#41

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 12:44
von karl143 (gelöscht)
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DAnke CaptnDelta,
da hätte ich ja auch drau kommen können, als Bild einzustellen. Ich hatte es mit einer Tabelle versucht. Aber so geht es ja auch. Danke.


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#42

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 12:45
von tiroler (gelöscht)
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Hallo Karl,
du schreibst in deinem Beitrag über die Subvention von Mikrochips.
Ich habe da auch ein schönes Beispiel.Die Kleingärtner der Gartensparten in der DDR wurden dazu angehalten.
Gemüse und Obst an Sammelstellen abzugeben.Die bekamen dort z.B. 3,- Mark pro Kilo, im Konsum oder HO hat das gleiche
Gemüse oder Obst nur 2,- Mark gekostet.Da sind die teuren Genossen sehr schnell hintergestiegen.Sie haben ja schließlich die Verordnung selber rausgegeben.Da kann man ja schnell ne gute Mark machen.Sie Kauften im Konsum billig auf und brachten es schnell auf dem Rückweg wieder zur Sammelstelle. Eine Mark Gewinn .Gut rechnen konnten die schon .Diese Kleingärtner waren nicht selten Mitarbeiter bei staatlichen Stellen.
Das ist kein Witz ,es war so.Es wurde oft in Versammlungen angesprochen,hat aber ewig gedauert bis es wieder abgeschafft wurde.

Gruß Tiroler


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#43

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 13:09
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von karl143
Und von http://www.thueringen.de/de/lzt/thuering...ro/content.html
diese interessante Kalkulation. Kein Wunder, das die DDR irgendwann Pleite war.

Preise von DRAM-Speicherchips in der DDR im Jahr 19894
Typ Herstellungspreis in Mark Verkaufspreis in Mark staatl. Subvention/Bauelement in Mark Weltmarktpreis in Valutamark
64-Kilobit 40,00 9,25 30,75 4,50
256-Kilobit 534,00 18,50 515,00 5,00-7,00
1-Megabit 1675,00 120,00 1555,00 16,00-18,00

Man braucht eigentlich nur mal die gigantische Subvention pro Chip von 1.555 Mark zu Grunde legen um zu erkennen, das es sich
hier um ein reines Prestigeobjekt gehandelt hat. Eine Tabelle bekomme ich hier leider nicht rein, es verschiebt sich alles. Schade. Ich hoffe, es steigt jeder durch.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kleiner Spaß--ob es dann noch das Forum gibt.


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#44

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 13:11
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von tiroler
Hallo Karl,
du schreibst in deinem Beitrag über die Subvention von Mikrochips.
Ich habe da auch ein schönes Beispiel.Die Kleingärtner der Gartensparten in der DDR wurden dazu angehalten.
Gemüse und Obst an Sammelstellen abzugeben.Die bekamen dort z.B. 3,- Mark pro Kilo, im Konsum oder HO hat das gleiche
Gemüse oder Obst nur 2,- Mark gekostet.Da sind die teuren Genossen sehr schnell hintergestiegen.Sie haben ja schließlich die Verordnung selber rausgegeben.Da kann man ja schnell ne gute Mark machen.Sie Kauften im Konsum billig auf und brachten es schnell auf dem Rückweg wieder zur Sammelstelle. Eine Mark Gewinn .Gut rechnen konnten die schon .Diese Kleingärtner waren nicht selten Mitarbeiter bei staatlichen Stellen.
Das ist kein Witz ,es war so.Es wurde oft in Versammlungen angesprochen,hat aber ewig gedauert bis es wieder abgeschafft wurde.

Gruß Tiroler


Hallo Tiroler,
das kenn ich auch noch! Hätte aber eher in die Rubrik "Not macht erfinderisch" gehört, so makaber das klingen mag!
Erleben wir doch heute in einer etwas abgewandelten Form auch noch: Bestes Beispiel die s. g. Mogelpackungen, Subventionsbetrügereien (im großen Stil!)und, und, und...!

Schönes Wochenende und Vorsicht beim Wochenendeinkauf!
Mogelpackungen lauern (fast) überall!...ich muß heut auch noch einkaufen

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#45

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 18.08.2009 10:23
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Freitag, 18. August 1989

In Antwort auf:
Aktuelles

Die Moskauer Parteizeitung "Prawda" schreibt offen über die Möglichkeit eines politischen Umsturzes in der Sowjetunion, bei dem Gorbatschow abgelöst oder gezwungen wird, den Kurs der Verwaltung des Staates zu ändern. Die Zeitung weist auch auf die Möglichkeit hin, dass der Ausnahmezustand verhängt wird.

Veröffentlichungen

Der Tagesspiegel
Das SPD-Führungsmitglied Horst Ehmke weist den von Ost-Berlin erhobenen Vorwurf einer Einmischung zurück: "Wenn in diesem Jahr 100.000 Menschen von drüben zu uns kommen, sind wir sehr wohl von dem betroffen, was in der DDR vor sich geht." (Hatte er natürlich Recht! )

Berliner Zeitung
1.000 FDJ-Funktionäre aus Berliner Oberschulen bereiten sich gegenwärtig in Lenz am Plauener See auf das kommende Schuljahr vor. Zum traditionellen "Tag der Partei" begrüßten sie gestern Helmut Müller, 2.. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin. Er erinnerte zunächst an die Geschichte dieses Schulungslagers und verwies auf die besondere Bedeutung des Durchgangs, der im Jahr vor dem XII. Parteitag der SED stattfindet. "Auf dem Parteitag wird das Sozialismusbild der DDR für die 90er Jahre fixiert. Jahre, in denen eure Generation die Entwicklung unseres Landes wesentlich mitbestimmen wird."

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Man hat sich auf ein "Management der deutschen Teilung" beschränkt, hat für menschliche Erleichterungen der DDR Geld gezahlt, dessen Einfluss für die DDR zunehmend lebensnotwendig wurde. Damit wurde das Regime in einer bestimmtes Weise gefestigt; nun wundert man sich, dass eine so verhärtete DDR-Führung sich entsprechend verhält. Honecker will das bescheidene Türchen, durch das er die Bühne verlassen könnte, nicht selbst öffnen. Vage ist die Rede von einem Treffen Kohls mit dem Staatsratsvorsitzenden. Der könnte in der Art eines Feldherrn einen Gnadenakt erlassen. Aber Kohl könnte nicht garantieren, dass Umstände, die nach einer Wiederholung verlangen, nicht eintreten. Abwarten heißt die Parole, bei wechselseitiger Minimierung des Gesichtsverlusts.

Leserbrief in der Berliner Zeitung
Die Entwicklung des 32-bit-Prozessors der Erfurter Mikroelektroniker ist ein erneuter Beweis für die Leistungskraft unserer Volkswirtschaft. Solche Leistungen sind zugleich die beste Antwort auf die wüste Kampagne kapitalistischer Medien gegen die DDR. Gerade in diesen Tagen, wo westlicher Medienrummel weismachen will, dass es in der DDR-Wirtschaft kriselt, sind die Fakten aus Erfurt von enormer Bedeutung.



Quelle:
http://www.berlinstreet.de/geschichte/we...nik/ddr02.shtml


zuletzt bearbeitet 18.08.2009 10:39 | nach oben springen

#46

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 18.08.2009 13:19
von LEGO | 487 Beiträge

Zitat von tiroler
Hallo Karl,
du schreibst in deinem Beitrag über die Subvention von Mikrochips.
Ich habe da auch ein schönes Beispiel.Die Kleingärtner der Gartensparten in der DDR wurden dazu angehalten.
Gemüse und Obst an Sammelstellen abzugeben.Die bekamen dort z.B. 3,- Mark pro Kilo, im Konsum oder HO hat das gleiche
Gemüse oder Obst nur 2,- Mark gekostet.Da sind die teuren Genossen sehr schnell hintergestiegen.Sie haben ja schließlich die Verordnung selber rausgegeben.Da kann man ja schnell ne gute Mark machen.Sie Kauften im Konsum billig auf und brachten es schnell auf dem Rückweg wieder zur Sammelstelle. Eine Mark Gewinn .Gut rechnen konnten die schon .Diese Kleingärtner waren nicht selten Mitarbeiter bei staatlichen Stellen.
Das ist kein Witz ,es war so.Es wurde oft in Versammlungen angesprochen,hat aber ewig gedauert bis es wieder abgeschafft wurde.

Gruß Tiroler


Hallo Tiroler,

habe gerade gestern lesen können, dass unsere aktuelle Bundeskanzlerin zugegeben hat, dies in jungen Jahren auch so gemacht zu haben.
Denke mal, dein Beitrag ist damit von höchster Stelle bestätigt


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#47

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 18.08.2009 15:48
von tiroler (gelöscht)
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Hallo Lego,
ick wollt nur ma wat lustisches beitragen.

tiroler


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#48

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.08.2009 11:27
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Heute ist es soweit

Mit Kind und Kegel
strichen sie die Segel...

19. August 1989

In Antwort auf:
Samstag, 19. August 1989
Aktuelles
Die ungarische Opposition lädt zu einem "paneuropäischen Frühstück" an der ungarisch-österreichischen Grenze bei Sopron ein. Durch die symbolische Öffnung eines Grenztoren soll für ein geeintes Europa demonstriert werden. Flugblätter mit Angaben über Ort und Zeit der Aktion kursieren auch unter der DDR-Flüchtlingen in Budapest. Tatsächlich wird ein Durchgang geöffnet, durch den 660 DDR-Bürger nach Österreich fliehen. Einige Stunden später wird das Tor aber wieder geschlossen.

Veröffentlichungen
Interview mit Peter Lohauß, Parteivorstand der Grünen in Berlin (Alternative Liste):
Diejenigen, die politischer Verfolgung ausgesetzt sind, müssten einen Asylantrag stellen. Für diejenigen, die endlich mal keinen Trabi fahren wollen, sondern ein schöneres Auto, hätte das zur Folge, dass sie nicht mehr übersiedeln könnten. Wir wollen die völlige Öffnung der Reisemöglichkeiten, aber nicht die allgemeine Perspektive des Wechsels der Staatsbürgerschaft und des Aufbaus neuer Lebensverhältnisse hier. Bei diesen DDR-Bürgern muss aber klar sein, dass sie DDR-Bürger bleiben. Das Ventil der Ausreisemöglichkeit, wie es jetzt existiert, bestärkt die DDR-Führungin ihrem Kurs und schwächt immer wieder die Opposition.

Ihr sagt den Leuten also: Bleibt drüben?

Ja, das sagen wir, als allgemeine Perspektive. Wir wollen nicht, dass die schlimmen Verhältnisse in der DDR dadurch gelöst werden, dass die Menschen individuell in den Westen rüberkommen.

Mit welchem Recht könnt ihr das sagen?

Es ist eine gemeinsame Position der AL, dass wir kein wiedervereinigtes Deutschland in der Mitte Europas wollen, sondern zwei deutsche Staaten. Diese Position haben wir, obwohl wir wissen, dass viele Menschen in der DDR das anders sehen. (Schön! Deswegen habt ihr auch bei den Wahlen zur Volkskammer 1990 keine Stimmen gekriegt: weil man ahnte, was mit Euch los ist... )

Das hört sich an wie die alte Krisen-Theorie der K-Gruppen: Das Ventil Ausreise zu verstopfen, damit es innen drin explodiert.

Nicht damit es explodiert, sondern damit es zu Veränderungen kommt. Es ist doch in der DDR zu keinen Veränderungen gekommen, weil die Möglichkeit immer da war, in den Westen zu gehen.


Quelle:
http://www.berlinstreet.de/geschichte/we...nik/ddr02.shtml


zuletzt bearbeitet 19.08.2009 11:28 | nach oben springen

#49

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 12.09.2009 04:49
von CaptnDelta (gelöscht)
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Vor 20 Jahren:




Die Reaktion folgt auf dem Fusse:




-Th




zuletzt bearbeitet 12.09.2009 04:57 | nach oben springen

#50

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 13.09.2009 09:08
von CaptnDelta (gelöscht)
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-Th


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#51

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 16.09.2009 07:08
von CaptnDelta (gelöscht)
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Ungarn:





Wo ist den der FSK-Veteran, diese Rubrik war doch immer sein Job .

-Th


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#52

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 17.09.2009 19:18
von Augenzeuge (gelöscht)
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17.9.1989: Bei DDR beschlagnahmt Reisepapiere, stoppt Reisende nach Ungarn, nimmt erteilte Visa für Ungarn weg, ZDF-Nachrichten:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/839200?inPopup=true


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#53

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 18.09.2009 19:33
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Das hat sogar unsere Kanzlerin mit Blaubeeren gemacht und sich vor wenigen Wochen als Pionierin des sozialistischen Subventionsbetrugs geoutet.
Der Leser dieser Nachricht unserer Blauhemdkanzlerin möge aber bitte nicht hinterfragen, wie das mit ihrer religiösen Erziehung zu vereinbaren ist oder was sie damals eigentlich für einen Umgang hatte.
Man muss als jugendliches Blauhemd schon ganz schön abgebrüht sein, wenn man mit einer Komplizin die Beeren hinten für 4 Mark pro Kilo abliefert und vorn über eine Strohmannfrau vorn wieder für 2,50 M künstlich Nachfrage erzeugt, aber manipulieren will gelernt sein, wie sich später noch zeigen sollte.
Die Kanzlerin wollte eigentlich nur dokumentieren, dass sie schon immer die DDR bekämpft hat.
Dieses Verhalten hat in der Masse und im Ensemble mit anderen Formen des asozialen Verhaltens wie Diebstahl oder Schiebereien von Autos und Baumaterial u.v.a.m. zum Untergang der DDR geführt.
Da brauchte man gar keinen Klassenfeind mehr, aber Dreckhälse hat es ja schon immer gegeben, nur war die DDR auf diese Schattenwirtschaft wohl offenbar angewiesen.
Auch wenn es unpopulär sein mag, es gab in der DDR keinen Grund, den Betrieb zu beklauen, um ein durchschnittliches Lebensniveau halten zu können.
Es leben auch heute noch Leute unter uns, die damals zehn Schweine im Jahr mit den Resten der volkseigenen Kantine für die eigene Tasche zu Lasten des Angebots beim damaligen Fleischer grossgefüttert und verscheuert haben, Leute, die ihre Bungalows nur für Westgeld vermieteten und was weiss ich was noch für Gesindel.
Nur die wenigsten von den mir bekannten Vertretern dieser Sorte haben es zu Wohlstand gebracht, keiner davon ist reich geworden aber trotzdem mache ich auch heute noch einen grossen Bogen um solche.



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#54

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 18.09.2009 23:34
von CaptnDelta (gelöscht)
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SFB Kontraste von vor 20 Jahren:



-Th


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#55

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.09.2009 10:29
von Augenzeuge (gelöscht)
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19.09.1989: Das Neue Forum wird gegründet / Flüchtlingsstrom hält an/ Menschen flüchten über Donau nach Ungarn/



http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/C...10?inPopup=true


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#56

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.09.2009 17:27
von Augenzeuge (gelöscht)
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20. September 1989
DDR erschwert ihren Bürgern die Ausreise nach Ungarn
Verschärfte Kontrollen an der Grenze zur CSSR / Auch Prag weist Reisende ab / Ein Mann bei Fluchtversuch ertrunken
Quelle: SZ 20.9.89

Budapest (dpa/AP/Reuter/AFP) - Für ausreisewillige DDR-Bürger wird der Weg über Ungarn in die Bundesrepublik offenbar immer schwieriger. Übersiedler berichteten am Montag in Budapest. daß sowohl die Grenzer der DDR als auch die der CSSR ihre Kontrollen verstärkt hätten und immer mehr DDR-Bürgern die Ausreise nach Ungarn verweigerten. In einzelnen Fällen soll DDR-Bürgern auch bereits vor ihrer Abreise nach Ungarn die ausgestellte Reiseerlaubnis wieder abgenommen worden sein.
DDR-Bürger berichteten auch, tschechoslowakische Beamte hätten an der Grenze zu Ungarn einigen von ihnen die Ausreise nicht erlaubt, obwohl diese mit gültigen DDR-Reisepapieren ausgestattet gewesen seien. Zwei DDR-Familien erzählten, sie seien nach der Abweisung über die grüne Grenze nach Ungarn gekommen. Auch würden einige tschechoslowakische Grenzbeamte die Flüchtlinge in die falsche Richtung oder einfach wieder zurückschicken.
Wolfgang Wagner vom Malteser-Hilfsdienst. der bei der Verwaltung des letzten noch offenen Flüchtlingslagers in Budapest hilft, sagte, einige Flüchtlinge würden auch aus Zügen herausgeholt. Viele versuchten nun, über die Donau zu schwimmen und riskierten dabei "Kopf und Kragen". Ein 22jähriger DDR-Bürger sei schon bei dem Versuch ertrunken, die Donau, die im Nordwesten Ungarns die Grenze zur Tschechoslowakei bildet, zu durchschwimmen.
Allein in der Prager Mission befanden sich am Montag wieder rund 400 Personen. In der Bonner Vertretung in Warschau halten sich jetzt 110 Ausreisewillige auf.
Auch in der Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia sollen DDR-Bürger Zuflucht gesucht haben.
Bis zum Montagnachmittag kamen wieder rund 750 DDR-Flüchtlinge aus Ungarn über Österreich in die Bundesrepublik.
Vor allem in DDR-Lokalblättern erschienen Leserbriefe, in denen die Verbundenheit zur Heimat DDR und eine Absage an die Bonner Politik zum Ausdruck kam.

DDR-Behörden liegen angeblich 700 000 Ausreiseanträge vor
Den Behörden in der DDR liegen angeblich 700 000 Ausreiseanträge für rund 1,8 Millionen DDR-Bürger vor. Dies berichtete die Passauer Neuen Presse unter Berufung auf Bonner Regierungskreise. Die Zahlen sollen von einem DDR-Anwalt genannt worden sein, der in die Bundesrepublik geflüchtet ist.


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#57

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.09.2009 22:00
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen, na, und nun, die Euphorie ist veraucht, der gemeine Mensch auf dem Boden der Tatsachen angekommen, der Alltag ist eingezogen. Der Ex- DDR Bürger sagt; " Komisch, habe mir alles ganz anders vorgestellt" und " Sind wir jetzt vom Regen in die Jauche gekommen?
Richtig, letzterer Satz war von Biermann, der Junge war schlau, der hatte es gewußt und nur sehr wenig gesagt...über die Jauche!
Aber nichtsdestotrotz, Kopf hoch, jeder macht sein Ding und Alle machen, was die Partei, egal welchem Coleur vorgibt...
Ach so, der gemeine Mensch im Westen sagt:" ( entschuldige, glasi, der fiel mir so spontan ein)Komisch, früher war es irgendwie besser, ich hatte ein Auskommen, konnte mit einer Lohntüte aber auch Alles...bestreiten...mich dünkt, wir müßten die Mauer wieder hochziehen! Zur Info, da kam jetzt einmal eine Umfrage, so und soviel der Westgeborenen sagt...Mauer wieder hoch.
Aber keine Angst, irgendwie kann ich es sogar verstehen.

Gruß Rainer- Maria



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#58

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.09.2009 22:07
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo alle zusammen, na, und nun, die Euphorie ist veraucht, der gemeine Mensch auf dem Boden der Tatsachen angekommen, der Alltag ist eingezogen. Der Ex- DDR Bürger sagt; " Komisch, habe mir alles ganz anders vorgestellt" und " Sind wir jetzt vom Regen in die Jauche gekommen?
Richtig, letzterer Satz war von Biermann, der Junge war schlau, der hatte es gewußt und nur sehr wenig gesagt...über die Jauche!
Aber nichtsdestotrotz, Kopf hoch, jeder macht sein Ding und Alle machen, was die Partei, egal welchem Coleur vorgibt...
Ach so, der gemeine Mensch im Westen sagt:" ( entschuldige, glasi, der fiel mir so spontan ein)Komisch, früher war es irgendwie besser, ich hatte ein Auskommen, konnte mit einer Lohntüte aber auch Alles...bestreiten...mich dünkt, wir müßten die Mauer wieder hochziehen! Zur Info, da kam jetzt einmal eine Umfrage, so und soviel der Westgeborenen sagt...Mauer wieder hoch.
Aber keine Angst, irgendwie kann ich es sogar verstehen.

Gruß Rainer- Maria



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#59

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.09.2009 22:26
von Augenzeuge (gelöscht)
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Stellt euch nur mal vor, morgen gibt es die Mauer wieder......

Und keiner vom Osten könnte im Westen arbeiten...

Dafür ist Lafontaine Staatsratsvorsitzender, Saarländer ist man ja gewöhnt....- so'n besser Wessi.

...und der Anteil des Solizuschlages West müsste zurückgezahlt werden.....

und der Osten könnte mal zeigen, wie man es richtig macht......


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#60

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 19.09.2009 22:30
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Pitti, du gibst mir Kraft. Es ist so schön, Ihre ganze Jubelei, über diese Wendezeit. Und da sind sie über Ungarn...über die Tschechen...und die Botschaften und es wird Ihnen heute noch warm ums Herz, wenn Sie daran denken, davon schwärmen.
Dann dieser Satz: " Und ich möchte Ihnen Mitteilen, das Heute....Jubel, Euphorie, Schreie...die Masse tobte.
Und nun?
Ernüchterung, kurz mal in sich gehen, hätten wir nicht erstmal überschlafen sollen?
Manchmal erinnert mich das an meine eigene Schwärmerei, an diese´m verflixten Festhalten am Sozialismus, wo ich doch dachte: " Er ist es, zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ist da ein Staat, wo Einer nicht dem Anderen den Stiefel ins Genick setzt( sprichwörtlich)

Gruß Rainer- Maria


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