschlossenen Bauern sollten effektiver produzieren. Da kam einem ganz Weisen die Idee mit den Rinderoffenställen. Dieses Thema wurde hier im Forum nur ganz kurz angerissen, deshalb mache ich einen eigenen Thread auf. Es geht mit hierbei nicht nur um die Rinderoffenställe, sondern ich möchte, das Ihr Eure Erfahrungen von ebenso anderen wahnwitzigen Ideen in anderen Bereichen der Wirtschaft der DDR hier preisgebt. Vielleicht auch eine Unterstützung des Vorhabens von Angelos Forum-Wiki?

http://de.wikipedia.org/wiki/Rinderoffenstall[/quote

mit ohne oder ohne mit? Dativ - Genetiv oder wie ?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#3

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 10:13
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Georg im Beitrag #2
[quote=Reinhardinho|p425422]Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

Ich habe mir mal wieder einen westlich dekadenten Thread-Titel einfallen lassen, der Eure Aufmerksamkeit in Bild-Zeitungsmanier erregen soll. Standpfeiler des Sozialismus in der DDR war zum einen die Ideologie und damit eng verbunden die Wirtschaft, die sich auf Basis Marx’scher Lehren von der des Kapitalismus im Wesentlichen unterscheiden sollte. Die Produktionsmittel sollten in der Hand des Volkes liegen. Die individuelle Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sollte abgeschafft werden.

720 starben täglich? Keine Menschen natürlich, sondern Rindviecher. Die DDR war 8 Jahre alt, da gab es bereits den zweiten 5-Jahresplan und die in den LPGen zwangsweise zusammengeschlossenen Bauern sollten effektiver produzieren. Da kam einem ganz Weisen die Idee mit den Rinderoffenställen. Dieses Thema wurde hier im Forum nur ganz kurz angerissen, deshalb mache ich einen eigenen Thread auf. Es geht mit hierbei nicht nur um die Rinderoffenställe, sondern ich möchte, das Ihr Eure Erfahrungen von ebenso anderen wahnwitzigen Ideen in anderen Bereichen der Wirtschaft der DDR hier preisgebt. Vielleicht auch eine Unterstützung des Vorhabens von Angelos Forum-Wiki?

http://de.wikipedia.org/wiki/Rinderoffenstall[/quote

mit ohne oder ohne mit? Dativ - Genetiv oder wie ?





Es war ein Schreibfehler, wie Dein Genetiv auch. Eigentor? Korrigiert. Danke. Wenn Du dann noch eine eckige Klammer ] hinter Deinem letzten 'quote' setzt, ist das Zitat komplett.


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 10:57 | nach oben springen

#4

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 10:41
von katerjohn | 559 Beiträge

was will er uns damit sagen ?


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#5

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 10:42
von Gelöschtes Mitglied
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In meinem Ausbildungsbetrieb, dem WF Werk für Fernsehelektronik, kam eines Tages eine ganze Eisenbahn-Waggonladung mit unbearbeiteten Bildröhren-Kolben aus dem sowjetischen Bruderland, in Pappkartons verpackt, an. Als diese Kartons dann nach 14 Tagen immer noch auf dem Hof standen und es regnete auch manchmal, kamen etliche dieser Kolben auf die Idee, durch die aufgeweichten Kartons ins Freie auf dem zementierten Boden zu rutschen, was eine Unzahl dieser Kolben nicht überlebte. Die Betriebsleitung bzw. die zuständige Abteilung war sicher so abergläubisch, das sie dachte, "Scherben bringen Glück". Das war ein gewisses Schlüsselerlebnis für mich in Bezug auf die Wirtschaft der DDR. Das spornt als Lehrling mächtig an. Es ist ein nicht unerheblicher volkswirtschaftlicher Schaden entstanden, der offenbar niemanden interessierte.


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 10:44 | nach oben springen

#6

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 10:47
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von katerjohn im Beitrag #4
was will er uns damit sagen ?


Ich habe dazu noch eine Unterstreichung in dem Eröffnungs-Post von mir eingefügt. Damit sollte Deine Frage dann beantwortet sein.

Gruß Reinhard


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#7

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 11:19
von katerjohn | 559 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #6
Zitat von katerjohn im Beitrag #4
was will er uns damit sagen ?


Ich habe dazu noch eine Unterstreichung in dem Eröffnungs-Post von mir eingefügt. Damit sollte Deine Frage dann beantwortet sein.

Gruß Reinhard


Na gut ,jetzt ist es etwas verständlicher

Grüsse auch Reinhard


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#8

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 13:54
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

"Der sowjetische Parteichef Nikita Sergejewitsch Chruschtschow und Walter Ulbricht besuchten im Sommer 1957 das VEG Schwaneberg/Altenweddingen, die “Akademie des Maisanbaus”, und sahen hier hervorragende Maiskulturen. Hier prägte Chruschtschow das geflügelte Wort: “Mais – das ist die Wurst am Stengel!” Im gleichen Jahre erhielt S. den Nationalpreis der DDR III. Klasse “für die beispielhafte Entwicklung des volkseigenen Gutes Schwaneberg, insbesondere für seine persönliche Initiative bei der Einführung des Maisanbaus in der DDR”. "
aus:http://www.uni-magdeburg.de/mbl/Biografien/0421.htm

Hätten wir das nur ernst genommen, der Sozialismus hätte gesiegt!!!

Und für die Orthografie-Krümel-Kacker: Wo ist der Fehler im Text?

Einen schönen 4. Advent wünscht der

GKUS64


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#9

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:05
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #8
Im gleichen Jahre

Hätten wir das nur ernst genommen, der Sozialismus hätte gesiegt!!!

Und für die Orthografie-Krümel-Kacker: Wo ist der Fehler im Text?

Einen schönen 4. Advent wünscht der

GKUS64


Dir auch einen schönen 4. Advent. Ich möchte der Orthografie-Krümel-Kacker sein, bitte!


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 14:12 | nach oben springen

#10

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:16
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #9
Zitat von GKUS64 im Beitrag #8
Im gleichen Jahre

Hätten wir das nur ernst genommen, der Sozialismus hätte gesiegt!!!

Und für die Orthografie-Krümel-Kacker: Wo ist der Fehler im Text?

Einen schönen 4. Advent wünscht der

GKUS64


Dir auch einen schönen 4. Advent. Ich möchte der Orthografie-Krümel-Kacker sein, bitte!



Nur vielleicht richtig, das meinte ich aber nicht. Noch einen Versuch hast du!


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#11

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:21
von Gelöschtes Mitglied
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Dieser Thread wird wohl nicht so der Renner. Ist ja auch ein trauriges Thema "720 starben täglich" mit den toten "sozialistischen" Rindviechern, um die es aber gar nicht nur gehen sollte. Tote Weihnachtsgans 'Auguste' wäre besser gewesen. Das mit den "Rinderoffenställen" war nur ein Fehlgriff der DDR-Verantwortlichen. Ich dachte, es gäbe mehr davon!?


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 14:22 | nach oben springen

#12

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:35
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #10


Nur vielleicht richtig, das meinte ich aber nicht. Noch einen Versuch hast du!


Nach langem Googlen fand ich, das man heute Stengel als Stängel schreibt.....

Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel,
der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel.“ (Stängel damals noch mit e)

Richtig?


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#13

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:37
von furry | 3.569 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #12
Zitat von GKUS64 im Beitrag #10


Nur vielleicht richtig, das meinte ich aber nicht. Noch einen Versuch hast du!


Nach langem Googlen fand ich, das man heute Stengel als Stängel schreibt.....

Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel,
der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel.“ (Stängel damals noch mit e)

Richtig?



Nachgefragt bei Hans-Georg Stengel? Kennst Du den überhaupt, @Reinhardinho ?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.12.2014 14:37 | nach oben springen

#14

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:40
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #12
Zitat von GKUS64 im Beitrag #10


Nur vielleicht richtig, das meinte ich aber nicht. Noch einen Versuch hast du!


Nach langem Googlen fand ich, das man heute Stengel als Stängel schreibt.....

Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel,
der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel.“ (Stängel damals noch mit e)

Richtig?



Reinhardinho bekommt eine 1, bitte setzen! Nein doch nicht, jetzt hat er das DASS wieder verbeutelt!


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 14:44 | nach oben springen

#15

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:46
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von furry im Beitrag #13
Zitat von Reinhardinho im Beitrag #12
Zitat von GKUS64 im Beitrag #10


Nur vielleicht richtig, das meinte ich aber nicht. Noch einen Versuch hast du!


Nach langem Googlen fand ich, das man heute Stengel als Stängel schreibt.....

Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel,
der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel.“ (Stängel damals noch mit e)

Richtig?



Nachgefragt bei Hans-Georg Stengel? Kennst Du den überhaupt, @Reinhardinho ?


Jetzt ja - Danke - Muss ein toller Typ gewesen sein. Besonders die Wortspiele mit seinem Namen gefallen mir, z.B. Stenglish for you.


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#16

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 14:53
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #14
Zitat von Reinhardinho im Beitrag #12
Zitat von GKUS64 im Beitrag #10


Nur vielleicht richtig, das meinte ich aber nicht. Noch einen Versuch hast du!


Nach langem Googlen fand ich, das man heute Stengel als Stängel schreibt.....

Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel,
der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel.“ (Stängel damals noch mit e)

Richtig?



Reinhardinho bekommt eine 1, bitte setzen! Nein doch nicht, jetzt hat er das DASS wieder verbeutelt!


fett: Solange ich nicht in der Ecke stehen und ich nicht 100x "Ich will kein Orthografie-Krümel-Kacker mehr sein" an die Tafel schreiben muss, geht es ja noch halbwegs durch, oder?

Das kommt vom Copy + Paste > http://www.guenter-saalmann.de/essay/poetikvorlesung.htm ...das hat schon ganz andere große Geister um die Karriere gebracht....


zuletzt bearbeitet 20.12.2014 14:59 | nach oben springen

#17

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 15:14
von furry | 3.569 Beiträge

Befassen wir uns nochmal mit dem ersten Bericht.
Über welchen Zeitraum haben denn täglich 720 Rinder (jetzt folgt landwirtschaftliche Sprache) die Hufe hochgerissen? Doch sicher nicht im gesamten 5 Jahr-Plan?
Nun zu den Offenställen. So ganz falsch war die Idee nicht, sie wurde nur halbherzig umgesetzt. Es fehlten die nötigen Zusatzeinrichtungen, wie beheizbare Tränkwasserleitungen, mechanische Entmistung und Windschutz. Rinder leben in solchen Ställen gesünder als wie in den damaligen Feldsteingrotten. Moderne Rinderställe werden als Außenklimaställe gebaut.
Auf beigefügtem Bild ist rechts ein Beispiel für einen Außenklimastall zu sehen. Der war zwar nicht für Rinder. Hier wurden von Spätherbst bis zeitiges Frühjahr Lämmer gehalten und die übrige Zeit Schweine. Man kann gut erkennen, das hier der Wind durch alle Ecken pfeifen kann und trotzdem haben sich die Tiere darin wohlgefühlt.

Edit: Bild und Text gelöscht


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 21.12.2014 04:24 | nach oben springen

#18

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 15:22
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #5
In meinem Ausbildungsbetrieb, dem WF Werk für Fernsehelektronik, kam eines Tages eine ganze Eisenbahn-Waggonladung mit unbearbeiteten Bildröhren-Kolben aus dem sowjetischen Bruderland, in Pappkartons verpackt, an. Als diese Kartons dann nach 14 Tagen immer noch auf dem Hof standen und es regnete auch manchmal, kamen etliche dieser Kolben auf die Idee, durch die aufgeweichten Kartons ins Freie auf dem zementierten Boden zu rutschen, was eine Unzahl dieser Kolben nicht überlebte. Die Betriebsleitung bzw. die zuständige Abteilung war sicher so abergläubisch, das sie dachte, "Scherben bringen Glück". Das war ein gewisses Schlüsselerlebnis für mich in Bezug auf die Wirtschaft der DDR. Das spornt als Lehrling mächtig an. Es ist ein nicht unerheblicher volkswirtschaftlicher Schaden entstanden, der offenbar niemanden interessierte.



Ist m.E.wieder so ein Fall der Nicht-Wahrnehmung von Verantwortung. Der dafür zuständig war, hat Glück gehabt, daß der Fall nicht der ABI oder gar dem MfS oder auch der übergeordneten staatlichen Leitung bekannt wurde. Eine ordentlich auf´s Dach wäre ihm sicher gewesen.
In unserer Firma (sehr hoher Anteil an direkten oder indirekten NSW-Importrohstoffen) sind wir noch unter die Mischwerke gekrochen, um ein paar Kunstharzbrocken (insges. ca. 1 - 2 kg) hervorzuholen, die da runtergefallen sind bei einer Gesamtchargengröße von 2.000,-kg.
Das ist m.E. keine Entschuldigung für einen Lehrling, nur weil die Arbeiter so handeln, es ihnen gleich zu tun mit dem Wissen, daß es falsch ist und im Grunde genommen jedem selbst schadet. Selbst unter privatkapitalistischen Verhältnissen war mir bewußt, wenn ich Schaden und Kosten verhindere, daß ich damit zur Sicherung meines Arbeitsplatzes beitrage. Die Aktionäre wären mir egal, aber ich bin von ihnen abhängig.



zuletzt bearbeitet 20.12.2014 16:20 | nach oben springen

#19

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 15:30
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #11
Dieser Thread wird wohl nicht so der Renner. Ist ja auch ein trauriges Thema "720 starben täglich" mit den toten "sozialistischen" Rindviechern, um die es aber gar nicht nur gehen sollte. Tote Weihnachtsgans 'Auguste' wäre besser gewesen. Das mit den "Rinderoffenställen" war nur ein Fehlgriff der DDR-Verantwortlichen. Ich dachte, es gäbe mehr davon!?

was ist schon traurig?,dafür waren einige sozialistische Rindviecher
gar nicht so blöd,und sind in den Westen geflüchtet
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#20

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 20.12.2014 15:34
von Elch78 | 501 Beiträge

Richtig @DoreHolm, hier wird des Lehrlings Reinhardinho unzureichend entwickelte sozialistische Moral deutlich, die die "erschütternden" Ereignisse eines politisch Ungefestigten mit unklarem Klassenstandpunkt vorwegnahm, über die er uns ja hier so ausführlich Bericht erstattet hat!

Elch
P.S.: Ansonsten haste aber Recht!


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