#21

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 07.08.2009 15:20
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von dein1945
[quote="josy95"][quote="dein1945"][quote="josy95"]

Hallo dein1945, Du bist mir wohl auch so ein "Spree- Schwänchen"! Da mußte Dich aber mit den Jahreszahlen etwas vertan haben!

...nichts für ungut, kommt in unserem Alter schon einmal vor...!

mit 64 schon etwas KALK in der Birne,
1997-1997-1997 OK ich habs



Ja, ja...,
anscheißen tu ich ja nicht, aber wenn Du auf den alten Daten bestanden hättest, hätte ich Dich post um und bedingungslos als "westlichen Sabbo- Agenten und Grenzverletzer" melden müssen, der vermutlich nur eines im Sinn hatte, unsere sozialistischen Errungenschaften zu sabotieren...Unser ABV hätte sich gefreut und ich einen Orden bekommen..., vielleicht sogar den "Vaterländischen Verdienstorden"

josy95


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zuletzt bearbeitet 07.08.2009 15:23 | nach oben springen

#22

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 07.08.2009 18:17
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von FSK-Veteran
W
...das irre für mich war ja, daß das alles so junge Leute waren. Wenn man sich genau die Bilder der DDR-Bürger in Budapest anguckt. Und die Bilder Derjenigen, die in den Budaer Bergen in Zelten untergebracht kampierten: da war ja kaum einer über 40! Und eher wenige einer über 30! Das waren junge Leute. Und junge Familien....
Das waren Leute, die Deutschland nie anders wahrgenommen hatten, als ein geteiltes Land: 2 deutsche Staaten. Das waren Leute, die in der DDR aufgewachsen waren. Geformt durch das DDR-Bildungssystem. [/b]


Ja FSK-Veteran, wir hatten das so ähnlich schon einmal diskutiert.
Gerade die Generation, die noch von den doch so "guten Sachen in der DDR", wie man es heute noch oft hört, profitieren konnte.
Errungenschaften, die die alte Generation erst geschaffen hatte. Letztlich war das der grösste Misserfolg der DDR. Ihre jahrelange, teils sogar gute Bildungspolitik (im Gegensatz zu heute), konnte den Nachwuchs des Sozialismus nicht aufhalten. Die ganze Rhetorik, die schon im Kindergarten begann, später in Geschichte, in Staatsbürgerkunde fortgesetzt wurde, sinnlos. Alle Informationen zum kapitalistischen System, die ja nun wirklich mehr als ausreichend waren, verfehlten ihren Zweck. Und warum? Weil der sozialistische Nachwuchs einfach von den jahrelangen Lügen, Fremdbestimmtheit, Vorbemundung, fehlender ökologischer Strukturen nicht nur genug hatte, nein, weil man erkannte, das hier ein "Im Land bleiben" nichts mehr nützt. Allerdings besaßen die jungen Leute im Gegensatz zu den "Alten" in der Regel kaum Häuser, Werte die man nicht zurücklassen konnte. Obwohl es dennoch viele getan haben. Die jungen Leute wollten ihren Kindern diese Erfahrungen ersparen.
Aber genau dieses Alter war es, welches die DDR zum Grenzbau überhaupt erst gebracht hat. Denn diese jungen Menschen
waren schon immer die, welche sich nicht so sinnlos zu Maschinen machen wollten, die einfach nur funktionieren.
Dieses Jungvolk hat zweimal mit den Füßen den Staats ins Wanken gebracht - beim letzten Mal mit Erfolg.

Gruß, Augenzeuge


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#23

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 07.08.2009 18:44
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Die jungen Leute,die sich dann entschlossen haben,das Land zu verlassen,wurden vom Generalmajor Schwarz so beurteilt (Auf die
Frage von Mielke: Und wie viele hauen ab von dir aus Erfurt ?)

" Über die ungarische Volksrepublik bis zum heutigen Tag 355,vorrangig Jugendliche. Natürlich möchte ich dazu sagen,Genosse Minister
,es sind eine Reihen von jungen Menschen weggegangen,um die es eigentlich nicht schade ist. Viele,die ohne Arbeitsrechtsverhältnis sind,die
die also bei den Kreisdienststellen und selbst bei der Kriminalpolizei bekannt sind"

In den Augen von Schwarz also Arbeitsscheue,Diebe und Gauner.



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#24

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 07.08.2009 18:53
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="Zermatt"]
In den Augen von Schwarz also Arbeitsscheue,Diebe und Gauner.
Bestimmt nicht die Masse, aber einige schon, selbst beim Freikauf von politischen Gefangenen wurden doch immer wieder Arbeitsscheue,Diebe und Gauner untergejubelt. Noch nach der Wende wurden in Berlin Kinder in Wohnungen zurückgelassen und die Eltern machten ab in den Westen.
Schönen Abend und Gruß aus Berlin


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#25

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 07.08.2009 22:39
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Zermatt
Genosse Minister
,es sind eine Reihen von jungen Menschen weggegangen,um die es eigentlich nicht schade ist.


Diesen Spruch habe ich vor sehr langer Zeit schon einmal (zufällig) gehört. Nur dumm, das es ein Gespräch des Parteisekretärs mit dem FDJ-Sekretär war und ich der Themenmittelpunkt. Lang ist's her....


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#26

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 08.08.2009 11:56
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Zitat von Zermatt
Genosse Minister
,es sind eine Reihen von jungen Menschen weggegangen,um die es eigentlich nicht schade ist.


Diesen Spruch habe ich vor sehr langer Zeit schon einmal (zufällig) gehört. Nur dumm, das es ein Gespräch des Parteisekretärs mit dem FDJ-Sekretär war und ich der Themenmittelpunkt. Lang ist's her....



Jetzt muß ich nochmal zu den von mir unlängst bezeichneten "Vollidioten" Stellung nehmen, wo mich einige leider total mißverstanden haben:

Ja, Augenzeuge, Zermatt und andere, gerade diese Leute meinte ich damit. Und die es heute immer noch nicht begriffen haben, die es heute schon wieder tun und ihre Mitmenschen denunzieren, defamieren, schikanieren und mit ihrem egoistischen Geschwafel um die Existenz bringen, obwohl ihr Bildung dies oft nicht zulassen dürfte, eben diese Vollidioten, denen man tagtälich immer öfter über den Weg rennt...!

josy95


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#27

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 09.08.2009 10:06
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="FSK-Veteran"]Heute, vor 20 Jahren:

Dienstag, 8. August 1989
[Aktuelles]
Die Ständige Vertretung der BRD in der DDR in der Ostberliner Hannoverschen Straße wird wegen Überfüllung geschlossen.

Hallo FSK,
als Berliner ist Dir bestimmt nicht entgangen, die "BZ" schreibt schon seit einiger Zeit "Chronik des Wendejahres", "Heute vor 20 Jahren. Aus Ost und West was sich an diesem Tag ereignet hat, hier der Ausschnitt von gestern 08.08.2009, dito vom 18.07.2009
Schönen Sonntag aus Berlin


Dateianlage:
zuletzt bearbeitet 09.08.2009 10:12 | nach oben springen

#28

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 10.08.2009 14:23
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Kommen wir zum 10. August 1989:

In Antwort auf:
Donnerstag, 10. August 1989
[Aktuelles]
DDR-Bürger, die nicht nach Ungarn dürfen, flüchten über die CSSR nach Ungarn und von da über die Grenze nach Österreich, wo täglich etwa 50 Personen eintreffen.

DDR-Zeitungen drucken den Text des Bonner DDR-Korrespondenten, der am Vorabend in der "Aktuellen Kamera" verlesen worden war. Zum ersten Mal wird das Flüchtlingsthema angesprochen. Bislang hatten DDR-Bürger offiziell nur durch die Erklärung des Außenministeriums erfahren, dass sich "einige" Menschen in der Ständigen Vertretung aufhalten.

[Veröffentlichungen]
Aktuelle Kamera (Korrespondentenbericht vom Vortag):
Hier in Bonn fragt sich so mancher, was die hysterische Kampagne der Massenmedien mit einigen Leuten soll, die auf dem Umweg über die ausländischen Vertretungen der BRD illegal die DDR verlassen wollen. Es könne ja wohl nicht nur das politische Sommerloch sein, das ARD und ZDF, den Rundfunk und die Zeitungen veranlasse, sich in einer Art "Frontberichterstattung" zu überschlagen. Mit Regieanweisungen für illegale Grenzübertritte, mit der Lüge von einer angeblichen Einschränkung des Reiseverkehrs nach Ungarn, mit wilden Zahlenmanipulationen wird versucht, Bürger der DDR zu unüberlegten Schritten zu veranlassen und die Wahrheit total auf den Kopf zu stellen. Da wird von einem "großen Zustrom" gesprochen. Man meint aber nicht die 3,288 Millionen Reisen von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik und nach Berlin (West) in den ersten sieben Monaten dieses Jahres, man meint auch nicht die über 1,8 Millionen Reisen von DDR-Bürgern in die Ungarische Volksrepublik. Nein, diejenigen, die an einem Anheizen der Atmosphäre interessiert sind, meinen jene 131 Leute, die im Empfangssaal der Ständigen Vertretung der BRD in Berlin unter menschenunwürdigen Bedingungen kampieren, bzw. jene 158 in der Bonner Botschaft in Budapest. Den hiesigen Behörden sind diese Zahlen und ihre Unverhältnismäßigkeit natürlich wohlbekannt.
Kenner der DDR-Politik in Bonn wissen auch, dass kein DDR-Bürger vom Besuch einer ausländischen Botschaft abgehalten wird, und niemand, der sie wieder verlässt, Folgen zu befürchten hat. Warnende Stimmen weisen darauf hin, dass diese Kampagne der Bonner Einmischung in innere Angelegenheiten der DDR dazu angetan sei, eine "härtere Gangart" der DDR geradezu zu provozieren.



Quelle:
http://www.berlinstreet.de/geschichte/we...nik/ddr01.shtml

Tja!
Da fällt mir nur zu jenem 10. August ein:
Wer hätte gedacht, daß die DDR-Bürger irgendwann einmal in Scharen in die CSSR reisen, um in die ungarische Volksrepublik zu fliehen?


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#29

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 11.08.2009 10:45
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Vor genau 20 Jahren wurde bewiesen: Stefan Heym ist ein Hellseher!

In Antwort auf:
Freitag, 11. August 1989

[Aktuelles]
Der Strom von Flüchtlingen über die grüne Grenze zwischen Ungarn und Österreich dauert an. Das ungarische Innenministerium erklärt: DDR-Bürger kommen beim ersten Fluchtversuch nach Österreich mit einer Verwarnung davon, beim zweiten Versuch wird ein Vermerk in den Pass gestempelt. Werden DDR-Bürger zum wiederholten Male gestellt, erfolgt eine Information auch an die zuständigen DDR-Behörden. In der ersten Hälfte des Jahres sei das in über 400 Fällen geschehen. Einige hundert DDR-Bürger, die in Ungarn einen Sichtvermerk im Pass erhalten haben, sind in deshalb bereits Budapest abgetaucht, sie warten auf Klärung und schließen die Rückkehr in die DDR aus.
In der Bonner Botschaft in Prag halten sich mittlerweile 30 ausreisewillige DDR-Bürger auf.

[Veröffentlichungen]
Radio Budapest
An unserer westlichen Grenze haben wir den eisernen Vorhang nicht deshalb liquidiert, um jenes Tor zu öffnen, das die Berliner Mauer zugesperrt hat. Die moderne Völkerwanderung ist ein neuartiges deutsches Problem, bei seiner Lösung kann Ungarn nicht behilflich sein.

Stefan Heym in einem ARD-Interview
Die Ausreisewelle ist ein fürchterliches Phänomen, das droht, die ganze DDR zu vernichten. Die DDR kann ihre Grenzen nicht komplett aufmachen, sonst ist keine Masse mehr da. Den autoritären und auch noch schlechten Sozialismus will niemand mehr.


Der Tagesspiegel
Auf dem SED-Regime lastet gegenwärtig ein Ausreisedruck. Er setzt ein ironisches Fragezeichen hinter alle spitzfindig-akademischen und gegenwärtig in politischen Zirkeln der Bundesrepublik so beliebten Gedankenspiele, ob die deutsche Frage mehr oder weniger offen oder gänzlich zu sei. ( )



Quelle:
http://www.berlinstreet.de/geschichte/we...nik/ddr02.shtml


zuletzt bearbeitet 11.08.2009 10:50 | nach oben springen

#30

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 12.08.2009 14:13
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Samstag, 12. August 1989

[Aktuelles]
Die Berliner Grünen (Alternative Liste) schlägt vor, die Bundesrepublik sollte die DDR-Bürger bei der Einreise wie andere Nicht-EG-Ausländer (z.B. Österreicher oder Schweizer) behandeln. Das würde bedeuten, dass eine Einreise in die Bundesrepublik zwar ohne Visum möglich ist, die DDR-Bürger aber keinen automatischen Anspruch auf eine Staatsbürgerschaft der BRD hätten. Die DDR könnte dann, ohne Furcht vor einer Massenflucht, ihre Reiseregelungen liberalisieren.

[Veröffentlichungen]

The Guardian

Wenn die Westdeutschen die Ostdeutschen als Vertreter einer anderen Nationalität (behandeln) würden,

(mein Kommentar dazu nur : ..das hättet ihr damals wohl gerne gehabt, Frau Thatcher! )

könnte die Mauer umgehend abgerissen werden. Dies würde auch Kanzler Kohls Problem mit der neuen Ultra-Rechten erleichtern, die ironischerweise die Einwanderung von ethnischen Deutschen ablehnt. Honecker könnte sich in der Zwischenzeit anstrengen, Ostdeutschland zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen, um die Warteschlange am Ausgang zu verkürzen.

Ein Übersiedler im Tagesspiegel

Das Notaufnahmelager empfängt seine "neuen" Deutschen mit hochzähligen Wartenummern aus orangefarbigen Automaten. Ein knappes Willkommen, eine kurze Befragung nach der Person und die Übergabe eines langen Laufzettels mit einem ersten Stempel beendet das Gastspiel an der Lagerrezeption. Die Alliierten geben drei Stempel. Der "Laufzettel für das Aufnahmeverfahren" beginnt sich zu füllen.
Dritte Station: Die Weisungsstelle. "Sie erhalten von uns Verpflegungsgeld", sagt die freundliche Bearbeiterin, "und sieben Tickets für die BVG. Viel Glück in Berlin." Danke. Der viertel Stempel. Stempel Nummer 5 liefert das Bundesaufnahmeverfahren. Hier wird entschieden, ob die Deutschen aus der DDR im Land Berlin bleiben dürfen oder nach Gießen ausgeflogen werden. "Vorprüfung" heißt die nächste Station der zukünftigen Insulaner. Der Verfassungsschutz hat das Wort. Wenn sich die gutgesicherten Türen wieder öffnen, ist der sechste Stempel auf dem Papier, der viertel Lagertag ist vorbei und der Computer mit den wichtigsten Daten des Neuankömmlings gefüttert. Drei Instanzen sieht der Laufweg noch vor.

Bild-Zeitung

Ost-Berlin, Budapest, Prag. Es geht um Flüchtlinge. Deutsche. Die Lage ist verfahren. Kein Ausweg in Sicht. Auf der Ebene Staatssekretär Priesnitz (West) und Rechtsanwalt Vogel (Ost) kommt man nicht voran, wie BILD sicher weiß. Das Kanzleramt erklärt, Helmut Kohl nehme "intensiven Anteil" an den Vorgängen. Was spricht eigentlich dagegen, dass er zum Telefon greift und Honecker anruft? Tun Sie's, Herr Bundeskanzler!


zuletzt bearbeitet 12.08.2009 14:15 | nach oben springen

#31

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 13.08.2009 12:20
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Sonntag, 13. August 1989



In Antwort auf:
[Aktuelles]

Die BRD-Botschaft in Budapest wird am 28. Tag des Mauerbaus geschlossen. Die Aufnahmekapazität für DDR-Flüchtlinge ist restlos erschöpft.
Von den 131 in der Ständigen Vertretung der BRD verharrenden DDR-Bürgern verlassen nur 15 das Gebäude aufgrund der Zusicherung von Anwalt Vogel, dass sie zwar keine Ausreise, aber Straffreiheit zu erwarten haben.

Der Ost-Berliner Physiker Hans-Jürgen Fischbeck ruft in der Berliner Bekenntniskirche zur Gründung der ersten oppositionellen Sammlungsbewegung in der DDR auf, um die Ausreisewilligen mit einer Alternative zum Bleiben zu bewegen.

[Veröffentlichungen]

Jürgen Kuczynski: Schwierige Jahre - mit einem besseren Ende?
Die Entfernung der Führung von uns, dem Volk, und ihre frechen Überheblichkeit uns gegenüber wird immer größer. Das ND bringt lange Artikel von Reinhold & Co., die keiner liest, die aber zeigen sollen, wie großartig alles bei uns geordnet ist und vorwärts geht... Geht das noch länger, muss es zur Explosion führen - auch wenn wir noch so viele auswandern lassen.

Berliner Zeitung

Für die DDR war der 13. August nicht nur deshalb eine Erleichterung, weil durch ihr entschlossenes Handeln die Kriegsgefahr gebannt worden war. Sie konnte sich bei sicheren Grenzen endlich ohne massive Störungen durch ihre Gegner, wie sie die offene Grenze ermöglichte, systematisch entwickeln und noch sichtbarer den Nachweis führen, wozu der Sozialismus auf deutschem Boden fähig ist. Sie stieg im Verlauf der 60er und 70er Jahre in die Reihe der ersten zehn Industriestaaten der Welt auf, setzte dann ein nie dagewesenes Wohnungsbau-Programm in Gang und bot den Werktätigen eine soziale Sicherheit, von der in den Zwei-Drittel-Gesellschaften im Kapitalismus keine Rede sein kann. International wurde die DDR ein interessanter Handels- und ein gefragter Dialogpartner. Sie wurde zu einem Eckpfeiler im weltweiten Kampf um Entspannung und Frieden, gegen Hochrüstung, Revanchismus und Neonazismus.


Die DDR-Bürger haben diesen wunderbaren "Tag der Erlichterung" dann in Budapest, Prag und Ost-Berlin dann ja auch noch in den Folgetagen, -Wochen und Monaten gebührend gefeiert!


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#32

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 13.08.2009 12:54
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von FSK-Veteran

[Veröffentlichungen]

Jürgen Kuczynski: Schwierige Jahre - mit einem besseren Ende?
Die Entfernung der Führung von uns, dem Volk, und ihre frechen Überheblichkeit uns gegenüber wird immer größer. Das ND bringt lange Artikel von Reinhold & Co., die keiner liest, die aber zeigen sollen, wie großartig alles bei uns geordnet ist und vorwärts geht... Geht das noch länger, muss es zur Explosion führen - auch wenn wir noch so viele auswandern lassen.



ich habe damals jürgen kuczynski wegen seine klaren, deutlichen und offenen worte sehr geschätzt.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#33

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 14.08.2009 12:08
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Ich habe Kuczynski auch gerne gehört.

Hier die nächsten drei Tage im August 1989.

Montag, 14. August 1989
[Aktuelles]
Nach Schätzungen der ungarischen Regierung befinden sich 200.000 DDR-Touristen im Lande. Viele wollten nicht in die DDR zurückkehren.

[Veröffentlichungen]
Schriftstellerin Monika Maroni im Spiegel
Ein DDR-Flüchtling, der sagt, dass er von der vielen Arbeit, die er in seinem Leben zu leisten haben wird, ein adäquates Leben führen möchte, ein Leben, das die Bundesdeutschen seit Jahrzehnten führen, bleibt in dem verdacht niederer Beweggründe vor dem Publikum sitzen. Warum sollte er sich nichts anderes wünschen, als eine Reise nach Rumänien oder in den Harz? Warum glauben die Westdeutschen plötzlich, dass sie für das politische Schicksal der Ostdeutschen nicht zuständig sind? Es ist den Westdeutschen erspart geblieben, die Nachkriegsgeschichte der Ostdeutschen zu teilen. Die Aussicht, nun ihren Wohlstand mit ihnen teilen zu müssen, versetzt sie in Schrecken. (Sehr gut!)

Dienstag, 15. August 1989
[Aktuelles]
Das DDR-Fernsehen zeigt Rückkehrer aus Ungarn, die nun den Westdeutschen Verführung vorwerfen. In der "Aktuellen Kamera" kommen zwei Männer zu Wort, die "illegal" in die BRD geflohen waren. Sie berichteten von ihre schlimmen Erlebnissen, der Vereinsamung und der Kälte im Westen. (...ihre MfS-Genossen haben ihnen wahrscheinlich zu sehr gefehlt..)

[Veröffentlichungen]
Aus einer Rede Erich Honeckers, abgedruckt im Neuen Deutschland:
Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!
(...dann wurde es ja höchste Zeit, daß er und Mittag schnellstens abgetreten sind...)

Der DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn in der Tageszeitung:
Wo sind die Alternativen in der DDR zu finden? Wo sind die SED-Genossen, die ihre Reformkonzepte angeblich schon in der Schublade haben? Sie laufen mit auf vorgegebener Linie oder schweigen. Wo sind die Friedens-, Umwelt- und Menschenrechts-Gruppen? Ihre Entfernung zur Bevölkerung ist fast so groß wie die der SED.

Mittwoch, 16. August 1989
[Aktuelles]
Vor der BRD-Botschaft in Budapest sowie vor einer Kirche entstehen Zeltlager von DDR-Bürgern. Gleichzeitig wird ein Vertreter Ungarns ins DDR-Außenministerium bestellt. Die DDR verlangt das sofortige Ende der Unterstützung der Flüchtlinge. Die Reichsbahn würde Züge zur Abholung nach Budapest schicken. Währenddessen wird bei der Stasi ein Operativstab eingerichtet, der eine Gruppe Agenten nach Budapest schickt.

Der Leiter der Ständigen Vertretung in Ost-Berlin, Franz Bertele, wird ins DDR-Außenministerium bestellt, das sich gegen völkerrechtlichen Aktivitäten der BRD in Ungarn verwahrt.
Gleichzeitig gibt die US-Botschaft in Ost-Berlin bekannt, dass nur noch Personen eingelassen werden, die mit der unmittelbaren Tätigkeit der Botschaft in Zusammenhang stehen. Marine -Infanteristen würden "jeden ungebetenen Gast" auf die Straße setzen.

[Veröffentlichungen]
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Nicht nur die Sowjetunion ist auf Distanz zur DDR gegangen. Auch Polen betrachtet seinen westlichen Partner mit großer Skepsis. Die Polen haben nicht vergessen, dass die DDR die Erhebung der Jahre 1980/81 in polen schärfstens verurteilt und die Funktionäre der "Solidarität" mit einer Nazibande verglichen hat. (..."Nazibande" wahrscheinlich auch deswegen, weil diese Polen sich strikt dagegen verwahrt haben, Bulgarien Kopfgelder für jeden an der Grenze erlegten Polen zu zahlen...)

Berliner Morgenpost
Sozialsenatorin Stahmer warnte davor, alle Aussiedler in einen Topf zu werfen. Auch sie habe von Leuten gehört, die eine Wohnung mit Ofenheizung ablehnten: N"Für so etwas bin ich nicht in den Westen gekommen." Aber diese Einstellung, die Emotionen schüre, habe nur ein kleiner Teil der Zuwanderer. Die Mehrheit nimmt, was man ihr anbietet.

Allen ein schönes Wochenende!


zuletzt bearbeitet 14.08.2009 12:11 | nach oben springen

#34

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 14.08.2009 21:42
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von FSK-Veteran

[Veröffentlichungen]
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Nicht nur die Sowjetunion ist auf Distanz zur DDR gegangen. Auch Polen betrachtet seinen westlichen Partner mit großer Skepsis. Die Polen haben nicht vergessen, dass die DDR die Erhebung der Jahre 1980/81 in polen schärfstens verurteilt und die Funktionäre der "Solidarität" mit einer Nazibande verglichen hat. (..."Nazibande" wahrscheinlich auch deswegen, weil diese Polen sich strikt dagegen verwahrt haben, Bulgarien Kopfgelder für jeden an der Grenze erlegten Polen zu zahlen...)

Dazu folgender Artikel:

Zitat von Junge Freiheit, 13. August 1999

DDR: Ein Oberstleutnant im Gewissenskonflikt zum Fahneneid der Nationalen Volksarmee
Rebellion in der NVA-Hochschule Grünau
Werner H. Krause
Für den ehemaligen Oberstleutnant der Nationalen Volksarmee (NVA) und Dozenten an der Militärpolitischen Hochschule "Wilhelm Pieck" in Berlin-Grünau, Klaus Wiegand, begann die politische Wende bereits im Jahre 1981.

1956 der NVA freiwillig beigetreten, hatte er in ihren Reihen eine Art Bilderbuchkarriere gemacht. Die DDR-Armee förderte sein Studium, das er als diplomierter Historiker an der Berliner Humboldt-Universität abschloß.

Die Stufenleiter führte nun nach Grünau, wo an der Militärpolitischen Hochschule Offiziere und Generäle auf ideologische Standfestigkeit getrimmt wurden. "Ich habe lange daran geglaubt, daß die DDR zu ihrem Überleben des militärischen Schutzes bedürfe und war ein der Sache des Sozialismus treu ergebener Offizier", schildert Wiegand seine frühere Haltung.

Die kam ins Wanken, als am 17. März 1981 die militärische Übung "Sojus 81" angesetzt wurde. Fassungslos starrte er damals auf einen Befehl, mit dem ganz offensichtlich eine militärische Lösung der polnischen Krise erwogen wurde. Danach erhielten zahlreiche polnische Divisionen die Anweisung, sich auf das Gebiet der DDR zu begeben, wofür "Austauschtruppen" der NVA auf polnischen Territorium operieren sollten.

"Mir fiel auf", so berichtet der Ex-Offizier,"daß gleiches auch an der polnischen Flanke zur ehemaligen CSSR sowie zur sowjetischen Grenze vorgesehen war. Polen sollte weitgehend von eigenen Truppen entblößt werden, die man dann in der DDR, der CSSR sowie der Sowjetunion zu isolieren gedachte."
...


-> Link zum Artikel <-

Schoenes Wochenende (bei mir leider noch nicht ganz)
-Th


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#35

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 14.08.2009 22:44
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von FSK-Veteran
Der DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn in der Tageszeitung:
Wo sind die Alternativen in der DDR zu finden? Wo sind die SED-Genossen, die ihre Reformkonzepte angeblich schon in der Schublade haben? Sie laufen mit auf vorgegebener Linie oder schweigen. Wo sind die Friedens-, Umwelt- und Menschenrechts-Gruppen? Ihre Entfernung zur Bevölkerung ist fast so groß wie die der SED.

Mal 'ne Meinung, ich glaub' der letzte Satz von Jahn ist ziemlich wichtig, und vor dem Hintergrund laesst sich dann auch das Ergebniss der Volkskammerwahl am 19. Maerz 1990 (zumindest teilweise) erklaeren. Diese Gruppen brachten zwar den Umschwung in der DDR in Bewegung, allerdings waren (IIRC) die vertretenen Meinungen und Ziele doch ziemlich weit von denen des 'gemeinen Volkes' entfernt.
-Th


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#36

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 02:33
von CaptnDelta (gelöscht)
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Heute vor 20 Jahren:

Erich Honecker bei Übergabe der ersten 32-Bit-Mikroprozessoren aus der DDR
- > Klick <-

Zitat von Erich Honecker
"Alles in Allem unterstreicht die Entwicklung der Mikroelektronik in der Deutschen Demokratischen Republik die Richtigkeit des von uns eingeschlagenen Weges. Und zugleich stellen wir unter Beweis, dass das Triumphgeschrei westlicher Medien über das Scheitern sozialistischer Gesellschaftskonzeptionen nicht das Geld wert ist, wofür es ausgegeben wird. Den Sozialismus - so sagt man bei uns immer - in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf."


-Th


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#37

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 11:48
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
Den Sozialismus - so sagt man bei uns immer - in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf."

-Th[/quote]

Kurze Bemerkung: so sagt man bei uns immer...: Meint er jetzt das Saarland 1933 oder die DDR in den 80ern? In der DDR war mir dieser Spruch vor Honi völlig unbekannt. Von wegen Ochs und Esel...


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#38

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 12:01
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
Zitat von CaptnDelta
Den Sozialismus - so sagt man bei uns immer - in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf."
-Th

Kurze Bemerkung: so sagt man bei uns immer...: Meint er jetzt das Saarland 1933 oder die DDR in den 80ern? In der DDR war mir dieser Spruch vor Honi völlig unbekannt. Von wegen Ochs und Esel...


Soweit ich weis war das Saarland nich gemeint (obwohl da anscheinend immer noch so aehnliche Deppen herkommen).
Kuck mal auf's Thread-Thema, vielleicht warste da schon nicht mehr da?
-Th


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#39

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 12:05
von karl143 (gelöscht)
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Und von http://www.thueringen.de/de/lzt/thuering...ro/content.html
diese interessante Kalkulation. Kein Wunder, das die DDR irgendwann Pleite war.

Preise von DRAM-Speicherchips in der DDR im Jahr 19894
Typ Herstellungspreis in Mark Verkaufspreis in Mark staatl. Subvention/Bauelement in Mark Weltmarktpreis in Valutamark
64-Kilobit 40,00 9,25 30,75 4,50
256-Kilobit 534,00 18,50 515,00 5,00-7,00
1-Megabit 1675,00 120,00 1555,00 16,00-18,00

Man braucht eigentlich nur mal die gigantische Subvention pro Chip von 1.555 Mark zu Grunde legen um zu erkennen, das es sich
hier um ein reines Prestigeobjekt gehandelt hat. Eine Tabelle bekomme ich hier leider nicht rein, es verschiebt sich alles. Schade. Ich hoffe, es steigt jeder durch.


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#40

RE: Der Anfang vom Ende: HEUTE, ...vor 20 Jahren

in Das Ende der DDR 15.08.2009 12:42
von CaptnDelta (gelöscht)
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Tabelle:
speicher-ddr-1989
-Th


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