#161

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 18:54
von Rüganer (gelöscht)
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[quote=S51|p376042][
Thunder hat sich ein Lächeln bestimmt nicht verkneifen können.
Freilich aus einem anderen Grund. Schau, es ist bei der Frage wofür man wann gerade stehen muss nicht so wichtig ob man die schwarz berobbte Katze um den juristischen Brei verstehen möchte. Sie setzt voraus, das man dies eben tut.
Es mag kompliziert sein aber es muss sein.
Wer davon ausging, das ihm die Schußwaffengebrauchsvorschriften, die Befehle und Weisungen oder eben die Vergatterung einen Schießbefehl erteilt haben, ihm das Recht gaben mit dem Ziel zu töten auf einen Flüchtling zu schießen, der muss sich heute sagen lassen, das es seine Kanne gewesen wäre, solche Befehl zu verweigern und er damals schon das Recht und eigentlich die Pflicht gehabt hätte, diesen Befehl nicht auszuführen. Oder eben noch mal drüber nachzudenken. Tat er es doch, ich meine schießen um zu töten, dann ist er heute "fällig" wie er damals eigentlich schon fällig gewesen wäre. Wenn die DDR ihr Recht durchgesetzt hätte. Hat sie nicht gemacht um ihre Leute nicht zu verprellen. Weil die Gesetze der DDR zwar die Anwendung der Waffe als letztes Mittel gestatteten aber eben nur zur Verhinderung der Ausführung eines Verbrechens...
Auch das Recht der DDR gab niemandem das Recht, einen Befehl, der einen Rechtsbruch bedeutete anzuwenden!
Oder ganz einfach. Der "verdammt noch mal einfache Nenner" schei... den zur solchen Vereinfachung Bestrebten gründlich an!
Sich als Grenzer auf einen Schießbefehl zu beziehen weil man das eben so verstanden hat, setzt einen schon deshalb in´s Unrecht. Sowohl nach DDR-Maßstäben wie erst recht nach bundesdeutschen Maßstäben.
Es war mit Sicherheit keine kluge Entscheidung der DDR-Politik, Leute ohne gründliche Ausbildung, oft angefeuert durch Vorgesetzte mit Stammtischparolen an den Abzug zu lassen.[/quote]

@Rainman

ich war von 1970 bis 1971 an der Mauer.... da kannte wohl keiner Deinen Geheimbefehl... darauf wollte ich auch nicht hinaus, eher auf S51 seine Behauptungen, es wäre doch so einfach gewesen, ohne die Anwendung der Schusswaffe jemanden zu stoppen. Wenn ich sie auf den Türmen von Berlin nicht anwende, dann ist der Flüchtende in der Regel weg, weil die Türme dort doch teilweise sehr weit auseinander liegen und die eigentliche Grenze doch sehr schmal ist, siehe Bernauer Straße.

@ Andreas
Ich glaube Dir, sehr sogar. Auch zu meiner Zeit hatte der Wehrpflichtige diesen Mythos im Nacken und war in der Regel schon deswegen wachsam.
Wenn man dann aber diesen Geheimbefehl heute im Kopf hat, wie @ Rainman ihn einmal erklärt hat oder wenn Leute wie @S51 kommen, die da unterschwellig im letzten Satz unterstellen, dass es alles Leute gewesen sind, die aufgehetzt keinen Durchblick hatten und deswegen den Abzug betätigten, dann kommt mir der Kaffee hoch und ich sage, wenn dies allgemeine Rechtsprechung schon zu DDR Zeiten gewesen ist, wo waren dann diese Helden in Schulungen oder bei Belehrungen der Grenzer?

Keiner auf den Berliner Türmen wollte jemanden töten, behaupte ich. Aber dieser Schießprügel trifft nun mal auch lebenswichtige Organe, und die abgefeuerte Kugel kriegt man nicht zurückgeholt. Also hätte man gar nicht erst schießen sollen, nicht mal auf die Beine oder dicht daneben - doch dann ??? Schwedt, wie Andreas sagt.
Trotzdem ist es ein Unding, erst Leute auf die Türme zu setzen und dann, wenn die dann befehlsgemäß handeln und das Unglück passiert, dann zu sagen, es wäre jetzt seine Kanne...


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#162

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 19:51
von Hapedi | 1.877 Beiträge

Wenn ich mir jetzt die letzten Berichte durch den Kopf gehen lasse kommt die Bestätigung wieder in mir hoch das der Staat von Kriminellen um nicht zusagen Verbrechern regiert wurde . Das Volk wurde also mit Gummiparagraphen überschüttet und damit eingeschüchtert ja keine Fragen zu stellen . Hier wurde auch schon davon gesprochen das die Anwälte insbesondere der Vogel Spitzenleute waren . Alles für die " Sozialistische Rechtssprechung " . Nur weiter so die sind ja alle Blöd


gruß Hapedi



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zuletzt bearbeitet 04.08.2014 20:08 | nach oben springen

#163

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 19:59
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von Hapedi im Beitrag #162
Wenn ich mir jetzt die letzten Berichte durch den Kopf gehen lasse kommt die Bestätigung wieder in mir hoch das der Staat von Kriminellen um nicht zusagen Verbrechern regiert wurde . Das Volk wurde also mit Gummiparagraphen überschüttet und damit eingeschüchtert ja keine Fragen zu stellen . Hier wurde auch schon davon gesprochen das die Anwälte insbesondere der Vogel Spitzenleute waren . Alles für die " Sozialistische Rechtssprechung " . Nur weiter so die sind ja alle Blöt

gruß Hapedi


Wieso "wurde " ?
Korinthenmodus ein !
blöd wird mit "d" geschrieben ,wie " bald ",oder " Geld " und sogar " Bild "
Korinthenmodus aus !


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#164

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:01
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Ich kann dich verstehen @Rüganer,
wir hatten eine Auslösung am GSSZ II (grüne Grenze). Ich hatte A-Gruppe Gelände an den PP gestellt und A-Gruppe Objekt
ins Gelände geschickt. Ein Postenpaar von ihnen kontrollierte den K2.
Sie meldeten mir Spurensicherheit am K2. Dann viel ein Schuss auf Höhe Kolonnenweg. Ein Gefreiter aus der A-Gruppe Gelände schoss,
weil etwas "schwarzes" aus dem Wald trat (mind. 100 m Entfernung). Das Wildschwein wurde später gefunden und am nächsten Tag entsorgt aber die Maßnahmen wurden vor dem Auffinden des Schweines, wie bei einem versuchten Durchbruch von Ost nach West durchgezogen. Das hieß in der Folge "Kompanie Grenzalarm".
Ich saß auch diesmal auf der FÜRST. Am Ende war alles gut und man hat dem Gefreiten, der geschossen hatte, Sonderurlaub gegeben.
Und weil ein Unteroffizier eine solche Situation nicht führen durfte, kam dann der Polit mit einem GAKL als Posten auf die Führungsstelle.
weil er sich richtig verhalten hat.

Ich will damit sagen, dass die Kammeraden damals den Text der Vergatterung inne hatten und so gehandelt haben.
Jedenfalls, die ich zu meiner Zeit kennengelernt habe.
Oder was glaubt ihr, warum der Soldat auf ein Ziel in 100 m Entfernung schießt? Er konnte das Ziel auch rankommen lassen, um es zu
identifizieren. Nein hat er nicht gemacht. Die Antwort

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#165

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:02
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #162
Wenn ich mir jetzt die letzten Berichte durch den Kopf gehen lasse kommt die Bestätigung wieder in mir hoch das der Staat von Kriminellen um nicht zusagen Verbrechern regiert wurde . Das Volk wurde also mit Gummiparagraphen überschüttet und damit eingeschüchtert ja keine Fragen zu stellen . Hier wurde auch schon davon gesprochen das die Anwälte insbesondere der Vogel Spitzenleute waren . Alles für die " Sozialistische Rechtssprechung " . Nur weiter so die sind ja alle Blöt

gruß Hapedi

@Hapedi

Wie mein Opa immer zu sagen pflegte :

Der Trog bleibt immer der Gleiche ,- nur die Schweine wechseln öfters....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#166

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:10
von Lutze | 8.034 Beiträge

da wird auf irgend etwas schwarzes geschossen,
ohne Warnschuß usw,dieser Soldat hat sich richtig
verhalten @RudiEK89?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#167

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:10
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #140
Ich stelle mir gerade vor, wie der Vergatterungstext geheissen hätte, wenn die tatsächliche Bedeutung des Wortes vernichten darin vorgekommen wäre!
Zitat von Freienhagener im Beitrag #141
Ich nehme an, die meinst "die anderweitige Bedeutung", die heute bemüht wird..........

Zitat von 80er im Beitrag #145
Nein, ich meinte schon die Bedeutung, die @94, im Beitrag #135 aus seinem Offiziersstudium kennt. Den originalen Vergatterungstext aus dem Jahre 1974/75 in meinem Beitrag habe ich damit ergänzt:

Zitat @80er im Beitrag #140:
[...] So etwa?
... Grenzverletzer vorläufig festzunehmen bzw. die Kampfkraft des Gegners um mehr als die Hälfte herabzusetzten [...]

Dann aber bitte komplett, ich möchte den Satz ergänzen: [...] um ihm die Durchsetzung seines Zieles unmöglich zu machen!.

Aber auch andere Begrifflichkeiten werden mMn hier auch noch nicht eindeutig benutzt, mir werden die Begriffe Gegner und Feind zu undifferenziert und vor allem synonym gebraucht. Ich aber sehe schon einen erheblichen Unterschied zwischen beiden. Sollten wir vielleicht bei Bedarf in einem neuen Thread bekaschpern?

P.S. eine Wildsau mit 7,62x39, hmm? Sauber! Aber Lutzle hat schon recht mit seiner Frage, kein Anruf, kein Warnschuß ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 04.08.2014 20:12 | nach oben springen

#168

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:13
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #166
da wird auf irgend etwas schwarzes geschossen,
ohne Warnschuß usw,dieser Soldat hat sich richtig
verhalten @RudiEK89?
Lutze

Warum wohl, die Anspannung nach der "Vergatterung" war groß keinen Fehler zu machen.
Kannst du mir glauben, ich war erst funktechnisch und später persönlich dabei.

Anreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#169

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:19
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

P.S. eine Wildsau mit 7,62x39, hmm? Sauber! Aber Lutzle hat schon recht mit seiner Frage, kein Anruf, kein Warnschuß ...
Rot. Gebe ich dir Rech @94 .
Es war halt so.
Erst hieß es Durchbruch und einige Minuten später, der GV ist zurück gewichen.
Kannst dir ja vorstellen, was da im Abschnitt los war.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#170

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:20
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #168
Zitat von Lutze im Beitrag #166
da wird auf irgend etwas schwarzes geschossen,
ohne Warnschuß usw,dieser Soldat hat sich richtig
verhalten @RudiEK89?
Lutze

Warum wohl, die Anspannung nach der "Vergatterung" war groß keinen Fehler zu machen.
Kannst du mir glauben, ich war erst funktechnisch und später persönlich dabei.

Anreas


Das war nicht das einzigste Tier (Wild oder Haustier ) was an der Grenze erschossen oder erlegt wurde !


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#171

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 20:51
von 94 | 10.792 Beiträge

Also das sauber meinte ich eher so, das die Sau nicht nur wund geschossen wurde und so noch 'bissel Äktschen' in die Lage eingebracht hat. Zum zweiten finde ich es 'ungeschickt', das Du komplett als KGSi abgelöst wurdest, zumindest als 'Schreiber' hätte man Dich auf der Hütte behalten können.
Und Fakt ist auch eins, es konnten die größten (hmm, na ich nenne es jetzt mal) 'Unregelmäßigkeiten' bei einer Lage auftretten, solange kein Durchbruch erfolgte wurde hinterher alles 'schöngeschrieben'. Den Anlaß für diese Praxis sehe ich darin, das man die ansich schon schlecht motivierten Wehrdienstleistenden und Zeitsoldaten nicht noch weiter demotivieren wollte. Ein vielleicht ehrenwerter, aber untem Strich kontraproduktiver Ansatz welcher zu einer weitern Verunsicherung der Grenzer beitrug.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#172

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 22:49
von utkieker | 2.920 Beiträge

Ein Jäger ist verpflichtet das Wild "anzusprechen", wie es in der Waidmannssprache heißt, ansonsten grenzt es an Wilderei wenn man die Bache abknallt und die Frischlinge zurücklässt. Und hier wird geballert auf dunkle Schatten und bekommt sogar noch Sonderurlaub. Das ist absurd und missachtet selbst die Schusswaffengebrauchsbestimmung. Von solchen Wildwestmethoden distanziere ich mich.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#173

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.08.2014 22:55
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von utkieker im Beitrag #172
Ein Jäger ist verpflichtet das Wild "anzusprechen", wie es in der Waidmannssprache heißt, ansonsten grenzt es an Wilderei wenn man die Bache abknallt und die Frischlinge zurücklässt. Und hier wird geballert auf dunkle Schatten und bekommt sogar noch Sonderurlaub. Das ist absurd und missachtet selbst die Schusswaffengebrauchsbestimmung. Von solchen Wildwestmethoden distanziere ich mich.

Gruß Hartmut!


Hartmut ,Du weisst doch wie das zuging ! Da wurden sogar Ponys und Kühe erlegt !
Traurig ,traurig !


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#174

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.08.2014 00:18
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #173
Zitat von utkieker im Beitrag #172
Ein Jäger ist verpflichtet das Wild "anzusprechen", wie es in der Waidmannssprache heißt, ansonsten grenzt es an Wilderei wenn man die Bache abknallt und die Frischlinge zurücklässt. Und hier wird geballert auf dunkle Schatten und bekommt sogar noch Sonderurlaub. Das ist absurd und missachtet selbst die Schusswaffengebrauchsbestimmung. Von solchen Wildwestmethoden distanziere ich mich.

Gruß Hartmut!


Hartmut ,Du weisst doch wie das zuging ! Da wurden sogar Ponys und Kühe erlegt !
Traurig ,traurig !


Weißt du @FRITZE,

ja es ist traurig genug das überhaupt geschossen wurde und neben Wildsäuen auch Ponys und Kühe erlegt wurden. Aber das Absurde ist doch die Tatsache, daß man für den Frevel mit Sonderurlaub belohnt wird für das ein Jäger die Aberkennung seiner Jagdlizenz zu folge hätte. Nun schön dem "glücklichen" Schützen gönne ich sogar seinen Sonderurlaub. Das Absurdistan fängt nicht beim Schützen an. Man kann sich vielleicht sogar "glücklich" schätzen das nur ein Stück Wild erlegt wurde. Aber ich möchte nicht in der Haut des Postens stecken, hätte er durch Unaufmerksamkeit ein Kind erschossen. Aber ich möchte auch keinen Posten der im Grundwehrdienst stand verurteilen nur weil er sich im Militär- "Chinesisch" nicht auskennt, wo von 'Vernichten' in der Vergatterung gesprochen wird aber die Schusswaffengebrauchsbestimmung nur als letztes Mittel die Schusswaffe billigte.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#175

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.08.2014 15:51
von FRITZE (gelöscht)
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Ja das ist äusserst bitter ! Es hätte wohl nicht zu so viel Schusswaffengebrauch kommen dürfen (müssen ) !
Egal was dort heraus sprang ,es hätte erst zweifelsfrei identifiziert ,angerufen und gewarnt werden müssen !

Wir hatten an einem kalten schneereichem Wintertag auch eine Situation . Es dämmerte bereits ,als wir Laufschritte auf dem Eis des nahen Sees vernahmen. Wir postierten uns an der Uferkante und hörten wie am Rande des Schilfs auf dem Eis lautstark ein -und ausgeatmet wurde .Nach einer kurzen Verschnaufpause, brach der Jemand in unsere Richtung durch das Röhricht . Wir hatten mit einer Person gerechnet ,aber ein stattlicher Keiler kam uns entgegen .Da war das Aufatmen bei uns ! Der Keiler roch uns bald und verschwand mit mächtigen Sätzen .
Als ich zu meinem Posten sagte :"So ein Schwein aber auch ! " ,war die Situation entkrampft und wir lachten befreit auf .

Später dann im Objekt , erzählten wir es den Kameraden . An der Stelle mit dem Durchbrechen des Röhrichts ,wurde ich von einem Buffi mit den Worten,
"Gib zu ,du hast doch schon von 5 Tagen Sonderurlaub geträumt ! ", unterbrochen .

Auch dabei hatten mein Posten und ich ,weder unsere Waffen entsichert oder geladen. Das wäre immer noch schnell genug gegangen !
Dagegen konnte sich Andere nicht so in der Hand haben ! Das soll kein Vorwurf sein ! War es doch meist der unzureichenden Ausbildung geschuldet !


FRITZE


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#176

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 08.08.2014 13:05
von rotrang (gelöscht)
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Wenn jemand Interesse hat zum sogenannten Schießbefehl, ihm kann geholfen werden.
Aufrufen. Berliner Mauer Juristische Analyse Schießbefehl.
Für viele wird sich da was finden.
Rotrang


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#177

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 08.08.2014 14:17
von Heckenhaus | 5.130 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
der tödliche Fluchtversuch von Ernst Mundt geht mir nicht aus dem Kopf,
.....................................

Lutze


Mich wundert, daß es immer nur um Tote durch DDR-Schützen geht.
Es gab auch die umgekehrten Fälle, seit 1953 nicht mehr veröffentlicht.

Zitat :
Die enthielten einen Artikel mit der Überschrift ‘Der Waffengebrauch im Zollgrenzdienst’ und in dem wurde – wenn auch nur in einem Nebensatz – darauf verwiesen, daß schon von 1945 bis 1952 durch Schußwaffeneinsatz 31 Deutsche an den bundesdeutschen Westgrenzen ums Leben gekommen waren. Danach wurden diese Zahlen nie wieder publiziert. Sie verschwanden aus der bundesdeutschen Geschichtsschreibung.
aus http://antilobby.wordpress.com/ostdeutsc...der-brd-grenze/


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 08.08.2014 14:18 | nach oben springen

#178

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 08.08.2014 19:47
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #177
Mich wundert, daß es immer nur um Tote durch DDR-Schützen geht.
Es gab auch die umgekehrten Fälle, seit 1953 nicht mehr veröffentlicht.

[...]an den bundesdeutschen Westgrenzen[...]

Mich wundert das nicht im "Forum DDR Grenze".
Die Westgrenze der Bundesrepublik verlief und verläuft anderweitig.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#179

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 08.08.2014 20:15
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #178
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #177
Mich wundert, daß es immer nur um Tote durch DDR-Schützen geht.
Es gab auch die umgekehrten Fälle, seit 1953 nicht mehr veröffentlicht.

[...]an den bundesdeutschen Westgrenzen[...]

Mich wundert das nicht im "Forum DDR Grenze".
Die Westgrenze der Bundesrepublik verlief und verläuft anderweitig.

Gruß
Ari



Tote gibt es an Grenzen immer wieder. Die politische Brisanz der D/D Grenze ist allerdings eine ganz besondere Geschichte. Das aufrechnen der Toten halte ich für nicht richtig. Die politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit sollten einfach akzeptieret werden. Auch wenn es vielen Betroffenen schwer fällt. Mit Betroffenen meine ich alle Betroffenen.

Hatte ich letztens im Netz gefunden.

Zitat
Auf der Flucht erschossen
Mein Onkel, Paul Gehb, wurde am 30.12.1948 am Bahnhof Fulda Götzenhof durch einen Bauchschuss aus 5 mtr Entfernung !! getötet. Er war aus Sowjet. Besatzungszone kommend -Dermbach/ Rhön - mit seinem Schwager Karl Weih,unterwegs, um einen in Göttingen gekauften Motor, bei Fulda abzuholen. Dabei wurden die Beiden von einem Polizeimeister K. Sch. aus Lahrbach gestellt und in polizeilichen Gewahrsam genommen. Sie konnten bei Verwandten in Fulda unterkommen. Auf dem Weg zu Toilette ergriff Paul Gehb die Flucht und konnte am Bahnhof gestellt werden. Paul wollte zurück nach Dermbach, weil er sich Silvester verloben wollte.
Leider wurde er aus 5 mtr Entfernung erschossen.
Bericht : Fuldaer Volkszeitung vom 05.01.1949.
Der Bericht soll allerdings nicht den Tatsachen entsprechen.( Briefe und Einschreiben von Karl Gehb an den Staatsanwalt und die Fuldaer Volkszeitung.


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#180

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 08.08.2014 20:22
von Pit 59 | 10.138 Beiträge

Tote gibt es an Grenzen immer wieder. Die politische Brisanz der D/D Grenze ist allerdings eine ganz besondere Geschichte. Das aufrechnen der Toten halte ich für nicht richtig. Die politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit sollten einfach akzeptieret werden. Auch wenn es vielen Betroffenen schwer fällt. Mit Betroffenen meine ich alle Betroffenen.

Deine Gegebenheiten haben verhindert das meine Eltern zu meiner Todkranken Schwester durften.Erst zur Trauerfeier durfte ein Elternteil Fahren.Du kannst von mir aus die politischen Gegebenheiten akzeptieren,ich tue das nicht.


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