#41

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 16:15
von rotrang (gelöscht)
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Zu unser Zeit 68-71 war es wohl ein Glück, das wir noch keinen grünen Streifen am Ärmel hatten. Anmache kenne ich nicht im zivilen Sektor , aber während der Ausbildungszeit in Dömitz war es immer eine Freude mit den Entenjägern sich zu kloppen.(solch ein Schwachsinn) aber wir waren jung und Hitz - Köpfe


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#42

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 16:20
von B208 | 1.352 Beiträge

Im Westen wurde die Meinung hauptsächlich durch die Erfahrungen bei der Ein und Ausreise auf den Transitstrecken gebildet .
Fälschlicherweise wurde der Grenzer an der Güst immer als Vopo bezeichnet und es war auch nicht bekannt , dass der Vopo nicht der Grenzer und der Grenzer nicht der Grenzer war sondern ein Angehöriger des MfS .
Die Meinung über die " Grenzer " an der Güst war schlecht .
Eine Meinung über die "richtigen" Grenzer wurde bei der normalen Bevölkerung durch die Presse gebildet .
Und die Begriffe wie Todesstreifen , Mauertote , Schiessbefehl tauchten ja fast in jedem Artikel über die Grenze auf . Verantwortlich neben der Politik war natürlich der Grenzer . Der Ottonormalbürger dachte und denkt , der Grenzer war ein besonders harter und parteitreuer Bürger der DDR .
Ich habe auch die Befürchtung , dass sich an diesem Bild nichts ändern wird und die Grenztruppe und ihre Angehörigen mit diesem Negativimage in die Geschichte eingehen wird .
Muss aber dazu auch anmerken , dass einige ehem. Angehörige auch noch heute in den verschiedenen Foren leider das schlechte Bild der GT bedienen .
Ich selbst habe meine Meinung über die AGT geändert , habe viele , sehr viele ehemalige Grenzer kennengelernt und Freundschaften geschlossen .

B208


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#43

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 16:36
von schulzi | 1.764 Beiträge

Klar kenne ich den Begriff Gefängnisswärter ,aber nur als Flackserei unter den Kollegen.Ansonsten als "Berliner" kann ich nur sagen wen du die nicht angemacht hast hamse dich in ruhe gelassen. Bin auch in verbotene Kneipen gegangen hab dort sogar meinen Hauptfeld dort beim Bier getroffen der grinste nur .


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#44

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 16:45
von Elch78 | 501 Beiträge

B208: "Ich habe auch die Befürchtung , dass sich an diesem Bild nichts ändern wird und die Grenztruppe und ihre Angehörigen mit diesem Negativimage in die Geschichte eingehen wird .
Muss aber dazu auch anmerken , dass einige ehem. Angehörige auch noch heute in den verschiedenen Foren leider das schlechte Bild der GT bedienen.
"

Beiden Sätzen möchte ich grundsätzlich zustimmen.
Zum ersten Satz noch eine Anmerkung:
Ob die Grenzer im "Buch der Geschichte" ein Negativimage verpaßt bekommen oder nicht, ist mir egal.
Bin aber etwas optimistischer als Du: die einfachen deutschen Soldaten, die 1914 in die westlichen Nachbarländer eingefallen sind, werden im allgemeinen Verständnis der heutigen Zeit nicht mehr als kaisertreue Aggressoren betrachtet sondern eher als Opfer ihrer Zeit und ihrer gesellschaftlichen Verhältnisse. Und die Wehrmachtsangehörigen des WK II werden auch nicht pauschal als Nazis angesehen.
Ein die Umstände vereinfacht bewertendes Urteil über "die Grenzer" ist trotzdem nicht zu verhindern - das ist bei einer Gesamtbewertung von Menschengruppen immer so.
Die Haltung des einzelnen AGT ist im Nachhinein aus den Zeugnissen zu ersehen, die er hinterläßt (Erzählungen, Briefe, Dokumente, ...). Und genau darin liegt auch der eigentliche Wert dieses Forums hier - möge es erhalten bleiben können und den Interessierten der Gegenwart und Zukunft Zeugnis ablegen über die Grenzer.

Elch

P.S.: Wie schnell sich Stimmungen und Bewertungen ändern, erlebte ich im Herbst diesen Jahres an einem meiner ehemaligen Postenpunkte.
Sitze da so sinnierend an einem Dorfrand im Eichsfeld ...

Kommt eine Frau (etwa so mein Alter: 50 plus/minus x), Alice-Schwarzer-Type und wir merken am Dialekt, daß wir beide Berliner sind.
Sie wohnte/wohnt in Lübars (wer's kennt: idyllischer Ort in Grenznähe im Norden Westberlins) und erzählt von Kindheit und Erwachsensein und dem täglichen Dasein der Mauer.

Fragt mich, was ich hier mache (vermutete, ich sei Jäger).

Nun kommt meine Mauer im Kopf: "West-Tante", fuffzig Jahre alt, Mauer und Stacheldraht hinterm Haus - wenn ich der jetzt sage, warum ich hier bin, platzt 'ne Bombe ... Worte wie Freiheit, Schießbefehl, Diktatur und vielleicht Mörder werden fallen.

Mache es trotzdem: "Ich war hier an dieser Stelle vor dreißig Jahren Grenzer."

Was sagt sie?

"Ach, da ham Se also hier jearbeitet?" ... Gearbeitet ...!!!

"Ja", fällt mir da nur ein - völlig baff angesichts des von ihr verwendeten Verbs. Die sieht das als Arbeit - sprich: wie eine gewöhnliche Tätigkeit, die eben getan wird/wurde bzw. getan werden muß/mußte!
So können sich Bewertungen auch wandeln.

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
Damals87 und karstenHH haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.11.2014 17:23 | nach oben springen

#45

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 17:51
von Gelöschtes Mitglied
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Der Kontakt zu der Bevölkerung war nicht besonders gut. Das hatte mehrere Gründe:

1. Die katholischen Eichsfelder waren nicht besonders froh über die Grenze und uns Soldaten im allgemeinen. War aber keine generelle Feindschaft.

2. Einige Grenzer haben sich auch besonders unvernünftig verhalten. ( Vandalismus an Kruzefixen und Kapellen z. B. Kella.

3. Die Leute wurden durch die Kontrollen auch ganz schön drangsaliert.

4. Einige Dörfer (Asbach, Sickenberg, Weidenbach u. a. wurden ja erst 1946 von Hessen nach Thüringen transferiert.

Ich bin schon oftmals wieder in den Dörfern gewesen und habe auch Kontakt zu Einheimischen gesucht .Auch nach meiner Erklärung, dass ich 76/77 an der Grenze war, hat mich keiner schräg angesehen oder gar beschimpft. Im Gegenteil, es wurden immer interessante Gespräche.

Der Hesselfuchs


Elch78 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 18:29
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #45
Der Kontakt zu der Bevölkerung war nicht besonders gut. Das hatte mehrere Gründe:

1. Die katholischen Eichsfelder waren nicht besonders froh über die Grenze und uns Soldaten im allgemeinen. War aber keine generelle Feindschaft.

2. Einige Grenzer haben sich auch besonders unvernünftig verhalten. ( Vandalismus an Kruzefixen und Kapellen z. B. Kella.

3. Die Leute wurden durch die Kontrollen auch ganz schön drangsaliert.

4. Einige Dörfer (Asbach, Sickenberg, Weidenbach u. a. wurden ja erst 1946 von Hessen nach Thüringen transferiert.

Ich bin schon oftmals wieder in den Dörfern gewesen und habe auch Kontakt zu Einheimischen gesucht .Auch nach meiner Erklärung, dass ich 76/77 an der Grenze war, hat mich keiner schräg angesehen oder gar beschimpft. Im Gegenteil, es wurden immer interessante Gespräche.

Der Hesselfuchs


Warst ja, wie du schreibst selber vor Ort - wie hast du denn die Bewohner bei der Kontrolle "ganz schön" drangsaliert?


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#47

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 18:38
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Meine Erfahrungen und Eindrücke - damals und heute:

Damals gab es kaum Kontakte, außer im Wirtshaus. (Die Mädels waren von leeren Versprechungen Heimgegangener enttäuscht).

Meinen ersten Besuch in der Neuzeit machte ich mit gemischen Gefühlen. Aber Gespräche mit Nachbarn verliefen entspannt.

Weitere Besuche verliefen sehr angenehm. Im Wirtshaus gibt es immer noch ein Grenzer-Gästebuch, mit Einträgen aus über 50 Jahren. Mit etlichen Kameraden habe ich dort bei einem Treffen übernachtet und der Umgang war sehr freundlich und aufgeschlossen.
Das Verwunderliche daran: Die damalige Wirtin (die Mutter der heutigen) war jahrelang zwangsausgesiedelt (!).
Erklären kann ich deren Haltung nur mit christlicher Nächstenliebe und Vergebung.

Auf dem Weg in den Urlaub hatte ich ebenfalls keine Probleme, trotz Uniform (GwDler hatten bis zuletzt keine Zivilklamotten dabei. Die waren verboten und ließen sich auch nicht verstecken).
Sicherlich konnten viele Zivilisten die Waffengattungen gar nicht unterscheiden.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 12.11.2014 18:43 | nach oben springen

#48

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 18:56
von Pzella 82 | 356 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #47
Meine Erfahrungen und Eindrücke - damals und heute:

Damals gab es kaum Kontakte, außer im Wirtshaus. (Die Mädels waren von leeren Versprechungen Heimgegangener enttäuscht).

Meinen ersten Besuch in der Neuzeit machte ich mit gemischen Gefühlen. Aber Gespräche mit Nachbarn verliefen entspannt.

Weitere Besuche verliefen sehr angenehm. Im Wirtshaus gibt es immer noch ein Grenzer-Gästebuch, mit Einträgen aus über 50 Jahren. Mit etlichen Kameraden habe ich dort bei einem Treffen übernachtet und der Umgang war sehr freundlich und aufgeschlossen.
Das Verwunderliche daran: Die damalige Wirtin (die Mutter der heutigen) war jahrelang zwangsausgesiedelt (!).
Erklären kann ich deren Haltung nur mit christlicher Nächstenliebe und Vergebung.

Auf dem Weg in den Urlaub hatte ich ebenfalls keine Probleme, trotz Uniform (GwDler hatten bis zuletzt keine Zivilklamotten dabei. Die waren verboten und ließen sich auch nicht verstecken).
Sicherlich konnten viele Zivilisten die Waffengattungen gar nicht unterscheiden.

Gruß
Micha


Na, Micha, bin mir aber auch sicher, dass sich viele Mädels auch an "Quasimodo" gehangen hätten, wenn er sie nur aus dem Grenzgebiet herausgeholt hätte... Aber es soll ja auch die eine oder andere dauerhafte und große Liebe zwischen heimgehenden AGT und der einen oder anderen Dorfbewohnerin am Standort gegeben haben!

Und die Burschen im Dorf haben auch schon mal unmißverständlich angesagt, dass sie "ihre Hühner selber besteigen"...

Na und die Zivilisten im Grenzgebiet kannten ja nur grün...allerdings hatten wir ja für den Rest der Bevölkerung an Jacken und Mänteln den bestickten grünen Streifen als Hilfestellung.

Tja, zu einem Besuch in Probstzella bin ich noch nicht gekommen. Hab ich mir aber für 2015 fest vorgenommen......

Beste Grüße
Jörg


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
zuletzt bearbeitet 12.11.2014 18:58 | nach oben springen

#49

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 18:56
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Mike 59, falls Du es noch nicht gerafft hast, ich war einer von den Guten. Ich hätte nie ein Kruzefix beschmutzt oder Leute drangsaliert. Ich kannte aber welche, die sich noch damit gebrüstet haben. Bei dem, was ich so im Forum alles lese, sind auch einige dabei den das bestimmt Spass gemacht hätte.

Der Hesselfuchs


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#50

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 19:13
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von Pzella 82 im Beitrag #48
Zitat von Freienhagener im Beitrag #47
Meine Erfahrungen und Eindrücke - damals und heute:

Damals gab es kaum Kontakte, außer im Wirtshaus. (Die Mädels waren von leeren Versprechungen Heimgegangener enttäuscht).

Meinen ersten Besuch in der Neuzeit machte ich mit gemischen Gefühlen. Aber Gespräche mit Nachbarn verliefen entspannt.

Weitere Besuche verliefen sehr angenehm. Im Wirtshaus gibt es immer noch ein Grenzer-Gästebuch, mit Einträgen aus über 50 Jahren. Mit etlichen Kameraden habe ich dort bei einem Treffen übernachtet und der Umgang war sehr freundlich und aufgeschlossen.
Das Verwunderliche daran: Die damalige Wirtin (die Mutter der heutigen) war jahrelang zwangsausgesiedelt (!).
Erklären kann ich deren Haltung nur mit christlicher Nächstenliebe und Vergebung.

Auf dem Weg in den Urlaub hatte ich ebenfalls keine Probleme, trotz Uniform (GwDler hatten bis zuletzt keine Zivilklamotten dabei. Die waren verboten und ließen sich auch nicht verstecken).
Sicherlich konnten viele Zivilisten die Waffengattungen gar nicht unterscheiden.

Gruß
Micha


Na, Micha, bin mir aber auch sicher, dass sich viele Mädels auch an "Quasimodo" gehangen hätten, wenn er sie nur aus dem Grenzgebiet herausgeholt hätte... Aber es soll ja auch die eine oder andere dauerhafte und große Liebe zwischen heimgehenden AGT und der einen oder anderen Dorfbewohnerin am Standort gegeben haben!.........................



Hallo Jörg,

kurz vor meiner Zeit gab es mindestens einen drastischen Fall von Heiratsschwindel. Der wurde im Ausgang von Braut und Familie umsorgt und durfte als GWDler sogar bis früh 6 Uhr wegbleiben. Mit dem Heimgang war er dann aber ganz weg.

Längerdienende hatten generell bessere Möglichkeiten und etliche haben im Ort eingeheiratet.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 12.11.2014 19:13 | nach oben springen

#51

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 19:19
von Pzella 82 | 356 Beiträge

..nicht schön!!


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 19:23
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Vor allem generell, aber auch für uns, die danach dort waren...


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#53

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 19:42
von FRITZE (gelöscht)
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falls Du es noch nicht gerafft hast, ich war einer von den Guten

Das glauben wir Dir unbesehen !


94 und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#54

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 21:33
von Barbara (gelöscht)
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Aber als die Grenze geöffnet wurde gab' s doch überall Küsschen und Blumen für euch?
.


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#55

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 12.11.2014 23:47
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #20
Zitat von uffz_nachrichten im Beitrag #18
Ack. In Gerstungen war´s die Lampe. Und zu Joanna ( hieß die Kneipe neben der heutigen Tankstelle nicht so? ) sollten wir möglichst auch nicht gehen. Lag aber mMn eher daran, daß sich die Führung der Kompanie(n) eher bei Bolz oder im Rautenkranz "rumtrieb" und uns so besser unter Kontrolle hatte ;-)


Das war zu meiner Zeit bei der BW ganz anders: Die Vorgesetzten, vom Uffz aufwärts, haben einen Riesenbogen um die Kneipen gemacht, in denen das Fußvolk verkehrte.

Irgendwie verständlich: Nach ein paar Bier und/oder Schnäpsen konnte auch der hartgesottenste Schleifer in Versuchung kommen, auch einfach mal Mensch zu sein.



Kann ich so nicht behaupten. Bei Bols konnte man durchaus dem Spieß der GK in die Hände laufen. Vermutlich lag´s eher daran, daß es am Kanten keine Schleiferei gab. Ob sich die "Super-Ausbilder-Uffze" in ESA auch in die von Soldaten frequentierten Kneipen, vom Clubhaus mal abgesehen, getraut haben weiß ich nicht.



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#56

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 13.11.2014 00:12
von Rostocker | 7.733 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #50
Zitat von Pzella 82 im Beitrag #48
Zitat von Freienhagener im Beitrag #47
Meine Erfahrungen und Eindrücke - damals und heute:

Damals gab es kaum Kontakte, außer im Wirtshaus. (Die Mädels waren von leeren Versprechungen Heimgegangener enttäuscht).

Meinen ersten Besuch in der Neuzeit machte ich mit gemischen Gefühlen. Aber Gespräche mit Nachbarn verliefen entspannt.

Weitere Besuche verliefen sehr angenehm. Im Wirtshaus gibt es immer noch ein Grenzer-Gästebuch, mit Einträgen aus über 50 Jahren. Mit etlichen Kameraden habe ich dort bei einem Treffen übernachtet und der Umgang war sehr freundlich und aufgeschlossen.
Das Verwunderliche daran: Die damalige Wirtin (die Mutter der heutigen) war jahrelang zwangsausgesiedelt (!).
Erklären kann ich deren Haltung nur mit christlicher Nächstenliebe und Vergebung.

Auf dem Weg in den Urlaub hatte ich ebenfalls keine Probleme, trotz Uniform (GwDler hatten bis zuletzt keine Zivilklamotten dabei. Die waren verboten und ließen sich auch nicht verstecken).
Sicherlich konnten viele Zivilisten die Waffengattungen gar nicht unterscheiden.

Gruß
Micha


Na, Micha, bin mir aber auch sicher, dass sich viele Mädels auch an "Quasimodo" gehangen hätten, wenn er sie nur aus dem Grenzgebiet herausgeholt hätte... Aber es soll ja auch die eine oder andere dauerhafte und große Liebe zwischen heimgehenden AGT und der einen oder anderen Dorfbewohnerin am Standort gegeben haben!.........................



Hallo Jörg,

kurz vor meiner Zeit gab es mindestens einen drastischen Fall von Heiratsschwindel. Der wurde im Ausgang von Braut und Familie umsorgt und durfte als GWDler sogar bis früh 6 Uhr wegbleiben. Mit dem Heimgang war er dann aber ganz weg.

Längerdienende hatten generell bessere Möglichkeiten und etliche haben im Ort eingeheiratet.

Gruß
Micha



Na da hat er wohl die Tochter vom Regimenter verehrt--das er als GWDler so lange Ausgang bekam.


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#57

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 13.11.2014 08:44
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #25
Die Helden aus meiner Kompanie zogen sich draußen um und fuhrenin Zivil nach Hause.
Es konnten ja nicht alle Helden sein.
Zivil ging bei uns/mir nicht,hatte leider keine Möglichkeit,meine Klamotten irgendwo zu deponieren.

ek40


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#58

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 13.11.2014 08:51
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rostocker im Beitrag #27
Zitat von ek40 im Beitrag #23
Zitat von exgakl im Beitrag #4
Zitat von ek40 im Beitrag #2
Zitat von B208 im Beitrag #1
Wie empfindet ihr das Bild , die Meinung über die Grenztruppe , die Grenzsoldaten ( Wehrpflichtige ) , die Berufssoldaten/Offz. in der Öffentlichkeit damals und heute in ost und west ?

Im Osten waren die Gefängniswärter größtenteils nicht beliebt.....
Musstest im Ausgang z.B. nur mal in ein Lokal gehen.....
Da gabs dann nüscht ,oder manchmal Schlägereien.
Auch als GWDler wurde man angemacht,ob im Zug bei der Heimfahrt,im Bus oder sonstwo.
Viele DDR-Bürger glaubten,alle die an der Grenze sind,sind dort freiwillig und 100%tige....
Scheiß Uniform.

ek40




Also du musst ja wenigstens 150 Jahre gedient haben, bei dem was du alles erlebt haben willst.
Also ich war ja nun ein bisschen länger "Gefängsniswärter" als du... ich habe in Gaststätten immer was bekommen unabhängig ob in Berlin oder der restlichen DDR... man hat mich auch nicht verprügelt oder mir dieses angedroht. Kann natürlich sein, dass der Ein oder Andere einfach mal wegem schlechten Benehmen eine zwischen die Hörner bekommen hat, das jetzt auf den Dienst bei der Grenztruppe zu schieben wäre ein sehr schlechter Stil.
Da ich ja nun wesentlich länger gedient habe als die reine Grundwehrdienstzeit, in dieser Zeit auch wesentlich mehr Dienstfrei und bin im Schnitt alle 2 Wochen ins Dienstfrei gefahren bin und der ganze Spaß dann zu mind. 70% in Uniform, frage ich mich, was habe ich falsch gemacht, dass mir all das nicht passiert ist.
Das bezieht sich übrigens auf die grüne Grenze sowie die Grenze in Berlin.... ach wat, da bin ich sogar täglich in Uniform zum Dienst und Abends wieder nach Hause....

VG exgakl
@exgakl, waren keine 150zig Jahre.,nur 1 1/2.
Halberstadt war eine Garnisionsstadt,Russen,Grenzausbildungsregiment und dann war da noch ein Grenzregiment?
Im Ausgang wurde man permanent angemacht,im Zug auch öfters.
Wolltest du in ein Lokal zum Tanz,z.B. in die Vinetta-Bar,gegenüber dem Theater,kamst du meist nicht rein und wenn doch,dann wurdest du behandelt wie ein Aussätziger. (Im Dorf am Kanten war es dann anders,ausser es ging Richtung Heimat.)

Schön wenn es bei dir andes war.
Deine unterschwellige Unterstellung mir gegenüber,ich hätte vielleicht ein schlechtes Benehmen an den Tag gelegt,finde ich nicht in Ordnung,es ist einfach Quatsch.
Das war ein schlechter Stil von dir!

Affenschaukel brauchte man nicht tragen,um als Grenzer erkannt zu werden, dass erledigte der Grüne Ärmelstreifen mit bekannter Aufschrift.

Mit "Normalen" NVA-Angehörigen ging man wahrscheinlich humaner um.

Als Gefängniswärter haben uns nun mal viele damaligen Bürger gesehen,ob einem das gefällt oder nicht.
Ich bleibe dabei,ich hasste diese Uniform.

ek40



Und warum haste nicht den Grenzdienst abgelehnt, gezwungen hat Dir doch sicherlich keiner. Ausser die Wehrpflicht,aber die gab es ja in vielen Ländern.
Über dieses Stöckchen spring ich nicht.
Da wurde schon mehrfach drüber berichtet und geschrieben,auch ich äußerte mich über meinen Werdegang der Musterung und Einberufung.
Benutze mal die Suchfunktion,bist doch ein schlaues Köpfchen.
Trotzdem,mal wieder ein netter Versuch, @Rostocker.

Gruß ek40


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#59

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 13.11.2014 09:21
von katerjohn | 559 Beiträge

Nach meiner Versetzung ins MSR 17 habe ich ca. ein viertel Jahr noch grün getragen .Dienst und Ausgangsuniform, ein negatives Wort habe ich weder im Ausgang noch im Dienstbetrieb gehört ! Ich war Funktruppführer auf dem SPW vom Bataillonskommandeur welcher mich eines schönes Tages überredete die B/A Kammer zwecks Uniformwechsel zu besuchen .Habe mit Trick 17 aber nur die Dienstuniform getauscht ,die grüne Ausgangsuniform hängt heute noch bei mir im Schrank ! Allerdings bekomme ich bei der Anprobe Probleme ,war eine Kleidergrösse 48,heute habe ich die 54
Bevor die Frage kommt ,natürlich habe ich nicht die grüne Schirmmütze getragen !!


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
zuletzt bearbeitet 13.11.2014 09:22 | nach oben springen

#60

RE: Die Meinung der Bevölkerung über die GT und die AGT damals und heute .

in Grenztruppen der DDR 13.11.2014 09:43
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.494 Beiträge

Zitat von katerjohn im Beitrag #59
Nach meiner Versetzung ins MSR 17 habe ich ca. ein viertel Jahr noch grün getragen .Dienst und Ausgangsuniform, ein negatives Wort habe ich weder im Ausgang noch im Dienstbetrieb gehört ! Ich war Funktruppführer auf dem SPW vom Bataillonskommandeur welcher mich eines schönes Tages überredete die B/A Kammer zwecks Uniformwechsel zu besuchen .Habe mit Trick 17 aber nur die Dienstuniform getauscht ,die grüne Ausgangsuniform hängt heute noch bei mir im Schrank ! Allerdings bekomme ich bei der Anprobe Probleme ,war eine Kleidergrösse 48,heute habe ich die 54
Bevor die Frage kommt ,natürlich habe ich nicht die grüne Schirmmütze getragen !!


Tolles Andenken!!

Warum hast Du die Uniform nicht abgegeben?

gruß h.


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