#161

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 10:37
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #158





Also: ab welchem Alter soll die Auseinandersetzung mit dem Begriff "Freiheit" einsetzen.
Ab oder bis wann ist man "Jugendlicher"?
.



Ich habe mit keinem Wort geschrieben "Auseinandersetzung" mit dem Wort Freiheit. Aber wenn du so fragst, auseinandersetzen ist
an der Tagesordnung, wenn der Mensch auf eigenen Füßen steht, vorher nicht.

Also bitte keine Haarspalterei.
Und zu deiner Frage, bis wann man Jugendlicher sei, nur soviel :
Zu einer Zeit, da die Jugend noch nahtlos Fuß faßte ohne kriminell oder Assi zu werden, auch nicht zeitweise, war man Jugendlicher,
wenn man von den Eltern noch abhängig war, sprich, bis zum Lehrabschluß und Beginn der beruflichen Laufbahn, was in früheren
Jahren selbstverständlich war und nahtlos ablief.

Solltest du es anders kennen, so erübrigt sich jeder weitere Meinungsaustausch, denn wie ich bereits hier im Forum erlesen habe, gibst du
keine Ruhe, bevor nicht deine Meinung unterm Strich als allgemeingültig akzeptiert wird.
Wir können gern wieder über Gutmenschen ect.pp. diskutieren, es führt zu nichts. Also lassen wir das besser.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#162

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 16:42
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Tobeck im Beitrag #160
Zitat von matloh im Beitrag #2

Fraglich dabei ist aus meiner Sicht, ob das ein österreichspezifisches Problem ist.
Es gibt ja auch hier im Forum manche, die Systemen mit starken Führer(parteien), ohne demokratische Kontrolle und Gewaltentrennung, Positives abgewinnen können.

Cheers matloh




Führerparteien, dazu muss man rechts- und linksextreme Parteien zählen, haben doch in vielen Staaten Europas Zulauf. Hier im Forum noch deutlich stärker, wenn zwei Drittel solche Parteien wählen wollen. Das ist eine ähnliche Situation wie in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Die europaweit sehr hohe Arbeitslosigkeit - daran ändert auch die statistische Schönrechnerei der Arbeitslosenzahlen nichts - ist heute wie damals die Hauptursache. Die Front National in Frankreich wird z.B. überdurchschnittlich stark von Arbeitslosen gewählt. Aber selbst wenn diese Parteien theoretisch an die Macht kommen sollten, wo sollen sie die Arbeitsplätze herzaubern? Mal wieder ein bißchen aufrüsten? Und was macht man dann, wenn man jahrelang auf Pump aufgerüstet hat und überschuldet ist? Wie Saddam und der "böhmische Gefreite" ein paar Nachbarn "besuchen"? Autobahnen gibt´s auch schon genug. In den USA gab´s in den dreißiger Jahren die "New Deal"-Deal-Politik von Roosevelt um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Das Problem ist nur, daß alle diese Maßnahmen Schuldenfinanziert waren und die heutigen Staaten noch weniger Spielraum für neue Schulden haben als damals, da bei vielen die Verschuldung heute schon bis zum Anschlag reicht, und weitere Verschuldung zu griechischen Verhältnissen führt. Die Lohnkonkurrenz in China, Bangladesch u.s.w. kann man auch nicht wegzaubern. Die Abwertung von Währungen hilft auch kaum, da das zur Zeit alle betroffenen Länder machen. Eines ist sicher, diese Führerparteien haben auch keine Patentlösungen beim Problem der Arbeitslosigkeit, auch wenn sie es suggerieren. Zu aller erst will das Führungspersonal dieser Parteien auch nur an die Futtertröge in Straßburg und Brüssel, ganz gleich ob es Lucke, Wagenknecht oder Le Pen heißt.




Und es gibt kein historisches Beispiel wo ein sog "Führer" im Sinne des Thread-Themas erfolgreich konstruktive Politik gemacht hat.
Solche Systeme haben immer nur gekostet: Menschenleben, materielle Ressourcen, kulturelle Werte, Identität.



.


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#163

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 16:48
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #159
Zitat von Barbara im Beitrag #157


Was ist "die Deutsche Identität", die zerstört werden könnte durch die Auseinandersetzungmit dem NS?
.
.


Du mußt nicht immer wieder aufs Neue anfragen, nur soviel :

Als Folge der Naziherrschaft wurde systematisch versucht, den Stolz der Deutschen auf ein Minimum herunterzufahren.
Ständig Gemut, bereuen, katzbuckeln.
Wir müssen spenden, aber auch Jedem Asyl gewähren, Stichwort Wiedergutmachung, es nimmt kein Ende.
Immer wieder wurde betont, wir seien in erster Linie Europäer. Nein, in erster Linie sind wir Deutsche, dann kommt Europa.
Und im Rahmen der EU wird doch jede nationale Zugehörigkeit schleichend untergraben, oder willst du das bestreiten ?

Aber das gehört nicht ins Thema, deswegen war es dazu von mir. Es bringt nichts, sinnlos in Diskussionen einzusteigen, die von vornherein
sinnlos sind auf Grund anscheinend völlig verschiedener Auffassungen.



Es steht dir frei auf meine Beiträge zu reagieren wie du es in #66 tatest. Wenn ich widerum darauf reagiere, so ist das meine Sache. Wenn du das sinnlos findest, steht dir das ebenfalls frei.


Und im Rahmen der EU wird doch jede nationale Zugehörigkeit schleichend untergraben, oder willst du das bestreiten ?


Ja, das bestreite ich. Aber das Thema ist, wie du richtig bemerkst, OT.


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#164

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 17:04
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #161
Zitat von Barbara im Beitrag #158





Also: ab welchem Alter soll die Auseinandersetzung mit dem Begriff "Freiheit" einsetzen.
Ab oder bis wann ist man "Jugendlicher"?
.



Ich habe mit keinem Wort geschrieben "Auseinandersetzung" mit dem Wort Freiheit. Aber wenn du so fragst, auseinandersetzen ist
an der Tagesordnung, wenn der Mensch auf eigenen Füßen steht, vorher nicht.

Also bitte keine Haarspalterei.
Und zu deiner Frage, bis wann man Jugendlicher sei, nur soviel :
Zu einer Zeit, da die Jugend noch nahtlos Fuß faßte ohne kriminell oder Assi zu werden, auch nicht zeitweise, war man Jugendlicher,
wenn man von den Eltern noch abhängig war, sprich, bis zum Lehrabschluß und Beginn der beruflichen Laufbahn, was in früheren
Jahren selbstverständlich war und nahtlos ablief.

Solltest du es anders kennen, so erübrigt sich jeder weitere Meinungsaustausch, denn wie ich bereits hier im Forum erlesen habe, gibst du
keine Ruhe, bevor nicht deine Meinung unterm Strich als allgemeingültig akzeptiert wird.

Wir können gern wieder über Gutmenschen ect.pp. diskutieren, es führt zu nichts. Also lassen wir das besser.




Zur Entwicklung von eigenständigem Denken bei Jugendlichen habe ich in der Tat eine andere Meinung.

fett:
dass du das ausgerechnet bei mir so wahr nimmst ist interessant, bei den Schlammschlachten die hier thematisch immer wieder beeindruckende Zeugnisse bzgl. Rechthaberei und bodenlosem Diskussionsstil hinterlassen.
Das "Recht haben" ist mir persönlich gar nicht wichtig, den Dingen auf den Grund gehen schon, das fängt damit an zu klären, ob man unter bestimmten Begrifflichkeiten dasselbe versteht oder nicht. So geht es mir mit dem Begriff "Nationale Zugehörigkeit bzw. Identität".
Ich könnte mir vorstellen, dass es davon 80 Mio verschiedene Interpretationen zu gibt -. auf D bezogen.

Bezogen auf das Thema: Wenn ein sog "Führer" die "Rettung" eines Nationalgefühls, bzw. einer solchen Identität verspricht, welche meint er damit?
Bzw. woher weiß "er", was die Bevölkerung darunter versteht?

Faschismus heißt aus meiner Sicht auch: nicht mehr (hinter)fragen dürfen.
.


matloh hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.05.2014 17:04 | nach oben springen

#165

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 19:17
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #164


dass du das ausgerechnet bei mir so wahr nimmst ist interessant, bei den Schlammschlachten die hier thematisch immer wieder beeindruckende Zeugnisse bzgl. Rechthaberei und bodenlosem Diskussionsstil hinterlassen.




Gut erkannt.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#166

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 19:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Barbara im Beitrag #162
Zitat von Tobeck im Beitrag #160
Zitat von matloh im Beitrag #2

Fraglich dabei ist aus meiner Sicht, ob das ein österreichspezifisches Problem ist.
Es gibt ja auch hier im Forum manche, die Systemen mit starken Führer(parteien), ohne demokratische Kontrolle und Gewaltentrennung, Positives abgewinnen können.

Cheers matloh




Führerparteien, dazu muss man rechts- und linksextreme Parteien zählen, haben doch in vielen Staaten Europas Zulauf. Hier im Forum noch deutlich stärker, wenn zwei Drittel solche Parteien wählen wollen. Das ist eine ähnliche Situation wie in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Die europaweit sehr hohe Arbeitslosigkeit - daran ändert auch die statistische Schönrechnerei der Arbeitslosenzahlen nichts - ist heute wie damals die Hauptursache. Die Front National in Frankreich wird z.B. überdurchschnittlich stark von Arbeitslosen gewählt. Aber selbst wenn diese Parteien theoretisch an die Macht kommen sollten, wo sollen sie die Arbeitsplätze herzaubern? Mal wieder ein bißchen aufrüsten? Und was macht man dann, wenn man jahrelang auf Pump aufgerüstet hat und überschuldet ist? Wie Saddam und der "böhmische Gefreite" ein paar Nachbarn "besuchen"? Autobahnen gibt´s auch schon genug. In den USA gab´s in den dreißiger Jahren die "New Deal"-Deal-Politik von Roosevelt um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Das Problem ist nur, daß alle diese Maßnahmen Schuldenfinanziert waren und die heutigen Staaten noch weniger Spielraum für neue Schulden haben als damals, da bei vielen die Verschuldung heute schon bis zum Anschlag reicht, und weitere Verschuldung zu griechischen Verhältnissen führt. Die Lohnkonkurrenz in China, Bangladesch u.s.w. kann man auch nicht wegzaubern. Die Abwertung von Währungen hilft auch kaum, da das zur Zeit alle betroffenen Länder machen. Eines ist sicher, diese Führerparteien haben auch keine Patentlösungen beim Problem der Arbeitslosigkeit, auch wenn sie es suggerieren. Zu aller erst will das Führungspersonal dieser Parteien auch nur an die Futtertröge in Straßburg und Brüssel, ganz gleich ob es Lucke, Wagenknecht oder Le Pen heißt.




Und es gibt kein historisches Beispiel wo ein sog "Führer" im Sinne des Thread-Themas erfolgreich konstruktive Politik gemacht hat.
Solche Systeme haben immer nur gekostet: Menschenleben, materielle Ressourcen, kulturelle Werte, Identität.



.






Ja, Armenius im Kampf gegen die römischen Invasoren (Schlacht im teuteburger Wald / Kalkriese in NRW). Er hat es geschaft die germanischen Stämme zu einen und somit die Möglichkeit (auch durch Strategie) geschaffen diese Weltmacht zu schlagen.


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#167

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 20:25
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #166
Zitat von Barbara im Beitrag #162
Zitat von Tobeck im Beitrag #160
Zitat von matloh im Beitrag #2

Fraglich dabei ist aus meiner Sicht, ob das ein österreichspezifisches Problem ist.
Es gibt ja auch hier im Forum manche, die Systemen mit starken Führer(parteien), ohne demokratische Kontrolle und Gewaltentrennung, Positives abgewinnen können.

Cheers matloh




Führerparteien, dazu muss man rechts- und linksextreme Parteien zählen, haben doch in vielen Staaten Europas Zulauf. Hier im Forum noch deutlich stärker, wenn zwei Drittel solche Parteien wählen wollen. Das ist eine ähnliche Situation wie in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Die europaweit sehr hohe Arbeitslosigkeit - daran ändert auch die statistische Schönrechnerei der Arbeitslosenzahlen nichts - ist heute wie damals die Hauptursache. Die Front National in Frankreich wird z.B. überdurchschnittlich stark von Arbeitslosen gewählt. Aber selbst wenn diese Parteien theoretisch an die Macht kommen sollten, wo sollen sie die Arbeitsplätze herzaubern? Mal wieder ein bißchen aufrüsten? Und was macht man dann, wenn man jahrelang auf Pump aufgerüstet hat und überschuldet ist? Wie Saddam und der "böhmische Gefreite" ein paar Nachbarn "besuchen"? Autobahnen gibt´s auch schon genug. In den USA gab´s in den dreißiger Jahren die "New Deal"-Deal-Politik von Roosevelt um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Das Problem ist nur, daß alle diese Maßnahmen Schuldenfinanziert waren und die heutigen Staaten noch weniger Spielraum für neue Schulden haben als damals, da bei vielen die Verschuldung heute schon bis zum Anschlag reicht, und weitere Verschuldung zu griechischen Verhältnissen führt. Die Lohnkonkurrenz in China, Bangladesch u.s.w. kann man auch nicht wegzaubern. Die Abwertung von Währungen hilft auch kaum, da das zur Zeit alle betroffenen Länder machen. Eines ist sicher, diese Führerparteien haben auch keine Patentlösungen beim Problem der Arbeitslosigkeit, auch wenn sie es suggerieren. Zu aller erst will das Führungspersonal dieser Parteien auch nur an die Futtertröge in Straßburg und Brüssel, ganz gleich ob es Lucke, Wagenknecht oder Le Pen heißt.




Und es gibt kein historisches Beispiel wo ein sog "Führer" im Sinne des Thread-Themas erfolgreich konstruktive Politik gemacht hat.
Solche Systeme haben immer nur gekostet: Menschenleben, materielle Ressourcen, kulturelle Werte, Identität.



.






Ja, Armenius im Kampf gegen die römischen Invasoren (Schlacht im teuteburger Wald / Kalkriese in NRW). Er hat es geschaft die germanischen Stämme zu einen und somit die Möglichkeit (auch durch Strategie) geschaffen diese Weltmacht zu schlagen.



Und wurde wenig später von ebendiesen germanischen Stämmen liquidiert.....


Intellektuelle spielen Telecaster
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#168

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 21:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #167
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #166
Zitat von Barbara im Beitrag #162
Zitat von Tobeck im Beitrag #160
Zitat von matloh im Beitrag #2

Fraglich dabei ist aus meiner Sicht, ob das ein österreichspezifisches Problem ist.
Es gibt ja auch hier im Forum manche, die Systemen mit starken Führer(parteien), ohne demokratische Kontrolle und Gewaltentrennung, Positives abgewinnen können.

Cheers matloh




Führerparteien, dazu muss man rechts- und linksextreme Parteien zählen, haben doch in vielen Staaten Europas Zulauf. Hier im Forum noch deutlich stärker, wenn zwei Drittel solche Parteien wählen wollen. Das ist eine ähnliche Situation wie in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Die europaweit sehr hohe Arbeitslosigkeit - daran ändert auch die statistische Schönrechnerei der Arbeitslosenzahlen nichts - ist heute wie damals die Hauptursache. Die Front National in Frankreich wird z.B. überdurchschnittlich stark von Arbeitslosen gewählt. Aber selbst wenn diese Parteien theoretisch an die Macht kommen sollten, wo sollen sie die Arbeitsplätze herzaubern? Mal wieder ein bißchen aufrüsten? Und was macht man dann, wenn man jahrelang auf Pump aufgerüstet hat und überschuldet ist? Wie Saddam und der "böhmische Gefreite" ein paar Nachbarn "besuchen"? Autobahnen gibt´s auch schon genug. In den USA gab´s in den dreißiger Jahren die "New Deal"-Deal-Politik von Roosevelt um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Das Problem ist nur, daß alle diese Maßnahmen Schuldenfinanziert waren und die heutigen Staaten noch weniger Spielraum für neue Schulden haben als damals, da bei vielen die Verschuldung heute schon bis zum Anschlag reicht, und weitere Verschuldung zu griechischen Verhältnissen führt. Die Lohnkonkurrenz in China, Bangladesch u.s.w. kann man auch nicht wegzaubern. Die Abwertung von Währungen hilft auch kaum, da das zur Zeit alle betroffenen Länder machen. Eines ist sicher, diese Führerparteien haben auch keine Patentlösungen beim Problem der Arbeitslosigkeit, auch wenn sie es suggerieren. Zu aller erst will das Führungspersonal dieser Parteien auch nur an die Futtertröge in Straßburg und Brüssel, ganz gleich ob es Lucke, Wagenknecht oder Le Pen heißt.




Und es gibt kein historisches Beispiel wo ein sog "Führer" im Sinne des Thread-Themas erfolgreich konstruktive Politik gemacht hat.
Solche Systeme haben immer nur gekostet: Menschenleben, materielle Ressourcen, kulturelle Werte, Identität.



.






Ja, Armenius im Kampf gegen die römischen Invasoren (Schlacht im teuteburger Wald / Kalkriese in NRW). Er hat es geschaft die germanischen Stämme zu einen und somit die Möglichkeit (auch durch Strategie) geschaffen diese Weltmacht zu schlagen.



Und wurde wenig später von ebendiesen germanischen Stämmen liquidiert.....


Das war aber nicht die Frage......,

Die "Weimarer Republik" wurde auch liquidiert......


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#169

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 12.05.2014 21:20
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #168
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #167
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #166
Zitat von Barbara im Beitrag #162
Zitat von Tobeck im Beitrag #160
Zitat von matloh im Beitrag #2

Fraglich dabei ist aus meiner Sicht, ob das ein österreichspezifisches Problem ist.
Es gibt ja auch hier im Forum manche, die Systemen mit starken Führer(parteien), ohne demokratische Kontrolle und Gewaltentrennung, Positives abgewinnen können.

Cheers matloh




Führerparteien, dazu muss man rechts- und linksextreme Parteien zählen, haben doch in vielen Staaten Europas Zulauf. Hier im Forum noch deutlich stärker, wenn zwei Drittel solche Parteien wählen wollen. Das ist eine ähnliche Situation wie in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Die europaweit sehr hohe Arbeitslosigkeit - daran ändert auch die statistische Schönrechnerei der Arbeitslosenzahlen nichts - ist heute wie damals die Hauptursache. Die Front National in Frankreich wird z.B. überdurchschnittlich stark von Arbeitslosen gewählt. Aber selbst wenn diese Parteien theoretisch an die Macht kommen sollten, wo sollen sie die Arbeitsplätze herzaubern? Mal wieder ein bißchen aufrüsten? Und was macht man dann, wenn man jahrelang auf Pump aufgerüstet hat und überschuldet ist? Wie Saddam und der "böhmische Gefreite" ein paar Nachbarn "besuchen"? Autobahnen gibt´s auch schon genug. In den USA gab´s in den dreißiger Jahren die "New Deal"-Deal-Politik von Roosevelt um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Das Problem ist nur, daß alle diese Maßnahmen Schuldenfinanziert waren und die heutigen Staaten noch weniger Spielraum für neue Schulden haben als damals, da bei vielen die Verschuldung heute schon bis zum Anschlag reicht, und weitere Verschuldung zu griechischen Verhältnissen führt. Die Lohnkonkurrenz in China, Bangladesch u.s.w. kann man auch nicht wegzaubern. Die Abwertung von Währungen hilft auch kaum, da das zur Zeit alle betroffenen Länder machen. Eines ist sicher, diese Führerparteien haben auch keine Patentlösungen beim Problem der Arbeitslosigkeit, auch wenn sie es suggerieren. Zu aller erst will das Führungspersonal dieser Parteien auch nur an die Futtertröge in Straßburg und Brüssel, ganz gleich ob es Lucke, Wagenknecht oder Le Pen heißt.




Und es gibt kein historisches Beispiel wo ein sog "Führer" im Sinne des Thread-Themas erfolgreich konstruktive Politik gemacht hat.
Solche Systeme haben immer nur gekostet: Menschenleben, materielle Ressourcen, kulturelle Werte, Identität.



.






Ja, Armenius im Kampf gegen die römischen Invasoren (Schlacht im teuteburger Wald / Kalkriese in NRW). Er hat es geschaft die germanischen Stämme zu einen und somit die Möglichkeit (auch durch Strategie) geschaffen diese Weltmacht zu schlagen.



Und wurde wenig später von ebendiesen germanischen Stämmen liquidiert.....


Das war aber nicht die Frage......,

Die "Weimarer Republik" wurde auch liquidiert......


Naja, im Grunde hat sie sich selbst liquidiert........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#170

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 15.05.2014 01:58
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #146
Zitat von frank im Beitrag #139
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #81
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #78
Wenn ich hier einige Beiträge lese, da kann ich nur noch.....

Entweder haben hier einige totalen Realitätsverlust oder sind "Verbildet". Hundefutter auf H4, wie lange halten sich solche Märchen.....

Was für Jobmöglichkeiten haben denn H4 Empfänger? Als Niedrigverdiener mit auffüllenden H4 sich durchzuhangeln.....

Ich kenne einige H4 Empfänger und ich habe mich auch im Rahmen der Demos 2004/2005 an dem Kampf gegen H4 beteiligt. Hier wird auf einmal der vergleich nach "unten" angestrebt (wie schlecht geht es Sozialhilfeempfängern in anderen Ländern).

In einer Welt in der es keine Vollbeschäftigung geben kann werden die Opfer dieser Misere auch noch verunglimpft. Was sollen die denn sonst tun als sich "einrichrten"? Am besten wehren!


@Bürger der DDR

Du hast einfach keine Lust , zu differenzieren !

Sicher gibvt es Arbeitnehmer ,- die willig sind und trotzdem auf keinen grünen Zweig mehr kpommen ,- diese leute haben die Solidarität der Steuerzahler total verdient.
Aber es gibt eben auch einen Großteil an frustrierten Jugendlichen- meist aus desolaten Elternhäusern stammend ,- denen hartz IV vollkommen reicht und denen eine moralische lebensperspektive vollkommen fehlt !

Ich red nicht nur sodaher ,- ein Teil meines Jobs besteht darin ,- mit diesem sozialpsychologischem Müll der Wohlstanndssgesellschaft zu arbeiten und zu versuchen ,- diese jungen Leurte soziopsychologisch wieder in die gesellschaftlichen Wertvorstellungen zurückzuführen.



worauf bezieht sich deine allumfassende Eingebung , das alle frustrierten jugendlichen meist aus desolaten Elternhäusern kommen und was sind diese nach deiner Meinung ??
wenn ich mir nur ansatzweise vorstelle das ein teil deines Jobs ist :diesem sozialpsychologischem Müll der Wohlstandsgesellschaft auszubilden,
wird mir schlecht .
diese dann auch noch in deine gesellschaftlichen Wertvorstellungen zurückzuführen.,
könnt ich mich übergeben um gelinde mich auszudrücken.
alles was die heutige Jugend braucht ist eine umfassende Bildung der schulen von der ersten klasse bis zum abschluss zum Facharbeiter und das möglichst in einer hohen Qualität .
da dies in diesem land nicht der fall ist und minderbemittelte Arbeitskräfte in diesem kapital gern gesehene billiglöhner sind ,
und damit auch ausgenutzt werden,
finde ich dein beitrag und damit auch alle bedankenden ,einfach nur peinlich.
schämt euch .




Also ich finde Deinen Beitrag eher peinlich @frank ... sag mal, wie schätzt Du denn persönlich Deine Einkommenssituation eigentlich ein?
Oder anders gefragt, um es nicht unnötig kompliziert zu machen und auf die Bildung in diesem Land etwas Rücksicht zu nehmen... sind LKW Fahrer Großverdiener? Na gut....
Irgendwie kann ich dich auch verstehen... nun sind es schon 25 Jahre, dass deine Ideale abhanden kamen, das verbittert.

VG exgakl

hier ging es ja unter anderem um die Bildung in diesem land oder?
das "hohe Niveau" sieht man an berufsfähigen Schulabgänger ?
was rot mark betrifft :
mach es doch nicht so kompliziert , sag doch was du denkst und nicht immer durch die "blume".
ich arbeite in einem ,für viele , ganz "gewöhnlichen" Job und fühl mich wohl dabei .
die Bezahlung dabei geht dich gelinde gesagt , nicht die bohne an , aber mir reicht es.
zumindest verdiene ich mein Geld und bekomme es nicht .
25 jahre , abhandengekommene ideale , verbittert ? welcher beitrag ist hier peinlich ?



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#171

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 15.05.2014 06:28
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #170
Zitat von exgakl im Beitrag #146
Zitat von frank im Beitrag #139
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #81
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #78
Wenn ich hier einige Beiträge lese, da kann ich nur noch.....

Entweder haben hier einige totalen Realitätsverlust oder sind "Verbildet". Hundefutter auf H4, wie lange halten sich solche Märchen.....

Was für Jobmöglichkeiten haben denn H4 Empfänger? Als Niedrigverdiener mit auffüllenden H4 sich durchzuhangeln.....

Ich kenne einige H4 Empfänger und ich habe mich auch im Rahmen der Demos 2004/2005 an dem Kampf gegen H4 beteiligt. Hier wird auf einmal der vergleich nach "unten" angestrebt (wie schlecht geht es Sozialhilfeempfängern in anderen Ländern).

In einer Welt in der es keine Vollbeschäftigung geben kann werden die Opfer dieser Misere auch noch verunglimpft. Was sollen die denn sonst tun als sich "einrichrten"? Am besten wehren!


@Bürger der DDR

Du hast einfach keine Lust , zu differenzieren !

Sicher gibvt es Arbeitnehmer ,- die willig sind und trotzdem auf keinen grünen Zweig mehr kpommen ,- diese leute haben die Solidarität der Steuerzahler total verdient.
Aber es gibt eben auch einen Großteil an frustrierten Jugendlichen- meist aus desolaten Elternhäusern stammend ,- denen hartz IV vollkommen reicht und denen eine moralische lebensperspektive vollkommen fehlt !

Ich red nicht nur sodaher ,- ein Teil meines Jobs besteht darin ,- mit diesem sozialpsychologischem Müll der Wohlstanndssgesellschaft zu arbeiten und zu versuchen ,- diese jungen Leurte soziopsychologisch wieder in die gesellschaftlichen Wertvorstellungen zurückzuführen.



worauf bezieht sich deine allumfassende Eingebung , das alle frustrierten jugendlichen meist aus desolaten Elternhäusern kommen und was sind diese nach deiner Meinung ??
wenn ich mir nur ansatzweise vorstelle das ein teil deines Jobs ist :diesem sozialpsychologischem Müll der Wohlstandsgesellschaft auszubilden,
wird mir schlecht .
diese dann auch noch in deine gesellschaftlichen Wertvorstellungen zurückzuführen.,
könnt ich mich übergeben um gelinde mich auszudrücken.
alles was die heutige Jugend braucht ist eine umfassende Bildung der schulen von der ersten klasse bis zum abschluss zum Facharbeiter und das möglichst in einer hohen Qualität .
da dies in diesem land nicht der fall ist und minderbemittelte Arbeitskräfte in diesem kapital gern gesehene billiglöhner sind ,
und damit auch ausgenutzt werden,
finde ich dein beitrag und damit auch alle bedankenden ,einfach nur peinlich.
schämt euch .




Also ich finde Deinen Beitrag eher peinlich @frank ... sag mal, wie schätzt Du denn persönlich Deine Einkommenssituation eigentlich ein?
Oder anders gefragt, um es nicht unnötig kompliziert zu machen und auf die Bildung in diesem Land etwas Rücksicht zu nehmen... sind LKW Fahrer Großverdiener? Na gut....
Irgendwie kann ich dich auch verstehen... nun sind es schon 25 Jahre, dass deine Ideale abhanden kamen, das verbittert.

VG exgakl

hier ging es ja unter anderem um die Bildung in diesem land oder?
das "hohe Niveau" sieht man an berufsfähigen Schulabgänger ?
was rot mark betrifft :
mach es doch nicht so kompliziert , sag doch was du denkst und nicht immer durch die "blume".
ich arbeite in einem ,für viele , ganz "gewöhnlichen" Job und fühl mich wohl dabei .
die Bezahlung dabei geht dich gelinde gesagt , nicht die bohne an , aber mir reicht es.
zumindest verdiene ich mein Geld und bekomme es nicht .
25 jahre , abhandengekommene ideale , verbittert ? welcher beitrag ist hier peinlich ?



irgendwie ahnte ich, dass du den Sinn deiner eigenen Aussage nicht richtig verstehst...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#172

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 18.05.2014 00:41
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #171
Zitat von frank im Beitrag #170
Zitat von exgakl im Beitrag #146
Zitat von frank im Beitrag #139
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #81
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #78
Wenn ich hier einige Beiträge lese, da kann ich nur noch.....

Entweder haben hier einige totalen Realitätsverlust oder sind "Verbildet". Hundefutter auf H4, wie lange halten sich solche Märchen.....

Was für Jobmöglichkeiten haben denn H4 Empfänger? Als Niedrigverdiener mit auffüllenden H4 sich durchzuhangeln.....

Ich kenne einige H4 Empfänger und ich habe mich auch im Rahmen der Demos 2004/2005 an dem Kampf gegen H4 beteiligt. Hier wird auf einmal der vergleich nach "unten" angestrebt (wie schlecht geht es Sozialhilfeempfängern in anderen Ländern).

In einer Welt in der es keine Vollbeschäftigung geben kann werden die Opfer dieser Misere auch noch verunglimpft. Was sollen die denn sonst tun als sich "einrichrten"? Am besten wehren!


@Bürger der DDR

Du hast einfach keine Lust , zu differenzieren !

Sicher gibvt es Arbeitnehmer ,- die willig sind und trotzdem auf keinen grünen Zweig mehr kpommen ,- diese leute haben die Solidarität der Steuerzahler total verdient.
Aber es gibt eben auch einen Großteil an frustrierten Jugendlichen- meist aus desolaten Elternhäusern stammend ,- denen hartz IV vollkommen reicht und denen eine moralische lebensperspektive vollkommen fehlt !

Ich red nicht nur sodaher ,- ein Teil meines Jobs besteht darin ,- mit diesem sozialpsychologischem Müll der Wohlstanndssgesellschaft zu arbeiten und zu versuchen ,- diese jungen Leurte soziopsychologisch wieder in die gesellschaftlichen Wertvorstellungen zurückzuführen.



worauf bezieht sich deine allumfassende Eingebung , das alle frustrierten jugendlichen meist aus desolaten Elternhäusern kommen und was sind diese nach deiner Meinung ??
wenn ich mir nur ansatzweise vorstelle das ein teil deines Jobs ist :diesem sozialpsychologischem Müll der Wohlstandsgesellschaft auszubilden,
wird mir schlecht .
diese dann auch noch in deine gesellschaftlichen Wertvorstellungen zurückzuführen.,
könnt ich mich übergeben um gelinde mich auszudrücken.
alles was die heutige Jugend braucht ist eine umfassende Bildung der schulen von der ersten klasse bis zum abschluss zum Facharbeiter und das möglichst in einer hohen Qualität .
da dies in diesem land nicht der fall ist und minderbemittelte Arbeitskräfte in diesem kapital gern gesehene billiglöhner sind ,
und damit auch ausgenutzt werden,
finde ich dein beitrag und damit auch alle bedankenden ,einfach nur peinlich.
schämt euch .




Also ich finde Deinen Beitrag eher peinlich @frank ... sag mal, wie schätzt Du denn persönlich Deine Einkommenssituation eigentlich ein?
Oder anders gefragt, um es nicht unnötig kompliziert zu machen und auf die Bildung in diesem Land etwas Rücksicht zu nehmen... sind LKW Fahrer Großverdiener? Na gut....
Irgendwie kann ich dich auch verstehen... nun sind es schon 25 Jahre, dass deine Ideale abhanden kamen, das verbittert.

VG exgakl

hier ging es ja unter anderem um die Bildung in diesem land oder?
das "hohe Niveau" sieht man an berufsfähigen Schulabgänger ?
was rot mark betrifft :
mach es doch nicht so kompliziert , sag doch was du denkst und nicht immer durch die "blume".
ich arbeite in einem ,für viele , ganz "gewöhnlichen" Job und fühl mich wohl dabei .
die Bezahlung dabei geht dich gelinde gesagt , nicht die bohne an , aber mir reicht es.
zumindest verdiene ich mein Geld und bekomme es nicht .
25 jahre , abhandengekommene ideale , verbittert ? welcher beitrag ist hier peinlich ?



irgendwie ahnte ich, dass du den Sinn deiner eigenen Aussage nicht richtig verstehst...


was du nicht sagst , ahne weiter .



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#173

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 23.05.2014 19:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zurück zum Thema - oder zumindest fast: Wir Deutschen sollten uns hüten, zu sehr über die angebliche "Führersehnsucht" der Österreicher zu mosern: Der Glaube, dass ein Führer (absichtlich so genannt, ich hätte auch Präsident, Chef, CEO oder Vorsitzender schreiben können) der Einzige ist, der alles entscheidet, der alles weiß, ist auch hierzulande ziemlich weit verbreitet.

Beispiele gab es mehr als genung: Vor zwei oder drei Tagen wurde der anstehende Besuch von Erdogan von der hiesigen Journalistenmeute (aber nicht nur von denen) durch die Medien gehetzt. In sog. "Interviews" (die ich als massive Beschimpfungen empfunden habe) wurden diverse Vertreter deutsch-türkischer Institutionen gefragt, wie Erdogan es wagen könne, ausgerechnet jetzt zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Deutschland zu kommen: Er solle soch doch gefälligst um das Grubenunglück in Somer kümmern, aufklären, wer daran Schuld habe und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Mehrfach, auf verschiedenen Sendern und mit verschiedenen Moderatoren gesehen und gehört. Und es gab auch zwei oder drei CDU-Hinterbänkler, die sehr populistisch ins gleiche Horn gestoßen haben. Vermutlich, um bei ihren Anhängern zu punkten.

Ich will jetzt nicht weiter auf diese "Wahlkampfveranstaltung" eingehen, obwohl es mir seltsam erscheint, bei einer noch nicht ausgesprochenen Kandidatur von "Wahlkampf" zu sprechen. Nein, was mich auf die Palme gebracht hat, war: Herr Erdogan ist also alles in Personalunion: Ermittler, Ankläger und Vollstrecker. Er hat keinen Energieminister, der für dieses Ressort verantwortlich ist, er hat keine eigenverantwortlichen Polizisten und Staatsanwaltschaften, die gesetzlich vorgegebene Aufgaben zu erfüllen haben, er hat keine Richter in mehr oder weniger unabhängigen Gerichten, die im Falle einer Anklage im Rahmen bestehender Gesetze zu urteilen haben - nein, das alles hat er nicht. Und wenn doch, dann verharren die alle in Schockstarre und warten darauf, dass der Führer ihnen den nächsten Schritt vorgibt. Nur so kann ich die Aufforderung verstehen, doch gefälligst zu Hause zu bleiben und seine Hausaufgaben zu machen. Denn - so die suggerierte Konsequenz - wenn er sich nicht höchstpersönlich um jedes Detail kümmert, passiert nichts.

Bevor ich hier missverstanden werde: Erdogan gehört gewiss nicht zu den Politikern, deren Art und Weise und deren vermutliche Ziele ich akzeptiere oder gar respektiere. Und mir geht es auch nicht um die Stärken oder Schwächen oder die Korruption in der türkischen Justiz. Mir geht es um den Umgang unserer Medien, unser Politiker mit dem "Führerprinzip". Weitere Beispiele? Gerne. Wenn aktuell in Russland etwas passiert, dann war es Putin. Nur er und ausschließlich er. Und wenn in Ungarn Entscheidungen getroffen werden, dann war es Viktor Orbán. Genau so in den USA, dort ist ausschließlich Obama zuständig. Und wenn hierzulande nichts passiert, dann steckt Angie dahinter - wobei das trauigerweise zumindest teilweise stimmen dürfte.

Nochmals Putin: Aktuell wird in dieser sinn- und folgenlosen Feigenblattveranstaltung namens NSA-Untersuchungsausschuss ja diskutiert, ob und wie Snowden befragt werden soll. Eine der Alternativen ist ein Gruppenausflug (man könnte ja auch Lustreise dazu sagen, Moskau soll ja sehr schön sein) des Ausschusses nach Moskau und eine Journalistin fragte allen Ernstes, ob man dann Herr Putin um die Erlaubnis für eine Befragung bitten müsse. Mein Respekt vor Putin wächst seit dieser Zeit ins schier Unermessliche: Das ist ja ein Teufelskerl, ein Tausendsassa! Um was der sich nicht alles gleichzeitig kümmern kann: Krim, Ukraine, russisch-chinesische Gasabkommen, die "Wirtschaftssanktionen" des Westens, nebenbei noch ein bisschen Militär und Innenpolitik und noch so ein paar weitere Kleinigkeiten. Einschließlich des Wunsches eines deutschen Untersuchungsausschusses: Respekt, Respekt, ein Arbeitstag bei ihm muss 96 Stunden haben. Mindestens.

Ziemlich aktuell nochmals zum NSA-Ausschuss: Auf der Liste der zu hörenden Personen steht auch Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook. Klar, er ist der Chef, der Führer, und deshalb weiß er alles. Jedes Detail, jeden Hintergrund, jede kleine Absprache, jede Vereinbarung. Eigenständig und eigenverantwortlich arbeitende Mitarbeiter hat er nicht. Und er ist überzeugter Amerikaner und deshalb höchst daran interessiert, vor einem deutschen Untersuchungsauschuss Rede und Antwort zu den Praktiken der Geheimdienste seines eigenen Landes zu stehen. Ganz gewiss wird er das tun.

Ja, es gibt eine Verantwortung, die eines Unternehmensführers wie auch die eines Politikers. Bei den Erstgenannten sind es die Aktionäre bzw. die Gesellschafter, bei wenigen vielleicht auch noch Mitarbeiter und/oder Umwelt. Und bei den Politikern sind es die Wähler. Und es passiert leider selten genug, dass jemand wegen krasser Fehlentscheidungen die Konsequenzen tragen und seinen Hut nehmen muss. In beiden Bereichen. Aber Verantwortung zu tragen bedeutet nicht, der einzige Initiator zu sein, derjenige, der alle Fäden komplett in der Hand hält und der nur von Marionetten umgeben ist, die ausschließlich dann reagieren, wenn an den Strippen gezogen wird. Es bedeutet nicht, der einzige kompetente Ansprechpartner, der einzige Allwissende zu sein - letzteres ist für die, die an Gott glauben, IHM vorbehalten.

Howgh, ich habe gesprochen.


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#174

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 23.05.2014 20:33
von FRITZE (gelöscht)
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