#81

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:28
von Alfred | 6.859 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #73
Zitat von Feliks D. im Beitrag #69
Die Solispende hätte ich eher nicht erwähnt, aber das ist nur meine pers. Meinung.



ja Feliks, mir fiel auch sofort auf, dass der Betrag etwas mickrig ausfällt, wenn ich die vermutete Bildungs-Qualität der versammelten Damen und Herren vor meinem geistigen Auge vorbei defilieren lasse. Oder war es ein anderer Grund, das zu schreiben ?





Mickrig ?

Vielleicht. Man sollte aber auch bedenken, dass nicht wenige heute noch Kosten von Prozessen u.ä. zu tragen haben bzw. sich die Renten in einen Bereich befinden, wo selbst kleine Spenden nicht leicht fallen.

Jeder der möchte kann das Spendenkonto aufbessern. Auch Feliks.


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#82

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:37
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #81
Zitat von Gert im Beitrag #73
Zitat von Feliks D. im Beitrag #69
Die Solispende hätte ich eher nicht erwähnt, aber das ist nur meine pers. Meinung.



ja Feliks, mir fiel auch sofort auf, dass der Betrag etwas mickrig ausfällt, wenn ich die vermutete Bildungs-Qualität der versammelten Damen und Herren vor meinem geistigen Auge vorbei defilieren lasse. Oder war es ein anderer Grund, das zu schreiben ?





Mickrig ?

Vielleicht. Man sollte aber auch bedenken, dass nicht wenige heute noch Kosten von Prozessen u.ä. zu tragen haben bzw. sich die Renten in einen Bereich befinden, wo selbst kleine Spenden nicht leicht fallen.

Jeder der möchte kann das Spendenkonto aufbessern. Auch Feliks.


Na Alfred das mit dem Spendenkonto für ehemalige Mitglieder des MfS passt wohl besser in ein Forum in dem ihr hauptsächlich unter Euch seit.
Bedenke das in diesem Forum auch User eine denkbar schlechte Erinnerung an das MfS haben. Per PN. kannst Du gern die Ex-Genossen auf das Spendenkonto hinweisen.


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#83

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:38
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Ich tu mich da etwas schwerer ,und sehe es nicht so einfach. Ich denke die Arbeit der Kundschafter und Spione aus beiden Lagern haben dazu mitgeholfen das ich in Deutschland seit 1945 in Frieden leben konnte. Dem Gleichgewicht der Kräfte haben wir das mit zu verdanken. Manche Fehleinschätzung dürfte mit verhindert worden sein. Spionage und Gegenspionage ist seit Bibel Zeiten ein "normales" Geschäft.
Das Risiko ist allen bekannt. Achtung habe ich auf alle Fälle für die welche ihrem Ehrencodex oder aus Überzeugung zu ihrer Tätigkeit stehen.
Mit fliegenden Fahnen zum Gegner überlaufen ,mit ich weiß was, sind für mich die von denen es den guten Spruch gibt: Wer seine Fahne nach jeden neuen Wind gleich stellt ,wer sich zu jedem neuen Staat bekennt , das sind die Praktiker der Welt. Man könnte sie auch Lumpen nennen. Ein Verräter wurde nie geliebt, nur abgeschöpft.@turtle

Peter, das wundert mich nun Überhaupt nicht


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#84

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:44
von Alfred | 6.859 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #82
Zitat von Alfred im Beitrag #81
Zitat von Gert im Beitrag #73
Zitat von Feliks D. im Beitrag #69
Die Solispende hätte ich eher nicht erwähnt, aber das ist nur meine pers. Meinung.



ja Feliks, mir fiel auch sofort auf, dass der Betrag etwas mickrig ausfällt, wenn ich die vermutete Bildungs-Qualität der versammelten Damen und Herren vor meinem geistigen Auge vorbei defilieren lasse. Oder war es ein anderer Grund, das zu schreiben ?





Mickrig ?

Vielleicht. Man sollte aber auch bedenken, dass nicht wenige heute noch Kosten von Prozessen u.ä. zu tragen haben bzw. sich die Renten in einen Bereich befinden, wo selbst kleine Spenden nicht leicht fallen.

Jeder der möchte kann das Spendenkonto aufbessern. Auch Feliks.


Na Alfred das mit dem Spendenkonto für ehemalige Mitglieder des MfS passt wohl besser in ein Forum in dem ihr hauptsächlich unter Euch seit.
Bedenke das in diesem Forum auch User eine denkbar schlechte Erinnerung an das MfS haben. Per PN. kannst Du gern die Ex-Genossen auf das Spendenkonto hinweisen.




Turtle,

auf was ich Hinweise ist doch wohl mir überlassen !


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#85

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #83
Ich tu mich da etwas schwerer ,und sehe es nicht so einfach. Ich denke die Arbeit der Kundschafter und Spione aus beiden Lagern haben dazu mitgeholfen das ich in Deutschland seit 1945 in Frieden leben konnte. Dem Gleichgewicht der Kräfte haben wir das mit zu verdanken. Manche Fehleinschätzung dürfte mit verhindert worden sein. Spionage und Gegenspionage ist seit Bibel Zeiten ein "normales" Geschäft.
Das Risiko ist allen bekannt. Achtung habe ich auf alle Fälle für die welche ihrem Ehrencodex oder aus Überzeugung zu ihrer Tätigkeit stehen.
Mit fliegenden Fahnen zum Gegner überlaufen ,mit ich weiß was, sind für mich die von denen es den guten Spruch gibt: Wer seine Fahne nach jeden neuen Wind gleich stellt ,wer sich zu jedem neuen Staat bekennt , das sind die Praktiker der Welt. Man könnte sie auch Lumpen nennen. Ein Verräter wurde nie geliebt, nur abgeschöpft.@turtle

Peter, das wundert mich nun Überhaupt nicht


Nehme an das ist Humor. Nein ich bin nicht dick . An meiner Figur habe ich lange gearbeitet ,sie ist fast vollkommen.


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#86

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:48
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #84
Zitat von turtle im Beitrag #82
Zitat von Alfred im Beitrag #81
Zitat von Gert im Beitrag #73
Zitat von Feliks D. im Beitrag #69
Die Solispende hätte ich eher nicht erwähnt, aber das ist nur meine pers. Meinung.



ja Feliks, mir fiel auch sofort auf, dass der Betrag etwas mickrig ausfällt, wenn ich die vermutete Bildungs-Qualität der versammelten Damen und Herren vor meinem geistigen Auge vorbei defilieren lasse. Oder war es ein anderer Grund, das zu schreiben ?





Mickrig ?

Vielleicht. Man sollte aber auch bedenken, dass nicht wenige heute noch Kosten von Prozessen u.ä. zu tragen haben bzw. sich die Renten in einen Bereich befinden, wo selbst kleine Spenden nicht leicht fallen.

Jeder der möchte kann das Spendenkonto aufbessern. Auch Feliks.


Na Alfred das mit dem Spendenkonto für ehemalige Mitglieder des MfS passt wohl besser in ein Forum in dem ihr hauptsächlich unter Euch seit.
Bedenke das in diesem Forum auch User eine denkbar schlechte Erinnerung an das MfS haben. Per PN. kannst Du gern die Ex-Genossen auf das Spendenkonto hinweisen.




Turtle,

auf was ich Hinweise ist doch wohl mir überlassen !


Stimmt ,was ich dazu schreibe ist doch auch mir überlassen!


zuletzt bearbeitet 08.05.2014 10:49 | nach oben springen

#87

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:55
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #67
@KARNAK der Gaul, den Du suchst, steht doch schon seit gestern im Stall:

Es wurde doch schon mehrfach deutlich gesagt: Es gibt offene Veranstaltungen und nicht offene. In dem Fall war es eine nicht offene - wo ist das Problem? Geh zu einer offenen Veranstaltung und gut ist.

Mein letzter Beitrag,damit ich mir nicht den absoluten Zorn zuziehe.Viele,auch ich wären an so einer Veranstaltung interessiert und das nur als pure Zuhörer.Notfalls setze ich mich auch in meinen Schlampenschlepper und komme nach Usbekistan,nicht das sich jemand falsche Hoffnungen macht. Also, gibt es einen Termin für eine öffentliche Veranstaltung und die Insider wissen davon,einfach mal den Termin hier einstellen,GAB es eine Nichtöffentliche,ein "KLASSENTREFFEN" wer braucht schon so einen Termin,dann einen aussagekräftigen Beitrag dazu,nach Fotos traue ich mich gar nicht zu fragen.Dann ist alles schick und"Es gibt nicht so viel Verwirrung hier"
Damit klinke ich mich aus dem Thema aus,will niemanden ärgern.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 08.05.2014 11:02 | nach oben springen

#88

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 10:58
von turtle | 6.961 Beiträge

Aus einer Info wurde nun ein Selbstläufer. Nein nichts Neues ,man braucht bloß das MfS mit ins Spiel bringen ,schon kann man davon ausgehen das pro und kontra sich eine Weile hochschaukeln. So kommt immer wieder Dynamik in das Forum.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#89

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 11:03
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #87



Mein letzter Beitrag,damit ich mir nicht den absoluten Zorn zuziehe.Viele,auch ich wären an so einer Veranstaltung interessiert und das nur als pure Zuhörer.Also, gibt es einen Termin für eine öffentliche Veranstaltung und die Insider wissen davon,einfach mal den Termin hier einstellen,GAB es eine Nichtöffentliche,ein "KLASSENTREFFEN" wer braucht schon so einen Termin,dann einen aussagekräftigen Termin dazu,nach Fotos traue ich mich gar nicht zu fragen.Dann ist alles schick und"Es gibt nicht so viel Verwirrung hier"
Damit klinke ich mich aus dem Thema aus,will niemanden ärgern.


Nächster Termin:

14. Mai 2014 um 15 Uhr spricht

Rainer Rupp

DDR-Kundschafter im NATO-Hauptquartier, auf einer Veranstaltung in Rostock im Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim Gorki-Straße 52,
über das Thema

Aggressionen u. Interventionen der NATO


seaman


werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.05.2014 11:21 | nach oben springen

#90

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 11:05
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #89
Zitat von KARNAK im Beitrag #87



Mein letzter Beitrag,damit ich mir nicht den absoluten Zorn zuziehe.Viele,auch ich wären an so einer Veranstaltung interessiert und das nur als pure Zuhörer.Also, gibt es einen Termin für eine öffentliche Veranstaltung und die Insider wissen davon,einfach mal den Termin hier einstellen,GAB es eine Nichtöffentliche,ein "KLASSENTREFFEN" wer braucht schon so einen Termin,dann einen aussagekräftigen Termin dazu,nach Fotos traue ich mich gar nicht zu fragen.Dann ist alles schick und"Es gibt nicht so viel Verwirrung hier"
Damit klinke ich mich aus dem Thema aus,will niemanden ärgern.


Nächster Termin:

14. Mai um 15 Uhr spricht

Rainer Rupp

DDR-Kundschafter im NATO-Hauptquartier, auf einer Veranstaltung in Rostock im Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim Gorki-Straße 52,
über das Thema

Aggressionen u. Interventionen der NATO


seaman




Wenn das kein Service ist,mal sehen,wenn ich mich schon so weit aus dem Fenster gelehnt habe.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 08.05.2014 11:06 | nach oben springen

#91

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 15:42
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #81
< ... cut ... >Jeder der möchte kann das Spendenkonto aufbessern. Auch Feliks.

Feliks D. war doch gar kein Spion, oder? Die Spende beträfe ka die Klassenkassa, sozusagen. Und für eine fremde Klasse hatte ich nie gespendet.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 08.05.2014 15:45 | nach oben springen

#92

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 15:54
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #36
@Merkur, ich möchte Dir mal eine vielleicht primitive einfache Frage stellen. Was mir so als ehemaliger verfolgter DDR-Bürger, auch heute noch durch den Kopf geht, bei Euren Treffen war doch jede Sparte vertreten, ihr wusstet doch fast alles, warum konntet ihr den Untergang beizeiten nicht verhindern? Ihr habt doch bestimmt auch darüber gesprochen! Ihr habt doch das Ohr an der Masse gehabt und hättet doch schon seit 1986 wissen müssen das die Karre im Dreck stecken bleibt! Wo waren Eure gegen Maßnahmen( meine nicht das einbuchten von gewissen Gruppen), sondern Maßnahmen die Hand und Fuß hatten, vielleicht auch gegen die Herren Oberen? Nun bitte schiebt nicht alles auf den Betonklotz euren Minister! Ihr wart Viele! Oder war es einfach Angst an zuecken ? Die Frage von mir fasse bitte nicht als Provokation von mir auf, sie ist ehrlich gemeint! Würde mich und vielleicht auch andere hier im Forum interessieren! Kannst mir auch sagen das Du es nicht beantworten möchtest, dann weiß ich Bescheid und werte Dich nicht mehr fragen! Wen ja, da sage ich schon Danke im Voraus !
Grüsse steffen52


Sicher hätten sich das MfS oder die bewaffneten Organe insgesamt gegen diesen "Untergang" stellen können. Allerdings kam (Waffen-) Gewalt zur Lösung politischer Probleme gegen das Volk überhaupt nicht in Betracht. Die Mitarbeiter des MfS kamen aus dem Volk und waren dort über die Familie, Freunde usw. fest verwurzelt. Diese Lösung hat im MfS niemand gewollt.
Natürlich wusste man in der Führung des Ministeriums in den 80er Jahren, welchen Kurs das Schiff DDR nimmt, falls es keine wegweisenden Veränderungen gibt. Ich mache das mal am Bsp. der Volkswirtschaft deutlich:
Das MfS hat oft genug die politisch Verantwortlichen auf Missstände, Mängel, Gefahren und Entwicklungstendenzen in der Volkswirtschaft hingewiesen. Durch ungeschminkte Berichterstattung der IM war der Linie XVIII die reale Lage in der Volkswirtschaft durchaus bewusst.
1989 stellte sich der Linie XVIII die Lage wie folgt dar (es war katastrophal):

Die ökonomische Stabilität und damit die politische Stabilität zu gewährleisten erforderte ein dynamisch wachsendes Nationaleinkommen (erforderlich waren mindestens 4 %) und damit ein hohes verteilbares Endprodukt zur guten Versorgung der Bevölkerung, zur materiell-technischen Sicherstellung der Produktion und der Erfüllung der Exportaufgaben. Die erforderliche Zunahme des Nationaleinkommens hätte ausschließlich durch die Steigerung der Arbeitsproduktivität erzielt werden müssen, andere Wachstumsquellen standen weder heute noch morgen zur Verfügung.

Bei der Erfüllung der Außenhandelsaufgaben sah man sich bereits mit dem Plan 1990 mit völlig neuen Bedingungen auf den Außenmärkten konfrontiert. Hinzu kam aber noch, dass die Exportzielstellungen des Fünfjahrplanes 1986 bis 1990 bisher in erheblichen Größenordnungen unterschritten wurden und dem gegenüber die beschlossene Linie zur Reduzierung der NSW-Importe nicht eingehalten wurde, sondern gegenüber 1985 noch eine Steigerung der NSW-Importe um ca. 40 % erfolgte.
Diese NSW-Importe wurden zum überwiegenden Teil für die Materialversorgung bzw. Konsumtion eingesetzt und nicht, wie erforderlich, für technische Neu- und Ersatzausrüstung in der verarbeitenden Industrie, wodurch die Abhängigkeiten bei wichtigen Material- und Versorgungspositionen gegenüber dem NSW weiter gestiegen waren.
Diese für die DDR ungünstige Entwicklung der zu geringen Valutaeinnahmen gegenüber den hohen wachsenden Zahlungsverpflichtungen für die

- Begleichung von Zinsen
- Tilgung von Krediten
- Finanzierung von Importen
- Sicherung der Bargeldbilanz

hatte dazu geführt, dass sich die seit den 70er Jahren bestehenden Probleme bei der Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit in den letzten Jahren bedeutend verschärft hatten. Die Zahlungsfähigkeit der DDR konnte nur mit wachsenden Anstrengungen und unter immer komplizierteren Bedingungen gesichert werden und war 1989 gefährdet.
Dabei war klar, dass die Gewährleistung unserer Zahlungsfähigkeit eine Frage der Existenz des Sozialismus in der DDR darstellte.

Die den Beschlüssen des XI. Parteitages zugrundeliegenden Zielstellungen konnten nicht in ausreichendem Maße erfüllt werden. Ursache war u. a., dass die Konzentration der Mittel auf Schlüsseltechnologien nicht zu einer entsprechenden Erhöhung der Effektivität des volkswirtschaftlichen Reproduktionsprozesses führte, weil die zur Verfügung stehende Akkumulationskraft im Ergebnis des überproportionalen Wachstums der gesellschaftlichen Konsumtion nicht ausreichte, um die für die Überleitung von wissenschaftlich-technischen Ergebnissen erforderlichen Investitionen vollständig zu realisieren.
Bei einer insgesamt rückläufigen Entwicklung der Akkumulationsrate von 22,2 % im Zeitraum 1981-1985 und voraussichtlich 20,6 % im Zeitraum 1986-1990 ging der Anteil der produktiven Akkumulation am Nationaleinkommen von 9,9 % im Zeitraum von 1981-1985 auf 9,6 % im Zeitraum 1986-1990 zurück.

In der jüngsten Vergangenheit wurde die Inbetriebnahme von Kapazitäten aus Investitionsvorhaben von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung trotz der angespannten Lage nicht in vollem Umfang gewährleistet. Der Bestand an unvollendeten Investitionen war 1988 insgesamt auf 71,5 Milliarden Mark angewachsen, dass waren z. B. 82 % des Investitionsvolumens des Jahres 1988.
Bei der Investitionsdurchführung des Staatsplanes bestanden 1989 unsaldierte Rückstände in Höhe von 295 Millionen Mark bei 39 Vorhaben.

Die wachsenden Leistungen im Bauwesen mussten bei erheblichen Arbeitskräfterückgang erbracht werden, der durch eine Arbeitsproduktivitätssteigerung auf ca. 130 % ausgeglichen werden musste. Es war zu berücksichtigen, dass es nicht möglich war, die erforderlichen Investitionen, insbesondere an mobiler Technik, für das Bauwesen bereitzustellen. Im Ergebnis erhöhte sich der Verschleißgrad der Ausrüstungen im Bauwesen von 62,5 % im Jahre 1985 auf 67,0 % im Jahre 1988 und lag damit um 13 % über der Industrie. 1987 erreichte das Ausrüstungsvolumen nur noch ca. 60 % des Niveaus von 1975.

Insgesamt war in der Industrie fast ein Drittel des verfügbaren Investitionsvolumens für die Entwicklung und Anwendung der Schlüsseltechnologien, darunter ein hoher Anteil für die Mikroelektronik eingesetzt.
Japanische Konzerne produzieren z. B. in einer Speicherfabrik 10 Millionen Schaltkreise eines Typs im Monat. In der DDR lag dem gegenüber 1989 eine Jahresstückzahl von 500.000 Speicherschaltkreisen von 256 Kilobit zugrunde, die auf Ausrüstungen zur Verfahrensentwicklung im Forschungszentrum Mikroelektronik im VEB Carl Zeiss produziert wurden. Damit waren die einmaligen Aufwendungen in der DDR auf eine weit geringere Produktionshöhe umzuschlagen als international üblich.
Berechnungen der Forschungsstelle des MfWT ergaben, dass Produktionsvolumina bis zu 1 Million Mark für Neuentwicklungen gewissermaßen die kritische Grenze waren, bis zu der der einmalige Fondsvorschuß für Vorleistungen unter keinen Umständen zurückfließen konnte.
Aus der international nicht üblichen Typenvielfalt bei niedrigen Losgrößen und den damit verbundenen häufigen Umstellungsprozessen der Produktionsanlagen ergaben sich negative Einflüsse auf die erreichbare Ausbeute, die sich in weiteren Kostenerhöhungen auswirkten.
Wie zeigt sich das z. B. beim 256-Kilobit-Speicherschaltkreis: Sein Einsatz in elektronischen Geräten, Anlagen und Systemen brachte bedeutende Einsparungen an Material, Zeit, Platz und Gewicht gegenüber Vorläufertypen bzw. einer Realisierung mit diskreten elektronischen Bauelementen. Während der materialökonomische Vorteil sowie die Reduzierung des Arbeitszeitaufwandes bei der Verarbeitung eines solchen Speichers im Gerät sofort sichtbar waren, warf das Kostenniveau des Schaltkreises ernste Fragen nach dem gesellschaftlich notwendigem Aufwand für seine Herstellung auf:

- Betriebspreis 534 Mark
- Industrieabgabepreis 16,80 Mark.

Dem gegenüber betrug der Marktpreis des 256-Kilobit-Speichers international zwischen 2 und 4 Dollar. Der hohe Arbeitspreis bedeutete, dass praktisch jeder eingesetzte Schaltkreis vom Anwender mit weniger als 20 Mark und aus dem Staatshaushalt mit mehr als 500 Mark bezahlt wurde. 1989 wurden laut Plan 500.000 Stück 256-Kilobit-Speicher produziert, deren Einsatz mit rund 258 Millionen Mark aus dem Staatshaushalt gestützt wurde.
Es war offensichtlich, dass eine solche Kosten-Preis-Relation sowohl in der Herstellung der Schaltkreise als auch bei ihrer Anwendung keineswegs volkswirtschaftlichen Effektivitätsmaßstäben entsprach.
Die zum internationalen Vergleich vielfachen Kosten für mikroelektronische Bauelemente resultierten einerseits aus den DDR-spezifischen Faktoren, andererseits aber vor allen Dingen aus der ungenügenden Zusammenarbeit im RGW, besonders mit der UdSSR.

Auf dem Gebiet der Kohle- und Energiewirtschaft, bezogen auf den Zustand einiger bedeutender Grundmittel, war die Lage wie folgt zu charakterisieren:
Nur etwa 50 % der Kraftwerksleistung für die Elektroenergieerzeugung der DDR wurde in neuen, leistungsstarken Anlagen (Kohle- und Kernkraftwerke) erzeugt. Die Altersstruktur der für die Elektroenergie, Prozessdampf- und Wärmeversorgung eingesetzten Dampfkessel und Turbinen und die Erhaltung dieser Leistungen in Braunkohlekraftwerken erforderte die Erneuerung durch Instandhaltung und Rekonstruktion, um einen Weiterbetrieb für eine Periode von ca. 25 Jahren zu sichern. Es wurden z. B. ca. 3000 MW in Dampfturbinen, die bereits über 30 Jahre alt waren, produziert, es gab aber auch Dampfturbinen, die bereits über 70 Jahre alt waren. Die Altersstruktur der Kraftwerksanlagen wies ca. 40 % Kapazitäten aus, die die technisch zulässige Grenze der Betriebszeit erreicht bzw. überschritten hatten.
Von der Mehrzahl der 100-MW-Blöcke wurde die technisch zulässige Grenze der Betriebszeit 1989 überschritten. Das Durchschnittsalter der vorhandenen 49 Brikettfabriken betrug 75 Jahre, 21 Brikettfabriken waren älter als 80 Jahre.
Die Schwelereien Espenhain, Böhlen und Deuben wurden im Zeitraum 1936 bis 1942 errichtet. Sie waren stark überaltert und physisch verschlissen. Das führte zu erheblichen Konsequenzen für die Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen, was sich in einer Vielzahl von Eingaben von Bürgern sowohl zu den bestehenden Arbeitsbedingungen, als auch zu den daraus resultierenden erheblichen Umweltbelastungen ausdrückte.
Infolge des desolaten Zustandes der Grundfonds war eine besondere Gefährdung durch Brände, Havarien und Störungen gegeben.

In der Landwirtschaft war folgender Zustand zu verzeichnen:
Der Anteil überalterter (voll abgeschriebener), aber für die Produktion benötigter Technik nahm unerträglich zu. Er erreichte 1990 insgesamt 40 %. 1987 betrug der Verschleißgrad bei Ausrüstungen bereits 65 %. Das hatte eine zunehmende Störanfälligkeit und einen enorm steigenden Aufwand für die Instandhaltung und Ersatzteilversorgung zur Folge. 1988 waren die Instandhaltungskosten bereits 38 % höher als 1980 und der Bedarf an Ersatzteilen war um 39 % höher. Schwerpunkte waren mit 39 % Überalterung der Traktoren, mit 59 % der LKW mit 54 % der Lader oder die Anhänger mit über 50 %. Eine zunehmend ernste Lage war in der Tierproduktion entstanden. In der Milchproduktion arbeiteten z. B. 42 % der Werktätigen unter erschwerten Bedingungen mit überwiegender Handarbeit. Das hatte zur Konsequenz, dass es immer schwerer wurde, diese Arbeitsplätze zu besetzen, zumal die Stallarbeitsmaschinen im Bestand und in den Parametern nicht ausreichten und zu 69 % überaltert waren.
Hinzu kam der zunehmende Verschleißgrad der Melk- und Milchbehandlungstechnik. Von den vorhandenen 119 Anlagen mussten 40 eigentlich ersetzt werden, die fehlende Kältetechnik in einer Reihe von LPGen und der zunehmende Verschleiß von Flaschenlinien für die Trinkmilchversorgung (von 168 waren 72 verschlissen/Zuführungen pro Jahr 5) machten deutlich, dass die Situation in der Nahrungsgüterwirtschaft äußerst kompliziert war. So arbeiteten in der Fleisch- und Kühlwirtschaft 112 Betriebe in der Hygienekategorie III und 50 Betriebe nur mit Ausnahmegenehmigungen.
Das wirkte sich z. T. Auf den Export aus. So hatte ein Vertreter der EG bei einer Inspektion im Bezirksfleischkombinat Eisenhüttenstadt erhebliche Mängel festgestellt und deshalb die Entscheidung über die Exportwürdigkeit nicht erteilt.

Einige Bemerkungen zur Auslastung der Arbeitszeit:
1988 stiegen die Ausfallzeiten gegenüber 1987 in den produzierenden Bereichen um 19,6 Millionen Stunden auf 1,35 Milliarden an, bzw. je Arbeiter und Angestellter um 3,6 % auf 261,6 Stunden und entsprachen einem Arbeitsvermögen von ca. 230.000 Werktätigen. Die Konsequenzen dürften einleuchtend sein.
Um es deutlich zu machen: In 9 Monaten waren im Kombinat Schuhe 156.000 Stunden Warte- und Stillstandszeiten und 205.000 Stunden Ausfallzeiten zu verzeichnen, dass entsprach einem Leistungsverlust von 30 Millionen Mark. Hauptsächliche Gründe waren:

- Arbeitsbefreiung aufgrund ärztlicher Atteste
- unbezahlte Freistellung
- fehlende materiell-technische Sicherstellung
- Warte- und Stillstandszeiten und
- unentschuldigtes Fehlen.

Darüber hinaus gab es aus Betrieben, in denen die Inspektion des Staatssekretariats für Arbeit und Löhne Untersuchungen durchführte, Hinweise dafür, dass die tatsächlichen Ausfallzeiten noch höher, als offiziell ausgewiesen waren.

Über diese maßgeblichen Tendenzen hat das MfS die politisch Verantwortlichen informiert. Dort wurde allerdings über Jahre vieles ignoriert und es wurden nicht die notwendigen Veränderungen herbeigeführt. Das MfS konnte nur informieren, die Maßnahmen hätte die Politik treffen müssen.
Was sollten die Mitarbeiter dieses militärischen Schutz- und Sicherheitsorgans tun ? Putschen kam für Angehörigen des MfS nicht infrage, obwohl es Gespräche über notwendige Veränderungen gegeben hat, auch über personelle Möglichkeiten. Diese wurden aber im kleinen Kreise geführt und nicht umgesetzt. Und so gab es dann im wesentlichen zwei Hoffnungen:

1. Unterstützung durch den großen Bruder in Moskau und
2. Veränderungen durch die biologische Lösung in der Partei- und Staatsführung.

Das Moskau die DDR verraten und verkaufen würde, hatte im MfS wohl niemand im Sinn. Auch die HV A konnte im Ausland keine Hinweise auf den Exitus der DDR gewinnen. Und so kamen die Wende und das Ende der DDR völlig überraschend.



polsam, küchenbulle, seaman und furry haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 16:44
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #92
Zitat von steffen52 im Beitrag #36
@Merkur, ich möchte Dir mal eine vielleicht primitive einfache Frage stellen. Was mir so als ehemaliger verfolgter DDR-Bürger, auch heute noch durch den Kopf geht, bei Euren Treffen war doch jede Sparte vertreten, ihr wusstet doch fast alles, warum konntet ihr den Untergang beizeiten nicht verhindern? Ihr habt doch bestimmt auch darüber gesprochen! Ihr habt doch das Ohr an der Masse gehabt und hättet doch schon seit 1986 wissen müssen das die Karre im Dreck stecken bleibt! Wo waren Eure gegen Maßnahmen( meine nicht das einbuchten von gewissen Gruppen), sondern Maßnahmen die Hand und Fuß hatten, vielleicht auch gegen die Herren Oberen? Nun bitte schiebt nicht alles auf den Betonklotz euren Minister! Ihr wart Viele! Oder war es einfach Angst an zuecken ? Die Frage von mir fasse bitte nicht als Provokation von mir auf, sie ist ehrlich gemeint! Würde mich und vielleicht auch andere hier im Forum interessieren! Kannst mir auch sagen das Du es nicht beantworten möchtest, dann weiß ich Bescheid und werte Dich nicht mehr fragen! Wen ja, da sage ich schon Danke im Voraus !
Grüsse steffen52


Sicher hätten sich das MfS oder die bewaffneten Organe insgesamt gegen diesen "Untergang" stellen können. Allerdings kam (Waffen-) Gewalt zur Lösung politischer Probleme gegen das Volk überhaupt nicht in Betracht. Die Mitarbeiter des MfS kamen aus dem Volk und waren dort über die Familie, Freunde usw. fest verwurzelt. Diese Lösung hat im MfS niemand gewollt.
Natürlich wusste man in der Führung des Ministeriums in den 80er Jahren, welchen Kurs das Schiff DDR nimmt, falls es keine wegweisenden Veränderungen gibt. Ich mache das mal am Bsp. der Volkswirtschaft deutlich:
Das MfS hat oft genug die politisch Verantwortlichen auf Missstände, Mängel, Gefahren und Entwicklungstendenzen in der Volkswirtschaft hingewiesen. Durch ungeschminkte Berichterstattung der IM war der Linie XVIII die reale Lage in der Volkswirtschaft durchaus bewusst.
1989 stellte sich der Linie XVIII die Lage wie folgt dar (es war katastrophal):

Die ökonomische Stabilität und damit die politische Stabilität zu gewährleisten erforderte ein dynamisch wachsendes Nationaleinkommen (erforderlich waren mindestens 4 %) und damit ein hohes verteilbares Endprodukt zur guten Versorgung der Bevölkerung, zur materiell-technischen Sicherstellung der Produktion und der Erfüllung der Exportaufgaben. Die erforderliche Zunahme des Nationaleinkommens hätte ausschließlich durch die Steigerung der Arbeitsproduktivität erzielt werden müssen, andere Wachstumsquellen standen weder heute noch morgen zur Verfügung.

Bei der Erfüllung der Außenhandelsaufgaben sah man sich bereits mit dem Plan 1990 mit völlig neuen Bedingungen auf den Außenmärkten konfrontiert. Hinzu kam aber noch, dass die Exportzielstellungen des Fünfjahrplanes 1986 bis 1990 bisher in erheblichen Größenordnungen unterschritten wurden und dem gegenüber die beschlossene Linie zur Reduzierung der NSW-Importe nicht eingehalten wurde, sondern gegenüber 1985 noch eine Steigerung der NSW-Importe um ca. 40 % erfolgte.
Diese NSW-Importe wurden zum überwiegenden Teil für die Materialversorgung bzw. Konsumtion eingesetzt und nicht, wie erforderlich, für technische Neu- und Ersatzausrüstung in der verarbeitenden Industrie, wodurch die Abhängigkeiten bei wichtigen Material- und Versorgungspositionen gegenüber dem NSW weiter gestiegen waren.
Diese für die DDR ungünstige Entwicklung der zu geringen Valutaeinnahmen gegenüber den hohen wachsenden Zahlungsverpflichtungen für die

- Begleichung von Zinsen
- Tilgung von Krediten
- Finanzierung von Importen
- Sicherung der Bargeldbilanz

hatte dazu geführt, dass sich die seit den 70er Jahren bestehenden Probleme bei der Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit in den letzten Jahren bedeutend verschärft hatten. Die Zahlungsfähigkeit der DDR konnte nur mit wachsenden Anstrengungen und unter immer komplizierteren Bedingungen gesichert werden und war 1989 gefährdet.
Dabei war klar, dass die Gewährleistung unserer Zahlungsfähigkeit eine Frage der Existenz des Sozialismus in der DDR darstellte.

Die den Beschlüssen des XI. Parteitages zugrundeliegenden Zielstellungen konnten nicht in ausreichendem Maße erfüllt werden. Ursache war u. a., dass die Konzentration der Mittel auf Schlüsseltechnologien nicht zu einer entsprechenden Erhöhung der Effektivität des volkswirtschaftlichen Reproduktionsprozesses führte, weil die zur Verfügung stehende Akkumulationskraft im Ergebnis des überproportionalen Wachstums der gesellschaftlichen Konsumtion nicht ausreichte, um die für die Überleitung von wissenschaftlich-technischen Ergebnissen erforderlichen Investitionen vollständig zu realisieren.
Bei einer insgesamt rückläufigen Entwicklung der Akkumulationsrate von 22,2 % im Zeitraum 1981-1985 und voraussichtlich 20,6 % im Zeitraum 1986-1990 ging der Anteil der produktiven Akkumulation am Nationaleinkommen von 9,9 % im Zeitraum von 1981-1985 auf 9,6 % im Zeitraum 1986-1990 zurück.

In der jüngsten Vergangenheit wurde die Inbetriebnahme von Kapazitäten aus Investitionsvorhaben von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung trotz der angespannten Lage nicht in vollem Umfang gewährleistet. Der Bestand an unvollendeten Investitionen war 1988 insgesamt auf 71,5 Milliarden Mark angewachsen, dass waren z. B. 82 % des Investitionsvolumens des Jahres 1988.
Bei der Investitionsdurchführung des Staatsplanes bestanden 1989 unsaldierte Rückstände in Höhe von 295 Millionen Mark bei 39 Vorhaben.

Die wachsenden Leistungen im Bauwesen mussten bei erheblichen Arbeitskräfterückgang erbracht werden, der durch eine Arbeitsproduktivitätssteigerung auf ca. 130 % ausgeglichen werden musste. Es war zu berücksichtigen, dass es nicht möglich war, die erforderlichen Investitionen, insbesondere an mobiler Technik, für das Bauwesen bereitzustellen. Im Ergebnis erhöhte sich der Verschleißgrad der Ausrüstungen im Bauwesen von 62,5 % im Jahre 1985 auf 67,0 % im Jahre 1988 und lag damit um 13 % über der Industrie. 1987 erreichte das Ausrüstungsvolumen nur noch ca. 60 % des Niveaus von 1975.

Insgesamt war in der Industrie fast ein Drittel des verfügbaren Investitionsvolumens für die Entwicklung und Anwendung der Schlüsseltechnologien, darunter ein hoher Anteil für die Mikroelektronik eingesetzt.
Japanische Konzerne produzieren z. B. in einer Speicherfabrik 10 Millionen Schaltkreise eines Typs im Monat. In der DDR lag dem gegenüber 1989 eine Jahresstückzahl von 500.000 Speicherschaltkreisen von 256 Kilobit zugrunde, die auf Ausrüstungen zur Verfahrensentwicklung im Forschungszentrum Mikroelektronik im VEB Carl Zeiss produziert wurden. Damit waren die einmaligen Aufwendungen in der DDR auf eine weit geringere Produktionshöhe umzuschlagen als international üblich.
Berechnungen der Forschungsstelle des MfWT ergaben, dass Produktionsvolumina bis zu 1 Million Mark für Neuentwicklungen gewissermaßen die kritische Grenze waren, bis zu der der einmalige Fondsvorschuß für Vorleistungen unter keinen Umständen zurückfließen konnte.
Aus der international nicht üblichen Typenvielfalt bei niedrigen Losgrößen und den damit verbundenen häufigen Umstellungsprozessen der Produktionsanlagen ergaben sich negative Einflüsse auf die erreichbare Ausbeute, die sich in weiteren Kostenerhöhungen auswirkten.
Wie zeigt sich das z. B. beim 256-Kilobit-Speicherschaltkreis: Sein Einsatz in elektronischen Geräten, Anlagen und Systemen brachte bedeutende Einsparungen an Material, Zeit, Platz und Gewicht gegenüber Vorläufertypen bzw. einer Realisierung mit diskreten elektronischen Bauelementen. Während der materialökonomische Vorteil sowie die Reduzierung des Arbeitszeitaufwandes bei der Verarbeitung eines solchen Speichers im Gerät sofort sichtbar waren, warf das Kostenniveau des Schaltkreises ernste Fragen nach dem gesellschaftlich notwendigem Aufwand für seine Herstellung auf:

- Betriebspreis 534 Mark
- Industrieabgabepreis 16,80 Mark.

Dem gegenüber betrug der Marktpreis des 256-Kilobit-Speichers international zwischen 2 und 4 Dollar. Der hohe Arbeitspreis bedeutete, dass praktisch jeder eingesetzte Schaltkreis vom Anwender mit weniger als 20 Mark und aus dem Staatshaushalt mit mehr als 500 Mark bezahlt wurde. 1989 wurden laut Plan 500.000 Stück 256-Kilobit-Speicher produziert, deren Einsatz mit rund 258 Millionen Mark aus dem Staatshaushalt gestützt wurde.
Es war offensichtlich, dass eine solche Kosten-Preis-Relation sowohl in der Herstellung der Schaltkreise als auch bei ihrer Anwendung keineswegs volkswirtschaftlichen Effektivitätsmaßstäben entsprach.
Die zum internationalen Vergleich vielfachen Kosten für mikroelektronische Bauelemente resultierten einerseits aus den DDR-spezifischen Faktoren, andererseits aber vor allen Dingen aus der ungenügenden Zusammenarbeit im RGW, besonders mit der UdSSR.

Auf dem Gebiet der Kohle- und Energiewirtschaft, bezogen auf den Zustand einiger bedeutender Grundmittel, war die Lage wie folgt zu charakterisieren:
Nur etwa 50 % der Kraftwerksleistung für die Elektroenergieerzeugung der DDR wurde in neuen, leistungsstarken Anlagen (Kohle- und Kernkraftwerke) erzeugt. Die Altersstruktur der für die Elektroenergie, Prozessdampf- und Wärmeversorgung eingesetzten Dampfkessel und Turbinen und die Erhaltung dieser Leistungen in Braunkohlekraftwerken erforderte die Erneuerung durch Instandhaltung und Rekonstruktion, um einen Weiterbetrieb für eine Periode von ca. 25 Jahren zu sichern. Es wurden z. B. ca. 3000 MW in Dampfturbinen, die bereits über 30 Jahre alt waren, produziert, es gab aber auch Dampfturbinen, die bereits über 70 Jahre alt waren. Die Altersstruktur der Kraftwerksanlagen wies ca. 40 % Kapazitäten aus, die die technisch zulässige Grenze der Betriebszeit erreicht bzw. überschritten hatten.
Von der Mehrzahl der 100-MW-Blöcke wurde die technisch zulässige Grenze der Betriebszeit 1989 überschritten. Das Durchschnittsalter der vorhandenen 49 Brikettfabriken betrug 75 Jahre, 21 Brikettfabriken waren älter als 80 Jahre.
Die Schwelereien Espenhain, Böhlen und Deuben wurden im Zeitraum 1936 bis 1942 errichtet. Sie waren stark überaltert und physisch verschlissen. Das führte zu erheblichen Konsequenzen für die Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen, was sich in einer Vielzahl von Eingaben von Bürgern sowohl zu den bestehenden Arbeitsbedingungen, als auch zu den daraus resultierenden erheblichen Umweltbelastungen ausdrückte.
Infolge des desolaten Zustandes der Grundfonds war eine besondere Gefährdung durch Brände, Havarien und Störungen gegeben.

In der Landwirtschaft war folgender Zustand zu verzeichnen:
Der Anteil überalterter (voll abgeschriebener), aber für die Produktion benötigter Technik nahm unerträglich zu. Er erreichte 1990 insgesamt 40 %. 1987 betrug der Verschleißgrad bei Ausrüstungen bereits 65 %. Das hatte eine zunehmende Störanfälligkeit und einen enorm steigenden Aufwand für die Instandhaltung und Ersatzteilversorgung zur Folge. 1988 waren die Instandhaltungskosten bereits 38 % höher als 1980 und der Bedarf an Ersatzteilen war um 39 % höher. Schwerpunkte waren mit 39 % Überalterung der Traktoren, mit 59 % der LKW mit 54 % der Lader oder die Anhänger mit über 50 %. Eine zunehmend ernste Lage war in der Tierproduktion entstanden. In der Milchproduktion arbeiteten z. B. 42 % der Werktätigen unter erschwerten Bedingungen mit überwiegender Handarbeit. Das hatte zur Konsequenz, dass es immer schwerer wurde, diese Arbeitsplätze zu besetzen, zumal die Stallarbeitsmaschinen im Bestand und in den Parametern nicht ausreichten und zu 69 % überaltert waren.
Hinzu kam der zunehmende Verschleißgrad der Melk- und Milchbehandlungstechnik. Von den vorhandenen 119 Anlagen mussten 40 eigentlich ersetzt werden, die fehlende Kältetechnik in einer Reihe von LPGen und der zunehmende Verschleiß von Flaschenlinien für die Trinkmilchversorgung (von 168 waren 72 verschlissen/Zuführungen pro Jahr 5) machten deutlich, dass die Situation in der Nahrungsgüterwirtschaft äußerst kompliziert war. So arbeiteten in der Fleisch- und Kühlwirtschaft 112 Betriebe in der Hygienekategorie III und 50 Betriebe nur mit Ausnahmegenehmigungen.
Das wirkte sich z. T. Auf den Export aus. So hatte ein Vertreter der EG bei einer Inspektion im Bezirksfleischkombinat Eisenhüttenstadt erhebliche Mängel festgestellt und deshalb die Entscheidung über die Exportwürdigkeit nicht erteilt.

Einige Bemerkungen zur Auslastung der Arbeitszeit:
1988 stiegen die Ausfallzeiten gegenüber 1987 in den produzierenden Bereichen um 19,6 Millionen Stunden auf 1,35 Milliarden an, bzw. je Arbeiter und Angestellter um 3,6 % auf 261,6 Stunden und entsprachen einem Arbeitsvermögen von ca. 230.000 Werktätigen. Die Konsequenzen dürften einleuchtend sein.
Um es deutlich zu machen: In 9 Monaten waren im Kombinat Schuhe 156.000 Stunden Warte- und Stillstandszeiten und 205.000 Stunden Ausfallzeiten zu verzeichnen, dass entsprach einem Leistungsverlust von 30 Millionen Mark. Hauptsächliche Gründe waren:

- Arbeitsbefreiung aufgrund ärztlicher Atteste
- unbezahlte Freistellung
- fehlende materiell-technische Sicherstellung
- Warte- und Stillstandszeiten und
- unentschuldigtes Fehlen.

Darüber hinaus gab es aus Betrieben, in denen die Inspektion des Staatssekretariats für Arbeit und Löhne Untersuchungen durchführte, Hinweise dafür, dass die tatsächlichen Ausfallzeiten noch höher, als offiziell ausgewiesen waren.

Über diese maßgeblichen Tendenzen hat das MfS die politisch Verantwortlichen informiert. Dort wurde allerdings über Jahre vieles ignoriert und es wurden nicht die notwendigen Veränderungen herbeigeführt. Das MfS konnte nur informieren, die Maßnahmen hätte die Politik treffen müssen.
Was sollten die Mitarbeiter dieses militärischen Schutz- und Sicherheitsorgans tun ? Putschen kam für Angehörigen des MfS nicht infrage, obwohl es Gespräche über notwendige Veränderungen gegeben hat, auch über personelle Möglichkeiten. Diese wurden aber im kleinen Kreise geführt und nicht umgesetzt. Und so gab es dann im wesentlichen zwei Hoffnungen:

1. Unterstützung durch den großen Bruder in Moskau und
2. Veränderungen durch die biologische Lösung in der Partei- und Staatsführung.

Das Moskau die DDR verraten und verkaufen würde, hatte im MfS wohl niemand im Sinn. Auch die HV A konnte im Ausland keine Hinweise auf den Exitus der DDR gewinnen. Und so kamen die Wende und das Ende der DDR völlig überraschend.






@Merkur , ein sehr interessanter Einblick in die Wirtschaft der DDR der letzten Tage. Erschreckend für mich zum Teil der Zustand der Industrieanlagen aus der Vorkriegszeit. D.h. es wurden in vielen Anlagen keine Erneuerungsinvestitionen getätigt, man fuhr am Schluss auf der
Felge., man fuhr auf Verschleiss auf Teufel komm raus.
Nun knüpfe ich mal an an die Diskussionen danach und die Bemühungen der Treuhand, solche Produktionsbetriebe und Anlagen zu Geld zu machen, an. Wer sollte solchen Schrott noch kaufen ? Warum wird angesichts solcher Zustände der Treuhand vorgeworfen, das DDR Volksvermögen "verschleudert " zu haben ? Das passt doch hinten und vorne nicht zusammen, wie einige in der Vergangenheit die Treuhand hier darstellten. Auch meine persönlichen Beobachtung bei DDR Besuchen passen in dieses Bild,"Die DDR wurde auf Verschleiss gefahren " bis es nicht mehr ging. Das fing schon an beim Zustand der Autobahn bei Eisenach, wenn ich die Grenze passiert hatte. Da lagen Welten zwischen der auf hessischer Seite anzutreffenden Autobahn und der thüringischen. Und wenn die nicht vor dem 2.Weltkrieg gebaut worden wären, wäre da gar keine Autobahn gewesen. Desweiteren habe ich Erfahrung in Chemiefabriken.In dem Konzern, in dem ich arbeitete, wurde so sauber wie möglich produziert, es gab Kläranlagen zur Wasserreinigung, bevor das Wasser in den Rhein abgegeben wurde. Die Schornsteien waren mit Luftfiltern versehen. Ja richtig, wir wurden durch Gesetze dazu gezwungen und ich fand das persönlich richtig, aber es wurde gemacht. Was man z.B. von Leuna und Agfa/Orwo nicht sagen konnte. Ich erinnere an den Silbersee in Wolfen


.
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#94

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 16:46
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Aus heutiger Sicht,mit heutigen Wissensstand.Ich nehme mal an,dass was Du hier alles darstellst war Dir bis 1989 in dem Umfang nicht bekannt.Wenn man im Nachhinein auch sagen müsste,EIGENTLICH hätte man es WENIGSTENS ahnen müssen.Und Du benennst dabei auch nur die ökonomischen, noch nicht mal die demokratischen Probleme.Jedenfalls denke ich schon ewig darauf herum,hatte die DDR irgendwann eine Chance zu bestehen, zu überleben?Bis jetzt ,mit dem heutigen Wissensstand komme ich immer wieder zu einem Ergebnis,sie hatte eigentlich nie eine echte Chance und zwar aus ökonomischen,politischen,demokratischen und ideologischen Gründen,es waren einfach die falschen Ansätze,von Anfang an.Und wir hatten ständig nur damit zu tun irgendwelche Löcher zu stopfen.Und so war das Ende zwangsläufig,unvermeidlich.Nun jemand des Verrates verdächtigen,in diesem Zusammenhang zu versuchen zumindest dem großen Bruder etwas an Verantwortun/Schuld anzuhängen,ich bin ehrlich,solche Gedankengänge und Entschuldigungen,wenn es denn welche sein sollen,sie gefallen mir nicht,irgendwie entsteht der Eindruck wir versuchen uns da aus der Verantwortung zu schleichen.
Die Frage geht an Merkur und an jeden der die Frage beantworten will.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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zuletzt bearbeitet 08.05.2014 16:56 | nach oben springen

#95

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 17:48
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

War es nicht eher so, daß man in höheren Positionen der Überwachung zuerst wußte, daß es mit hoher Wahrscheinlichkeit zuende geht?

Jedenfalls schienen in jenen Kreisen (anders als Honecker) nicht Wenige vorbereitet für das Danach und haben sich an Ressourcen vergriffen, um sie nach der Wende privat zu nutzen (Gründung von Firmen usw.).

Ich erinnere mich sinngemäß an die Auffassung: Ihr habt es so gewollt. Nun machen wir aktiv und egoistisch Kapitalismus (in dem Sinne).


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#96

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 17:52
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #94
Aus heutiger Sicht,mit heutigen Wissensstand.Ich nehme mal an,dass was Du hier alles darstellst war Dir bis 1989 in dem Umfang nicht bekannt.Wenn man im Nachhinein auch sagen müsste,EIGENTLICH hätte man es WENIGSTENS ahnen müssen.Und Du benennst dabei auch nur die ökonomischen, noch nicht mal die demokratischen Probleme.Jedenfalls denke ich schon ewig darauf herum,hatte die DDR irgendwann eine Chance zu bestehen, zu überleben?Bis jetzt ,mit dem heutigen Wissensstand komme ich immer wieder zu einem Ergebnis,sie hatte eigentlich nie eine echte Chance und zwar aus ökonomischen,politischen,demokratischen und ideologischen Gründen,es waren einfach die falschen Ansätze,von Anfang an.Und wir hatten ständig nur damit zu tun irgendwelche Löcher zu stopfen.Und so war das Ende zwangsläufig,unvermeidlich.Nun jemand des Verrates verdächtigen,in diesem Zusammenhang zu versuchen zumindest dem großen Bruder etwas an Verantwortun/Schuld anzuhängen,ich bin ehrlich,solche Gedankengänge und Entschuldigungen,wenn es denn welche sein sollen,sie gefallen mir nicht,irgendwie entsteht der Eindruck wir versuchen uns da aus der Verantwortung zu schleichen.
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Den von mir dargestellten Wissensstand hatten zum damaligen Zeitpunkt nur eine Hand voll Leute, u.a. Minister Mielke, sein Stellvertreter Rudi Mittig, der Leiter der HA XVIII sowie einige Abteilungsleiter der HA XVIII und der Leiter der AKG der HA XVIII. Mittag und Schürer werden ihn auch gekannt haben.

Natürlich gab es eine Reihe von falschen Schlussfolgerungen, (Lösungs-) Ansätzen, Denkweisen und Maßnahmen. Man hat m. E. auch die Lage falsch eingeschätzt, insbesondere was den sog. politischen Untergrund in der DDR betraf. Das MfS, hier insbesondere die HV A, hat hervorragende Informationen aus der NATO, den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zentren Bundesrepublik beschafft. Nur in der DDR hat man den politischen Untergrund falsch eingeschätzt, trotzdem man auch dort inoffiziell verankert war. Man ging fälschlicherweise davon aus, dass man die ca. 300 ernsthaften Systemgegner, die aktiv gegen die DDR tätig waren, unter Kontrolle hätte. Das war ein Trugschluss, denn gegen diesen Personenkreis gab es keine erfolgreiche Strategie zur Eindämmung ihrer Aktivitäten.

Ich denke schon, dass Gorbatschow, Schewardnadse & Co die DDR verraten und verkauft haben. Als Gorbatschow 1989 zum 40. Jahrestag der DDR nach Berlin kam, stellte er sich noch als unverbrüchlicher Freund der DDR dar und wusste genau, welchen Weg er beschreiten würde, denn schon kurz danach, im Januar 1990, verkaufte er die DDR im Kaukasus an Kohl und Genscher für 15 Mrd. DM. Was das schlimme dabei ist, so meine ich, ist, dass er daran keine Bedingungen für seinen (ehemaligen) Bündnispartner geknüpft hat. Damit meine ich insbesondere den Schutz der West-IM vor Strafverfolgung. Das war das mindeste, was er hätte tun müssen und ich bin sicher, dass ihm diese Forderung bei der Konstellation und der Aussicht auf einen Beitritt der DDR nicht abgeschlagen worden wäre.



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#97

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 18:34
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #96


Den von mir dargestellten Wissensstand hatten zum damaligen Zeitpunkt nur eine Hand voll Leute, u.a. Minister Mielke, sein Stellvertreter Rudi Mittig, der Leiter der HA XVIII sowie einige Abteilungsleiter der HA XVIII und der Leiter der AKG der HA XVIII. Mittag und Schürer werden ihn auch gekannt haben.

Natürlich gab es eine Reihe von falschen Schlussfolgerungen, (Lösungs-) Ansätzen, Denkweisen und Maßnahmen. Man hat m. E. auch die Lage falsch eingeschätzt, insbesondere was den sog. politischen Untergrund in der DDR betraf. Das MfS, hier insbesondere die HV A, hat hervorragende Informationen aus der NATO, den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zentren Bundesrepublik beschafft. Nur in der DDR hat man den politischen Untergrund falsch eingeschätzt, trotzdem man auch dort inoffiziell verankert war. Man ging fälschlicherweise davon aus, dass man die ca. 300 ernsthaften Systemgegner, die aktiv gegen die DDR tätig waren, unter Kontrolle hätte. Das war ein Trugschluss, denn gegen diesen Personenkreis gab es keine erfolgreiche Strategie zur Eindämmung ihrer Aktivitäten.

Ich denke schon, dass Gorbatschow, Schewardnadse & Co die DDR verraten und verkauft haben. Als Gorbatschow 1989 zum 40. Jahrestag der DDR nach Berlin kam, stellte er sich noch als unverbrüchlicher Freund der DDR dar und wusste genau, welchen Weg er beschreiten würde, denn schon kurz danach, im Januar 1990, verkaufte er die DDR im Kaukasus an Kohl und Genscher für 15 Mrd. DM. Was das schlimme dabei ist, so meine ich, ist, dass er daran keine Bedingungen für seinen (ehemaligen) Bündnispartner geknüpft hat. Damit meine ich insbesondere den Schutz der West-IM vor Strafverfolgung. Das war das mindeste, was er hätte tun müssen und ich bin sicher, dass ihm diese Forderung bei der Konstellation und der Aussicht auf einen Beitritt der DDR nicht abgeschlagen worden wäre.




Und Du bist wirklich der Überzeugung nur diese Hand voll Leute hatte eine Vorstellung davon wie es um die ökonomische Leistungsfähigkeit des Landes DDR bestellt ist?
Der politische Untergrund,Du nennst die Zahl von 300 ERNSTHAFTEN Systemgegnern, die man meinte unter Kontrolle zu haben .Man glaubte das und hat es mit 90 000 hauptamtlichen Mitarbeitern nicht geschafft?Und die haben uns dann zu Fall gebracht,dass ist nicht Dein Ernst?Wenn es nur die 300 oder 3000 gewesen wären,der Rest der DDR-Bürger hätte doch bei deren Aktivitäten nur abgewunken,sie als Spinner betrachtet.Also mach was Du willst,ganz so kann es doch nicht gewesen sein.Oder wieso ist uns dann innerhalb von ein paar Monaten das halbe Volk auf die Pelle gerückt?Also die Probleme müssen schon etwas dramatischer gewesen sein,der Ärger über die Probleme etwas tiefer im Volk verankert gewesen sein.
Du denkst wirklich so wie Du schreibst?Ich bin da ehrlich,wenn Du ein"gelernter DDR-Bürger"in"Nebentätigkeit"zu einem Mfs-Dasein warst,so wie ich und das wirklich denkst,ich kann es nicht ändern,da bleibt mir der Mund offen stehen.Übrigens genauso wie bei Einschätzungen von der anderen Seite innerhalb der DDR,wenn die mir erklären wie es in der DDR gewesen sein soll.Es muss wohl wirklich mehrere DDR en gegeben haben und ich habe in der gelebt in der ihr nicht gelebt habt.UND,damit da keine Missverständnisse aufkommen,ich wollte,dass die DDR eine Erfolgsstorry wird,habe viel Kraft und Zeit dahinein investiert.
Du merkst schon,weißt es wahrscheinlich,bei der Abschlussbewertung des Projektes DDR,wir werden uns da nicht ganz einig,mit den Kundschaftertreffen hat es eh nichts zu tun.Aber vielleicht treffen wir uns in Rostock,trinken wir eines von den in der"guten alten Zeit"so geschmähten Rostocker Biere und reden noch mal über die Geschichte.


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zuletzt bearbeitet 08.05.2014 18:46 | nach oben springen

#98

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 18:49
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Sag an wie wäre es, könntest Du es eventuell in Betracht ziehen hinter Kommata und anderen Satzzeichen eine entsprechende Freistelle einzubauen? Du musst nur einmal die Leertaste drücken und schon gestalten sich deine Texte weitaus lesbarer. Ich danke schon mal vorab.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#99

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 18:55
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #88
Aus einer Info wurde nun ein Selbstläufer. Nein nichts Neues ,man braucht bloß das MfS mit ins Spiel bringen ,schon kann man davon ausgehen das pro und kontra sich eine Weile hochschaukeln. So kommt immer wieder Dynamik in das Forum.


Schöne Dynamik..ob es auch anders geht.Ohne Stasi ?

Kunderschaftertreffen...klingt wie eine Veranstaltung Ewiggestriger die unter sich bleiben wollen ihren alten Zeiten nachtrauern.



grenzgänger81, Hapedi und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 08.05.2014 19:04
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #98
Sag an wie wäre es, könntest Du es eventuell in Betracht ziehen hinter Kommata und anderen Satzzeichen eine entsprechende Freistelle einzubauen? Du musst nur einmal die Leertaste drücken und schon gestalten sich deine Texte weitaus lesbarer. Ich danke schon mal vorab.

Entschuldigung,das und die Rechtschreibung war noch nie eine meiner Stärken.Schon nicht,als ich die Erika noch gequält habe,habe viel von den runden Radiergummis verbraucht.Aber ich versuche mich zu bessern und hoffe Du kannst den Sinn trotzdem erfassen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 08.05.2014 19:06 | nach oben springen


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