#41

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 16:54
von ABV | 4.202 Beiträge

Immerhin muss man eingestehen, dass es dem MfS tatsächlich gelungen ist, sei es durch Schmeichelei, Einschüchterung oder eindringlichen Appellen an das Bewusstsein, ein reichlich engmaschiges Überwachungsnetz zu knüpfen. Damit waren wir wohl in der DDR einzigartig. Irgendwie erscheint es mir doch, dass bei einigen ganz gezielt "niedere Instinkte" geweckt wurden.

Gruß Uwe


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#42

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 16:54
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #36
Bei der Gelegenheit hätte ich mal eine Frage an die Experten: was genau waren eigentlich " Hauptamtliche Inoffizielle Mitarbeiter"? Weil, irgendwie ist das doch ein Widerspruch an sich. Entweder Hauptamtlich, oder "Inoffiziell". Aber doch nicht beides zusammen. Oder?

Gruß Uwe


Hallo Uwe,

vielleicht hilft Dir das hier weiter

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?HIM


Zur Ergänzung kann ich noch beisteuern, dass die Dienstgradlosigkeit zumindest für die HIM der HA I (Militärabwehr) nicht zutraf. Die HIM-Gruppe der Äußeren Abwehr der HA I hatte Dienstgrade zwischen Uffz. und den Fähnrich-Dienstgraden und wurden entsprechend ihrer Dienstgrade auch durch das MfS besoldet.
Nach aussen waren diese HIM's, so zumindest meine Erfahrung, als Angehörige der NVA/GT legendiert.
In meinem Fall war ich, wenn ich nicht im Einsatz war, Angehöriger der LSK/LV und trug auch deren Uniform. Stationiert war ich in einem Objekt, das nach außen offiziell als Gästehaus der LSK/LV legendiert war.


andy


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zuletzt bearbeitet 28.04.2014 17:01 | nach oben springen

#43

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 16:56
von ABV | 4.202 Beiträge

@andy : Also waren die "HIM" so etwas wie die " Verdeckten Ermittler" des MfS?

Gruß Uwe


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#44

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:00
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #43
@andy : Also waren die "HIM" so etwas wie die " Verdeckten Ermittler" des MfS?

Gruß Uwe


Ich kann da nur für den Bereich sprechen, in dem ich tätig war und da kann man das so sagen. Die Einsätze erfolgten grundsätzlich legendiert und hatten in meinem Fall immer einen Bezug zu den Streikräften.


andy


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#45

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:03
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #41
Immerhin muss man eingestehen, dass es dem MfS tatsächlich gelungen ist, sei es durch Schmeichelei, Einschüchterung oder eindringlichen Appellen an das Bewusstsein, ein reichlich engmaschiges Überwachungsnetz zu knüpfen. Damit waren wir wohl in der DDR einzigartig. Irgendwie erscheint es mir doch, dass bei einigen ganz gezielt "niedere Instinkte" geweckt wurden.

Gruß Uwe

Sicher,genau so.Die menschliche Seele ist ziemlich tief und manchmal auch sehr schwarz,ideal für dieses Geschäftig,es gibt fast unendliche Möglichkeiten.Ich will gerne zugestehen,manchmal sogar durchaus Ehrbare.Aber meistens hatte es den Slogan"vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bevölkerung"nicht verdient.Ich sage das,auch wenn ich dafür Prügel einstecke oder dafür ignoriertwerde.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#46

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:07
von ABV | 4.202 Beiträge

Jeder liebt nun einmal den Verrat. Aber kaum jemand liebt den Verräter! Er ist einfach nur Mittel zum Zweck. Die Kunst eines Geheimdienstes besteht darin, einen Verräter nicht spüren zu lassen, dass er ein Verräter ist.

Gruß Uwe


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#47

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:10
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich kann mich daran erinnern, dass es in der Wendezeit - noch bis 1990/91 öffentliche Outings von IM's gab. Sogar in der EMMA wurde damals eins veröffentlicht. Ich kann mich deswegen daran erinnern, weil es die erste und letzte EMMA war, die ich je erworben habe.

Den Artikel gibt es sogar online http://www.emma.de/artikel/ich-habe-fuer...arbeitet-264481

Irgendwann "verstummten" die IM's und wurden nur noch von anderen geoutet. Manche nahmen darauf dann auch öffentlich Stellung. Und ehrlich gesagt, ich war zum Teil überfordert. Denn so individuell ein Menschenleben verläuft, so individuell scheinen auch die Gründe zu sein, warum einer zum IM wurde. Für mich waren die IM's nur ein Rädchen, wenn auch ein ganz besonderes, im System der Staatssicherheit. Und mit der Zeit erhärtete sich mein Eindruck, dass es auch ein überschätztes war. So lenkte es nach der Wende von vielen und vielem anderen ab.

Letztes Jahr erschien da ein Buch von Ilko-Sascha Kowalczuk: "Stasi konkret. Überwachung und Repression in der DDR" Hier Ausschnitte aus einer Rezension:

Das Besondere an diesem Buch: der Autor provoziert. Er stellt in Frage, was nach Jahrzehnten Stasi-Forschung als fraglos galt. Zahlen? Seien nur Näherungswerte, Schätzungen, Hochrechnungen, "nicht immer plausibel". Die Anzahl der Informellen Mitarbeiter, der IMs? Bisher sprach man von 189.000, Kowalczuk zählt nur 109.000. Zuordnungen seien unklar, viele IMs doppelt gezählt worden. 1500 West-IMs? Die Angabe sei "hoch spekulativ". Der Stasi-Offizier als allmächtiger Überwacher? Wurde selbst überwacht. "Ein großer Teil der MfS-Mitarbeiter stand unter Dauerkontrolle."

Die größte Provokation dürfte für manchen darin bestehen, daß Kowalczuk die Rolle der Stasi – nein: nicht verharmlost, aber relativiert. "Nicht das MfS legte sich wie ein Krake über die Gesellschaft, sondern die SED und erst in ihrem Schlepptau das MfS. Es war kein Staat im Staate, sondern Teil dieses Staates, der SED-Diktatur."


http://www.deutschlandradiokultur.de/ims...ticle_id=240202

Und hier ein Interview mit ihm, wo er sich auch über die IM's äußert:

In seinem in diesem Jahr bei C.H. Beck erschienen Buch „Stasi Konkret" beschäftigt er sich mit dem Mythos der Stasi als allwissenden Geheimdienst. Damit werde Verantwortung für Unrecht in der DDR „bequem auf eine einzige ihrer Säulen abgeladen", so Kowalczuk. Verharmlost werde damit die Rolle derer, die auch ohne Mitarbeit in der Geheimpolizei das DDR-Regime stützten, übertrieben die Macht der Stasi. Die Begriffe Stasi und IM dürften nicht als Chiffre für das Böse schlechthin verstanden werden, sondern müssten immer im Kontext betrachtet werden: Nicht jeder IM war ein Denunziant, und nicht jeder Denunziant war bei der Stasi. Viele der unzähligen Quellen, die Kowalczuk auswertete, führten in den Prenzlauer Berg. Anlass für ein Gespräch.

http://www.prenzlauerberg-nachrichten.de...ret-171323.html

Endlich mal einer, der öffentlich machte, was mich die ganze Zeit seit der Wende bewegte, warum ich mich auf meine Geschichte konzentrierte und nicht auf die die IM's evtl. über mich erzählten.

LG von der Moskwitschka


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zuletzt bearbeitet 28.04.2014 17:13 | nach oben springen

#48

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:21
von ABV | 4.202 Beiträge

Kowalczuk hatte, vor allem aus den eigenen Reihen, viel Kritik für sein Buch einstecken müssen. Dabei gibt es auch andere, die sich sehr sachlich in der Öffentlichkeit über das Thema "IM" geäußert haben. Zum Beispiel die Brandenburger Diktaturbeauftragte Ulrike Poppe. Aber bei manchen drängt sich einem der Eindruck auf, dass sie nach dem Motto " Es darf nicht sein, was nicht sein darf" leben.
Wer die DDR wirklich verstehen und der Nachwelt erklären möchte, muss sie als Gesamtheit betrachten. Und nicht irgendwelche Brocken herausbrechen und diese obendrein noch dämonisieren. Das wäre genauso falsch, wie eine gezielte Verharmlosung.

Gruß Uwe


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#49

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:44
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #40
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #26
Kann mal irgendein MOD bitteschön die Strangüberschrift ändern ?

Ich wurde gerade darauf hingewiesen ,- das IM Inoffizieller Mitarbeiter heisst ,-
ich glaubte die ganze Zeit ,- es bedeutete Informeller Mitarbeiter......

Naja - vielleicht ein Zeichen - das ich zumindest keiner war (oder ich kann gut schauspielern )

Danke und Gruss vom Jürgen


Ja und ABV sagt es schon,man benannte die IM als Quellen,auch dieses Wort sagt so einiges,nämlich das was sie eigentlich waren,keine"Bürger die mit den Sicherheitsorganen vertrauensvoll zusammenarbeiten"das hat man ihnen nur vorgegaukelt,manche glauben heute noch an diese Mär.Ich habe das schon oft geschrieben und wurde dafür kritisiert,aber ich sage es noch einmal,sie waren Werkzeuge,wurden benutzt von den Handwerkern.Und da ist es letztlich egal ob es sich um den kleinen IM in irgendeinen VEB handelte oder um einen Kundschafter für den Frieden.Das Prinzip war das Selbe.Auch diese Tatsache sagt viel über die Zusammenhänge dieser menschlich manchmal sehr unschönen Geschichten


Karnak,

ich kenne dies aus meinen und den mir bekannten Bereichen so nicht.
Da wurde mit IM nicht wie von Dir dargestellt gearbeitet. Da gab es immer ein Vertrauen auf Gegenseitigkeit. Denn ohne das Vertrauen hätte man nicht die Ergebnisse erreicht, die erreicht worden sind.

Ich kann jedoch nicht einschätzen, welche IM und welche Kundschafter Du kennst.


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#50

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:53
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Das weiß ich doch Alfred.Wir haben das ja auch schon ein paar mal durch und sollten uns damit abfinden,dass wir uns da nicht einig werden.Und trotzdem bin ich mir ziemlich sicher,dass Du weißt das ich recht habe,immer vorausgesetzt Du hattest ein paar Jahre mit und in dem Mfs zu tun,darüber kann ich mir nun wieder kein Urteil erlauben,da man in dieser Hinsicht von Dir so gut wie nichts weiß,im Gegensatz zu mir,dass musst Du schon zugeben.Aber das kommende Wochenende wäre natürlich perfekt dazu geeignet das zu ändern.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#51

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:58
von turtle | 6.961 Beiträge

Moralische Aufarbeit aus http://de.wikipedia.org/wiki/Inoffizieller_Mitarbeiter


Auf Grund der großen Bandbreite an Umständen, die zu einer Zusammenarbeit mit dem MfS führten, gestaltet sich eine moralische Aufarbeitung der Spitzeltätigkeit als außerordentlich schwierig. So gab es Freiwillige, die aus Eigennutz, Wichtigtuerei oder aus dem Bedürfnis, über andere Macht auszuüben, eifrig und ohne moralische Bedenken dem MfS umfassend Bericht erstatteten. Andere glaubten aufrichtig, einen Staat, den sie für das bessere Deutschland hielten, vor feindlichen Angriffen schützen zu müssen, und arbeiteten aus diesem Grund mit dem MfS zusammen. Andere waren zuvor selbst Opfer mehr oder weniger schwerer Verfolgungen des Regimes geworden und daran zerbrochen oder zur Mitarbeit erpresst worden. Viele Informanten glaubten, durch ihre Bereitschaft andere, ihnen nahestehende Personen schützen zu können, indem sie ausschließlich Positives über sie berichteten. Zudem glaubten viele, dass sie jemandem, über den sie nichts Verdächtiges oder gar Strafbares berichteten, auch keinen Schaden zufügen würden. Dabei übersahen sie, dass die Stasi auch aus scheinbar harmlosen Informationen Nutzen für verdeckte Aktionen oder Verhöre ziehen konnte.
Ein weiteres Problem für die moralische Bewertung stellt auch die Mitwirkung bei der Aufklärung nicht politischer Kriminalität dar. So wird die Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei I, die zur Stasi gehörte, uneinheitlich bewertet.
Unwahr ist im Allgemeinen die verbreitete Meinung, wer seine Mitarbeit verweigerte und sich dekonspirierte, habe keine schwerwiegenden Folgen für sein Leben zu befürchten gehabt und hätte den Kontakt zur Staatssicherheit auf diese Weise zuverlässig abbrechen können. Auch Menschen, die unmissverständlich erklärten, für Spitzeldienste nicht zur Verfügung zu stehen, konnten dennoch über Jahre hinweg erpresserischen Anwerbeversuchen ausgesetzt sein. Nicht selten ging eine Dekonspiration mit der Zerstörung ihrer Erwerbsbiographie einher. Da diese vom MfS als Ausdruck einer „feindlich-negativen Haltung“ aufgefasst wurde, waren nicht selten sogenannte „Zersetzungsmaßnahmen“ die Folge.


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#52

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 17:59
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #40
[quote=Ostlandritter|p350611]
.......
..........[b
Ja und ABV sagt es schon,man benannte die IM als Quellen,auch dieses Wort sagt so einiges,nämlich das was sie eigentlich waren,keine"Bürger die mit den Sicherheitsorganen vertrauensvoll zusammenarbeiten"das hat man ihnen nur vorgegaukelt,manche glauben heute noch an diese Mär.Ich habe das schon oft geschrieben und wurde dafür kritisiert,aber ich sage es noch einmal,sie waren Werkzeuge,wurden benutzt von den Handwerkern.Und da ist es letztlich egal ob es sich um den kleinen IM in irgendeinen VEB handelte oder um einen Kundschafter für den Frieden.Das Prinzip war das Selbe.Auch diese Tatsache sagt viel über die Zusammenhänge dieser menschlich manchmal sehr unschönen Geschichten


Danke , Kristian ,-
ich denke ,Deine Beiträge waren immer recht sachlich und ich sehe jetzt tatsächlich schon etwas klarer bei dieser ominösen IM-Geschichte,- Du als ehemaliger Mitarbeiter des MfS wirst es wohl am Besten wissen...
Nach dem Lesen all der Beiträge in diesem Strang ist mir auch klar geworden ,- daß sich wahrscheinlich nie einer der IM´s persönlich zu Worte melden wird ,- selbst wenn er hier im Forum mitliest.
Nichtsdestotrotz hab ich einiges dazugelernt ,- ich bedanke mich bei allen Schreibern - die hier voller gegensätzlicher Emotionen ihren Beitrag leisteten.

Gruß und Dank vom Jürgen


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#53

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:00
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #35
Zitat von Freienhagener im Beitrag #29
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #17
der sich zur DDR bekannte oder offiziell für sie arbeitete



Gearbeitet haben wir in der Produktion und die mit ernährt.



Und die haben auch Dich ernährt, also sich gegenseitig ernährt. Will hier keine Lanze für IM´s brechen, aber die IM-Tätigkeit war wohl, wie ich meine, unentgeltlich. Ergo hatte jeder der IMK´s auch einen ganz stinknormalen Job. Mal etwas besser bezahlt, mal etwas schlechter. Die hatten i.d.R. auch eine Familie zu ernähren, haben sich mit pubertierenden Töchtern herumgeärgert und ihrem unfähigen aber arroganten Chef in der Firma gern auf den Schreibtisch gek...t. Ich hätte auch einer werden können, wenn ich damals mehr Schiss als Vaterlandsliebe gehabt hätte und dem Ansinnen des 2000er nachgegeben hätte.
Den einzigen IM, den ich kenne und der in meinen MfS-Akten etwas über mich geschrieben hat, war ein Bekannter meiner Eltern und selbst MA beim MfS, was meinen Eltern und auch mir bekannt war. Stand aber nichts drin, was mir in irgendeiner Weise auf die Füße gefallen wäre. Laß sich wie die Beurteilung eines Kaderleiters.



Hallo @DoreHolm

in dem Zitat ging es um Offizielle...............
------------------


Die Inoffiziellen bekamen für ihre Tätigkeit zwar keinen Sold, aber durchaus Geldleistungen.
Entsprechende Akteneinträge habe ich gesehen (in der Presse, im TV). Aufgehoben habe ich die Belege nicht.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 18:08 | nach oben springen

#54

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:05
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #51


Moralische Aufarbeit aus http://de.wikipedia.org/wiki/Inoffizieller_Mitarbeiter


Unwahr ist im Allgemeinen die verbreitete Meinung, wer seine Mitarbeit verweigerte und sich dekonspirierte, habe keine schwerwiegenden Folgen für sein Leben zu befürchten gehabt und hätte den Kontakt zur Staatssicherheit auf diese Weise zuverlässig abbrechen können. Auch Menschen, die unmissverständlich erklärten, für Spitzeldienste nicht zur Verfügung zu stehen, konnten dennoch über Jahre hinweg erpresserischen Anwerbeversuchen ausgesetzt sein. Nicht selten ging eine Dekonspiration mit der Zerstörung ihrer Erwerbsbiographie einher. Da diese vom MfS als Ausdruck einer „feindlich-negativen Haltung“ aufgefasst wurde, waren nicht selten sogenannte „Zersetzungsmaßnahmen“ die Folge.






Man sollte wiki nicht alles Glauben, erst recht wenn es von der BStU schon längst widerlegt wurde. Das rot makierte ist in Bezug auf eine verweigerte Zusammenarbeit eine absolute Falschinformation, ja gar Lüge.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#55

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:10
von passport | 2.638 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #52
Zitat von KARNAK im Beitrag #40
[quote=Ostlandritter|p350611]
.......
..........[b
Ja und ABV sagt es schon,man benannte die IM als Quellen,auch dieses Wort sagt so einiges,nämlich das was sie eigentlich waren,keine"Bürger die mit den Sicherheitsorganen vertrauensvoll zusammenarbeiten"das hat man ihnen nur vorgegaukelt,manche glauben heute noch an diese Mär.Ich habe das schon oft geschrieben und wurde dafür kritisiert,aber ich sage es noch einmal,sie waren Werkzeuge,wurden benutzt von den Handwerkern.Und da ist es letztlich egal ob es sich um den kleinen IM in irgendeinen VEB handelte oder um einen Kundschafter für den Frieden.Das Prinzip war das Selbe.Auch diese Tatsache sagt viel über die Zusammenhänge dieser menschlich manchmal sehr unschönen Geschichten


Danke , Kristian ,-
ich denke ,Deine Beiträge waren immer recht sachlich und ich sehe jetzt tatsächlich schon etwas klarer bei dieser ominösen IM-Geschichte,- Du als ehemaliger Mitarbeiter des MfS wirst es wohl am Besten wissen...

Nach dem Lesen all der Beiträge in diesem Strang ist mir auch klar geworden ,- daß sich wahrscheinlich nie einer der IM´s persönlich zu Worte melden wird ,- selbst wenn er hier im Forum mitliest.
Nichtsdestotrotz hab ich einiges dazugelernt ,- ich bedanke mich bei allen Schreibern - die hier voller gegensätzlicher Emotionen ihren Beitrag leisteten.

Gruß und Dank vom Jürgen




Sehe ich nicht so ! Mitarbeiter der Passkontrolle, u.a. die OKE, führten keine IM. Dh. MA aus dieser Personengruppe haben keine Erfahrung von Lenkung, Anleitung und Führung von IM.
Einzelne Referate der HA / Abt.VI haben IM geführt.

passport


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#56

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:17
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #39
Zitat von damals wars im Beitrag #37
Vielleicht sind die gemeint http://de.wikipedia.org/wiki/Offizier_im_besonderen_Einsatz


Nein, dass war eine eigene Kategorie. Das was du meinst, dass waren die "OiBE". Die "HIM" waren etwas anderes.

Gruß Uwe


Kann mir das mal jemand übersetzen ? OiBE,HIM,keine Ahnung !


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#57

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:26
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #56
[quote=ABV|p350651][quote=damals wars|p350646]

Kann mir das mal jemand übersetzen ? OiBE,HIM,keine Ahnung !


Abkürzungen waren ein beliebter Spielplatz in der DDR ....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#58

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:33
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #55





Sehe ich nicht so ! Mitarbeiter der Passkontrolle, u.a. die OKE, führten keine IM. Dh. MA aus dieser Personengruppe haben keine Erfahrung von Lenkung, Anleitung und Führung von IM.
Einzelne Referate der HA / Abt.VI haben IM geführt.

passport[/quote]
Mit Sicherheit gibt ehemalige Mitarbeiter die von der Sache viel mehr verstehen als ich,NUR ,die halten sich offensichtlich zurück,predigen nur irgendwelche Floskeln und Dinge die in irgendwelchen DA stehen,wie das alles so ablaufen sollte und heute leicht nachzulesen sind.Ich habe an diesen Dingen in der Praxis etwas "geschnüffelt" und ich kenne aus 12 Jahren Mfs wie man zu Dingen und Personen außerhalb der Firma stand mit denen man "vertrauensvoll zusammenarbeite".Keine Ahnung warum Einigen die Aufrechterhaltung dieser Legenden so wichtig ist.Aber wir wollen uns nicht streiten,sind da unterschiedlicher Meinung und gut.Aber natürlich werde ich mich nicht bis zur letzten Konsequenz als Aufschneider hinstellen lassen,habe mich noch nicht bis zum letzten Detail"geoutet",behalte erstmal noch etwas"Reservemunition"zurück.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#59

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:35
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #56
Zitat von ABV im Beitrag #39
Zitat von damals wars im Beitrag #37
Vielleicht sind die gemeint http://de.wikipedia.org/wiki/Offizier_im_besonderen_Einsatz


Nein, dass war eine eigene Kategorie. Das was du meinst, dass waren die "OiBE". Die "HIM" waren etwas anderes.

Gruß Uwe


Kann mir das mal jemand übersetzen ? OiBE,HIM,keine Ahnung !


Ich weiß, Antworten mit internen Links sind verhasst. Aber es haben sich mal ein paar Leute die Finger gebrochen, ein eigenes Foren-Wiki zu erstellen. Und das enthält auch solch wertvolle Informationen, wie eine recht kompakte Abkürzungsliste:
Wiki:Abkuerzungen

Nur mal das Beispiel für HIM:
HIM = Hauptamtlicher Inoffizieller Mitarbeiter - wurde vom MfS langfristig eingesetzt, finanziell und sozial versorgt
HIM/A =Hauptamtlicher Inoffizieller Mitarbeiter/Aufklärung (HV A)
HIMB = Hauptamtlicher IMB
HIME = Hauptamtlicher Inoffizieller Mitarbeiter im besonderen Einsat
HIMS = Hauptamtlicher IMS

Und IMB und IMS kann man zu Übungszwecken mal selbst suchen. Sorry, aber mir schmerzt immer die Seele, wenn gute Arbeit keine Verwendung findet. Viel Spaß beim weiter Stöbern!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#60

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 18:49
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #58
Ich habe an diesen Dingen in der Praxis etwas "geschnüffelt"


Erzähl mal, wie kann ich mir das schnüffeln am IM so vorstellen?


http://www.hdforums.com/forum/attachments/the-general-b-s-forum/58186d1248272838-wtf-seat-dog-butt.jpg


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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