#1

Inoffizielle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 22:36
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Meine Frage an die Alt-User hier :
Es outen sich in diesem Forum sowohl die Gegner als auch die Befürworter der DDR,- es gibt die Leute von der einen wie auch von der anderen Seite ,
aber ich habe bis jetzt noch keinen Beitrag gefunden , wo sich ein oder mehrere User als ehemalige IM outen ???

Gibt es solche Beiträge nicht ,- oder suche ich falsch ??


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 14:25 | nach oben springen

#2

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 22:54
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@Ostlandritter, oh,jetzt hast Du ein heißes Eisen ins Forum geworfen! Glaube, da wirst Du kein Glück haben,das sich von denen einer dazu äußert!
Weil diese Leute das schlimmste waren, für mich, als die richtig die dabei waren. Aber vielleicht haste Glück. Würde mich auch sehr interessieren, was sie dazu trieb dieses zu tun! Mal schauen ob da etwas von der Seite kommt, habe aber wenig Hoffnung!
Grüsse steffen52


Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#3

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 22:57
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #2
@Ostlandritter, oh,jetzt hast Du ein heißes Eisen ins Forum geworfen! Glaube, da wirst Du kein Glück haben,das sich von denen einer dazu äußert!
Weil diese Leute das schlimmste waren, für mich, als die richtig die dabei waren. Aber vielleicht haste Glück. Würde mich auch sehr interessieren, was sie dazu trieb dieses zu tun! Mal schauen ob da etwas von der Seite kommt, habe aber wenig Hoffnung!
Grüsse steffen52


Ich will hier weder werten noch provozieren ,- ich dachte einfach nur ,- das sich hier vielleicht der Eine oder der Andere anoym mal dazu geäußert hat ...
Da die IM´s ja wohl kein Geld für ihren Job bekamen , würde mich einfach deren Motivation oder auch deren besondere Überzeugung interessieren !


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#4

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 22:59
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Per PN haben sich immerhin schon einige geoutet. Öffentlich würde ich dies bei dieser Atmosphäre hier auch nicht unbedingt auf mich nehmen, wobei Freedom sich ja mal bekannte. Aber der war eh etwas na ja, sagen wir mal fragwürdig.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
damals wars und werner haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#5

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:08
von hexenmeister67 | 148 Beiträge

Ich will hier weder werten noch provozieren ,- ich dachte einfach nur ,- das sich hier vielleicht der Eine oder der Andere anoym mal dazu geäußert hat ...
Da die IM´s ja wohl kein Geld für ihren Job bekamen , würde mich einfach deren Motivation oder auch deren besondere Überzeugung interessieren !
[/quote]


Ist ja keine schlechte Idee und wer so was als werten oder provozieren sieht denkt irgendwie in falschen Bahnen. Wenn sich niemand meldet wäre es nicht verwunderlich da bei einigen schon beim Wort IM die Dampframme gestartet wird



nach oben springen

#6

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:18
von Wahlhausener | 270 Beiträge

Vielleicht gab es aber diese Masse an informellen Mitarbeitern garnicht, wie uns immer weiß gemacht wird. Beispiel, meine Mutter wurde vor dem Einzug des Nachbarsohnes zu dessen Leumund befragt, umgekehrt gingen sie zur Nachbarin vor meiner Einberufung. Da hätten wir schon mal 2 IM´S nach westdeutscher Auffassung. Mein Kumpel aus Kindergartenzeiten, jetzt Bupol wurde durchleuchtet, hat seine Akte eingesehen. Da war nichts mit IM. Und in unserer Umgebung waren einige mit zweifelhafter sozialistischer Gesinnung. Eule hats sogar zweimal versucht und dann auch gesessen. Also durchaus beobachtenswert diese antisozialistische Zusammenrottung
Ich fliege jetzt wieder nach Thailand und darf mich bei der Einreise( vielleicht auch schon bei der Ausreise) wieder von den Zoll-IMs terrorisieren lassen.


Signatur gelöscht...


andy und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#7

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:21
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Hexenmeister67!

Dann erweitere ich die Anfrage mal auf die "Zuträger" respektive Spitzel (heute ja V-Mann, V-Leute, Konfident, Informant usw.) der deutschen, politischen Polizei und des BND!
Na wer traut sich sich zu outen??!!

Das dürfte doch nicht so schwer sein, zumal man ja auf der "richtigen" Seite "kämpft" .....
Na ........ ich höre (respektive lese)


Ich für meinen Teil halte mich an das gute alte deutsche Sprichwort: Das größte Schw... im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!
Wer anderen Menschen für Geld das Leben schwer macht, ist für mich nicht mehr wert als der Mann, der für den berühmten Judaslohn von 30 Silberlingen dann doch den kürzesten Weg zu seinem Gott nahm ....

Wenn diese Leute sich FÜR die Interessen der eigenen Menschen einsetzen, ist es für mich auch kein Denunziant. (Spionageabwehr usw. zB)

Schöne Grüße,
Eckhard

Zitat von hexenmeister67 im Beitrag #5
Ich will hier weder werten noch provozieren ,- ich dachte einfach nur ,- das sich hier vielleicht der Eine oder der Andere anoym mal dazu geäußert hat ...
Da die IM´s ja wohl kein Geld für ihren Job bekamen , würde mich einfach deren Motivation oder auch deren besondere Überzeugung interessieren !


Ist ja keine schlechte Idee und wer so was als werten oder provozieren sieht denkt irgendwie in falschen Bahnen. Wenn sich niemand meldet wäre es nicht verwunderlich da bei einigen schon beim Wort IM die Dampframme gestartet wird [/quote]


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2014 23:22 | nach oben springen

#8

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:30
von hexenmeister67 | 148 Beiträge

Zitat von Antaios im Beitrag #7
Hallo Hexenmeister67!

Dann erweitere ich die Anfrage mal auf die "Zuträger" respektive Spitzel (heute ja V-Mann, V-Leute, Konfident, Informant usw.) der deutschen, politischen Polizei und des BND!
Na wer traut sich sich zu outen??!!

Das dürfte doch nicht so schwer sein, zumal man ja auf der "richtigen" Seite "kämpft" .....
Na ........ ich höre (respektive lese)


Ich für meinen Teil halte mich an das gute alte deutsche Sprichwort: Das größte Schw... im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!
Wer anderen Menschen für Geld das Leben schwer macht, ist für mich nicht mehr wert als der Mann, der für den berühmten Judaslohn von 30 Silberlingen dann doch den kürzesten Weg zu seinem Gott nahm ....

Wenn diese Leute sich FÜR die Interessen der eigenen Menschen einsetzen, ist es für mich auch kein Denunziant. (Spionageabwehr usw. zB)

Schöne Grüße,
Eckhard

Zitat von hexenmeister67 im Beitrag #5
Ich will hier weder werten noch provozieren ,- ich dachte einfach nur ,- das sich hier vielleicht der Eine oder der Andere anoym mal dazu geäußert hat ...
Da die IM´s ja wohl kein Geld für ihren Job bekamen , würde mich einfach deren Motivation oder auch deren besondere Überzeugung interessieren !


Ist ja keine schlechte Idee und wer so was als werten oder provozieren sieht denkt irgendwie in falschen Bahnen. Wenn sich niemand meldet wäre es nicht verwunderlich da bei einigen schon beim Wort IM die Dampframme gestartet wird

[/quote]


Gute Idee passt ja auch wirklich dazu.



nach oben springen

#9

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:39
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Antaios im Beitrag #7
H
Ist ja keine schlechte Idee und wer so was als werten oder provozieren sieht denkt irgendwie in falschen Bahnen. Wenn sich niemand meldet wäre es nicht verwunderlich da bei einigen schon beim Wort IM die Dampframme gestartet wird

[/quote]

Genau diesen Dampframmen-Unsinn will ich eben nicht !

Okay ,- ihr hattet in der Wendezeit und sicher auch noch danach , Gelegenheit ,- Euch mit bekanntgewordenen IM´s auseinanderzusetzen !

Mir fehlt das ,- hier im Südwesten war das kein Thema - und jetzt - wo ich nun alt und klug und einfühlsam genug wäre - mich mit IM´s freundschaftlich auseinander zu setzen - da gibt es plötzlich keine mehr ??

Das kann doch nicht angehen- da ist doch was faul ??


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#10

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:43
von hexenmeister67 | 148 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #9
Zitat von Antaios im Beitrag #7
H
Ist ja keine schlechte Idee und wer so was als werten oder provozieren sieht denkt irgendwie in falschen Bahnen. Wenn sich niemand meldet wäre es nicht verwunderlich da bei einigen schon beim Wort IM die Dampframme gestartet wird




Genau diesen Dampframmen-Unsinn will ich eben nicht !

Okay ,- ihr hattet in der Wendezeit und sicher auch noch danach , Gelegenheit ,- Euch mit bekanntgewordenen IM´s auseinanderzusetzen !

Mir fehlt das ,- hier im Südwesten war das kein Thema - und jetzt - wo ich nun alt und klug und einfühlsam genug wäre - mich mit IM´s freundschaftlich auseinander zu setzen - da gibt es plötzlich keine mehr ??

Das kann doch nicht angehen- da ist doch was faul ??


[/quote]


Ist eben so. Stell dir vor du wärst ein Wildschwein nu stehen da 20 Leute 19 wollen nur gucken wie du aussiehst und einer hat die Flinte in der Hand würdest du da den Rüssel außen Wald halten



nach oben springen

#11

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.04.2014 23:47
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #9
Zitat von Antaios im Beitrag #7
H
Ist ja keine schlechte Idee und wer so was als werten oder provozieren sieht denkt irgendwie in falschen Bahnen. Wenn sich niemand meldet wäre es nicht verwunderlich da bei einigen schon beim Wort IM die Dampframme gestartet wird




Genau diesen Dampframmen-Unsinn will ich eben nicht !

Okay ,- ihr hattet in der Wendezeit und sicher auch noch danach , Gelegenheit ,- Euch mit bekanntgewordenen IM´s auseinanderzusetzen !

Mir fehlt das ,- hier im Südwesten war das kein Thema - und jetzt - wo ich nun alt und klug und einfühlsam genug wäre - mich mit IM´s freundschaftlich auseinander zu setzen - da gibt es plötzlich keine mehr ??

Das kann doch nicht angehen- da ist doch was faul ??


[/quote]

Du kannst ja überlegen, warum diese Personengruppe sich nicht unbedingt immer und überall äußern möchte.
Vielleicht liegt dies auch am öffentlichen Umgang mit dieser "Personengruppe".


nach oben springen

#12

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 12:04
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Ich denke, es wird immer ungerecht gegenüber einem Menschen, wenn man nicht versucht, die Motivation desselben zum entsprechenden Zeitpunkt zu verstehen. Dazu gehören eben vor allem die Paradigmen, auf deren Grundlage der Mensch die Entscheidung traf. Als ich mich entschied, Offizier zu werden (mit 15 Jahren), als ich Offizier wurde (mit 21 Jahren) und als ich Politstellvertreter wurde (mit 22 Jahren) hatte ich Vertrauen zu diesem Staat DDR und Vertrauen, dass die Partei und die Staatsführung alles tun, damit der Frieden erhalten und dass die Zukunft der Menschheit besser wird. Fehler und Mängel gibt es überall, davon ließ ich mich nicht beirren. Leute, die meckern und alles schwarz sehen, gibt es auch überall, auch davon konnte ich mich nicht beeindrucken lassen. Ich hatte mit meinem Schritt, Offizier zu werden, bereits die Entscheidung getroffen, dass ich im Sinne dieses Grundverständnisses mit aller Konsequenz dienen wollte (wobei ich mir natürlich in vielen Fragen über die tatsächlichen Konsequenzen nicht im Klaren war, oder das Nachdenken darüber in Verdrängung münden ließ). Als ich per Order im zweiten Studienjahr an der Offiziershochschule zum "Partei-/Politkader" bestimmt wurde (da ich Kulturoffizier werden sollte), habe ich das ohne Murren akzeptiert, obwohl mir eigentlich die Kommandeurslaufbahn eher gefallen hätte. Und wäre ich in dieser Zeit gefragt worden, ob ich als IM des MfS arbeiten wollte, hätte ich aufgrund meiner Überzeugung wahrscheinlich ebenso mit Ja geantwortet und die Erklärung unterschrieben. Ich kann und will heute nicht sagen, wie weit ich in so einem Fall gegangen wäre.

Als Politstellvertreter habe ich im Rahmen des Befehls 44 (Personalanalyse) durchaus genügend Einschätzungen und Beurteilungen abgegeben, die sich kaum von den Berichten eines IM unterschieden und auch eine ähnliche Tragweite haben konnten. Es waren die Puzzleteile, aus denen die Gesamtbeurteilungen zusammengesetzt waren. Aus meiner Sicht habe ich damals einen Beitrag im Rahmen der militärischen Abwehr geleistet, d.h. Verhinderung von Verrat, Fahnenflucht, andere Straftaten, Suizid oder ähnliches. Das Gesamtbild zur jeweiligen Person kannte ich nicht, also habe ich auf die mir gestellten Fragen geantwortet. Es kann sein, dass ich damit Personen Schaden zugefügt habe, es liegt mir dazu bis heute keine konkrete Kenntnis vor.

Bin ich nun deswegen ein Verräter, ein Denunziant? Ich könnte eine kritische Auseinandersetzung mit mir selbst nicht führen, wenn ich diese Begriffe als vorweggenommenes Urteil akzeptieren würde. Ich muss den jungen Mann, der ich damals war, mit Respekt behandeln, auch wenn er das nicht immer verdient hat. Es steckt zuviel von ihm in mir.

Alsdann, Forengemeinde, wenn sich kein IM findet und ein "ich wäre auch einer geworden und habe auch was ähnliches getan" reicht, bitte: Ich stehe gern zur Verfügung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 28.04.2014 12:07 | nach oben springen

#13

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 12:11
von Lutze | 8.033 Beiträge

sehr ehrlich von dir geschrieben @Rainman2,
Danke für deinen Beitrag
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#14

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 12:18
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Danke @Rainman2 ich weiß schon warum ich deine Beiträge eine Zeit lang schmerzlich vermisst habe!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
Rainman2 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#15

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 12:32
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

@Rainman2

Wenn, dann müsste sich jeder Lehrer, jeder Meister, jeder der irgendwann in der DDR einen Menschen beurteilt hat, genauso Gedanken machen. Doch wird vielen das Nachdenken darüber abgenommen, weil man sich ausschließlich auf die IM fokussiert.

Hier mal ein paar Beispiele von Beurteilungen aus DDR Zeiten:

Beurteilung eines Studenten 1960 https://www.linguistik.hu-berlin.de/koop...lungstud60.html

Abiturbeurteilung 1975 https://www.linguistik.hu-berlin.de/koop...xte/abi75a.html

Abschlußbeurteilung eines Lehrlings 1986 https://www.linguistik.hu-berlin.de/koop...lunglehrl86.pdf

Aber auch die Lebensläufe, die wir im Laufe unsere DDR - Lebens geschrieben haben, sprechen manchmal Bände. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 1979 https://www.linguistik.hu-berlin.de/koop...benslauf79.html

Also @Rainman2 da könnte jeder mal in seinen Erinnerungen kramen.

LG von der Moskwitschka


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 12:34 | nach oben springen

#16

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 12:46
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #12
(...)

Als Politstellvertreter habe ich im Rahmen des Befehls 44 (Personalanalyse) durchaus genügend Einschätzungen und Beurteilungen abgegeben, die sich kaum von den Berichten eines IM unterschieden und auch eine ähnliche Tragweite haben konnten. Es waren die Puzzleteile, aus denen die Gesamtbeurteilungen zusammengesetzt waren. Aus meiner Sicht habe ich damals einen Beitrag im Rahmen der militärischen Abwehr geleistet, d.h. Verhinderung von Verrat, Fahnenflucht, andere Straftaten, Suizid oder ähnliches. Das Gesamtbild zur jeweiligen Person kannte ich nicht, also habe ich auf die mir gestellten Fragen geantwortet. Es kann sein, dass ich damit Personen Schaden zugefügt habe, es liegt mir dazu bis heute keine konkrete Kenntnis vor.

Bin ich nun deswegen ein Verräter, ein Denunziant? Ich könnte eine kritische Auseinandersetzung mit mir selbst nicht führen, wenn ich diese Begriffe als vorweggenommenes Urteil akzeptieren würde. Ich muss den jungen Mann, der ich damals war, mit Respekt behandeln, auch wenn er das nicht immer verdient hat. Es steckt zuviel von ihm in mir.

Alsdann, Forengemeinde, wenn sich kein IM findet und ein "ich wäre auch einer geworden und habe auch was ähnliches getan" reicht, bitte: Ich stehe gern zur Verfügung.

ciao Rainman

Es macht für mich schon einen Unterschied, ob man eine solche Tätigkeit als offizielles Organ oder als informeller Mitarbeiter ausübt. - Dass es der Armee wichtig ist, dass sie schlagkräftig ist und kein Tummelfeld von Defätisten oder gar Spionen wird und dass sie dafür Personal einsetzt, wird jedem einleuchten. Aber ob dazu informelle Mitarbeiter nötig und wie gross ihr Nutzen oder Schaden war, ist schon eine Diskussion wert.
Theo


nach oben springen

#17

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 13:00
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #12
Ich denke, es wird immer ungerecht gegenüber einem Menschen, wenn man nicht versucht, die Motivation desselben zum entsprechenden Zeitpunkt zu verstehen. Dazu gehören eben vor allem die Paradigmen, auf deren Grundlage der Mensch die Entscheidung traf. Als ich mich entschied, Offizier zu werden (mit 15 Jahren)
..........
...................
, als ich Offizier wurdeAlsdann, Forengemeinde, wenn sich kein IM findet und ein "ich wäre auch einer geworden und habe auch was ähnliches getan" reicht, bitte: Ich stehe gern zur Verfügung.

ciao Rainman


Danke, Rainman2, das war ein guter und ehrlicher Beitrag, ich verachte niemanden ,- der sich zur DDR bekannte oder offiziell für sie arbeitete,- so wie Du !

Mir geht es immer noch um diejenigen ,- die sich ( aus Tarngründen ? ) nicht zur DDR bekannten und die ( aus Tarngründen? ) nicht offiziell für die DDR arbeiteten !

Ich möchte gern etwas über deren Gedankenwelt und über deren Motivation erfahren !

Da bist Du leider die falsche Adresse ,- daß Du als Offizier bestimmte Pflichten hattest und diese auch erfüllt hast ,- das ist weder moralisch bedenklich, noch macht Dir da jemand einen Vorwurf draus ....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#18

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 13:06
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #16
...
Es macht für mich schon einen Unterschied, ob man eine solche Tätigkeit als offizielles Organ oder als informeller Mitarbeiter ausübt. - Dass es der Armee wichtig ist, dass sie schlagkräftig ist und kein Tummelfeld von Defätisten oder gar Spionen wird und dass sie dafür Personal einsetzt, wird jedem einleuchten. Aber ob dazu informelle Mitarbeiter nötig und wie gross ihr Nutzen oder Schaden war, ist schon eine Diskussion wert.
Theo


Hallo Theo,

das ist im Prinzip richtig. Aber: Einige der IM's haben ihre Tätigkeit im gleichen Kontext gesehen, wie ich die meine. Und es ist für mich schon die Diskussion wert, wie man etwas wurde, zumal in der Kritik an dieser Tätigkeit keine Unterschiede gemacht werden und die Vorwürfe oft nur plakativ einen bestimmten Typus in den Vordergrund heben (Denunziant aus niedrigen Motiven).

Es war für mich ja nicht nur eine theoretische Überlegung. In meiner Zeit in Stedtlingen als Polit wurde ich von unserem "zuständigen Mitarbeiter", einem Hauptmann, zu einem konspirativen Gespräch in Meiningen eingeladen. Er konnte jederzeit mit mir in meinem Dienstzimmer sprechen, ohne Störung, ohne Rückfragen anderer - es war normal, dass der Polit immer mit im Gespräch war. Aber nun ein extra anberaumtes Treffen außerhalb? Ich hatte zugesagt, verschlief aber den einzigen Bus von Stedtlingen nach Meiningen. Damit musste ich das Treffen absagen, denn ein Fahrzeug der Kompanie hätte ich schlecht ordern können, ohne die Konspirativität zunichte zu machen. Es blieb bei diesem einen Versuch und ich zermarterte mir hinterher immer wieder das Hirn, was der von mir gewollt haben könnte? Ich kam schließlich zu dem Schluss, dass es ein Anwerbeversuch als IM gewesen sein könnte (ich erfuhr erst nach der Wende, dass Partei-/Politkader nicht als IM geworben werden konnten/sollten/durften). Und so nahm ich es auch in meine ganz private "biografische" Erzählung auf: Ich wäre aus den gleichen Gründen, wie ich Polit war, auch IM geworden.

Ich habe das leise Stückchen Hoffnung, dass man sich eben dazu auch in Ruhe auseinandersetzen kann. Die Frage, ob dieses "Instrument der Aufklärung" notwendig war oder nicht, ist da für mich eher zweitrangig. Na mal sehen, wie es hier weitergeht.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Ostlandritter, eisenringtheo und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#19

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 13:18
von Lutze | 8.033 Beiträge

darf man an dieser Stelle eine Frage stellen?,
@Rainman2,du hattest bestimmt die Möglichkeit gehabt,
weiterhin in Uniform seinen Dienst zu leisten,
warum hast du diese am Nagel gehängt?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#20

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 13:29
von turtle | 6.961 Beiträge

Viele machen es sich einfach zu leicht ,ich lese da immer wieder wer der größte Schuft im ganzen Land ist. Denunziation wo fängt die an? Zur Abwehr von Gefahren für den Staat mit der Überzeugung das Richtige zu tun? Ich denke es wurde zu einfach gemacht nach der Wende alle IM in eine Schublade zu stecken. Eine Vorverurteilung ist doch weitgehend vorprogrammiert genauso für den Grenzer der geschossen hat. So ist es wahrlich nicht verwunderlich das sich hier noch kein IM oder Grenzer der geschossen geoutet hat. Man muss doch auch immer die damalige Situation, seine persönliche Einstellung zum Staat daraus resultierend das Richtige zu tun überdenken. Wir alle durchleben Zweifel ob wir immer richtig gehandelt haben. Wir müssen doch jeden zugestehen wenn ein Fehler erkannt wurde das er seine Überzeugung ändern kann. Wurden alle gleich IM? Mir ist die Geschichte eines IM bekannt. Er vorbestraft wegen Republikflucht ,plant eine erneute Flucht. Das wird verraten. er streitet alles ab. Dann könne er ja beweisen das er seine Einstellung zum Staat geändert hat. Zum Schein und seine Flucht nicht zu gefährden lässt er sich darauf ein IM zu werden .Kurze Zeit später gelingt ihm die Flucht aus der DDR. Obwohl seine Angaben überprüft und bestätigt wurden, auch wird ihm bescheinigt das seine Berichte keine Personen geschädigt haben dürften bleibt er vor dem Gesetz ein IM. Jeglicher finanzieller Ausgleich wird ihm verweigert(Haftentschädigung, Opferrente) Ich habe mir die Mühe gemacht mehr über die IM zu erfahren welche über mich Berichte abgaben .Zugegeben nur einer wollte mit mir darüber reden .Es half mir aber mit mehr zu begreifen und zu verstehen. Frei von Fehlern ist niemand. Ich bin dankbar das Rainman 2 mein Freund ist. Das hätte auch anders kommen können.


Hans, Rainman2 und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 13:33 | nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
(Mitarbeiter der Woche) Erdogan und sein Verständnis von Pressefreiheit
Erstellt im Forum Themen vom Tage von ek40
50 01.04.2016 13:45goto
von Heckenhaus • Zugriffe: 1312
Das Kernkraftwerk Stendal und die Stasi
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von
29 29.10.2012 15:06goto
von rm2 • Zugriffe: 6242
Bundesbeauftragter Jahn will Stasi Mitarbeiter entlassen
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Gert
118 13.04.2013 12:03goto
von Moskwitschka • Zugriffe: 4509
Das Recht auf Meinungsäußerung hat Vorrang
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
69 20.03.2011 00:18goto
von Gert • Zugriffe: 3075
Methoden zu gewinnung von Mitarbeitern
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze von Afghani
110 17.12.2009 21:52goto
von Rainer-Maria-Rohloff • Zugriffe: 4254
Decknamen bei inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit ?
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Tine
23 25.10.2009 12:21goto
von Alter_Fritz • Zugriffe: 3509
Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
307 17.12.2013 00:41goto
von frank • Zugriffe: 18530
Mitarbeiter der Stasi in der DDR
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
212 23.08.2009 19:11goto
von Augenzeuge • Zugriffe: 27556
Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
43 14.04.2013 22:19goto
von Kimble • Zugriffe: 3943

Besucher
6 Mitglieder und 32 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 442 Gäste und 33 Mitglieder, gestern 3810 Gäste und 192 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14364 Themen und 557446 Beiträge.

Heute waren 33 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen