#21

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.05.2014 22:13
von Vogtländer (gelöscht)
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@Werner Holt:
Gert hats ganz gut beschrieben mit den 2 baustellen.Die DDR sah sich nicht als Nachfolger des NS-Regimes,erkannte zwar die Geschehnisse dieser Zeit an,aber sagte sich,mit den Reparationszahlungen wäre alles beglichen.Solche Sachen wie Opferrenten an polniche und ukrainiche Zangsarbeiter kamen erst weit nach 1995.Da gab es auch Prozesse gegen die Bundesrepublik (die vereinigte),welch die Bundesrepublik verlor-bekomme nur nicht mehr das genaue Jahr hin.
Gruß
Frank


zuletzt bearbeitet 19.05.2014 22:14 | nach oben springen

#22

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.05.2014 22:15
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #17
die DDR hat sich auch aus der Rechtsnachfolge des Dritten Reiches herauswinden wollen, nur das funktionierte nicht. Das haben nicht einmal ihre kommunistischenGenossen in Polen, Tschechien und anderen Ländern akzeptiert geschweige denn andere nicht komm. Länder. Diese 17 Mill. Menschen waren ohne wenn und aber mitverantwortlich für das Disaster. Da beisst die Maus keinen Faden ab.


Grün: Das sehe ich ebenso. Auch die 17 Mio im Osten gehörten zum ganzen Teil der deutschen Bevölkerung bis zur Kapitulation mit ihrem ganzen Teil der Hitler-Wähler, Mitläufer, wenige Oppositionelle und dem großen Teil derer, die nur möglichst unbeschadet an Leib und Seele auf bessere Zeiten hofften. Das waren nicht automatisch nach den Staatsgründungen BRD und DDR vorwiegend Antifaschisten, auch wenn dieses in der DDR stärker propagiert und gefördert wurde.
Was die Reparationen betrifft, erinnere ich mich noch an Diskussionen in unserer Studentengruppe Anfang der 70er, als die Anerkennungswelle losging. Da behauptete eine Kommilitonin, daß wir jetzt auch an Israel zahlen müßten. Ich widersprach ihr, weiß aber nicht, ob ich oder sie recht hatte.



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#23

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.05.2014 22:19
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #22
Zitat von Gert im Beitrag #17
die DDR hat sich auch aus der Rechtsnachfolge des Dritten Reiches herauswinden wollen, nur das funktionierte nicht. Das haben nicht einmal ihre kommunistischenGenossen in Polen, Tschechien und anderen Ländern akzeptiert geschweige denn andere nicht komm. Länder. Diese 17 Mill. Menschen waren ohne wenn und aber mitverantwortlich für das Disaster. Da beisst die Maus keinen Faden ab.


Grün: Das sehe ich ebenso. Auch die 17 Mio im Osten gehörten zum ganzen Teil der deutschen Bevölkerung bis zur Kapitulation mit ihrem ganzen Teil der Hitler-Wähler, Mitläufer, wenige Oppositionelle und dem großen Teil derer, die nur möglichst unbeschadet an Leib und Seele auf bessere Zeiten hofften. Das waren nicht automatisch nach den Staatsgründungen BRD und DDR vorwiegend Antifaschisten, auch wenn dieses in der DDR stärker propagiert und gefördert wurde.
Was die Reparationen betrifft, erinnere ich mich noch an Diskussionen in unserer Studentengruppe Anfang der 70er, als die Anerkennungswelle losging. Da behauptete eine Kommilitonin, daß wir jetzt auch an Israel zahlen müßten. Ich widersprach ihr, weiß aber nicht, ob ich oder sie recht hatte.



Ich kann Dich beruhigen,- Du hattest Recht !

Die DDR hat den israelischen Staat nie als die Heimstatt der Juden anerkannt ,- deshalb war die Entschädigungsfrage bis zu ihrem Untergang indiskutabel


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Gert und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.05.2014 22:34
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #21
@Werner Holt:
Gert hats ganz gut beschrieben mit den 2 baustellen.Die DDR sah sich nicht als Nachfolger des NS-Regimes,erkannte zwar die Geschehnisse dieser Zeit an,aber sagte sich,mit den Reparationszahlungen wäre alles beglichen.Solche Sachen wie Opferrenten an polniche und ukrainiche Zangsarbeiter kamen erst weit nach 1995.Da gab es auch Prozesse gegen die Bundesrepublik (die vereinigte),welch die Bundesrepublik verlor-bekomme nur nicht mehr das genaue Jahr hin.
Gruß
Frank


In diesem Thread wird alles etwas durcheinander gebracht. Deutschland hatte den Krieg verloren und wurde verpflichtet, den Siegermächten Reparationszahlungen für die Kriegsschäden zu leisten. Dazu gehörten auch die Forderungen der Zwangsarbeiter. Diese Forderungen mussten bei den Siegermächten angemeldet werden, welche die Forderungen aus den Reparationszahlungen hätten begleichen müssen. Es bestand bis zum Friedenschluss mit Deutschland kein direktes Forderungsrecht von Einzelpersonen gegen Deutschland. Weder die BRD noch die DDR hatten bis 1989 Zwangsarbeiter entschädigt. Die Opfer mussten bis ins Jahr 2000 warten, bis sie endlich klagen konnten und auch nur weil die USA mächtig Druck machte.
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussen...igung_node.html
Theo


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.05.2014 23:34
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #22
Was die Reparationen betrifft, erinnere ich mich noch an Diskussionen in unserer Studentengruppe Anfang der 70er, als die Anerkennungswelle losging. Da behauptete eine Kommilitonin, daß wir jetzt auch an Israel zahlen müßten. Ich widersprach ihr, weiß aber nicht, ob ich oder sie recht hatte.
Die Bundesrepublik Deutschland zahlte seit 1952 Reparationszahlungen an Israel. Grundlage war das Luxemburger Abkommen (Reparations Agreement between Israel and West Germany).


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#26

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2014 06:57
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Hier steht eigentlich alles drin!

Wiedergutmachung für NS-Unrecht
Die materielle Wiedergutmachung für NS-Unrecht ist von ihrem finanziellen Umfang her das bislang größte Wiedergutmachungsprogramm der Geschichte.[40] Und doch konnten die unermesslichen Zerstörungen und Verheerungen der nationalsozialistischen Verfolgung allenfalls zu geringen Teilen ausgeglichen werden. Es handelt sich indes gar nicht um ein kohärentes und zusammenhängendes Programm, vielmehr untergliedert sich die Wiedergutmachung für NS-Unrecht in verschiedene Bereiche, die ihre jeweils eigene Geschichte und Logik aufweisen.[41]

Die Kriegsreparationen, welche die Besatzungsmächte dem besiegten Deutschland auferlegten, werden im Allgemeinen nicht zur Wiedergutmachung gezählt.[42] Noch während der Zeit der alliierten Besatzung wurden durch die Militärregierungen der Westzonen aber auch Gesetze auf den Weg gebracht, welche die Rückerstattung verfolgungsbedingt entzogenen Eigentums regelten. Dieses Rückerstattungsprogramm wurde seit 1949 durch die Bundesrepublik Deutschland gegen einige Widerstände auf der Basis der alliierten Gesetzgebung weitergeführt und während der 1950er-Jahre beendet. Das betraf die Rückerstattung zwischen Privatpersonen; Ansprüche auf Rückerstattung gegen den deutschen Staat wurden erst 1957 mit dem Bundesrückerstattungsgesetz geregelt.[43] Während die Rückerstattung feststellbare Vermögensgegenstände betraf, wurden die übrigen Schäden der NS-Verfolgung durch das Bundesentschädigungsgesetz von 1953 erfasst. Von seiner Größenordnung her stellt das Entschädigungsprogramm, das auch gegenwärtig noch nicht beendet ist, das Kernstück der bundesrepublikanischen Wiedergutmachung dar.[44]


Die Abbildung zeigt Nahum Goldmann bei der Unterzeichnung der Wiedergutmachungsvereinbarung, dem Luxemburger Abkommen, zwischen Israel und Deutschland, September 1952, Fotograf: unbekannt, Quelle: Wikipedia.Rückerstattung und Entschädigung waren allerdings nur für deutsche NS-Verfolgte gedacht, ausländische Opfer blieben hingegen ausgeschlossen.[45] Für die Bundesrepublik waren deren Schäden ein Aspekt der Reparationsthematik und damit bis zum Abschluss eines Friedensvertrags suspendiert. Diese nie unumstrittene Haltung wurde jedoch wiederholt aufgebrochen. So leistete die Bundesrepublik 1953 mit dem Luxemburger Abkommen eine pauschale Entschädigungszahlung von 3,5 Mrd. DM an den Staat Israel sowie die Jewish Claims Conference als Vertreter des jüdischen Volkes.[46] Während der 1960er-Jahre schloss sie mit verschiedenen westeuropäischen Staaten Globalabkommen über eine pauschale Wiedergutmachungsleistung, denen in den 1990er-Jahren ebensolche Abkommen mit osteuropäischen Staaten folgten.[47]

Als die Wiedergutmachung für NS-Unrecht vielen schon als weitgehend abgeschlossen galt, erlangte das Thema in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre noch einmal eine bis dahin ungekannte Zugkraft und Aufmerksamkeit, welche auch die historische Forschung maßgeblich vorantrieb. Gestritten wurde nun um die Restitution jüdischen Eigentums in Osteuropa, um eine Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter sowie um Goldwerte, Versicherungspolicen und Kunstwerke von Holocaust-Überlebenden.[48] Deutschland stand in diesen Auseinandersetzungen nicht mehr allein im Fokus, stattdessen sahen sich nun während des Zweiten Weltkriegs besetzte oder kollaborierende Staaten, aber auch neutrale Länder wie die Schweiz und sogar die alliierten Siegermächte mit Vorwürfen der Verstrickung in die Unrechts- und Raubpolitik der Nationalsozialisten und der unzureichenden Aufarbeitung der vermögensrechtlichen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs konfrontiert.[49] Ein neuer Faktor waren dabei in den USA eingereichte Sammelklagen, mit denen auch private Unternehmen wegen ihrer Beteiligung am NS-Unrecht entscheidend unter Druck gesetzt werden konnten.[50] Als treibender Faktor wirkte auch die US-Regierung unter Bill Clinton, welche die strittigen Fragen unter dem Begriff der Holocaust-Era Assets zusammenfasste und auf ihre Erledigung bis zur Jahrtausendwende drang.[51] Auf mehreren internationalen Konferenzen wurden Lösungen für die strittigen Komplexe gesucht.[52] Einige Länder setzten Historikerkommissionen ein, die umfangreiche Berichtsserien erarbeiteten.[53] Deutschland war von dieser Wiedergutmachungswelle insofern betroffen, als hier die seit Jahrzehnten von Entschädigungsleistungen ausgeschlossenen Zwangsarbeiter Leistungen aus einem neu errichteten Stiftungsfonds erhielten.[54]

Alle genannten Einzelbereiche der Wiedergutmachung für NS-Unrecht sind bereits breit erforscht worden. Cum grano salis verläuft die Entwicklung der Forschungsperspektiven dabei immer stärker weg von den politischen Prozessen hin zur Ebene der Implementierung und Durchführungspraxis von Wiedergutmachungsprogrammen sowie ihren gesellschaftlichen und individuellen Wirkungen.[55] Ein gewisses Desiderat stellen in vielen Bereichen hingegen noch vergleichend-transnationale Forschungen in europäischer Perspektive dar.[56]


Quelle: http://docupedia.de/zg/Wiedergutmachung_...es_Unrecht/Text


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

Schuddelkind, Gert und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.05.2014 06:57 | nach oben springen

#27

RE: Zwangsarbeiter-Entschädigung während der DDR Zeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2014 10:28
von Wolle76 (gelöscht)
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Wobei einige Firmen ihre Zwangsarbeiter schon in den 60iger/70igern entschädigten. Wärend Lorenz AG/SEL-Alcatel/Alcatel sich standhaft weigerte, erst nach Fund der ADREMA (Adressiermaschine) im Werkschutzbunker der Firma LOrenz und Auswertung der Karten MUSSTE Alcatel in den sogenannten Zwangsarbeiterentschädigungsfond einzahlen.


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