#1

Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 22:10
von Frank (gelöscht)
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Ich hab hier ein Bild gefunden auf dem man DDR-Grenzaufklärer sehen kann die sich deutlich hinter dem Grenzpflahl der DDR aufhalten. Meiner Meinung nach auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik.
Ich nehme an, dass der Schlagbaum, der ganz vorn angeschnitten zu sehen ist eine Wegsperre vom Westen her ist.
War es denn normal dass so relativ selbstverständlich so weit in Richtung Westen, vielleicht sogar auf Westdeutsches Gebiet gegangen wurde?
Hier das Bild:
http://www.wolfgangroehl.de/Grenzbilder/...er02/Foto05.jpg


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#2

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 22:29
von suentaler | 1.923 Beiträge

Hallo Frank,
das Bild entstand an der Magdeburger Warte.
Die Grenze verlief unmittelbar vor der Holzbarriere (von der DDR-Seite aus gesehen), also die beiden GaKl sind noch auf DDR-Territorium.
Die Grenze wurde nicht durch die Säulen gekennzeichnet, sondern durch Grenzsteine.
Die Säulen standen bis zu 5 Meter weit von der eigentlichen Grenze entfernt.

Gruß
Suentaler


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#3

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 22:30
von Buedinger | 1.503 Beiträge

Hallo Frank ,

meiner Auffassung nach befinden sich die Grenzer auf DDR-Gebiet. Die Grenzsäule stellt nicht die Markierung der Staatsgrenze dar. Grenzsäulen wurden in einer Entfernung von etwa 5 Metern zum Verlauf der Grenzlinie aufgestellt. Der Verlauf der Grenzlinie wird u.a. mit Grenzsteinen markiert. Wobei die Barriere auf Seiten der Bundesrepublik unmittelbar an der Grenzlinie stehen dürfte.

Ich würde es so bezeichnen: Durchsetzung der territorialen Integrität der DDR bis unmittelbar an den Verlauf der Grenzlinie.

Wiki schreibt dazu: Territoriale Integrität ist ein Begriff aus dem Völkerrecht und bezeichnet die Unverletzlichkeit des Hoheitsgebietes (Territorium) und der Grenzen souveräner Staaten.

Tschüß


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#4

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 22:30
von Pille | 71 Beiträge

Hallo,
es ist auf dem Foto ja nicht genau zu sehen,wo genau der Grenzverlauf ist.Die markanten DDR-Grenzsäulen markieren ja nicht den tatsächlichen Grenzverlauf.Die richtigen Grenzsteine waren ein paar Meter vor den schwarz/rot/goldenen Säulen.Es ist durchaus möglich,daß genau unter dem Schlagbaum (oder Absperrgeländer)ein Grenzstein steht.Man kann aber auch nicht ausschießen,daß die Gakl`s tatsächlich auf westlichem Hoheitsgebiet stehen.Allerdings schätze ich die Wahrscheinlichkeit hier,vor den Augen des westdeutschen Fotografen,als ziemlich gering ein.
Die richtigen Grenzsteine waren,meines Wissens,etwa 20x20 cm im Quadrat und ragten vielleicht 30 cm aus der Herde heraus.Diese gehörten zur Hälfte der DDR und der BRD.


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#5

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 22:45
von Frank (gelöscht)
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Aha, gut, nun bin ich schlauer.
Sieht doch aber wirklich seltsam aus auf dem Bild...
Ich glaub mich hätten sie damals nicht dort hinschicken dürfen, die 2 Schritte hätt ich dann auch noch gemacht. Ok, ich war zu jung und Leute aus unserer "vorbelasteten" Familie wären eh nicht an die Grenze gekommen.
Naja, wenn Ihr den von mir genannten Link kopiert und bis hinter`s "de." kürzt kommt ihr auf ne sehr interessante Seite mit noch vielen Bildern. Hab ich eben so beim Googeln gefunden.


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#6

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 22:58
von S51 | 3.733 Beiträge

Wir waren, wenn die Gegenseite dies dokumentieren konnte, nie auf westlichem Gebiet. Das wäre ja hyperdäm... gewesen. Zwar kenne ich die auf dem Foto abgebildete Örtlichkeit nicht aber so ähnlich sah es bei uns auch aus. Die unten links am Rand sichtbare Barierre befand sich meist unmittelbar vor der durch die Grenzsteine markierten Grenzlinie. So stücker etwa 20 cm bis maximal einen Meter entfernt. Dass beide Aufklärer Film- bzw Fototechnik benutzen, deutet auf "großen Bahnhof" hin. Damit sind Veranstaltungen an der Grenze aber auch Einweisungen von GZD, BGS oder NATO-Einheiten gemeint. Dann wurde fotografiert und manchmal auch gefilmt, was die Kisten hergaben. Manchmal hielten wir die Geräte aber auch nur vor das Gesicht, um nicht selbst allzu oft geknipst zu werden. Denn, wie allgemein üblich: Wie ich dir, so du natürlich nicht mir...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#7

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 00:00
von suentaler | 1.923 Beiträge

Hier sieht man die örtlichen Gegebenheiten an der "Magdeburger Warte", bei Helmstedt etwas besser.
Das war dort, wie es aussieht, ein beliebter Fototreffpunkt von beiden Seiten.

http://www.wolfgangroehl.de/Grenzbilder/...e/011_Index.JPG
http://www.wolfgangroehl.de/Grenzbilder/...aerer/GAK04.jpg

Die Grenzsäule, die dort stand, war übrigens die Nr.747.


MfG


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
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MfG Suentaler
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#8

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 00:33
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo an alle. auf dem 2 foto sieht es so aus als würden die grenzer sich mit dem bgs unterhalten. das ist doch nicht möglich? oder? lg glasi



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#9

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 00:39
von S51 | 3.733 Beiträge

Fieses Foto! Oder, wie Radio Eriwan sagen würde: Nein, natürlich ist das nicht möglich (es wäre verboten), der Kollege guckt nur so interessiert auf die Rückseite des Hinweisschildes. Oder auf die Technik der Beamten, die Schulterstücke, das Wetter und so weiter oder irgend was anderes. Hoffe, das Foto war nicht schon zu DDR-Zeiten irgendwo zu sehen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#10

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 00:47
von glasi | 2.815 Beiträge

das hoffe ich auch. weil dieses foto kann vieles bedeuten. warum es aber verboten war sich zu unterhalten verstehe ich heute noch nicht.lg glasi



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#11

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:08
von S51 | 3.733 Beiträge

Ich glaube, die Frage stand schon mal zur Debatte. Kurz gesagt, es hatte mehrere Seiten. Einmal, bedeutete nicht miteinander zu sprechen eben auch, sich keine Verbalschoten bei entsprechender Veranlagung mit steigender Begeisterung an den Kopf zu "werfen". "Stumm" und "taub" zu sein, bog mancher arg groben Provokation ganz einfach die Spitzen ab, die ansonsten an solchen Stellen leicht mal hätten eskalieren können. Auch konnte, wer nichts sagte, so keine Staatsgeheimnisse oder ein paar lütte Militärgeheimnisse verraten. Wenn auch vielleicht unabsichtlich. Doch es gab auch eine andere Seite. Wird der Gegenüber so negiert, dann nimmt man ihm das Menschliche. Die Ebene, die es schwer machen könnte, ihn - vielleicht gegebenenfalls nicht so nett zu behandeln... Das galt umgekehrt natürlich auch. Schließlich aber nicht zuletzt konnte, wer nicht miteinander redete so auch keine Flucht, keinen Verrat vorbereiten.
So die Theorie, die allerdings vor Zeugen wohl auch übliche Praxis war.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#12

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:16
von glasi | 2.815 Beiträge

oh oh. ob ich immer denn mund gehalten hätte. gut das ich meinen dienst beim bgs nie angetreten habe und das es die grenze nicht mehr gab.lg glasi



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#13

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:26
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo glasi,

eine kleine Ergänzung zu den hier bereits dargelegten Gedanken von S51. Das Entscheidende für einen Krieg, und mag es nur ein kalter sein, ist ein Feindbild. Keinem Soldaten (im weitesten Sinne - einschließlich Offiziere) kann es gestattet werden, selbst über sein Verhältnis zum Feind zu entscheiden. Aus diesem Grunde standen in allen Kriegen Soldatenverbrüderungen auf der Liste der Dinge, für die es die Höchststrafe gibt. Kontakt, in welcher Form auch immer, baut Entfernung ab. Abbauende Entfernung bedeutet zunehmende Nähe. Nähe aber ist das Letzte, was man bei einem Feindbild gebrauchen kann. Also unterbindet man die Nähe um jeden Preis.

Warum haben wir das mitgemacht? Für uns ging es um eine Frage der militärischen Abwehr. Kein Militär kann und wird davon ausgehen, dass jemand auf der Gegenseite ein harmloser Typ ist. Angenommen, derjenige der die Kontaktaufnahme startet, ist ein geschulter Agent, der seinen Gegenüber, ausgehend von seiner Entscheidung die Kontaktaufnahme zuzulassen, bis zu einem Punkt führt an dem er umgedreht und zum Verräter gemacht werden kann. Das klingt irgendwie Paranoid? So ist das mit dem militärischen Handeln. Selbst normale menschliche Empfindungen müssen da in den Hintergrund treten. Das ist übrigens einer der Gründe, militärisches Handeln grundsätzlich in Frage zu stellen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 07.08.2009 01:30 | nach oben springen

#14

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:32
von S51 | 3.733 Beiträge

Sorry, falsche Schlußfolgerung! Die Richtige könnte lauten: Nicht erwischen lassen, höllisch aufpassen und die Regeln des Respektes voreinander nicht verletzen. Wenn du nicht angezählt werden kannst und keinen anzählen mußt, Friede und Ruhe herrschen, dann ist das Leben leichter für alle. So war man vorne eben grundsätzlich taub und stumm. Manchmal halt etwas anders, als weiter hinten gedacht aber möglichst ohne solche doch wirklich reichlich fiesen Fotos. Ich glaube nicht, dass dies praktisch irgendwo anders gehandhabt wurde. Wären wir uns da vorne immer nur mit durchgeladener Pistole gegenüber gestanden, dann hätte es viel öfter geknallt. Aber der Schein musste gewahrt bleiben. Vor allem vor den Ideologen etwas weiter hinten, die es auf beiden Seiten gab und die durchaus an ihre Sache geglaubt haben.
Aber theoretisch stimmt deine Schlußfolgerung doch.


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#15

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:33
von S51 | 3.733 Beiträge

Entschuldige Rainman, ich war zu spät dran.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#16

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:41
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo raiman. je länger ich im forum bin desto mehr glaube ich das ich denn dienst beim bgs nicht ewig mitgemacht hätte. das eiskalte fehlt mir einfach. das habe ich auch beim bund gemerkt.lg glasi. ps: raiman ich freue mich auf unser treffen. wir haben uns viel zu erzählen. lg glasi



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#17

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:48
von S51 | 3.733 Beiträge

Ja, ist wohl wahr. Eine Waffe im Dienst zu führen, erfordert in gewisser Weise einen anderen Menschen als ohne. Egal wann, wo, unter welchen Umständen. Du weißt, auch wenn heute alles friedlich, schön und edel ist, ist morgen oder gleich ganz plötzlich alles anders und vorbei. Bist du dir dann nicht sicher, das Ding benutzen zu können, dann laß es lieber ganz.


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#18

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 01:58
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo S 51. mit waffen hatte ich nie ein problem. ich meine eher das menschliche. wenn deutsche 2 meter auseinander stehen und kein wort miteinander reden das ist das schlimme. das ist nur politik. wir reden jetzt auch miteinander. lg glasi



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#19

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 02:04
von S51 | 3.733 Beiträge

Das hängt aber zusammen. Heute prüfen wir gemeinsam die Grenzmarkierungen, unken, blödeln. Morgen kommt der Befehl und dann legen wir uns gegenseitig um. Einfach so, weil der Befehl und militärische Anforderungen es so verlangen. Das ist Theorie, klar, aber die Praxis hätte jederzeit so kommen können. Das heißt, Soldat zu sein. Und ein held natürlich auch... Ist auch heutzutage nicht anders.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#20

RE: Frage zu diesem Foto

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 02:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Und wenn wir, die übrig Gebliebenen, uns dann Jahre später treffen. Da wird nicht etwa Revanche genommen. Nein, warum? Es war nichts persönliches. Man kennt sich, grüßt sich und salutiert vor dem, was von den Anderen übrig geblieben ist. Die, die das nicht können, können kein Ende machen und hören womöglich nicht nur gedanklich nie auf.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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