#81

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 12:09
von Gelöschtes Mitglied
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Danke, @Krepp - genau diese Melodie habe ich gesucht, war aber wohl aber nicht so erfolgreich wie Du.

Keine Ahnung, wie viele Jahrzehnte ich die nicht mehr gehört habe, aber dennoch ist jeder einzelne Ton noch auf der Festplatte zwischen den Ohren gespeichert.

Und - ich finde sie heute noch gut. Somit bleibt die Frage offen, ob sich in 50 Jahren noch jemand an irgendeine der heutigen Krimi-Titelmelodien erinnern kann. Wahrscheinlich nicht, aber das dürfte auch mit dem Überangebot an Krimis und der Austauschbarkeit der Handlungen liegen.


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#82

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 12:31
von RalphT | 877 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #69
Gute Frage
Ich wohnte in Eisenach-Süd an einem Berg, vor uns die Wartburg, hinter uns das Burschenschaftsdenkmal.
Wir haben nur ARD, DDR1 und manchmal Hessen gesehen.
Im Zentrum der Stadt sahen auch ZDF.
In Bitterfeld konnte man, mit normaler Antenne auf dem Boden, Seepferdchen und den Löwen sehen


Hm, dann hast Du wohl etwas ungünstig gewohnt. Hab mir das mal auf der Karte angesehen. Wenn ich das so richtig liege, dann hattest Du den Sender Rimberg westwärts mit ca. 60 km Strecke. Oder weiter südwärts den Sender Rhön Entfernung ca. 70km. Aber Du sagest ja, dass Du einen Berg vor der Nase hattest. Ich denke, eine Chance hätte vielleicht bestanden oder Du hast nicht alle möglichen "Anstrengungen" damals unternommen.


Nochn Nachtrag: ARD war in der Regel auch etwas einfacher zu empfangen, da viele ARD-Sender in dem VHF-Bereich III gesendet haben. Der Sender Kreuzberg in der Rhön hatte sogar auf VHF-Bereich I gesendet. Diese Wellen hatten aufgrund der Wellenlänge ein anderes, besseres Ausbreitungsverhalten, als die UHF-Sender vom ZDF.


zuletzt bearbeitet 11.07.2014 12:35 | nach oben springen

#83

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 12:51
von planchetti | 37 Beiträge

Zitat von Antaios im Beitrag #79
Hallo Icke!

Hmmm ... waren die nicht "versiegelt"? Sprich keine Einstellmöglichkeiten am Gerät?
Das war bei uns so nicht denkbar.

Schöne Grüße,
Eckhard




Mitte der Achziger hatten wir im Club einen Fernseher mit 8 Programmtasten. Die einzelnen Regler lagen hinter einer Klappe.

Ein Soldat, von Beruf Rundfunk/Fernsehtechniker, bekam vom Spieß den Auftrag, die (DDR-)Sender mal neu zu justieren. Vor dem "petschieren" der Klappe wurde seine Arbeit natürlich vom Spieß mit folgendem Ergebnis kontrolliert:
Taste 1 = DDR 1
Taste 2 = DDR 2
Taste 3 bis 8 = Schnee

Abends führte uns der Soldat vor, was der Spieß nicht kontrollierte:
Taste 7 und 8 zugleich drücken = ARD


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#84

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 13:40
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #27
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #25
Zitat von ABV im Beitrag #21
.
Erinnern kann ich mich auch noch an die so genannten Konverter, kleine Zusatzgeräte zum Empfang des ZDF in der DDR.

Gruß an alle
Uwe



Interessantes Gerät. Bedienungsanleitung
http://www.rft-seite.de/Anleitung/UHF.konverter.PDF
Theo


Zu den Konvertern möchte ich noch hinzufügen, sie kamen damals nicht auf den Markt wegen der Westprogramme ARD und ZDF: Sondern wegen dem Fernsehprogramm DDR 2. Die Konverter hatten auch eine Sperre drin--was aber kein Problem war sie zu entfernen. Die Fernseher die zu gleichen Zeit auf den Markt kamen, brauchten keinen Konverter mehr, die besaßen gleich einen Tuner. Ich erinnere mich noch,da war ich noch Lehrling, das mal so ein Verkauf von Konvertern bei uns auf der Werft in der Kantine erfolgte--ich glaub,Stückpreis lag bei 250 Mark.

Das diese Konverter vordergründig wegen dem Programm DDR 2 eingeführt wurden stimmt, das mit der Sperre stimmt natürlich nicht. Es war der erste Schritt den DDR-Bürgern Westfernsehen zu ermöglichen ohne großes Theater darum zu machen, man wollte nicht unbedingt zugeben, dass man einen Fehler gemacht hatte, dass diese Beschränkung nicht zu halten ist. Wenn man eine Sperre eingebaut hätte, die Skala auf dem Gerät wäre völlig unsinnig gewesen, man hätte einfach eine Black Box verkaufen können. In einer relativ kurzen Zeit waren diese Konverter in neue Fernseher eingebaut, die Konverter auf dem Gerät nicht mehr notwendig und auch in diesen Fernsehern gab es keine Sperre. Das selbe trifft auf die Farbfernseher zu, vom Raduga abgesehen kann ich mich an keinen Fernseher erinnern der nicht beide Systeme beinhaltete.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 11.07.2014 13:53 | nach oben springen

#85

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 14:05
von damals wars | 12.158 Beiträge

In unserer Kompanie gab es zwei Kulturräume, einer mit Farbfernseher für die EK, (mit Westfernsehen), die anderen durften in dem zweiten Raum schwarz weiß genießen. Mein KC Major Ü liebte und förderte die EK Bewegung.
Zwei Ereignisse werde ich nie vergessen,
einmal gemeinsames Fernsehen von Karl Eduard im Rahmen des Politunterrichts, mit Ausschnitt aus Rambo 1,
das zweite mal zu Weihnachten der Film "Leuchte, mein Stern leuchte", danach war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Tränen lügen nicht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#86

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 14:18
von damals wars | 12.158 Beiträge

Wir hatten auf dem Fernseher auch ne Kiste stehen, das hing aber mit den "Stromschwankungen" zusammen


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#87

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 14:31
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von planchetti im Beitrag #83
Zitat von Antaios im Beitrag #79
Hallo Icke!

Hmmm ... waren die nicht "versiegelt"? Sprich keine Einstellmöglichkeiten am Gerät?
Das war bei uns so nicht denkbar.

Schöne Grüße,
Eckhard




Mitte der Achziger hatten wir im Club einen Fernseher mit 8 Programmtasten. Die einzelnen Regler lagen hinter einer Klappe.

Ein Soldat, von Beruf Rundfunk/Fernsehtechniker, bekam vom Spieß den Auftrag, die (DDR-)Sender mal neu zu justieren. Vor dem "petschieren" der Klappe wurde seine Arbeit natürlich vom Spieß mit folgendem Ergebnis kontrolliert:
Taste 1 = DDR 1
Taste 2 = DDR 2
Taste 3 bis 8 = Schnee

Abends führte uns der Soldat vor, was der Spieß nicht kontrollierte:
Taste 7 und 8 zugleich drücken = ARD





wieder einmal der Beweis, jedes Verbot findet seinen Umgehungsweg. Sehr clever gemacht.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#88

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 14:35
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Gert!

Naja, das war damals ja auch nicht per Gesetz verboten, wie vieles heute in der BRD.
Aber auch das BRD-Gesetz kann den gesunden Menschenverstand nicht hindern.

Schöne Grüße,
Eckhard

Zitat von Gert im Beitrag #87
...
wieder einmal der Beweis, jedes Verbot findet seinen Umgehungsweg. Sehr clever gemacht.


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#89

RE: Westfernsehen

in Leben in der DDR 11.07.2014 15:37
von Gelöschtes Mitglied
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Ich begebe mich mal auf ein Nebengleis, ohne (hoffentlich) gleich völlig OT zu schreiben:

Beim Lesen vieler Beiträge und auch beim Verfassen eigener Beiträge ist mir erstmalig (und das mit 64 Jahren - sage keiner, dass man im Alter nicht mehr lernfähig sei ) aufgefallen, wie viele US-Serien wir als Kinder so gesehen haben. Das war mir in diesem Maße vorher gar nicht bewusst. Und ich habe mich gefragt, in welchem Umfang diese Serien mein - damals und bis Vietnam - positives Bild von den USA geprägt haben.

Teilweise erfolgte die Prägung wohl durch Schule und Gesellschaft: Die Amis, das waren die Guten, die uns vom Faschismus befreit haben. Die die Kinder mit Schokolade und Kaugummis verwöhnt, ja sogar aus den Rosinenbombern kleine Fallschirme mit Süßigkeiten abgeworfen haben. Die Berlin vor dem Verhungern oder (fast noch schlimmer) vor dem kommunistischen Joch bewahrt haben. Die den Mädels (natürlich ohne jeden Hintergedanken - ich war ein Kind) Nylons geschenkt und uns mit Care-Paketen versorgt haben. Die uns mit dem Marshall-Plan wirtschaftlich wieder auf die Beine geholfen und die Demokratie beschert haben.

Und die Russen? Das waren natürlich die Bösen. Die, die deutsche Kriegsgefangene noch 10 Jahre nach dem Krieg nicht nach Hause ließen, die die wenigen noch intakten industriellen Ressourcen Mitteldeutschlands als Reparationen einfach mitgenommen haben, die Aufstände in der SBZ und in Ungarn mit Waffengewalt niedergeschlagen und die den Bau der Berliner Mauer wenn nicht angeordnet, so zumindest nicht verhindert haben. Plus einiger weiterer Schweinereien mehr. Und im TV dominierte Stalingrad und Filme wie "So weit die Füße tragen"

Das über die Kinderserien verbreitete Bild passte hervorragend dazu: Eine anfänglich harmlose, dann aber immer dramatischer werdende Situation - und dann die Rettung in letzter Minute. Und zum Schluss standen alle immer lachend im Kreis herum. Unausgesprochen: Es wird alles gut. Immer. Wenn man die Amerikaner machen lässt. Und auch die zahlreichen Westernserien: Die Schurken, das waren fast immer die Mexikaner. Die vor Angst bleich wurden, wenn ein US-Marshal oder ein Texas-Ranger auftauchte. Und entweder flüchteten oder in einem Kampf im Verhältnis von mindestens 5:1 (fünf Mexikaner gegen einen Marshal) niedergemacht wurden und ihre gerechte Strafe erhalten haben. US-Polizisten, die Garanten für Sicherheit, Recht und Ordnung.

Und die anderen Bösen, das waren die Indianer: Hinterhältig, verschlagen, zumindest aber blutrünstig und nur darauf aus, unschuldigen weißen Siedlern den Skalp zu nehmen. Bis dann die Kavallerie unter Führung eines jungen, schneidigen Leutnants mit lauten Trompetensignalen auf der Bildfläche erschien und dem Spuk ein Ende bereitete. Merke: Die US-Armee, das sind die Guten. Die Befreier, die Beschützer.

Welcher Anteil auf welche der beiden Einflussfaktoren entfiel, vermag ich heute beim besten Willen nicht mehr beurteilen, kann es nicht auseinanderdividieren. Aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig, das Eine verstärkte und ergänzte das Andere. Wach wurde ich erst 1968, als die USA ihr anderes Gesicht, eine ziemlich hässliche Fratze, in Vietnam zeigten.

Aber damiit möchte ich jetzt aufhören, es führt sonst zu weit vom Thema weg.


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