#41

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 18.10.2014 23:52
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #37
Ich frage mich was dieses Thema soll, E.H. wurde doch zum "Sündenbock" gemacht. Das gesamte ZK hat doch bis zum "Krisenzeitpunkt" mit gespielt...

Ein jeder hat mit den "Karren vorn Baum" gefahren, den Verräter aus der "SU" lasse ich mal außen vor.
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #38
Ich ergänze noch auch die "Blockflöten" standen doch hinter unserem Staatsratsvorsitzenden....
Also ich weiß nicht, aber den Erich H. jetzt als Bauernopfer in der ostdeutschen Wendegeschichte hinzustellen ist doch wohl völlig fehl am Platz.
Klar hat die gesamte Mischpoke im Zentralkomitee fleißig gegen den Wiebelskirchener mitgehechelt, um letzte politische Pfründe vor dem Unabdingbaren zu retten.
Doch Honecker war weitaus mehr als eine von Moskau ferngesteuerte Marionette – er war seit seinem Machtantritt zu Beginn der Siebzigerjahre DER perfide Strippenzieher, der sich bewusst zum winkenden und sich selbst bejubelnden Hans Wurst von etwas machte, was eigentlich gar nicht vorhanden war.

… und dann die Spießgesellen der Mitläuferparteien im sogenannten Mehrparteienstaat, die sich ohne Skrupel aber immer das verlogene Feigenblättchen der Unschuld vor sich hertragend immens befleißigten so etwas wie eigene Politik zu heucheln.
Einer dieser Heuchler ist der heute 91-jährige Gerald Götting, der mit seiner Ost-CDU eine Blockflöte par excellence war.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#42

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 19.10.2014 00:10
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #37
Ich frage mich was dieses Thema soll, E.H. wurde doch zum "Sündenbock" gemacht. Das gesamte ZK hat doch bis zum "Krisenzeitpunkt" mit gespielt...

Ein jeder hat mit den "Karren vorn Baum" gefahren, den Verräter aus der "SU" lasse ich mal außen vor.


rot mark.@Bürger der DDR . da gebe ich dir recht. Im Märchen hiess die Entsprechung wohl. : " Des Kaisers neue Kleider"


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#43

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 19.10.2014 09:29
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #20
Gedacht hatten viele Menschen , jetzt ändert sich wohl etwas , wir bekommen mehr Reisefreiheit ,
So wie es jetzt ist kann es nicht bleiben , … … …

Ich weiß nicht, aber auf den Egon habe ich persönlich nicht gesetzt, der war mir viel zu viel Ziehprinz von Erich und nur noch so eine Art Notanker.
Was die Reisefreiheit betrifft, so war diese meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit und am 9. November 1989 nahm das Volk der DDR selbige endlich einen Arsch in der Hose habend in eigene Hände – dazu bedurfte es eines "jungen" aber sich selbst überlebten lächerlichen Politfossils nicht mehr.
Okay, … ist halt meine (ich wiederhole: m e i n e) Meinung.

Zitat von ratata im Beitrag #20
… … … ob der mit dem roten Koffer ,( Akte Hocker ) mehr zu sagen hatte ?????

Es hat zumindest den starken Anschein. Immerhin soll Mielke – zum letzten Mal in seinem mittlerweile greisen Leben die Zeichen der Zeit erkennend – Honeckers Abdankung mit dem ominösen roten Koffer Nachdruck verliehen haben.

… irgendwie widerlich, das alles …


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#44

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 19.10.2014 20:28
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #4
Sein Rücktritt dürfte nicht ganz freiwillig gewesen sein.
Laut Schabowski spielte man ja - böses ZK-Mitglied - gutes ZK-Mitglied.

Was ich dachte, sage ich lieber nicht...zu despektierlich...soll er in Frieden ruhen.


Ehrlich gesagt dieser Rücktritt kam viel zu spät und war vollkommen sinnlos. Er war ein letzter Versuch die Partei zu retten. Dafür war Erich ein Bauernopfer. Was sollte das denn bringen? Die Partei hätte sich besser aufgelöst und neu formieren sollen.



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#45

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 19.10.2014 20:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von glasi im Beitrag #44
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #4
Sein Rücktritt dürfte nicht ganz freiwillig gewesen sein.
Laut Schabowski spielte man ja - böses ZK-Mitglied - gutes ZK-Mitglied.

Was ich dachte, sage ich lieber nicht...zu despektierlich...soll er in Frieden ruhen.


Ehrlich gesagt dieser Rücktritt kam viel zu spät und war vollkommen sinnlos. Er war ein letzter Versuch die Partei zu retten. Dafür war Erich ein Bauernopfer. Was sollte das denn bringen?Die Partei hätte sich besser aufgelöst und neu formieren sollen.


Hat sie doch gemacht.


zuletzt bearbeitet 19.10.2014 20:31 | nach oben springen

#46

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 19.10.2014 20:33
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #45
Zitat von glasi im Beitrag #44
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #4
Sein Rücktritt dürfte nicht ganz freiwillig gewesen sein.
Laut Schabowski spielte man ja - böses ZK-Mitglied - gutes ZK-Mitglied.

Was ich dachte, sage ich lieber nicht...zu despektierlich...soll er in Frieden ruhen.


Ehrlich gesagt dieser Rücktritt kam viel zu spät und war vollkommen sinnlos. Er war ein letzter Versuch die Partei zu retten. Dafür war Erich ein Bauernopfer. Was sollte das denn bringen?Die Partei hätte sich besser aufgelöst und neu formieren sollen.


Hat sie doch gemacht.

Ja. Aber schon im Oktober wäre es besser gewesen. Nach dem Mauerfall war es einfach zu spät.



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#47

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 19.10.2014 20:41
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von glasi im Beitrag #46
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #45
Zitat von glasi im Beitrag #44
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #4
Sein Rücktritt dürfte nicht ganz freiwillig gewesen sein.
Laut Schabowski spielte man ja - böses ZK-Mitglied - gutes ZK-Mitglied.

Was ich dachte, sage ich lieber nicht...zu despektierlich...soll er in Frieden ruhen.


Ehrlich gesagt dieser Rücktritt kam viel zu spät und war vollkommen sinnlos. Er war ein letzter Versuch die Partei zu retten. Dafür war Erich ein Bauernopfer. Was sollte das denn bringen?Die Partei hätte sich besser aufgelöst und neu formieren sollen.


Hat sie doch gemacht.

Ja. Aber schon im Oktober wäre es besser gewesen. Nach dem Mauerfall war es einfach zu spät.


Nun ja, wie soll eine Partei sich reformieren wenn sie nur den dafür vorgesehenen Alt-Thronfolger aus der Kiste zaubern kann?
Die neuen linken sind da schon cleverer, die pushen sich sogar in einem teilweise konservativ katholischem Umfeld zum Sieger, kann man nicht meckern, Marketing top


zuletzt bearbeitet 19.10.2014 20:44 | nach oben springen

#48

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 18:54
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #46
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #45
Zitat von glasi im Beitrag #44
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #4
Sein Rücktritt dürfte nicht ganz freiwillig gewesen sein.
Laut Schabowski spielte man ja - böses ZK-Mitglied - gutes ZK-Mitglied.

Was ich dachte, sage ich lieber nicht...zu despektierlich...soll er in Frieden ruhen.


Ehrlich gesagt dieser Rücktritt kam viel zu spät und war vollkommen sinnlos. Er war ein letzter Versuch die Partei zu retten. Dafür war Erich ein Bauernopfer. Was sollte das denn bringen?Die Partei hätte sich besser aufgelöst und neu formieren sollen.


Hat sie doch gemacht.

Ja. Aber schon im Oktober wäre es besser gewesen. Nach dem Mauerfall war es einfach zu spät.


Spätestens Mitte der 80iger Jahre hätte ein Umbruch,oder wie immer man das nennen will,passieren müssen.



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#49

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 19:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zermatt, denke Mitte der 80ziger, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen b.z,w, stand schon am oberen Rand! Anfang der 80ziger, da gab es vielleicht eine schwache Möglichkeit!
Grüsse steffen52


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#50

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 20:35
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #49
Zermatt, denke Mitte der 80ziger, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen b.z,w, stand schon am oberen Rand! Anfang der 80ziger, da gab es vielleicht eine schwache Möglichkeit!
Grüsse steffen52


Ohne den von Strauß vermittelten Milliardenkredit wären schon Anfang der Achtziger Jahre in der DDR " die Lichter ausgegangen". Allerdings mit dem Unterschied, dass der " Große Bruder in Moskau" seinen östlichen Vorposten nicht so einfach aufgegeben hätte, wie im Jahre 1990. Innere Unruhen wären wohl im Fall eines absoluten Kollaps der DDR-Wirtschaft nicht ausgeblieben. Ich will mir lieber das weitere Szenario nicht vorstellen. Franz Josef Strauß war weitsichtig genug diese Entwicklung vorauszusehen und die DDR noch einmal vor dem Ruin zu retten.
Eigentlich hatte die Planwirtschaft gegenüber der weit effektiverenden Marktwirtschaft doch nie eine reale Chance gehabt. Der "Osten" hinkte dem "Westen" stets meilenweit hinterher. Dazu kamen die ideologischen Schranken. Da es keine Arbeitslosen geben durfte, wurden ebend hundert Mann eingestellt und bezahlt, obwohl es nur Arbeit für fünfzig Mann gehabt. Und so weiter. Das Kind war bereits bei seiner Geburt in den Brunnen gefallen und vierzig Jahre lang künstlich am Leben erhalten worden.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


DoreHolm, Harzwanderer, Hapedi, Svenni1980 und Marienborn89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#51

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 20:44
von FRITZE (gelöscht)
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Tja , aber mit den 2 Millarden ist die Verflossene noch fast 10 Jahre gelaufen !
Bei der Happy Hippo Bank wären die 2 Millarden zu heutiger Zeit in 10 min. verdampft !
Zitat Nils Heinrich aus Mensch von "Drüben "


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#52

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 21:48
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #50
Zitat von steffen52 im Beitrag #49
Zermatt, denke Mitte der 80ziger, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen b.z,w, stand schon am oberen Rand! Anfang der 80ziger, da gab es vielleicht eine schwache Möglichkeit!
Grüsse steffen52


Ohne den von Strauß vermittelten Milliardenkredit wären schon Anfang der Achtziger Jahre in der DDR " die Lichter ausgegangen". Allerdings mit dem Unterschied, dass der " Große Bruder in Moskau" seinen östlichen Vorposten nicht so einfach aufgegeben hätte, wie im Jahre 1990. Innere Unruhen wären wohl im Fall eines absoluten Kollaps der DDR-Wirtschaft nicht ausgeblieben. Ich will mir lieber das weitere Szenario nicht vorstellen. Franz Josef Strauß war weitsichtig genug diese Entwicklung vorauszusehen und die DDR noch einmal vor dem Ruin zu retten.
Eigentlich hatte die Planwirtschaft gegenüber der weit effektiverenden Marktwirtschaft doch nie eine reale Chance gehabt. Der "Osten" hinkte dem "Westen" stets meilenweit hinterher. Dazu kamen die ideologischen Schranken. Da es keine Arbeitslosen geben durfte, wurden ebend hundert Mann eingestellt und bezahlt, obwohl es nur Arbeit für fünfzig Mann gehabt. Und so weiter. Das Kind war bereits bei seiner Geburt in den Brunnen gefallen und vierzig Jahre lang künstlich am Leben erhalten worden.

Gruß Uwe


Das konnte man gut bei den Autos sehen.Im Vergleich zum letzten gebauten Trabant war ein einfacher Opel Kadett der 70ziger Jahre Luxus.
Von anderen Marken zu schweigen.



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#53

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 22:04
von ABV | 4.202 Beiträge

Das traf nicht nur auf die Autos zu, Reinhard. Die Bezeichnung " das ist aus dem Westen" galt gewissermaßen als Gütesiegel schlechthin. Allerdings auch manchmal zu Unrecht. Manche " Westprodukte" wurden sogar in der DDR hergestellt. So stammten zum Beispiel die berühmten " Hollandhähnchen" aus Neutrebbin im Oderbruch.
Den " Flattermännern" merkte man die Herkunft sicher nicht an.

Gruß Uwe


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#54

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 22:56
von DoreHolm | 7.690 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #50
Zitat von steffen52 im Beitrag #49
Zermatt, denke Mitte der 80ziger, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen b.z,w, stand schon am oberen Rand! Anfang der 80ziger, da gab es vielleicht eine schwache Möglichkeit!
Grüsse steffen52


Ohne den von Strauß vermittelten Milliardenkredit wären schon Anfang der Achtziger Jahre in der DDR " die Lichter ausgegangen". Allerdings mit dem Unterschied, dass der " Große Bruder in Moskau" seinen östlichen Vorposten nicht so einfach aufgegeben hätte, wie im Jahre 1990. Innere Unruhen wären wohl im Fall eines absoluten Kollaps der DDR-Wirtschaft nicht ausgeblieben. Ich will mir lieber das weitere Szenario nicht vorstellen. Franz Josef Strauß war weitsichtig genug diese Entwicklung vorauszusehen und die DDR noch einmal vor dem Ruin zu retten.
Eigentlich hatte die Planwirtschaft gegenüber der weit effektiverenden Marktwirtschaft doch nie eine reale Chance gehabt. Der "Osten" hinkte dem "Westen" stets meilenweit hinterher. Dazu kamen die ideologischen Schranken. Da es keine Arbeitslosen geben durfte, wurden ebend hundert Mann eingestellt und bezahlt, obwohl es nur Arbeit für fünfzig Mann gehabt. Und so weiter. Das Kind war bereits bei seiner Geburt in den Brunnen gefallen und vierzig Jahre lang künstlich am Leben erhalten worden.


Gruß Uwe


Rot: Sehe ich Großen und Ganzen ähnlich. Hatte es schon mal vor längerer Zeit geschrieben. Die DDR hatte m.E. so richtig nie eine Chance, eine Gesellschaftsordnung mit weitestgehendem Gemeineigentum an PM. Dazu waren die äußeren und inneren Bedingungen zu ungünstig (Rohstoffmangel, kein Marshall-Plan, keine wirtschfatliche Unterstützung durch die UdSSR (hatten selbst mit sich zu tun), Raparationszahlungen auch anteilig für den Westen, falsch verstandene Sozialpolitik, Gleichmacherei bei Leistungsunterschieden, unrealistischen Vorstellungen über das Bewußtsein der Massen, massive Behinderung, Sabotierung und Boykottierung durch den Westen, ins. die BRD, Druck auf andere Staaten insb. der Dritten Welt (Alleinvertretungsanspruch) und so viele Kleinigkiten, die uns aber in der Summe arg behinderten oder schädigten. Mein Vater erzählte mir mal ein Beispiel, ganz simpel, mancher User wird es von Vornherein anzweifeln: Es gab einmal einen Engpass an Zwiebeln. Obwohl die BRD keinen Mangel daran hatte, wurden massenweise unsere Zwiebeln geordert und dann entstand tatsächlich ein Engpass mit allen seinen Folgen (Horten von Ware und dadurch Engpass vergrößern). Das ist logisch und wenn ich meinem Nachbarland schaden will, würde ich es auch so machen. Nun könnte man ja sagen, daß wir ja nicht die wenigen Zwiebeln verschärbeln mußten. Das war dann schon der akute Devisenmangel, der unsere Außenwirtschaft zu diesem Schritt gezwungen hat (natürlich auf Anweisung von noch weiter oben).
Vor einigen Jahren hatte ich es auch noch anders gesehen. Heute, nachdem so nach und nach einiges über die Rolle W. Ulbrichts in Sachen Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, ökonomische Stimulie bei entsprechender Leistung, Zusammenarbeit statt Konfrontation mit möglicht allen oder zumindest vielen Bürgern, die zwar keine Vertreter des Sozialismus waren, aber auch nicht des ungezügelten Kapitalismus. Seine unter den Umständen deutliche Ablehnung des stalinschen Diktaturbegriffes (es waren m. E. ökonomische Zwänge, die ihn hier oft gebremst haben) und Stalins als auch später Breshnews Innen- und Wirtschaftspolitik). Die Jahre nach dem Mauerbau konnten somit nicht in dem Maße zur Konsolidierung genutzt werden, wie es bei einer von Außen (der UdSSR) unabhängigen Wirtschaftspolitik möglich gewesen wäre. Ein ulbricht wäre im Vergleich zu Ulbricht m.E. allemal die bessere Variante gewesen.



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 23:05
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Die SED hätte uns doch einfach auch mündige Bürger sein lassen können, also die eigene Entscheidung für oder gegen die DDR zulassen können, glaube auch ohne Mauer wären nicht alle fortgegangen und diejenigen die dageblieben wären hätten das aus reinem Herzen gemacht.
Verlässliche DDR-Bürger halt auch wenn es etwas weniger gewesen wären, da hätte man paar Gelder für den gigantisch aufgeblähten Sicherheitsapperat einsparen können und dafür eventuell doch Zement, Sand und Fliesen den wenigeren zur Verfügung stellen können und die hätten aus grau sogar bunt machen können.
Wir hätten vielleicht wirklich eine Alternative schaffen können, die alten Trottel in Moskau und Berlin haben das versaut.
Der Untergang war gerecht, zwangsläufig und mit Inbrunst selbstgemacht.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.10.2014 23:07 | nach oben springen

#56

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 23:25
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hätte, wenn und aber.... Das Bonbon ist schon lange gelutscht. Mich interessiert nicht Erich Honecker sondern die Millionen in der SED, die in den Betrieben an den Schalthebeln saßen. Zum Beispiel in den Kaderleitungen oder Verwaltungen des Staates. Ich gebe zu ein anderes Thema.

Ich habe am Sonntag bei phönix über Erich Honecker beide Dokus gesehen. Vieles weiß man. Aber auf einmal wurde ich hellhörig als es um den Tod seiner Enkelin 1988 ging. Sie ist an den Folgen eines Pseudokrupp - Anfalls gestorben. Wenn man in den 80-ern Kinder oder Enkelkinder mit dieser Krankheit hatte, dann war man alamiert bis an die Haarspitzen. Nicht zuletzt, weil diese Krankheit durch Umwelteinflüsse wie Smog sich verstärkt hat. Und in Berlin gab es damals öfter Smogalarm.

1987 habe ich eben deswegen beim Staatsrat, also bei Erich Honecker eine Eingabe gemacht, weil auch meine Tochter und viele andere Kinder betroffen waenr. Das Ergebnis war ein Ausreiseangebot in den Teil der Stadt, wo der Smog entstehen würde. Dort würde mein Kind auch ärztlich versoregen müssen und können.

So tragisch wie das mit der Enkelin von Honecker ist, so zeigt es doch, wie verbohrt man damals - 1987 - in den Verwaltungen der DDR war. Selbst der Tod seines Enkelkindes, ein sehr persönliches, tiefes Erlebnis, hat bei Erich Honecker bis zum 7. Oktober 1989 keine Wirkung gezeigt, dass im Land, zum Beispiel beim Umweltschutz etwas schief lief.

Seine Trauer um sein Enkelkind geht mir nahe. Seine Weltfremdheit verstehe wer will. Oder hat man die Welt nicht an ihn heran gelassen. Da wären wir wieder bei den Genossen.

LG von der Moskwiitschka


zuletzt bearbeitet 20.10.2014 23:28 | nach oben springen

#57

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 20.10.2014 23:34
von polsam | 574 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #56
Hätte, wenn und aber.... Das Bonbon ist schon lange gelutscht. Mich interessiert nicht Erich Honecker sondern die Millionen in der SED, die in den Betrieben an den Schalthebeln saßen. Zum Beispiel in den Kaderleitungen oder Verwaltungen des Staates. Ich gebe zu ein anderes Thema.

Ich habe am Sonntag bei phönix über Erich Honecker beide Dokus gesehen. Vieles weiß man. Aber auf einmal wurde ich hellhörig als es um den Tod seiner Enkelin 1988 ging. Sie ist an den Folgen eines Pseudokrupp - Anfalls gestorben. Wenn man in den 80-ern Kinder oder Enkelkinder mit dieser Krankheit hatte, dann war man alamiert bis an die Haarspitzen. Nicht zuletzt, weil diese Krankheit durch Umwelteinflüsse wie Smog sich verstärkt hat. Und in Berlin gab es damals öfter Smogalarm.

1987 habe ich eben deswegen beim Staatsrat, also bei Erich Honecker eine Eingabe gemacht, weil auch meine Tochter und viele andere Kinder betroffen waenr. Das Ergebnis war ein Ausreiseangebot in den Teil der Stadt, wo der Smog entstehen würde. Dort würde mein Kind auch ärztlich versoregen müssen und können.

So tragisch wie das mit der Enkelin von Honecker ist, so zeigt es doch, wie verbohrt man damals - 1987 - in den Verwaltungen der DDR war. Selbst der Tod seines Enkelkindes, ein sehr persönliches, tiefes Erlebnis, hat bei Erich Honecker bis zum 7. Oktober 1989 keine Wirkung gezeigt, dass im Land, zum Beispiel beim Umweltschutz etwas schief lief.

Seine Trauer um sein Enkelkind geht mir nahe. Seine Weltfremdheit verstehe wer will. Oder hat man die Welt nicht an ihn heran gelassen. Da wären wir wieder bei den Genossen.

LG von der Moskwiitschka



@Moskwitschka

glaubst du den das der große Erich eine Zeile deiner Eingabe zu Gesicht / zu Gehör bekommen hat?
Da gab es doch so viele "Leser vor dem Herrn" die solche "Problemchen" abzublocken hatte.

Die vielen "kleinen" vorgeschalteten Entscheidungsträger (so sie es den waren), waren doch die, die das fass 89 zum Überlaufen gebracht haben.


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#58

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 00:25
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Genau das ist der Punkt @polsam Schuld sind immer die anderen. In diesem Thread E.H. . Verantwortung hatten aber mehr oder weniger andere. Aber das ist Geschichte, die übrigens nach der Wende in meinem Fall eine ganz kuriose Fortsetzung fand.

LG von der Moskwitschka


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#59

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 08:22
von Paramite | 414 Beiträge

Ich habe mir mit meinen 12 Jahren nix weiter dabei gedacht. Man merkte aber, dass sich etwas veränderte.
Von einem Klassenkameraden die Eltern durften in den Westen zur Hochzeit. Wir haben schon gemunkelt das die drüben bleiben. So war es auch. Er blieb bei seinen Großeltern.
Nach Bekanntgabe Honecker's Rücktritt kam er früh zu spät zum Unterricht. Er riss die Tür auf, trat herein und brüllte " Die ham Honecker gestürzt"
Die Lehrerin nahm ihn gleich am Kragen und meinte, "Man hat Herrn Honecker nicht gestürzt, er ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Das müssen wir so akzeptieren."


Wenn du zu viel säufst, geht die Leber am Alkohol kaputt. Wenn du zu viel rauchst, haut's die Lunge auseinander. Aber das Hirn lässt sich mit allem Blödsinn füllen – es bleibt schmerzfrei! Richard Rogler

Alt werden und dumm bleiben, das ist ein richtiges Kunststück! Hans Kasper
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 12:29
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Hallo Leute, wem die Vorgänge damals interessieren, der lese doch mal das Buch von Krenz "Herbst 89" . Ist sehr interessant, zu erfahren, was sich hinter den Kulissen abspielte. Interessant auch der Lernprozess, den Krenz während dieser Zeit durchmachte. Liest man zwischen den Zeilen, der findet hier sehr übrerraschende Aussagen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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