#21

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 12.07.2014 22:07
von UvD815 | 619 Beiträge

aber zum eigentlichen Thema zurück :

Sommer 1989 von Samstag zu Sonntag GAs Dankmarshausen - Diesberg / GK Großensee - Strasse Widdershausen.

Auslösung GSZ auf der FÜST . Der Posten Bahngasse Widdershausen stellt vom BT 9 eine männliche Person fest, welche den GSZ überwunden hat und schon fast auf dem K 6 ist. ( Abstand GSZ bis zum GZ I max. 25 m dort !!! )

Anruf Posten - GV läuft weiter i.R. GZ I - Warnschuß, der GV gibt auf - Festnahme - Zuführung zur GK - Untersuchung VP, MFS, GT

Beim GV handelt es sich um den 26 jährigen Wolfgang S. - Bewohner des 500 m Schutzstreifen / Dankmarshausen

Erst im Juni 89 besuchte er eine Familienfeier in der BRD !!!( offiziell mit Antrag )

Zur Tatzeit stand Wolfgang S. unter erheblichen Alkoholeinfluss.

Unmittelbar nach den Untersuchungen wurde er wieder entlassen und lebte weiter im 500 m Schutzstreifen.

Nach 1990 verunglückte er bei einen PKW Unfall tödlich.


zuletzt bearbeitet 12.07.2014 22:11 | nach oben springen

#22

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 12.07.2014 22:20
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #21
aber zum eigentlichen Thema zurück :

Sommer 1989 von Samstag zu Sonntag GAs Dankmarshausen - Diesberg / GK Großensee - Strasse Widdershausen.

Auslösung GSZ auf der FÜST . Der Posten Bahngasse Widdershausen stellt vom BT 9 eine männliche Person fest, welche den GSZ überwunden hat und schon fast auf dem K 6 ist. ( Abstand GSZ bis zum GZ I max. 25 m dort !!! )

Anruf Posten - GV läuft weiter i.R. GZ I - Warnschuß, der GV gibt auf - Festnahme - Zuführung zur GK - Untersuchung VP, MFS, GT

Beim GV handelt es sich um den 26 jährigen Wolfgang S. - Bewohner des 500 m Schutzstreifen / Dankmarshausen

Erst im Juni 89 besuchte er eine Familienfeier in der BRD !!!( offiziell mit Antrag )

Zur Tatzeit stand Wolfgang S. unter erheblichen Alkoholeinfluss.

Unmittelbar nach den Untersuchungen wurde er wieder entlassen und lebte weiter im 500 m Schutzstreifen.

Nach 1990 verunglückte er bei einen PKW Unfall tödlich.






Was denkt man da als Friedenskämpfer wenn man einen GV hinter dem GSSZ vorläufig festnimmt und später
wieder durch den Grenzort marschieren sieht?
Verliert man da den Glauben an die Sache oder hat man anderes vermutet?
Weil die Sache war ja wohl eindeutig was er vor hatte?

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#23

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 12.07.2014 22:32
von UvD815 | 619 Beiträge

Für den Grenzposten eine Frage der Zeit, da wenig später auf der anderen Seite Trabis und Wartburgs auftauchten, welche über Ungarn Österreich in die BRD kamen und die DDR von der anderen Seite sehen wollten.

Da gab es die meisten Gewissenskonflikte ... es gab sogar Fälle, als Freunde, Bekannte , welche über Ungarn in die BRD sind, ihren Kumpel auf dem BT 9 erkannten...

Schon im Vorfeld gab es eine ADN Meldung, dass die ausgesuchte Offiziere der VP gemeinsam mit BGS Beamten auf UN Mission nach Afrika gingen.

Ein Gefreiter fragte u.a. bei der Politschulung, als er das Bild im ND sah ( übrigens fast die gleichen Uniformen BGS u VP ) , wo noch der Sinn
im Grenzdienst besteht, wenn VP und BGS zusammen nun in Afrika Dienst machen und bestimmt am Abend auch ihr Bier gemeinsam tranken.

Die Antwort vom Polit waren nur Phrasen der SED ... Gegner an der Staatsgrenze ... Unverletzlichkeit der Grenzen .... usw..


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#24

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 12.07.2014 23:11
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Batrachos im Beitrag #22

Was denkt man da als Friedenskämpfer wenn man einen GV hinter dem GSSZ vorläufig festnimmt und später
wieder durch den Grenzort marschieren sieht?
Verliert man da den Glauben an die Sache oder hat man anderes vermutet?
Weil die Sache war ja wohl eindeutig was er vor hatte?

MFG Batrachos


Mit der Zeit nimmt man dies "sportlich". Nicht zuletzt deshalb, weil man ja selbst sehr gut weiß das die Blaubeeren da jenseits des Schildes mangels gefährlicher Zweibeiner (in der Regel) besonders gut sind.
Vielleicht klappt es eben (mit der Festnahme...) beim nächsten Mal besser... und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.
"Friedenskämpfer"... Hm. Ich stör mich an dem "Kämpfer". Das lief doch vernünftigerweise recht zivil ab. Man hat zwischen dem, was vorne an der Linie und dem was im eigenen Hinterland passiert ist durchaus Unterschiede gemacht. Auch wenn man rein rechtlich einem Polizisten nicht gleichgestellt, genaugenommen ein "jedermann" war, war doch klar, das die Tätigkeit im eigenen Hinterland mehr von Polizei als von Militär hatte. Dabei war der "Gegner" (an den Begriff vom "Gegenüber" musste ich mich erst später gewöhnen) aber nicht rechtlos. Das waren andere Rechte als die eines Soldaten in einer möglichen Auseinandersetzung aber die hatte man trotzdem zu achten. Je öfter man Personen festnahm um so mehr hatte das von Alltag und um so weniger verbissen sah man dies. Wenn der oder die andere es auf eine Eskalation hätten ankommen lassen, dann hätte man diese auch durchgezogen. Doch so lange es ohne ging, hat man es eben friedlich versucht.
Nein, ein Kampf der Prinzipien war es nicht. Man hätte im Falle des Falles dem Gegenüber aber auch nicht unnötig etwas geschenkt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 13.07.2014 05:25 | nach oben springen

#25

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 13.07.2014 09:07
von UvD815 | 619 Beiträge

Man muss auch die Zeiträume beachten. Vernünftigerweise bis Sep. 1961 - Deutsche Grenzpolizei dem MDI unterstellt, dann bis 1974 die
Grenztruppe der NVA ( die sog 4. Teilstreitkraft ). Dann wieder GT d. DDR .

Nach dem 13. August 1961 und der militärischen Sicherung der Staatsgrenze reichten die freiwilligen Grenzpolizisten nicht mehr. Daher 1962
Wehrpflicht - auch bei GT d. NVA . Grenzpolizeiliche Ausbildung war sehr gering.

Für die Grenztruppe war es gerade in den 60iger Jahren ein Frontdienst im kalten Krieg.

Man beachte auch die Zahl der Flüchtlinge, die gerade Anfang der 60iger Jahre die DDR verlassen wollten. Festnahmen in den 60 iger Jahren waren daher alltäglich.

Mit dem Ausbau der Grenzsicherungsanlagen war es später kaum noch möglich, die Staatsgrenze zu überwinden. die Anzahl der Flüchtigen nahm auch ab.

In den 80iger Jahren gab es GB und Kompanieabschnitte, wo der GSZ maximal durch Wild oder techn. Defekte auslöste. Manche Grenzverletzer gelangten erst garnicht in den Handlungsbereich der GT.

Für den Grenzer war es daher nicht bekannt, welche GV schon im Vorfeld durch VP, Trapo, MFS in Vorbereitung festgenommen wurden sind.


zuletzt bearbeitet 13.07.2014 09:10 | nach oben springen

#26

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 27.05.2015 14:55
von Schakal | 271 Beiträge

Bei § 213 sah das DDR-StGB im übrigen auch Bewährungsstrafen vor. Vielleicht fiel der Benannte dank seiner verwandschaftlichen Beziehung in den Genuß einer solchen?


--- Ex oriente lux.---
nach oben springen

#27

RE: Nach gescheitertem Fluchtversuch zurück ins Grenzgebiet ?

in DDR Zeiten 27.05.2015 20:36
von Rothaut | 400 Beiträge

Bei uns im Dorf sind damals (Mitte der 80ziger..weiss ich nicht mehr so genau) zwei "Abgehauen".
Der Bruder von einem der beiden ging bei mir in die Klasse.
Sie schafften es...
Kamen aber nach einiger Zeit über die Güst Selmsdorf wieder zurück.
Der eine kam bis Nov. 89 nicht wieder in das Sperrgebiet...der andere...komischer Weise...kam nach einer gewissen Zeit wieder zurück in das Sperrgebiet und wohnte weiterhin bei seinen Eltern.
Er ist leider früh verstorben und ich war kurz mit ihm befreundet...aber darüber sprechen wollte er nie.

Gruß Rothaut


zuletzt bearbeitet 27.05.2015 20:37 | nach oben springen


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