#21

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 12:37
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Nur mal ein Beispiel.ich habe in einem Betrieb gelernt welcher bis zur Wende Industrie Bügelmaschinen hergestellt hat.Nur für die Russen und für Kuba.
Den Mist (weiter wars nichts) hätte kein land im NSW abgenommen,und so wars ja dann auch.


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#22

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 12:42
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

da bin ich mal gespann wie dein Gerümpel ankommt . Als ich es mal so genannt hatte bin ich auf Granit gestoßen


gruß Hapedi


Peter, das iss mir egal wie es ankommt,es ist die Wahrheit. ich war Meister im Betrieb und meine Frau Sekretärin vom Produktionsdirektor,wir wissen wie die Pläne Zusammengeschwindelt wurden.Nur Lug und Betrug,selbiger Parteisekretär hat den Mist mit Unterschrieben,der wollte nähmlich auch jeden Monat sein Geld.Alles zum Wohle des Volkes,und Vorwärts zum nächsten Parteitag,mensch mir wird Heute noch schlecht.


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#23

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 12:46
von Gelöschtes Mitglied
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Sorry, Leute, aber was bringen solche Was-wäre-gewesen-wenn-Diskussionen? Der Drops ist gelutscht, und das seit 25 Jahren.

Und die möglichen Szenarien sind nahezu unendlich, lassen sehr viel Raum für persönliche Interpretationen und das Aufzählen von Möglichkeiten. Wobei dann oft nur die Chancen, nicht aber die Risiken gesehen werden.

Für mich ist das Leichenkosmetik, nicht mehr.


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#24

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 12:48
von Georg | 1.031 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #23
Sorry, Leute, aber was bringen solche Was-wäre-gewesen-wenn-Diskussionen? Der Drops ist gelutscht, und das seit 25 Jahren.

Und die möglichen Szenarien sind nahezu unendlich, lassen sehr viel Raum für persönliche Interpretationen und das Aufzählen von Möglichkeiten. Wobei dann oft nur die Chancen, nicht aber die Risiken gesehen werden.

Für mich ist das Leichenkosmetik, nicht mehr.


Geschichte isses ! Aber auf ne Frage darf ich doch wohl antworten oder ? Siehe Thema !


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#25

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 12:56
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Georg im Beitrag #24
Geschichte isses ! Aber auf ne Frage darf ich doch wohl antworten oder ? Siehe Thema !


Natürlich "darfst" Du antworten - ich wäre so ziemlich der Letzte, der Dir das untersagen würde, selbst wenn ich "die Macht" dazu hätte. Aber ich frage mich immer noch, was substanzlose Diskussionen bringen sollen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass damals bei der Wiedervereinigung verdammt vieles falsch gemacht wurde, auch ich war damals der Ansicht, dass die (noch existierende) DDR aus den Fehlern beider Systeme lernen und einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus gehen sollte.

Es ist anders gekommen - und das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Und deshalb ist eine Diskussion darüber für mich müßig.


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#26

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 13:00
von seaman | 3.487 Beiträge

Bei amazon liest das sich so:





„Immer wieder ist über die DDR-Wirtschaft zu lesen, ohne den 'Wendeherbst'
von 1989 wäre unweigerlich ihr baldiger Kollaps eingetreten. Nur wenige
stellen diese seit mehr als 20 Jahren kolportierte These infrage. Diese
Anthologie rückt die wirklichen Verhältnisse in den Fokus.
Wirtschaftstheoretiker wie Christa Luft und Klaus Blessing und
Wirtschaftspraktiker dazu gehören die in diesem Buch versammelten
Kombinatsdirektoren, in deren Verantwortungen ehedem zehntausende
Beschäftigte arbeiteten berichten aus ihren Erfahrungen und zeigen die
Realität in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit. Sie melden nicht nur
begründete Zweifel an der grassierenden Kollaps-These an, sondern schildern
auch mit viel Sachverstand, was auch heute noch aus diesem reichen
Erfahrungsschatz zu lernen ist.“


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#27

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 13:03
von Georg | 1.031 Beiträge

Und was steht ganz oben ?

Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart nicht verstehen

Also weiter im Text, aber ohne mich dann.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#28

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 14:09
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
Ja. Wir haben Forschungsarbeiten gemacht, auch zu Themen, die nicht gern gesehen waren. Zum Beispiel haben wir eine Studie gemacht, schon 87: Wir müssen die Mark der DDR konvertierbar machen, wir müssen diese Abschottung gegenüber dem Weltmarkt überwinden, wir dürfen nicht unsere eigenen Leistungskriterien anlegen, sondern wir müssen uns international messen. Dazu braucht man eine konvertierbare Währung, dazu braucht man Preise, die die Kosten widerspiegeln und nicht durch Subventionen verzerrt sind.

Ich sehe in diesem Auditorium Maximum Ende Oktober 1988 die erste Reihe, die war besetzt mit Ehrengästen. Also da rührten sich nicht so viele Hände, oder wenn, dann höflicher Beifall. Der Rest in dem Saal hat getobt. Und ich hatte auch gleich angekündigt: Ich möchte diesen Satz, den ich eben gesagt habe, den möchte ich jetzt untermauern, und ich werde ab morgen früh Kommissionen, kleine Gruppen bilden, die sich mit verschiedenen Themen befassen, Analysen vorlegen, Vorschläge machen: Was müsste man, was könnte man ändern und wie? Wir haben dann zu 14 solcher Themen Gruppen gebildet, die waren alle mit Begeisterung dabei. Und die sollten dienen als Vorbereitung. Unseren Beitrag sollten die darstellen zur Vorbereitung des, ich glaube, das war der zehnte Parteitag der SED im Mai 1990. Dazu sollten die Vorbereitungen dienen. Wir haben diese 14 Studien dann an Ministerien, ans ZK verschickt, also bestenfalls kriegten wir eine Eingangsbestätigung



So ist man also mit Vorschlägen von Wissenschaftlern umgegangen, die sich Gedanken zur "Planwirtschaft" der der DDR machten.
Solche oder ähnliche Vorschläge sind auch aus der realen Wirtschaft gekommen, sie wurden aber schon in der SED-KL im Keime erstickt und gar nicht oder nur bruchstückhaft an die höheren SED Leitungen weitergeleitet.
Das dann wir, an der Basis der Betriebe über soviel Uneinsichtigkeit der Mächtigen förmlich verzweifelten, war einer der Sargnägel für die DDR.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#29

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 14:15
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Dandelion im Beitrag #25
Zitat von Georg im Beitrag #24
Geschichte isses ! Aber auf ne Frage darf ich doch wohl antworten oder ? Siehe Thema !


Natürlich "darfst" Du antworten - ich wäre so ziemlich der Letzte, der Dir das untersagen würde, selbst wenn ich "die Macht" dazu hätte. Aber ich frage mich immer noch, was substanzlose Diskussionen bringen sollen.




Dandelion, Hackels Beiträge z.B. sind alles andere als substanzlos :-)

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Gut gesprochen Georg. Nichts sollte uns davon abhalten, darüber nachzudenken, wie eine Gesellschaft besser zu gestalten ist.
So sehr die DDR Vergangenheit ist, halte ich das, was mal gewollt war (und ich bin davon überzeugt, dass etwas gewollt war!) für absolut diskussionswürdig.
Das erste was mir dazu einfällt: was wäre gewesen, wenn die beiden Staaten 1949 die gleichen Voraussetzungen bzgl. der Enwicklung ihres jeweiligen Gesellschaftssystems gehabt hätten? Damit fängt es nämlich bereits an und letzlich hört es auch damit auf.


Eine heutige Diskussion auch auf dem Hintergrund unserer jeweiligen Vergangenheit muss allerdings den Blick über den deutschen Tellerrand heben, denn der überwiegende Teil der Weltbevölkerung nimmt nicht Teil an dem was uns die "kapitalistischen Segnungen" gebracht haben sondern ist vor allem zu deren Lasten erwirtschaftet worden, bzw. wird solchermaßen erwirtschaftet.

Neben dem wirtschaftlichen Aspekten einer Volkswirtschaft muss man aus meiner Sicht immer eine Werte-Diskussion mitführen. Wir definieren das Fortkommen einer Gesellschaft viel zu sehr über Geld (das natürich in ausreichendem Maße jeder für sein Leben braucht und haben soll!), aber das Geld hat einen solchen unheimlichen Stellenwert in jeder Diskussion übernommen, dass mir schlecht wird.

Im Augenblick achte ich z.B. im meinem Umfeld darauf, wann "Geld" thematisiert wird, und thematisiere das dann widerum. Erstaunte Blicke entgegnen mir, wenn ich darauf hinweise das Geld nicht nur profanes Zahlungsmittel ist sondern insgesamt Synonym für Wert, Sinn, Wohlbefinden, soziales Miteinander etc. geworden ist, und das auch bei durchaus reflektierten Menschen.
.


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#30

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 14:19
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harsberg im Beitrag #28
[quote]
So ist man also mit Vorschlägen von Wissenschaftlern umgegangen, die sich Gedanken zur "Planwirtschaft" der der DDR machten.
Solche oder ähnliche Vorschläge sind auch aus der realen Wirtschaft gekommen, sie wurden aber schon in der SED-KL im Keime erstickt und gar nicht oder nur bruchstückhaft an die höheren SED Leitungen weitergeleitet.
Das dann wir, an der Basis der Betriebe über soviel Uneinsichtigkeit der Mächtigen förmlich verzweifelten, war einer der Sargnägel für die DDR.



Vielleicht passierte in den Büros der SED- Kreisleitungen das gleiche wie hier im Forum.
Man erwartete von den Sekretären eine sozialistische Antwort und genauso wie der Erste keine Kommunikation mit westdeutschen Vertragspartnern der heimischen Kombinate einzugehen hat, so darf Hackel auch nicht über die Teilprivatisierungen von Straßenbahndepots nachdenken.
Eine verfahrene Kiste, leider.



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#31

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 14:42
von Kalubke | 2.301 Beiträge

Hackel, Du musst das mal makroökonomisch sehen! Hoheitsaufgaben oder z.T. subventionierte Tätigkeiten, wie z.B. das Verkehrswesen werfen oft keinen oder kaum Gewinn ab. Welchen Sinn macht da privates Investment von einzelnen Bürgern? Wennde gern Geld versenken willst auf Nimmerwiedersehen, dann meinetwegen. Dafür zahle ich ja die Steuern, dass der Staat und die Kommunen in der Lage sind, solche notwendigen, aber nicht gewinnbringenden und damit privat zu bewirtschaftenden Bereiche am Leben zu erhalten. Beispiel: Die Privatisierung der Wasserbetriebe in Berlin! Da wußten die privaten Käufer ganz genau, dass die Wasserwirtschaft eigentlich ein Nullsummenspiel ist und haben sich vom Berliner Senat Gewinngarantien geben lassen, um die Kredite bedienen, die sie für den Kauf aufnehmen mussten, und privat Gewinne einstecken zu können. Und woher wurde das Geld für diese Gewinngarantien genommen? Drei mal darfste raten! Natürlich von öffentlichem Geld. Weitere Folge trotz der Zahlung öffentlicher Gelder: Überdurchschnittliche Wasserpreise in Berlin! Also wurde in beide Richtungen abkassiert. Das ist doch keine Marktwirtschaft und damit keine echte Privatisierung mehr und der Hund beißt sich wieder in den Schwanz, d.h. letztenendes werden die Bürger geschröpft, weil durch solche Taschenspielertricks das Geld in den öffentlichen Kassen immer schneller alle wird.

Gruß Kalubke

p.s. Übrigens diese Klauseln im BWB-Privatisierungsvertrag waren zunächst geheim und wurden erst durch Druck der Öffenlichkeit per Volksentscheid bekannt. Bezeichnend, oder? Diese "Privatiers" scheuen jegliches unternehmerisches Risiko. Da wären sie doch in einer Planwirtschaft besser aufgehoben gewesen.



zuletzt bearbeitet 28.08.2014 16:14 | nach oben springen

#32

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 17:49
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Eine weiter existierende DDR wäre zwangsläufig den Weg der osteuropäischen "Bruderländer" gegangen.
D.h. kapitalistischer Umbau der Gesellschaft ohne Abfederung und Transfer durch "Aufbau Ost", "Soli" usw.
Man mag zu diesen Maßnahmen der BRD stehen wie man will. Aber ohne sie wären die Auswirkungen des gesellschaftlichen Umbaus noch schlimmer.

Ist doch klar, oder?

Die Westwanderung gut Ausgebildeter (braindrain) hätte drastisch zugenommen und die Abwärtsentwicklung beschleunigt.
Die alten Eliten in solchen Ländern bereichern sich zu "Oligarchen" und bilden im Nu mafiöse Strukturen..................usw.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Kalubke und CASI haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 19:55
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #31
Hackel, Du musst das mal makroökonomisch sehen! Hoheitsaufgaben oder z.T. subventionierte Tätigkeiten, wie z.B. das Verkehrswesen werfen oft keinen oder kaum Gewinn ab. Welchen Sinn macht da privates Investment von einzelnen Bürgern? Wennde gern Geld versenken willst auf Nimmerwiedersehen, dann meinetwegen. Dafür zahle ich ja die Steuern, dass der Staat und die Kommunen in der Lage sind, solche notwendigen, aber nicht gewinnbringenden und damit privat zu bewirtschaftenden Bereiche am Leben zu erhalten. Beispiel: Die Privatisierung der Wasserbetriebe in Berlin! Da wußten die privaten Käufer ganz genau, dass die Wasserwirtschaft eigentlich ein Nullsummenspiel ist und haben sich vom Berliner Senat Gewinngarantien geben lassen, um die Kredite bedienen, die sie für den Kauf aufnehmen mussten, und privat Gewinne einstecken zu können. Und woher wurde das Geld für diese Gewinngarantien genommen? Drei mal darfste raten! Natürlich von öffentlichem Geld. Weitere Folge trotz der Zahlung öffentlicher Gelder: Überdurchschnittliche Wasserpreise in Berlin! Also wurde in beide Richtungen abkassiert. Das ist doch keine Marktwirtschaft und damit keine echte Privatisierung mehr und der Hund beißt sich wieder in den Schwanz, d.h. letztenendes werden die Bürger geschröpft, weil durch solche Taschenspielertricks das Geld in den öffentlichen Kassen immer schneller alle wird.

Gruß Kalubke

p.s. Übrigens diese Klauseln im BWB-Privatisierungsvertrag waren zunächst geheim und wurden erst durch Druck der Öffenlichkeit per Volksentscheid bekannt. Bezeichnend, oder? Diese "Privatiers" scheuen jegliches unternehmerisches Risiko. Da wären sie doch in einer Planwirtschaft besser aufgehoben gewesen.


Es läßt sich schwer erklären, wie ich das meine.
Grob gesagt, will ich nur das, was die übernehmenden Konzerne auch tun - sich für das eingegangene Risiko den Bestand deutlich unter Marktwert unter den Nagel zu reißen dafür aber Auflagen zu erfüllen, wie die Erhaltung von Arbeitskräften, die Fortsetzung der Forschung am Standort und aller Aktivitäten (z. B. Streckennetz) per Stichtag u.v.a.m.
Wenn z. B. der Helios- Konzern für 200 Mio Euro kreiseigene Krankenhäuser kauft, die das doppelte Wert sind und die Finanznöte eines Landkreises ausnutzt und der Mutterkonzern Fresenius an der Börse innerhalb von fünf Jahren seinen Kurs verdreifacht, so kann man ermessen was in solchen Deals für ein Potential steckt.
http://www.finanzen.net/aktien/Fresenius-Aktie
Zwar kann der Kleinanleger an der Börse daran teilhaben, er hat aber de facto keine Rechte und kaum steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, somit wird auch der eingangs kritisierte Konzentrationsprozeß des globalen Reichtums in den Händen von immer weniger Besitzenden fortschreiten mit den beschriebenen Konsequenzen.
Im Unterschied zum globalen Konzern würde der einheimische Investor aber zu Hause auch Steuern auf diese (hier: von Krankenkassen fast schon garantierten) Gewinne abführen und er hätte einen realen Bezug zu seiner Anlageentscheidung, er würde an tatsächlich vorhandenen Werten an Stelle ungedeckter Banknoten beteiligt sein.
Übrigens gäbe es ohne private Geldanleger in geschlossenen Immobilienfonds (RREEF Management GmbH) den Leipziger Hauptbahnhof auch nicht in dieser Pracht und das hätte ein Modell für viele Unternehmungen der DDR werden können, sofern man den Daheimgebliebenen die Zeit gelassen hätte, sich zu informieren und Kapital daraufhin qualifiziert anzulegen anstatt es mit Kettenbriefen, blödsinnigen Versicherungen und dubiosen Geschäftsideen zu verplempern, da ist sehr viel Unheil passiert, wir haben es hier schon thematisiert.
Wir hätten definitiv mehr Zeit gebraucht, um es allein zu schaffen aber man wollte eben so schnell wie möglich im ICE aus meinem Eingangsbeitrag ans Ziel kommen.
Die Politik hätte das flankieren müssen, z. B. über die steuerliche Anerkennung von Direktinvestments und zwar flächendeckend, wie z. B. beim 100.000- Dächerprogramm zur Solarstromgewinnung, das hätte eine Modellvorlage von vielen sein können...
Alles war einfach nicht gewollt, warum auch immer, ich schätze, es hängt mit dem Trägheitsgesetz zusammen, ist aber nur meine Meinung.
Zu Deinem Beispiel mit den Wasserwerken kann ich nur anmerken, daß Berliner allgemein kein Vorbild für das seriöse Wirtschaftsleben sind, wenn die mal in der Klemme sind gucken sie einfach in den Himmel und warten auf die Rosinenbomber, und weil die nicht kommen, springt immer wieder der Staat ein.
Berlin ist angesichts der Nachrichtenlage die Pannenhauptstadt schlechthin und kein Vorbild für eine Sonderwirtschaftszone, wie ich sie mir vorstellen würde, da ihre Wirtschaftslenker gar nicht im Traum daran denken, ohne diese Subventionen auszukommen.
Ich weiß nur, daß ich in meinem Beruf einstmals auch von Subventionen abhing und nun in der Privatwirtschaft Jahr für Jahr Gewinne für eine Firma erwirtschafte, die ihren Lokführern ca. 25 % höhere Löhne als die staatliche Konkurrenz zugesteht, die am freien Markt verdient werden.
Man muß sich nicht immer damit abfinden, daß etwas für die Ewigkeit angelegt ist.



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#34

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 21:03
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #23
Sorry, Leute, aber was bringen solche Was-wäre-gewesen-wenn-Diskussionen? Der Drops ist gelutscht, und das seit 25 Jahren.

Und die möglichen Szenarien sind nahezu unendlich, lassen sehr viel Raum für persönliche Interpretationen und das Aufzählen von Möglichkeiten. Wobei dann oft nur die Chancen, nicht aber die Risiken gesehen werden.

Für mich ist das Leichenkosmetik, nicht mehr.


Man hat Leichen auch schon ausgegraben, weil es neue Erkenntnisse und Forschungsansätze gab.
Die Möglichkeit DNA auszuwerten gab es vor einigen Jahrzehnten noch nicht und weil es sie heute gibt, macht es Sinn, Vergangenes wieder ans Tageslicht zu schaffen.
Ich hätte bis zur Jahrtausendwende mit der bis dahin siegreichen Marktwirtschaft auch keine DDR wieder ausgegraben, wäre womöglich daher gar nicht im Forum, heute ist die Lage aber so, daß für die Rückkehr zu Recht und Ordnung (im großen Rahmen) Erfahrungen und Strategien aus der DDR und der unmittelbaren Nachwendezeit hilfreich sein können, z. B. mittels zivilem Ungehorsam, Tauschgeschäften, Protesten auf der Straße, finanzielle Solidarität mit Widerstandsgruppen, auch Spenden ans Forum (zur Beschränkung des Meinungs- und Informationskartells der Verlage) eben eine massive, unbeugsame und mutig- zornige Revolution, wobei man damals eine unbrauchbare Regierung stoppen mußte und heute eben die Plünderung der Welt.
Bezogen auf das Thema heißt das nicht mehr und nicht weniger, als daß eine generalüberholte eigenständige DDR heute zwar nicht wohlhabender dafür aber gesünder wäre als diese Schuldenrepublik mit ihren unbeherrschbaren Verbindlichkeiten, z. B. jenen der steuerfinanzierten Renten.
Es gibt immer wieder Erkenntnisse, die für eine sehr lange Zeit aus Rücksicht gegenüber damals noch lebenden Verbündeten erst mit dessen Tod oder dem Ausscheiden aus öffentlichen Ämtern publik wurden.
Die näheren Umstände vieler Vorgänge erscheinen in einem neuen Licht und sind schon in ähnliche Themen eingeflossen, z. B. über die Vorgänge in Wandlitz.
Allein schon wenn man DDR- Filme aus dieser Zeit heute ein zweites Mal sieht, sind viele Botschaften zumindest aus meiner Sicht (der diese Filme in jungen Jahren erstmals gesehen hatte) erst bei der Wiederholung sichtbar geworden, kann aber auch an mir liegen, weiß ich nicht.
Die "DNA" der DDR ist heute besser erforscht als damals als wir mittendrin lebten, da lege ich mich mal fest.



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#35

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 28.08.2014 23:15
von Kalubke | 2.301 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #33


.... - sich für das eingegangene Risiko den Bestand deutlich unter Marktwert unter den Nagel zu reißen dafür aber Auflagen zu erfüllen, wie die Erhaltung von Arbeitskräften, die Fortsetzung der Forschung am Standort und aller Aktivitäten (z. B. Streckennetz) per Stichtag u.v.a.m.




...sicherlich schwer Risiko und Marktwert genau zu benennen und zu bestimmen. Die Bewertung dieser Größen wird doch bei den Vertragspartnern immer parteiisch, diametral entgegengesetzt und damit nicht objektiv sein.

Gruß Kalubke



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#36

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 29.08.2014 08:42
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #35
Zitat von Hackel39 im Beitrag #33


.... - sich für das eingegangene Risiko den Bestand deutlich unter Marktwert unter den Nagel zu reißen dafür aber Auflagen zu erfüllen, wie die Erhaltung von Arbeitskräften, die Fortsetzung der Forschung am Standort und aller Aktivitäten (z. B. Streckennetz) per Stichtag u.v.a.m.




...sicherlich schwer Risiko und Marktwert genau zu benennen und zu bestimmen. Die Bewertung dieser Größen wird doch bei den Vertragspartnern immer parteiisch, diametral entgegengesetzt und damit nicht objektiv sein.

Gruß Kalubke


Kommt drauf an, ob man sich in der Branche auskennt oder nicht.
Man kann das mit der Wirtschaft im Ganzen auch mal herunter rechnen auf ein Fallbeispiel:
Als man im Zuge der Bahnreform massenhaft Loks zur Verschrottung u.a. nach Espenhain brachte, um die Staatsbahn vor der aufkommenden privaten Konkurrenz zu schützen, vernichtete man das potentielle Startkapital für potentielle Gründer im Bahngeschäft.
Wenn man 1989/90 Zugriff auf Loks der Baureihen 131/132 (die heute noch fahren) bekommen hätte, würde man für wenige 10.000 Mark (z. B. wurde die Rangierlok 346 später für ca. 5000 DM von der DB verkauft) einen Fuhrpark besitzen, der bei einem Neukauf adäquater Maschinen, sagen wir mal Voith Maxima (Einzelpreis heute 4,5 Mio. Euro aufwärts, Monatscharter 25.000- 30.000 Euro) das -zig fache kosten würde.
Das sind übrigens die Preise, die das Kartell der Lokomotivbauer um Siemens- Adtrans- Bombardier und eine Handvoll weiterer am Markt inzwischen durchsetzen kann, das nur nebenbei.
Hätte man nun Material (Ersatzteile), Werkstätten und Abstellgleise für Reserve- und "Ausschlachteloks" zum Verkauf gestellt wäre eine solche Firma auch unter den heutigen Bedingungen konkurrenzfähig, niemand hätte das für möglich gehalten aber heute wissen wir das.
Einen Schritt weiter gedacht, kann man das auch auf zahlreiche weitere Produktionsstätten beziehen, die mit einer überschaubaren Kapitalaufstockung (in Relation zum Bestandsvermögen) den Sprung in die Marktwirtschaft geschafft hätten.
Die DDR hätte mit meiner eingangs beschriebenen Demokratieoffensive (Ausreise für die DDR- Hasser+ Allzeitskeptiker, freie Wahlen usw.) Firmen mit Kapital ausstatten können, da nunmehr das westliche Ausland in diese bislang abgeschottete Wirtschaft hätte investieren können.
Auch eine Cocom- Liste wäre in diesem Status ideologisch nicht mehr zu rechtfertigen gewesen.
Die DDR hätte mit einer gute Bonität am Kapitalmarkt Kredite bekommen, die solchen Firmen den Lückenschluß zur Konkurrenzfähigkeit verschafft hätten, falls ausländische (konkurrierende) Firmen keine Beteiligung wünschen sollten.
Man hätte nun meine "Beispiel- 131er" technisch auf den neuesten Stand bringen können (Indusi, Vormärmanlage, Hilfsdiesel u.v.a) und im Ausland z. B, Bauprojekte oder Züge mit Leihpersonal oder eigenen ausgebildeten Lokführern an Land ziehen können und dafür anteilig eben auch sein Personal in Valuta bezahlen können.
Das widerum wäre unumgänglich, um langfristig die Konvertierbarkeit der DDR- Mark zu schaffen...alles wie gesagt anstrengend aber lösbar.



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zuletzt bearbeitet 29.08.2014 12:01 | nach oben springen

#37

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 29.08.2014 09:11
von Georg | 1.031 Beiträge

Ich denke auch, dass Wirtschaftszweige der DDR auf dem Weltmarkt eine Chance gehabt hätten. Insbesondere in Osteuropa, Asien und Afrika. In den sogenannten Entwicklungsländern. Sie hatten doch keine Möglichkeit mehr ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln, unter den neuen Marktbedingungen. Es gab schon Bereiche z.B. im Fahrzeugbau - Multicar -, Optik, Chemie, Baustoffindustrie, Gerätebau,Schiffsbau u.a.m.Getränkeindustrie, Kalibergbau, Braunkohletagebau ( wird ja wieder neu entdeckt )..... Viele Produkte, Firmen, Unternehmen haben es geschafft. Freilich unter anden Namen und Eigentümern. Das Ampelmännchen und der Sandmann habens ja heute noch schwer.
Nun wenn man man 2014 auf 1989 zurückblickt und dabei vergisst, was in der Weltwirtschaft passiert ist, dann hinkt jeder Vergleich.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 29.08.2014 09:28
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #37
Ich denke auch, dass Wirtschaftszweige der DDR auf dem Weltmarkt eine Chance gehabt hätten. Insbesondere in Osteuropa, Asien und Afrika. In den sogenannten Entwicklungsländern. Sie hatten doch keine Möglichkeit mehr ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln, unter den neuen Marktbedingungen. Es gab schon Bereiche z.B. im Fahrzeugbau - Multicar -, Optik, Chemie, Baustoffindustrie, Gerätebau,Schiffsbau u.a.m.Getränkeindustrie, Kalibergbau, Braunkohletagebau ( wird ja wieder neu entdeckt )..... Viele Produkte, Firmen, Unternehmen haben es geschafft. Freilich unter anden Namen und Eigentümern. Das Ampelmännchen und der Sandmann habens ja heute noch schwer.
Nun wenn man man 2014 auf 1989 zurückblickt und dabei vergisst, was in der Weltwirtschaft passiert ist, dann hinkt jeder Vergleich.


Vermutlich würde die DDR bezüglich der Wachstumsraten mit China im Gleichschritt vorneweg hinken.



zuletzt bearbeitet 29.08.2014 09:29 | nach oben springen

#39

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 29.08.2014 10:24
von Kalubke | 2.301 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #36

....
Die DDR hätte mit meiner eingangs beschriebenen Demokratieoffensive (Ausreise für die DDR- Hasser+ Allzeitskeptiker, freie Wahlen usw.) Firmen mit Kapital ausstatten können, da nunmehr das westliche Ausland in diese bislang abgeschottete Wirtschaft hätte investieren können.
Auch eine Cocom- Liste wäre in diesem Status ideologisch nicht mehr zu rechtfertigen gewesen.
Die DDR hätte mit einer gute Bonität am Kapitalmarkt Kredite bekommen, die solche Firmen den Lückenschluß zur Konkurrenzfähigkeit verschafft hätte, falls (konkurrierende) Firmen keine Beteiligung wünschen sollten.
...



Ja, das wäre alles möglich gewesen, wenn es nicht das in Privatwirtschaften typische destruktive Konkurrenzdenken gäbe. Kohl war ja nach der Einführung der Reisefreiheit bis zur Währungsunion nicht mal bereit dem Krenz Geld für den Umtausch zur Verfügung zu stellen.

Gruß Kalubke



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#40

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 29.08.2014 12:39
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Ja, das wäre alles möglich gewesen, wenn es nicht das in Privatwirtschaften typische destruktive Konkurrenzdenken gäbe. Kohl war ja nach der Einführung der Reisefreiheit bis zur Währungsunion nicht mal bereit dem Krenz Geld für den Umtausch zur Verfügung zu stellen.

Gruß Kalubke

Also das stimmt ja nun mal gar nicht,im Januar 1990 konnte jeder DDR Bürger 400 DM Tauschen. 1:1 versteht sich.


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